Religion

Khetanperipe ando Advent

November 19th, 2025  |  Published in Literatur & Bücher, Musik, Religion, Veranstaltungen & Ausstellungen

Roma-Advent 2025 am 6. 12. 2025Traditioneller Roma-Advent 2025

LESUNG – MUSIK – KULINARIK
Sa., 6. Dezember 2025, Beginn: 19:00 Uhr
OHO in der Lisztgasse 12, Oberwart

Der traditionelle Roma-Advent wird auch heuer wieder gefeiert – ein Fest der Kultur, Musik und Kulinarik. Seit vielen Jahren wird die Ver­an­stal­tung orga­ni­siert, um den Stellen­wert der Volks­gruppe der Roma zu be­wahren und ihre reiche Tra­dition und Kultur in der Öffent­lich­keit sicht­bar zu machen. Unter dem Motto „30 Jahre Volks­grup­pen­beirat der Roma in Österreich“ steht der dies­jäh­rige Roma-Advent ganz im Zei­chen des Jubi­läums.

Lesung von Gerhard Altmann
Der burgenländische Autor und Musiker Gerhard Altmann wird im Rahmen der Ver­anstal­tung aus seinen Werken „Nord – Mitte – Süd. Mein Burgenland“ und „heazdregg und hianungraud“ lesen. Ger­hard Alt­mann, gebo­ren 1966 in Wien und wohn­haft in Pöttsching, ist seit vielen Jahren lite­ra­risch und musika­lisch tätig. Zu seinen jüngsten Ver­öffent­li­chun­gen zählen „König der Plastik­viecher“ (CD, 2020), „Nord – Mitte – Süd“ (lex liszt 12, 2023) und „Ruster Ausbruch“ (Biblio­thek der Provinz, 2024, mit Fotos von Manfred Horvath).

30 Jahre Volksgruppenbeirat der Roma
Im Rahmen des Abends wird ein Resümee über die Erfolge der ver­gan­genen drei Jahr­zehnte gezogen. Seit der ersten konsti­tuie­ren­den Sitzung am 5. Sep­tember 1995 im öster­rei­chi­schen Bundes­kanzler­amt arbeitet der Volks­grup­pen­beirat der Roma daran, die kultu­relle Identität der Roma zu stärken und die Vielfalt dieser Volks­gruppe als Teil der öster­rei­chi­schen Gesell­schaft zu fördern.

Musik und Kulinarik
Für die musikalische Umrahmung sorgen die burgen­län­di­schen Roma-Musik­grup­pen Romano Rath, die Leon Berger Band sowie Ivana Ferencova the o Zorale. Read the rest of this entry »

Im Gespräch: Georg Sporschill, Jesuitenpater

Oktober 19th, 2025  |  Published in Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Religion

Pater Georg Sporschill, SJ (Foto: Elijah, CC BY-SA 4.0)„Sie nennen mich Moschu, Opa!“ – Renata Schmidt­kunz im Gespräch mit dem Je­su­i­ten­pater Georg Sporschill

Sendung anhören (ORF-Player)

Ö1/Im Gespräch, Sendung vom 10.10.2025
Gestaltung: Renata Schmidtkunz

Seit fast 40 Jahren setzt sich Pater Georg Sporschill für Kinder in Rumänien ein. Das Ziel seiner Arbeit ist die Be­frei­ung dieser Kinder aus Armut und ge­sell­schaft­licher Aus­gren­zung. Viele der von ihm unter­stütz­ten Kinder und Fami­lien nenvnen ihn liebe­voll „Moschu“ – also Opa. Heute, mit 79 Jahren, lebt der Jesuiten­pater in einem Roma-Dorf bei Marpod in Siebenbürgen, wo auch das von ihm ge­grün­dete Hilfs­werk Elijah seinen Sitz hat. Gebo­ren am 26. Juli 1946 im vor­arlbergi­schen Feldkirch, studierte Georg Sporschill Theo­logie, Päda­gogik und Psycho­logie. Mit 30 Jahren trat er in den Jesuiten­orden ein und wurde zum Priester geweiht.

Als Kaplan in Wien arbeitete er mit drogensüchtigen, haft­ent­lasse­nen und obdach­losen Jugend­lichen, grün­dete ein Jugend­haus der Caritas. Es folgten der Canisibus, der obdach­lose Menschen mit Suppen ver­sorgt, und das Wiener Innen­stadt­lokal „Inigo“, ein Lang­zeit­arbeits­losen-Projekt. 1991 ent­sandten ihn die Jesuiten nach Bukarest. Aus den ge­plan­ten sechs Monaten wurde eine Lebens­aufgabe.

Gemeinsam mit der katholischen Theologin Ruth Zenkert gründete er in der Folge die „Concordia-So­zial­pro­jekte“, die Kindern in Ru­mä­niven, Bulgarien, Moldau, dem Kosovo und Österreich neue Per­spek­tiv­en geben. Read the rest of this entry »

„Antiziganismus ist zutiefst unchristlich“

August 3rd, 2025  |  Published in Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte, Religion

Katholische Aktion Österreich warnt vor At­tacken auf die Men­schen­würde: Aufruf zur christ­lichen Soli­da­rität zum Roma- und Sinti-Ge­denk­tag am 2. August

Die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) warnt vor subtilen und offenen Attacken auf die Men­schen­würde auf­grund von ethnischer Zu­ge­hörig­keit und ruft zu christ­licher Solidarität auf. Die Volks­gruppen der Roma und Sinti wurden erst im Jahr 1988 offiziell als Opfer­gruppe der natio­nal­sozialis­ti­schen Herrschaft an­er­kannt. Seit 2015 wird auf euro­päi­scher Ebene am 2. August an die Holocaust-Opfer dieser eth­nischen Minder­heiten gedacht. Im Jänner 2023 be­schloss der österrei­chische National­rat, auch in Österreich jeweils am 2. August offiziell der unter dem NS-Regime ver­folgten und er­mor­deten Roma und Romnja sowie Sinti und Sintizze zu gedenken.

„Die systematische Vernichtung von ethnischen Minderhei­ten kam nicht plötz­lich über Nacht. Jahr­zehnte­lange syste­matische Dis­kriminie­rung und Herab­würdigung, die Betrof­fene in ihrem un­mittel­baren Lebens­umfeld spürten, waren Vorläufer des grau­samen Ver­nich­tungs­pro­gramms der Nazis“, erinnert Katharina Renner, Vize­prä­siden­tin der Katholi­schen Aktion Österreich und mahnt: „Der­artige Attacken auf die Men­schen­würde, egal in welcher Form und seien sie noch so subtil, dürfen nie wieder statt­finden.“

Dass es in unserer Gesellschaft noch immer Attacken auf Minder­heiten und Volks­gruppen gibt, zeigen auch die Grab­schändun­gen der letzten Ruhestätte von Roma und Sinti, Romnja und Sintizze des letzten Sommers und heurigen Frühjahrs auf meh­reren Wiener Friedhöfen. Und es gibt spürbare Dis­krimi­nierung von An­ge­hörigen dieser Volks­gruppen am Arbeits­platz, in der Schule und durch Medien­berichte, wie der Verein Romano Centro in seinen Berichten aufzeigt. Oft trauen Betroffene sich nicht, Vorfälle und Über­griffe zu melden, aus Angst, ihre Lage würde sich dadurch noch weiter ver­schlech­tern. Read the rest of this entry »

Roma-Wallfahrt / Ladipe le Romendar Cejiste

Juli 19th, 2025  |  Published in Religion, Veranstaltungen & Ausstellungen

Mariazell (Grafik: Blickwinkel.at)Roma-Wallfahrt nach Mariazell

Sonntag/Kurke, 10. August 2025

Im August 1996 wurde der Bittgang zur Magna Mater Austriae – nach dem Verbot durch die Natio­nal­sozia­lis­ten – von den öster­rei­chi­schen Roma-Verei­nen wieder ins Leben gerufen. Roma, Sinti, Lovara aus Öster­reich, Deutsch­land, Ungarn und ande­ren euro­päi­schen Ländern treffen sich seither all­jährlich in der Basilika Mariazell. Heuer findet die Roma-Wallfahrt zum 29. Mal statt. Weih­bischof Franz Scharl leitet die heilige Messe. Roma-Seel­sorger Matthias Platzer ist Mit­ze­lebrant. Musi­kalisch wird die heilige Messe von Ro­mantic Death be­gleitet.

Ando august 1996 o molinipeskero dschajipe usi Dschelni Maria – palo fabot duach o na­cijo­nal­soci­ja­listscha – le aust­ritike Romen­ge­re-fa­rajn­tschen­dar papal upre lim ulo. Roma, Sinti, Lovara andar i Austrija, Ger­manija, Ungriko taj avre euro­pitike vila­gendar, akan sako bersch resen pumen andi bari khan­geri Cejiste. O „Ladipe le Ro­mendar“ ada­bersch, imar o 29to-var kerdo ol. O sente­limo baro raschaj Franz Scharl i dschelni mischa likerel. O Romen­gero sel­sorgeri Matthias Platzer leha i mi­scha vodi­nel. I muschika usi dschelni mis­cha kerel i banda Romantic Death.

Programm/Programo:

10.00 Uhr: Beginn der heiligen Messe. Anschließend Mittagessen und Freizeit
14.30 Uhr: Abschlussgebet bei der Marienstatue an der Nord­seite der Ba­silika

10.00 orenge: Kesdipe la dschelna mi­schatar. Paloda planeskero habe taj naphandli cajt
14.30 orenge: Kisetinipeskero molinipe usi Mariakeri schtatuja upri nor­di­tiki rik la bara khan­ge­rijatar

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Facts & Figures (553)

April 25th, 2025  |  Published in Facts & Figures, Religion

Obwohl die Ro­ma-Hei­li­ge Sara la Kali im süd­franz. Saintes-Ma­ries-de-la-Mer von der Kir­che nicht an­er­kannt ist, lei­tet der Erz­bi­schof von Aix seit 1964 die Wall­fahrts­pro­zes­si­on.

(Quelle)

Facts & Figures (538)

Dezember 4th, 2024  |  Published in Facts & Figures, Religion

Seit ca. 1930 pilgern polnische Roma, i.d.R. am 2. Sonn­tag im Juni, als Wallfahrer zum Marien-Heiligtum in Rywałd Królewski.

(Quelle/pdf)

Protestantismus und Antiziganismus

November 29th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Religion, Wissenschaft

Bischöfin Bosse-Huber (Foto: Conf. of European Churches)Die Evan­gelische Kirche in Deutschland (EKD) will die Geschichte von Protestantis­mus und Anti­zi­ga­nis­mus unter­su­chen. Dazu hat sie ein Son­der­sti­pen­di­um zur wis­sen­schaft­li­chen Er­for­schung aus­ge­schrie­ben.

Seit einigen Jahren engagiert sich die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) im bundes­weiten „Netz­werk Sinti Roma Kirchen“, einem Zu­sam­men­schluss aus kirchlichen und reli­giö­sen Gemein­schaften und bundes­weiten und regiona­len Struk­turen von Sinti und Roma. Mit dem Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma hat die EKD eine enge Zu­sammen­arbeit ver­einbart; diese wurde im ver­gangenen Jahr an­lässlich des 40. Jahres­tags der Gründung des Zentral­rates mit einer Erklärung und einem gemein­samen Gottes­dienst im Berliner Dom be­kräftigt.

Darin heißt es: „Gemeinsam mit Angehörigen der Minderheit von Sinti und Roma wollen wir der Dis­kriminie­rung im Alltag von Kirche und Gesell­schaft und gruppen­be­zo­gener Men­schen­feind­lich­keit insgesamt entgegenwirken. Dazu bedarf es der Aus­einan­der­setzung mit der bis in die Gegen­wart reichen­den Schuld­geschichte der Kirchen und der un­beding­ten kritischen Über­prüfung von theolo­gischen und kirchlichen Denk­mustern und Prägungen.“

Vor diesem Hintergrund hat die EKD jetzt ein Sonderstipendium aus­ge­schrie­ben, das der wissen­schaft­lichen Unter­suchung der Geschichte von Anti­ziganis­mus und Pro­testan­tis­mus dienen soll. Das Projekt ist in der Kirchen­geschichte an­gesiedelt und zielt auf die Beleuch­tung bisher unter­schätzter Aspekte kirch­licher und diakonischer Praxis, z. B. Seelsorge, Jugend­hilfe, Gemeinde­alltag, aber auch Kol­labora­tio­nen der Kirchen in der NS-Zeit, Umgang mit der Minder­heit in der Nach­kriegs­zeit sowohl in West- wie Ost­deutschland.

„Wir erhoffen uns von einer solchen Forschungsarbeit, die nur ein Anfang sein kann, dass wir uns unse­rer eigenen blinden Flecken in der Geschichte und Gegen­wart unserer Kirchen be­wusster werden. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (527)

September 6th, 2024  |  Published in Facts & Figures, Religion

Anfang des 20. Jh. kehrten Vertreter von in die USA emigrier­ten Ro­ma-Familien alle 5 Jah­re nach Eu­ro­pa zu­rück, um an der Wall­fahrt nach Saintes-Ma­rie-de-la-Mer teil­zu­neh­men.

(Quelle/pdf)

Das Leben des Pfarrers Arnold Fortuin

April 23rd, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV, Religion

Podcast: Das besondere Leben des Pfarrers Arnold Fortuin (1901–1970) mit Franz Josef Schäfer

PolL – der Podcast für lebenslanges Lernen, Sept. 2021

In dieser Folge sprechen wir mit dem Historiker Franz Josef Schäfer über eine ganz beson­dere Gestalt aus der saarländischen Ge­schichte – Arnold Fortuin. Dieser prägte in der Zeit vor und wäh­rend des Zweiten Welt­krieges maß­geblich die Geschicke der saar­län­di­schen Sinti und Roma – und war auch ver­antwort­lich für die so­genannte „Zi­geu­ner-Wallfahrt“, die sich in der Nach­kriegs­zeit etab­lierte. Als National­seelsorger war er aber auch ver­ant­wortlich für das Wohl aller deutschen Sinti und Roma – und hinter­ließ durch seine Arbeit bis heute einen blei­ben­den Eindruck.

(Text und Sendung: PolL)

Siehe auch:
Arnold Fortuin. Die Verfolgung der Sinti und Roma im Saarland, 8.4.2024
Katholische Roma-Seelsorge in Deutschland, 16.3.2024

Arnold Fortuin. Die Verfolgung der Sinti und Roma im Saarland

April 4th, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV, Religion, Wissenschaft

Buchcover: Arnold FortuinFranz Josef Schäfer: Arnold Fortuin. Die Verfolgung der Sinti und Roma im Saarland, Saarbrücken 2022 [→Blattlaus-Verlag]

Der Illinger Historiker Franz Josef Schäfer legt erst­ma­lig die Ge­schichte der saarländischen Sinti und Roma vor, einer weit­gehend ver­gesse­nen NS-Opfer­gruppe.

Pfarrer Arnold Fortuin war der erste Seelsorger der deutschen Sinti und Roma. Bereits seit den Zwanzige­rjahren des 20. Jh. be­treute der dama­lige Saarbrücker Kaplan an der Michaels­kirche in Saarbrücken St. Johann die Außen­seiter und erteilte ihnen Unterricht. In der NS-Zeit gab er ihnen Trost. Nach dem Krieg war er ihr Anwalt und Berater in Ent­schädi­gungs­fragen. Seit 1955 findet all­jährlich eine Wallfahrt von Sinti und Roma statt zur Illinger Bergkapelle.

Die Monografie würdigt ausgiebig zum ersten Mal den Men­schen und Seelsorger Fortuin, der viele Jahre nach seinem Tod mit dem Bau des Fortuin-Hauses in Berlin sowie der Be­nen­nung einer Straße und einer Schule in Illingen eine späte An­er­kennung ge­funden hat. Neben einem histori­schen Abriss der Minder­heit stellt der Autor ihren Verfolgungs­weg auf quellen­kund­­li­cher Basis dar am Beispiel aus­ge­wählter Familien. Wie die Be­völ­kerungs­gruppe in belletris­ti­schen Werken saarländischer A­uto­rin­nen und Autoren ge­sehen wurde, ist eben­falls vor­zu­finden.

(Text: Blattlaus-Verlag)

Das Buch von Franz Josef Schäfer, thematisiert in der ausführ­li­chen Dar­stellung der Vita des katholi­schen Geist­lichen den Wider­spruch von indivi­dueller mensch­licher Hilfe und politischer Igno­ranz der Amtskirche. Schäfer be­trachtet einer­seits Fortuins Loyalität gegen­über dem Dienst­herrn und schildert anderer­seits, akribisch recher­chiert und mit großer Empathie, das per­sönliche Auf­be­gehren des Priesters, sein un­ge­broche­nes Engage­ment für die Minder­heit, sein Eintreten gegen die Unter­lassun­gen und Ignoranz der Mehrheit. Der Autor bewahrt sich den­noch die not­wendige Distanz. Der Zivil­courage Fortuins, die riskante Unter­stützung der Roma und Sinti in der NS-Zeit und der kon­tinuier­liche Einsatz für die Rechte der Roma und Sinti nach 1945, steht pointiert die Kritik an den Äußerun­gen des Kirchen­mannes gegen­über, nämlich der Kol­portage des üblichen Klischees, den ver­brämten Genera­lisie­rungen, die seit Jahr­hun­derten Grundlage der Dis­kriminie­rung sind. Read the rest of this entry »

Katholische Roma-Seelsorge in Deutschland

März 16th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Religion

Marienaltar bei der Sinti-Wallfahrt in Oberlöstern (Saarland). Die Wallfahrt wird seit 1996 jährlich von der Sintiza Maria Hoffmann (re.) organisiert (Foto Ulrike Peters, Deutsche Bischofskonferenz) . Deutschland: Katholische Seelsorge für Roma, Sinti und verwandte Gruppen

→Geschichte, Aufgaben und Tätigkeitsfelder (PDF)

Die „Katholische Seelsorge für Roma, Sinti und verwandte Gruppen“ im Auftrag der Deutschen Bischofs­konfe­renz mit einer eige­nen Dienststelle in Bonn ist seit 1965 deutsch­land­weit für die Organi­sa­tion der Seelsorge der Roma, Sinti und ver­wandten Gruppen und der sich daraus er­geben­den Aufgaben zu­ständig.

Initiiert wurde die Gründung der Dienststelle 1965 durch das Treffen von Papst Paul VI. mit Roma wäh­rend einer Roma-Wall­fahrt im selben Jahr und seinen Appell einer beson­deren Fürsorge für die Roma. 1955 fand die erste Sinti-Wallfahrt in Deutsch­land in Illingen statt, die [...] von dem späteren ersten Na­tional­seel­sorger Arnold Fortuin begleitet wurde.

Die „Katholische Seelsorge für Roma, Sinti und verwandte Grup­pen“ nimmt die Kultur und Werte von Roma und Sinti in den Blick. Dabei ver­steht sie sich als „Kirche unter­wegs“ bzw. „Geh-hin-Kirche“, welche mit­geht und die Men­schen dort begleitet, wo zumin­dest auf Zeit ihr Lebens­mittel­punkt ist. Das be­deutet in der Praxis vor allem die Beglei­tung der Wallfahrten sowie Taufen, Erst­kommunion und Beerdigungen. Aufgabe sind aber ebenso die Wissens­ver­mittlung und Aufklärung über Kultur, Geschichte sowie vor allem über die Verfolgung in natio­nal­sozialis­ti­scher Zeit und Antiziganismus mit Vorträgen und einer Ausstellung, um so Dis­krimi­nierung und Vor­urteilen in der Gesell­schaft ent­gegen­zu­wirken. Auch die Teilnahme am gesell­schaft­lich-po­li­ti­schen Diskurs wie z. B. Gedenk­ver­anstal­tungen gehören zum Tätigkeits­feld. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (484)

Oktober 8th, 2023  |  Published in Facts & Figures, Religion

Unter den Roma der Ost­slo­wa­kei sind die Zeu­gen Je­hovas heu­te die (nach Pfingst- bzw. Cha­ris­ma­ti­scher Be­we­gung) vor­herr­schen­de re­li­gi­ö­se Grup­pe.

(Quelle)

Armenpfarrer Wolfgang Pucher verstorben

Juli 20th, 2023  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Religion

Pfarrer Pucher (Foto: VinziWerke)In tiefer Trauer und großer Bestürzung geben die Vinzi­Werke be­kannt, dass ihr Grün­der und Weg­weiser, Seel­sorger und Freund, Pfar­rer Wolf­gang Pucher am gest­rigen Mitt­woch über­ra­schend ver­stor­ben ist.

Er hinterlässt einen Bruder und dessen Familie. In dieser schwie­rigen Zeit gilt ihnen un­ser Beileid. Pfarrer Pucher hinter­lässt aber auch un­zäh­li­ge Mitb­rüder bei den Lazaristen, Mit­glieder der Pfarr­ge­meinde, Weg­beglei­ter, hun­derte haupt- und ehren­amtliche Mit­arbei­ter*in­nen, deren In­spiration er war und nicht zuletzt tau­sende Men­schen, denen er eine Stimme ge­ge­ben hat, für die er sich mit un­er­bitt­li­chem Willen kom­promiss­los ein­ge­setzt und denen er mit seinen un­konven­tio­nellen Lösungs­ansätzen schluss­endlich Obdach, eine Per­spektive und ein „vin­ziges“ Stück Hoff­nung ge­schenkt hat. Er hat sein Leben in die Beru­fung des heili­gen Vinzenz von Paul und des seli­gen Frédéric Ozanam und somit in den Dienst an den Ärmsten in der Gesell­schaft ge­stellt.

(Text: VinziWerke, 20.7.2023)

Religionspodcast: Roma-Pastoral in Oberwart

Juni 15th, 2023  |  Published in Einrichtungen, Interview, Radio, Podcast & TV, Religion

Zu Besuch bei der Roma-Pastoral in Oberwart
Religionspodcast: Wer glaubt, wird selig, 2023

Udo Seelhofer war für diese Episode im burgenländischen Oberwart und hat sich dort mit Manuela Horvath getrof­fen. Sie leitet seit 2016 die Roma-Pastoral der Diözese Eisenstadt. Außer­dem hat er mit Emmerich Gärtner-Horvath, dem Prä­si­den­ten des Vereins Roma-Service, und mit Roma-Seel­sor­ger Matthias Platzer ge­spr­ochen. Read the rest of this entry »

„Mein zweites Haus“

Juni 10th, 2023  |  Published in Einrichtungen, Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte, Religion

Mein zweites Haus (Filmstill)Dokumentarfilm von Bert Walser
(AT 2023, 81 Min.)

Premiere beim Internationalen Film­fes­ti­val Inns­bruck, 11. Juni 2023, 19 Uhr, Leo­kino

Armutsmigrant*innen aus der Slowakei und Ru­mä­nien pen­deln jeden Monat für drei Wochen nach Innsbruck, um Geld für ihre Fami­lien zu ver­­dienen. Denn in ihren Herkunftsländern sind sie als Rom*nja oft mit Dis­krimi­nie­rung und Rassismus kon­fron­tiert. Das Waldhüttl am Rand von Inns­bruck ist ihr zweites Zu­hause. Vor zehn Jahren war es noch ein bei­nahe ver­fallenes Wirt­schafts­ge­bäude, doch durch viel Engage­ment der Vinzenz­gemein­schaft und der Arbeits­kraft der Be­woh­ner*in­nen ent­stand ein flo­rieren­des Zentrum von sozialem Zu­sammen­halt, Ökologie, Spiri­tualität und kultu­rel­lem Aus­tausch.

(Text: IFFI, 2023)

Siehe auch: Read the rest of this entry »

Rumänien: Roma fordern Entschuldigung von orthodoxer Kirche

März 5th, 2023  |  Published in Geschichte & Gedenken, Religion

Rumänisch-orthodoxer Patriarch Daniel (Foto: Razvan Socol/WP)DW.com: Die rumänisch-orthodoxe Kirche sollte sich für die jahr­hun­derte­lange Skla­ve­rei der Roma ent­schul­di­gen. Es wäre eine längst über­fäl­lige sym­bo­li­sche Geste, glau­ben Historiker, Sozio­logen und Ver­treter der Roma-Com­mu­nity.

→Zum Beitrag auf DW.com

Zwischen dem 14. und 19. Jahrhundert waren Roma in mehreren Gebieten des heuti­gen Rumänien der Sklaverei unter­worfen – insbesondere, aber nicht nur durch kirchliche Ein­rich­tungen wie Klöster. Vor weni­gen Tagen stand nun die For­derung nach Auf­arbeitung und einem Schuld­ein­geständ­nis seitens der ortho­doxen Kirche auf der Tagesordnung einer großen Roma-Kon­fe­renz in Sibiu/Her­mannstadt. Sogar von einer mög­lichen Klage vor einem inter­nationa­len Gerichts­hof war die Rede. In einem Bei­trag für die Deutsche Welle be­rich­tet Sa­bi­na Fati von diesem Vor­stoß und von ersten Re­aktio­nen. Den Artikel fin­den Sie hier.

Siehe auch:
Kardinal fordert Schuldbekenntnis der Kirche, 17.2.2023
EKD: „Gemeinsam Antiziganismus bekämpfen“, 4.2.2023
Evangelische Kirche will Schuld aufarbeiten, 29.1.2023

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Kardinal fordert Schuldbekenntnis der Kirche

Februar 17th, 2023  |  Published in Geschichte & Gedenken, Religion

Kardinal Reinhard Marx (Foto: Dermot Roantree/Wikimedia CC)Deutschland: Romani Rose und Kardinal Reinhard Marx trafen sich in Hei­del­berg im Doku­men­ta­tions- und Kul­tur­zentrum Deut­scher Sinti und Roma: Die his­to­ri­sche Ver­ant­wor­tung der katho­li­schen Kirche in Be­zug auf Sinti und Roma soll auf­ge­ar­bei­tet werden. Be­reits im Jän­ner hat­te der Rat der Evan­ge­li­schen Kirche in Deutsch­land eine Er­klä­rung ver­öf­fent­licht (mehr hier und hier).

Kardinal Marx besuchte auf Einladung von Romani Rose, Vorsitzen­der des Zentral­rats Deutscher Sinti und Roma, am 7. Februar 2023 das Doku­menta­tions-und Kultur­zentrum Deut­scher Sinti und Roma in Heidelberg. Nach einem Gang durch die stän­dige Aus­stellung des Zentrums über den Holocaust an 500.000 ermor­de­ten Sinti und Roma im NS-be­setzten Europa waren sich Kardinal Marx und Roma­ni Rose über die Dring­lich­keit der Auf­arbei­tung der Rolle der Kirche während der Zeit des Natio­nal­sozialis­mus einig.

Anlass des Besuchs von Kardinal Marx war die Frage einer Würdigung der Intervention von Oskar Wilhelm Rose am 5. April 1943, der unter Lebens­gefahr und fal­schem Namen bei Kardinal Faulhaber in des­sen Münchner Residenz vor­sprechen und die katholi­sche Kirche um Hilfe bitten wollte.

Am 16. Dezember 1942 hatte der Reichsführer SS Heinrich Himmler mit dem Auschwitz-Er­lass an­ge­ordnet, alle noch im Deutschen Reich leben­den Sinti und Roma in das Kon­zentrations-und Ver­nichtungs­lager Auschwitz zu depor­tieren. Kardinal Faul­haber war nicht bereit, Oskar Rose zu empfan­gen, hielt jedoch dessen Besuch im Erz­bischöf­lichen Palais in seinem jetzt zu­gäng­lichen Tagebuch fest: „Bei Sekretär ein Zigeuner, namens Adler, katholisch – Die 14.000 Zigeuner im Reichs­gebiet sollen in ein Lager ge­sammelt und sterilisiert werden, die Kirche soll ein­schreiten. Will durchaus zu mir. – Nein, kann keine Hilfe in Aus­sicht stellen.

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EKD: „Gemeinsam Antiziganismus bekämpfen“

Februar 4th, 2023  |  Published in Dokumente & Berichte, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Religion

Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)Erklärung des Rates der Evangelischen Kirche in Deutsch­land (EKD) zur Zu­sam­men­ar­beit mit Sinti und Roma:

Anlässlich des 40. Jahrestages der Gründung des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma wollen wir als Evan­ge­lische Kirche in Deutschland die Arbeits­definition von Anti­ziganis­mus der Inter­natio­nal Holo­caust Re­mem­brance Alli­ance (IHRA) an­nehmen, um auch auf diese Weise unserer Zu­sam­men­gehörig­keit Aus­druck zu ver­leihen.

In der zentralen Passage der Definition heißt es: „Antiziganis­mus mani­festiert sich in indivi­duellen Äußerun­gen und Hand­lungen sowie institu­tio­nellen Politiken und Praktiken der Mar­ginali­sie­rung, Aus­gren­zung, physischen Gewalt, Herab­wür­digung von Kulturen und Lebens­weisen von Sinti und Roma sowie Hassreden, die gegen Sinti und Roma sowie andere Einzel­per­sonen oder Gruppen ge­richtet sind, die zur Zeit des National­sozialis­mus und noch heute als ‚Zigeuner‘ wahr­ge­nommen, stig­matisiert oder verfolgt wurden bzw. werden. Dies führt dazu, dass Sinti und Roma als eine Gruppe ver­meint­lich Fremder be­handelt werden und ihnen eine Reihe negati­ver Stereotypen und ver­zerrter Dar­stellun­gen zu­ge­ordnet wird, die eine be­stimmte Form des Rassismus dar­stellen.“

Gemeinsam mit Angehörigen der Minderheit von Sinti und Roma wollen wir der Dis­krimi­nie­rung im Alltag von Kirche und Gesell­schaft und gruppen­bezo­gener Men­schen­feind­lichkeit ins­gesamt ent­gegen­wirken. Dazu bedarf es der Aus­einan­der­setzung mit der bis in die Gegen­wart reichen­den Schuld­geschichte der Kirchen und der un­beding­ten kriti­schen Über­prüfung von theo­logischen und kirchlichen Denk­mustern und Prägungen. Read the rest of this entry »

Evangelische Kirche will Schuld aufarbeiten

Januar 29th, 2023  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Religion

EKD: Präses Annette Kurschus (Foto Jörg Dieckmann, Evangelische Kirche von Westfalen:Deutschland: EKD-Rat ver­öffent­licht Er­klä­rung zur Zu­sam­men­ar­beit mit Sinti und Roma. Rats­vor­sit­zen­de An­net­te Kur­schus: Wir müs­sen uns mit die­ser Schuld­ge­schich­te der Kirchen aus­einan­der­setzen.

Anlässlich des 40. Jahrestages der Gründung des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma hat der Rat der Evangeli­schen Kirche in Deutsch­land (EKD) eine Erklä­rung zur Be­kämpfung von Anti­ziganis­mus und zur Zu­sammen­arbeit mit Sinti und Roma ver­öffent­licht. „Gemein­sam mit An­ge­hörigen der Minder­heit von Sinti und Roma wollen wir der Dis­krimi­nie­rung im Alltag von Kirche und Gesell­schaft und grup­pen­bezo­gener Men­schen­feind­lich­keit ins­gesamt ent­gegen­wirken“, so die EKD-Rats­vor­sitzende, Präses Annette Kurschus. In diesem Zu­sammen­hang nimmt der Rat der EKD auch die Arbeits­definition von Anti­ziganismus der Inter­natio­nalen Allianz zum Hol­ocaust-Ge­denken (IHRA) an.

Die Abwertung und Ausgrenzung von Angehörigen der Sinti und Roma habe eine Geschichte, die sehr lange zurück­reicht, so Kurschus. „Die Evangelische Kirche hat an vielen Stel­len in der Geschichte Schuld auf sich geladen. Sie war daran be­teiligt, Men­schen zu verraten und der Ver­folgung und Ver­nichtung aus­zu­liefern.“ Zudem seien auch in der Kirche anti­ziganis­tische Stereo­typen un­reflektiert weiter­getragen und Men­schen da­durch erneut und fort­während in ihrer Würde ver­letzt worden: „Es ist wichtig, dass wir uns mit dieser bis in die Gegen­wart reichen­den Schuld­geschichte der Kirchen aus­einander­setzen.“

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma betrachtet es als „historisch“, dass die Evange­lische Kirche in Deutsch­land an­lässlich des Inter­natio­nalen Holo­caust-Ge­denk­tages diese Erklärung zur Ächtung von Anti­ziganis­mus abgibt: „Die Evangeli­sche Kirche bekennt sich darin erst­malig in dieser offi­ziellen Form vor dem Hinter­grund der deutschen Geschichte zu ihrer Ver­ant­wortung auch für unsere Minder­heit. Read the rest of this entry »

Benedikt XVI. und die Roma und Sinti

Januar 13th, 2023  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Religion

Audienz bei Papst Benedikt XVI. Übergabe der Bittschrift. Papst Benedikt und Romani Rose (Zentralrat Deutscher Sinti und Roma); Copyright: Zentralrat Deutscher Sinti und RomaAm 31. Dezember 2022 verstarb Papst em. Be­­nedikt XVI. im Vatikan. Für die An­liegen der Roma und Sinti hatte der Papst, schon als Erz­bischof von München und Freising, ein offe­nes Ohr.

Der Vor­sitzende des Zentral­rats Deut­scher Sinti und Roma, Romani Rose, sprach in einem Schrei­ben an den Nuntius der katho­li­schen Kirche sein Beileid aus und wür­digte das Leben und Wirken von Papst em. Bene­dikt XVI.:

„Papst Benedikt XVI. unterstütze damals als Erzbischof von München und Freising die An­liegen unse­res Hunger­streiks im April 1980 im ehe­ma­li­gen KZ Dachau. Der da­malige Kardinal Joseph Ratzinger wandte sich ge­mein­sam mit dem Landes­bischof der Evange­lisch-Luthe­ri­schen Kirche in Bayern, Johannes Hanselmann, mit einer Er­klärung an die bayeri­sche Landes­regierung und die deutsche Bundes­regie­rung, in der sie sich gegen die fort­ge­setzte Dis­kriminie­rung unse­rer Minder­heit nach dem Holocaust in der Bundes­republik aus­spra­chen.“

ERKLÄRUNG:

1. In der Wahrnehmung unseres Auftrages, um die Würde des Men­schen be­sorgt zu sein, wenden wir uns wie gegen jede Dis­krimi­nie­rung von Men­schen, so auch gegen eine Dis­kri­mi­nie­rung von Sinti.
2. Wir wollen in unseren Kirchen alles tun, damit diesbezügliche Vorurteile abgebaut und Ver­ständ­nis für die beson­dere Situa­tion dieser un­serer Mit­men­schen ge­weckt werden.
3. Wir wenden uns gleichzeitig an die Bayerische Staatsregierung als auch an die Regie­rung des Bundes­re­publik Deutschland mit der Bitte, die in dieser Hin­sicht noch of­fe­nen Fragen einer bal­digen Klä­rung zu­zu­führen.

München, 10. April 1980

In einem persönlichen Gespräch am 27. April 1981 mit Romani Rose infor­mierte sich der Kardinal über die Situa­tion der Minder­heit nach dem Holo­caust und sicherte ihm die Unter­stützung der katholi­schen Kirche zu. Im Mai 2007 im Rahmen einer General­audienz im Vatikan über­reichten der Zentral­rats­vor­sitzen­de Rose und der Auschwitz-Über­le­bende Franz Rosenbach Papst Bene­dikt XVI. eine gemein­same Bittschrift inter­na­tio­na­ler Sinti- und Roma-Or­gani­sa­tio­nen. Read the rest of this entry »