Hochschulschriften
Oktober 23rd, 2025 |
Published in
Hochschulschriften, Romani, Wissenschaft
Daphne Reitinger (2024): A Cognitive Approach to Borrowing: German Loans in Sinti-Manuš Romani
Masterarbeit, Karl-Franzens-Universität Graz (Institut für Sprachwissenschaf), 118 S.
→Download der UB Graz (pdf)
Abstract (Link):
Sinti-Manuš-Romani weist aufgrund des mehr als 400 Jahre währenden Sprachkontakts mit Deutsch eine umfangreiche Schicht deutscher Lehnwörter auf. Die vorliegende Arbeit untersucht die deutsche Lehnwortschicht in den zwei Sinti-Manuš-Romani-Varietäten Shinto Rosengro und Manouche d’Auvergne. Durch den Fokus auf die in Italien beheimatete Varietät Shinto Rosengro und die in Frankreich beheimatete Varietät Manouche d’Auvergne kann die Robustheit der vorliegenden deutschen Entlehnungen gewährleistet werden, da Deutsch nicht mehr zu den primären Kontaktsprachen zählt. Im Einzelnen werden die in beiden Varietäten vorkommenden deutschstämmigen Lehnwörter sowie die entsprechenden Integrationsprozesse untersucht. Es werden Fallstudien zu Phonologie, Semantik und zu morphologischen Prozessen durchgeführt und kognitive Mechanismen wie Entrenchment-, Frequenz- und Similarity-Effekte zur Erklärung der beobachteten Ergebnisse herangezogen. Durch eine umfassende Untersuchung dieser Wechselwirkungen strebt diese Arbeit an, einen Beitrag zum interdisziplinären Gebiet der kognitiven Kontaktlinguistik leisten.
Read the rest of this entry »
Oktober 13th, 2025 |
Published in
Hochschulschriften, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Kornelia Vogl (2023): Betteln als Lebensform. Eine Befragung von Notreisenden in Graz zu ihrem Alltag
Masterthesis, Karl-Franzens-Universität Graz (Studienrichtung „Global Studies“), 147 S.
→Download der UB Graz (pdf)
Abstract (Link):
Über jene Menschen, die aufgrund von Armut innerhalb Europas migrieren und häufig als Bettelnde in österreichischen Städten anzutreffen sind, gibt es unzählige mediale Berichte mit diversen Sichtweisen auf das sozialpolitische Streitthema. Im Rahmen dieser Arbeit wurde das Thema Armutsmigration aus soziologischer Sicht untersucht, um die Situation der Betroffenen aus einer wissenschaftlichen Perspektive zu betrachten. Dabei wurde genauer auf den Alltag der Notreisenden und ihren Umgang mit einer möglichen Stigmatisierung eingegangen. Mittels leitfragengestützter Interviews mit slowakischen und rumänischen Staatsangehörigen wurde die Lebenslage der Notreisenden untersucht und anhand der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass es den Notreisenden in den Herkunftsländern an lebenswichtigen Grundlagen fehlt, weshalb nur die Pendelmigration nach Westeuropa als Ausweg bleibt. Außerdem mangelt es den Betroffenen an (Aus-)Bildung, adäquaten Wohnmöglichkeiten oder Zugang zum Arbeitsmarkt, wodurch ihre Chancen auf eine Verbesserung der Situation vermindert werden. Die temporäre Pendelmigration ermöglicht es den Menschen die Versorgung ihrer Familie zu gewährleisten. Read the rest of this entry »
Oktober 11th, 2025 |
Published in
Frauenrechte, Hochschulschriften, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Christina Bugram (2019): Die Lebenssituation osteuropäischer Rom_nija in Graz: temporäre und zirkuläre Migration als Problemlösungsstrategie
Masterthesis, Karl-Franzens-Universität Graz (Studienrichtung „Interdisziplinäre Geschlechterstudien“), 100 S.
→Download der UB Graz (pdf)
Abstract (Link):
In der Mehrheitsbevölkerung sind zahlreiche antiziganistische Stereotype über Rom_nija verankert, mit denen jahrhundertelange Diskriminierung und Benachteiligung unterstützt wurde und wird. Fundiertes Wissen über ihre tatsächlichen Lebensrealitäten besteht hingegen kaum. Diese Masterarbeit zielt darauf ab, Aufklärungsarbeit zu leisten, und liefert eine genaue Betrachtung temporärer bzw. zirkulärer Migration von Rom_nija aus den neuen EU-Mitgliedstaaten nach Graz, wo diese vorwiegend als Bettler_innen sichtbar sind. Temporäre und zirkuläre Migrationsformen von Rom_nija finden sowohl im Diskurs um Migration als auch über Rom_nija wenig Beachtung. Eine analytische Sichtweise auf die Perspektive von Frauen fehlt oft gänzlich. Qualitative Interviews mit sechs temporären und zirkulären romani Migrantinnen in Graz sowie ein Interview mit einer Mitarbeiterin eines romaspezifischen Projektes ermöglichen einen Einblick in Lebens- und Migrationsbiografien und die Herausforderungen, denen sie als Frau, Migrantin und Romni begegnen. Die befragten Frauen teilen wie die meisten romani Migrant_innen eine wesentliche Gemeinsamkeit: ein Leben in ihrer Herkunftsregion wäre ohne eine Migration kaum bis gar nicht zu bewältigen. Trotz zahlreicher biografischer Parallelen lassen sich aus den Interviews vier verschiedene Migrationsformen ableiten. Neben der Differenzierung zwischen der einmaligen und wiederholten Migration bezieht sich ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal auf das Ziel einer dauerhaften Niederlassung. Read the rest of this entry »
August 21st, 2025 |
Published in
Hochschulschriften, Jugend & Bildung, Wissenschaft
Thorben Struck (2024): Zwischen Notwendigkeit und Widerstand: Eine erziehungswissenschaftlich-ethnographische Studie zum Leben und Helfen unter heteronomen Bedingungen
Dissertation, Universität Hamburg (Fakultät für Erziehungswissenschaft), S. 293.
→zur Downloadseite der SUB Hamburg
Abstract (Link):
Diese Dissertation untersucht die Lebensrealitäten und Bewältigungsstrategien junger männlicher Roma bulgarischer Herkunft und ihrer Familien im marginalisierten Stadtteil Gaarden-Ost in Kiel. Auf Basis einer einjährigen ethnographischen Forschung mit teilnehmender Beobachtung werden die strukturellen Herrschaftsverhältnisse analysiert, die ihre Lebenswelten prägen, sowie ihre alltäglichen Widerstandspraktiken. Im Rahmen eines kategorial-analytischen Auswertungsverfahrens der empirischen Daten nimmt die Arbeit eine machttheoretische Deutung vor und zeigt unter Bezug auf Konzepte des alltäglichen Widerstands deren empirische Relevanz auf.
Fünf zentrale Bewältigungskontexte werden identifiziert: „Orte, Räume und Zeiten“, „Antiziganismus“, „Repressionsapparate“, „Bürokratie und Institutionen“ sowie „Organisierte Kriminalität“. Die Ergebnisse verdeutlichen ein Spannungsfeld der Bewältigungshandlungen zwischen Anpassung und Widerstand. Die habituelle Verankerung widerständigen Handelns wird hierbei theoretisch fundiert und in seiner empirischen Relevanz als „Habitus zwischen Notwendigkeit und Widerstand“ beschrieben.
Die ethnographische Untersuchung beleuchtet zudem die Hilfestrukturen, die die jungen Männer nutzen, und differenziert diese in formale, non-formale und informelle Felder der Hilfe. Read the rest of this entry »
Juli 29th, 2025 |
Published in
Geschichte & Gedenken, Hochschulschriften, Wissenschaft
Yücel Meheroğlu (2024): Der historische Versicherheitlichungsprozess der Osmanischen-Türkischen Roma (1908-1951)
Phil. Diss., Technische Universität Berlin (Fakultät I – Geistes- und Bildungswissenschaften), 642 S.
→zum Download der TU Berlin
Abstract (Link):
Im Mittelpunkt der Dissertation steht die politische Konstruktion der osmanischen-türkischen Roma als ein Sicherheitsproblem im Zuge des 20. Jahrhunderts (1908–1951). Die Arbeit baut auf der Hypothese auf, dass eine von Sicherheitsakteuren verfolgte Versicherheitlichungspolitik innerhalb des osmanisch-türkischen Staatsapparates Roma als eine fragile Gemeinschaft in der heutigen Türkei hervorgebracht hat, die weitestgehend in ihren Staatsbürgerrechten beschnitten ist. Dieser Politik ist die Zuschreibung als „Zigeuner“ inhärent und die sie damit als eine rassialisierte Gemeinschaft konstituierte. Anhand des Themenkomplexes Mobilität, Migration und Staatsbürgerschaft werden die Kontinuitäten und Zäsuren dieser Politik zwischen dem Osmanischen Reich und der Türkei unter Heranziehung einer Fülle von Quellenmaterialien analysiert. Die sich hieraus ergebenden zentralen Fragen sind die folgenden: Wann, wie und von wem wurde der Sicherheitsdiskurs um die Roma generiert? In welchen Diskursen und Praktiken schlug sich dieser nieder? Diese historisierbaren Prozesse und Dynamiken versucht die Autorin anhand der methodologischen Kombination von Versicherheitlichung (securitization) und Geschichtswissenschaft zu erfassen. Gleichzeitig ist es ein Anliegen der Dissertation, die Geschichtslosigkeit zu beenden und Roma als historische Akteure und damit als organischer Teil der modernen osmanischen-türkischen Geschichte sichtbar zu machen.
Read the rest of this entry »
Juli 18th, 2025 |
Published in
Geschichte & Gedenken, Hochschulschriften, Wissenschaft
Alexander Rode (2023): Die Bewegung der Anderen. Prekäre Mobilität im 19. und 20. Jahrhundert in Sachsen und Leipzig
Phil. Diss., Universität Leipzig (Fakultät für Geschichte, Kunst- und Orientwissenschaften), 625 S.
→zum Download der Universität Leipzig
Abstract (Link):
Die Dissertation thematisiert die Mobilität von prekären Gruppen wie Vagabund:innen, Landstreicher:innen, Sinti und Roma. Sie geht dabei davon aus, dass die als Abweichung von der Norm wahrgenommene Mobilität – oft als Wandertrieb stigmatisiert – nicht aus eigenem Antrieb der Betroffenen erfolgte, sondern durch behördliche Repression erzeugt wurde. Polizeiliche Repression, Stadtverweise, Bettelverbote oder behördliche Willkür erzeugten Bewegungen, die anschließend im Diskurs gegen die betroffenen Menschen gewendet wurde. Die Mobilität dieser Gruppen war keine Eigenschaft, selbstbestimmte Lebensweise oder kulturelle Eigenart, sondern das Ergebnis struktureller Ungleichheit und Ungleichbehandlung. Die Untersuchung bedient sich dabei einer raumtheoretischen Vorgehensweise und Analytik.
Read the rest of this entry »
Juni 25th, 2025 |
Published in
Geschichte & Gedenken, Hochschulschriften, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Christian Gerhard Kelch (2020): Dr. Hermann Arnold und seine »Zigeuner«. Zur Geschichte der „Grundlagenforschung“ gegen Sinti und Roma in Deutschland unter Berücksichtigung der Genese des Antiziganismusbegriffs
Dissertation, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg/FAU (Philosophische Fakultät und Fachbereich Theologie), 671 S.
→Download von OPEN.FAU (pdf)
Abstract (Auszug, S. 668 ff.):
Vorliegende Kritik der Tsiganologie setzt sich aus wissenschaftsgeschichtlicher Perspektive mit dem Phänomen Antiziganismus in der deutschsprachigen Wissenschaft auseinander. Im Zentrum steht der deutsche Mediziner Dr. Hermann Arnold (1912-2005), der nach dem Völkermord an den Sinti und Roma (Porajmos) durch die Nationalsozialisten als maßgebliche wissenschaftliche Instanz bezüglich der Deutung der Lebensweise und der Geschichte der als »Zigeuner« bezeichneten Sinti, Roma und auch Jenischen galt. Die Studie ist als Historische Diskursanalyse angelegt und fragt nach Kontinuitäten und Brüchen des „Wissensdiskurses“ über diejenigen Menschen, die als »Zigeuner« stigmatisiert wurden und werden. Gleichzeitig wird in Form einer begriffsgeschichtlichen Klammer der historischen Genese und gegenwärtigen Rezeption des Antiziganismusbegriffs, mit dem die spezifische Form des Ressentiments gegen Sinti und Roma und andere Gruppen in Deutschland seit den 1980er Jahren benannt wird und der nach wie vor umstritten ist, nachgegangen. Im Zentrum stehen dabei die Fragen: 1.) nach dem spezifischen Zigeunerbild Hermann Arnolds, 2.) Arnolds Wirken als „Zigeunerexperte“ in der bundesdeutschen Ministerialbürokratie, 3.) nach dem Wandel des Diskurses über vermeintliche »Zigeuner« im Verlauf der 1970er Jahre, 4.) nach Kontinuitäten zu Arnold in deutschen Tsiganologie der 1980er und 2000er Jahre und 5.) nach der Rezeption des Antiziganismusbegriffs in Deutschland. […] Read the rest of this entry »
Februar 23rd, 2025 |
Published in
Hochschulschriften, Jugend & Bildung, Recht & Gericht, Wissenschaft
Lena Baalhorn (2024): Minderheitenschutz der Sinti und Roma in ausgewählten Bereichen des deutschen Bildungssystems: Die Umsetzung des Rahmenübereinkommens zum Schutz nationaler Minderheiten in Bezug auf ihre Geschichte und Kultur
Diplomarbeit, Karl-Franzens-Universität Graz (Rechtswissenschaftliche Fakultät), 116 S.
→Download der UB Graz (pdf)
Abstract (Link):
Der Schutz von Minderheiten hat nach dem Zweiten Weltkrieg eine hohe Relevanz erlangt und sich in dieser Zeit stetig fortentwickelt. Einen Teil dieses Minderheitenschutzes stellt das Rahmenübereinkommen des Europarats zum Schutz nationaler Minderheiten aus dem Jahr 1995 dar, das in Deutschland im Jahr 1998 in Kraft getreten ist und seitdem Sinti und Roma als eine von vier nationalen Minderheiten in Deutschland unter seinen Schutz stellt. Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist der Schutz der Kultur und Geschichte von Sinti und Roma in einigen Bereichen des deutschen Bildungssystems unter dem Schutz des Rahmenübereinkommens. Im Fokus steht dabei der Art 12 FCNM, wobei die Umsetzung Art 3,4 und 6 FCNM maßgeblich für eine erfolgreiche Anwendung des Rahmenübereinkommens sind. Es stellt sich zudem die Frage, wie sich die Situation von Sinti und Roma im Verlauf der Monitoring-Zyklen verbessert hat bzw. was sich geändert hat. Zu Beginn wird das Rahmenübereinkommen in Hinblick auf verschiedene Aspekte erläutert. Im weiteren Verlauf werden die genannten Artikel dogmatisch analysiert und es wird auf die Anwendung durch den Beratenden Ausschuss eingegangen. Im dritten Schritt wird auf die Umsetzung durch Deutschland in den verschiedenen Monitoring-Zyklen eingegangen. Außerdem werden die Schwächen des Rahmenübereinkommens bearbeitet und wie die Umsetzung eines völkerrechtlichen Instruments in einem föderalen Staat erfolgt, in dem Bildung in den Hoheitsbereich der Länder fällt. Read the rest of this entry »
Februar 18th, 2025 |
Published in
Hochschulschriften, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Klara Novak (2023): Vorurteile und Stereotype gegenüber der ethnischen Minderheit der Roma
Masterarbeit, Karl-Franzens-Universität Graz (Umwelt-, Regional- und Bildungswissenschaftliche Fakultät), 190 S.
→Download der UB Graz (pdf)
Abstract (Link):
In dieser Arbeit werden Vorurteile und Stereotype der Mehrheitsgesellschaften südosteuropäischer Länder gegenüber der Roma-Minderheit in den Mittelpunkt gestellt, wobei der Fokus vor allem auf den Vorurteilen und Stereotypen der kroatischen Mehrheitsgesellschaft liegt. Zu diesem Zweck wurden auf Roma bezogene Artikel analysiert, die in drei kroatischen Onlinezeitschriften veröffentlicht wurden, um zu ermitteln, in welchen Kontexten über Roma berichtet wird. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf den Leserkommentaren zu den analysierten Beiträgen, die Aufschluss über die Vorurteile und Einstellungen der Leser:innen gegenüber der Roma-Minderheit gaben. Es wurde festgestellt, dass viele Vorurteile und Stereotype gegenüber den Roma nach wie vor stark präsent sind. Read the rest of this entry »
Februar 9th, 2025 |
Published in
Hochschulschriften, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Michaela Franjo (2023): Die Situation der Roma in Kroatien – Eine Analyse der rechtlichen Schutzmechanismen und der faktischen Lebensumstände
Diplomarbeit, Karl-Franzens-Universität Graz (Rechtswissenschaftliche Fakultät), 131 S.
→Download der UB Graz (pdf)
Abstract (Link):
Die vorliegende Arbeit untersucht die rechtlichen Schutzmechanismen und die faktischen Lebensumstände der Roma in Kroatien in den Bereichen Wohnen, Bildung und Arbeit. Vielmehr besteht das Hauptziel darin, die aktuellen Herausforderungen, mit denen Roma in diesen Bereichen konfrontiert sind, zu identifizieren und aufzuzeigen. Im allgemeinen Teil wird deshalb zunächst als theoretischer Einstieg der Begriff „juristische Minderheit“ erläutert und eine Unterscheidung zwischen ethnischen, religiösen und sprachlichen Minderheiten vorgenommen. Anschließend wird der in dieser Arbeit verwendete Minderheitenbegriff festgelegt und der in Kroatien verwendete Minderheitenbegriff sowie der Begriff „Roma“ erläutert. Im besonderen Teil der Arbeit werden die drei Bereiche – Wohnen, Bildung und Arbeit – untersucht. Es werden die relevanten rechtlichen Rahmenbedingungen auf internationaler, europäischer und nationaler kroatischer Ebene erläutert und die tatsächliche Lage der Roma aufgezeigt. Read the rest of this entry »
Januar 27th, 2025 |
Published in
Hochschulschriften, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV, Recht & Gericht, Wissenschaft
Corina Maria Kaufmann (2024): Minderheitenrechte in Österreich und die Rolle des öffentlich-rechtlichen Auftrags des ORF
Masterarbeit, Karl-Franzens-Universität Graz (Umwelt-, Regional- und Bildungswissenschaftlichen Fakultät), 80 S.
→Download der UB Graz (pdf)
Abstract (Link):
Neben dem rechtlichen Schutz bieten Medien eine Plattform der Artikulation, Inklusion und Identitätsstärkung von Minderheiten. Medien können zur öffentlichen und politischen Meinungsbildung beitragen und haben eine zentrale Funktion in der Repräsentation der Interessen, Sprachen und Kulturen einer vielfältigen Gesellschaft. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Rolle des öffentlich-rechtlichen Auftrags des ORF bei der Darstellung, Wahrung und dem Schutz der sechs autochthonen Volksgruppen Österreichs (Burgenlandkroaten, Slowenen, Ungarn, Tschechen, Slowaken und Roma) zu untersuchen. Dazu wird folgende Forschungsfrage gestellt: Welche Rolle spielt der Österreichische Rundfunk für den Minderheitenschutz? Zur Beantwortung dieser Frage wird auf die Methode des Experteninterviews zurückgegriffen. Befragt werden der Landesdirektor des ORF-Landesstudios Burgenland sowie ein Vertreter der Volksgruppe der Roma [Anm. dROMa: Emmerich Gärtner-Horvath, Vorsitzender des Volksgruppenbeirats der Roma und Obmann des Vereins Roma-Service] und eine Vertreterin der Volksgruppe der steirischen Slowenen. In den Interviews, die anhand von Leitfragen geführt werden, wird einerseits auf Verbesserungsmöglichkeiten, Wünsche und Forderungen der Volksgruppenvertreter im Bereich der medialen Versorgung und der Bedeutung des ORF eingegangen und andererseits versucht, die Perspektive des ORF zu verstehen. Read the rest of this entry »
Januar 18th, 2025 |
Published in
Geschichte & Gedenken, Hochschulschriften, Jugend & Bildung, Wissenschaft
Lisa Schenkermayer (2024): Die Burgenlandrom*nja im Geschichteunterricht
Masterarbeit, Universität Wien (Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät), 146 S.
→Zum Download der UB Wien (pdf)
Abstract: Das Ziel dieser Masterarbeit ist es zu zeigen, wie sich eine Unterrichtsplanung für den Geschichteunterricht der Sekundarstufe II zum Thema „Geschichte der Burgenlandrom*nja“ gestaltet. Diese hat zum Ziel, jenes Wissen und jene Kompetenzen zu generieren, die es den Schüler*innen ermöglichen, mögliche Vorurteile gegenüber der Minderheit der Rom*nija abzubauen und dementsprechend in ihrem persönlichen Umfeld zu wirken. Um diese Fragestellung zu beantworten, wurde eine Literaturrecherche zur Geschichte der Rom*nja – mit dem Fokus auf das Gebiet des heutigen Burgenlandes – und eine Umfrage an burgenländischen Jugendlichen durchgeführt. Es zeigte sich, dass die Geschichte der Burgenlandrom*nja sehr umfangreich ist und die Jugendlichen beinahe nichts über diese Geschichte wissen. Diese Erkenntnisse wurden verwendet, um sechs Unterrichtsmodule für die Sekundarstufe II zu erstellen. Die Schüler*innen werden durch diese animiert, ihre eigenen und die Handlungen ihrer Mitmenschen in ihrem Alltag zu reflektieren und zu verändern. Studien haben gezeigt, dass die Bildung der Mehrheitsgesellschaft dazu beitragen kann, Vorurteile aufzubrechen, die interkulturelle Verständigung zu fördern und damit dem wachsenden Antiziganismus entgegenzuwirken.
Hochschulschrift (Masterarbeit); Betreuer: Johannes Brzobohaty
u:theses ist das Hochschulschriften-Repositorium der Universität Wien.
UB Wien: utheses.univie.ac.at/detail/73384
August 4th, 2024 |
Published in
Frauenrechte, Hochschulschriften, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Irina Radu (2024): Städtebau, räumliche Verdrängung und Geschlecht. Das Beispiel der Roma im postsozialistischen Rumänien
Masterarbeit, Universität Wien (Fakultät für Sozialwissenschaften), 118 S.
→Zum Download der UB Wien (pdf)
Abstract: Die vorliegende Masterarbeit untersucht die mit dem Übergang zum Kapitalismus in Rumänien einsetzende Verdrängung der Roma aus ihren Wohnungen und deren Folgen insbesondere für Geschlechterverhältnisse. Im Gegensatz zur staatssozialistischen Periode Rumäniens vor 1989, deren Ideologie auf Verstaatlichung und Gleichheit abzielte, sich gegen Klassen- und Kulturunterschiede wandte und Elendsviertel ebenso wie Prunkbauten ablehnte, führten die politökonomische und gesellschaftliche Transformation und insbesondere die Privatisierung und Kommodifizierung von Wohnraum und Land im Postsozialismus zu erheblicher Ungleichheit von Lebensbedingungen und zur Verdrängung und räumlichen Segregation vieler Bedürftiger, vor allem Roma. Die räumliche Verdrängung hatte vielerorts die Errichtung von informellen Roma-Siedlungen in räumlich und sozial marginalisierten Gebieten zur Folge, die mit der Wiederbelebung traditioneller Roma-Gemeinschaften einherging. Damit verband sich zugleich die – im öffentlichen wie im akademischen Diskurs bisher kaum reflektierte – Retraditionalisierung von Geschlechterverhältnissen in der Roma-Community, die für Roma-Frauen vor allem verstärkte patriarchale Rollenzuschreibungen, erhöhte soziale Kontrolle, zusätzliche Care-Arbeit und räumliche Isolation bedeutete.
Hochschulschrift (Masterarbeit); Betreuerin: Gabriele Michalitsch
u:theses ist das Hochschulschriften-Repositorium der Universität Wien.
UB Wien: utheses.univie.ac.at/detail/70120
August 24th, 2023 |
Published in
Geschichte & Gedenken, Hochschulschriften, Literatur & Bücher, Recht & Gericht, Wissenschaft
Anna Cseri (2022): Kritische Betrachtung der Darstellung des Porajmos in der österreichischen Nachkriegsjustiz am Beispiel der Volksgerichtsverfahren gegen Franz Langmüller und Friedrich Messer
Masterarbeit, Universität Wien (Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät), 91 S.
→Zum Download der UB Wien (pdf)
Abstract: Nur ein Bruchteil der begangenen NS-Verbrechen an Rom:nja und Sinti:zze wurde in den österreichischen Volksgerichten im Zuge der Nachkriegsjustiz behandelt. Als Sondergerichte trugen sie die Verantwortung für die justizielle „Entnazifizierung“, welche in Österreich eng verzahnt war mit einer bürokratischen „Säuberung”, bei der im Wesentlichen eine Registrierung sog. „Ehemaliger“ sowie Sühneleistungen zu Tragen kamen. Bis dato ließen sich lediglich 23 von über 136.000 Verfahren eruieren, die mit dem Porajmos im Zusammenhang stehen. Eine Vielzahl der NS-Verbrechen an Rom:nja und Sinti:zze blieb ungesühnt. Dieser Umstand lässt sich in den Diskriminierungsprozess dieser Opfergruppen in der unmittelbaren Nachkriegszeit (jedoch auch darüber hinaus) einordnen. Knapp die Hälfte der Verfahren vor dem Volksgericht betreffend des Porajmos wurden abgebrochen oder eingestellt, die Täter:innen in einem Großteil der Fälle zu niedrigen Strafen verurteilt oder gar freigesprochen. In der vorliegenden Masterarbeit wurden zwei österreichische Volksgerichtsverfahren analysiert, die mit dem sog. „Zigeunerlager” Lackenbach in Zusammenhang stehen. Die Hauptquellen umfassen die Prozessunterlagen der beiden Verfahren, einerseits gegen den Lagerleiter des sogenannten „Zigeunerlagers” Lackenbach, Franz Langmüller, sowie andererseits gegen Friedrich Messer, der unter anderem wegen der Denunziation einer Romni und der Beteiligung an Deportationen vor Gericht stand. Hierbei wurden erstmals Prozessakten auf die Reproduktion antiziganistischer Stereotype untersucht. Read the rest of this entry »
August 12th, 2023 |
Published in
Geschichte & Gedenken, Hochschulschriften, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Sandra Antonia Klos (2018): Saving the authentic “gypsy”. Paul Bataillard and the beginnings of French Gypsyology
Masterarbeit, Universität Wien (Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät), 103 S.
→Zum Download der UB Wien (pdf)
Abstract: Paul Bataillard (1816–1894) war ein Pariser Journalist, Redakteur, Republikaner, Historiker, Anthropologe und Archivar. Seine zahlreichen Veröffentlichungen zur Ethnographie, Geschichte und Herkunft derjenigen Personen, die er als Bohémiens oder Tsiganes definierte, bildeten das Fundament französischer Tsiganologie, der wissenschaftlichen Entdeckung und Beschreibung der Zigeuner-Identität. Als Beitrag zu einer kritischen Prosopographie der Forschung im neunzehnten Jahrhundert rund um die vorgestellte ‚Rasse‘ der Zigeuner, untersucht diese Studie den wissenschaftlichen Blick, seine Kontexte, Wahrheitsansprüche, Wissenschaftlichkeitsstandards, Wirkung sowie Machtverhältnisse. Der erste Teil analysiert die sozialen, institutionellen und biographischen Kontexte von Bataillards Forschung. Der zweite Teil fokussiert auf den Inhalt seiner Theorien und analysiert implizite Konzeptionen von ‚Rasse‘ und Geschlecht, seinen Umgang mit populären Zigeuner-Darstellungen und seine eigene Hypothese zur Herkunft der Zigeuner. Der letzte Teil untersucht Bataillards wissenschaftliche Standards und wie exakt er sie selbst befolgte. Außerdem werden seine Absichten und Hintergründe, sich der Tsiganologie dauerhaft zu widmen, interpretiert. Read the rest of this entry »
Juli 15th, 2023 |
Published in
Hochschulschriften, Kunst & Fotografie, Literatur & Bücher, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Rosa Tatzber (2021): Zur visuellen Reproduktion des Antiziganismus
Masterarbeit, Universität Wien (Fakultät für Sozialwissenschaften), 111 S.
→Zum Download der UB Wien (pdf)
Abstract: Antiziganismus ist ein sozial bedingtes Phänomen, welches seit Jahrhunderten zur Diskriminierung und Verfolgung von Rom_nja und Sint_ize führt. Um Antiziganismus in seiner gesellschaftlichen Bedingtheit zu verstehen, wird auf die Kritische Theorie des Antiziganismus Bezug genommen, die dessen Ursache nicht in den Betroffenen, sondern in der pathischen Projektion der Vorurteilshaften sieht. Aufbauend auf diese Thesen wird mit dem Konzept der antiziganistischen Sinnstruktur eine Verbindung zur wissenssoziologischen Bildhermeneutik hergestellt, um der visuelle Reproduktion von Antiziganismus in fixierten Bildern nachzugehen. Vorgestellt werden vier Bildinterpretationen, welche sich mit dem antiziganistischen Potenzial auf den Ebenen der Bildgestaltung, der ikonografischen Bildtradition und des Kontextes (Facebook, VOL.at, Oe24.at, RTL.de, 9Gag.com) befassen. Wesentlich ist der Ausgangspunkt, dass Bilder ikonisch Sinn erzeugen und dieser nicht vollständig in Sprache übersetzbar ist. Daher wurde die Methode der Figurativen Hermeneutik nach Michael R. Müller gewählt. Deutlich wird, dass bereits die Choreografie der Bilder Antiziganismus visuell reproduzieren kann und sich diese in die Tradition der Fremddarstellungen einordnen lassen. Daher ist eine Sensibilisierung für visuelle Stereotype und das Aufzeigen von Gegenbildern notwendig.
Schlagwörter: Antiziganismus / Kritische Theorie / visuelle Soziologie / visuelle Stereotype
Hochschulschrift (Masterarbeit); Betreuerin: Roswitha Breckner
u:theses ist das Hochschulschriften-Repositorium der Universität Wien.
UB Wien: utheses.univie.ac.at/detail/61060
Juli 4th, 2023 |
Published in
Geschichte & Gedenken, Hochschulschriften, Literatur & Bücher, Wissenschaft
Marcus Wagner (2021): „(K)Ein Platz für Gedenken“. Vergessene Orte in den Ortschaften des Burgenlandes – kritisches Hinterfragen der Erinnerungskultur an ermordeten Rom*nja
Diplomarbeit, Universität Wien (Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät), 114 S.
→Zum Download der UB Wien (pdf)
Abstract: Die vorliegende Arbeit widmet sich der Gedächtnis- und Gedenkkultur für die vertriebenen und ermordeten Rom*nja im Burgenland. Sie zeigt auf, dass die Verfolgung und Ermordung der Rom*nja im Burgenland während der Naziherrschaft im kollektiven Gedächtnis der Burgenländer*innen wenig verankert sind. Die verfolgten und ermordeten Rom*nja werden erst langsam ins Opferkollektiv des Landes aufgenommen. Ein kurzer Abriss über die Geschichte der Rom*nja im Burgenland und die Situation der Volksgruppe in der Zweiten Republik bilden den Rahmen der Arbeit. Weiters wird aufgezeigt, wie der öffentlich-gesellschaftliche Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit des Burgenlandes das Leben der Rom*nja im Burgenland nach 1945 beeinflusste und erschwerte. Die jahrelange Nichtkonfrontation bzw. das Verschweigen der Mitschuld der Burgenländer*innen an den Verbrechen gegen die Rom*nja spiegelt sich in der Erinnerungspolitik des Burgenlandes wider. Die problematische politische Bereitschaft für die Aufarbeitung dieser Verbrechen zeigt sich auch in der burgenländischen Denkmallandschaft. Bis Ende der 1980er Jahre waren die Rom*nja in der burgenländischen Denkmallandschaft nicht präsent. Erst mit der Anerkennung der Rom*nja als Volksgruppe kam Bewegung in die Gedenkkultur. Auf Initiativen von verschiedenen Roma-Vereinen, Privatpersonen und kirchlichen Vertretern entstanden erste Denkmäler und Erinnerungsstätten für die ermordeten Rom*nja. Read the rest of this entry »
April 19th, 2019 |
Published in
Hochschulschriften, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Strahinja Dobrivojević (2017): Das Bild der Zigeunerin in ausgewählten Werken von Adalbert Stifter, Karl Emil Franzos und Hermann Hesse
Masterarbeit, Karl-Franzens-Universität Graz (Institut für Germanistik), 66 S.
→Download der UB Graz (pdf)
Abstract (Link):
Die Einstellung verschiedener Bevölkerungen der Welt gegenüber dem Fremden ist seit langem ein wichtiger Forschungspunkt, sowohl in der Politik und Geschichte als auch in der Sprache und der Literaturwissenschaft. Die Bilder des Fremden reihen sich aneinander und sind ein unerlässlicher Bestandteil der Anerkennung jeder Minderheitsgruppe geworden. In einigen Fällen sind diese Bilder eine positive Annahme des Fremden, aber im größten Teil umfassen sie an breites Spektrum an Urteilen, Vorüberzeugungen und Verachtung.
Diese Arbeit, Das Bild der Zigeunerin in ausgewählten Werken von Stifter, Franzos und Hesse, hat das Anliegen, die eher negativen Bilder des Fremden aufgrund konkreter literarischer Beispiele aus den vorhandenen Werken darzustellen. Darunter befinden sich zwei Werke von Adalbert Stifter (Katzensilber und Der Waldbrunnen), ein Werk von Karl Emil Franzos (Die Hexe) und ein Werk von Hermann Hesse (Narziß und Goldmund). Alle Werke außer Die Hexe stellen ein Bild des Fremden dar, das obwohl es negativ am Anfang perzipiert werden könnte, am Ende eher affirmativ ist. Die Hexe hingegen ist eine Erzählung, an deren Beispiel sich das negative Bild des Fremden am besten verstehen lässt. Die Arbeit ist so eingegliedert, dass jeder Teil eine ausführliche Darstellung der wichtigsten Motive und Topoi umfasst. Read the rest of this entry »
März 4th, 2019 |
Published in
Hochschulschriften, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Astrid Hanisch (2017): „Ich nenne es banken“. Betteln und Schnorren im Kontext rassistischer und nationalistischer Konstruktionen. Eine kritische Diskursanalyse
Masterarbeit an der Fachhochschule FH Campus Wien (Masterstudiengang: Sozialraumorientierte und Klinische Soziale Arbeit), 116 S.
→Download der FH Campus Wien (pdf)
Abstract (S. II):
Im vorherrschenden Diskurs um das Straßenbetteln in Österreich hat die räumliche Herkunft und Staatsbürger_innenschaft der bettelnden Menschen eine maßgebliche Bedeutung. In der Unterscheidung zwischen den „eigenen“ (österreichischen) und den „fremden Bettler_innen“ (vor allem denen, aus dem ost- und südosteuropäischen EU-Ausland) werden Subjekt- und Objekt-Konstruktionen vollzogen. Die „fremden Anderen“ werden entindividualisiert und als kollektive, massenhafte Bedrohung für den Sozialstaat und die öffentliche Sicherheit behandelt. Gleichzeitig werden bettelnde Menschen immer wieder als „Roma“ identifiziert, wobei diese Ethnisierung als Projektionsleistung der Mehrheitsgesellschaft zu verstehen ist, die Betroffenen selbst werden meist nicht befragt. Der Untersuchungszeitraum der vorliegenden Masterarbeit beginnt 2012, also unmittelbar vor oder nach dem Verfassungsgerichtsurteil, das das allgemeine Bettelverbot aufgehoben hatte. Es wurden acht Broschüren aus den Bereichen Soziale Arbeit, Menschenrechtsorganisationen, Polizei und Gemeinden auf ihre Verhandlung der Thematik hin untersucht. Dabei wurde sowohl die Verwendung von Text als auch von Bildern berücksichtigt. Als Analysewerkzeug wurde die Rahmenanalyse nach Erving Goffman angewendet. So sollte es möglich werden, die sprachliche und soziale Bedeutung von räumlicher Herkunft und Staatsbürger_innenschaft und die daraus abgeleitete Ethnisierung mittels einer Kritischen Diskursanalyse aufzuzeigen. Als wesentliches Ergebnis gilt, dass sich die Soziale Arbeit ihrer antirassistischen Verantwortung im Spannungsfeld zwischen Polizei, den Gemeinden, dem politischen Willen und der medialen Berichterstattung bewusst sein muss.
Read the rest of this entry »
Februar 26th, 2019 |
Published in
Hochschulschriften, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Johanna Raphaela Blamberger (2018): „Alle sitzen wie Pilze nebeneinander und machen: Bitte, Madame, bitte, Herr!“ – Betteln als Performance und Humor als Strategie: kulturanthropologische RomNija-Begegnungen auf den Straßen von Graz
Masterarbeit, Karl-Franzens-Universität Graz (Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie), 120 S.
→Download der UB Graz (pdf)
Abstract (Link):
Die Arbeit beschäftigt sich mit Begegnungen mit jenen RomNija, die als BettlerInnen oder ZeitungsverkäuferInnen auf den Straßen von Graz anzutreffen sind. RomNija erscheinen durch stereotype Zuschreibungen und Verurteilungen hinsichtlich ihrer Identität im Zusammenspiel mit Narrativen, die in Bezug auf BettlerInnen existieren, als eine homogene Personengruppe mit spezifischen Eigenschaften wie Disziplinlosigkeit oder Arbeitsscheue. Die kulturanthropologische Forschungsarbeit will ebendieses Bild aufbrechen: Eine differenzierte, kontextualisierte Betrachtung von RomNija als Individuen mit spezifischen Lebensgeschichten, Intentionen und Gedanken sowie von der Tätigkeit des Bettelns und die Rolle der Mehrheitsgesellschaft werden hierbei thematisiert. Den theoretischen Hintergrund bildet dabei das Konzept des Antiziganismus, welches die Entstehung und Reproduktion rassistischer Strukturen in unserer Gesellschaft analysiert. Kulturwissenschaftlich wird die Ansicht verfolgt, dass Kultur als Ordnungsprinzip in unserer Gesellschaft an hoher Bedeutung gewonnen hat und dabei soziale, ökonomische und politische Aspekte, die zur Erklärung von Lebenssituationen dienen, in den Hintergrund gedrängt oder aber als kulturell bedingt dargestellt werden. Interviews und Begegnungen mit RomNija, Reflexionen über Begegnungen, historische Betrachtungen sowie die Einbeziehung von künstlerischen Auseinandersetzungen eröffnen einen Raum für ein differenziertes Verständnis: Read the rest of this entry »