Geschichte & Gedenken

„Through Miranda’s Eyes“: I Austrija nan use

Februar 14th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Wanderausstellung Miranda (Foto: Drom)Roasinipeskero artschi­ji­pe pe­dar o Roma-Holo­caust ham na la Austri­jaha

I internacijonali roasinipeske­ro art­schi­ji­pe „Miranda“ sa­vi pe le holo­causti­ha le Ro­men­dar ando naci­jo­nal­soci­ja­lis­ti­schi raji­pe andi Europa don­de be­scha­rel, ando 15. febe­ri ando fini­schi Espoo kes­di­nel. Bute­der schta­cijon­tscha le artschij­pes­tar ando duj ber­scha 20 vi­lagen­ca imar ar­ke­do ulo. Vakeriptscha la Austrijaha dija, phenel i vake­rasch­ki­ja le fini­schi kultu­ra­ke­re faraj­nistar Drom taj i soci­jal­demo­kra­ti­schi poli­ti­ker­kija Nina Castén. I „Natio­nal­bib­lio­thek“ ada­le ala­ven­ca tel phen­tscha, o artschi­ji­pe na use len­gere utschi­pes­kere punk­tscha genel. Te i Syna­goge Gere­cis­te, savo baro inter­si si­katscha tel phen­tscha, len nan loj taj te than na, kaj o artschi­ji­pe schaj otscha ter­dscha­ren. Castén brigaschno hi, kai i Austrija na use hi – te­lende te i Ger­ma­nija, Schwe­dija, Dene­mark, Austra­li­ja sar but ostiti­ke EU-ake­re vi­lagi hi – ham ke­kaj meg akan na, pro­balim ovla, o artschi­jipe andi te andi Austri­ja te anel.

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Weltpremiere von „Django“ eröffnet Berlinale

Januar 7th, 2017  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Musik

Französisches Django-Reinhardt-Porträt eröffnet Filmfestival (Foto: Arpajou, Roger via Berlinale.deMit der Weltpremiere von Etienne Comars Regiedebüt „Django“ wer­den am 9. Febru­ar 2017 die 67. In­ter­na­tio­na­len Film­fest­spiele Berlin er­öff­net. „Django“ wird am inter­na­tio­na­len Wettbewerb teil­nehmen. Der fran­zö­si­sche Film er­zählt von Django Reinhardt, dem be­rühm­ten Gitar­ris­ten und Kom­po­nis­ten und seiner Flucht aus dem von Deutsch­land be­setz­ten Paris 1943. Der groß­arti­ge Gitarrist brauch­te nur weni­ge Mo­men­te, um sich mit sei­ner Gitar­re in die Her­zen der Men­schen zu spie­len. Als Sinti wurde seine Fa­mi­lie von den Nazis ver­folgt und schi­ka­niert. „Django Rein­hardt war einer der schil­lerndsten Vor­rei­ter des euro­päi­schen Jazz und Be­grün­der des Gypsy-Swing. „Django“ zeigt auf packen­de Weise ein Ka­pi­tel seines be­weg­ten Lebens und ist eine er­grei­fende Über­lebens­ge­schichte. Die stän­di­ge Be­dro­hung, seine Flucht und die fürch­ter­li­chen Gräuel­taten an seiner Fami­lie konn­ten ihn nicht daran hindern weiter­zu­spielen“, sagt Ber­lina­le-Direk­tor Dieter Kosslick.

Regisseur Etienne Comar hat sich so­wohl als Dreh­buch­autor und Pro­du­zent – „Von Men­schen und Göt­tern“, „Haute Cuisine“, „My King“ – als auch als Co-Pro­du­zent – „The Women on the 6th Floor“, „Tim­buktu“ – einen Na­men ge­macht. Für seine ers­te Regie­arbeit „Django“ be­setzte er die Titel­rolle mit dem Schau­spie­ler Reda Kateb („Den Men­schen so fern“). Read the rest of this entry »

Deutschland: Erhalt von Roma-Gräbern

Dezember 21st, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Politik

Familiengrab Weihs in Osnabrück: Titelbild des Berichts "Dauerhafter Erhalt der Grabstätten NS-ver­folg­ter Sinti und Roma"Übernahme der Kosten durch Bund und Län­der: Be­schluss zum Er­halt der Gräber von NS-ver­folg­ten Sinti und Roma

Bund und Länder haben am 9. Dezember im Rahmen der Minister­prä­si­den­ten­kon­fe­renz in Berlin einen Be­schluss zum Ruhe­recht für Grab­stätten der unter der natio­nal­sozia­lis­ti­schen Gewalt­herr­schaft ver­folg­ten Sinti und Roma ge­fasst. Sie kom­men damit der Bitte des Vor­sitzen­den des Zentral­rats der Deutschen Sinti und Roma, Romani Rose, nach. Er hat­te sich seit Jahren für ein dau­ern­des Ruherecht ein­ge­setzt. Bund und Länder sind über­ein­ge­kom­men, die Kos­ten zum Er­halt der Gräber zu je 50 Pro­zent zu über­nehmen.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig sagte: „Ich be­grüße den Be­schluss zum Er­halt der Gräber der­jeni­gen Sinti und Roma, die vom natio­nal­sozia­lis­ti­schen Regime als Volks­gruppe aus rassis­ti­schen Gründen ver­folgt wur­den. Das sind wir den Toten und ihren Nach­kommen schul­dig. Mein Haus wird in enger Ab­stim­mung mit den zu­ständi­gen Stellen in den Ländern eine Re­ge­lung er­arbei­ten, damit die­ser Beschluss schnell um­ge­setzt wer­den kann.“

Die Umsetzung kann unter Wahrung verfassungsrechtli­cher Zu­ständig­kei­ten des Bundes und der Län­der ohne gesetz­liche Ände­run­gen kurz­fristig er­fol­gen. Die Zustän­dig­keit der Länder für eine Rege­lung des Ruhe­rechtes bleibt dabei un­berührt, auch die Gesetz­gebungs­kom­pe­tenz bleibt bei den Län­dern. Die noch im Detail aus­zu­han­deln­de Ver­ein­ba­rung soll sich an die Rege­lung für die ver­waisten jüdi­schen Fried­höfe aus der Vor­kriegs­zeit orien­tie­ren. Bundes­weit sind etwa 3.000 Grab­stätten be­trof­fen. Der Bund erklärte sich bereit, den Län­dern 50 Pro­zent der ent­stehen­den Kos­ten zu er­statten.

(Text: www.bmfsfj.de)

Siehe auch:
Dauerhafter Erhalt der Grabstätten, 12.10.2016

Servus Del tuha (decemberi 2016)

Dezember 17th, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio & TV

sszdORF 2 Burgenland: Servus Szia Zdravo Del tuha
11to decemberi 2016
>>>TVthek

O aktujeli ardipe ando cajchn le gondo­li­pes­tar ter­dschol. O nevo Ilija-Jo­va­no­vić-park Betschis­te Land­straße, o gon­do­li­pes­ke­ro mu­latin­tschavgo an­de Lacken­bach, o gon­do­li­pes­kero tab­li­na­kevro tel utscha­ri­pe an­de Holz­schlag taj „Zigeu­ner­poli­tik“ ang­lo dujto the­mes­kero habu­ri o phari­pes­ke­ro punk­to la sen­dun­ga­tar hi.

Moderatorin Katharina Janoska (Foto: ORF)Ilija-Jovanović-park: arodipe le anavestar taj tab­lina­kero tel utscha­ripeO pisi­ma­schi taj poje­sa­schi Ilija Jo­va­no­vić uso keri­pe le faraj­nis­tar Roma­no Centro use sina. Ov dugo o sche­ro taj inici­ja­tor le sikli­pes­kere pomo­scha­gostar le Ro­menge sina. 2010 ov igen ter­non amen­dar gelo. O terno dschend ham jek tikno asa­jipe upro muja le khe­ro­da­schen­dar uso pa­rikske­ro ana­ven­gero dipe anglo Roma­no Centro antscha. O „Ilija-Jo­va­no­vić-Park“ na tschak les­kere ana­ves­kere patron pati­jarel, ham te jek bari­kano cajchn ada­leha be­schar­do ol.

Gondolipe le Romenge taj Sintijenge anglo gondolipes­ke­ro than an­de Lacken­bach Le vala­mi 4.000 ande tscha­pime manu­schen­dar tschak poar schel Roma taj Sinti o loge­ri Lackenbach, pa­lo ande lipe le rusti­tike nim­cendar ando bersch 1945, prik dschiv­de. Le eseri Romen­ge taj Sinti­jen­ge, save ando dujto habu­ri le nacijen­dar mur­darde ule, but manu­scha lenge gondo­linde. Sajt 1990 o gondo­li­pes­kero mu­latin­tschago sako bersch uso gon­doli­pes­kero than ande Lacken­bach tel li­ker­do ol. O erschti gon­do­li­pes­kero mu­latin­tscha­go hi, oni o Rudolf Sarközi. Ov ando Lacken­bach upro them alo taj ada bersch mulo.

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Servus Szia Zdravo Del tuha (Dez. 2016)

Dezember 15th, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio & TV

sszdORF 2 Burgenland: Servus Szia Zdravo Del tuha
Sendung vom 11. Dezember 2016
>>>TVthek

Die aktuelle Ausgabe von „Servus Szia Zdravo Del tuha“ steht im Zeichen des Gedenkens. Der neue Ilija-Jovanović-Park in Wien Landstraße, die Gedenkfeier in Lackenbach, Gedenktafelenthüllung in Holzschlag und „Zigeunerpolitik“ vor dem Zweiten Weltkrieg bilden den Schwerpunkt dieser Ausgabe. Durch die Sendung führt Katharina Janoska. (Nächste Sendung: 12.2.2017)

Moderatorin Katharina Janoska (Foto: ORF)Ilija-Jovanović-Park: Benen­nung und Ta­fel­ent­hül­lung Der Schrift­stel­ler und Dichter Ilija Jo­va­no­vić war einer der Grün­der des Vereins Ro­ma­no Centro, sein lang­jäh­ri­ger Ob­mann und Ini­tia­tor seiner Lern­hilfe für Roma. 2010 muss­te er, lei­der viel zu früh, sein Leben las­sen. Der heu­rige Herbst aber zau­berte ein Lä­cheln auf die Ge­sich­ter der zahl­rei­chen Be­su­cher bei der Feier zur Park­bennenung vor dem Ro­ma­no Centro. Der „Ilija-Jo­va­no­vić-Park“ ehrt von nun an nicht nur seinen Namens­patron, son­dern setzt ein be­deu­ten­des Zei­chen.

Gedenken beim Mahnmal für Roma und Sinti in Lackenbach Von den rund 4.000 fest­ge­hal­te­nen Men­schen er­leb­ten nur weni­ge hun­dert Roma und Sinti die Befrei­ung des so ge­nann­ten Zi­geu­ner-An­hal­te­lagers Lacken­bach durch sow­je­ti­sche Trup­pen im April 1945. Der tau­sen­den Roma und Sinti, die von den Nazis er­mor­det wur­den, haben auch heuer zahl­reiche Men­schen ge­dacht, seit 1990 wie je­des Jahr beim Mahn­mal in Lacken­bach. Es ist die erste Ge­denk­feier nach dem Ab­le­ben von Rudolf Sarközi, der selbst im La­ger zur Welt ge­kom­men war.

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Bischöfe fordern Gedenkstätten für Roma

November 13th, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Religion

Würdiges Gedenken als Postulat im "Jahr der Barmherzigkeit" (Foto: Bischofskonferenz.at)Anlässlich ihrer Vollversammlung in Eisenstadt un­ter­stützt die Öster­rei­chi­sche Bischofs­kon­fe­renz die For­de­rung der Volks­gruppe nach einem wür­di­gen Ge­den­ken für die im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus er­mor­de­ten Roma.

Vor 75 Jahren begann mit den Transporten in die NS-Vernich­tungs­lager das dun­kelste Ka­pi­tel in einer jahr­hun­der­te­lan­gen Ge­schich­te der Dis­kri­mi­nie­rung und Aus­gren­zung von Roma und Sinti. Von den rund 11.000 öster­rei­chi­schen Roma und Sinti im Jahr 1938 über­lebten nur ca. zehn Pro­zent den Zwei­ten Welt­krieg. Das Burgenland, in dem die Voll­ver­samm­lung der Bischofs­kon­fe­renz statt­ge­fun­den hat, war davon be­son­ders stark be­trof­fen: Von den rund 8.000 Roma und Sinti in rund 120 Orten im Burgen­land über­lebten nur sehr wenige die sys­te­ma­tische Ver­fol­gung und ge­plante Ver­nich­tung in den Kon­zentra­tions­lagern. Selbst nach dem Kriegs­ende wur­de in Österreich die Po­litik der Aus­gren­zung lange fort­gesetzt, wo Sied­lun­gen von Roma und Sinti nur am Stadt- bzw. Orts­rand er­laubt waren.

Der Blick auf diese Ereignisse macht sprach­los: Welche Worte kön­nen die­ses Leid fas­sen? Und den­noch schafft das Schwei­gen darüber ein neues Un­recht gegen­über den Roma und Sinti, die seit 1993 in Öster­reich of­fi­ziell als Volks­gruppe an­erkannt sind. Die jetzi­ge Gene­ra­tion der Roma und Sinti fragt mit Recht: Wo sind die ver­schol­lenen, ermor­de­ten Eltern, Groß­eltern, Fami­lien­nage­hö­rigen? Die Bischöfe unterstützen ihren Wunsch nach einem wür­di­gen Gedenken der Opfer. Jeder Mensch hat einen An­spruch auf eine Grab­stätte, zu­min­dest aber auf eine Gedenk­stätte. Nur durch die Erin­nerung an die Opfer kann eine Reini­gung des Gedächt­nisses er­folgen, die für ein respekt­volles und fried­liches Zusam­men­leben not­wendig ist. Read the rest of this entry »

Verfolgung der Sinti & Roma in München

November 8th, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Sonderausstellung BayernSonderausstellung: Die Verfolgung der Sinti und Roma in München und Bayern 1933–1945

Bis 29.1.2017 im NS-Dokumentationszentrums München, Di. bis So., 10 bis 19 Uhr

Die neue Sonderausstellung des NS-Do­ku­men­ta­tions­zentrums Mün­chen be­fasst sich mit der Aus­gren­zung und Ver­fol­gung der Sinti und Roma am Bei­spiel der Münch­ner Min­der­heit. Im Fo­kus ste­hen die staat­lich or­ga­ni­sier­te Ver­fol­gung und der Völker­mord an den Sinti und Ro­ma zwi­schen 1933 und 1945 in Mün­chen und – er­gän­zend – in Bayern. Auch die Vor- und die Nach­ge­schich­te der national­sozia­lis­ti­schen Ver­fol­gung wer­den do­ku­men­tiert. So spannt sich der Bogen von der Kaiser­zeit bis in die Gegen­wart, denn bis heute hat die Min­der­heit mit Diskri­mi­nie­rung und Dif­fa­mie­rung zu kämpfen.

„Jahrzehntelang hat sich die Bundesrepublik ge­wei­gert, die ras­sis­ti­sche Ver­fol­gung als Völkermord an­zu­er­ken­nen. Statt­des­sen wurden die Sinti und Roma weiter dis­kri­mi­niert – ein Problem, das bis in die Gegen­wart hinein­reicht“, so Winfried Nerdinger, Grün­dungs­direk­tor des NS-Doku­men­ta­tions­zentrums Mün­chen. „Ge­rade des­halb ist es wich­tig, sich mit der Ver­fol­gungs­ge­schich­te dieser Minder­heit aus­einan­der­zu­setzen. Hart­näcki­ge Kli­schees und Stereo­type über ‚die Zigeu­ner‘ prä­gen noch heute das Bild der Sin­ti und Ro­ma in den Köp­fen und in der Öf­fent­lich­keit. Diese gilt es zu hinter­fra­gen und zu durch­bre­chen.“

Für die Ausstellung wurden erstmals alle seiner­zeit in Mün­chen le­ben­den Opfer des Völ­ker­mords re­cher­chiert und neue Zu­sam­men­hänge er­forscht. Neben den his­to­ri­schen Fak­ten und Do­ku­men­ten, die auf­klä­ren und in­for­mie­ren, zeigt die Aus­stel­lung bis­her un­ver­öf­fent­lich­te Bilder aus der Lebens­welt der Sin­ti und Ro­ma. Durch die Kon­fron­ta­tion dieser bei­den letzt­lich kon­struier­ten Bild­welten – der „offi­ziel­len“ und der „privaten“ – wird der Be­trach­ter an­ge­stoßen, über die Ge­schich­te und ihre bis heute spür­baren Folgen nach­zu­denken. Read the rest of this entry »

Ausstellung in Berlin: 45 Jahre Bürgerrechtsarbeit

November 6th, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Demonstration von 220 Sinti und Roma am 28.1.1983 anlässlich des 50. Jahrestags der Machtergreifung der Nazis vor dem BKA (Foto: sintiundroma.deNoch bis zum 14. November: „Ausstellung 45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma“ im DokuZ Sinti und Roma (Berlin)

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wur­den die NS-Ver­bre­chen an Roma und Sinti über Jahr­zehnte hin­weg be­schwie­gen und die Über­leben­den erneut aus­gegrenzt und ins Ab­seits ge­drängt. Die Ver­ant­wort­li­chen des Völker­mordes hin­ge­gen konn­ten in vielen Fällen als respek­tierte Mit­glieder der west­deutschen Nach­kriegs­gesell­schaft weiter­leben und ohne Angst vor Bestra­fung ihre Kar­rie­ren fort­setzen. Dem Engage­ment der Bürger­rechts­bewe­gung deut­scher Sinti und Roma ist es zu ver­danken, dass sich daran etwas ge­än­dert hat. Mit auf­sehen­erre­gen­den Aktionen wie etwa dem Hunger­streik im ehe­mali­gen Kon­zentra­tions­lager Dachau 1980 ver­schaff­te sie sich Gehör. 1982 er­kannte Helmut Schmidt als erster deut­scher Spitzen­politi­ker den rassis­tisch mo­ti­vier­ten Völker­mord an Sinti und Roma als sol­chen an. Im selben Jahr er­folgte die Grün­dung des in Heidel­berg an­säs­si­gen Zentral­rats Deutscher Sinti und Roma. Der Bür­ger­rechts­bewe­gung ist es ge­lun­gen, die NS-Ver­gan­gen­heit zum gesell­schaft­li­chen Thema zu machen und immer wieder erfolg­reich für die Be­lange der Min­der­heit ein­zu­treten.

Nun ist die Geschichte der Bürgerrechtsbewegung zum ers­ten Mal Thema einer eige­nen Aus­stel­lung: Foto­grafien aus fünf Jahr­zehn­ten lenken den Blick auf be­kannte und weni­ger be­kannte Ereig­nisse. Read the rest of this entry »

„Viele Kämpfe und vielleicht einige Siege“

November 2nd, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Viele Kämpfe und vielleicht einige SiegeViele Kämpfe und vielleicht einige Siege. Tex­te über Anti­roma­is­mus und his­to­ri­sche Lokal­re­cher­chen zu und von Roma, Rom­nja, Sinti und Sin­tezze in Sachsen, Sachs­en-An­halt und Tsche­chien, hrsg. von Kath­rin Krahl und Antje Meichs­ner, Wei­ter­den­ken / Hein­rich-Böll-Stif­tung Sach­sen: Dres­den 2016, 254 S.

Die Publikation kann hier kos­ten­los als PDF herun­ter­ge­la­den wer­den.

Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen: Der Sammelband „Viele Kämpfe und vielleicht einige Siege“ ver­sam­melt Auf­sätze von Autor/in­nen aus Ak­ti­vis­mus und Selbst­or­ga­ni­sie­rung, Wis­sen­schaft­ler/in­nen, poli­ti­sche Bild­ner/in­nen, Künst­ler/in­nen, Com­mu­nity-Ar­bei­ter/in­nen und po­li­ti­sche Kämpfer/in­nen. Es ist ein Kom­pen­dium, das aus­ge­hend vom so gut wie nicht be­schrie­be­nen weißen Papier der Ge­schich­te der Roma und Rom­nja und de­ren Ver­fol­gung in Sach­sen, Sach­sen-An­halt und Tsche­chien (in deut­scher Spra­che) einen Aus­gangs­punkt setzen möch­te. Wir ha­ben uns auf die Suche be­ge­ben und Autor/in­nen ge­win­nen kön­nen, die uns in ihre wis­sen­schaft­li­che Arbeit, ihren Akti­vis­mus oder ihre Lebens­reali­tä­ten Ein­blick geben. Die loka­len Bei­träge haben wir mit Stim­men über­regio­na­ler Autor/in­nen er­wei­tert, um ein brei­te­res Bild von Roma-Ak­ti­vis­mus auf­zu­zeigen.

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Frankreichs Mitschuld an Roma-Verfolgung

Oktober 31st, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken

Lagerstraße in Montreuil-Bellay, Frankreich 1944Hollande übernimmt Verantwor­tung für Roma-Ver­fol­gung 1940–1946 (sic!)

Anlässlich einer Gedenkfeier im ehemali­gen „Zi­geu­ner“-In­­ter­­nie­­rungs­­la­ger in Montreuil-Bellay in der Nähe von Saumur (Maine-et-Loire, West­frank­reich) hat Staats­prä­si­dent François Hollande erst­mals die Mit­schuld Frank­reichs an der Ver­fol­gung Tau­sen­der Roma und Sinti wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs an­er­kannt. Die fran­zö­si­sche Re­pub­lik erin­nere sich eines Dramas, das all­zu lange ver­drängt und ver­ges­sen wor­den sei, sag­te Hol­lande in sei­ner An­spra­che. Tau­sen­de von Män­nern, Frau­en und Kindern sei­en ver­haf­tet und in La­gern in­ter­niert wor­den, nur weil sie dem „fah­ren­den Volk“ an­ge­hör­ten, er­klärte Hol­lande. Der Fest­akt fand im Ge­den­ken an die Befrei­ung der letz­ten „Zigeu­ner“-Häft­linge vor 70 Jah­ren statt. Die Deutsche Welle über die histo­ri­schen Hin­ter­gründe:

In Montreuil-Bellay (…) befand sich das landes­weit größ­te Inter­nie­rungs­lager. Ins­ge­samt wur­den in Frank­reich 31 Lager für Roma ein­ge­rich­tet, in de­nen von 1940 bis 1946 zwi­schen 6.000 und 6.500 Men­schen un­ter­gebracht wa­ren. Schon 1912 war die neue Be­völ­ke­rungs­kate­go­rie „Nomaden“ ein­ge­führt wor­den, die sich aus­schließ­lich auf „Tsiganes“, also so­ge­nann­te „Zigeu­ner“, be­zog. Die In­ter­nie­run­gen ab 1940 fan­den so­wohl in der von Deutschen be­setz­ten Zone als auch in der unbesetz­ten Zone statt. Viele Roma muss­ten Zwangs­arbeit leis­ten. In den Lagern lit­ten viele In­sas­sen un­ter Hunger und Krank­heiten. Die letz­ten von ihnen wur­den im Jahr 1946 befreit, knapp zwei Jahre nach Ende der deut­schen Be­satzung.

(dROMa)