Archive for Juni, 2017

Zipflo Weinrichs Sinti-Messe

Juni 30th, 2017  |  Published in Radio, Podcast & TV, Religion

Niederösterreich: Wallfahrtskirche in Karnabrunn (Foto: Sonntag) Lakis Jordanopoulos präsentiert im ORF-Magazin „Heimat Fremde Heimat“ am Sonntag, dem 2. Juli 2017, um 13.30 Uhr in ORF 2 u.a. den Bei­trag „Zipflo Wein­richs Sinti-Messe“:

„Wenn wir aufhören, unsere Sprache zu pflegen, wird unser Volk bald aus­sterben“, be­fürch­tet der Sinto und Musiker Zipflo Weinrich. Ge­mein­sam mit seiner Frau Natalie, einer deutschen Sintiza, hat er öster­reich­weit die erste Sinti-Messe ins Leben ge­ru­fen, für die er eigens Lieder auf Sintitikes, der Sprache der Sinti, geschrie­ben hat. Der musika­li­sche Gottesdienst in der Wallfahrts­kirche im nieder­öster­rei­chi­schen Karnabrunn soll der Sinti-Com­mu­nity aus dem In- und Aus­land er­mög­li­chen, einan­der zu treffen und ihren katholischen Glauben in der Mutter­sprache ze­lebrie­ren zu kön­nen. Cedomira Schlapper war bei den Vor­berei­tun­gen dabei.

In der Sendung weiters zu sehen: „Aktiv gegen Rassismus“ und „Weit­blicke mit Jean Ziegler“. „Hei­mat Fremde Hei­mat“ ist nach der TV-Aus­strah­lung sieben Tage als Video-on-Demand ab­ruf­bar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek an­ge­boten.

(Text: ORF)

Siehe auch:
Sintiwallfahrt im Weinviertel, 30.5.2016
Amari Roas: Jazz-Geiger Zipflo Weinrich, 14.12.2014

Facts & Figures (166)

Juni 28th, 2017  |  Published in Facts & Figures

Roma sind in Kroatien ei­ne von ins­ge­samt 22 staat­lich an­er­kann­ten na­tio­na­len Min­der­hei­ten.

(Quelle)

Athen: Dies ist kein Protest, dies ist ein Pogrom

Juni 27th, 2017  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Juni 2017: Tagelange Pogromstimmung in Menidi/Athen (Foto: ERRC)Das European Roma Rights Centre (ERRC), Greek Helsinki Monitor (GHM), Solidarity Now, Minority Rights Group – Greece (MRG-G) und SOKADRE – ein Netz­werk aus 30 Roma-Com­mu­ni­ties und fünf grie­­chi­­schen NGOs, die sich mit den Rech­ten von Roma be­fassen – ru­fen dazu auf, un­ver­züg­lich Maß­nahmen zu ergrei­fen, um die Sicherheit von Roma-Fa­milien in Menidi, Athen, zu ge­währ­leisten.

Nach dem tragischen Tod eines 11-Jährigen, der von einem Quer­schläger ge­trof­fen worden war (der Schütze war laut Medien ein Rom), ver­suchte ein wüten­der Mob drei Tage lang in der Athener Vorstadt Menidi, Attika, eine Roma-Nach­bar­schaft zu stürmen. Es kam zu Zu­sam­men­stößen, als Brandsätze ge­wor­fen wur­den, die schwe­ren Schaden an Roma-Häusern ver­ur­sach­ten, und die Polizei Tränengas ein­setzte, um den Mob zurück­zu­halten. Die Roma-Community in Menidi wurde beinahe um­gehend kollektiv wegen des Vorfalls ver­ant­wort­lich gemacht. Ein Mob bilde­te sich, um sie aus der Nach­bar­schaft zu ver­trei­ben, in der sie seit 60 Jahren leben.

„Wir müssen jetzt Taten seitens der Behörden, des Staats­anwalt, des Bürger­meister­büros, des Polizei­chefs sehen. Es kann nicht sein, dass die Herr­schaft des Pöbels als legiti­me Rechts­form in einem EU-Land er­laubt wird. Ich begrüße die jüngsten Unter­suchun­gen dieser Hass-Ver­brechen, da dies eine ob­liga­to­ri­sche Maß­nahme unter EU-Recht dar­stellt. Jedoch müssen die Behörden die rassisti­sche Moti­vierung dieser Angriffe bei der Straf­verfolgung berück­sich­ti­gen“, sagte Đorđe Jovanović, Prä­si­dent des ERRC.

Das schockierende Gespenst der Kollektivbestrafung geht wieder um in Europa. Wir hatten an­ge­nom­men, die Zeit der ethnischen Pogrome gehöre in Europa der Ver­gan­gen­heit an. Wir irrten uns. In den letzten Jahren haben wir Anti-Roma-Mobs in Italien, Ungarn, der Tschechischen Republik, Rumänien, der Slowakei und der Ukraine aus­bre­chen sehen. Dieser jüngste Ver­such eines Pogroms gegen Roma ist in vieler­lei Hin­sicht nicht un­ge­wöhn­lich.

Die Roma-Minderheit Griechenlands hat häufig unter wüten­den Mobs im Land ge­litten. Der letzte Anti-Ro­ma-Pogrom ähn­li­chen Aus­maßes wie jetzt in Menidi ereig­nete sich in der Stadt Etoliko 2012 und 2013 (mehr hier und hier), als 70 Per­so­nen nach einem gewalt­täti­gen Vorfall zwi­schen Roma und Nicht-Roma Molotow-Cocktails und Ge­schos­se auf Roma-Häuser war­fen. Read the rest of this entry »

Mit dem Mop ins Rampenlicht

Juni 26th, 2017  |  Published in Film & Theater

Seit 17 Jahren arbeitet Rabie Peric-Jasar im echten Leben als Muttersprachenlehrerin. (© Solmaz Khorsand)In der Komödie „Die Migrantigen“ setzt Rabie Peric-Jasar den Putz­frau­en ein Denk­mal. Eine Wür­digung.

Wiener Zeitung, 25.6.2017. Von Solmaz Khorsand

Wien. Der Besen. Damit hat Rabie Peric-Jasars Mutter immer ge­droht. Er ge­hörte zum Horror­szena­rio, das sie be­schwo­ren hat, wenn ihre Kin­der nicht ge­horcht haben: „Wenn du nicht lernst, wirst du Putzfrau. So wie ich.“ Bis zu ihrer Pen­sion hat sie Büros in Skopje ge­putzt. Sie, die An­alpha­be­tin, deren Vater sie nicht zur Schule schicken woll­te. Sie, die Roma-Frau, die prompt zur Di­rek­to­rin mar­schier­te, wenn eines ihrer fünf Kin­der von der Lehre­rin dis­kri­mi­niert wurde. Sie, die Mutter, die ihre Toch­ter durch das Sport­gymna­sium drillte, damit sie sich nicht eines Ta­ges durch das Le­ben ande­rer keh­ren muss.

Rabie Peric-Jasar lächelt. Ausgerechnet als Putzfrau macht die 58-Jährige nun Kar­riere. Und zwar auf der großen Lein­wand. In Arman T. Riahis Spielfilm­debüt „Die Migran­ti­gen“ rund um zwei Wiener, die für eine TV-Serie „echte Aus­länder“ mimen sol­len, spielt sie das Migran­ten­kli­schee schlecht­hin.

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Roma-KZ Lety: Protest gegen Schweinefarm

Juni 25th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken

Roma-Protest vor der Schweinemastanlage auf dem ehemaligen Areal des KZ Lety (Foto: EGAM)Tschechien: Aktivisten fordern in Lety Beseitigung des Mast­betriebs

Einige Hundert Aktivisten haben am Samstag in Lety bei Písek in Süd­böhmen ge­for­dert, dass der Mast­betrieb be­sei­tigt wird, der sich am Ort be­fin­det, wo wäh­rend der national­sozia­lis­ti­schen Besatzung ein Kon­zentra­tions­lager für Roma stand. Der Prä­sident der „Euro­päi­schen anti­rassis­ti­schen Be­we­ging“ (EGAM, European Grass­roots Antiracist Move­ment) Benjamin Abtan er­klärte, dass die Firma AGPI, der die Schweine­mast gehört, keine EU-För­der­gelder be­kom­men darf. Die Be­sei­ti­gung der Schweine­mast würde seinen Worten zu­folge einige Mil­lio­nen Euro kos­ten. Nach Lety kam auch Justiz­minis­ter Robert Pelikán (Ano-Par­tei). Die Re­gie­rung von Bohuslav Sobotka (Sozial­demokraten) ließ zuvor ver­lauten, dass sie die Ver­hand­lun­gen mit den Eigen­tümern des Mast­betriebs zu einem erfolg­reichen Ende füh­ren möch­te. Das Kultur­minis­te­rium ließ ein Gutachten über den Wert des Grund­stücks, der Im­mo­bi­lien sowie der tech­ni­schen Aus­stat­tung des Mast­betriebs aus­ar­beiten.

(Text: Radio Praha)

Siehe auch:
Roma-Diskriminierung: Europarat rügt Prag, 5.11.2016
KZ Lety: Regierung will Schweinemast kaufen, 9.9.2016
Tschechiens Vizepremier verharmlost Roma-Holocaust, 4.9.2016
goEast: Produktionspreis für „JOŽKA“, 3.5.2016
UNO zu Schweinefarm in Roma-KZ Lety, 27.7.2013
Der Holocaust an den tschechischen Roma, 21.3.2012

Bericht zu institutionellem Antiziganismus

Juni 24th, 2017  |  Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte

CEPS logoSergio Carrera, Iulius Rostas & Lina Vosyliūtė: Combating Institutional Anti-Gypsyism: Responses and promising practices in the EU and selected Member States (=CEPS research report 2017/08), May 2017

Download (pdf) (2,5 MB)

Am 19. Mai veröffentlichte das Center for European Policy Studies einen umfas­sen­den Bericht (englisch) über insti­tu­tio­nel­len Antiziganismus. Dieser Bericht zielt darauf ab, die Politik im Be­reich der Dis­kri­mi­nie­rung von Sinti und Roma ge­nau­er in den Blick zu neh­men. Staatliche Insti­tu­tio­nen und Akteure müs­sen die Ver­ant­wor­tung für die Be­kämpfung von struk­tu­rel­lem, histo­risch ge­wach­se­nem und sys­te­mi­schem Rassismus ge­gen­über Sinti und Roma über­neh­men und Dis­krimi­nie­rung und Aus­gren­zung ent­gegen­treten.

Untersucht wurde sowohl die Europäische Union als auch fünf aus­ge­wähl­te EU-Mit­glieds­staa­ten: Deutschland, Rumänien, Spanien, Schweden und Großbritannien. Es wur­den so­wohl re- als auch pro­aktive Maß­nahmen inner­halb von vier Haupt­themen analy­siert: (1) nationale, regionale und lokale insti­tu­tio­nel­le Reak­tio­nen; (2) Ausbildung und Aus­bil­dungs­maß­nah­men; (3) Zugang zu Recht­sprechung und wirk­same Rechts­beihilfe; und (4) Medien, öf­fent­li­che Hal­tungen und politi­scher Dis­kurs.

Der Bericht stellt am Ende eine Reihe von politischen Empfeh­lungen für EU- und natio­nale politi­sche Ent­schei­dungs­träger auf, um Anti­ziganis­mus zu­künftig wirk­samer und um­fas­sender zu be­kämpfen. Die Autor/in­nen wei­sen darauf hin, dass sich die Diskus­sio­nen über Anti­ziganis­mus nicht nur auf die Defini­tion be­schrän­ken darf. Viel­mehr müss­ten die Er­geb­nisse der nationa­len und EU-Po­litik bes­ser um­gesetzt werden und be­ste­hen­des EU-Recht mit Hilfe von Grundrechte-Monitoring und den Be­richt­erstat­tungs­mecha­nis­men kon­se­quent an­gewendet werden.

(Text: Zentralrat Deutscher Sinti und Roma)

Roma-Pastoral: Kirche lebt Inklusion

Juni 22nd, 2017  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Religion

Manuela Horvath in Mariazell (Foto: volksgruppen.orf.at)Die Roma-Pastoral leistet das ganze Jahr über be­acht­li­che Arbeit, im Seel­sorg­li­chen, im So­zia­len, im Mit­mensch­li­chen, im Er­innern an die Opfer der Ver­gan­gen­heit und im Hoch­halten ihrer un­ver­äußer­li­chen Würde, im Ge­stal­ten einer posi­ti­ven, selbst­bestimm­ten und mit­bestimm­ten Zu­kunft. – Einen we­sent­li­chen An­teil an all dem hat Manuela Horvath, die seit nun­mehr rund einem Jahr die Roma-Pastoral leitet.

Martinus, 21.6.2017: Eisenstadt – Inklusion heißt, miteinander reden und handeln, nicht bloß einer über den ande­ren. Manuela Horvath weiß das. Und sie lebt genau das. Denn die Romni Manue­la Hor­vath leitet seit März 2016 die Roma-Pastoral der Diözese Eisenstadt – mit viel En­gage­ment, Begeis­te­rung und einer Fülle an Ideen. Der Erfolg kann sich sehen las­sen und ist mehr als sicht­bar an der Viel­zahl und Viel­falt der Pro­jekte der Roma-Pastoral. Was ihnen allen ge­mein­sam ist? „So unter­schied­lich unsere Tätig­keits­felder sind, sie sind alle glei­cher­maßen wich­tig. Immer geht es darum, Per­so­nen aus der Volks­gruppe ein­zu­binden, gemein­sam und mit­einan­der zu gestal­ten und Vor­haben mit und von der Volks­gruppe selbst um­zu­setzen“, betont Ma­nuela Horvath.

Immer präsent, aktiv und mittendrin

Und es ist viel zu tun für die Leiterin der Roma-Pastoral. Sie ist im gan­zen Burgenland prä­sent und für die Volks­gruppe aktiv, leistet seel­sorg­liche Dienste, hilft bei Be­wer­bungs­schreiben, be­glei­tet bei Amts­wegen, ist da, wenn Hilfe in schwie­rigen Lebens­lagen ge­fragt ist. An Schulen or­ga­ni­siert und hält sie Workshops über die Ge­schich­te der Roma, im Bundes­kanzler­amt ist sie inner­halb der Roma-Dialog­plattform in der Arbeits­gruppe zur Gedenk- und Erin­ne­rungs­arbeit en­gagiert. Manuela Hor­vath hält Vor­träge zur Gedenk- und Erin­ne­rungs­kultur und en­gagiert sich für das seit 2006 beste­hende Gedenk­projekt „Wohin mit meinen Kerzen“, das den von den Nazis er­mor­deten Roma einen Namen, einen Prä­senz­raum des Gedenkens gibt. Rund eine halbe Million Roma und Sinti fielen dem NS-Massen­mord zum Opfer. Im burgen­län­di­schen Lackenbach wur­den mehr als 4.000 Roma und Sinti in einem Zwangs­arbeiter­lager inter­niert, ver­sklavt und auf das Un­mensch­lichste miss­handelt. Die Roma-Sied­lungen in rund 124 burgen­län­di­schen Orten wurden dem Erd­boden gleich­gemacht, die Menschen in Kon­zentra­tions- und Ver­nich­tungs­lager de­portiert.

Den Opfern ihre Würde geben

Manuela Horvath: „Die Gedächtnispastoral ist mir ein be­son­de­res An­liegen. Ich bin über­zeugt, dass die Errichtung von Gedenk­tafeln in Ort­schaften mit ehe­mali­gen Roma-Siedlungen ein wich­ti­ger Schritt ist, um auf das tra­gische Schicksal un­serer Volks­gruppe wäh­rend des Holocaust auf­merk­sam zu machen. Durch Gedenk­stätten be­kom­men die er­mor­de­ten Roma, die keine Grabstätte haben, zu­mindest einen Ort des Gedenkens.“ In Zu­sam­men­arbeit mit dem Verein Roma-Service initiiert die Roma-Pastoral des­halb die Errich­tung von Gedenk­tafeln für Roma-Opfer des Holocaust. Read the rest of this entry »

Hessen: Staatsvertrag mit Sinti und Roma

Juni 20th, 2017  |  Published in Politik

Dem hessischen Staatsvertrag vorangegangen ist die Rahmenvereinbarung vom März 2014: hier Ministerpräsident Bouffier und Vertreter des Landesverbands der Sinti und Roma bei der Unterzeichnung (Foto: Staatskanzlei)Hessische Landesregierung beschließt Staatsvertrag mit Landesverband der Sinti und Roma. Minis­ter­prä­si­dent Volker Bouffier: „Wir wol­len die eth­ni­sche, kul­tu­rel­le, sprach­li­che und reli­giö­se Iden­ti­tät schützen.“

Das Kabinett der Hessischen Landesregierung be­kennt sich zu seiner histo­ri­schen und politi­schen Ver­ant­wor­tung gegen­über den deutschen Sinti und Roma und stimmt einem Staats­vertrag mit dem Landes­ver­band Hessen zu. Die bis­her in einer Rahmen­ver­ein­ba­rung be­schlos­se­ne Förderung wird um 100.000 Euro auf ins­ge­samt 300.000 Euro pro Jahr er­höht. „Wir kämpfen ent­schlos­sen ge­gen Rassismus und Dis­kri­mi­nie­rung und wer­den das schreck­liche Leid der Sinti und Roma nicht ver­gessen. Unser Ziel ist es, ihnen in der Mitte unserer Gesell­schaft ein Leben in Würde und Gleich­berech­ti­gung zu er­mög­li­chen. Dazu gehört es, die ethni­sche, kultu­relle, sprach­liche und re­ligiöse Identität der Sinti und Roma zu schützen. Dies wol­len wir mit der Unter­zeichnung eines über die Legis­la­tur­perio­de hinaus gel­ten­den Staats­vertrags sicher­stellen“, sagte Minister­prä­si­dent Volker Bouffier in Wiesbaden. Der Vertrag hat eine Lauf­zeit von fünf Jahren.

Die Volksgruppe der Sinti und Roma steht als an­erkannte nationale Minderheit un­ter einem beson­de­ren staat­li­chen Schutz. Wäh­rend der Herr­schaft der National­sozia­lis­ten sind Hundert­tausende von ihnen in Arbeits- und Ver­nich­tungs­lagern unter­drückt und grau­sam ermordet wor­den. „Das Land ist sich der mehr als 600-jähri­gen Geschichte der deut­schen Sinti und Roma be­wusst. Mit dem Staats­vertrag leis­ten wir einen Bei­trag zur Erinnerungs­kultur.

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Facts & Figures (165)

Juni 19th, 2017  |  Published in Facts & Figures

In Tschechien ist die Zahl der Per­so­nen, die in seg­re­gier­ten Ro­ma-Sied­lun­gen le­ben, seit 2006 um ein Drit­tel (auf bis zu 115.000) ge­stie­gen.

(Quelle)

Dänemark: Haftstrafen für Bettler

Juni 17th, 2017  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

­Polizeibeamte in Dänemark (Foto: Hebster/commons.wikipedia.org)rdl.de (Focus Europa), 15.6.2017: Das dänische Par­la­ment hat am Mitt­woch einer Gesetzes­vorlage der rechts­liberalen Regierung zu­ge­stimmt, die für Betteln eine Mindest­strafe von zwei Wochen Haft ohne Be­wäh­rung vor­sieht. Das Gesetz soll an­ge­wendet wer­den, wenn das Betteln in „der Öffentlichkeit Un­sicher­heit ver­ursacht“. Bis­lang galt eine Mindest­strafe von einer Woche Haft auf Be­wäh­rung. Das Bettelverbot wur­de auch von den dänischen Sozial­demo­kratIn­nen unterstützt. Einzig vier klei­ne­re linke und links­libe­ra­le Parteien stimm­ten dagegen. Unter dem neuen Gesetz leiden beson­ders die in Armut leben­den Roma. Seit Anfang des Jahres ist in Dänemark auch das Über­nachten im öffent­li­chen Raum ver­boten, so­bald dies „Unsicherheit“ ver­brei­tet. In Kopenhagen wur­den wegen Ver­stößen gegen das Verbot bereits über 100 Geld­strafen ver­hängt. Sie tra­fen beson­ders Armuts­migrantIn­nen aus Rumänien und Bulgarien. (Text: rdl.de)

Anm. der dROMa-Red.: Eine umfangreiche norwegische Studie stellte 2015 fest, dass es auch bei den Bettlern in Norwegen, Schweden und Däne­mark keiner­lei An­zei­chen für die Exis­tenz krimi­nel­ler Struk­turen gibt.

There is no evidence that Romanian beggars in northern Europe are ma­naged by orga­nised crime groups, accor­ding to a new report from Nor­we­gian social research foun­da­tion Fafo. Fafo inter­viewed 1,269 homeless Romanians in Oslo, Stockholm and Copenhagen last sum­mer with­out finding any signs of criminal third parties. “We’re very certain that the beggars are not in any way part of orga­nised crime”.

Siehe auch:
Dänemark will Roma-Camps kriminalisieren, 28.8.2016
Norwegen: Bettel- und Hilfsverbot abgeblasen, 14.4.2015
Neue Polizeiaktion gegen Roma in Kopenhagen, 12.8.2010
Roma verklagen Dänemark, 12.8.2010

Ungarns NGO-Gesetz gefährdet Roma-Rechte

Juni 16th, 2017  |  Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Ungarn hat mit den Stimmen der Regierungspartei Fidesz am Diens­tag das umstrit­tene Gesetz, das strik­te Auf­lagen für aus dem Aus­land unter­stützte NGOs vor­sieht, nun tat­säch­lich be­schlos­sen. Damit setzte sich Viktor Orbán einmal mehr über in- und aus­län­di­sche Kritik, wie sie etwa auch von Seiten des Europa­rats vor­gebracht wurde, hin­weg. Organi­sa­tio­nen, die vom Ausland mitfinanziert werden, müssen sich nun als „ausländische Agenten“ gericht­lich re­gistrie­ren lassen und sich öffentlich stets als „aus dem Ausland unter­stützte Or­ga­ni­sa­tion“ aus­weisen. „Das Gesetz brandmarkt NGOs, die aus­län­di­sche Finan­zie­rungen er­halten, und er­schwert ihre Arbeit. Es ist der jüngste Ver­such der Regierung, ge­gen kri­ti­sche Stim­men im Land vor­zu­gehen, und ein dunk­ler Tag für die un­ga­ri­sche Zivil­gesell­schaft“, zeigt sich Amnesty Inter­­na­­tio­­nal alar­­miert. Eine ähn­li­che Regelung, die sich ins­­beson­­­dere gegen Menschen­rechts-NGOs wen­det, gibt es in Russland. Auch in Ungarn trifft das neue Gesetz vor allem auch Or­ga­ni­sa­tio­nen, die sich die Rechte der Roma auf die Fahnen ge­schrie­ben haben. So etwa das an­ge­se­hene European Roma Rights Centre (ERRC) in Budapest, das sich mit diesem Video an die Öf­fent­lich­keit wen­det. Read the rest of this entry »

LaG: Themenheft über Antiziganismus

Juni 14th, 2017  |  Published in Jugend & Bildung, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

Lernen aus der GeschichteLaG-Magazin 4/2017: „Die Aktualität von Antiziganismus. Stereo­type, Problem­la­gen und Ge­gen­maß­nahmen“

Das Online-Bildungsportal „Lernen aus der Geschichte“ (abgekürzt LaG) widmet sich der politi­schen Bildung und der Geschichte des 20. Jahr­hun­derts. Sein monat­lich er­schei­nen­des Ma­ga­zin rich­tet sich „an Prakti­ker/in­nen der schuli­schen und außer­schu­li­schen Bildungs­arbeit“. Es in­for­miert „über zeit­ge­mäße histo­risch-po­li­ti­schen Bildung und de­ren theore­ti­sche Be­züge“. Eine aktuel­le Schwer­punkt-Aus­gabe zum Thema Anti­ziga­nis­mus fin­den Sie hier kosten­los als PDF-Down­load.

Im Editorial heißt es über das Themenheft:

Das neue LaG-Magazin befasst sich mit aktuellen Erschei­nungs­for­men von Anti­ziganis­mus, also dem spe­zi­fi­schen Rassismus ge­gen Sinti und Roma. Im all­ge­mei­nen Diskurs über men­schen­ver­ach­tende Ideo­lo­gien wird der Antiziganismus noch im­mer zu we­nig be­achtet. Dabei han­delt es sich um ein weit­ver­brei­te­tes und tief­sitzen­des Ressen­timent.

Dort, wo es uns mög­lich war, haben wir uns be­müht Angehörige der Minder­heit selbst zu Wort kom­men zu las­sen. Denn das Spre­chen über Sinti und Roma ohne deren Stim­men und Po­sitio­nen ist bereits ein Teil der Proble­matik. Selbst­kritisch müssen wir fest­stel­len, dass es die Re­dak­tion nicht in dem Maße ver­mocht hat Sinti und Roma an­zu­spre­chen, wie es im Grunde ge­boten wäre.

Wir möchten Sie mit dieser Ausgabe sowohl für den gesell­schaft­lich vor­han­de­nen Anti­ziganis­mus und des­sen Aus­wir­kun­gen auf die Minderheit sen­si­bi­li­sie­ren, als auch zu­gleich er­mun­tern, sich in der außer­schu­li­schen Bildungs­arbeit und im Unterricht dem Thema zu wid­men. Die hier vers­am­mel­ten Beiträge und Rezen­sio­nen bieten dazu hoffent­lich einige An­re­gungen.

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Pogromstimmung gegen Roma bei Athen

Juni 12th, 2017  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Pogrom bei Athen (Foto: Screenshot ERT.gr)Bei einem Schulfest im Großraum Athen sackte am Donnerstag­abend ein elfjähriger Schüler plötz­lich zu­sam­men und ver­starb kurz danach im Kran­ken­haus. Erst bei der Ob­duk­tion stellte sich heraus, dass er von einem Schuss ge­trof­fen wor­den war. Offen­bar handelte es sich um eine verirrte Kugel – eine tra­gi­sche Fol­ge des in Griechenland bis heute nicht ganz un­übli­chen Brauchs, bei Feiern oder als Zeichen der Trauer mit Waffen in die Luft zu schießen. Der Schuss dürf­te im Problem­bezirk Menidi ab­ge­feuert wor­den sein, wo neben Im­migran­ten auch zahl­reiche Roma leben. In den letzten Jah­ren waren in Menidi und im be­nach­bar­ten Agia Varvara viele Roma an­gesiedelt worden, die zuvor aus an­de­ren Teilen Attikas ver­trie­ben wor­den waren. Die Lage in Menidi ist nach dem Tod des Jungen des­halb schnell eskaliert. Be­zeich­nend für das auf­ge­heizte rassisti­sche Klima, schreibt Wassilis Aswestopulos im On­line-Ma­gazin Telepolis, sei etwa „die flap­sige Äuße­rung der frühe­ren Regierungs­spre­che­rin der Nea Dimokratia, der Jour­na­lis­tin, Heraus­gebe­rin und Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­ten Sofia Voultepsi, «schließ­lich leben neben den Roma Men­schen …».“ Am Samstag­ kam es zu einer Protest­kund­gebung; die Pogrom­stimmung schlug rasch in tat­säch­li­che Gewalt um. Brandsätze wur­den auf Häuser von Roma ge­schleu­dert. Aswes­to­pu­los schreibt:

Die aufgebrachte und durch Medien angestachelte Menge der An­wohner und ihrer Unter­stützer, mehr als tausend Men­schen, sam­melte sich am Samstag­abend nahe der Schule. Mit der Präsenz des Ab­geord­ne­ten der Nea Dimokratia, Vasilis Oikonomou, zog sie durch die Stra­ßen. Als sie in die Nähe von Wohn­häusern von Roma kam, lös­ten sich ver­mumm­te Gestal­ten aus der Menge und war­fen Molotow-Cocktails in die Wohn­häuser. Der erste Pogrom­abend hat­te be­gon­nen. Weitere sollen fol­gen. Die An­wohner möch­ten die Roma aus ihrer Nach­bar­schaft ver­trei­ben.

Tags zuvor hatte die Polizei eine Großrazzia im Viertel durch­geführt. Wie sich heraus­stellte, hat eine Roma-Familie am Frei­tag bei einer Feier einige Freuden­schüsse ab­ge­feuert. Tele­polis schreibt: Read the rest of this entry »

Projekt: Außenpolitik gegen Antiziganismus

Juni 10th, 2017  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Zentralrat: Deutschlands Außenpolitik muss Romafeindlichkeit stärker bekämpfen (Foto: Zentralrat)Zentralrat Deutscher Sinti und Roma will Deutschlands Außenpolitik zu mehr Verantwortung bei der Be­kämpfung des Anti­ziga­nis­mus bewegen. Ein diesbezügliches Pilotprojekt in Serbien ist bereits angelaufen. Der Zentralrat strebt zudem die Ein­richtung einer Experten­kommission zum Thema Anti­ziganis­mus im Bundestag an.

Zentralrat: Anerkennung und Bekämpfung von Antiziganismus – auf politischer Ebene in Deutschland und Europa

Für die Jahre 2017–2018 hat der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma in Zu­sam­men­arbeit mit der Open-Society-Stiftung ein Pro­jekt ins Le­ben ge­ru­fen zur An­er­ken­nung und Be­kämpfung von Anti­ziga­nis­mus auf poli­ti­scher Ebene in Deutsch­land und Europa, um da­mit die Ur­sachen und Aus­wirkun­gen des Rassismus zu the­ma­ti­sie­ren, wel­che zur Stig­ma­ti­sie­rung und Aus­gren­zung von Sinti und Roma führen. (Projekt­titel: Advocating the German Foreign and Development and Cooperation Policy with regard to Roma and Antigypsyism).

Das Projekt verfolgt das Ziel, dass Deutschland auf na­tio­na­ler wie gesamt­euro­päi­scher Ebene mehr Verantwortung bei der Be­kämpfung des Anti­ziga­nis­mus über­nimmt und das Engage­ment zur Be­kämpfung von Flucht­ursachen und zur Stär­kung der gesell­schaft­lichen Teilhabe von Roma im Westbalkan stärkt.
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Berlin bekommt Europäisches Roma-Institut

Juni 8th, 2017  |  Published in Einrichtungen, Kunst & Fotografie

Vor der Gründungsfeier des ERIAC in Berlin (Foto: Zentralrat Deutscher Sinti und Roma)Roma-Kultur bekommt Platz in der Mitte Europas: Gäste aus Kultur, Politik und Wirt­chaft feiern Gründung des Europäischen Roma-Insti­tuts für Kunst und Kultur (ERIAC) in Berlin

ERIAC, 8.6.2017 (OTS) – Von Berlin aus soll zukünftig der kulturelle Auf­tritt der über 12 Mil­lio­nen euro­päi­schen Roma ge­stal­tet wer­den. Das ist der Auf­trag des Europäischen Roma-Instituts für Kunst und Kultur, des­sen Gründung heu­te mit einem Festakt im Licht­hof des Aus­wärti­gen Amts in Berlin ge­feiert wur­de. Das Insti­tut gibt die Deutungs­ho­heit über die Roma-Kultur und -Identität in die Hän­de der Roma und soll so die, oft falsche, Dar­stel­lung durch Drit­te be­enden.

Das Europäische Roma-Institut für Kunst und Kultur ist das Resultat einer breit an­ge­leg­ten Initiative von Roma-Aktivisten, -Akademikern und -Künstlern, die sich als Allianz für das Europäische Roma-Institut als Erste für des­sen Ein­rich­tung stark ge­macht haben. Die Allianz wur­de zu der trei­ben­den Kraft hinter der Um­setzung der Idee. Nach und nach gewann sie die Unter­stützung des Europarats so­wie die der Open Society Foundations und ihres Grün­ders, dem Phil­anthro­pen George Soros, der sich schon lan­ge tat­kräf­tig für Roma-Be­lange einsetzt. (Anm. der dROMa-Red.: Der Plan zur Schaffung eines Euro­päi­schen Roma-Instituts durch Europa­rat und Soros’ OSF wur­de an­läss­lich des Ro­ma-Gipfels am 4. April 2014 von EU-Kom­mis­sions­chef Barroso öf­fent­lich be­kannt ge­ge­ben. Die Al­lianz für das Euro­päi­sche Roma-Institut wur­de als neuer, dritter Partner erst 2015 be­gründet.)

Timea Junghaus, Geschäftsführerin des Instituts: „Das Europäische Roma-Institut für Kunst und Kultur wird ein Zentrum der Roma-Selbst­ent­fal­tung werden und lang ge­hegte Vorurteile heraus­for­dern. Wenn man be­denkt, dass nur eines von 10.000 Roma-Werken als Teil einer staat­li­chen Sammlung dauer­haft aus­ge­stellt wird, er­kennt man, wie drin­gend sich etwas än­dern muss.“

An der Gründungsfeier nahmen neben George Soros und Thorbjørn Jagland, Ge­ne­ral­sekre­tär des Europarats auch Michael Roth, Staats­minister für Europa im Aus­wärti­gen Amt und Hartmut Koschyk, Be­auftrag­ter der Bundesregierung für Aus­sied­ler­fra­gen und na­tio­na­le Minderheiten teil. Read the rest of this entry »

Linz: Zivilkontrollen durch Ordnungsdienst?

Juni 7th, 2017  |  Published in Politik, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Radio FROStudiogespräch über Betteln in Linz

FroZINE | Radio FRO 105,0 (49,52 min.)
Erstausstrahlung: 6.6.2017 | Moderation: Michael Diesenreither

Eine Sendung zum Thema Betteln in Linz: Thomas Diesenreiter von der BettelLobby OÖ und Michaela Haunold von der Caritas dis­ku­tie­ren mit Michael Die­sen­reither im Studio über die Situa­tion der Bettler/in­nen in Linz, Aus­wir­kun­gen des sek­to­ra­len Bettel­verbots und die poli­ti­sche For­de­rung von FPÖ und ÖVP nach zivilen Kontroll­mög­lich­kei­ten durch den Ord­nungs­dienst der Stadt Linz.

Seit rund einem Jahr gilt in Teilen der Innenstadt ein sektorales Bettelverbot in Linz. Den­noch wer­den regel­mäßig im Linzer Stadt­gebiet Zeltlager von ost­euro­päi­schen Bettler/in­nen durch den städti­schen Erhebungs­dienst ge­mein­sam mit der Polizei zwangs­geräumt. Ob­wohl es poli­tisch keine Mehr­heit gibt, will der für Sicher­heit in Linz zu­stän­di­ge FPÖ-Vize­bürger­meister Detlef Wimmer Zivil­kontrol­len der Stadtwache ge­gen Bettler/in­nen durch­setzen. „Pro­fes­sio­nelle Bettler­banden ver­fügen oft über einen Auf­passer. Wenn in Uni­for­men kontrol­liert wird, war­nen Kolle­gen die illegalen Bettler und ver­eiteln die Kontrol­len“, so das Ar­gu­ment von Wimmer.

Im Studiogespräch mit Thomas Diesenreiter von der BettelLobby OÖ und Michaela Haunold von der Ca­ri­tas ge­hen wir der Frage nach, wer die­se Armutsreisenden über­haupt sind, die nach Linz zum Betteln kom­men, und welche Aus­wir­kun­gen das sektorale Bettelverbot hat. Wie wird der Vor­stoß von Zivil­kontrol­len durch den Ordnungs­dienst be­wer­tet und wel­che Lösungs­stra­te­gien im Zu­sam­men­hang mit Betteln und der im­mer wieder ge­räum­ten Zeltlager könn­te es ge­ben? Außer­dem gibt es in der Sen­dung ein Tele­fon­interview mit Landes­polizei­direk­tor-Stv. Erwin Fuchs zu hö­ren. Wie schätzt die Polizei die Situa­tion mit den Bett­ler/in­nen in Linz der­zeit ein und sieht die Polizei der­zeit den Bedarf, dass der Ord­nungs­dienst Kontrol­len in Zivil durch­füh­ren kön­nen sollte?

(Text: FROzine)

Rosa Taikon (1926–2017)

Juni 5th, 2017  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Rosa TaikonDie schwedische Silberschmiedin, Künstlerin und Roma-Aktivistin Rosa Taikon ist tot.

Rosa Taikon kam am 30. Juli 1926 in einem Wohnwagen in der schwe­di­schen Stadt Tibro zur Welt. Sie ent­stammte einer über Russ­land nach Schweden ge­lang­ten Fa­mi­lie von Kalderaš-Roma. Rosa Tai­kon, älte­re Schwester der Autorin Katarina Taikon (1932–1995), war nicht nur für ihren be­son­de­ren Schmuck und ihre Silber­arbeiten be­kannt, mit denen sie an alte Kunst­tra­di­tio­nen der Roma an­knüpf­te und die heute zu den Expona­ten von Nationalmuseum und Röhsska Museum ge­hö­ren, son­dern auch für ihren lebens­lan­gen Kampf für die Rechte der Roma in Schweden. 2013 wur­de sie mit dem Olof Palme-Preis für Men­schen­rechte aus­ge­zeich­net.

Am 1. Juni 2017 verstarb Rosa Taikon im 91. Lebens­jahr in ihrem mittel­schwe­di­schen Heimatort Ytterhogdal (Härjedalen).

(dROMa)

Mehr hier: Rosa Taikon, Rombase (2002)

Neu: Zeitschrift für Flüchtlingsforschung

Juni 2nd, 2017  |  Published in Medien & Presse, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Wissenschaft

Wie könnte ein solidarisches EU-Asylrecht aus­sehen? Vor wel­chen Heraus­for­de­run­gen steht die Forschung zum The­ma Erst­aufnahme­ein­rich­tun­gen von Flüchtlingen? In der ersten Ausgabe der „Zeit­schrift für Flücht­lings­for­schung“ stel­len Wis­sen­schaft­ler aktuel­le Er­kennt­nisse vor.

Z'fluchtZeitschrift für Flüchtlingsforschung
The German Journal for Refugee Studies

Die Zeitschrift für Flüchtlingsforschung (ZFlucht) ist ein neues peer-reviewed journal, das sich ex­pli­zit als trans- und inter­diszipli­nä­res Organ ver­steht und danach strebt, als „Infor­ma­tions­knoten“ der wissen­schaft­li­chen Com­mu­nity die in­ter­dis­zipli­näre Zu­sam­men­arbeit und Vernetzung in der Flüchtlings­forschung sicht­bar zu machen und diese lang­fristig voran­zu­treiben.

Die ZFlucht zielt darauf, herausragende wissenschaftliche Bei­träge zu den Themen Flucht, Vertreibung und anderen Formen der Gewalt­migration sowie zum Flüchtlings­schutz und zur (Re-)Integration von Flücht­lin­gen zu ver­öffent­li­chen. Inhalt­lich relevante Beiträge kön­nen sich auf globale, regionale, nationale und lokale Ent­wick­lun­gen sowie auf theoretische Aus­einan­der­setzun­gen be­zie­hen. Die Zeitschrift ist an der Schnittstelle zwi­schen Wissenschaft und Praxis an­ge­sie­delt. Sie rich­tet sich expli­zit an Sozial-, Kultur-, Rechts- und Geistes­wissen­schaft­lerIn­nen und zudem an Berufs­prak­ti­kerIn­nen und Ent­schei­dungs­trä­gerIn­nen in Politik, Verwaltung, Ver­bän­den und (inter­natio­nalen) Nicht­regierungs­orga­ni­sa­tio­nen sowie an Ehren­amtliche, Frei­wil­lige und Fach- und Füh­rungs­kräfte der Sozialen Arbeit.

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Duzdar besucht Roma-Vereine

Juni 1st, 2017  |  Published in Einrichtungen, Politik

Besuch im Burgnland: Duzdar bei der Roma-Gedenkstätte in Oberwart (Foto: BKA/Hans Hofer)Hoher Besuch bei unserem Verein Roma-Service: Die für Volksgruppen zustän­dige Staats­sekre­tärin Muna Duzdar (SPÖ) be­suchte ges­tern Mitt­woch unsere neue Anlauf­stelle für Roma in Oberwart. Die Staats­sekre­tärin be­sich­tigte die neuen Büros, in de­nen „Roma-Service“ und der Verein „Karika“ neuer­dings ihre Dienst­leis­tun­gen für Roma an­bieten. Nach dem Ende des „Verein Roma Oberwart“ im Vor­jahr spran­gen die beiden Vereine in die Bre­sche und über­nahmen, so weit möglich, des­sen Agen­den: Seit Jän­ner stehen sie den Volks­grup­pen­an­ge­hö­ri­gen in Oberwart in der Evan­ge­li­schen Kirchen­gasse 3 – mit außer­schu­li­scher Lern­betreu­ung, Kurs­an­ge­bo­ten und Unter­stützung bei der Arbeits­suche – zur Ver­fügung. Bei den Gesprächen mit den Roma-Or­ga­ni­sa­tio­nen (Roma-Service, Karika, Volks­hoch­schule der bur­gen­län­di­schen Roma und Roma-Pastoral) mach­te sich Duzda ein Bild von deren Arbeit und der Situa­tion der Roma im Burgenland. Vor­gestellt wur­de unter anderem Karikas Berufs­orien­tie­rungs­kurs für Jugend­liche. „Wir wol­len nicht vor­geben, was für die Roma gut ist. Wir wol­len von den Roma hören, wo sie einen Be­darf sehen“, so Duzdar.

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