Literatur & Bücher

Es brauchte zwei Generationen

April 21st, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Literatur & Bücher, Radio & TV

Romani Rose - Buchcover (Danube Books)„Es brauchte zwei Generationen für den Kampf um Anerken­nung“ – Romani Rose und sein Ein­satz für Men­schen­rechte der Sinti und Roma

RDL/orgenrad, 7. April 2017, 13.35 min
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Romani Rose – Ein Leben für die Menschenrechte“. Der Unter­titel dieses Buches sei ganz wört­lich ge­meint, so die Auto­rin Behar Heine­mann. Denn Romani Rose, Mit­grün­der und Vor­sitzen­der des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, habe sein Leben ganz in den Dienst des Kampfes um die An­er­ken­nung der Ver­fol­gung dieser Minder­heit im National­sozia­lis­mus und um ihre Rechte ge­stellt. Dabei trat er in die Fuß­stapfen seines Vaters und seines Onkels, die – anders als 13 er­mor­dete Fa­milien­mit­glie­der – den Porajmos über­lebt und sich fort­an für die Bürger­rechte der Sinti und Roma en­gagiert hat­ten. Wäh­rend sie noch jahr­zehnte­lang nach dem Krieg auf taube Ohren stießen, ge­lang es später, die An­er­ken­nung der Sinti und Roma bis auf die Agen­da der Bundes­regie­rung zu brin­gen. Romani Rose ging da­für einen Weg vom Hunger­streik bis zur Ehrung durch Angela Merkel.

Die Autorin, Künsterlin und Fotografin Behar Heinemann, ge­bo­ren im Ko­so­vo und seit den 90er Jah­ren in Deutschland le­bend, ist selbst Romni und kennt Ro­mani Rose seit rund 20 Jah­ren. Das Buch sei eine Hom­mage an ihn, ein Ver­such, ihn als Bürger­recht­ler und als Men­schen zu ver­ste­hen und kri­tisch zu wür­digen.

„Romani Rose – Ein Leben für die Menschenrechte“ wurde am 4. April im Do­ku­men­ta­tions­zentrum deut­scher Sinti und Roma vor­ge­stellt und ist seit dem 5. April im Buch­handel er­hält­lich. Radio Drey­eck­land hat – im Vor­feld des Inter­natio­na­len Roma­tags am 8. April – mit der Au­torin Behar Hei­ne­mann darüber ge­spro­chen. Zuerst fragten wir, was die Familie Rose im Na­tio­nal­sozia­lis­mus er­lit­ten hat.

Behar Heinemann: Romani Rose – Ein Leben für die Menschenrechte. Danube Books, Ulm 2017, 224 Seiten

(Text: rdl.de)

„Doppeltes Unrecht“

März 26th, 2017  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Recht & Gericht, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Der BGH stellt sich seiner Geschichte: Broschüre "Doppeltes Unrecht" „Doppeltes Unrecht – ein späte Entschuldigung“

Gemeinsame Publikation des deutschen Bundes­ge­richts­hofs und des Zentral­rats Deut­­scher Sin­ti und Roma

Am 17. Februar 2016 fand das gemeinsame Symposium des Bun­des­gerichts­hofs und des Zentral­rats Deut­scher Sinti und Roma zur Auf­arbei­tung der Ent­schä­di­gungs­recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs aus den 1950er Jah­ren be­tref­fend die na­tionalsozialistische Ver­fol­gung von Sinti und Roma statt. Die Er­geb­nis­se des Sym­po­si­ums wur­den nun in einer ge­mein­sa­men Publi­ka­tion des Bundesgerichtshof und des Zentral­rats ver­öf­fent­licht. Die Broschüre ent­hält al­le Beiträge der Ver­anstal­tung – ein­schließ­lich der bei­den Vor­träge von Herrn Prof. Dr. Dr. Ingo Müller und Herrn Richter am Bun­des­ge­richts­hof a. D. Dr. Detlev Fischer – so­wie die Urteile des Bundesgerichtshofs vom 7. Ja­nuar 1956, die den Ge­gen­stand des Sym­po­si­ums bil­de­ten.

Aus dem Vorwort:

„Eine späte Entschuldigung in symbo­li­scher Weise wie auch ganz expli­zit zum Aus­druck zu brin­gen, war der tra­gen­de Ge­dan­ke des Symposiums, das am 17. Februar 2016 in den Räu­men des Bundesgerichtshofs statt­ge­fun­den hat. Die Ent­schul­di­gung gilt den Sinti und Roma, de­nen durch die Ent­schä­di­gungs­recht­sprechung des Bun­des­ge­richts­hofs in den 50er Jahren wei­teres Unrecht wider­fah­ren war. Durch eine Rechtsprechung, die die ras­sis­ti­sche Moti­va­tion der Verfolgung der Sin­ti und Ro­ma durch die National­sozia­lis­ten ne­gier­te, die be­trof­fe­ne Be­völ­ke­rungs­gruppe er­neut pau­schal dis­kri­mi­nier­te und den recht­su­chen­den Opfern Entschädigung ver­sagte. Read the rest of this entry »

Matéo Maximoff – Pisimaschi

Februar 23rd, 2017  |  Published in Literatur & Bücher, Radio & TV

Matéo Maximoff (kipo via volksgruppen.orf,.at)Ov jek na khino vake­ra­schi les­kere flo­gos­ke – le Romenge – taj jek ja­ga­lo po­mo­scha­go­schi len­ge­ra kul­tu­ra­tar si­na: o pisi­ma­schi Matéo Ma­xi­moff. Ov dschan­tscha pe ojs ersch­ti pisi­ma­schi te­lal o Roma an­di Fran­ci­ja an­di euro­pi­ti­ki lite­ra­tu­ra­ke­ri sce­na duach te be­scharel.

>>ARTE F/2016, 27 Min., Jacques Malaterre

Leskere verktscha ande valami deschu­duj tschib­tscha prik be­schar­de ule. I kenva „Die Ursitory“ les­keri erschti sina, savi 1946 ari ali taj te andi nimtsch­ki tschib prik be­schar­di uli. Palo­da o cilo Nevo Testa­mento ando Kal­de­rasch prik be­schar­tscha. 1917 o Matéo Maximoff andi Es­panija le kira­lis­tar Al­fons XIII. up­ro them al, savo ojs ha­bu­ris­kero geg­neri pro vila­go ojs neutra­li ari vrisch­tschan­tscha. Schtar ber­scha les­kero kira­lis­kero raji­pe use roa­si­ni­pes­kero than but dsche­nen­ge hi, save ang­lo kejmpfi­nip­tscha an­di Euro­pa, naschi dschan. Telal o migrantscha ando bersch 1915 te duj terne Roma hi, save ando 17to jeneri 1917 ando afka akardo Romengero than ande Barcelona, pumare erschti tschau uschtiden: le Matéo Maximoff. O Roma pal o telsch­ta­mini­pes­kero vila­go, use min­den­feli­tike grupn keri­nen. Le Matéos­keri daj andar jek fami­lija le fran­citike Manou­chen­dar hi, les­kero dad uso and roasi­me Kalderasch an­dar o Rusto keri­nel, save butvar harku­maschta hi.

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ARTE: Matéo Maximoff, Romancier

Februar 20th, 2017  |  Published in Literatur & Bücher, Radio & TV

Die Arte-Reihe „Vergissmeinnicht“ widmet sich Men­schen, die – wenn auch manch­mal nur für kur­ze Zeit – zu Mit­ge­stal­tern der euro­päi­schen Ge­schichte wur­den, später aber in Ver­ges­sen­heit gerie­ten. In dieser Fol­ge: Matéo Maximoff.

Arte F/2016, 27 Min., Regie: Jacques Malaterre – Abrufbar nur bis 24.2.2017

Er war ein unermüdlicher Fürsprecher für sein Volk – die Roma – und ein glü­hen­der För­derer ihrer Kultur: der Schrift­stel­ler Ma­téo Maxi­moff. Er konn­te sich als ers­ter Schrift­steller unter den Roma in Frank­reich in der euro­päi­schen Literatur­szene durch­setzen. Sei­ne Werke wur­den in rund ein Dutzend Spra­chen über­setzt. Der Ro­man „Die Ursitory“ war sein ers­ter Roman, der 1946 er­schien und auch ins Deut­sche über­setzt wor­den ist. Später über­setzte er das ge­sam­te Neue Testament ins Kal­de­rasch-Romani. Read the rest of this entry »

„So gewaltig ist nichts wie die Angst“

Januar 28th, 2017  |  Published in Literatur & Bücher, Veranstaltungen & Ausstellungen

Stefan Horvath: So gewaltig ist nichts wie die AngstBuchpräsentation mit Stefan Horvath

Sa., 4. Februar 2017, 19:00 Uhr, im Offenen Haus Oberwart (OHO), Lisztg. 12, Oberwart (Eintritt: freie Spende). Musikalische Untermalung: „David Samer Trio“

Stefan Horvath:
So gewaltig ist nichts wie die Angst
Texte aus zwei Jahrzehnten
ed. lex liszt 12: Oberwart 2017

„Solange die Toten mit mir reden, werde ich immer meine Stimme erheben.“

Stefan Horvath, 2016 ausgezeichnet mit dem Theodor-Kramer-Preis für Schrei­ben im Wider­stand und Exil, legt mit „So gewal­tig ist nichts wie die Angst“ ein sehr per­sön­li­ches Buch vor, in dem er Texte aus zwei Jahr­zehnten zu­sam­men­führt. Themen, die den Autor aus der Oberwarter Roma-Sied­lung seit Beginn seines Schrei­bens un­ent­wegt be­schäf­ti­gen, fin­den in dieser Collage von Tex­ten in erzäh­le­ri­scher und lyri­scher Form Aus­druck: mit fikti­ven Ge­schich­ten ver­leiht der Nach­komme zweier KZ-Über­leben­der den Opfern der Kon­zentra­tions­lager eine Stim­me, an­schau­lich be­schreibt er seine Kind­heit und sein Heran­wach­sen in der Roma-Sied­lung und er stellt Fra­gen nach Ent­wick­lungen und Ver­änderun­gen, die das schreck­li­che Attentat 1995 zur Folge hatte, wie auch nach der gegenwärtigen Situation der Volks­gruppe. Es ist ein Schreiben gegen das Ver­ges­sen, aber auch ein Nicht-Ver­ges­sen-Kön­nen. Die Wun­den sind ver­narbt, doch nicht ver­heilt – aktuel­le Er­eig­nisse bre­chen sie auf und es ent­stehen Texte wie in diesem Buch: berüh­rend und ge­prägt von stil­lem Schmerz.

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Kenvakero tip: O koronasime sapa

Dezember 28th, 2016  |  Published in Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)

Jószef Holdosi: Die gekrönten SchlangenLe József Holdosis­ke­ro kla­si­ke­ri an­da­ro Ungri­ko ne­vo up­re pasch­lardo

O nevo ardipe le 1978 andi ungriki tschib kerde erschti ver­kistar le József Holdosistar, jek bojd po­bister­do bari­kano verk la Ro­men­gera-lite­ra­tu­ra­tar pa­pal ando pra­dipe anel. Jek nevo lakipe.

Ande Szombathely, mindschart pedar i granica, aja kenva kerdi uli, pisim jeke terne gim­na­sijumiskere mesch­teris­tar, savo dur pro Ro­men­gero-telsch­ta­mi­nipe ta­ga­tintscha. „Die gekrönten Schlangen“ jek pro­ba­li­nipe hi, pe ada­le vurc­li­nen­ge te terdscha­rel, jek – but­var ando mi­to­lo­gischi ar astar­di – refleksi­jona pedar o koji taj i cu­kunft le Romendar. Mint o József Holdosi (1951–2005) use odo­la pi­jonir­tscha jeka Ro­men­gera-inte­li­gen­ci­jatar kerin­lahi, savi angli Her­ku­lesis­keri buti terdscho­lahi, lake­ra iden­ti­te­taha masch­kar o bu­tera taj o tschu­lipe ando schu­scharipe te al. Ando tscho­ripe upre bartschim, phu­kal ov i his­to­ri­ja jeka Romen­gera-fa­mi­li­jatar ande jek sid­lung pasche i ga­ves­keri rik, kaj manu­scha but naso­ra­li­peha dschin, ham te but man­gi­peha, puma­roi bibast tel te tre­sanel.

Ande ada them, pherda bibastaha, pama­ri­tschen­gere figu­renca taj miti­schi fala­tenca, karak­ta­ri­si­ri­nel o Holdosi min­den­fe­li­tike droma andar o tscho­ri­pe: O lek phu­rane­der phral, jek mo­leri, ando fiberi le „Zigeu­ner­chris­tusi­ha“ va­kerel, mo­linel le, hot le Romen andar len­geri bibast, te putri­nel. O dujto, jek mu­schi­kaschi, duach o vila­go roasi­nel, i pobis­teri phuri muschi­ka le Romen­dar te lakel. Taj i triti, i phen, pri bast uso gadsche ando baro foro rodel.

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Buchtipp: Die gekrönten Schlangen

Dezember 27th, 2016  |  Published in Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)

Magischer Realismus aus Ungarn: József Holdosis Roman "Die gekrönten Schlangen" (Foto:z.V.g. v. Fam. Holdosi)József Holdosis Klassiker aus Ungarn neu aufgelegt

Die Neuausgabe des 1978 auf Ungarisch erschie­ne­nen Roman­debüts von József Holdosi macht ein fast ver­ges­se­nes Schlüs­sel­werk der Roma-Lite­ra­tur wie­der zu­gäng­lich. Eine Wieder­ent­deckung.

In Szombathely, gleich hinter der Grenze, ist dieser Roman ent­standen, ver­fasst von einem jun­gen Gym­na­sial­lehrer, der seine Roma-Her­kunft lange ver­schwie­gen hatte. „Die ge­krön­ten Schlan­gen“ ist der Ver­such, sich diesen Wur­zeln zu stel­len, eine – mit­unter ins Mytho­lo­gi­sche aus­grei­fende – Re­flexion über We­sen und Zu­kunft der Roma. Denn József Holdosi (1951–2005) ge­hörte zu jenen Vor­reitern einer Roma-Intel­li­gen­zija, die vor der Her­ku­les­auf­gabe stand, mit ihrer Iden­tität zwi­schen Mehr­heit und Min­der­heit ins Reine zu kom­men. Selbst in Armut auf­ge­wach­sen er­zählt er die Ge­schichte einer Roma-Fa­milie in einer Sied­lung am Dorf­rand, be­völkert von Men­schen vol­ler Schwä­chen, aber auch vol­ler Ver­langen, ihr Schicksal ab­zu­schüt­teln.

In dieser Welt voller Grausam­keit, mär­chen­hafter Figu­ren und über­natür­li­cher Ele­mente skiz­ziert Holdosi unter­schied­liche Wege aus dem Elend: Der ältes­te Bru­der, ein Maler, spricht im Fieber­wahn mit dem „Zigeu­ner­christus“, fleht ihn an, die Roma aus ihrem Un­glück zu be­frei­en. Der Zwei­te, ein Musiker, streift durch das Land, um die ver­gessene Ur­musik der Roma zu fin­den. Und die Dritte, die Schwes­ter, sucht ihr Heil bei den Gadsche (Nicht-Roma) in der Groß­stadt.

Doch sie alle scheitern. Die Erlösung bleibt aus, die Rück­besin­nung auf die „wahre“ Roma­kultur endet im Nirgend­wo; und auch die Assi­mi­la­tion ent­puppt sich als trüge­ri­scher Irrweg. Read the rest of this entry »

dROMa 48 (2016): „Literatur | Literatura“

Dezember 18th, 2016  |  Published in Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)

dROMa 48 (2016) - Cover: Katharina JanoschkaHerbst/Winter | Terno dschend/Dschend 2016

Literatura | Literatura
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Die Zeit ist reif, findet der Publizist Karl-Markus Gauß und for­dert in seinem Plä­doyer auf S. 9 einen spe­ziel­len Buchmesse-Schwer­punkt für Roma. Tat­säch­lich hat die Lite­ra­tur von Roma und Romnja, wie die Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­le­rin Beate Eder-Jordan in ihrem ein­lei­ten­den Ar­ti­kel (S. 3) aus­führt, kaum mehr zu über­blicken­de Aus­maße er­reicht – Lite­ra­tur, so viel­fältig wie die Roma selbst, Lite­ra­tur sämt­li­cher Spar­ten und Gat­tun­gen, auf Romanes oder in einer der vie­len Spra­chen Euro­pas. Auch die For­schung be­ginnt dem Rech­nung zu tra­gen, eine eigene Roma-Lite­ra­tur­wis­sen­schaft ist dabei, sich zu for­mie­ren. Einer Pio­nie­rin der Roma-Li­tera­tur wid­met sich Michael Teichmann: Er nimmt eine eben er­schie­ne­ne DVD zum An­lass, die pol­ni­sche Lyrike­rin Papusza vor­zu­stel­len. Mónica Ibarz hat mit Núria L. de Santiago aus Barcelona über ihr Buch „El ángel de Mahler“, den ers­ten Roman einer Gitana bzw. Romni in Spanien, ge­spro­chen. Und auf S. 19 em­pfiehlt Roman Urbaner „Die ge­krön­ten Schlan­gen“ von József Holdosi, einen neu auf­ge­leg­ten Klas­si­ker der Roma-Literatur aus Ungarn.

I cajt ali, phenel o publicisto Karl-Markus Gauß taj ande pro va­ke­ri­pe upri rik 9 jek schpe­ci­jeli phari­pes­kero gendo le Romen­ge upro ken­va­kero foro man­gel. Tscha­tschi­kan nan i litera­tura le Ro­men­dar/Ro­mnjen­dar, sar le i litera­tu­ra­keri visen­schoft­ler­kija Beate Eder-Jordan ande la­kero pi­si­nipe (rik 3) phe­nel, bu­ter prik te dikel, mint oj imar asaj bulhi uli – min­den­feli­ti­ki lite­ra­tura afka sar o Roma, lite­ra­tura andar o cile thana taj kate­go­riji, ande Romanes vaj ande jek le but euro­pi­tike tschip­tschen­dar. Te o for­schi­nipe kes­di­nel ada­leske latschi­pe te anel, jek ajgeni Romen­geri-lite­ra­tura­keri visen­schoft use hi, pe te for­miri­nel. Jeka pijonir­ki­jake la Romen­gera-lite­ra­turatar vid­minel pe o Michael Teichmann: Ov jek DVD, savi na dur ari ali ojs koja peske lel, la pol­ni­tika liriker­kija Papusza angle te terdscha­rel. Read the rest of this entry »

PEN-Literaturpreis an Samuel Mago

November 16th, 2016  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Literatur & Bücher

Samuel Mago bei der Preisvergabe in der Wiener Messehalle (Foto: WSNA/dROMa)Der „Roma-Literaturpreis des Österreichischen PEN – im Gedenken an Ceija Stojka“ wurde dieses Jahr an den noch jun­gen, erst zwan­zig­jäh­ri­gen Samuel Mago ver­lie­hen. Sein Talent ist ein Ver­spre­chen für die Zukunft: Er ist auf dem besten Wege, ein be­deu­ten­der Schrift­stel­ler, ein Roma-Schrift­stel­ler zu wer­den.

Begründung der Preisvergabe:

Samuel Mago, 1996 in Budapest geboren, in Wien aufge­wach­sen, drei­spra­chig (Ungarisch, Deutsch, Romanes), bil­dungs­hung­rig und für seine Volks­gruppe sowie überhaupt für alles Menschen­recht­liche höchst enga­giert, hat noch mit keinem großen, aus­gereif­ten und vom Leser rezi­pier­ten, reprä­sen­ta­ti­ven Gesamt­werk auf­zu­warten, aber er hat litera­ri­sche Spuren ge­legt und hinter­lassen, die zu ihm ge­führt haben und zu ihm führen kön­nen. Das war für mich 2015 der „exil-jugend-lite­ra­tur­preis“ für seine Kurz­ge­schich­te „Zeuge der Freiheit“, die mich auf­hor­chen ließ.

In einem von mir erbetenen und mir dann übermittel­ten Manuskript mit Kurz­geschichten bin ich dann den Weg zu ihm weiter ge­gangen, habe mich in seine Litera­tur hinein­be­ge­ben und mich darin ver­tieft. Und da bin ich auf et­was Seltenes und Selt­sames ge­stoßen. Das waren nicht ge­wohnte und ge­wöhn­li­che Erzählungen mit ge­wohn­ten Er­eig­nis­sen und Men­schen, denen ich da be­geg­net bin, son­dern es handelt sich stets um Außer­gewöhn­li­ches, dem man da be­gegnet. Nicht das Ge­wohnte, das Banale des All­tags oder des Lebens über­haupt wird zum Vor­schein gebracht und lite­ra­risch auf­berei­tet, son­dern es han­delt sich gerade um das Nicht-Augen­schein­li­che, um das nicht auf den ersten Blick Er­sicht­li­che und offen­sicht­lich Begreif­bare, das da ab­läuft, ge­schil­dert wird und uns be­gegnet.

Immer und immer wieder geht es um das anscheinend Neben­sächliche, in dem das Haupt­säch­li­che so neben­bei zum Vor­schein kommt, sich selbst zum Vor­schein bringt, sich ent­birgt; im Gewöhn­li­chen, im Gewohn­ten, im Alltäg­li­chen, im Bana­len. Das Beson­dere und somit Wesent­li­che liegt nicht so sehr im sicht­baren und leicht ver­folg­baren Ab­lauf der Ereig­nis­se, der Dinge und Men­schen, son­dern dieses Beson­dere ereig­net sich im Ver­bor­ge­nen, liegt so­zu­sa­gen sub­kutan, „unter der Haut“. So könn­te auch der Titel des ersten Prosa­bandes mit sol­chen Geschich­ten sein, an dem Samuel Mago ar­beitet und der in der Edition Exil bei Christa Stippinger heraus­kom­men wird. Read the rest of this entry »

Katarina Taikon: Aktivistin und Autorin

November 7th, 2016  |  Published in Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Veranstaltungen & Ausstellungen

Roma-Aktivistin und Kinderbuchautorin Katarina Taikon (Foto: KIBUM)Ausstellung bei der Kinder- und Jugendbuchmesse (KIBUM) in Oldenburg: „Katarina Taikon – schwedische Romaaktivistin und Kinderbuchautorin“

6.11. bis 15.11.2016 (9.30–12.30 Uhr und 15.00–18.00 Uhr), Katharinenstr. 1, Oldenburg

Katarina Taikon – faszinierende schwedische Roma­akti­vis­tin, Kin­der- und Jugend­buch­auto­rin und Schau­spie­le­rin, (1932–1995) – ist in Schweden ähn­lich be­kannt wie Astrid Lindgren. Tai­kon ist ins­beson­dere po­pu­lär durch ihre auto­bio­gra­phisch ge­präg­ten Kinder­bücher um das Roma-Mäd­chen Katitzi als Pro­ta­go­nis­tin. Die drei­zehn Bände wur­den in et­li­che Spra­chen über­setzt.

Eine schwedische Fernsehserie for­cier­te Katitzis Beliebt­heit, ne­ben Comics, Bilder­büchern und Schall­platten. Tai­kon stellte „Katitz­i“ in den schwe­di­schen Schu­len vor und kämpf­te für einen ande­ren Um­gang der schwe­di­schen Gesell­schaft mit den Roma. Sie woll­te hier­für mit dem Medium „Kinder­literatur“ bei Kin­dern und Jugend­li­chen an­setzen. Selbst hat­te Taikon als Romni nie eine Schule be­su­chen dür­fen und erst mit 26 Jah­ren das Lesen er­lernt. Aktu­ell läuft der Film „Taikon“ über das Le­ben von Katarina Taikon im schwe­di­schen Fern­sehen und Kino und sorg­te für Dis­kus­sio­nen im Euro­päi­schen Par­la­ment. Tai­kons Bücher wer­den mit zahl­reichen päda­go­gi­schen Hand­rei­chun­gen für den Unter­richt wie­der neu auf­gelegt.

Der Freundeskreis für Sinti und Roma in Oldenburg e.V. nimmt die Idee der schwe­di­schen Medien und Kul­tur­ein­rich­tun­gen auf, über die Iden­ti­fi­ka­tions­figur Kata­rina Taikon die Dar­stel­lung der Roma po­si­tiv zu be­nen­nen: mit einer Aus­stel­lung nach dem Vor­bild der Tensta Konsthall (Stockholm) so­wie ein einem Rah­men­programm. Read the rest of this entry »