Geschichte & Gedenken

The Romani Atlantic (2026)

Oktober 5th, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft

The Romani Atlantic (Cambridge University Press)Martin Fotta / Ann Ostendorf (eds.): The Romani Atlantic, Cambridge University Press: Cambridge 2026.

Open Access: →Zur Downloadseite*  [CC-BY-NC 4.0]

„The Romani Atlantic“ untersucht die transatlantischen Migra­tions­bewe­gun­gen, Inter­aktionen und histo­rischen Erfah­rungen von Roma auf vier Konti­nenten und in fünf Jahr­hunderten. Anhand von Fall­studien frei­williger oder er­zwungener Mobilität – wie der histo­rischen Ver­bringung nach Angola oder Louisiana – zeigt der Sammel­band, wie diese Gemein­schaften trotz staat­licher Kontrollen durch strate­gisches Han­deln und Resilienz die moderne Welt mit­ge­staltet ha­ben.

Verlagsbeschreibung (Cambridge University Press):
The Romani Atlantic is the first comprehensive look at Romani expe­riences in the At­lan­tic World. Together, the essays detail the Romani people’s trans­atlantic circu­lations, inter­actions, connec­tions, and exchanges, reinfor­cing the view that the Atlantic was a zone of contact where identities inter­laced and trans­formed. The geo­graphical points and flows covered include imperial Spain and Mexico, Luso­phone Angolan slave trading ports, Ellis Island immi­gration controls, South-Eastern European villages, and Canadian commu­nity centers. Each case study illustrates the migra­tory flow and reflow of people, ideas, and processes, showing that Romani people have strategically engaged with state instru­ments, cultivated Romani distinc­tive­ness, and built resilient commu­nities. The Romani Atlantic traces the under­explored history of Romani migration and high­lights the ways that Romani agency has shaped the modern world.

*) Das Buch ist auf der Verlagsseite nur in Form einzelner Kapitel ver­fügbar. Über die Funk­tion „Select all“ können Sie jedoch alle Be­stand­teile des Buches aus­wählen und ge­sammelt über „Down­load PDF (zip)“ herunter­laden.

(Text: Cambridge University Press)

The Roma as Agents of the “G*psy Question”

September 30th, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Studie zur Assimiliationspolitik in der Tschechoslowakei – Jan Ort: The Roma as Agents of the Jan Ort: The Roma as Agents of the “G*psy Ques­tion”. Belonging, Mobility and the Resettlement Policy in Socialist Czechoslovakia, Karolinum Press: Prague 2024.

Open Access: →zum Download [CC-BY-4.0]

Das Buch untersucht die Assimilations­politik des kom­mu­­nis­tischen Regimes in der Tschecho­slowakei der 1960er-Jahre, die durch die Zwangs­umsied­lung tau­sender Roma-Familien deren Lebens­weise zer­stören sollte. Statt nur die staatliche Per­spektive ein­zu­nehmen, be­leuchtet der Autor die konkrete Umsetzung vor Ort und stellt die Erfah­rungen sowie die Hand­lungs­fähig­keit der Roma selbst in den Mittel­punkt, die die staatlichen Maß­nahmen oft auch für ihre eigenen Lebens­strate­gien nutzten.

Verlagsbeschreibung (Karolina Press):
The story of Romani people in communist Czecho­slo­vakia has long been framed by a dis­crimi­natory policy of assimi­lation, and thus by fatal inter­ven­tions into Romani family ties and their broader socio-cultural systems. Para­doxi­cally, such a narrative failed to satis­facto­rily integrate the per­spective of the Roma them­selves, who often associ­ated the same period with an un­prece­dented expe­rience of social inclusion and material security. In his book, Jan Ort examines the state policy that in the mid-1960s aimed at the defi­nitive elimi­nation of “G*psy back­ward­ness” through the place­ment of thousands of Roma families in non-Roma society, thus becoming a symbol of the social enginee­ring inter­ven­tions of the commu­nist regime in the lives of Czecho­slovak Roma. In contrast to the pre­domi­nant focus on the per­spective of state autho­rities, the author seeks to map the practice of this policy in specific places, with an emphasis on the expe­riences and agency of the Roma them­selves, especially those who had their homes in eastern Slovakia. Read the rest of this entry »

Gedenken an den Porajmos in Österreich (2020)

September 9th, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Hochschulschriften

Karl-Franzens-Universität GrazLukas Sperlich (2020): Die Bedeutung des öffentli­chen Gedenkens an den Poraj­mos für Rom­Nija in Öster­reich

Masterarbeit, Karl-Fran­zens-Uni­ver­si­tät Graz, Geistes­wissen­schaft­liche Fakultät, Insti­tut für Geschichte, 114 S.

→Download der UB Graz (pdf)

Abstract (Link):

Roma sind seit den 1990er-Jahren eine von sechs in Österreich offi­ziell an­erkannten Volksgruppen. In den Jahren des National­sozialismus wurden sie schritt­weise aus­ge­grenzt und verfolgt, um sie anschlie­ßend zu ermorden. Nur ein kleiner Teil überlebte diese Zeit und kehrte zurück. Zuerst jahr­zehnte­lang von der öster­reichi­schen Öffent­lich­keit geleugnet, wird heute an die Verbrechen erinnert und der Opfer würdev­oll gedacht. Welche Rolle ein solches Gedenken für RomNija in Österreich spielt, ist die aus­gehende Frage der vor­liegenden Arbeit. Diese gliedert sich in zwei Teile: Ein erster Teil versucht, die Gruppe an sich zu de­konstru­ieren, und hinter­fragt ein prin­zi­pielles Zu­sammen­gehörig­keits­gefühl von RomNija. Trotz vieler Gemein­sam­keiten kann nicht von Roma im Sinne einer vor­gestellten Gemein­schaft ge­sprochen werden, deren Mitglieder sich mit­einan­der solida­risieren. Vielmehr ist es seit der Bürger­rechts­bewegung der 1980er- und 90er-Jahre eines der Haupt­anliegen einer intellek­tuellen Elite, eine solche Identität zu fördern, um in weiterer Folge die gesell­schaft­liche und wirt­schaft­liche Situa­tion von RomNija zu verbessern. In diesem Zusam­men­hang stehen zumin­dest teilweise die Bemü­hungen von öster­reichischen Vereinen, sich in die europä­ische Erinnerungs­landschaft des Holocausts ein­zu­schreiben. In einem zweiten Teil zeigt die Analyse der zwei Vereins­zeitschriften Romano Centro und Romano Kipo unter­schied­liche Zugänge zum Gedenken. Beide Vereine lehnen sich einer­seits an Narrative der Shoah an, um Teil einer bereits etab­lierten Er­innerungs­kultur zu werden, und stellen ande­rer­seits ein Bild einer Konti­nuität von Dis­krimi­nierung her, um mit der Erinnerung an die Gräuel des NS auf die heutige Schlech­ter­stellung auf­merksam zu machen und so Druck auf Mehrheits­bevöl­kerung und Politik aus­zu­üben, selbige zu ver­bessern.

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Halle: Sinti-Mau­so­le­um vor Verfall bewahrt

August 31st, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken

Deutschland: Das Mausoleum in Osendorf wird saniert (Foto: Radio Corax)Nach Sanierung: Sinti-Mau­so­le­um in Halle-Osen­dorf wurde feier­lich ein­ge­weiht

Am Sonntag, 23. August 2026, wurde in Halle-Osendorf (Deutschland) das Mau­so­leum Josef Weinlichs feierlich eingeweiht. Nach um­fas­sender Sanie­rung erinnert das Bau­denkmal an die Kultur der Sinti und Roma, die wäh­rend der natio­nal­sozia­listi­schen Diktatur fast voll­stän­dig aus Halle ver­schwand.

Für die nationale Minderheit spricht der Vor­sitzende des Zentral­rats Deut­scher Sinti und Roma, Romani Rose: „Das Mausoleum erinnert an die lange Geschichte der Sinti in Deutschland und macht deut­lich, dass Sinti mit ihrer 600-jäh­rigen deut­schen Geschichte selbst­ver­ständ­licher Teil dieses Landes sind, das ihre Heimat ist. Ich danke Bund, Land und der Stadt Halle für die Sanierung, die aus­drückt, dass dieses Land auch durch Bau­denk­male an die lange Geschichte der Min­der­heit erinnert.“

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Digitale Quellenedition zum NS-Völkermord

August 29th, 2026  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Wissenschaft

Sammlung der Forschungsstelle Antiziganismus: Staatsministerin für Kultur und Medien, Claudia Roth, und Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Theresia Bauer, besichtigen Exponate der Sammlung, Juli 2022 (Foto: Forschungsstelle Antiziganismus)Forschungsstelle Antiziganismus ediert Quellen zum NS-Völ­ker­mord an den Sinti und Roma in Europa. Die Arbeiten zum neun­jäh­ri­gen Pro­jekt wur­den zu Jahres­beginn auf­­ge­­nommen.

Eine groß angelegte digitale Edition führt Quellen zum national­sozialis­tischen Völkermord an den Sinti und Roma in Europa zusam­men und macht sie für Forschung und Öffent­lich­keit zugäng­lich. Publi­ziert werden sollen rund 1.200 Doku­mente – Schrift­stücke aus dem Ver­waltungs- und Ver­folgungs­apparat, ergänzt um Quellen aus der Per­spektive der Opfer. Angesiedelt ist das von der Deutschen Forschungs­gemeinschaft geförderte Projekt an der Forschungs­stelle Anti­ziganis­mus der Univer­sität Heidelberg. Für die Gesamt­laufzeit von neun Jahren stehen Förder­mittel in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro zur Verfügung. Das Vorhaben basiert maßgeblich auf der digitalen „Enzyklopädie des NS-Völker­mordes an den Sinti und Roma in Europa“, die seit Juli 2020 eben­falls an der For­schungs­stelle entsteht.

„Der NS-Völkermord an den Sinti und Roma wurde nicht nur gesell­schaft­lich und politisch jahrzehnte­lang ignoriert, sondern auch in der Forschung kaum beachtet“, erläutert die Histori­kerin Dr. Karola Fings, wissen­schaftliche Leiterin der beiden Projekte. Ziel ist es, mit der „Edition zum NS-Völkermord an den Sinti und Roma in Europa“ alle Ver­folgungs­prozesse von der rassistischen Stig­matise­rung bis hin zum Mord in den Vernichtungs­lagern ab­zu­bilden. Read the rest of this entry »

Geschichte der Sinti und Roma in Leipzig

August 24th, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV

Radio Blau LeipzigGespräch mit dem Historiker Daniel Weißbrodt

Radio Blau – Freies Radio für Leipzig

Sendung vom 31.7.2026, 22:51 Min. [CC-BY-NC-SA]

→Anhören (mp3)

Gespräch mit dem Autor und Historiker Daniel Weißbrodt (Website), Projekt­mit­arbeiter im Leip­zi­ger Verein Romano Sumnal (Website), über die Geschichte der Sinti und Roma in Leipzig und Sachsen, an­läss­lich auch des Inter­natio­na­len Tags des Gedenkens an den Genozid an Sinti und Roma am 2. August.

(Sendung und Text: Radio Blau)

Grundlagenkonzept für Wahrheitskommission

August 22nd, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Aufarbeitung des an-Sinti und Roma begangenen Unrechts in der Bundesrepublik Deutschland – Buchcover Springer VSMarc Buggeln, Sebastian Lotto-Kusche: Aufarbeitung des an Sinti und Roma begangenen Unrechts in der Bundesrepublik Deutschland. Grundlagenkonzept für eine Wahrheitskommission, Springer VS: Wiesbaden 2024.

Marc Buggeln und Sebastian Lotto-Kusche legen mit dieser Publika­tion ein Grund­lagen­konzept zur Wahrheit über das began­gene Unrecht an den Sinti_ze und Rom_nja in der Bundes­republik Deutschland und der DDR vor. Zunächst fassen die Autoren den Er­kenntnis- und For­schungs­stand zur Geschichte von Sinti_ze und Rom_nja nach 1945 in beiden deutschen Staaten zu­sam­men. Daraus ab­geleitet wird der Forschungs­bedarf und mögliche Frage­stellungen der ein­zu­richtenden Wahrheits­kommis­sion zur Auf­arbeitung des an Sinti_ze und Rom_nja began­genen Unrechts (WASRU). Da Wahrheits- und Ver­söhnungs­kommis­sionen in Deutschland bislang keine Tradition haben und meist im un­mittel­baren Übergangs­bereich von Diktaturen und Apartheids­regimen hin zu Demokratien ge­gründet wurden, werten die Autoren die Erfah­rungen dieser Kommis­sionen in unter­schiedli­chen Staaten weltweit aus. (Verlagsankündigung)

Dr. Marc Buggeln ist Universitätsprofessor für regionale Zeitgeschichte und Public History an der Europa-Uni­ver­sität Flensburg und Direktor der For­schungs­stelle für regionale Zeit­geschichte und Public History.

Dr. Sebastian Lotto-Kusche ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Postdoc an der For­schungs­stelle für regionale Zeit­geschichte und Public History der Europa-Uni­versi­tät Flensburg.

Siehe auch:
Deutschland beschließt Aufarbeitungskommission, 13.7.2026

Im Kampf um eine gesellschaftliche Identität

August 21st, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Hochschulschriften, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Sebastian Sauer (2025): Im Kampf um eine gesell­schaft­liche Identität. Die Erinnerung an das Rohr­bomben­attentat von Oberwart 1995 in der österrei­chi­schen Medien­land­schaft zwischen 2000 und 2020

Masterarbeit, Universität Wien (Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät), 154 S.

→Zum Download der UB Wien (pdf)

Abstract (Link):

Der Rohrbombenanschlag von Oberwart 1995 stellt eine Zäsur für die öster­rei­chi­schen Roma und Österreich im Gesam­ten dar. Die vor­liegende Arbeit unter­sucht, wie der Anschlag zwischen 2000 und 2020 in der öster­reichi­schen Medien­land­schaft erinnert wurde. Hierzu werden die vier Print­medien Kronen Zeitung, Kurier, Der Standard und Die Presse unter­sucht. Audio­visuelle Medien finden durch Ein­bindung des ORFs in die Unter­suchung Berück­sichti­gung. Basie­rend auf der Nach­richten­wert­theorie unter­sucht eine erste quanti­tative Analyse, welcher Stellen­wert der Anschlags­erinne­rung über die Jahre von der österrei­chi­schen Presse zu­gewiesen wurde. Die an­schlie­ßende qualitative Analyse ver­sucht, durch die Ein­ordnung in ein Kategorien­system domi­nante Inhalte der Bericht­erstattung und mög­liche Ent­wicklun­gen zu identi­fizieren. An­schlie­ßend werden aus der Bericht­erstattung heraus­ste­chende Thema­tiken und Artikel, die durch besonders hohes Maß von gesell­schaftli­chem Interesse ge­prägt sind, näher diskutiert. Durch dieses Vor­gehen soll die Anschlags­erinne­rung im kultu­rellen Ge­dächtnis verortet werden und ihre Rolle in der Kon­struktion einer österrei­chischen Identität be­urteilt werden können. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (593)

August 10th, 2026  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Religion

Einer eso­te­ri­sch-religiösen Theo­rie zu­folge han­delt es sich bei den Roma um die Nach­fah­ren ei­nes der ver­lo­re­nen Stäm­­me Is­ra­els (Si­meon).

(Quelle)

Gondolipeskero di le Romenge taj Sintijenge

August 5th, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 4.8.2026 | 7:57 min

2. August: Holocaust-Gedenktag für Roma und Sinti

O dujto august o holocaust gondo­lipeskero di le Romenge taj Sinti­jenge upro tradipe taj mur­daripe le valami epasch milijona Romenge taj Sintijenge maschkar i cajt le nacijo­nal­socija­lis­musis­tar pal gondo­linel. Oda di upro keripe le logeristar Auschwitz Bir­kenau ando bersch deschuenja schtarvar desch taj schtar pal dschal. Ande i rat le dujti upro triti augustis­tar deschu­enja schtarvar desch taj schtar i SS o logeri livi­dirin­tscha. O opfe­rtscha sina pedar schtar eseri trin schel Sinti taj Roma – lendar but tschave, dschuvla taj phure manuscha, save na la mujsi­nipeskera butjake selec­tirim ule – ando gas­kamertscha mur­darde ule.Sajt o bersch duj eseri bischu trin ada di te andi Austrija ojs oficijeli nacijo­nali gon­dolipeskero di hi. Sako bersch gondoli­peskere mula­tintschagi tel likerde on, sar ando austritiko parlamento, Lacken­bach vaj ando gondo­lipes­kero than Auschwitz-Birkenau.

2. August –Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma: Er erin­nert an die Ver­folgung und Ermor­dung von schät­zungs­weise 500.000 Ange­hörigen dieser Minder­heiten wäh­rend der Zeit des National­sozialis­mus. Das Datum bezieht sich auf die Ereig­nisse im Kon­zentra­tions- und Ver­nichtungs­lager Auschwitz-Bi­rkenau im Jahr 1944. In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 liquidierte die SS das so­ge­nannte „Zigeuner­familien­lager“. Die Opfer: über 4.300 Sinti und Roma – vor allem Kinder, Frauen und ältere Menschen, die zuvor nicht zur Zwangs­arbeit selek­tiert worden waren – wurden in den Gas­kammern ermordet. Seit 2023 gilt dieser Tag auch in Österreich als offi­zieller nationaler Gedenktag. Jähr­lich finden Gedenk­ver­anstaltun­gen statt, unter anderem im öster­reichi­schen Parlament, Lackenbach oder in der Gedenk­stätte Auschwitz-Bir­kenau.

(Beitrag: TV Erba)

Gedenken: Kranzniederlegung des Parlaments

August 3rd, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Politik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Emmerich Gärtner-Horvath bei der Kranzniederlegung (Foto: Parlamentsdirektion/​Bernadette Sattler-Remling)Das österreichische Parla­ment ge­denkt der Opfer des NS-Völker­mords an Roma und Sinti: Kranz­nie­der­le­gung der Par­la­ments­spitze zum na­tio­na­len Ge­denk­tag

Wien (PK) – Zum diesjährigen Holocaust-Gedenktag für Roma und Romnja sowie Sinti und Sintizze [am 2. August] ge­dachte das Parla­ment am 31. Juli mit einer Kranz­nieder­legung im Weihe­raum beim Äußeren Burgtor am Heldenplatz.

Die Parlamentsspitze wurde dabei durch Bundesrats­prä­siden­tin Christine Schwarz-Fuchs, Zwei­ten Natio­nal­rats­präsi­denten Peter Haubner und Drit­ter National­rats­präsi­dentin Doris Bures ver­treten. Die Kranz­nie­der­le­gung er­folgte ge­mein­sam mit dem Vor­sitzenden des Volks­grup­pen­bei­rates der Roma Emmerich Gärtner-Horvath und seinem Stell­ver­tre­ter Andreas Sarközi.

Rosenkranz: Erinnerung aufrecht halten und für die Zukunft sorgen
„In einem beispiellosen Zivilisationsbruch ist Roma und Sinti damals ihre Würde, ihre Heimat und ihr Leben genom­men worden. Das Gedenken ist ein Auftrag an uns alle, mensch­lich und wachsam zu sein und alle jene zu schützen, die aus­gegrenzt werden“, erklärte National­rats­präsident Walter Rosenkranz zu diesem Anlass. Damit sei der nationale Gedenktag ein stiller, aber eindringlicher Ruf an das Gewissen der Men­schen. Das Parla­ment bekenne sich an diesem Tag zu seiner Ver­antwor­tung, die Erin­nerung aufrecht zu halten und Sorge für die Zukunft zu tragen.

Schwarz-Fuchs: Würde und Gleichberechtigung muss jeden Tag ver­tei­digt werden
Die Namen und Lebensgeschichten der ermordeten Roma und Sinti dürften nicht hinter Zahlen ver­schwinden, forderte Bundes­rats­präsi­dentin Christine Schwarz-Fuchs. Erin­nerung heiße auch, Aus­grenzung und Vor­urteilen gegen­über Roma und Sinti heute klar ent­gegen­zu­treten. „Ihr Schicksal verpflichtet uns, Würde und Gleich­berechti­gung in unserer Gesell­schaft jeden Tag zu verteidigen“, so die Bundes­ratsvpräsidentin.

Haubner: Erinnern ist Auftrag, Minderheiten zu achten
Von den rund 11.000 Angehörigen der Volksgruppe der Roma und Sinti in Österreich seien etwa 90 Prozent Opfer des national­sozialis­tischen Terrors geworden, erklärte Zweiter National­rats­präsi­dent Peter Haubner. Read the rest of this entry »

Europa: Chronik der Roma-Politik 2011–2026

Juli 30th, 2026  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Politik, Recht & Gericht, dROMa (Magazin)

Timeline der europäischen Roma-Politik (Bild: Pixabay/Vilkasss)dROMa 82: Was war wann?

Europa – Historija la Ro­men­gera-poli­tikatar (3): caj­ta­keri dorik 2011–2026

→TEIL 1: Chronik 1969–2000
→TEIL 2: Chronik 2001–2010

Papiere, Beschlüsse, Programme: Seit gut drei­ßig Jahren er­arbe­iten OSZE, Europarat und EU politi­sche Stan­dards, um die Inklu­sion der Roma voran­zu­bringen. Ein (un­voll­stän­di­ger) Über­blick über die vielen Etap­pen auf dem Weg zu Euro­pas Ro­ma-Politik | Pap­rusch­tscha, phenip­tscha, pro­gram­tscha: Sajt latsche 30 berscha i OSZE, o euro­pakero rot taj i EU politi­schi schtan­dar­dis­kere koji, hatek i inklu­sijona le Rome­ndar angle te anel, ar butscha­linen. Jek (na kisetimo) dikipe pedar o but falati upro drom usi Ro­men­geri-politik la Euro­patar.


2011 Europäisches Parlament:

Die Initiative 2010/2276(INI) zur „EU-Strategie zur Integration der Roma“ fordert am 9.3.2011 eine um­fas­sende Roma-Stra­tegie. Direkter politi­scher Anstoß zur Rahmen­strategie der Kom­mission. | I inicija­tiva 2010/2276(INI) usi „EU-jakeri-stra­tegija usi inte­gracija le Romendar“ ando 9.3.2011 jek bulhi Romen­geri-stra­tegija mangel. Direkti politischi aun­definipe usi keri­peskeri strategija la komi­sijonatar.

2011 Europäische Kommission:

Der „EU-Rahmen für nationale Strategien zur Integration der Roma bis 2020“ vom 5.4.2011 [COM(2011) 173] ist das zentrale Strategie­papier und fordert die Staaten zu nationalen Strategien auf. Die Rats­empfeh­lung 2013/C 378/01 vom 9.12.2013 stärkt den EU-Rahmen. Im Fokus stehen Bildung, Arbeit, Gesund­heit, Wohnen. | O „EU-jakero keripe le nacijo­nali strate­gijenge usi inte­gracija le Romen­dar dschi 2020“ andar o 5.4.2011 [COM(2011) 173] o centrali strate­gija­kero papruschi hi taj le schto­tschen­dar nacijo­nali strategiji mangel. O rotiskero angle­tscha­lajipe 2013/C 378/01 andar o 9.12.2013 o EU-jakero keripe soraljarel. Ando dikipe terdschon sika­dipe, buti, sastipe, atschipe.

2011 Europarat (CLRAE):

In Straßburg diskutiert der europäische Roma-Gipfel der Bürgermeister am 22.9.2011 kommunale Strategien. In der Folge ent­steht 2013 die Europäische Allianz der Städte und Regionen für die Roma-Inklusion. | Ande Straß­burg o euo­pitiko Romen­gero-bari­kano tala­linipe le birov­tschendar ando 22.9.2011 komunali stra­tegiji disku­tirinel. Paloda, 2013 i euro­pitiki alijanca le forijen­dar taj regijo­nendar la Romen­gera-inklu­sijo­nake kerdo ol.  Read the rest of this entry »

Europa: Chronik der Roma-Politik 2001–2010

Juli 30th, 2026  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Politik, Recht & Gericht, dROMa (Magazin)

Timeline der europäischen Roma-Politik (Bild: Pixabay/Vilkasss)dROMa 82: Was war wann?

Europa – Historija la Ro­men­gera-poli­tikatar (2): caj­ta­keri dorik 2001–2010

→TEIL 1: Chronik 1969–2000
→TEIL 3: Chronik 2011–2026

Papiere, Beschlüsse, Programme: Seit gut drei­ßig Jahren er­arbe­iten OSZE, Europarat und EU politi­sche Stan­dards, um die Inklu­sion der Roma voran­zu­bringen. Ein (un­voll­stän­di­ger) Über­blick über die vielen Etap­pen auf dem Weg zu Euro­pas Ro­ma-Politik | Pap­rusch­tscha, phenip­tscha, pro­gram­tscha: Sajt latsche 30 berscha i OSZE, o euro­pakero rot taj i EU politi­schi schtan­dar­dis­kere koji, hatek i inklu­sijona le Rome­ndar angle te anel, ar butscha­linen. Jek (na kisetimo) dikipe pedar o but falati upro drom usi Ro­men­geri-politik la Euro­patar.


2002 Europarat (PACE):

Die Empfehlung 1557 vom 25.4.2002 über die „Rechtslage der Roma in Europa“ beschäf­tigt sich mit der Migration und dem pre­kären Rechts­status der Roma und ver­weist auf aus­blei­bende Erfolge. | O angle­tschalajipe 1557 andar o 25.4.2002 pedar i „tscha­tschipes­keri situacija le Romen­dar andi Europa“ la migra­cijo­naha taj le phare tscha­tschipes­kere schta­tusiha le Romen­dar donde pe bescha­rel taj upre ar atschime jeri­nip­tscha sikal.

2003 Europarat (PACE):

Empfehlung 1633 fordert am 25.11.2003, die Zwangsrückführung von Roma nach Ex-Jugoslawien aus­zu­setzen, solange keine sichere Rückkehr mög­lich ist. | O angle­tschalajipe 1633 mangel ando 25.11.2003, hot o mujsi­nipes­kero palvo­dinipe le Romen­dar andi Eks-Jugo­slavija ar be­schardo te ol, asaj dur, dschimeg latscho pal­dscha­jipe del.

2003 OSZE:

Am 27.11./2.12.2003 verabschiedet die OSZE einen „Aktionsplan zur Verbesserung der Lage der Roma und Sinti“ mit Empfeh­lungen zu Bildung, Arbeit, Wohnen, Gesundheit und politi­scher Teilhabe. Die Um­setzung über­wacht das OSZE-Men­schen­rechts­büro (ODIHR). | I OSZE ando 27.11./2.12.2003 jek „akcijona­kero plan uso feder keripe la situa­cijatar le Romen­dar taj Sinti­jendar“ ari del, angle­tschalajip­tschenca uso sikadipe, usi buti, uso atschipe, uso sastipe taj uso politi­schi useke­rinipe. Pedar o prik­bescha­ripe o OSZE-jakero-manu­schen­gero tschatschipeskero butjakero kher (ODIHR) obocht del. Read the rest of this entry »

Europa: Chronik der Roma-Politik 1969–2000

Juli 29th, 2026  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Politik, Recht & Gericht, dROMa (Magazin)

Timeline der europäischen Roma-Politik (Bild: Pixabay/Vilkasss)dROMa 82: Was war wann?

Europa – Historija la Ro­men­gera-poli­tikatar (1): caj­ta­keri dorik 1969–2000

→TEIL 2: Chronik 2001–2010
→TEIL 3: Chronik 2011–2026

Papiere, Beschlüsse, Programme: Seit gut drei­ßig Jahren er­arbe­iten OSZE, Europarat und EU politi­sche Stan­dards, um die Inklu­sion der Roma voran­zu­bringen. Ein (un­voll­stän­di­ger) Über­blick über die vielen Etap­pen auf dem Weg zu Euro­pas Ro­ma-Politik | Pap­rusch­tscha, phenip­tscha, pro­gram­tscha: Sajt latsche 30 berscha i OSZE, o euro­pakero rot taj i EU politi­schi schtan­dar­dis­kere koji, hatek i inklu­sijona le Rome­ndar angle te anel, ar butscha­linen. Jek (na kise­timo) dikipe pedar o but falati upro drom usi Ro­men­geri-politik la Euro­patar.


1969 Europarat (PACE):

Die Empfehlung 563 der Parlamentarischen Versammlung (PACE) vom 30.9.1969 ist das erste inter­natio­nale Doku­ment, das sich mit der „Lage der Zigeuner und ande­rer Fah­ren­der“ be­fasst und diese als Min­der­heit mit Schutz­bedarf an­erkennt. | O angletschalajipe 563 le parla­men­tari­schi talalini­pestar (PACE) andar o 30.9.1969 o erschti inter­nacijo­nali doku­mento hi, savo pe la „situa­cijaha le Zigeu­neren­dar taj avre la­dasch­tschen­dar“ donde bescha­rel taj odolen ojs tschu­lipe araki­pes­kere peka­ntscha­goha aun prin­dscha­rel.

1975 Europarat (MK):

Die Resolution (75) 13 des Ministerkomitees (MK) vom 22.5.1975 gibt „Empfehlungen zur sozialen Lage der Nomaden in Europa“. | I resolucijona (75) 13 le minis­teren­gere komite­jistar (MK) andar o 22.5.1975 „angle­tschala­jip­tscha usi socijali situa­cija le no­madsch­tschen­dar andi Europa“ del.

1981 Europarat (CLRAE):

Die Konferenz der Gemeinden und Regionen (CLRAE) betont am 29.10.1981 in Resolution 125 die „Rolle und Verant­wor­tung der lokalen und regio­nalen Behörden hin­sicht­lich der […] Be­völ­kerungs­gruppen noma­discher Her­kunft“. | I kon­fe­renca le ge­majn­tschen­dar taj regijon­tschen­dar (CLRAE) ando 29.10.1981 andi resolu­cijona 125 o „than taj o ferant­voati­nipe le lokali taj regijo­nali birov­tscha­gendar vasch […] le dsche­nen­gere grup­nendar noma­dischi telschta­mini­peha“ angle asdija.

1983 Europarat (MK):

Das Ministerkomitee befasst sich in der Empfehlung R (83) 1 vom 22.2.1983 mit Maß­nahmen zugunsten „staatenloser Nomaden und Noma­den mit un­geklär­ter Staats­ange­hörig­keit“. | O ministe­ren­gero komitej ando angle­tschala­jipe R (83) 1 andar o 22.2.1983 kojenca le „naphandle schto­tschen­gere no­madsch­tschenca taj no­madsch­tschenca na putrime schto­tiskere use­kerini­peha“ donde pe be­scharel. Read the rest of this entry »

Prameň (Only Beautiful Things to Look At)

Juli 20th, 2026  |  Published in Film & Theater, Frauenrechte, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

Spielfilm von Ivan Ostrochovský (SK / CZ / HU 2026)
Buch: Marek Leščak, Ivan Ostrochovský, 88 Min.

Der Film feierte seine Weltpremiere am 5. Juli beim Karlovy Vary International Film Festival und wurde mit dem FIPRESCI-Preis für den bes­ten Film im Haupt­wett­bewerb aus­ge­zeichnet.

Der Film spielt Mitte der 1980er Jahre, als der Staat mithilfe seiner Gesetze konti­nuier­lich Einfluss auf die intims­ten Bereiche des Lebens seiner Bürger nahm. Ingrid (Aňa Geislerová) ist eine ehr­geizige Ärztin, deren Aufgabe es ist, Kinder zur Welt zu bringen, un­gewollte Schwan­ger­schaften ab­zu­brechen und an der Sterili­sation von Roma-Frauen mit­zu­wirken. Die melan­choli­sche Frau hat grö­ßere Be­denken hin­sichtlich ihrer privaten Situation als hin­sichtlich ihres Berufs­lebens – zumin­dest bis sie von einer neuen Freund­schaft mit einer charis­mati­schen Roma-Pflege­hel­ferin „über­rascht“ wird. Die spon­tane Agáta (Simona Boledovičová) zeigt Ingrid die mensch­lichen Züge einer ethni­schen Minder­heit, die von den Kommunis­ten auf ein demo­grafi­sches Problem re­duziert wurde. Ivan Ostro­chovskýs fesselndes Drama greift ein bis heute un­auf­ge­arbei­te­tes Thema der tschecho­slo­waki­schen Geschichte auf, als der der Staat über die Mög­lich­keit, Kinder zu be­kommen, be­stimmte.  (Karel Och / KVIFF 2026)

Aus dem Statement der Jury:  Read the rest of this entry »

Deutschland beschließt Aufarbeitungskommission

Juli 13th, 2026  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Bundesbeauftragter Michael Brand  im Bundestag, 2019 (Foto: Olaf Kosinsky [kosinsky.eu], CC BY-SA 3.0-de)Unrecht gegen Sinti und Roma nach 1945: Deut­sches Bun­des­ka­bi­nett be­schließt Ein­rich­tung einer Auf­ar­bei­tungs­kom­mis­sion

Das deutsche „Bundeskabinett hat am 6. Juli 2026 die Ein­setzung einer Un­ab­hängi­gen Kom­mission zur Auf­arbei­tung des Un­rechts an Sinti und Roma in der Bundes­repub­lik Deutsch­land und in der Deut­schen Demo­krati­schen Re­publik (DDR) nach 1945 be­schlos­sen“, meldet das deut­sche Bundes­ministe­rium für Bildung, Familie, Senio­ren, Frauen und Jugend auf seiner Web­site. „Auf Grund­lage dieses Kabi­netts­beschlus­ses wird der Par­lamen­tari­sche Staats­sekre­tär und Be­auf­tragte der Bundes­regie­rung gegen Anti­ziganis­mus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutsch­land, Michael Brand, die Mitglieder der Kom­mission aus­wählen und er­nennen.“ Die Kommis­sion wird das histo­rische Unrecht nach 1945 wis­sen­schaft­lich erfassen und doku­mentie­ren. Dazu sollen unter Aus­wertung bisheriger Er­kennt­nisse auch eigene wissen­schaftli­che Studien, An­hörungen und Inter­views mit Be­trof­fenen und An­gehöri­gen durch­geführt werden. Die Arbeiten werden in einem Abschluss­bericht vor­gelegt werden, in dem auch Empfeh­lun­gen der Kommis­sion an Politik und Gesell­schaft aus­ge­spro­chen werden.

Eine Geschäftsstelle bei der Stiftung Erinne­rung, Ver­ant­wortung und Zukunft (EVZ) wird die neue Auf­arbei­tungs­kommis­sion unter­stützen; für die Mittel der Ge­schäfts­stelle kommt der Be­auf­tragte auf. Mit der Instal­lierung der Auf­arbeitungs­kommis­sion setzt die deutsche Bundes­regie­rung nun die Em­pfeh­lung einer fraktions­über­greifenen Ent­schlie­ßung des Deutschen Bundes­tages vom 13. Dezem­ber 2023 (Druck­sache 20/9779) um. Darin hatte der Bundestag die Empfeh­lung des um­fassen­den Ab­schluss­berichts der Un­abhän­gigen Kom­mission Anti­ziganis­mus um, die 2019 vom da­mali­gen Bun­des­innen­minis­ter Horst Seehofer ein­ge­setzt worden war.

Michael Brand sieht die Einsetzung der Kommission als einen „längst über­fälli­ger Schritt für Sinti und Roma und zu­gleich für unsere ge­samte Gesell­schaft“:  Read the rest of this entry »

Nordirland: Roma im Visier (Teil 2)

Juni 22nd, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

"Stamp out racism" – Grafitti in einer Straße in Nordbelfast (Foto: Ardfern/Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)Die jüngsten Angriffe (siehe Teil 1: „Po­grom in Belfast: auch Roma be­trof­fen“) ste­hen in einer lan­gen Tra­di­ti­on ras­sis­ti­scher Gewalt ge­gen Roma in Nord­irland. Sie tra­gen die­selbe Handschrift wie die Aus­schrei­tun­gen 2009, 2014 und 2025.

Anti-Roma-Gewalt 2009: Schlägertrupps in Belfast

Bereits im Juni 2009 wurden rund 110 rumäni­sche Roma, die groß­teils in zwei Straßen im Süden Belfasts lebten, Ziel wieder­holter Ein­schüch­terun­gen und Gewalt. Die An­greifer riefen rassis­­tische Parolen und schleuderten Flaschen, Molotow­cocktails und Ziegel­steine, Fenster wurden ein­geschla­gen und Türen eingetreten. Die Täter waren junge Männer aus einem als „Village“ be­kannten pro­testan­tischen Viertel. Dort fand die Polizei auch meh­rere Rohr­bomben, die für Anschläge auf Roma vor­ge­sehen waren. Auch die Neonazigruppe „C 18“ be­tei­ligte sich an den An­griffen. Nach tage­langen Attacken mussten die Roma ihre Woh­nungen unter Polizei­schutz ver­lassen. Sie fanden Auf­nahme in einer Kirche und einem Sport­zentrum, später wurden Not­unter­künfte bereit­gestellt. Rund 100 Angehörige der 20 bis 30 Großfamilien kehrten in der Folge aus Angst nach Rumänien zurück. Manche reisten nach Mona­ten wieder nach Nordirland. Sie berich­teten von neuer­li­chen Vorfällen.

Anti-Roma-Gewalt 2014: Bomben in Derry

2014 kam es insbesondere in Ost-Belfast und Derry/Lon­don­derry zu weite­ren Angriffen auf Fahr­zeuge und Wohn­häuser ost­euro­päischer Zu­wanderer, darunter zwei Spreng­stoff­anschlä­ge auf Häuser rumäni­scher Roma im Viertel Waterside in Derry/Lon­don­derry. Die Täter brachten am 8. März 2014 um 01:30 Uhr mit Nägeln gefüllte Rohr­bomben zur Explosion. Neun Men­schen, darun­ter ein neun­jähriges Kind, blieben un­verletzt, als die Spreng­körper vor ihren Häusern in der Lapwing Way und im Lincoln Court ex­plo­dierten. Polizei­chef Jon Burrows erklärte: „Die Nägel werden aus einem einzigen Grund dort angebracht, nämlich um schwere Ver­letzungen zu verursachen.“ Read the rest of this entry »

Facts & Figures (588)

Juni 21st, 2026  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Am 1. 8. 2025 wurde in New­castle Groß­bri­tan­ni­ens ers­ter dau­er­haf­ter Ge­denk­stein für die Opfer des Roma-Holo­caust ein­ge­weiht.

(Quelle)

Historiker Herbert Brettl im Porträt

Juni 6th, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV, Wissenschaft

Radio MORA, 20.5.2026, 38:25 Min.
MEMO: Das Thema des Tages zum Mitnehmen
Redaktion: Elizabeth Hausmann-Farkas, Jelica Saček

Der Historiker, Autor und Pädagoge Herbert Brettl ist in Halbturn im Burgenland ge­boren. Er be­schäf­tigt sich vor allem mit der Geschichte des Burgenlan­des, der Zeit des Na­tional­sozialis­mus und der Erin­nerungs­kultur. Beson­ders inten­siv forscht er zur Ver­folgung von Roma und Sinti, zur regionalen Zeit­geschichte und zu Gedenk­orten im Burgen­land.  |   Herbert Brettl je studirao povijest i geo­grafiju na Sveučilištu u Beču i radi kao nastavnik i aka­demski autor. Objavio je brojne knjige i povijesne članke, uključu­jući poznato djelo „Nacio­nal­socija­lizam u Gradišću – Žrtve, počinitelji, pro­tivnici“. Također vodi „Blog o povijesti Gradišća“ i uključen je u razne pro­jekte vezane uz povijesna istraži­vanja i kulturu sjećanja. Za svoj znanst­veni rad primio je nekoliko nagrada od pok­rajine Gradišće.

(Text und Sendung: Radio MORA)

Siehe auch:
→Burgenland History Blog (Dr. Herbert Brettl)

Filmpremiere in Oslip: „ROMA“

Mai 5th, 2026  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 4.5.2026 | 8:32 min

Dokumentarfilm über die Volksgruppe der Roma von Holly­wood-Re­gis­seur Robert Dornhelm

Dokumentakero film pedar i flogoskeri grun le Romen­dar – Andi poscha­keri hev ande Oslip filma­keri his­torija pisim ulo: Jek kheli­pes­kero film-doku­menta­cija pe donde bescha­rel le dschi­vipeha le Romen­dar ando Burgenland – andar o bersch deschu­enja taj tranda dschi andi i adi­vesa­keri cajt. Telal i reschi le austri­tike filmis­kere kera­schistar Norbert Blecha taj le inter­nacijo­nali prin­dscharde reschis­jeriha Robert Dorn­heim jek min­den­felitiko kipo kerdo ulo, jeka flogos­kera grup­natar, sava­keri kultura taj histo­rija dugi cajt tschulo dikipe usch­tidija. Barikano vert upri auten­ticiteta be­schardo ulo: But Roma andar o Burgen­land ojs schta­tistscha use sina, muschika ker­nahi, dschi­lavnahi taj sako divesen­gere iscen­tscha andar i palutni cajt palal terdschar­nahi. Te o burgen­landi­tiko muschi­kaschi Tony Wegas pre per­sen­lichi terdschi­viptscha ande te fojnel mukla. Cil le filmistar hi, jek falato la bojd naschadi Romen­gera kul­turatar te dikel te kerel taj jek cajchn gejng i dis­krimina­cija te bescharel, phenel o angle­beschto le Romen­gere flogos­kere grup­nengere bajro­tistar Emme­rich Gärtner-Hor­vath. I doku­men­tacija „ROMA“ te ande ORF III sikado te ol.

In der Sandgrube von Oslip wurde Filmgeschichte geschrie­ben: Eine Spiel­film-Doku­menta­tion widmet sich dem Leben der Burgen­land-Roma – von den 1930er-Jahren bis heute. Unter der Regie des inter­national renom­mierten Regis­seurs Robert Dornhelm und des öster­reichi­schen Filme­machers Norbert Blecha (Pro­duk­tion) ent­stand ein viel­schich­tiges Porträt einer Volks­gruppe, deren Kultur und Ge­schichte lange Zeit wenig Be­ach­tung fand. Be­son­derer Wert wird auf Authen­tizität gelegt: Zahl­reiche Roma aus dem Burgenland wirk­ten als Sta­tisten mit, musi­zieren, singen und stellen Alltags­szenen ver­gange­ner Jahr­zehnte nach. Auch der burgen­ländi­sche Musiker Tony Wegas hat seine per­sön­lichen Erfah­rungen ein­ge­bracht. Ziel des Films sei es, einen Teil der fast ver­schwun­denen Roma-Kultur sichtbar zu machen und ein Zeichen gegen Dis­kri­minie­rung zu setzen, betont der Vor­sitzende des Roma-Beirats, Emmerich Gärtner-Horvath. Die Doku­ment­ation „ROMA – Erst wenn ihr ge­worden seid, wie wir sind, dürft ihr sein, wie ihr seid“ soll auf ORF III aus­ge­strahlt werden.

(Beitrag: TV Erba)