Geschichte & Gedenken

Roma-Pastoral: Kirche lebt Inklusion

Juni 22nd, 2017  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Religion

Manuela Horvath in Mariazell (Foto: volksgruppen.orf.at)Die Roma-Pastoral leistet das ganze Jahr über be­acht­li­che Arbeit, im Seel­sorg­li­chen, im So­zia­len, im Mit­mensch­li­chen, im Er­innern an die Opfer der Ver­gan­gen­heit und im Hoch­halten ihrer un­ver­äußer­li­chen Würde, im Ge­stal­ten einer posi­ti­ven, selbst­bestimm­ten und mit­bestimm­ten Zu­kunft. – Einen we­sent­li­chen An­teil an all dem hat Manuela Horvath, die seit nun­mehr rund einem Jahr die Roma-Pastoral leitet.

Martinus, 21.6.2017: Eisenstadt – Inklusion heißt, miteinander reden und handeln, nicht bloß einer über den ande­ren. Manuela Horvath weiß das. Und sie lebt genau das. Denn die Romni Manue­la Hor­vath leitet seit März 2016 die Roma-Pastoral der Diözese Eisenstadt – mit viel En­gage­ment, Begeis­te­rung und einer Fülle an Ideen. Der Erfolg kann sich sehen las­sen und ist mehr als sicht­bar an der Viel­zahl und Viel­falt der Pro­jekte der Roma-Pastoral. Was ihnen allen ge­mein­sam ist? „So unter­schied­lich unsere Tätig­keits­felder sind, sie sind alle glei­cher­maßen wich­tig. Immer geht es darum, Per­so­nen aus der Volks­gruppe ein­zu­binden, gemein­sam und mit­einan­der zu gestal­ten und Vor­haben mit und von der Volks­gruppe selbst um­zu­setzen“, betont Ma­nuela Horvath.

Immer präsent, aktiv und mittendrin

Und es ist viel zu tun für die Leiterin der Roma-Pastoral. Sie ist im gan­zen Burgenland prä­sent und für die Volks­gruppe aktiv, leistet seel­sorg­liche Dienste, hilft bei Be­wer­bungs­schreiben, be­glei­tet bei Amts­wegen, ist da, wenn Hilfe in schwie­rigen Lebens­lagen ge­fragt ist. An Schulen or­ga­ni­siert und hält sie Workshops über die Ge­schich­te der Roma, im Bundes­kanzler­amt ist sie inner­halb der Roma-Dialog­plattform in der Arbeits­gruppe zur Gedenk- und Erin­ne­rungs­arbeit en­gagiert. Manuela Hor­vath hält Vor­träge zur Gedenk- und Erin­ne­rungs­kultur und en­gagiert sich für das seit 2006 beste­hende Gedenk­projekt „Wohin mit meinen Kerzen“, das den von den Nazis er­mor­deten Roma einen Namen, einen Prä­senz­raum des Gedenkens gibt. Rund eine halbe Million Roma und Sinti fielen dem NS-Massen­mord zum Opfer. Im burgen­län­di­schen Lackenbach wur­den mehr als 4.000 Roma und Sinti in einem Zwangs­arbeiter­lager inter­niert, ver­sklavt und auf das Un­mensch­lichste miss­handelt. Die Roma-Sied­lungen in rund 124 burgen­län­di­schen Orten wurden dem Erd­boden gleich­gemacht, die Menschen in Kon­zentra­tions- und Ver­nich­tungs­lager de­portiert.

Den Opfern ihre Würde geben

Manuela Horvath: „Die Gedächtnispastoral ist mir ein be­son­de­res An­liegen. Ich bin über­zeugt, dass die Errichtung von Gedenk­tafeln in Ort­schaften mit ehe­mali­gen Roma-Siedlungen ein wich­ti­ger Schritt ist, um auf das tra­gische Schicksal un­serer Volks­gruppe wäh­rend des Holocaust auf­merk­sam zu machen. Durch Gedenk­stätten be­kom­men die er­mor­de­ten Roma, die keine Grabstätte haben, zu­mindest einen Ort des Gedenkens.“ In Zu­sam­men­arbeit mit dem Verein Roma-Service initiiert die Roma-Pastoral des­halb die Errich­tung von Gedenk­tafeln für Roma-Opfer des Holocaust. Read the rest of this entry »

Gedenkfeier im Baranka-Park in Wien

Mai 20th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Barankapark-Gedenkfeier 2017Samstag, 20. Mai 2017, 17-22 Uhr
Eintritt frei!

Die Baranka-Park-Gedenkfeier wird seit 2009 vom Verein Voice of Diversity jedes Jahr am 20. Mai auf der ehe­ma­li­gen Hellerwiese (heute Belgradplatz mit Baranka-Park) im 10. Wiener Ge­mein­de­bezirk or­ga­ni­siert mit dem Ziel, jener Roma und Sinti zu ge­denken, die einst auf der Wiese ihren Lager- und Rastplatz fan­den, bis sie 1941 Opfer des National­sozia­lis­mus wurden. Mit der Feier soll der Opfer gedacht wer­den und auch das Leben und die Kultur der Roma und Sinti sowie die jüdische und Wiener Kultur ge­feiert und ver­mittelt werden. Nam­hafte Künstler/in­nen wie Harri Stojka, Doron Rabinovici, Shlomit Butbul oder Martin Spengler prä­sen­tie­ren am 20. Mai 2017 ihre Kunst und Kultur und schaf­fen im Baranka-Park einen Ort der kultu­rel­len Be­geg­nung. Weiters werden zahl­rei­che Per­sön­lich­keiten des öffent­li­chen Lebens wie Erich Fenninger, Gilda Horvath und andere zu Wort kom­men und kurze State­ments geben, um ein Zei­chen gegen das Ver­ges­sen zu setzen und den Blick für die Gegen­wart und Zukunft zu öffnen.

Programm:

17 Uhr – Eröffnung
17.15 Uhr – Musikschule Favoriten
17.35 Uhr – Lesung „Papierene Kinder“: Doris Stojka
17.45 Uhr – Mosa Sisic & seine Schüler
18.15 Uhr – Lesung mit Musik „Herzl Reloaded“: Doron Rabinovici & Harri Stojka
19 Uhr – Martin Spengler & die foischn Wiener
20 Uhr – Shlomit & Band
21 Uhr – Harri Stojka & Band

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„Sen­si­bi­li­sie­rung gegen Vorurteile“

Mai 10th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Duzda Mri historijaVerwaltungsakademie zeigt Roma-Aus­stel­lung und ver­anstal­tet Antiziganismus-Work­shop

Wien (OTS) — „Roma stehen immer noch in vielen Ländern der Euro­päi­schen Union am Rande der Gesell­schaft. Immer noch ist der Antiziganismus weit ver­brei­tet“, sagte Staats­sekre­tärin Muna Duzdar beim Be­such des WorkshopsSen­si­bi­li­sie­rung gegen anti­ziganis­ti­sche Vorurteile“ der Ver­wal­tungs­aka­demie des Bundes im Schloss Laudon. „Immer noch gibt es vielfach Ausgrenzung, Ungleich­heit und Dis­kri­mi­nie­rung gegen die mit zwölf Mil­lionen Men­schen in Europa größte eth­ni­sche Minder­heit. In Zeiten, in denen die Kluft zwischen Arm und Reich immer weiter auf­geht, leiden vor allem die Ärmsten. Und das gilt nicht zuletzt auch für Österreich, wie es leider der Anti­ziga­nis­mus­bericht 2015 be­legt hat“, so Duzdar wei­ter. „Roma und Sinti sind über­durch­schnitt­lich von un­zu­rei­chen­der Schul­aus­bildung, Arbeits­losigkeit und Dis­kri­mi­nie­rungs­erfah­run­gen betrof­fen, so dass die Armuts­gefähr­dung be­son­ders stark aus­geprägt ist.“

In der Roma-Strategie 2020 wird nun der Sensibilisierung für Dis­kri­mi­nie­run­gen von Roma ein wichtiger Platz ein­ge­räumt. Die Ver­wal­tungs­akademie des Bun­des zeigt daher im Schloss Laudon neun Wochen lang die Ausstellung „Auf den Spuren der Ver­gan­gen­heit“, die In­for­ma­tio­nen über den Völker­mord an Roma und Sinti wäh­rend der Zeit des National­sozia­lis­mus bringt. (Anm. d. dROMa-Red.: Aus­stel­lung des Vereins Karika, zu sehen ist auch die Zeit­zeu­gen-Do­ku­men­ta­tion Mri Histo­rija von Roma-Service.) Zudem findet heute ein erster Sen­sibili­sie­rungs­work­shops statt, der of­fen für Bedienstete des öf­fent­li­chen Diens­tes, aber auch für Länder- und Ge­mein­de­bediens­tete und NGOs ist. Read the rest of this entry »

Nürnberg: „Rassendiagnose: Zigeuner“

Mai 9th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Nationalsozialistische Rassenforschung: Rassenbiologische Untersuchung einer Sinteza (Bestimmung der Augenfarbe). (Bildnachweis: Archiv Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma)Ausstellungseröffnung am 10. Mai 2017, 17:30 Uhr
Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
Bayernstraße 110, Nürnberg

Einleitende Worte von Romani Rose, Vorsitzen­der des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma. Der Ein­tritt zur Austellung ist frei. Zu sehen bis 2. Juli 2017.

Ausgangs- und Schwerpunkt der Ausstellung ist der natio­nal­sozia­lis­ti­sche Völkermord an den Sinti und Roma: von der Aus­gren­zung und Ent­rech­tung der Minder­heit im Deutschen Reich bis zur sys­te­ma­ti­schen Vernichtung im be­setz­ten Europa. Den Täter­dokumenten wer­den histo­ri­sche Privat- und Familien­fotos der von Ver­folgung betrof­fe­nen Men­schen ent­gegen­gesetzt. Der zweite Teil be­han­delt die Geschichte der Über­leben­den im Nach­kriegs­deutschland, die erst spät als NS-Opfer anerkannt wurden. Er zeigt den maßgeblichen Anteil der Bürger­rechts­bewegung der deut­schen Sinti und Roma, die ideo­lo­gi­schen und per­so­nel­len Kon­ti­nui­tä­ten aus der Zeit des „Dritten Reiches“ zum Gegenstand einer gesellschaftlichen Debatte zu machen. Am Ende der Aus­stel­lung steht ein Aus­blick auf die Men­schen­rechts­situa­tion der Sinti- und Roma-Min­der­heiten in Europa nach 1989.

Eine Ausstellung des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma, ge­för­dert durch die Kultur­stif­tung des Bundes.

(Text: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma)

Ausstellung: Sprache kommt vor der Tat

April 29th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

web_plakat_sprache-kommt-vor-der-tatAusstellung von Marika Schmiedt in Wien:
Rassismus, die soziale Konstruktion natürli­cher Ungleichheit — Zusam­men­hang von Sprache, Ras­sis­mus, Öko­no­mie und Macht

Ausstellung 18. Mai bis 1. Juni 2017
Eröffnung: 18. Mai 2017, 19:00 Uhr
Lesung: Helga Gutwald, Der Menschenfresser-Prozess von Kaschau | Galerie­werk­statt NUU, Wil­helm-Exner-Gasse 15, 1090 Wien

„Tatsächlich ist die Sprache des Kolonialherrn, wenn er vom Ko­lo­ni­sier­ten spricht, eine zoo­logi­sche Sprache. Wenn der Ko­lo­nial­herr genau be­schrei­ben und das richtige Wort fin­den will, be­zieht er sich stän­dig auf das Tierreich.“ (Frantz Fanon)

Rasse als biologische Einheit oder als Konglomerat natürli­cher Eigen­schaf­ten, sozialer Zu­schrei­bungen und ideo­lo­gi­scher Wer­tungen, eine trübe Mi­xtur aus Aggres­sion und Vor­urteilen. Auch wenn der Rassismus mitt­ler­weile wissen­schaft­lich widerlegt ist, ist er weiter­hin im kollek­tiven Bewusst­sein tief ver­ankert. Dis­krimi­nie­run­gen auf­grund von Herkunft und Hautfarbe ge­hö­ren heute leider zum All­tag sehr vieler Men­schen. Neue For­men des Rassismus ar­gu­men­tie­ren kulturalistisch, in­dem sie unters­chied­liche kulturel­le Tra­di­tio­nen als mit­einan­der un­ver­einbar an­se­hen. Der Begriff „Kultur“ er­setzt da­bei den Begriff „Rasse“. Die An­de­ren werden ent­lang des Krite­riums kultu­relle Identität, er­kenn­bar an Merk­malen wie Haar- und Hautfarbe, Sprache, Kleidung und Auftreten, in verschiedene Kategorien unterteilt, denen eine schein­bar neutral bestimm­bare Dif­ferenz zur öster­rei­chi­schen und deutschen Kul­tur zu­ge­schrie­ben wird. Das Erklärungs­muster der Kultur­unterschiede ist fast im­mer das Erste, was auf der Hand zu lie­gen scheint. „Kul­tur“ scheint bei­nahe als Natur des Men­schen ge­dacht zu werden, als etwas, das einem an­haftet und das Handeln be­stimmt.

Die Ausstellung zeigt, wie ein Konzept des angeb­lich natur­wissen­schaftlich ge­sicher­ten Rassen­begriffs fort­ge­schrie­ben wird und wie stark Sprache durch rassistische Diskurse und Wis­sens­felder ge­prägt ist. Dabei wird deut­lich vor Augen geführt, dass die Bilder und der Um­gang damit vom Ausgang des Kaiser­reichs bis in unsere Tage keine prin­zi­piel­len Unter­schiede auf­weisen.

(Text: marikaschmiedt.wordpress.com)

Es brauchte zwei Generationen

April 21st, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Literatur & Bücher, Radio & TV

Romani Rose - Buchcover (Danube Books)„Es brauchte zwei Generationen für den Kampf um Anerken­nung“ – Romani Rose und sein Ein­satz für Men­schen­rechte der Sinti und Roma

RDL/orgenrad, 7. April 2017, 13.35 min
>>Anhören (mp3)

Romani Rose – Ein Leben für die Menschenrechte“. Der Unter­titel dieses Buches sei ganz wört­lich ge­meint, so die Auto­rin Behar Heine­mann. Denn Romani Rose, Mit­grün­der und Vor­sitzen­der des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, habe sein Leben ganz in den Dienst des Kampfes um die An­er­ken­nung der Ver­fol­gung dieser Minder­heit im National­sozia­lis­mus und um ihre Rechte ge­stellt. Dabei trat er in die Fuß­stapfen seines Vaters und seines Onkels, die – anders als 13 er­mor­dete Fa­milien­mit­glie­der – den Porajmos über­lebt und sich fort­an für die Bürger­rechte der Sinti und Roma en­gagiert hat­ten. Wäh­rend sie noch jahr­zehnte­lang nach dem Krieg auf taube Ohren stießen, ge­lang es später, die An­er­ken­nung der Sinti und Roma bis auf die Agen­da der Bundes­regie­rung zu brin­gen. Romani Rose ging da­für einen Weg vom Hunger­streik bis zur Ehrung durch Angela Merkel.

Die Autorin, Künsterlin und Fotografin Behar Heinemann, ge­bo­ren im Ko­so­vo und seit den 90er Jah­ren in Deutschland le­bend, ist selbst Romni und kennt Ro­mani Rose seit rund 20 Jah­ren. Das Buch sei eine Hom­mage an ihn, ein Ver­such, ihn als Bürger­recht­ler und als Men­schen zu ver­ste­hen und kri­tisch zu wür­digen.

„Romani Rose – Ein Leben für die Menschenrechte“ wurde am 4. April im Do­ku­men­ta­tions­zentrum deut­scher Sinti und Roma vor­ge­stellt und ist seit dem 5. April im Buch­handel er­hält­lich. Radio Drey­eck­land hat – im Vor­feld des Inter­natio­na­len Roma­tags am 8. April – mit der Au­torin Behar Hei­ne­mann darüber ge­spro­chen. Zuerst fragten wir, was die Familie Rose im Na­tio­nal­sozia­lis­mus er­lit­ten hat.

Behar Heinemann: Romani Rose – Ein Leben für die Menschenrechte. Danube Books, Ulm 2017, 224 Seiten

(Text: rdl.de)

„Doppeltes Unrecht“

März 26th, 2017  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Recht & Gericht, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Der BGH stellt sich seiner Geschichte: Broschüre "Doppeltes Unrecht" „Doppeltes Unrecht – ein späte Entschuldigung“

Gemeinsame Publikation des deutschen Bundes­ge­richts­hofs und des Zentral­rats Deut­­scher Sin­ti und Roma

Am 17. Februar 2016 fand das gemeinsame Symposium des Bun­des­gerichts­hofs und des Zentral­rats Deut­scher Sinti und Roma zur Auf­arbei­tung der Ent­schä­di­gungs­recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs aus den 1950er Jah­ren be­tref­fend die na­tionalsozialistische Ver­fol­gung von Sinti und Roma statt. Die Er­geb­nis­se des Sym­po­si­ums wur­den nun in einer ge­mein­sa­men Publi­ka­tion des Bundesgerichtshof und des Zentral­rats ver­öf­fent­licht. Die Broschüre ent­hält al­le Beiträge der Ver­anstal­tung – ein­schließ­lich der bei­den Vor­träge von Herrn Prof. Dr. Dr. Ingo Müller und Herrn Richter am Bun­des­ge­richts­hof a. D. Dr. Detlev Fischer – so­wie die Urteile des Bundesgerichtshofs vom 7. Ja­nuar 1956, die den Ge­gen­stand des Sym­po­si­ums bil­de­ten.

Aus dem Vorwort:

„Eine späte Entschuldigung in symbo­li­scher Weise wie auch ganz expli­zit zum Aus­druck zu brin­gen, war der tra­gen­de Ge­dan­ke des Symposiums, das am 17. Februar 2016 in den Räu­men des Bundesgerichtshofs statt­ge­fun­den hat. Die Ent­schul­di­gung gilt den Sinti und Roma, de­nen durch die Ent­schä­di­gungs­recht­sprechung des Bun­des­ge­richts­hofs in den 50er Jahren wei­teres Unrecht wider­fah­ren war. Durch eine Rechtsprechung, die die ras­sis­ti­sche Moti­va­tion der Verfolgung der Sin­ti und Ro­ma durch die National­sozia­lis­ten ne­gier­te, die be­trof­fe­ne Be­völ­ke­rungs­gruppe er­neut pau­schal dis­kri­mi­nier­te und den recht­su­chen­den Opfern Entschädigung ver­sagte. Read the rest of this entry »

A Hole in the Head (Diera v hlave)

März 19th, 2017  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken

Dokumentarfilm von Robert Kirchhoff
SK, CZ 2016, 92 Min. (Website)

Eine kleine Kunstgalerie irgendwo in Serbien, in der aus­schließ­lich Werke von Roma aus­ge­stellt wer­den. Ist Clinton nicht auch ein Rom? Da ist sich die Galeris­tin nicht so sicher. Aber Antonio Banderas sei Rom, auch Yul Brynner. Sie wag­ten es nur nicht, sich öffent­lich dazu zu be­kennen. Diese rühren­de Szene kultu­rel­ler Selbst­vergewisserung ist Teil einer Er­zäh­lung über den Holocaust an den Roma, der weit­ge­hend aus dem euro­päi­schen Gedächtnis g­etilgt ist und des­sen Spuren der Regis­seur akri­bisch nach­geht. Ein Film ge­gen das Vergessen.

Wir lernen Menschen aus Frankreich, Serbien, Deutschland, Tschechien und Polen kennen, die als Kinder in die Fän­ge der Mordmaschine der Nazis ge­rieten. Rita war keine drei Wo­chen alt, als SS-Ärzte in einem Würzburger Krankenhaus grau­en­hafte Experi­mente an ihr vor­nah­men. Ihre Zwillings­schwester starb, sie über­lebte mit einem „Loch im Kopf“. Raymond, ein 90-jäh­riger, extrem wacher Rom, er­innert daran, dass es die französische Gen­dar­merie war, die sie da­mals zu­sam­men­trieb, nicht die Deutschen. Heute dringt die glei­che Polizei ohne Durch­suchungs­be­schluss in seinen Wohn­wagen ein und ver­haftet drei seiner Söhne, weil sie ihm zu Hilfe ka­men (mehr hier). Was hat sich also geändert? Read the rest of this entry »

Zeitzeugin: Auch in Podgoria lebten Roma

März 10th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, dROMa TV

Cajtakeri ceugin Kautz pedar o Roma ande Podgoria

Podgoria (Ober- und Unterpodgoria) ist ein Ort der süd­bur­gen­län­di­schen Ge­mein­de Weiden bei Rechnitz (Bez. Oberwart). Nach den bis­he­ri­gen An­nah­men leb­ten in Pod­goria keine Roma. Doch Angela Kautz, eine kroa­ti­sche Zeit­zeugin, ge­bo­ren in Podgoria, er­zählt von den Roma­familien in ihrem Ort. Sie ka­men, wie ihr Mann, aus Slowenien, ha­ben sich in Pod­go­ria nieder­ge­las­sen, sagt sie im Interview mit Em­me­rich Gärtner-Horvath. Um sich über Was­ser hal­ten zu kön­nen, wa­ren eini­ge we­nige Roma­familien als Hilfs­kräfte in der Land­wirt­schaft tätig, bis zur De­por­tation.

Podgoria, Ober- vaj Unterpodgoria, jek bur­genlandi­tiko gav andi gemajn­di Weiden bei Rechnitz hi. Dschi­dokle niko na dschan­lahi, hot ande Podgoria Roma dschiv­nahi. Ham i Angela Kautz, jek hor­vacki cajta­keri ceu­gin, upro them ali ande Pod­goria, phu­kal pedar Roma fami­liji andar lakero gav. Read the rest of this entry »

Servus Del tuha (feberi 2017)

März 7th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio & TV

ORF 2 Burgenland - Volksgruppenmagazin Servus Del tuhaServus | Szia | Zdravo | Del tuha
ORF 2 Burgenland | >>On Demand

O aktujeli ardipe la sendungatar terdschol an­do cajchn le gon­do­li­pes­tar. O pha­ri­pes­kero punkto ke­rel o film la Marika Schmiedtatar, savi pe le holo­caus­tiha, le ge­na­rea­ci­jen­ca le austri­tike Romen­dar taj Sinti­jen­dar don­de be­scharel.

Gondolipeskeri tablina ande Mörbisch — An­de Mör­bisch am See an­do ar le je­ne­ris­tar le opfe­ren­ge le naci­jonal­socija­lis­mu­sistar gon­do­lim ulo. Le pra­di­peske ada gon­do­lipe andi forma jeka gon­doli­pes­kera tab­li­na­tar kerdo ulo. Palo gon­do­li­pes­kero tel utscha­ripe khe­tan molim ulo, pa­loda meg harne pal­gon­doli­pes­kere va­ke­rip­tscha dija pe­dar i bibsta­li his­tori­ja le Ro­mendar.

Gondolipeskero mulatintschago Erbate — Angle 22. ber­scha an­do 5. febe­ri schtar ter­ne Roma duach jek bom­ba­ke­ro aten­tat mur­dar­de ule. Upro than le aten­ta­tistar Erbate i Roma-Pastoral la diö­cese Tik­ne Mar­to­natar but dsche­ne le ake­ri­pes­ke pa­lal ale le opfe­renge te gon­doliel.

„Warum die Wunde offen bleibt“ I kinstler­ki­ja Marika Schmiedt, 1966 an­do Traun up­ro them ali taj söbst Romni hi, oj al an­dar jek fa­mi­lija, kaj but nipo andar lakeri fami­lija le naci­jendar mur­dar­de ule. O na va­ke­ri­pe pedar i histo­rija andi NS-cajt muj­sintscha la söbst o for­schi­nipe la ajge­ni fa­mil­ja­kera his­to­ri­jatar upre te lel. I Mari­ka Schmiedt ro­del pal o me­di­jum pal soste oj te phu­kal kamla. Taj afka uso film lakla. Lakeri nevi doku­men­ta­cija „Warum die Wunde offen bleibt“ har­non erscht si­kado ulo. I film­ja­keri ke­rasch­ki­ja palal dikla le trau­ma­ti­schi usch­ti­di­pes­tar le holocaustis­tar le austri­tike Romenge taj Sintijenge.
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