Geschichte & Gedenken

Es brauchte zwei Generationen

April 21st, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Literatur & Bücher, Radio & TV

Romani Rose - Buchcover (Danube Books)„Es brauchte zwei Generationen für den Kampf um Anerken­nung“ – Romani Rose und sein Ein­satz für Men­schen­rechte der Sinti und Roma

RDL/orgenrad, 7. April 2017, 13.35 min
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Romani Rose – Ein Leben für die Menschenrechte“. Der Unter­titel dieses Buches sei ganz wört­lich ge­meint, so die Auto­rin Behar Heine­mann. Denn Romani Rose, Mit­grün­der und Vor­sitzen­der des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, habe sein Leben ganz in den Dienst des Kampfes um die An­er­ken­nung der Ver­fol­gung dieser Minder­heit im National­sozia­lis­mus und um ihre Rechte ge­stellt. Dabei trat er in die Fuß­stapfen seines Vaters und seines Onkels, die – anders als 13 er­mor­dete Fa­milien­mit­glie­der – den Porajmos über­lebt und sich fort­an für die Bürger­rechte der Sinti und Roma en­gagiert hat­ten. Wäh­rend sie noch jahr­zehnte­lang nach dem Krieg auf taube Ohren stießen, ge­lang es später, die An­er­ken­nung der Sinti und Roma bis auf die Agen­da der Bundes­regie­rung zu brin­gen. Romani Rose ging da­für einen Weg vom Hunger­streik bis zur Ehrung durch Angela Merkel.

Die Autorin, Künsterlin und Fotografin Behar Heinemann, ge­bo­ren im Ko­so­vo und seit den 90er Jah­ren in Deutschland le­bend, ist selbst Romni und kennt Ro­mani Rose seit rund 20 Jah­ren. Das Buch sei eine Hom­mage an ihn, ein Ver­such, ihn als Bürger­recht­ler und als Men­schen zu ver­ste­hen und kri­tisch zu wür­digen.

„Romani Rose – Ein Leben für die Menschenrechte“ wurde am 4. April im Do­ku­men­ta­tions­zentrum deut­scher Sinti und Roma vor­ge­stellt und ist seit dem 5. April im Buch­handel er­hält­lich. Radio Drey­eck­land hat – im Vor­feld des Inter­natio­na­len Roma­tags am 8. April – mit der Au­torin Behar Hei­ne­mann darüber ge­spro­chen. Zuerst fragten wir, was die Familie Rose im Na­tio­nal­sozia­lis­mus er­lit­ten hat.

Behar Heinemann: Romani Rose – Ein Leben für die Menschenrechte. Danube Books, Ulm 2017, 224 Seiten

(Text: rdl.de)

„Doppeltes Unrecht“

März 26th, 2017  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Recht & Gericht, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Der BGH stellt sich seiner Geschichte: Broschüre "Doppeltes Unrecht" „Doppeltes Unrecht – ein späte Entschuldigung“

Gemeinsame Publikation des deutschen Bundes­ge­richts­hofs und des Zentral­rats Deut­­scher Sin­ti und Roma

Am 17. Februar 2016 fand das gemeinsame Symposium des Bun­des­gerichts­hofs und des Zentral­rats Deut­scher Sinti und Roma zur Auf­arbei­tung der Ent­schä­di­gungs­recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs aus den 1950er Jah­ren be­tref­fend die na­tionalsozialistische Ver­fol­gung von Sinti und Roma statt. Die Er­geb­nis­se des Sym­po­si­ums wur­den nun in einer ge­mein­sa­men Publi­ka­tion des Bundesgerichtshof und des Zentral­rats ver­öf­fent­licht. Die Broschüre ent­hält al­le Beiträge der Ver­anstal­tung – ein­schließ­lich der bei­den Vor­träge von Herrn Prof. Dr. Dr. Ingo Müller und Herrn Richter am Bun­des­ge­richts­hof a. D. Dr. Detlev Fischer – so­wie die Urteile des Bundesgerichtshofs vom 7. Ja­nuar 1956, die den Ge­gen­stand des Sym­po­si­ums bil­de­ten.

Aus dem Vorwort:

„Eine späte Entschuldigung in symbo­li­scher Weise wie auch ganz expli­zit zum Aus­druck zu brin­gen, war der tra­gen­de Ge­dan­ke des Symposiums, das am 17. Februar 2016 in den Räu­men des Bundesgerichtshofs statt­ge­fun­den hat. Die Ent­schul­di­gung gilt den Sinti und Roma, de­nen durch die Ent­schä­di­gungs­recht­sprechung des Bun­des­ge­richts­hofs in den 50er Jahren wei­teres Unrecht wider­fah­ren war. Durch eine Rechtsprechung, die die ras­sis­ti­sche Moti­va­tion der Verfolgung der Sin­ti und Ro­ma durch die National­sozia­lis­ten ne­gier­te, die be­trof­fe­ne Be­völ­ke­rungs­gruppe er­neut pau­schal dis­kri­mi­nier­te und den recht­su­chen­den Opfern Entschädigung ver­sagte. Read the rest of this entry »

A Hole in the Head (Diera v hlave)

März 19th, 2017  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken

Dokumentarfilm von Robert Kirchhoff
SK, CZ 2016, 92 Min. (Website)

Eine kleine Kunstgalerie irgendwo in Serbien, in der aus­schließ­lich Werke von Roma aus­ge­stellt wer­den. Ist Clinton nicht auch ein Rom? Da ist sich die Galeris­tin nicht so sicher. Aber Antonio Banderas sei Rom, auch Yul Brynner. Sie wag­ten es nur nicht, sich öffent­lich dazu zu be­kennen. Diese rühren­de Szene kultu­rel­ler Selbst­vergewisserung ist Teil einer Er­zäh­lung über den Holocaust an den Roma, der weit­ge­hend aus dem euro­päi­schen Gedächtnis g­etilgt ist und des­sen Spuren der Regis­seur akri­bisch nach­geht. Ein Film ge­gen das Vergessen.

Wir lernen Menschen aus Frankreich, Serbien, Deutschland, Tschechien und Polen kennen, die als Kinder in die Fän­ge der Mordmaschine der Nazis ge­rieten. Rita war keine drei Wo­chen alt, als SS-Ärzte in einem Würzburger Krankenhaus grau­en­hafte Experi­mente an ihr vor­nah­men. Ihre Zwillings­schwester starb, sie über­lebte mit einem „Loch im Kopf“. Raymond, ein 90-jäh­riger, extrem wacher Rom, er­innert daran, dass es die französische Gen­dar­merie war, die sie da­mals zu­sam­men­trieb, nicht die Deutschen. Heute dringt die glei­che Polizei ohne Durch­suchungs­be­schluss in seinen Wohn­wagen ein und ver­haftet drei seiner Söhne, weil sie ihm zu Hilfe ka­men (mehr hier). Was hat sich also geändert? Read the rest of this entry »

Zeitzeugin: Auch in Podgoria lebten Roma

März 10th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, dROMa TV

Cajtakeri ceugin Kautz pedar o Roma ande Podgoria

Podgoria (Ober- und Unterpodgoria) ist ein Ort der süd­bur­gen­län­di­schen Ge­mein­de Weiden bei Rechnitz (Bez. Oberwart). Nach den bis­he­ri­gen An­nah­men leb­ten in Pod­goria keine Roma. Doch Angela Kautz, eine kroa­ti­sche Zeit­zeugin, ge­bo­ren in Podgoria, er­zählt von den Roma­familien in ihrem Ort. Sie ka­men, wie ihr Mann, aus Slowenien, ha­ben sich in Pod­go­ria nieder­ge­las­sen, sagt sie im Interview mit Em­me­rich Gärtner-Horvath. Um sich über Was­ser hal­ten zu kön­nen, wa­ren eini­ge we­nige Roma­familien als Hilfs­kräfte in der Land­wirt­schaft tätig, bis zur De­por­tation.

Podgoria, Ober- vaj Unterpodgoria, jek bur­genlandi­tiko gav andi gemajn­di Weiden bei Rechnitz hi. Dschi­dokle niko na dschan­lahi, hot ande Podgoria Roma dschiv­nahi. Ham i Angela Kautz, jek hor­vacki cajta­keri ceu­gin, upro them ali ande Pod­goria, phu­kal pedar Roma fami­liji andar lakero gav. Read the rest of this entry »

Servus Del tuha (feberi 2017)

März 7th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio & TV

ORF 2 Burgenland - Volksgruppenmagazin Servus Del tuhaServus | Szia | Zdravo | Del tuha
ORF 2 Burgenland | >>On Demand

O aktujeli ardipe la sendungatar terdschol an­do cajchn le gon­do­li­pes­tar. O pha­ri­pes­kero punkto ke­rel o film la Marika Schmiedtatar, savi pe le holo­caus­tiha, le ge­na­rea­ci­jen­ca le austri­tike Romen­dar taj Sinti­jen­dar don­de be­scharel.

Gondolipeskeri tablina ande Mörbisch — An­de Mör­bisch am See an­do ar le je­ne­ris­tar le opfe­ren­ge le naci­jonal­socija­lis­mu­sistar gon­do­lim ulo. Le pra­di­peske ada gon­do­lipe andi forma jeka gon­doli­pes­kera tab­li­na­tar kerdo ulo. Palo gon­do­li­pes­kero tel utscha­ripe khe­tan molim ulo, pa­loda meg harne pal­gon­doli­pes­kere va­ke­rip­tscha dija pe­dar i bibsta­li his­tori­ja le Ro­mendar.

Gondolipeskero mulatintschago Erbate — Angle 22. ber­scha an­do 5. febe­ri schtar ter­ne Roma duach jek bom­ba­ke­ro aten­tat mur­dar­de ule. Upro than le aten­ta­tistar Erbate i Roma-Pastoral la diö­cese Tik­ne Mar­to­natar but dsche­ne le ake­ri­pes­ke pa­lal ale le opfe­renge te gon­doliel.

„Warum die Wunde offen bleibt“ I kinstler­ki­ja Marika Schmiedt, 1966 an­do Traun up­ro them ali taj söbst Romni hi, oj al an­dar jek fa­mi­lija, kaj but nipo andar lakeri fami­lija le naci­jendar mur­dar­de ule. O na va­ke­ri­pe pedar i histo­rija andi NS-cajt muj­sintscha la söbst o for­schi­nipe la ajge­ni fa­mil­ja­kera his­to­ri­jatar upre te lel. I Mari­ka Schmiedt ro­del pal o me­di­jum pal soste oj te phu­kal kamla. Taj afka uso film lakla. Lakeri nevi doku­men­ta­cija „Warum die Wunde offen bleibt“ har­non erscht si­kado ulo. I film­ja­keri ke­rasch­ki­ja palal dikla le trau­ma­ti­schi usch­ti­di­pes­tar le holocaustis­tar le austri­tike Romenge taj Sintijenge.
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Vortrag: Antiziganismus & Arbeitsgesellschaft

Februar 28th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Weiterdenken: Vortrag und Diskussion mit Roswitha Scholz

Neighbours in the Hood: Herbstschule Antiziganismus und Self-em­power­ment (Fest­spiel­haus Hel­lerau, Dresden), 26.9.2015

Die Diskriminierung von Roma und Romnja be­ruht nicht nur auf dem fal­schen Den­ken Ein­zel­ner, son­dern sie grün­det im Wesen der bürger­li­chen Gesell­schaft selbst. Kri­tik an Rassismus reicht hier nicht: Die im Ka­pi­ta­lis­mus spe­zi­fisch ge­hass­te ethni­sier­te „Asozialität“ wird im Vor­trag gesell­schafts­kri­tisch un­ter­sucht.

Intro (8.45 min) | Diskussion (24.40 min)

(Weiterdenken | Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen)

Servus Del tuha (Februar 2017)

Februar 27th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio & TV

ORF 2 Burgenland - Volksgruppenmagazin Servus Del tuhaServus | Szia | Zdravo | Del tuha
ORF 2 Burgenland, 12. Feb. 2017
>>On Demand

Die aktuelle Ausgabe der Sendung steht im Zeichen des Ge­den­kens. Den Schwer­punkt bil­det dabei der be­ein­dru­cken­de Film von Mari­ka Schmiedt, der sich mit dem trau­ma­ti­schen Ver­mächt­nis des Holocaust der öster­rei­chi­schen Roma und Sinti be­fasst.

Gedenktafel in Mörbisch — In Mörbisch am See gedenkt man Ende Jän­ner der Opfer des National­sozia­lis­mus. Öffent­lich wurde die­ses Gedenken in Form einer Ge­denk­tafel sicht­bar ge­macht. Nach der Ge­denk­tafel­ent­hül­lung wur­de ge­mein­sam ge­be­tet, im An­schluss daran wur­den die Zu­hörer durch Kurz­vor­träge an die tra­gi­sche Ge­schich­te der Roma im Burgenland er­in­nert.

Oberwart: Ort des Er­in­nerns Vor 22 Jahren wurden am 5. Februar vier junge Roma durch ein ras­sis­tisch mo­ti­vier­tes Bomben­atten­tat aus dem Leben ge­rissen. Am Ort des Ge­schehens in Oberwart folg­ten Ge­den­ken­de und An­gehöri­ge der Ein­la­dung der Roma-Pasto­ral der Diö­ze­se Eisenstadt, sich ge­mein­sam an die Opfer zu er­in­nern.

„Warum die Wunde offen bleibt“ Die Künstlerin Marika Schmiedt, 1966 in Traun ge­bo­ren, selbst eine Romni, kommt aus einer Fa­milie, deren viele An­ge­hö­rige von den Nazis er­mor­det wur­den. Das Schwei­gen über die Gescheh­nisse in der NS-Zeit und die insti­tu­tio­na­li­sierte Igno­ranz zwin­gen sie zur Er­for­schung der eige­nen Fa­mi­lien­geschichte. Stück für Stück re­kon­struiert sie sie. Marika Schmiedt sucht nach einem Me­dium für das, was sie er­zählen will. Und findet zum Film. Ihre neue Doku­men­ta­tion „Warum die Wunde offen bleibt“ wurde vor kur­zem erst­auf­geführt. Die Filme­mache­rin unter­sucht darin das trauma­tische Ver­mächtnis des Holocaust der öster­rei­chi­schen Roma und Sinti. Read the rest of this entry »

„Through Miranda’s Eyes“: I Austrija nan use

Februar 14th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Wanderausstellung Miranda (Foto: Drom)Roasinipeskero artschi­ji­pe pe­dar o Roma-Holo­caust ham na la Austri­jaha

I internacijonali roasinipeske­ro art­schi­ji­pe „Miranda“ sa­vi pe le holo­causti­ha le Ro­men­dar ando naci­jo­nal­soci­ja­lis­ti­schi raji­pe andi Europa don­de be­scha­rel, ando 15. febe­ri ando fini­schi Espoo kes­di­nel. Bute­der schta­cijon­tscha le artschij­pes­tar ando duj ber­scha 20 vi­lagen­ca imar ar­ke­do ulo. Vakeriptscha la Austrijaha dija, phenel i vake­rasch­ki­ja le fini­schi kultu­ra­ke­re faraj­nistar Drom taj i soci­jal­demo­kra­ti­schi poli­ti­ker­kija Nina Castén. I „Natio­nal­bib­lio­thek“ ada­le ala­ven­ca tel phen­tscha, o artschi­ji­pe na use len­gere utschi­pes­kere punk­tscha genel. Te i Syna­goge Gere­cis­te, savo baro inter­si si­katscha tel phen­tscha, len nan loj taj te than na, kaj o artschi­ji­pe schaj otscha ter­dscha­ren. Castén brigaschno hi, kai i Austrija na use hi – te­lende te i Ger­ma­nija, Schwe­dija, Dene­mark, Austra­li­ja sar but ostiti­ke EU-ake­re vi­lagi hi – ham ke­kaj meg akan na, pro­balim ovla, o artschi­jipe andi te andi Austri­ja te anel.

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Weltpremiere von „Django“ eröffnet Berlinale

Januar 7th, 2017  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Musik

Französisches Django-Reinhardt-Porträt eröffnet Filmfestival (Foto: Arpajou, Roger via Berlinale.deMit der Weltpremiere von Etienne Comars Regiedebüt „Django“ wer­den am 9. Febru­ar 2017 die 67. In­ter­na­tio­na­len Film­fest­spiele Berlin er­öff­net. „Django“ wird am inter­na­tio­na­len Wettbewerb teil­nehmen. Der fran­zö­si­sche Film er­zählt von Django Reinhardt, dem be­rühm­ten Gitar­ris­ten und Kom­po­nis­ten und seiner Flucht aus dem von Deutsch­land be­setz­ten Paris 1943. Der groß­arti­ge Gitarrist brauch­te nur weni­ge Mo­men­te, um sich mit sei­ner Gitar­re in die Her­zen der Men­schen zu spie­len. Als Sinti wurde seine Fa­mi­lie von den Nazis ver­folgt und schi­ka­niert. „Django Rein­hardt war einer der schil­lerndsten Vor­rei­ter des euro­päi­schen Jazz und Be­grün­der des Gypsy-Swing. „Django“ zeigt auf packen­de Weise ein Ka­pi­tel seines be­weg­ten Lebens und ist eine er­grei­fende Über­lebens­ge­schichte. Die stän­di­ge Be­dro­hung, seine Flucht und die fürch­ter­li­chen Gräuel­taten an seiner Fami­lie konn­ten ihn nicht daran hindern weiter­zu­spielen“, sagt Ber­lina­le-Direk­tor Dieter Kosslick.

Regisseur Etienne Comar hat sich so­wohl als Dreh­buch­autor und Pro­du­zent – „Von Men­schen und Göt­tern“, „Haute Cuisine“, „My King“ – als auch als Co-Pro­du­zent – „The Women on the 6th Floor“, „Tim­buktu“ – einen Na­men ge­macht. Für seine ers­te Regie­arbeit „Django“ be­setzte er die Titel­rolle mit dem Schau­spie­ler Reda Kateb („Den Men­schen so fern“). Read the rest of this entry »

Deutschland: Erhalt von Roma-Gräbern

Dezember 21st, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Politik

Familiengrab Weihs in Osnabrück: Titelbild des Berichts "Dauerhafter Erhalt der Grabstätten NS-ver­folg­ter Sinti und Roma"Übernahme der Kosten durch Bund und Län­der: Be­schluss zum Er­halt der Gräber von NS-ver­folg­ten Sinti und Roma

Bund und Länder haben am 9. Dezember im Rahmen der Minister­prä­si­den­ten­kon­fe­renz in Berlin einen Be­schluss zum Ruhe­recht für Grab­stätten der unter der natio­nal­sozia­lis­ti­schen Gewalt­herr­schaft ver­folg­ten Sinti und Roma ge­fasst. Sie kom­men damit der Bitte des Vor­sitzen­den des Zentral­rats der Deutschen Sinti und Roma, Romani Rose, nach. Er hat­te sich seit Jahren für ein dau­ern­des Ruherecht ein­ge­setzt. Bund und Länder sind über­ein­ge­kom­men, die Kos­ten zum Er­halt der Gräber zu je 50 Pro­zent zu über­nehmen.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig sagte: „Ich be­grüße den Be­schluss zum Er­halt der Gräber der­jeni­gen Sinti und Roma, die vom natio­nal­sozia­lis­ti­schen Regime als Volks­gruppe aus rassis­ti­schen Gründen ver­folgt wur­den. Das sind wir den Toten und ihren Nach­kommen schul­dig. Mein Haus wird in enger Ab­stim­mung mit den zu­ständi­gen Stellen in den Ländern eine Re­ge­lung er­arbei­ten, damit die­ser Beschluss schnell um­ge­setzt wer­den kann.“

Die Umsetzung kann unter Wahrung verfassungsrechtli­cher Zu­ständig­kei­ten des Bundes und der Län­der ohne gesetz­liche Ände­run­gen kurz­fristig er­fol­gen. Die Zustän­dig­keit der Länder für eine Rege­lung des Ruhe­rechtes bleibt dabei un­berührt, auch die Gesetz­gebungs­kom­pe­tenz bleibt bei den Län­dern. Die noch im Detail aus­zu­han­deln­de Ver­ein­ba­rung soll sich an die Rege­lung für die ver­waisten jüdi­schen Fried­höfe aus der Vor­kriegs­zeit orien­tie­ren. Bundes­weit sind etwa 3.000 Grab­stätten be­trof­fen. Der Bund erklärte sich bereit, den Län­dern 50 Pro­zent der ent­stehen­den Kos­ten zu er­statten.

(Text: www.bmfsfj.de)

Siehe auch:
Dauerhafter Erhalt der Grabstätten, 12.10.2016