Juni 30th, 2017 |
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Radio, Podcast & TV, Religion
Lakis Jordanopoulos präsentiert im ORF-Magazin „Heimat Fremde Heimat“ am Sonntag, dem 2. Juli 2017, um 13.30 Uhr in ORF 2 u.a. den Beitrag „Zipflo Weinrichs Sinti-Messe“:
„Wenn wir aufhören, unsere Sprache zu pflegen, wird unser Volk bald aussterben“, befürchtet der Sinto und Musiker Zipflo Weinrich. Gemeinsam mit seiner Frau Natalie, einer deutschen Sintiza, hat er österreichweit die erste Sinti-Messe ins Leben gerufen, für die er eigens Lieder auf Sintitikes, der Sprache der Sinti, geschrieben hat. Der musikalische Gottesdienst in der Wallfahrtskirche im niederösterreichischen Karnabrunn soll der Sinti-Community aus dem In- und Ausland ermöglichen, einander zu treffen und ihren katholischen Glauben in der Muttersprache zelebrieren zu können. Cedomira Schlapper war bei den Vorbereitungen dabei.
In der Sendung weiters zu sehen: „Aktiv gegen Rassismus“ und „Weitblicke mit Jean Ziegler“. „Heimat Fremde Heimat“ ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek angeboten.
(Text: ORF)
Siehe auch:
Sintiwallfahrt im Weinviertel, 30.5.2016
Amari Roas: Jazz-Geiger Zipflo Weinrich, 14.12.2014
Juni 28th, 2017 |
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Facts & Figures
Roma sind in Kroatien eine von insgesamt 22 staatlich anerkannten nationalen Minderheiten.
(Quelle)
Juni 27th, 2017 |
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Rassismus & Menschenrechte
Das European Roma Rights Centre (ERRC), Greek Helsinki Monitor (GHM), Solidarity Now, Minority Rights Group – Greece (MRG-G) und SOKADRE – ein Netzwerk aus 30 Roma-Communities und fünf griechischen NGOs, die sich mit den Rechten von Roma befassen – rufen dazu auf, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit von Roma-Familien in Menidi, Athen, zu gewährleisten.
Nach dem tragischen Tod eines 11-Jährigen, der von einem Querschläger getroffen worden war (der Schütze war laut Medien ein Rom), versuchte ein wütender Mob drei Tage lang in der Athener Vorstadt Menidi, Attika, eine Roma-Nachbarschaft zu stürmen. Es kam zu Zusammenstößen, als Brandsätze geworfen wurden, die schweren Schaden an Roma-Häusern verursachten, und die Polizei Tränengas einsetzte, um den Mob zurückzuhalten. Die Roma-Community in Menidi wurde beinahe umgehend kollektiv wegen des Vorfalls verantwortlich gemacht. Ein Mob bildete sich, um sie aus der Nachbarschaft zu vertreiben, in der sie seit 60 Jahren leben.
„Wir müssen jetzt Taten seitens der Behörden, des Staatsanwalt, des Bürgermeisterbüros, des Polizeichefs sehen. Es kann nicht sein, dass die Herrschaft des Pöbels als legitime Rechtsform in einem EU-Land erlaubt wird. Ich begrüße die jüngsten Untersuchungen dieser Hass-Verbrechen, da dies eine obligatorische Maßnahme unter EU-Recht darstellt. Jedoch müssen die Behörden die rassistische Motivierung dieser Angriffe bei der Strafverfolgung berücksichtigen“, sagte Đorđe Jovanović, Präsident des ERRC.
Das schockierende Gespenst der Kollektivbestrafung geht wieder um in Europa. Wir hatten angenommen, die Zeit der ethnischen Pogrome gehöre in Europa der Vergangenheit an. Wir irrten uns. In den letzten Jahren haben wir Anti-Roma-Mobs in Italien, Ungarn, der Tschechischen Republik, Rumänien, der Slowakei und der Ukraine ausbrechen sehen. Dieser jüngste Versuch eines Pogroms gegen Roma ist in vielerlei Hinsicht nicht ungewöhnlich.
Die Roma-Minderheit Griechenlands hat häufig unter wütenden Mobs im Land gelitten. Der letzte Anti-Roma-Pogrom ähnlichen Ausmaßes wie jetzt in Menidi ereignete sich in der Stadt Etoliko 2012 und 2013 (mehr hier und hier), als 70 Personen nach einem gewalttätigen Vorfall zwischen Roma und Nicht-Roma Molotow-Cocktails und Geschosse auf Roma-Häuser warfen. Read the rest of this entry »
Juni 26th, 2017 |
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Film & Theater
In der Komödie „Die Migrantigen“ setzt Rabie Peric-Jasar den Putzfrauen ein Denkmal. Eine Würdigung.
Wiener Zeitung, 25.6.2017. Von Solmaz Khorsand
Wien. Der Besen. Damit hat Rabie Peric-Jasars Mutter immer gedroht. Er gehörte zum Horrorszenario, das sie beschworen hat, wenn ihre Kinder nicht gehorcht haben: „Wenn du nicht lernst, wirst du Putzfrau. So wie ich.“ Bis zu ihrer Pension hat sie Büros in Skopje geputzt. Sie, die Analphabetin, deren Vater sie nicht zur Schule schicken wollte. Sie, die Roma-Frau, die prompt zur Direktorin marschierte, wenn eines ihrer fünf Kinder von der Lehrerin diskriminiert wurde. Sie, die Mutter, die ihre Tochter durch das Sportgymnasium drillte, damit sie sich nicht eines Tages durch das Leben anderer kehren muss.
Rabie Peric-Jasar lächelt. Ausgerechnet als Putzfrau macht die 58-Jährige nun Karriere. Und zwar auf der großen Leinwand. In Arman T. Riahis Spielfilmdebüt „Die Migrantigen“ rund um zwei Wiener, die für eine TV-Serie „echte Ausländer“ mimen sollen, spielt sie das Migrantenklischee schlechthin.
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Juni 25th, 2017 |
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Geschichte & Gedenken
Tschechien: Aktivisten fordern in Lety Beseitigung des Mastbetriebs
Einige Hundert Aktivisten haben am Samstag in Lety bei Písek in Südböhmen gefordert, dass der Mastbetrieb beseitigt wird, der sich am Ort befindet, wo während der nationalsozialistischen Besatzung ein Konzentrationslager für Roma stand. Der Präsident der „Europäischen antirassistischen Beweging“ (EGAM, European Grassroots Antiracist Movement) Benjamin Abtan erklärte, dass die Firma AGPI, der die Schweinemast gehört, keine EU-Fördergelder bekommen darf. Die Beseitigung der Schweinemast würde seinen Worten zufolge einige Millionen Euro kosten. Nach Lety kam auch Justizminister Robert Pelikán (Ano-Partei). Die Regierung von Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) ließ zuvor verlauten, dass sie die Verhandlungen mit den Eigentümern des Mastbetriebs zu einem erfolgreichen Ende führen möchte. Das Kulturministerium ließ ein Gutachten über den Wert des Grundstücks, der Immobilien sowie der technischen Ausstattung des Mastbetriebs ausarbeiten.
(Text: Radio Praha)
Siehe auch:
Roma-Diskriminierung: Europarat rügt Prag, 5.11.2016
KZ Lety: Regierung will Schweinemast kaufen, 9.9.2016
Tschechiens Vizepremier verharmlost Roma-Holocaust, 4.9.2016
goEast: Produktionspreis für „JOŽKA“, 3.5.2016
UNO zu Schweinefarm in Roma-KZ Lety, 27.7.2013
Der Holocaust an den tschechischen Roma, 21.3.2012
Juni 24th, 2017 |
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Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte
Sergio Carrera, Iulius Rostas & Lina Vosyliūtė: Combating Institutional Anti-Gypsyism: Responses and promising practices in the EU and selected Member States (=CEPS research report 2017/08), May 2017
→Download (pdf) (2,5 MB)
Am 19. Mai veröffentlichte das Center for European Policy Studies einen umfassenden Bericht (englisch) über institutionellen Antiziganismus. Dieser Bericht zielt darauf ab, die Politik im Bereich der Diskriminierung von Sinti und Roma genauer in den Blick zu nehmen. Staatliche Institutionen und Akteure müssen die Verantwortung für die Bekämpfung von strukturellem, historisch gewachsenem und systemischem Rassismus gegenüber Sinti und Roma übernehmen und Diskriminierung und Ausgrenzung entgegentreten.
Untersucht wurde sowohl die Europäische Union als auch fünf ausgewählte EU-Mitgliedsstaaten: Deutschland, Rumänien, Spanien, Schweden und Großbritannien. Es wurden sowohl re- als auch proaktive Maßnahmen innerhalb von vier Hauptthemen analysiert: (1) nationale, regionale und lokale institutionelle Reaktionen; (2) Ausbildung und Ausbildungsmaßnahmen; (3) Zugang zu Rechtsprechung und wirksame Rechtsbeihilfe; und (4) Medien, öffentliche Haltungen und politischer Diskurs.
Der Bericht stellt am Ende eine Reihe von politischen Empfehlungen für EU- und nationale politische Entscheidungsträger auf, um Antiziganismus zukünftig wirksamer und umfassender zu bekämpfen. Die Autor/innen weisen darauf hin, dass sich die Diskussionen über Antiziganismus nicht nur auf die Definition beschränken darf. Vielmehr müssten die Ergebnisse der nationalen und EU-Politik besser umgesetzt werden und bestehendes EU-Recht mit Hilfe von Grundrechte-Monitoring und den Berichterstattungsmechanismen konsequent angewendet werden.
(Text: Zentralrat Deutscher Sinti und Roma)
Juni 22nd, 2017 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Religion
Die Roma-Pastoral leistet das ganze Jahr über beachtliche Arbeit, im Seelsorglichen, im Sozialen, im Mitmenschlichen, im Erinnern an die Opfer der Vergangenheit und im Hochhalten ihrer unveräußerlichen Würde, im Gestalten einer positiven, selbstbestimmten und mitbestimmten Zukunft. – Einen wesentlichen Anteil an all dem hat Manuela Horvath, die seit nunmehr rund einem Jahr die Roma-Pastoral leitet.
Martinus, 21.6.2017: Eisenstadt – Inklusion heißt, miteinander reden und handeln, nicht bloß einer über den anderen. Manuela Horvath weiß das. Und sie lebt genau das. Denn die Romni Manuela Horvath leitet seit März 2016 die Roma-Pastoral der Diözese Eisenstadt – mit viel Engagement, Begeisterung und einer Fülle an Ideen. Der Erfolg kann sich sehen lassen und ist mehr als sichtbar an der Vielzahl und Vielfalt der Projekte der Roma-Pastoral. Was ihnen allen gemeinsam ist? „So unterschiedlich unsere Tätigkeitsfelder sind, sie sind alle gleichermaßen wichtig. Immer geht es darum, Personen aus der Volksgruppe einzubinden, gemeinsam und miteinander zu gestalten und Vorhaben mit und von der Volksgruppe selbst umzusetzen“, betont Manuela Horvath.
Immer präsent, aktiv und mittendrin
Und es ist viel zu tun für die Leiterin der Roma-Pastoral. Sie ist im ganzen Burgenland präsent und für die Volksgruppe aktiv, leistet seelsorgliche Dienste, hilft bei Bewerbungsschreiben, begleitet bei Amtswegen, ist da, wenn Hilfe in schwierigen Lebenslagen gefragt ist. An Schulen organisiert und hält sie Workshops über die Geschichte der Roma, im Bundeskanzleramt ist sie innerhalb der Roma-Dialogplattform in der Arbeitsgruppe zur Gedenk- und Erinnerungsarbeit engagiert. Manuela Horvath hält Vorträge zur Gedenk- und Erinnerungskultur und engagiert sich für das seit 2006 bestehende Gedenkprojekt „Wohin mit meinen Kerzen“, das den von den Nazis ermordeten Roma einen Namen, einen Präsenzraum des Gedenkens gibt. Rund eine halbe Million Roma und Sinti fielen dem NS-Massenmord zum Opfer. Im burgenländischen Lackenbach wurden mehr als 4.000 Roma und Sinti in einem Zwangsarbeiterlager interniert, versklavt und auf das Unmenschlichste misshandelt. Die Roma-Siedlungen in rund 124 burgenländischen Orten wurden dem Erdboden gleichgemacht, die Menschen in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert.
Den Opfern ihre Würde geben
Manuela Horvath: „Die Gedächtnispastoral ist mir ein besonderes Anliegen. Ich bin überzeugt, dass die Errichtung von Gedenktafeln in Ortschaften mit ehemaligen Roma-Siedlungen ein wichtiger Schritt ist, um auf das tragische Schicksal unserer Volksgruppe während des Holocaust aufmerksam zu machen. Durch Gedenkstätten bekommen die ermordeten Roma, die keine Grabstätte haben, zumindest einen Ort des Gedenkens.“ In Zusammenarbeit mit dem Verein Roma-Service initiiert die Roma-Pastoral deshalb die Errichtung von Gedenktafeln für Roma-Opfer des Holocaust. Read the rest of this entry »
Juni 20th, 2017 |
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Politik
Hessische Landesregierung beschließt Staatsvertrag mit Landesverband der Sinti und Roma. Ministerpräsident Volker Bouffier: „Wir wollen die ethnische, kulturelle, sprachliche und religiöse Identität schützen.“
Das Kabinett der Hessischen Landesregierung bekennt sich zu seiner historischen und politischen Verantwortung gegenüber den deutschen Sinti und Roma und stimmt einem Staatsvertrag mit dem Landesverband Hessen zu. Die bisher in einer Rahmenvereinbarung beschlossene Förderung wird um 100.000 Euro auf insgesamt 300.000 Euro pro Jahr erhöht. „Wir kämpfen entschlossen gegen Rassismus und Diskriminierung und werden das schreckliche Leid der Sinti und Roma nicht vergessen. Unser Ziel ist es, ihnen in der Mitte unserer Gesellschaft ein Leben in Würde und Gleichberechtigung zu ermöglichen. Dazu gehört es, die ethnische, kulturelle, sprachliche und religiöse Identität der Sinti und Roma zu schützen. Dies wollen wir mit der Unterzeichnung eines über die Legislaturperiode hinaus geltenden Staatsvertrags sicherstellen“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier in Wiesbaden. Der Vertrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren.
Die Volksgruppe der Sinti und Roma steht als anerkannte nationale Minderheit unter einem besonderen staatlichen Schutz. Während der Herrschaft der Nationalsozialisten sind Hunderttausende von ihnen in Arbeits- und Vernichtungslagern unterdrückt und grausam ermordet worden. „Das Land ist sich der mehr als 600-jährigen Geschichte der deutschen Sinti und Roma bewusst. Mit dem Staatsvertrag leisten wir einen Beitrag zur Erinnerungskultur.
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Juni 19th, 2017 |
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Facts & Figures
In Tschechien ist die Zahl der Personen, die in segregierten Roma-Siedlungen leben, seit 2006 um ein Drittel (auf bis zu 115.000) gestiegen.
(Quelle)
Juni 17th, 2017 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
rdl.de (Focus Europa), 15.6.2017: Das dänische Parlament hat am Mittwoch einer Gesetzesvorlage der rechtsliberalen Regierung zugestimmt, die für Betteln eine Mindeststrafe von zwei Wochen Haft ohne Bewährung vorsieht. Das Gesetz soll angewendet werden, wenn das Betteln in „der Öffentlichkeit Unsicherheit verursacht“. Bislang galt eine Mindeststrafe von einer Woche Haft auf Bewährung. Das Bettelverbot wurde auch von den dänischen SozialdemokratInnen unterstützt. Einzig vier kleinere linke und linksliberale Parteien stimmten dagegen. Unter dem neuen Gesetz leiden besonders die in Armut lebenden Roma. Seit Anfang des Jahres ist in Dänemark auch das Übernachten im öffentlichen Raum verboten, sobald dies „Unsicherheit“ verbreitet. In Kopenhagen wurden wegen Verstößen gegen das Verbot bereits über 100 Geldstrafen verhängt. Sie trafen besonders ArmutsmigrantInnen aus Rumänien und Bulgarien. (Text: rdl.de)
Anm. der dROMa-Red.: Eine umfangreiche norwegische Studie stellte 2015 fest, dass es auch bei den Bettlern in Norwegen, Schweden und Dänemark keinerlei Anzeichen für die Existenz krimineller Strukturen gibt.
There is no evidence that Romanian beggars in northern Europe are managed by organised crime groups, according to a new report from Norwegian social research foundation Fafo. Fafo interviewed 1,269 homeless Romanians in Oslo, Stockholm and Copenhagen last summer without finding any signs of criminal third parties. “We’re very certain that the beggars are not in any way part of organised crime”.
Siehe auch:
Dänemark will Roma-Camps kriminalisieren, 28.8.2016
Norwegen: Bettel- und Hilfsverbot abgeblasen, 14.4.2015
Neue Polizeiaktion gegen Roma in Kopenhagen, 12.8.2010
Roma verklagen Dänemark, 12.8.2010
Juni 16th, 2017 |
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Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Ungarn hat mit den Stimmen der Regierungspartei Fidesz am Dienstag das umstrittene Gesetz, das strikte Auflagen für aus dem Ausland unterstützte NGOs vorsieht, nun tatsächlich beschlossen. Damit setzte sich Viktor Orbán einmal mehr über in- und ausländische Kritik, wie sie etwa auch von Seiten des Europarats vorgebracht wurde, hinweg. Organisationen, die vom Ausland mitfinanziert werden, müssen sich nun als „ausländische Agenten“ gerichtlich registrieren lassen und sich öffentlich stets als „aus dem Ausland unterstützte Organisation“ ausweisen. „Das Gesetz brandmarkt NGOs, die ausländische Finanzierungen erhalten, und erschwert ihre Arbeit. Es ist der jüngste Versuch der Regierung, gegen kritische Stimmen im Land vorzugehen, und ein dunkler Tag für die ungarische Zivilgesellschaft“, zeigt sich Amnesty International alarmiert. Eine ähnliche Regelung, die sich insbesondere gegen Menschenrechts-NGOs wendet, gibt es in Russland. Auch in Ungarn trifft das neue Gesetz vor allem auch Organisationen, die sich die Rechte der Roma auf die Fahnen geschrieben haben. So etwa das angesehene European Roma Rights Centre (ERRC) in Budapest, das sich mit diesem Video an die Öffentlichkeit wendet. Read the rest of this entry »
Juni 14th, 2017 |
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Jugend & Bildung, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte
LaG-Magazin 4/2017: „Die Aktualität von Antiziganismus. Stereotype, Problemlagen und Gegenmaßnahmen“
Das Online-Bildungsportal „Lernen aus der Geschichte“ (abgekürzt LaG) widmet sich der politischen Bildung und der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Sein monatlich erscheinendes Magazin richtet sich „an Praktiker/innen der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit“. Es informiert „über zeitgemäße historisch-politischen Bildung und deren theoretische Bezüge“. Eine aktuelle Schwerpunkt-Ausgabe zum Thema Antiziganismus finden Sie hier kostenlos als PDF-Download.
Im Editorial heißt es über das Themenheft:
Das neue LaG-Magazin befasst sich mit aktuellen Erscheinungsformen von Antiziganismus, also dem spezifischen Rassismus gegen Sinti und Roma. Im allgemeinen Diskurs über menschenverachtende Ideologien wird der Antiziganismus noch immer zu wenig beachtet. Dabei handelt es sich um ein weitverbreitetes und tiefsitzendes Ressentiment.
Dort, wo es uns möglich war, haben wir uns bemüht Angehörige der Minderheit selbst zu Wort kommen zu lassen. Denn das Sprechen über Sinti und Roma ohne deren Stimmen und Positionen ist bereits ein Teil der Problematik. Selbstkritisch müssen wir feststellen, dass es die Redaktion nicht in dem Maße vermocht hat Sinti und Roma anzusprechen, wie es im Grunde geboten wäre.
Wir möchten Sie mit dieser Ausgabe sowohl für den gesellschaftlich vorhandenen Antiziganismus und dessen Auswirkungen auf die Minderheit sensibilisieren, als auch zugleich ermuntern, sich in der außerschulischen Bildungsarbeit und im Unterricht dem Thema zu widmen. Die hier versammelten Beiträge und Rezensionen bieten dazu hoffentlich einige Anregungen.
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Juni 12th, 2017 |
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Rassismus & Menschenrechte
Bei einem Schulfest im Großraum Athen sackte am Donnerstagabend ein elfjähriger Schüler plötzlich zusammen und verstarb kurz danach im Krankenhaus. Erst bei der Obduktion stellte sich heraus, dass er von einem Schuss getroffen worden war. Offenbar handelte es sich um eine verirrte Kugel – eine tragische Folge des in Griechenland bis heute nicht ganz unüblichen Brauchs, bei Feiern oder als Zeichen der Trauer mit Waffen in die Luft zu schießen. Der Schuss dürfte im Problembezirk Menidi abgefeuert worden sein, wo neben Immigranten auch zahlreiche Roma leben. In den letzten Jahren waren in Menidi und im benachbarten Agia Varvara viele Roma angesiedelt worden, die zuvor aus anderen Teilen Attikas vertrieben worden waren. Die Lage in Menidi ist nach dem Tod des Jungen deshalb schnell eskaliert. Bezeichnend für das aufgeheizte rassistische Klima, schreibt Wassilis Aswestopulos im Online-Magazin Telepolis, sei etwa „die flapsige Äußerung der früheren Regierungssprecherin der Nea Dimokratia, der Journalistin, Herausgeberin und Parlamentsabgeordneten Sofia Voultepsi, «schließlich leben neben den Roma Menschen …».“ Am Samstag kam es zu einer Protestkundgebung; die Pogromstimmung schlug rasch in tatsächliche Gewalt um. Brandsätze wurden auf Häuser von Roma geschleudert. Aswestopulos schreibt:
Die aufgebrachte und durch Medien angestachelte Menge der Anwohner und ihrer Unterstützer, mehr als tausend Menschen, sammelte sich am Samstagabend nahe der Schule. Mit der Präsenz des Abgeordneten der Nea Dimokratia, Vasilis Oikonomou, zog sie durch die Straßen. Als sie in die Nähe von Wohnhäusern von Roma kam, lösten sich vermummte Gestalten aus der Menge und warfen Molotow-Cocktails in die Wohnhäuser. Der erste Pogromabend hatte begonnen. Weitere sollen folgen. Die Anwohner möchten die Roma aus ihrer Nachbarschaft vertreiben.
Tags zuvor hatte die Polizei eine Großrazzia im Viertel durchgeführt. Wie sich herausstellte, hat eine Roma-Familie am Freitag bei einer Feier einige Freudenschüsse abgefeuert. Telepolis schreibt: Read the rest of this entry »
Juni 10th, 2017 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte
Zentralrat Deutscher Sinti und Roma will Deutschlands Außenpolitik zu mehr Verantwortung bei der Bekämpfung des Antiziganismus bewegen. Ein diesbezügliches Pilotprojekt in Serbien ist bereits angelaufen. Der Zentralrat strebt zudem die Einrichtung einer Expertenkommission zum Thema Antiziganismus im Bundestag an.
Zentralrat: Anerkennung und Bekämpfung von Antiziganismus – auf politischer Ebene in Deutschland und Europa
Für die Jahre 2017–2018 hat der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma in Zusammenarbeit mit der Open-Society-Stiftung ein Projekt ins Leben gerufen zur Anerkennung und Bekämpfung von Antiziganismus auf politischer Ebene in Deutschland und Europa, um damit die Ursachen und Auswirkungen des Rassismus zu thematisieren, welche zur Stigmatisierung und Ausgrenzung von Sinti und Roma führen. (Projekttitel: Advocating the German Foreign and Development and Cooperation Policy with regard to Roma and Antigypsyism).
Das Projekt verfolgt das Ziel, dass Deutschland auf nationaler wie gesamteuropäischer Ebene mehr Verantwortung bei der Bekämpfung des Antiziganismus übernimmt und das Engagement zur Bekämpfung von Fluchtursachen und zur Stärkung der gesellschaftlichen Teilhabe von Roma im Westbalkan stärkt.
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Juni 8th, 2017 |
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Einrichtungen, Kunst & Fotografie
Roma-Kultur bekommt Platz in der Mitte Europas: Gäste aus Kultur, Politik und Wirtchaft feiern Gründung des Europäischen Roma-Instituts für Kunst und Kultur (ERIAC) in Berlin
ERIAC, 8.6.2017 (OTS) – Von Berlin aus soll zukünftig der kulturelle Auftritt der über 12 Millionen europäischen Roma gestaltet werden. Das ist der Auftrag des Europäischen Roma-Instituts für Kunst und Kultur, dessen Gründung heute mit einem Festakt im Lichthof des Auswärtigen Amts in Berlin gefeiert wurde. Das Institut gibt die Deutungshoheit über die Roma-Kultur und -Identität in die Hände der Roma und soll so die, oft falsche, Darstellung durch Dritte beenden.
Das Europäische Roma-Institut für Kunst und Kultur ist das Resultat einer breit angelegten Initiative von Roma-Aktivisten, -Akademikern und -Künstlern, die sich als Allianz für das Europäische Roma-Institut als Erste für dessen Einrichtung stark gemacht haben. Die Allianz wurde zu der treibenden Kraft hinter der Umsetzung der Idee. Nach und nach gewann sie die Unterstützung des Europarats sowie die der Open Society Foundations und ihres Gründers, dem Philanthropen George Soros, der sich schon lange tatkräftig für Roma-Belange einsetzt. (Anm. der dROMa-Red.: Der Plan zur Schaffung eines Europäischen Roma-Instituts durch Europarat und Soros’ OSF wurde anlässlich des Roma-Gipfels am 4. April 2014 von EU-Kommissionschef Barroso öffentlich bekannt gegeben. Die Allianz für das Europäische Roma-Institut wurde als neuer, dritter Partner erst 2015 begründet.)
Timea Junghaus, Geschäftsführerin des Instituts: „Das Europäische Roma-Institut für Kunst und Kultur wird ein Zentrum der Roma-Selbstentfaltung werden und lang gehegte Vorurteile herausfordern. Wenn man bedenkt, dass nur eines von 10.000 Roma-Werken als Teil einer staatlichen Sammlung dauerhaft ausgestellt wird, erkennt man, wie dringend sich etwas ändern muss.“
An der Gründungsfeier nahmen neben George Soros und Thorbjørn Jagland, Generalsekretär des Europarats auch Michael Roth, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt und Hartmut Koschyk, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten teil. Read the rest of this entry »
Juni 7th, 2017 |
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Politik, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Studiogespräch über Betteln in Linz
FroZINE | Radio FRO 105,0 (49,52 min.)
Erstausstrahlung: 6.6.2017 | Moderation: Michael Diesenreither
Eine Sendung zum Thema Betteln in Linz: Thomas Diesenreiter von der BettelLobby OÖ und Michaela Haunold von der Caritas diskutieren mit Michael Diesenreither im Studio über die Situation der Bettler/innen in Linz, Auswirkungen des sektoralen Bettelverbots und die politische Forderung von FPÖ und ÖVP nach zivilen Kontrollmöglichkeiten durch den Ordnungsdienst der Stadt Linz.
Seit rund einem Jahr gilt in Teilen der Innenstadt ein sektorales Bettelverbot in Linz. Dennoch werden regelmäßig im Linzer Stadtgebiet Zeltlager von osteuropäischen Bettler/innen durch den städtischen Erhebungsdienst gemeinsam mit der Polizei zwangsgeräumt. Obwohl es politisch keine Mehrheit gibt, will der für Sicherheit in Linz zuständige FPÖ-Vizebürgermeister Detlef Wimmer Zivilkontrollen der Stadtwache gegen Bettler/innen durchsetzen. „Professionelle Bettlerbanden verfügen oft über einen Aufpasser. Wenn in Uniformen kontrolliert wird, warnen Kollegen die illegalen Bettler und vereiteln die Kontrollen“, so das Argument von Wimmer.
Im Studiogespräch mit Thomas Diesenreiter von der BettelLobby OÖ und Michaela Haunold von der Caritas gehen wir der Frage nach, wer diese Armutsreisenden überhaupt sind, die nach Linz zum Betteln kommen, und welche Auswirkungen das sektorale Bettelverbot hat. Wie wird der Vorstoß von Zivilkontrollen durch den Ordnungsdienst bewertet und welche Lösungsstrategien im Zusammenhang mit Betteln und der immer wieder geräumten Zeltlager könnte es geben? Außerdem gibt es in der Sendung ein Telefoninterview mit Landespolizeidirektor-Stv. Erwin Fuchs zu hören. Wie schätzt die Polizei die Situation mit den Bettler/innen in Linz derzeit ein und sieht die Polizei derzeit den Bedarf, dass der Ordnungsdienst Kontrollen in Zivil durchführen können sollte?
(Text: FROzine)
Juni 5th, 2017 |
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Ehrungen & Nachrufe
Die schwedische Silberschmiedin, Künstlerin und Roma-Aktivistin Rosa Taikon ist tot.
Rosa Taikon kam am 30. Juli 1926 in einem Wohnwagen in der schwedischen Stadt Tibro zur Welt. Sie entstammte einer über Russland nach Schweden gelangten Familie von Kalderaš-Roma. Rosa Taikon, ältere Schwester der Autorin Katarina Taikon (1932–1995), war nicht nur für ihren besonderen Schmuck und ihre Silberarbeiten bekannt, mit denen sie an alte Kunsttraditionen der Roma anknüpfte und die heute zu den Exponaten von Nationalmuseum und Röhsska Museum gehören, sondern auch für ihren lebenslangen Kampf für die Rechte der Roma in Schweden. 2013 wurde sie mit dem Olof Palme-Preis für Menschenrechte ausgezeichnet.
Am 1. Juni 2017 verstarb Rosa Taikon im 91. Lebensjahr in ihrem mittelschwedischen Heimatort Ytterhogdal (Härjedalen).
(dROMa)
Mehr hier: Rosa Taikon, Rombase (2002)
Juni 2nd, 2017 |
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Medien & Presse, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Wissenschaft
Wie könnte ein solidarisches EU-Asylrecht aussehen? Vor welchen Herausforderungen steht die Forschung zum Thema Erstaufnahmeeinrichtungen von Flüchtlingen? In der ersten Ausgabe der „Zeitschrift für Flüchtlingsforschung“ stellen Wissenschaftler aktuelle Erkenntnisse vor.
Zeitschrift für Flüchtlingsforschung
The German Journal for Refugee Studies
Die Zeitschrift für Flüchtlingsforschung (ZFlucht) ist ein neues peer-reviewed journal, das sich explizit als trans- und interdisziplinäres Organ versteht und danach strebt, als „Informationsknoten“ der wissenschaftlichen Community die interdisziplinäre Zusammenarbeit und Vernetzung in der Flüchtlingsforschung sichtbar zu machen und diese langfristig voranzutreiben.
Die ZFlucht zielt darauf, herausragende wissenschaftliche Beiträge zu den Themen Flucht, Vertreibung und anderen Formen der Gewaltmigration sowie zum Flüchtlingsschutz und zur (Re-)Integration von Flüchtlingen zu veröffentlichen. Inhaltlich relevante Beiträge können sich auf globale, regionale, nationale und lokale Entwicklungen sowie auf theoretische Auseinandersetzungen beziehen. Die Zeitschrift ist an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis angesiedelt. Sie richtet sich explizit an Sozial-, Kultur-, Rechts- und GeisteswissenschaftlerInnen und zudem an BerufspraktikerInnen und EntscheidungsträgerInnen in Politik, Verwaltung, Verbänden und (internationalen) Nichtregierungsorganisationen sowie an Ehrenamtliche, Freiwillige und Fach- und Führungskräfte der Sozialen Arbeit.
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Juni 1st, 2017 |
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Einrichtungen, Politik
Hoher Besuch bei unserem Verein Roma-Service: Die für Volksgruppen zuständige Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ) besuchte gestern Mittwoch unsere neue Anlaufstelle für Roma in Oberwart. Die Staatssekretärin besichtigte die neuen Büros, in denen „Roma-Service“ und der Verein „Karika“ neuerdings ihre Dienstleistungen für Roma anbieten. Nach dem Ende des „Verein Roma Oberwart“ im Vorjahr sprangen die beiden Vereine in die Bresche und übernahmen, so weit möglich, dessen Agenden: Seit Jänner stehen sie den Volksgruppenangehörigen in Oberwart in der Evangelischen Kirchengasse 3 – mit außerschulischer Lernbetreuung, Kursangeboten und Unterstützung bei der Arbeitssuche – zur Verfügung. Bei den Gesprächen mit den Roma-Organisationen (Roma-Service, Karika, Volkshochschule der burgenländischen Roma und Roma-Pastoral) machte sich Duzda ein Bild von deren Arbeit und der Situation der Roma im Burgenland. Vorgestellt wurde unter anderem Karikas Berufsorientierungskurs für Jugendliche. „Wir wollen nicht vorgeben, was für die Roma gut ist. Wir wollen von den Roma hören, wo sie einen Bedarf sehen“, so Duzdar.
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