Interview

Historiker Herbert Brettl im Porträt

Juni 6th, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV, Wissenschaft

Radio MORA, 20.5.2026, 38:25 Min.
MEMO: Das Thema des Tages zum Mitnehmen
Redaktion: Elizabeth Hausmann-Farkas, Jelica Saček

Der Historiker, Autor und Pädagoge Herbert Brettl ist in Halbturn im Burgenland ge­boren. Er be­schäf­tigt sich vor allem mit der Geschichte des Burgenlan­des, der Zeit des Na­tional­sozialis­mus und der Erin­nerungs­kultur. Beson­ders inten­siv forscht er zur Ver­folgung von Roma und Sinti, zur regionalen Zeit­geschichte und zu Gedenk­orten im Burgen­land.  |   Herbert Brettl je studirao povijest i geo­grafiju na Sveučilištu u Beču i radi kao nastavnik i aka­demski autor. Objavio je brojne knjige i povijesne članke, uključu­jući poznato djelo „Nacio­nal­socija­lizam u Gradišću – Žrtve, počinitelji, pro­tivnici“. Također vodi „Blog o povijesti Gradišća“ i uključen je u razne pro­jekte vezane uz povijesna istraži­vanja i kulturu sjećanja. Za svoj znanst­veni rad primio je nekoliko nagrada od pok­rajine Gradišće.

(Text und Sendung: Radio MORA)

Siehe auch:
→Burgenland History Blog (Dr. Herbert Brettl)

Arbeit mit Armutsbetroffenen in Salzburg (2024)

März 31st, 2026  |  Published in Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Zentralquartett – Menschenrechte hier und jetzt (Vol. 20)
FS1 – Freies Fernsehen Salzburg (23.6.2024)

Die Salzburger Sozialarbeiterin Alina Kugler berichtet über ihre Arbeit mit Armuts­betrof­fe­nen und schil­dert im Gespräch mit Uschi Liebing und Bernhard Jenny, wie Aus­gren­zung und Dis­krimi­nie­rung insbesondere von Roma (Not­reis­ende und Roma-Ge­flüch­tete aus der Ukraine) in Salzburg aus­sieht. Aufgezeichnet am 17. Juni 2024.

Die Diskussion wurde auch als Radiosendung und Podcast veröffentlicht (Radiofabrik – das Freie Radio in Salzburg, CC BY-NC-ND 4.0).

(Sendung: Zentralquartett/FS1)

„Wir entkamen auf eigene Faust“

Januar 5th, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte

Cover Rostock-Lichtenhagen„Wir entkamen auf eigene Faust“. Zeitzeug*innen­berichte rumä­nischer Rom*nja vom Pogrom in Rostock-Lich­ten­hagen 1992. Heraus­gegeben vom Doku­men­tations­zentrum „Lichten­hagen im Ge­dächt­nis“ und der Landes­zentrale für politi­sche Bildung Meck­lenburg-Vor­pommern, Schwerin 2024, ISBN 978-3-948624-12-5

„Am scăpat singuri“. Mărturii ale romilor români despre pogro­mul din Rostock-Lich­ten­hagen (1992), volum editat de Centrul de Docu­men­tare „Lichten­hagen im Ge­dächt­nis“ și de Centru pentru Edu­cație Politică al lan­dului Mecklen­burg-Po­me­rania, Schwerin 2024, ISBN 978-3-948624-12-5

→Download (pdf)

Am Anfang stand der Hass gegen Roma. Das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen im August 1992 ent­zün­dete sich zu­nächst an der rassisti­schen Hetze gegen Roma-Flücht­linge aus Rumänien. Dieser Aspekt der rassistischen Gewalt­orgie wird heute fast immer aus­ge­blendet. Ein Inter­view-Band ruft jetzt das Schick­sal der Roma-Flücht­linge in Lichten­hagen in Erinnerung.

Drei Tage dauerten die Angriffe auf ehemalige Ver­trags­arbeiter*innen aus Vietnam und Asyl­suchende in Rostock-Lich­ten­hagen. Die rassis­tische Gewalt gilt heute als das größte Pogrom der deutschen Nach­kriegs­geschichte. Ein Großteil der betrof­fenen Asyl­suchenden, unter ihnen viele Rom*nja aus Rumänien, wurde nach dem Pogrom ab­ge­schoben oder verließ Deutschland, um rechter Gewalt und schlech­ten Lebens­bedin­gungen zu ent­gehen. Ihre Stimmen wurden im Geden­ken an das Pogrom in Lichtenhagen lange nicht gehört. In diesem Band er­schei­nen erst­mals die Berichte von sechs Zeit­zeug*in­nen aus Rom*nja-Com­mu­nitys im Süden Rumäniens, die als Asyl­suchende die rassis­tische Gewalt in Lichten­hagen erleben mussten. Sie er­zählen von der Migration nach Deutsch­land, der Selbst­rettung aus dem bren­nenden Sonnen­blumen­haus und ihren Forderun­gen für die Gegen­wart. Beglei­tende Aufsätze geben Infor­ma­tionen zum histo­rischen Kontext des Pogroms in Lichten­hagen und ordnen die Erinne­rungen ein.  (Klappentext)

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Vienna REC: Stefan Horvath im Gespräch

August 1st, 2025  |  Published in Interview, Radio, Podcast & TV

Antiziganismus in Österreich – Zeitzeugengespräch mit Stefan Horvath
Vienna REC/Orange 94.0, 15.7.2025 (1:26:50)

30 Jahre nach dem Rohrbombenattentat von Oberwart spricht Stefan Horvath über die Erinne­rung an den Porajmos (natio­nal­sozia­lis­ti­scher Völkermord an euro­päi­schen Sinti*zze und Rom*nja) und die an­haltende Dis­kriminie­rung von Rom*nja in Österreich. Stefan Horvath ist Zeitzeuge in mehr als nur einer Dimen­sion: Seine Eltern überlebten Auschwitz, sein Sohn Peter Sárközi wurde Opfer des neo­nazisti­schen Attentats von Oberwart. Er teilt seine Erfah­rungen in Büchern (u.a. Ich war nicht in Auschwitz und Katzenstreu) und durch seine Er­inne­rungs­arbeit.

Stefan Horvath, Schriftsteller, Oberwart
Moderation: Lea Riener, Initiative Edut, Wien
Bearbeitet von: Katharina Reisner

Die Veranstaltung fand am 8. Mai 2025 im Depot statt. In Kooperation mit Edut – Initiative für Erzählen, Dis­kutie­ren und trans­gene­ratio­nel­les Erin­nern und HÖR – Hoch­schüler*in­nen­schaft Öster­reichi­scher Roma und Romnja.

(Text & Sendung: Vienna REC via CBS)

„Verzeihen bedeutet nicht vergessen“

Juli 25th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Interview, Veranstaltungen & Ausstellungen

Ausstellungsgegenstand: Stuhl der Großeltern von Franz-Elias Schneck (Foto: Dokumentations- u. Kulturzentrum Deut­scher Sinti u. Roma)„Das vergessene Gedächtnis“ Ein Samm­lungs­pro­jekt in Deutschland

Seit 2023 sammelt und bewahrt das beim Dokumentations- und Kultur­zentrum Deut­scher Sinti und Roma in Heidelberg angesiedlete ProjektDas vergesse­ne Ge­dächt­nis„Objekte, die von Geschichte und Kultur von Sinti und Roma in Europa wäh­rend des Holocaust bis heute erzählen“, so die Selbstbeschreibung auf der Website: „Im Projekt sammelt ein Team aus Expertin­nen und Experten am Doku­menta­tions- und Kultur­zentrum Objekte aller Art [...]. Dazu zählen Möbel, Kleidungs­stücke, aber auch Dokumente und Fotos aus der NS-Zeit bis heute. Jedes Objekt wird erst nach sorg­fältigen Gesprächen mit den Objekt­gebern auf­ge­nommen und in einer eigens erstell­ten Datenbank ver­zeichnet. Video­interviews mit Zeitzeugen und ihren Nachfahren, den ,Zweit­zeugen‘, werfen Schlag­lichter auf die Bio­grafien der Men­schen hinter den Dingen. ,Zweitzeugen‘ können etwa Kinder, Enkel oder Urenkel von Über­leben­den des Holocaust sein. Aus dem so ent­stehen­den Material extra­hiert der Video­redak­teur unseres Teams signifi­kante Auszüge, die sich etwa auf die von den Zeitzeugen zur Ver­fügung ge­stellten Gegen­stände beziehen oder von Erfah­rungen erzählen, die wichtige Einblicke in Kultur und Gesellschaft der jewei­ligen Zeit erlauben. Die Interviews werden gleichzeitig in voller Länge für den Aufbau einer muse­alen-ar­chiva­li­schen Sammlung auf­bewahrt. [...] Verlorenes wieder­finden, Ver­schwun­denes als Leerstelle zeigen, Erin­nerun­gen erhalten – darum geht es im Projekt ‚Das vergessene Gedächtnis‘. Die Spuren von Menschen, die gelebt haben und die leben, sollen wieder sichtbar ge­macht, Biografien erzählt werden – von jenen, die etwa als Kind die NS-Zeit überlebten, aber auch von deren Kindern und Enkeln. Gegen­stände und Gespräche ver­mitteln in ihrer Vielfalt Ver­gangenes an­schaulich. Sie zeugen zugleich von der leben­digen Kultur und Geschichte von Sinti und Roma, die nicht im National­sozialismus endete.“

Mit der Koordination von Sammlungaufbau und Aus­stel­lung­gestaltung betraut ist Projekt­leiterin (und dROMa-Gastautorin: [1][2]) Vera Töns­feldt: „Wir wollen die Geschichte der Betrof­fenen er­zählen und sie selbst sprechen lassen. Wir klagen nicht an. Wir er­innern“, erklärt sie im Ge­spräch mit Frédéric Valin für das Am­nesty Jour­nal: Read the rest of this entry »

No a las Máquinas: Interview zur Ausstellung

Juli 5th, 2025  |  Published in Interview, Kunst & Fotografie, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen

Kuh, 2025, mixed media, David Hardy, Suisse Marocain, David Weiss (Foto: Kai Dikhas)Die Kuratoren Miguel Ángel Vargas Rubio und Moritz Pankok im Inter­view zur Aus­stel­lung in der Stif­tung Kai Dikhas in Berlin

→Anhören auf FluxFM.de
FluxFM/Radio Arty, 20:29 min.

In seinem eindringlichen Text entwirft Miguel Ángel Vargas Rubio ein komple­xes Pano­rama der euro­päischen Agrar­landschaft als Spiegel gesell­schaftli­cher Macht­ver­hältnisse, kolonialer Kon­tinui­täten und ka­pita­lis­tischer Zwänge. Die schein­bare Ordnung geo­metri­scher Felder, Traktor­spuren und Agrar­politik kon­tras­tiert mit den zer­split­terten Lebens­realitäten der am Rand lebenden, oft migran­tischen und mar­gina­lisier­ten Ge­mein­schaften. Dabei wird das Land nicht nur zum öko­no­mischen Objekt, sondern zum Symbol für Begehren, Aus­schluss und Überleben. Die Aus­stellung „Nein zu Maschi­nen – Roma-Per­spek­tiven auf eine apoka­lypti­sche Land­wirt­schaft“ (wir berichteten) greift diese Perspek­tiven auf und stellt sie in einen künstle­ri­schen und politi­schen Kontext. Werke von Künst­ler*in­nen wie David Weiss, Dan Turner oder Helios Gómez er­öffnen dabei neue Sicht­weisen auf die Frage, wie eine nach­haltige, gerechte Zukunft jen­seits in­dustri­el­ler Aus­beutung mög­lich sein könnte.

(Sendung und Text: FluxFM.de)

Ausstellung „No a las Máquinas“: Bis 30. Oktober 2025 im Aufbau-Haus am Moritz­platz (Stiftung Kai Dikhas und Kunst­raum Dikhas Dur, Prinzen­str. 84, 10969 Berlin). Öff­nungs­zeiten: Do. bis Sa. 16–19 Uhr

Zwangslager Ravensburg-Ummenwinkel

Juni 13th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Wissenschaft

Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma:
Das Zwangslager Ravensburg-Ummenwinkel

Podcast „Geschichte nach der Schule“  (Nr. 26), 11.1.2024, 54:53 min.

Dieter Grupp wendet sich in dieser Folge einem über lange Zeit mar­gina­li­sierten Thema der NS-Geschichte zu: der Opfer­gruppe der Sinti und Roma. Weit über das Ende der NS-Dik­tatur hinaus wurden sie nicht als solche an­erkannt und mussten für diese An­er­kennung einen müh­samen und langen Weg gehen.

Um das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven anzugehen, sind heute zu Gast: Dr. Armin Koch, Fach­berater Geschichte am ZSL (Zentrum für Schulqualität und Lehrer­bildung) und Re­feren­dars­aus­bilder am Seminar Weingarten, und Philipp Reinhardt, sein ehe­maliger Schüler und als Sinto Ko-Autor eines Unterrichts­konzepts zum Zwangs­lager Ummenwinkel. Darin wird die Geschichte der Sinti im Ravensburg (Oberschwaben) der 1930er und 1940er Jahre in einen größeren Kontext ein­ge­ordnet.

Im Podcast wird an vielen komplizierten Bereichen der Geschichts­forschung und -di­dak­tik gerührt: Wie soll man solch ein monströ­ses Thema im Unterricht an­ge­messen be­handeln? Was muss un­bedingt beachtet werden, was sollte man vermeiden? Welche Per­spektiven und welche Sprach­regelungen sind zu beachten? Und natürlich – wie kann man heute anti­ziganis­tischen Haltungen be­gegnen? Read the rest of this entry »

Rosa Mettbach, die Kämpferin

April 23rd, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV

Arolsen Archives: Videopodcast „Verbrechen Vergessen“, 17.2.2025 (41.09 min)

Als die Sintezza Rosa Mettbach 20 Jahre alt ist, deportieren die Natio­nal­sozia­listen sie in das Kon­zentra­tions­lager Auschwitz. Rosa überlebt als einzige ihrer großen Familie, die Nazis er­morden ihre sieben Geschwister und ihre Mutter. Nach dem Krieg versucht Rosa, Ent­schädi­gung für ihr er­littenes Leid zu beantragen, doch ihr Antrag wird abgelehnt. Aus­ge­rechnet von genau den Nazis, die vor 1945 an der Depor­tation der Sinti und Roma beteiligt waren. In dieser Folge „Ver­brechen Ver­gessen“ sprechen Susi und Lilith über Rosa Mettbach, die ihr Leben lang für die An­erkennung und Ent­schädigung des Leids, welches Sinti und Roma durch die NS-Ver­folgung erlitten, kämpfte. Dafür hat Lilith mit einem Men­schen ge­sprochen, der Rosa beson­ders gut kannte – mit ihrem Enkel Johann Mettbach. Wir be­danken uns an dieser Stelle von Herzen, dass er Rosas Geschichte mit uns teilt!

Bei „Ver­brechen Vergessen – Was nach 1945 geschah“ sprechen wir über wahre Verbrechen, die zwar größten­teils nach dem Krieg statt­fanden, aber un­mittelbar mit den Verbrechen der Nazis zu­sam­men­hängen. Read the rest of this entry »

Aktuelle Interviews: Radoslav Ganev

April 16th, 2025  |  Published in Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte


Welttag der Sinti und Roma: Gespräch mit Radoslav Ganev
Bayern 2/Aktuelle Interviews, Sendung vom 8.4.2025 (8:12 min)

Zum internationalen Tag der Sinti und Roma: Verena Fiebiger spricht mit dem Poli­tik­wissen­tschaftler Radoslav Ganev, Gründer des Vereins RomAnity e.V. (Website), über Antiziganismus und Diskriminierung.

(Text und Sendung: Bayern 2/BR/Mediathek)

Siehe auch:
Podcast: Im Gespräch mit Radoslav Ganev, 25.3.2023
Sinti und Roma in München und Oberbayern, 15.9.2022
„Ich habe meine Herkunft verschwiegen“, 21.5.2021
Positive Bilder schaffen: RomAnity.de
, 5.8.2020

Videopodcast: Als Sinto ausgegrenzt

April 9th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Antiziganismus: Interview mit Shimano Petermann
Arolsen Archives: Podcast „Keine Geschichte“ vom 3.2.2025 (12.57 min)

Wusstest du, dass die Nationalsozialisten schätzungs­weise 220.000 bis 500.000 Sinti und Roma ver­folgten und ermor­deten? Shimano er­zählt in dieser Folge „Keine Geschichte“ von seinem Opa, der als Kind das Kon­zentra­tions­lager Auschwitz überlebte. Doch auch nach Ende des Zweiten Welt­kriegs hörte die Dis­krimi­nierung gegen Sinti und Roma in Deutschland nicht auf. Anti­ziganismus gehört für viele Betrof­fene zum Alltag. Timm Giesbers und Shimano Petermann spre­chen über Vorurteile gegen Sinti und Roma heute und über die Geschichte des Box-Profis Johann Trollmann, einen Sinto, den die Nazis im KZ töteten. Read the rest of this entry »

Antiziganismus, der „salonfähige“ Rassismus

März 13th, 2025  |  Published in Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Unter dem Radar – Antiziganismus, der „salonfähige“ Rassismus (Teil 1 & 2)
Grenzfrei – der Podcast des Münchner Flüchtlingsrats
Doppelfolge vom 17./18.9.2024

„Antiziganismus? Nie gehört!“ Dennoch gibt es ihn – bis heute. Diese leider noch immer salon­fähige Form des Rassismus beruht auf einem Kon­strukt aus Klischees und Zu­schrei­bun­gen, das sich über Jahr­hunderte heraus­ge­bildet und ver­festigt hat. Es führt zu Dis­krimi­nie­rung und Aus­grenzung von Sinti* und Rom:nja sowie ent­spre­chend ge­lesener Personen. Die Minder­heit ist mit Ab­lehnung und Vor­urteilen kon­frontiert – oder mit einem erstaun­lichen Maß an Unwissen. Mit dieser Doppel­folge möchten wir einige Infor­ma­tions­lücken schließen und die eine oder andere Tür auf­stoßen.

Gesprächspartnerinnen:

Dr. Andra Draghiciu – Historikerin und Mitarbeiterin beim Landes­verband Sinti und Roma Rhein­land-Pfalz, stammt aus Ru­mänien
Larisa Leitz – Romni und Mitarbeiterin beim Landes­ver­band Sinti und Roma Rhein­land-Pfalz, stammt aus Rumänien
Esther Reinhardt-Bendel – Sintezza und Aktivistin, Mit­grün­de­rin von Sinti-Roma-Pride

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Fickijendar taj vurclinendar

Dezember 23rd, 2024  |  Published in Interview, Literatur & Bücher, Romani, Wissenschaft, dROMa (Magazin)

SPRACHE | TSCHIB

Von Nestern und WurzelnJek nevi Romani-alavengeri kenva rodel palo kes­diptscha


Duj tschibtschakere forschertscha jek barika­ni bu­ti ker­de: jek eti­mo­lo­gi­schi ala­ven­ge­ri ken­va le Ro­ma­ni­jistar. Pantsch ber­scha pa­loda terdschol akan anglo kise­ti­nipe. Amen le Miša Os­loniha (pol­ni­tiki aka­de­mija le visen­schof­ten­dar) taj le Kirila Ko­žano­viha (uni­ver­si­teta Potsdam) va­ker­tscham.

dROMa: So o aundefinipe uso projekto dija?
O gondo andar jek schutscho koja alo: Amenge hatek asaj ala­ven­geri kenva pekal. Dschi uso bersch 2019 imar poar Roma­ni-di­jalek­tscha schtu­dirin­tscham, taj amaro interesi upre aja igen schukar tschib use jek punkto alo, kaj amen palo kes­dip­tscha taj o ent­vik­li­nipe adale dija­lek­tschen­dar te rodel kama­hahi. Kekej but upri etimo­logija le Roma­ni­jistar butscha­linde (Pott, Miklosich, Turner, Boretzky, tschak poar te akarel), na dija jek kise­timo butscha­linipe. Hatek amen akor phen­tscham, hot jek etimo­lo­gischi alaven­geri kenva keras. Erschtivar, amen o amenge prin­dscharde „phure“ (a. b. indischi, persischi, arme­nischi, taj te greci­jakere taj sud­sla­vitike) alava khetan kedijam taj kes­din­tscham, jek bulhi historija sako­nestar te pisinel. Amen odotar ar dschas, hot odola alava le cile Romenge dschi use len­gero hinti­nipe usar o Balkan ando 15to schel­ber­schen­gero, prin­dscharde sina.

Kitschi alava hi?
Ande amari alavengeri kenva valami 1.200 „ficki“ del, a. b. jek vurclina mindenfe­litike odotar tel vodime ala­venca, kaj ando kise­tinipe poar eseri alava anali­sirim hi. O cile, valami 50 dijalek­tschendar kiposim on. Afka tschak na dikes, katar o alav al, hatek tu akor te dikes kaj lo and beschardo ol. Pedar ari, sakona histo­rijake sakone alavestar ande leskere minden­felitike schtadiji palal dschas, kaj jek angle­ter­dscho­jipe odolestar te uschtides, sar o phure dschene le Romendar ando minden­felitike cajtscha, vaker­nahi. Butvar tschak i historija jeka tschib­tschatar i historija le manu­schendar, save la vakeren, schaj sikal. Ada but alavenge terdschol, save o igen „phure Roma“ andar o tschib­tscha getschen line, sa­venca on upre lengeri dugi roas andar i Indija andi Grecija ando kon­takto ale. Read the rest of this entry »

Von Nestern und Wurzeln

Dezember 21st, 2024  |  Published in Interview, Literatur & Bücher, Romani, Wissenschaft, dROMa (Magazin)

SPRACHE | TSCHIB

Von Nestern und WurzelnEin neues Romani-Wörterbuch sucht nach den Ursprüngen


Auf eigene Faust machten sich zwei Sprach­for­scher an eine Her­ku­les­arbeit: ein ety­mo­lo­gi­sches Wör­ter­buch des Ro­ma­ni. Fünf Jahre spä­ter steht es vor dem Ab­schluss. Wir ha­ben mit Michail Oslon (Pol­ni­sche Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten) und Kirill Kožanov (Uni­ver­si­tät Potsdam) ge­spro­chen.

dROMa: Was gab den Anstoß zum Projekt?
Die Idee entstand auf recht prosaische Weise: Wir benötig­ten einfach ein solches Wörter­buch. Bis zum Jahr 2019 hatten wir bereits einige Roma­ni-Dia­lekte stu­diert, und unser Inter­esse an dieser wunder­schönen Sprache hatte einen Punkt er­reicht, an dem wir den Ursprung und die Ent­wick­lung dieser Dialekte er­grün­den wollten. Obwohl viele an der Etymologie (Wort­geschichte) des Romani ge­arbei­tet haben (Pott, Miklosich, Turner, Boretzky, um nur einige zu nennen), gab es keine voll­ständige Be­arbei­tung. Wir be­schlos­sen also, ein etymo­logi­sches Wörterbuch selbst zu ver­fassen. Zuerst sammel­ten wir alle uns be­kannten „alten“ (d. h. indischen, iranischen, arme­nischen sowie teil­weise griechischen und süd­slawischen) Wörter und be­gannen, eine um­fas­sende Geschichte von jedem zu schrei­ben. Wir gehen davon aus, dass diese Wörter allen Roma bis zu ihrer Zer­streu­ung vom Balkan im 15. Jahr­hun­dert be­kannt waren („Gemein­wortschatz“).

Wie viele Einträge sind es?
Unser Wörterbuch besteht aus etwa 1.200 „Nestern“, d. h. einer Wurzel mit ver­schie­denen davon ab­ge­leiteten Wörtern, sodass am Ende einige tausend Wörter analy­siert sind. Alle werden an­hand von etwa 50 Dialekten illustriert. So kann man nicht nur erfahren, woher ein Wort stammt, son­dern auch wo und wie es jetzt ver­wendet wird. Darüber hinaus verfolgen wir die Geschichte jedes Wortes in seinen ver­schiede­nen Stadien, sodass man eine Vor­stel­lung davon be­kommt, wie die Vorfahren der Roma zu verschie­denen Zeiten sprachen. Oft kann nur die Ge­schichte einer Sprache die Ge­schichte der Men­schen, die sie sprechen, offenbaren. Dies gilt für viele Wörter, die die „Ur-Roma“ aus den Sprachen ent­lehnt haben, mit denen sie auf ihrer langen Reise von Indien nach Griechen­land in Kontakt kamen. Read the rest of this entry »

„Jek nevi cedula“

Dezember 17th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Romani, dROMa (Magazin)

IM GESPRÄCH | ANDO VAKERIPE

IM GESPRÄCH | ANDO VAKERIPE: Bildungsexpertin und Politikerin Tina Gažovičová (Foto: Tina Gažovičová/Facebook)Ekspertkija: Romani-ischkoli nan nisaj putripe

Dajakere tschibtschakere sikajipeha le Ro­­men­­ge­­re-tscha­­ven­­ge andi Slo­­vakija akan bara andar o drom bejg ispi­­dim te on. O ministerijum dikel ada ojs „keripe uso be­­kejmpfi­­nipe la segre­­gaci­­jona­­tar“. Ham so ada butschol? Amen usi sika­­di­­pes­­keri eks­­pert­­kija Tina Gažo­­vi­­čová ando foro Bratisl­­ava palal phutsch­­lam.

dROMa: Andi Slovakija akan bojd jek ischko­­la la sika­­ji­­pes­­kera tschib­­tscha­­ha Ro­­mani dela. (→Sikadipe: O eksperimento andar Rakúsy) Hi ada jek barikano drom?
Tina Gažovičová: O phutschajipe andi Slovakija igen bri­­gasch­­no hi. Te le politischi taj inter­­kultu­­reli fatre­­ter­­tschen le Romen­­ge­­re-tschu­­li­­pestar andi Slovakija minden­­felitike muani­­nip­­tscha use aja tema hi. Upri jek rik latscho hi, hot but Romen­­gere-tscha­­ven andi Slo­­vakija Romani ojs dajakeri tschib hi taj hatek ada schaj pomo­­schin­­lahi, Romani te andi isch­­kola te siklol. Ande amaro isch­­kola­­kero tscha­­tschipe o tscha­­tschipe le tschu­­lip­­tschen­­dar ande hi, ande lengeri daja­­keri tschib sikade te on, taj amen andi Slovakija jek dugi tradicija isch­­kolen­­dar le ungrike tschu­­lipeske hi. Ando peripe le Romen­­ge­­re-tschu­­li­­pestar ada ham schoha prik beschardo na ulo, kaj tschak igen tschule Roma­­ni-mesch­­ter­­tscha del taj kaj o minden­­feli­­tike dijalek­­tscha le tel pisime Roma­­ni­­jistar avrijal hi. Vaschoda tschak tschule ischkoli del, ande save Romani ojs foch sikado ol, ham dschi­­jakana nisaj ischkola, Rom­­nijiha ojs sikaji­­pes­­keri tschib.

So gejng vakerel?
O argumento gejng ischkoli Romanijiha ojs sikajipeskeri tschib hi, hot on i segre­­gaci­­jona (isch­­kola­­kero artscha­­pinipe) taj o socijali artscha­­pinipe le Romen­­ge­­re-tschu­­li­­pestar meg horeder keren. Ando lejcti desch­­ber­­schen­­gere i segre­­gaci­­jona le Romen­­ge­­re-tscha­­vendar ando ischko­­lakero koja andi Slovakija bibas­­ta­­leder uli. But gava del, ande save agun jek „keverimi“ ischkola delahi, savi Romen­­ge­­re- taj te slova­­kitike, poavar te ungrike tschib­­tschakere tscha­­vendar, kher rodim ule. O gendo le slova­­kitikendar ande odola gava ham tel lel, taj o Roma mindig buteder on, so uso cajchn le „parne naschi­­keri­­pestar“ vodin­­tscha, kaj adi odola ischkoli tschak buter le Romen­­ge­­re-tscha­­vendar kher rodim on. Read the rest of this entry »

„Ein neues Etikett“

Dezember 17th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Romani, dROMa (Magazin)

IM GESPRÄCH | ANDO VAKERIPE

IM GESPRÄCH | ANDO VAKERIPE: Bildungsexpertin und Politikerin Tina Gažovičová (Foto: Tina Gažovičová/Facebook)Expertin: Romani-Schulen sind keine Lösung

Mit muttersprachlichem Unterricht sollen den Ro­­ma-Kin­dern in der Slo­wa­kei end­lich Steine aus dem Weg ge­räumt werden. Das Mi­nis­te­ri­um sieht dies auch als „Bei­trag zur Be­kämpfung der Se­gre­ga­tion“. Aber was be­deu­tet das? Wir ha­ben bei der Bil­dungs­ex­per­tin Tina Gažo­vi­čová in Bratislava nach­ge­fragt.

dROMa: In der Slowakei wird es bald eine Schule mit der Unter­richts­sprache Romani ge­ben (→mehr hier). Ist das ein sinn­voller Weg?
Tina Gažovičová: Die Frage ist in der Slowakei sehr umstritten. Auch die politi­schen und intel­lek­tuellen Ver­treter der Roma-Min­der­heit in der Slowakei haben unter­schied­liche Meinungen zu diesem Thema. Einer­seits stimmt es, dass viele Roma-Kinder in der Slowa­kei Romani als Mutter­sprache haben und es daher für sie hilf­reich sein könnte, Ro­mani auch in der Schule zu lernen. Unser Schul­gesetz beinhaltet das Recht der Minder­heiten, in ihrer Mutter­sprache unter­richtet zu werden, und wir haben in der Slowakei eine lange Tradition von Schulen für die ungarische Minder­heit. Im Falle der Roma-Min­der­heit wurde dies jedoch nie um­ge­setzt, da es nur sehr wenige Roma­ni-Lehrer gibt und außer­dem die ver­schie­denen Dialekte vom kodi­fizierten Romani ab­weichen. Daher gibt es nur wenige Schulen, in denen Romani als Fach unter­richtet wird, aber bisher keine mit Romani als Unter­richts­sprache.

Was spricht inhaltlich dagegen?
Das Argument gegen Schulen mit Romani als Unterrichtssprache ist, dass sie Segregation (Anm.: schuli­sche Ab­sonde­rung) und sozialen Aus­schluss der Roma-Min­der­heit weiter ver­tiefen. In den letzten Jahr­zehn­ten hat sich die Segre­gation von Roma-Kind­ern im Schul­wesen in der Slowakei ver­schärft. Es gibt viele Dörfer, in denen es früher eine „ge­mischte“ Schule gab, die sowohl von Roma- als auch von slowa­kischen, manchmal auch un­garisch­spra­chigen Kindern besucht wurde. Die Zahl der Slowaken in diesen Dörfern nimmt jedoch ab, während die Roma-Be­völ­ke­rung zu­nimmt, was zum Phä­nomen der „weißen Flucht“ geführt hat, so dass diese Schulen heute nur noch von Roma-Kindern besucht werden. Read the rest of this entry »

Podcast: Die Dis­kus­sion um die Be­nen­nung

Oktober 31st, 2024  |  Published in Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Antiziganismus, Gadje-Rassismus oder schlicht Ras­sis­mus? Die Dis­kus­sion um die Be­nen­nung der Dis­kri­mi­nie­rung und Aus­gren­zung von Sin­ti und Roma

bpb Podcast

→ Sendung downloaden (mp3)

Podcast der Bundeszentrale für politische Bildung | Gestaltung: Britta Veltzke, 2021, 34 Min. | Mit Daniel Strauß und Romeo Franz

Sintize, Sinti, Romnja und Roma werden aus­ge­grenzt und dis­kri­mi­niert – doch wie sollte diese Form von Rassis­mus an­ge­mes­sen be­nannt werden? Die De­batte um den Begriff Anti­ziga­nis­mus.

Als Bezeichnung für die Diskriminierung, die Aus­grenzung und den Rassismus, den Sin­ti­ze, Sinti, Romnja und Roma erfahren, etab­liert sich zu­nehmend der Begriff Anti­ziganis­mus. Doch ist der aus Sicht Vieler nicht der Weis­heit letzter Schluss, sondern ist von Kontro­ver­sen begleitet. Ent­gegen gehalten werden ihm Formu­lie­rungen wie „Rassismus gegen Sinti und Roma“, „Gadje-Ras­sis­mus“ oder „Anti­romais­mus“. Was aber genau wird an „Anti­ziganis­mus“ kri­tisiert? Welche Vorzüge haben andere Begriffe? Oder sind auch die wie­derum proble­ma­tisch? Ein­blicke in eine lau­fende Debatte.

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„Ererbte Biografien im Land der Täter:innen“

Oktober 21st, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radio Stimme auf Orange 94.0
Sendung vom 16.2.2022 (CC BY-NC)

Am 8. November 2021 fand im Repub­lika­nischen Club in Wien eine Diskus­sion mit dem Titel „Ererbte Bio­grafien im Land der Täter:in­nen. Eine Dis­kussion über die Reali­täten der zweiten und dritten Gene­ration nach der Shoah und dem Porajmos“ statt – Poraj­mos be­zeichnet dabei die systema­tische Er­mordung von Rom*nja und Sinti*zze durch die Natio­nal­sozia­list*innen. Bei der Ver­anstal­tung disku­tierten Anna Goldenberg, Samuel Mago und Peter Schwarz, mode­riert von der Histori­kerin Sarah Knoll. Diese span­nende Dis­kussion senden wir erneut in be­arbei­teter Version. Die Teil­neh­mer*in­nen be­richten aus ihren Familien­ge­schich­ten und bringen in ihrer Dis­kussion diverse Facetten des Themen­gebiets um das Erinnern und Gedenken zu­sam­men. Erst­aus­ge­strahlt wurde die Auf­zeichnung von Teilen der Dis­kussion von der VON UNTEN-Re­daktion auf Radio Helsinki.

(cba.fro.at)

Wie lässt sich Rassismus messen?

September 24th, 2024  |  Published in Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

detektor.fm/brand eins Podcast, 6.9.2024, 21:30 min

Ulrich Wagner ist Sozialpsychologe und beschäftigt sich mit Ein­stellun­gen gegen­über Minder­heiten und wie man sie messen kann. Das ist keine leichte Aufgabe, denn Ein­stel­lungen und Vorurteile, die zu­dem noch unter­schied­lich bewusst sind, lassen sich schwerer quanti­fizie­ren als simple Messwerte.

(Text und Beitrag: detektor.fm/Brand eins)

Latscho Diewes mit Marlon Reinhardt

September 5th, 2024  |  Published in Interview, Radio, Podcast & TV, Romani, Sport

Wie die Sprache der Sinti und Roma Koblenz (Deutschland) prägt
RZInside – Der Podcast der Rhein-Zeitung (35:54 min)

Wisst ihr, wann etwas „latsches“ ist? Wann man mit dem „Tschuglo“ raus­geht und mit dem „Wasty“ tele­foniert? Die Sprache der Sinti und Roma ist eng mit der Koblen­zer Sub­kultur ver­woben – darum geht es in diesem Podcast. Als Kickbox-Weltmeister lässt Marlon Reinhardt oft die Fäuste sprechen. Doch der 32-Jäh­rige en­gagiert sich auch intensiv in der Sinti-Com­mu­nity. Im Ge­spräch mit Finn Holitzka bei RZInside verrät er einen beson­deren Trick seines kleinen Sohnes.

(Text und Sendung: RZInside, Okt. 2023)

„Wir haben doch nichts getan …“

August 31st, 2024  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV

Der Völkermord an den Sinti und Roma. Spuren der NS-Zeit
Planet Schule/SWR, 23.4.2024

Jedes Jahr, am 2. August gedenken Sinti und Roma in Auschwitz ihrer ermor­deten An­gehöri­gen. Der Film zeichnet die wich­tigsten Stationen einiger Leidens­wege nach, fünf Über­lebende be­richten über ihr Schicksal: Hildegard Franz, deren Mann und drei Kinder in Auschwitz er­mordet wurden; Mano und Hugo Höllenreiner, die gerade mal zehn Jahre alt waren, als sie depor­tiert wurden und die in Auschwitz er­fahren mussten, welche Folgen die Ex­peri­mente des Lager­arztes Josef Mengele hatten; Lily van Angeren, die als Lager­schrei­berin die Namen aller Toten registrie­ren musste. Und Josef „Muscha“ Müller, der in einer Pflege­familie aufwuchs und nicht ahnte, dass seine leib­lichen Eltern Sinti waren. Er hat überlebt, weil seine Pflege­eltern ihn monate­lang in einer Garten­laube ver­steckt hielten und so dem Zu­griff der Behörden entzogen.

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