dROMa (Magazin)

Kenvakero tip: O koronasime sapa

Dezember 28th, 2016  |  Published in Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)

Jószef Holdosi: Die gekrönten SchlangenLe József Holdosis­ke­ro kla­si­ke­ri an­da­ro Ungri­ko ne­vo up­re pasch­lardo

O nevo ardipe le 1978 andi ungriki tschib kerde erschti ver­kistar le József Holdosistar, jek bojd po­bister­do bari­kano verk la Ro­men­gera-lite­ra­tu­ra­tar pa­pal ando pra­dipe anel. Jek nevo lakipe.

Ande Szombathely, mindschart pedar i granica, aja kenva kerdi uli, pisim jeke terne gim­na­sijumiskere mesch­teris­tar, savo dur pro Ro­men­gero-telsch­ta­mi­nipe ta­ga­tintscha. „Die gekrönten Schlangen“ jek pro­ba­li­nipe hi, pe ada­le vurc­li­nen­ge te terdscha­rel, jek – but­var ando mi­to­lo­gischi ar astar­di – refleksi­jona pedar o koji taj i cu­kunft le Romendar. Mint o József Holdosi (1951–2005) use odo­la pi­jonir­tscha jeka Ro­men­gera-inte­li­gen­ci­jatar kerin­lahi, savi angli Her­ku­lesis­keri buti terdscho­lahi, lake­ra iden­ti­te­taha masch­kar o bu­tera taj o tschu­lipe ando schu­scharipe te al. Ando tscho­ripe upre bartschim, phu­kal ov i his­to­ri­ja jeka Romen­gera-fa­mi­li­jatar ande jek sid­lung pasche i ga­ves­keri rik, kaj manu­scha but naso­ra­li­peha dschin, ham te but man­gi­peha, puma­roi bibast tel te tre­sanel.

Ande ada them, pherda bibastaha, pama­ri­tschen­gere figu­renca taj miti­schi fala­tenca, karak­ta­ri­si­ri­nel o Holdosi min­den­fe­li­tike droma andar o tscho­ri­pe: O lek phu­rane­der phral, jek mo­leri, ando fiberi le „Zigeu­ner­chris­tusi­ha“ va­kerel, mo­linel le, hot le Romen andar len­geri bibast, te putri­nel. O dujto, jek mu­schi­kaschi, duach o vila­go roasi­nel, i pobis­teri phuri muschi­ka le Romen­dar te lakel. Taj i triti, i phen, pri bast uso gadsche ando baro foro rodel.

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Buchtipp: Die gekrönten Schlangen

Dezember 27th, 2016  |  Published in Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)

Magischer Realismus aus Ungarn: József Holdosis Roman "Die gekrönten Schlangen" (Foto:z.V.g. v. Fam. Holdosi)József Holdosis Klassiker aus Ungarn neu aufgelegt

Die Neuausgabe des 1978 auf Ungarisch erschie­ne­nen Roman­debüts von József Holdosi macht ein fast ver­ges­se­nes Schlüs­sel­werk der Roma-Lite­ra­tur wie­der zu­gäng­lich. Eine Wieder­ent­deckung.

In Szombathely, gleich hinter der Grenze, ist dieser Roman ent­standen, ver­fasst von einem jun­gen Gym­na­sial­lehrer, der seine Roma-Her­kunft lange ver­schwie­gen hatte. „Die ge­krön­ten Schlan­gen“ ist der Ver­such, sich diesen Wur­zeln zu stel­len, eine – mit­unter ins Mytho­lo­gi­sche aus­grei­fende – Re­flexion über We­sen und Zu­kunft der Roma. Denn József Holdosi (1951–2005) ge­hörte zu jenen Vor­reitern einer Roma-Intel­li­gen­zija, die vor der Her­ku­les­auf­gabe stand, mit ihrer Iden­tität zwi­schen Mehr­heit und Min­der­heit ins Reine zu kom­men. Selbst in Armut auf­ge­wach­sen er­zählt er die Ge­schichte einer Roma-Fa­milie in einer Sied­lung am Dorf­rand, be­völkert von Men­schen vol­ler Schwä­chen, aber auch vol­ler Ver­langen, ihr Schicksal ab­zu­schüt­teln.

In dieser Welt voller Grausam­keit, mär­chen­hafter Figu­ren und über­natür­li­cher Ele­mente skiz­ziert Holdosi unter­schied­liche Wege aus dem Elend: Der ältes­te Bru­der, ein Maler, spricht im Fieber­wahn mit dem „Zigeu­ner­christus“, fleht ihn an, die Roma aus ihrem Un­glück zu be­frei­en. Der Zwei­te, ein Musiker, streift durch das Land, um die ver­gessene Ur­musik der Roma zu fin­den. Und die Dritte, die Schwes­ter, sucht ihr Heil bei den Gadsche (Nicht-Roma) in der Groß­stadt.

Doch sie alle scheitern. Die Erlösung bleibt aus, die Rück­besin­nung auf die „wahre“ Roma­kultur endet im Nirgend­wo; und auch die Assi­mi­la­tion ent­puppt sich als trüge­ri­scher Irrweg. Read the rest of this entry »

dROMa 48 (2016): „Literatur | Literatura“

Dezember 18th, 2016  |  Published in Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)

dROMa 48 (2016) - Cover: Katharina JanoschkaHerbst/Winter | Terno dschend/Dschend 2016

Literatura | Literatura
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Die Zeit ist reif, findet der Publizist Karl-Markus Gauß und for­dert in seinem Plä­doyer auf S. 9 einen spe­ziel­len Buchmesse-Schwer­punkt für Roma. Tat­säch­lich hat die Lite­ra­tur von Roma und Romnja, wie die Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­le­rin Beate Eder-Jordan in ihrem ein­lei­ten­den Ar­ti­kel (S. 3) aus­führt, kaum mehr zu über­blicken­de Aus­maße er­reicht – Lite­ra­tur, so viel­fältig wie die Roma selbst, Lite­ra­tur sämt­li­cher Spar­ten und Gat­tun­gen, auf Romanes oder in einer der vie­len Spra­chen Euro­pas. Auch die For­schung be­ginnt dem Rech­nung zu tra­gen, eine eigene Roma-Lite­ra­tur­wis­sen­schaft ist dabei, sich zu for­mie­ren. Einer Pio­nie­rin der Roma-Li­tera­tur wid­met sich Michael Teichmann: Er nimmt eine eben er­schie­ne­ne DVD zum An­lass, die pol­ni­sche Lyrike­rin Papusza vor­zu­stel­len. Mónica Ibarz hat mit Núria L. de Santiago aus Barcelona über ihr Buch „El ángel de Mahler“, den ers­ten Roman einer Gitana bzw. Romni in Spanien, ge­spro­chen. Und auf S. 19 em­pfiehlt Roman Urbaner „Die ge­krön­ten Schlan­gen“ von József Holdosi, einen neu auf­ge­leg­ten Klas­si­ker der Roma-Literatur aus Ungarn.

I cajt ali, phenel o publicisto Karl-Markus Gauß taj ande pro va­ke­ri­pe upri rik 9 jek schpe­ci­jeli phari­pes­kero gendo le Romen­ge upro ken­va­kero foro man­gel. Tscha­tschi­kan nan i litera­tura le Ro­men­dar/Ro­mnjen­dar, sar le i litera­tu­ra­keri visen­schoft­ler­kija Beate Eder-Jordan ande la­kero pi­si­nipe (rik 3) phe­nel, bu­ter prik te dikel, mint oj imar asaj bulhi uli – min­den­feli­ti­ki lite­ra­tura afka sar o Roma, lite­ra­tura andar o cile thana taj kate­go­riji, ande Romanes vaj ande jek le but euro­pi­tike tschip­tschen­dar. Te o for­schi­nipe kes­di­nel ada­leske latschi­pe te anel, jek ajgeni Romen­geri-lite­ra­tura­keri visen­schoft use hi, pe te for­miri­nel. Jeka pijonir­ki­jake la Romen­gera-lite­ra­turatar vid­minel pe o Michael Teichmann: Ov jek DVD, savi na dur ari ali ojs koja peske lel, la pol­ni­tika liriker­kija Papusza angle te terdscha­rel. Read the rest of this entry »

E-Theses: Gegenöffentlichkeit der Roma (2015)

Oktober 21st, 2016  |  Published in Literatur & Bücher, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft, dROMa (Magazin)

Universität Wien Raffaela Gmeiner (2015): Essentialistische Gegen­öf­fent­lich­keit der Roma in Österreich. Min­der­heiten­medien als Stra­te­gie zur Aus­balan­cie­rung anti­ziga­nis­ti­scher Medien­bericht­er­stat­tun­gen sei­tens bür­ger­li­cher Medien

Magisterarbeit, Universität Wien (Fakultät für Sozial­wis­sen­schaf­ten), 144 S.

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Abstract: (…) Vor allem Volks­grup­pen­an­ge­hö­rige der Roma werden von der „bür­ger­lichen“ Öffent­lich­keit oft aus­ge­schlos­sen und von den Massen­medien meist stereo­typi­siert re­prä­sen­tiert. Um dem anti­ziga­nis­ti­schen Diskurs in den Medien ent­gegen­zu­wirken, muss es zur Etab­lie­rung einer Gegen­öffent­lich­keit der Roma kom­men: Minder­heiten­medien und Gegen­bericht­erstat­tun­gen in Mainstreammedien können zur medialen Aus­balan­cie­rung bei­tra­gen. Die vor­lie­gen­de Arbeit ver­knüpft ak­tuel­le Öffent­lich­keits­theo­rien mit dem Problem des medial ver­brei­te­ten Anti­ziganis­mus und fo­kus­siert auf das Poten­tial alter­na­tiver Medien. (…) Aus kom­muni­ka­tions­wissen­schaft­li­cher Perspek­tive haben Medien wich­ti­ge soziale Funk­tio­nen und sollen zur inter­kultu­rellen me­dia­len Integra­tion bei­tra­gen. Im Falle der Roma wirken Medien jedoch eher des­integra­tiv, es kommt zur Kon­struk­tion proble­ma­ti­scher Fremd­bilder, die aus medien­ethischer Per­spek­tive höchst diskus­sions­bedürf­tig er­schei­nen. Die Arbeit geht der Frage nach, wie anti­ziganis­ti­sche Medien­bericht­er­stat­tung aus­balan­ciert werden kann und welche gegen­öffent­li­chen Strate­gien dabei An­wen­dung fin­den. Dabei wird das Ver­hält­nis zwi­schen Min­der­heiten- und Massen­medien unter­sucht. Die em­piri­sche Studie geht in­duktiv vor und erforscht idio­graphisch am „Fall Maria“, wie Mehr­heits- und Minder­heiten­medien das Er­eig­nis dar­stell­ten. Mittels quali­ta­tiver Inhalts­analy­se wur­den Zeitungs­berichte in einem Zeit­raum von drei Monaten unter­sucht. Im Fall Maria kam es zur Ver­öffent­li­chung fal­scher Informa­tio­nen und zur Konstruk­tion pre­kärer Diskurs­frag­mente. (…) Die große An­zahl nega­tiver Zeitungs­berichte konn­te von den Roma­maga­zi­nen nicht aus­balan­ciert werden. Je­doch kam es in­ner­halb der Main­stream­medien zu gegen­öffent­li­chen Mei­nungs­äuße­run­gen: V.a. nicht­redak­tio­nel­le Bei­träge, wie etwa Kom­men­ta­re, Kolumnen und ein Leserbrief kriti­sier­ten die anti­ziganis­ti­schen Dar­stel­lungs­weisen. (…) Die Stärkung einer es­sentia­lis­ti­schen Gegen­öffent­lich­keit der Roma in Österreich erweist sich in Anbetracht der Studie als dringlich.

Die Berichterstattungen der Mainstreamzeitungen zum Fall Maria waren von stereo­typen Bildern und anti­ziga­nis­ti­schen Mut­maßun­gen ge­prägt. Der mediale Diskurs über den Fall Maria setz­te sich aus meh­re­ren proble­ma­ti­schen Diskurs­frag­men­ten zu­sam­men: Genetik, Rassi­fi­zie­rung, Kindes­ent­füh­rung, Kinder­han­del, Sozial­betrug, Klein­krimi­na­li­tät, Betteln, Armut, aber auch Selbst­re­fle­xion der Me­dien. Es kam zur Ver­brei­tung fal­scher und schlecht re­cher­chier­ter In­for­ma­tion sowie zu pre­kä­ren Dar­stel­lungs­weisen der Volks­grup­pen­an­ge­hö­ri­gen. Die weni­gen Roma­zeit­schrif­ten hat­ten auf­grund ihrer gerin­gen An­zahl und der lan­gen Publi­ka­tions­perio­den kaum eine Chance, dem mas­sen­medial ver­brei­te­ten Anti­ziganis­mus ent­gegen­zu­wir­ken. Nur zwei Roma­zeit­schriften (Romano Centro und dROMa) setz­ten sich mit dem Fall Maria auseinan­der, wo­hin­ge­gen die Mehr­heits­zei­tungen ins­ge­samt 67 Bericht­er­stat­tun­gen dazu ver­öf­fent­lich­ten. Read the rest of this entry »

„Mri Historija“ gelesen mit Axel Honneth (2012)

Oktober 9th, 2016  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Interview, Literatur & Bücher, Wissenschaft, dROMa (Magazin)

Universität WienMartina Schedl (2012): „Mri Historija“ gelesen mit Axel Honneth. Über die Bedeutung von Anerkennung und Missachtung in 15 Le­bens­ge­schich­ten bur­gen­län­di­scher Roma

Diplomarbeit, Universität Wien (Fakultät für Phi­lo­sophie und Bil­dungs­wis­sen­schaft), 127 S.

>>>Download der UB Wien (pdf)

Abstract: Innerhalb der hier vorliegenden Arbeit wird die Zeitzeugen­dokumentation „Mri Historija (Meine Geschichte) – Lebensgeschichten burgenländischer Roma“, erstellt vom Verein Roma-Service, aus an­er­ken­nungs­theo­re­tisch fun­dier­ter Per­spek­tive be­trach­tet. Dabei bil­det das An­er­ken­nungs­mo­dell des deut­schen Sozial­philo­sophen Axel Hon­neth das theo­re­ti­sche Fun­da­ment der Un­ter­suchung. Honneth dif­fe­ren­ziert zwi­schen drei An­erken­nungs­mus­tern – Liebe, Recht und Solidarität –, denen er drei Miss­ach­tungs­for­men – Miss­handlung, Ent­rechtung, Ent­würdigung – ent­ge­gen­stellt. Diese Unter­schei­dung trifft er auf­grund ihrer je­wei­li­gen Be­deu­tung für For­men des Selbst­be­zugs – Selbst­vertrauen, Selbst­achtung und Selbst­schätzung. Mit Hilfe einer qua­li­ta­ti­ven Inhalts­analyse nach Mayring wurde „Mri Historija“ nach der Be­deu­tung von Anerkennungs- bzw. Miss­ach­tungs­­er­fah­­run­­gen für Handl­ungs­freiheit und Selbst­wert der 15 er­zäh­len­den Burgenland-Roma be­trach­tet.

„Mri Histo­rija“ ist nicht nur als Bei­trag zur öster­rei­chi­schen Erin­nerungs­kultur zu se­hen, son­dern gleich­zeitig als kri­tische Thema­ti­sie­rung von sozialen Aus­schließungs­pro­zes­sen, die eine selbst­bestimm­te Lebens­praxis be­hin­dern und sich nega­tiv auf den Selbst­wert der Indi­vi­duen aus­wirken kön­nen. In „Mri Historija“ wer­den je­doch Ent­wick­lun­gen sicht­bar, die auf ein wach­sen­des Selbst­be­wusst­sein der Burgenland-Roma ver­weisen. (M. Schedl, S. 120)

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dROMa 45 (2015): „Roma-Aktivismus“

Dezember 30th, 2015  |  Published in dROMa (Magazin)

dROMa 45 Cover Martin HorvathTerno dschend/Dschend 2015
Im Gespräch: Roma-Aktivismus
Ando vakeripe: Romengero-aktivismus

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Vier Persönlichkeiten, vier Interviews: In dies­er Aus­gabe von dROMa stel­len wir Ih­nen vier Pro­po­nen­ten des aktuel­len Roma-Ak­ti­vis­mus in Öster­reich und der Schweiz vor. Oder bes­ser: wir gaben vier be­kann­ten Ak­tivis­ten die Gele­gen­heit, sich und ihre Tätig­keit im dROMa-Gespräch aus­führ­lich selbst vor­zu­stel­len. Den An­fang macht Raim Schobesberger, den Angela Schoibl für dROMa in Salzburg ge­trof­fen hat. Der aus Maze­donien stam­mende Rom berich­tet von sei­nem Weg „aus dem Schnecken­haus“ und er­zählt vom Verein Phurdo, der durch sein Engage­ment für Not­reisen­de von sich re­den macht. Michael Teichmann hat sich in Wien mit der po­li­ti­schen Künst­lerin und Filme­ma­che­rin Marika Schmiedt über ihre Ar­beiten und die An­fein­dun­gen, denen sie sich gegen­über­sieht, un­ter­halten. Josef Schmidt hat den Ober­war­ter Martin Horvath zum Inter­view ge­be­ten: Der junge Rom, Land­tags­kan­di­dat der Grünen, berichtet von seinem Sprung in die Politik und vom An­lau­fen des Vereins KARIKA. Und den Ab­schluss bildet ein Inter­view mit Stéphane Laederich, den Josef Teich­mann in Zürich ge­trof­fen hat. Der Banker, Mathe­ma­tiker und Rom er­zählt von seiner Ar­beit als Leiter der Rroma Foundation, die sich in ers­ter Linie als Lobby­ein­rich­tung der Roma begreift.

Schtar prindscharde dschene, schtar vake­rip­tscha: Ande ada dROMa ar­dipe, schtar dsche­ne le aktu­jeli Romen­gere-akti­vis­musis­tar andi Aus­tri­ja taj i Svecija, angle tu­menge terdscha­ras. Vaj feder: amen schtar prin­dschar­de akti­vis­tenge o scha­jipe dijam, pumen taj len­geri buti ando dROMa-va­ke­ripe angle te terdscha­rel. O kes­dipe kerel o Raim Scho­bes­berger, save i Angela Schoibl la dROMake ande Salzburg tala­lin­tscha. O Rom, savo andar i Ma­ce­do­nija al, pedar pro drom „andar o tschi­ga­kero kher“ taj pedar o farajn Phurdo phu­kal, savo duach pro vodschi­kano pomo­schago le tscho­re manu­schen­ge, ando pra­dipe, di­kipe usch­ti­dija. Read the rest of this entry »

dROMa 38 (2013): Gesungene Schätze

Januar 27th, 2015  |  Published in Brauchtum & Tradition, Einrichtungen, Musik, dROMa (Magazin)

droma_38Herbst | Terno dschend 2013: Dschilade jeriniptscha
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30 Lieder der burgenländischen Roma, erst­mals zusam­men­gefasst in einem eige­nen Liederbuch: Das ist ein wei­te­rer klei­ner Meilen­stein, den wir Ihnen in diesem Sonder­heft prä­sen­tie­ren wol­len. „Lieder der burgen­län­di­schen Roma“ ent­stand im Rah­men der Initia­tive „Burgen­land singt“ und um­fasst tradi­tio­nel­les Liedgut der Burgen­land-Roma eben­so wie jenes der Lovara. Zu alten Über­liefe­run­gen ge­sel­len sich popu­läre Eigen­kom­posi­tio­nen, Nach­dich­tungen von Weih­nachts­liedern und ein zeit­genös­si­sches Kunstlied. Sechs dieser Lieder möch­ten wir Ihnen in diesem Heft (in z. T. ver­ein­fach­ter Nota­tion bzw. ge­kürzt) vor­stellen. Nach eini­gen Anmer­kun­gen zum Kultur­erbe der Roma-Musik­tra­dition kom­men die beiden Heraus­geber zu Wort: Christiane Fennesz-Juhasz vom Phono­gramm­archiv (ÖAW) legt die wissen­schaft­li­chen Hinter­gründe der Lieder-Doku­men­ta­tion dar; und Emmerich Gärtner-Horvath er­läu­tert die Ent­ste­hungs­ge­schich­te des Pro­jekts. Ein Inter­view mit Gustav „Tita“ Horvath von Romano Rath, Kind­heits­erin­ne­run­gen von Mongo Stojka und der Hin­weis auf ein Mammut­projekt zu „KZ-Musik“ run­den das Heft ab.

30 dschila le Burgenlanditike Romendar, erschti­var ande jek dschi­la­keri kenva khetan kedim ule: Ada papal jek tikni bari­kani joma hi, savi amen tumen­ge ande ada ardipe te sikal ka­maha. Andi kenva „Dschila le Romen­dar andar o Bur­gen­land“, savi telal i ini­cija­tiva „Burgen­land dschilal“ kerdi uli, tradi­cijo­neli dschila le Burgen­landi­tike Romen­dar taj le Lovarajen­dar ande hi. Pasche o phure dschila te prin­dschar­de ajgeni kom­po­si­cijon­tscha use hi, akor meg boschi­tscha­ne dschila taj jek cajt­ge­nö­sischi kunsta­keri dschili. Read the rest of this entry »

Aunprindscharipe 1993

Januar 24th, 2015  |  Published in Politik, Recht & Gericht, dROMa (Magazin)

Nationalrat (Foto: parlament.gv.at)Ando decemberi 1993 o Roma ojs 6. flogos­keri grupn andi Austrija aun prindschar­de ule. O aun defi­nipe jek peticijona le Ro­men­gere farajnen­dar (Farajn Roma taj Kulturakero Farajn) dija. Pal jek parla­men­ta­ri­schi aun schu­nipe Romen­gere fatre­te­renca, akor uso aun­prindscha­ripe duach o dsche­ne le nacijo­nal­rotis­tar alo. Ando oficijeli vake­ripe – avrijal sar andi Ger­manija, kaj o „Sinti taj Roma“ erscht sajt 1995 aun prindschar­de hi – pedar i „flogos­keri grupn le Romen­dar“ vaker­do ol, mint te o avre etni­schi fala­tos­kere grupn sar o Sinti vaj o Lovara, use gende on. O nevo tschatschi­pes­kero status la „autochtoni“ („ande beschar­da“) flogos­kera grup­nake schtot­lichi ara­kipe taj pomo­schago use phenel. Ada o schajipe dija projekti te kerel, kaj o tschib­tscha­kero vak­eri­pe upre liker­de te ol taj o etnischi ajgeni gondo sora­le­der kerdo te ol, mint oda ojs socijali parudo koja esbe lim ulo. Upro Roma, save adaj imar but schel­ber­schen­gere dschin, na ulo uso flogos­kero grup­na­kero tscha­tschipe 1976 taj te na uso flogos­kero genipe diklo, mint phen­do ov­lahi, hot o „Zigeuner“ nisaj „beschti grupn“ hi. (RU)

Ando: dROMa 37, Sommer | Linaj 2013, rik 4

Volksgruppen-Anerkennung 1993

Januar 24th, 2015  |  Published in Politik, Recht & Gericht, dROMa (Magazin)

Nationalrat in WIen (Foto: Parlamentsdirektion/St. Olah)Im Dezember 1993 wurden die Roma als 6. Volksgruppe Österreichs an­er­kannt. Den Anstoß da­zu gab eine Petition der Roma-Vereine (Verein Roma und Kulturverein). Eine par­la­men­ta­ri­sche An­hö­rung mit Roma-Ver­tre­tern führte schließ­lich zur einstimmigen An­er­ken­nung durch den Haupt­aus­schuss des National­rates. Im offi­ziel­len Sprach­gebrauch ist – an­ders als in Deutschland, das die „Sinti und Roma“ erst 1995 an­er­kannte – von der „Volksgruppe der Roma“ die Rede, um darun­ter auch die an­deren eth­ni­schen Teil­gruppen wie Sinti oder Lovara zu sub­su­mie­ren. Der neue Rechts­status garan­tierte der „autochthonen“ („ein­ge­ses­senen“) Volks­gruppe staat­lichen Schutz und Förderung. Dies er­mög­lich­te Projekte zum Sprach­erhalt und zur Stär­kung des eth­ni­schen Selbst­bewusstseins, das man als Voraus­setzung der sozia­len Ver­än­de­rung begriff. Weder beim Volks­gruppen­gesetz von 1976 noch bei Volkszählungen waren die zum Teil seit vie­len Jahr­hun­der­ten hier behei­ma­te­ten Roma zuvor berück­sich­tigt worden, weil es sich bei „Zigeunern“ um kei­ne „boden­stän­dige Gruppe“ handle. (RU)

Aus: dROMa 37, Sommer | Linaj 2013, S. 4

Die Politisierung der Unterschiede, Teil 2

Januar 23rd, 2015  |  Published in Interview, Politik, dROMa (Magazin)

Norbert Mappes-Niediek (Foto: okto.tv)Zweiter Teil des Interviews mit Norbert Mappes-Niediek (zum 1. Teil)

Erschienen in: dROMa 37 (2013)

Vor Kurzem erschien im Ch.-Links-Verlag das viel­beach­tete Buch „Arme Roma, böse Zigeuner. Was an den Vor­urteilen über die Zuwan­derer stimmt“. Michael Teichmann hat sich mit dem Autor Norbert Mappes-Niediek über die Frage eth­ni­scher Iden­ti­tät und poli­ti­scher Eman­zi­pa­tion unter­hal­ten. Und die Schluss­folge­run­gen, zu denen der Südost­europa­experte ge­langt, ha­ben es in sich – und ge­ben einen wich­tigen An­stoß, sich in euro­päi­scher Perspek­tive auch grund­sätz­li­che Fragen zur Volks­grup­pen­politik zu stel­len. Lesen Sie im Fol­genden den zwei­ten Teil des Inter­views:

Herr Mappes-Niediek, Sie waren 1995 unmittel­bar nach dem Attentat in Ober­wart. Wel­che Erfah­run­gen ha­ben Sie dort ge­macht?
Als ich vom Attentat erfahren habe, bin ich in die Sied­lung ge­fah­ren. Die Leute waren auf­geregt und schockiert, zum Teil völlig schweig­sam, zum Teil abso­lut redselig. Es waren sehr viele Jour­na­lis­ten da. Ich bin dann nach Oberwart in die Stadt ge­fah­ren und habe mich da um­gehört. Ich hatte die Erwar­tung, dass die Leute gleich­gültig oder feind­selig wären. Das war aber nicht der Fall, nie­mand hat etwas Böses gegen die Roma ge­sagt. Im Gegen­teil, sie wollten etwas Nettes sagen und meinten, dass die Roma ja perfekt in­tegriert seien. Und das fand ich interes­sant, da habe ich zum ersten Mal etwas über Integra­tion gelernt. Dass die Roma perf­ekt integriert seien, war als Kompli­ment ge­meint, aber ein Urteil darü­ber, ob je­mand in­tegriert sei oder nicht, müss­te doch der zu In­tegrie­ren­de ab­ge­ben, und nicht der­jenige, der integriert.

Im Burgenland stand die Förde­rung der ethni­schen Identität am Be­ginn der In­tegra­tion. Darin sah man die not­wen­dige Voraus­set­zung für so­zi­ale Ver­än­de­rungen. Und ver­gleicht man die heu­tige Situa­tion der Bur­gen­land-Roma mit jener vor zwan­zig Jahren, kann man durch­aus von einem erfolg­rei­chen Konzept sprechen.
Ja, weil man keine Autonomie­politik betrie­ben und die ethni­sche Identität nicht als Mittel zur Poli­ti­sierung der Unter­schiede ge­nom­men hat. Die Beto­nung der Identität war allen­falls Mittel, um das Selbst­bewusst­sein der Betrof­fe­nen zu heben, eine psy­cho­lo­gi­sche Krücke zu schaffen. Ethnische Iden­tität hat einen sehr wich­tigen Sinn, wo sie Stolz schafft, wo sonst das Roma­sein mit Scham ver­bun­den ist. Roma schä­men sich oft dafür, Roma zu sein, und inter­na­li­sie­ren auch die Vor­urteile der an­de­ren. Man kann von Roma auch sehr böse Mei­nun­gen über an­dere Roma hören. Das ist natürlich kontra­pro­duk­tiv, weil es auch der indi­vi­duel­len Eman­zi­pa­tion im Wege steht. Nie­mand soll sich für seine Her­kunft schämen müssen. Das muss geleis­tet werden, und des­wegen ist Identi­täts­pflege auch nicht un­sin­nig. Aber zu mei­nen, das sei der Weg, um die Roma aus ihrem Elend zu füh­ren, ist falsch.

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