Geschichte & Gedenken

Buchpräsentation: Das Lager Lackenbach

April 14th, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Wissenschaft

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Tschibtscha | 13.4.2026 | 6:25 min

Herbert Brettl: O logeri Lackenbach

O lek bareder logeri le Romenge ando naci­jonal­socija­slis­tischi nimtschko rajipe ando novem­beri 1940 ande Lacken­bach kerdo ulo. Oda dinin­tscha la mujsi­nipes­kera butjkake taj te la depor­taci­jake ando minden­felitike loger­tscha. I kenva basi­rinel upre but rescher­tscha ande nacijo­nali taj inter­nacijo­nali archiv­tscha taj biblijo­tek­tscha. Oda upre sikal histo­rischi ande dikip­tscha taj i siste­matischi mujsini­peskeri buti, i dis­krimina­cija paloda le prik dschivde dsche­nendar pal 1945 sar o ent­vikli­nipe la palgon­doli­pes­kera taj gondo­lipes­kera kul­turatar dschi adi.

Das größte Anhalte- und Zwangsarbeitslager für Romnja und Roma im natio­nal­sozialis­ti­schen Deutschen Reich wurde im Novem­ber 1940 im bur­gen­ländi­schen Lacken­bach errich­tet. Es diente der Zwangs­arbeit und war zugleich Aus­gangs­punkt für Depor­tationen in Kon­zentra­tions- und Ver­nichtungs­lager. Das Buch basiert auf um­fassen­den Recher­chen in natio­nalen und inter­natio­nalen Archiven und Biblio­theken. Es beleuch­tet histo­rische Wahr­nehmun­gen und Ver­antwort­lich­keiten, den syste­mati­schen Nutzen der Zwangs­arbeit, die fort­gesetzte Dis­kriminie­rung der Über­lebenden nach 1945 sowie die Ent­wicklung der Erin­nerungs- und Gedenk­kultur bis heute.

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Broschüre „Versäumte Erinnerung?“ vorgestellt

März 14th, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher

Deckblatt der Broschüre "Versäumte Erinnerung" (Intitaitive Antifaschistisches Gedenken)Initiative Antifaschistisches Gedenken prä­sen­tiert ihre Bro­schüre: „Ver­säumte Er­inne­rung? Rechts­extre­mer Bom­ben­terror 1993–1996“

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Die Initiative Antifaschistisches Gedenken arbeitet zum rechts­extre­men Bomben­terror der 90er Jahren, der in erster Linie gegen Minder­heiten­an­ge­hörige, von Rassismus Be­trof­fene und ihre Unter­stützer*in­nen gerich­tet war. 25 Brief­bomben wurden zwi­schen 1993 und 1996 versendet, drei Rohr­bomben wurden gelegt. Vier Men­schen wurden ermordet, 15 Per­sonen – teils schwer – verletzt.

Seit Entstehung der Initiative im Jahr 2023 setzt sie sich mit der (fehlenden) Erinne­rung an den rechts­extre­men Bombenterror der Neun­ziger­jahre in Österreich aus­einander und damit, warum dieses Thema gesell­schaftlich quasi nicht ver­handelt wird. Sie hat sich mit dem Ziel ge­gründet, einen Beitrag zu den Be­mühun­gen zu leisten, diese Lücke im öster­reichi­schen Bewusst­sein zu schließen.

Unter der Leitfrage „Wie kann und soll eine antifaschistische und solida­rische Gedenk­praxis aus­sehen?“ hat die Initiative Anti­faschis­tisches Gedenken in den letzten zwei Jahren mit Betrof­fenen, (Min­der­heiten-)An­gehö­rigen, Wis­sen­schaft­ler*in­nen und Akti­vist*in­nen gespro­chen und dis­kutiert. Ein erstes Ergebnis dieser Arbeit hat sie nun in der von ihr heraus­ge­gebe­nen Broschüre „Versäumte Erinne­rung?“ prä­sentiert.

Die Neuerscheinung wurde am 5. März in den Räumlichkeiten des Klubs Sloweni­scher Stu­dent*in­nen in Wien vor­gestellt – unter anderem mit einer Lesung und einem Ge­spräch von und mit Manuela Horvath, Leiterin der Roma-Pastoral in Oberwart und Organi­satorin der jähr­lichen Gedenk­ver­anstal­tung an das Bomben-Attentat im Jahr 1995, bei dem vier Roma (Erwin Horvath, Karl Horvath, Peter Sarközi und Josef Simon) ermordet wurden. Es werden wei­tere Termine folgen, unter ande­rem im April in Oberwart.

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Ö1: Die Roma im Burgenland (1–5)

Februar 20th, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV

„Wir waren niemand mehr“
ORF/Ö1, Betrifft: Geschichte (Okt. 2025)

Mit den Historikern Gerhard Baumgartner und Herbert Brettl, Autoren des Buches „Einfach weg!“. Ver­schwun­dene Roma-Sied­lun­gen im Burgenland (New Academic Press). Gestaltung der fünfteiligen Reihe: Rosemarie Burgstaller

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

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Gondolipeskero mulatintschago Erbate

Februar 3rd, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

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Tschibtscha | 2.2.2026 | 5:20 min

31. Jahrestag des Terroranschlags von Oberwart

Tranda taj jek berscha hi kada ando schtarto feberi deschu­enja enja­var desch taj pantsch o schtar Roma Erbate mur­darde ule. O atenteteri Franz Fuchs o lek phare­der rasistis­tischi aten­tato andi dujti republika kertscha. O opfertscha Peter Sarközi, Josef Simon, Karl taj Erwin Horvath duach jek ojs tablina le upre pisini­peha „Roma zurück nach Indien“ tarnimi bomba murdarde ule. Terne la flogos­kera grup­natar sar isch­kolasch­tscha andar o bun­dakero duj tschib­tschen­gero gim­nasijum Erba uso gondo­li­pes­kero mula­tin­tschago gon­denca pumen ande, ande. Uso udud le gondo­lipes­tar momel­tscha aun­dschiv­tscharde ule.

Anlässlich des 31. Jahrestags des Terroranschlags vom 4. Februar 1995, bei dem vier An­gehö­rige der Roma-Volks­gruppe er­mordet wurden, lud die Roma­pastoral am Sonntag, den 1. Februar 2026, um 14:30 Uhr zur Gedenk­feier an der Gedenk­stätte „Am Anger“ in Oberwart ein. Am 4. Februar 1995 verübte der Atten­täter Franz Fuchs einen der schwers­ten rassis­tisch moti­vierten An­schläge der Zweiten Republik. Die Opfer – Peter Sarközi, Josef Simon, Karl und Erwin Horvath – wurden durch eine als Schild mit der Auf­schrift „Roma zurück nach Indien“ ge­tarnte Spreng­falle getötet. Die Gedenk­feier wurde durch Beiträge von Jugend­lichen der Roma-Volks­gruppe sowie Schü­lerinnen des Zwei­sprachigen Bundes­real­gymna­siums Oberwart mit­gestaltet. Ihre Mit­wirkung unter­streicht die Be­deutung der Weiter­gabe histo­rischer Ver­ant­wortung und des Engage­ments junger Men­schen gegen Rassismus, Aus­gren­zung und Gewalt. Im Anschluss folgte ein öku­menisches Gebet, das Raum für gemein­sames Inne­halten und Ver­bunden­heit schafft und der Opfer in Würde gedenkt. Beim „Licht des Gedenkens“ wurden Grab­kerzen entzündet und nieder­gelegt. Musi­kalisch beglei­tet wurde die Gedenk­feier von Romano Rath.

(Beitrag: TV Erba)

„… ich will …, dass die Wahrheit siegt …“

Januar 31st, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft

BuchcoverHans Hesse: „… ich will …, dass die Wahrheit siegt …“. Die Geschichte von drei Sinti und Roma-Fa­milien, die Opfer von NS-Menschen­versuchen im KZ Auschwitz-Birkenau wurden, Edition Falken­berg: Roten­burg / Wüm­me 2025. [Ta­schen­buch, 336 Sei­ten, ISBN 978-3-95494-368-5]

Ein schlichtes Grab auf dem Waller Friedhof in Bremen-Walle erinnert an ein NS-Ver­brechen. Es ist das Grab der Sintez­za Wilhelmine Petermann. Sie starb am 18. Januar 1927. Zu ihrer Be­erdi­gung am 22. Januar 1927 kom­men die Mit­glieder von sechs Fami­lien zu­sam­men, unter ihnen die Fami­lien Bam­berger, Mechau und Petermann.

Das heute älteste, noch erhaltene Sinti-Grab in Bremen legt eine Er­inne­rungs­spur, die zu einem furcht­baren NS-Ver­brechen führt. Die Familie Otto und Auguste Mechau, geb. Bamberger – Auguste ist die Schwes­ter von Wilhel­mine – wohnt ab 1939 in Oldenburg. NS-‚Wis­sen­schaftler‘ ent­decken, dass in der Familie gehäuft Hetero­chromie (Ver­schieden­farbig­keit der Augen) vor­kommt. Eine Biologin aus Bremen, Dr. Karin Magnussen, die zu diesem Zeit­punkt am re­nom­mier­ten Kaiser-Wil­helm-Ins­titut für Anthro­pologie, mensch­liche Erblehre und Eugenik in Berlin-Dahlem arbeitet, interes­siert sich für diese harm­lose Augen­anomalie. Als die Familie im März 1943 über den Bremer Schlacht­hof nach Auschwitz-Bir­kenau in das so genannte „Zigeuner­familien­lager“ depor­tiert wird, be­auftragt sie den dortigen KZ-Lager-‚Arzt‘ Dr. phil. und Dr. med. Josef Mengele, an den Kindern der Familie Menschen­versuche vor­zu­nehmen. Auf Mag­nussens Versuchs­anord­nung hin tröpfelt er ihnen eine Flüssig­keit in die Augen. In der Folge­zeit sterben und/oder er­mor­det Mengele die Kinder und schickt die Augen an das Institut nach Berlin-Dahlem, wo Mag­nussen ihre Unter­suchun­gen an ihnen fortsetzt.

Fast alle Teilnehmer an der Beerdigung von Wilhelmine Petermann werden keines natür­lichen Todes sterben. Dieses auf den ersten Blick un­schein­bare Grab ist die letzte Spur in Bremen, die an dieses NS-Ver­brechen erin­nert, und dieses Buch erzählt die Geschichte.

(Text: Edition Falkenberg)

„Antiziganismus – Begriff, Geschichte, Aktualität“

Januar 30th, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Einführungsvortrag von Gordana Herold vom Verein „Romane Romnja“ bei der 3. Som­mer­akade­mie des Centrums für Anti­semitis­mus- und Ras­sismus­forschung (CARS) an der Katho­lischen Fach­hoch­schule Aachen, die am 19. und 20. Septem­ber 2025 unter dem Titel „Anti­ziganis­mus – Rassismus – Anti­semi­tismus“ stattfand.

(Video: Centrum für Antisemitismus- & Rassis­mus­studien)

Siehe auch:
Antiziganismus und kapitalistische Ökonomie – Vortrag von Anna-Sophie Schönfelder

Facts & Figures (574)

Januar 27th, 2026  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

2005 erklärte die Gene­ral­ver­samm­lung der Ver­ein­ten Na­tio­nen den 27. Jän­ner, den Jah­res­tag der Be­frei­ung des KZ Auschwitz, zum In­ter­natio­nal Ho­lo­caust Re­mem­brance Day.

(Quelle)

Mulatintschago 30 berscha nacijonalfonds

Januar 10th, 2026  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen

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Tschibtscha | 9.1.2026 | 10:13 min

Festakt im Parlament zu 30 Jahre Nationalfonds

Jek mulatintschago ando parlamento pati­jartschao o 30-ber­schen­gero keripe le naci­jonal­fondsistar le opferenge le naci­jo­nal­socija­lismusis­tar. Le keripeha le naci­jonal­fondsistar le opferenge le naci­jonal­socija­lis­mustar bescha­rtscha i Austrija 1995, 50 berscha palo ar la NS-dikta­turatar, jek barikano caichn le prik­lipeha histor­ischi feran­voa­tini­pestar.

Wien, 10. November 2025: Ein Festakt im Parlament würdigte das 30-jährige Bestehen des National­fonds für Opfer des Natio­nal­soziali­smus. Mit der Ein­richtung des National­fonds für Opfer des Natio­nal­sozialis­mus setzte Österreich 1995, 50 Jahre nach dem Ende der NS-Diktatur, ein klares und dauer­haftes Zeichen der Über­nahme von histo­rischer Ver­ant­wortung.

(Beitrag: TV Erba)

„Wir entkamen auf eigene Faust“

Januar 5th, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte

Cover Rostock-Lichtenhagen„Wir entkamen auf eigene Faust“. Zeitzeug*innen­berichte rumä­nischer Rom*nja vom Pogrom in Rostock-Lich­ten­hagen 1992. Heraus­gegeben vom Doku­men­tations­zentrum „Lichten­hagen im Ge­dächt­nis“ und der Landes­zentrale für politi­sche Bildung Meck­lenburg-Vor­pommern, Schwerin 2024, ISBN 978-3-948624-12-5

„Am scăpat singuri“. Mărturii ale romilor români despre pogro­mul din Rostock-Lich­ten­hagen (1992), volum editat de Centrul de Docu­men­tare „Lichten­hagen im Ge­dächt­nis“ și de Centru pentru Edu­cație Politică al lan­dului Mecklen­burg-Po­me­rania, Schwerin 2024, ISBN 978-3-948624-12-5

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Am Anfang stand der Hass gegen Roma. Das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen im August 1992 ent­zün­dete sich zu­nächst an der rassisti­schen Hetze gegen Roma-Flücht­linge aus Rumänien. Dieser Aspekt der rassistischen Gewalt­orgie wird heute fast immer aus­ge­blendet. Ein Inter­view-Band ruft jetzt das Schick­sal der Roma-Flücht­linge in Lichten­hagen in Erinnerung.

Drei Tage dauerten die Angriffe auf ehemalige Ver­trags­arbeiter*innen aus Vietnam und Asyl­suchende in Rostock-Lich­ten­hagen. Die rassis­tische Gewalt gilt heute als das größte Pogrom der deutschen Nach­kriegs­geschichte. Ein Großteil der betrof­fenen Asyl­suchenden, unter ihnen viele Rom*nja aus Rumänien, wurde nach dem Pogrom ab­ge­schoben oder verließ Deutschland, um rechter Gewalt und schlech­ten Lebens­bedin­gungen zu ent­gehen. Ihre Stimmen wurden im Geden­ken an das Pogrom in Lichtenhagen lange nicht gehört. In diesem Band er­schei­nen erst­mals die Berichte von sechs Zeit­zeug*in­nen aus Rom*nja-Com­mu­nitys im Süden Rumäniens, die als Asyl­suchende die rassis­tische Gewalt in Lichten­hagen erleben mussten. Sie er­zählen von der Migration nach Deutsch­land, der Selbst­rettung aus dem bren­nenden Sonnen­blumen­haus und ihren Forderun­gen für die Gegen­wart. Beglei­tende Aufsätze geben Infor­ma­tionen zum histo­rischen Kontext des Pogroms in Lichten­hagen und ordnen die Erinne­rungen ein.  (Klappentext)

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dROMa 80: Ich aber sage euch

Dezember 28th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)

NEU AUFGELEGT: Monika Littau: „Die sehende Sintiza: Buchela – Pythia von Bonn“ [I dikaschkimi Sintiza], Rhein-Mosel-Verlag: Zell/Mosel 2024 (Taschenbuch, 334 Seiten/riktscha). ISBN-10:‎ 3898014266 / ISBN-13: 978-3898014267BIOGRAFIE

Wer war Madame Buchela, die „Seherin von Bonn“?

Sie war die Gerda Rogers der deutschen Nach­kriegs­ära: Margaretha Gous­santhier, geb. Merstein (1899–1986), be­kannt als „Madame Buchela“, ge­langte als Hell­seherin zu Ruhm und Einfluss. Ihre Weis­sagun­gen waren ge­fragt, nur für ihre Lebens­geschichte schien sich kaum je­mand zu in­teres­sieren. Wer war die ge­heim­nis­volle Frau?

Täglich standen Ratsuchende Schlange, um zur „Zigeunerin“ mit der „Gabe“ vorgelassen zu werden. Selbst in den aller­höchsten Kreisen war ihr Rat gefragt: Regel­mäßig, so erin­nern sich Nachbarn, fuhren Limou­sinen vor ihrem Häuschen im rhein­ländi­schen Remagen vor. Ihr Wort hatte Gewicht, sogar in den Regie­rungs­zirkeln der Bonner Republik. Kein Gerin­gerer als Konrad Adenauer habe heim­lich den Rat der Sintiza gesucht, sagt man. Andere nennen auch Ludwig Erhard, die Königin der Niederlande oder Edward Kennedy.

Tatsächlich beweisen lässt sich das freilich nicht. „Kanzler und Könige, Fürsten und einfache Men­schen nutzen meine Gabe“, heißt es bloß – ebenso groß­spurig wie vage – in ihren mithilfe eines Schreibers ver­fassten Memoiren, die 1983 unter dem Titel „Ich aber sage euch“ erschie­nen sind. Auf jeden Fall war „Madame Buchela“ – um­schwirrt von Klienten, Kameras und Klatsch­reportern – die pro­minen­teste Wahr­sagerin der Bundes­republik.

Nun gehört es spätestens seit der Romantik zum Arsenal des Anti­ziganis­mus, den Roma und Sinti, und da vor allem den Frauen, über­sinnliche Kräfte und vor­zivili­sato­risches Wissen an­zu­dichten. Für die Medien war Buchela denn auch immer „die Zigeu­nerin“, die in ihrem Hexen­häus­chen in Remagen residierte und einem uralten Gewerbe nach­ging. Dass sie als Sintiza auch einer ver­folgten Minder­heit an­gehörte, die gerade erst durch die Hölle eines Völker­mords gegangen ist, danach hat keiner gefragt.

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dROMa 80: Me ham phenav tumenge

Dezember 27th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)

NEVO ARDIPE: Monika Littau: „Die sehende Sintiza: Buchela – Pythia von Bonn“ [I dikaschkimi Sintiza], Rhein-Mosel-Verlag: Zell/Mosel 2024 (Taschenbuch, 334 Seiten/riktscha). ISBN-10:‎ 3898014266 / ISBN-13: 978-3898014267BIJOGRAFIJA

Ko sina i rani Buchela, i „dikaschkija andar Bonn“?

Oj i Gerda Rogers la nimtschka cajtatar palo habu­ri sina: Mar­ga­retha Gous­san­thier, agun Merstein (1899–1986), prin­dschar­di ojs „rani Buchela“, savi ojs di­kasch­kija prin­dscha­ripe taj sora­lipe usch­ti­dija. La­kere angle phe­nip­tscha phutsch­le sina, ham lakera dschi­vipes­kera his­tori­jake nikas tscha­tschi­kan inte­resi nana. Ko sina aja tschor­tscho­vali dschuvli?

Sako di but dschene angle lakero vudar terdscho­nahi, kaj usi „Zigeu­ner­kija“ le „dipeha“ te peren. Muguli ando lek utscheder kariki, lakero pheni­pe phutschlo sina: Mindig, afka dscha­nen le o noch­bertscha, bare verdi angle lakero khe­roro ando rhein­lan­ditiko Remagen angle ladnahi. Lakere alav pha­ripe sina, mu­guli ando regi­runga­kere becirk­tscha la bonna­kera repub­likatar. Taj hatek mu­guli o Konrad Adenauer tschor­do o phe­nipe la Sinti­zatar rodija, butschol. Avre akaren te le Ludwig Erhard, la kiral­kija andar Holand vaj le Edward Kennedy.

Tschatschikan ham phendo naschtig ol, obste ada sa tscha­tscho hi. „Kanc­ler­tscha taj kiral­tscha, grofi taj avre manu­scha mro dipe nucinen“, butschol afka – hatek godschar taj duj rik­tscha­kero – ande lakere jeke pisi­naschiha kerde me­moriji, save 1983 telal o anav „Me ham phenav tu­menge“ ari ale. Jek schaj phendo ol, hot i „rani Buchela“ – and lim klijen­tendar, kame­rajendar taj poro­tscha­goskere repor­terendar – i lek prin­dschareder angle phena­schkija la bun­dakera republi­katar sina.

Akan ham sajt i romantik uso arsenal le anticiganismusistar kerinel, le Romenge taj Sinti­jenge, taj adaj butvar le dschuv­lenge, tschor­tschovale sorja taj anglutno civili­sato­rischi dscha­nipe aun te phandel. Le medi­jenge i Buchela hatek minidg „i Zigeu­nerkija“ sina, savi ande lakero tscho­hani­jakero kheroro ande Remagen dschivlahi taj jeka phura butjake palal dschalahi. Kaj oj ojs Sintiza jeke tradime tschuli­peske aun kerinlahi, savi erscht duach i benges­keri hef jeke flogos­kere murda­ri­pestar geli, nana barikano.

Ar rodimo interesi

Le bulhe pradipestar, oj adi, schtarvardesch berscha pal lakero mulipe, bojd pobis­terdi hi. I fasci­naci­jona, savi jefkar latar ar geli, ham dschi adi meg pobis­terdi nan, sar buteder neveder medi­jengere pisinip­tscha sikan, save hatek upri „di­kaschkija le Rheinistar“ pal gon­dolinde. Read the rest of this entry »

dROMa 80 („Geschichte“/„Historija“)

Dezember 17th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, dROMa (Magazin)

dROMa 79Themenheft „Geschichte“ | Temakeri heftlina „Historija“

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In diesem Heft erwartet Sie wieder ein Bündel mit Geschich­ten aus der Geschichte. In der ersten widmet sich Daniela Gress einem Schlüssel­moment der frühen Bürger­rechts­bewe­gung der Sinti und Roma in Deutschland, dem Hunger­streik einiger Sinti im ehe­mali­gen KZ Dachau zu Ostern 1980. Anschlie­ßend befasst sich Oliver Lorenz mit Ulrich Friedrich Opfermanns Buch „Stets korrekt und human“. Die Studie unter­sucht den Umgang der west­deutschen Justiz mit dem NS-Völker­mord an den Roma und Sinti. Die Bilanz fällt beschä­mend aus. „Madame Buchela“, die berühm­teste Hellseherin der deut­schen Nach­kriegs­zeit, stellt Ihnen Roman Urbaner vor. Erst kürzlich wurde Monika Littaus biogra­fischer Roman über sie neu auf­gelegt. Der Foto­histo­riker Anton Holzer prä­sen­tiert ein neues For­schungs­projekt in Wien, das Roma-Dar­stellun­gen in der illustrier­ten Presse der Zwischen­kriegs­zeit analy­siert. Guido Gluschitsch erin­nert an Baron Rohonczy, der 121 Roma aus dem NS-„Zigeuner­lager“ Lackenbach rettete. Nun wurde der fast ver­gessene „Schindler von Ober­pullen­dorf“ mit einem Gedenk­stein geehrt. Und ab­schlie­ßend ma­chen wir noch auf ein Angebot des National­fonds aufmerksam: Seit kurzem wird der Erhalt von Gräbern ver­stor­bener NS-Verfolgter aus der Volks­gruppe finan­ziell unter­stützt.

Ande aja heftlina jek khetankedipe histori­jenca andar i histo­rija upre tumende uscharen. Andi erschti vid­minel pe i Daniela Gress le barikane momen­toske le agune polgar­tschen­gere tscha­tschipes­kere micini­pestar le Sinti­jendar taj Romendar andi Germanija, le boka­lengere protes­toske poar Sinti­jendar ando aguno logeri Dachau patrajon 1980. Paloda, o Oliver Lorenz la kenvaha „Mindig latscho taj manu­schano“ le Ulrich Friedrich Opfer­mannistar, donde pe bescharel. I schtudija o umdscha­jipe la vestitika nimtschka jus­ticatar le NS-flo­goskere murda­ripeha upro Roma taj Sinti aun peske dikel. Ari al jek ladscha­jipes­keri bilanca. La „rani Buchela“, i lek prindscha­reder dikasch­kija la nimtschka cajtatar palo haburi, o Roman Urbaner angle tumenge ter­dscharel. Na dur pal, i bijo­grafischi kenva pedar late, la Monika Littaujatar, nevi ar dim uli. O kiposi­naschis­kero histo­rikeri Anton Holzer jek nevo for­schini­pes­kero projekto Betschiste angle terdscharel, savo peske o Romen­ge­ro-sika­vipe ando kiposime papru­schen­gere nevip­tscha la masch­karutna habu­riskera cajtatar aun dikel. O Guido Gluschitsch upro baron Rohonczy, savo 121 Romen andar o NS-„Zigeu­­nerengero logeri“ Lackenbach retintscha, pal gon­dolinel. Read the rest of this entry »

Harri Stojka fordert Roma-Mahnmal in Wien

November 30th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken

Harri Stojka80 Jahre danach: Stojka verlangt ein klares Zeichen für Roma und Sinti

Wien (OTS) – Der Musiker und Aktivist Harri Stojka fordert die rasche Errich­tung eines Mahnmals für Roma und Sinti in Österreich am Schmerling­platz in Wien. „Dort, an einem ge­schichts­träch­tigen Platz im Zentrum Wiens, soll ein sicht­bares Zeichen der Erin­nerung und An­erken­nung ent­stehen.“ Seit Jahren ver­zögert sich die Um­setzung durch Dis­kussio­nen über den Standort. „Das ist ärgerlich und respekt­los gegen­über der Roma-Com­mu­nity“, so Stojka.

Das Mahnmal soll an die Verfolgung und Ermordung der Roma während des Natio­nal­sozia­lis­mus erinnern und zugleich als Appell gegen Dis­krimi­nierung und Aus­grenzung in der Gegen­wart dienen. Stojka spricht sich auch für eine inter­natio­nale Aus­schrei­bung für die künst­leri­sche Ge­stal­tung aus.

Er richtet einen klaren Appell an den Nationalfonds, die Stadt Wien und politisch Ver­ant­wort­liche, 80 Jahre nach Ende des Zweiten Welt­kriegs endlich zu handeln und die Um­setzung dieses wichtigen Erin­ne­rungs­projekts nicht weiter hinaus­zu­schieben.

(Text: Aussendung des Vereins Voice of Diversity)

Gondolipe: Mulatintschago ande Lackenbach

November 17th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 17.11.2025 | 7:56 min

Gedenkveranstaltung beim Mahnmal für Roma und Sinti in Lacken­bach

Ando gondolipe upro NS-reschi­mis­kero fapha­geripe le murdarde Romenge taj Sinti­jenge suboton ando 15. novem­beri anglo gondo­lipes­kero than le Romenge taj Sinti­jenge ande Lackenbach jek mula­tin­tschago taj kere­su­jakero telpasch­laripe tel likerdo ulo. O gondo­lipes­kero than ande Lackenbach palgon­dolinel upri bibast taj fapha­ge­riptscha, save upro Roma taj Sinti maschkar i NS-cajt kerdi uli. Ando 23. novem­beri 1940 ando agun Gutshof o „Zigeunerlager“ Lacken­bach kerdo ulo. O ande tscha­­pime Roma ande schtali taj pajti telal bibastalo dschi­vipe iste mujsini­pes­keri buti ker­nahi. Jeke bari­kane gon­doli­pes­kere mula­tintscha­goha anglo gondo­lipes­kero thanle opferen­ge le Romenge taj Sinti­jenge gond­olim ol. Adaleha jek cajchn gejng o pobis­teripe taj jek khetani cukunft ande res­peckto beschardo ol. Upri inici­jativa la burgen­landi­tika thanes­kera regi­run­gatar taj la austri­tika Lager­gemein­schaft Auschwitz ando 6. okto­beri 1984 o gondo­lipes­kero than ande Lacken­bach le agune bun­dakere presi­den­tostar Rudolf Kirch­schläger tel utschardo ulo.

Im Gedenken an die vom NS-Verbrechensregime ermordeten Roma und Sinti fand am Sams­tag, den 15. Novem­ber vor dem Mahnmal der Roma und Sinti in Lacken­bach eine Kund­gebung mit an­schlie­ßender Kranz­nieder­legung statt. Die Er­inne­rungs­stätte in Lackenbach erin­nert an das un­sägli­che Leid und die Ver­brechen, die an den Roma und Sinti wäh­rend der NS-Zeit begangen wurden. Am 23. Novem­ber 1940 wurde in einem ehemaligen Gutshof das „Zigeuner­lager“ Lacken­bach ein­ge­richtet. Die inter­nier­ten „Zi­geu­ner“ lebten in Ställen und Scheunen unter pri­mitivs­ten Bedin­gun­gen und mussten Zwangs­arbeit leisten. Mit einer feierlichen Gedenk­ver­anstal­tung am Mahnmal wurde der Opfer der Roma und Sinti in Würde gedacht und ihr An­denken bewahrt. Read the rest of this entry »

Festakt: 30 Jahre Nationalfonds

November 12th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Politik, Veranstaltungen & Ausstellungen

30 Jahre Nationalfonds: Lesung von Sarah Gärtner-Horvath (Bild: Parlamentsdirektion/​Johannes Zinner, 10.11.2025)Ein Festakt im Parlament würdigte das 30-jährige Be­ste­hen des Na­tio­nal­fonds für Opfer des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus

Mit der Einrichtung des Nationalfonds für Opfer des Natio­nal­sozia­lis­mus setzte Österreich 1995, 50 Jahre nach dem Ende der NS-Diktatur, ein klares und dauer­haftes Zeichen der Über­nahme von histo­ri­scher Ver­ant­wor­tung. Ein Festakt im Par­la­­ment blickte am 10. November auf drei Jahr­zehnte der tätigen Ver­ant­wor­tung des Natio­nal­fonds gegenüber den Opfern des Natio­nal­sozialis­mus und für die Stärkung der öster­reichi­schen Erin­nerungs­kultur zurück. Neben dem Rück­blick auf das Geleis­tete standen die gegen­wär­tigen und künf­tigen Auf­gaben des Natio­nal­fonds im Mittel­punkt der Ver­anstal­tung.

Haubner und Van der Bellen

Die Begrüßungsworte zum Festakt sprach Zweiter Nationalrats­prä­sident Peter Haubner. Er erin­nerte an die Gründung des National­fonds als histo­rischen Schritt, mit dem Österreich sich dazu be­kannt habe, dass das vom NS-Terror­regime ver­ur­sachte Leid niemals ver­gessen, relati­viert, ver­drängt oder ver­harm­lost werden dürfe. [...] In seiner Festrede würdigte Bundespräsident Alexander Van der Bellen die „tätige Ver­ant­wortung“ des National­fonds. Er dankte den Mit­arbei­terin­nen und Mit­arbeitern des National­fonds, die durch „bestän­digen Brückenbau“ dazu bei­ge­tragen haben, dass Über­lebende der NS-Ver­brechen und ihre Nach­kommen sich wieder als Teil Österreichs fühlen konnten. Die Erinnerung an die Ermor­deten sei ein nie ab­geschlos­sener Prozess. Erin­nerung bedeute auch An­erken­nung. Daher hoffe er auf eine würdige Gedenk­stätte für alle Opfer­gruppen der NS-Ver­brechen. [...] Über die Hinter­gründe der Ent­stehung des Fonds und die Bedeu­tung dieses Schrit­tes sprachen National­rats­prä­sident a. D. Andreas Khol und Bundes­kanzler a. D. Franz Vra­nitzky mit Natio­nal­fonds-Vor­ständin Hannah Lessing.

Dritte Generation: Sarah Gärtner-Horvath und Yuval Yaary

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Lesung der Nach­kommen der dritten Gene­ration Sarah Gärt­ner-Hor­vath und Yuval Yaary. Sarah Gärtner-Horvath las aus Erin­nerun­gen ihres Vaters Emmerich Gärtner-Horvath. Er berich­tet darin, was ihn be­wegte, 2005 am Interview­projekt zur Geschichte der Burgenland-Roma „Mri Historija“ (Meine Ge­schichte) teil­zu­nehmen und Zeit­zeugin­nen und Zeit­zeugen über ihre Erleb­nisse während der NS-Zeit zu be­fragen. Read the rest of this entry »

Nationalfonds: Unterstützung bei Grabgebühren

Oktober 25th, 2025  |  Published in Allgemeines, Geschichte & Gedenken

Österreichischer Nationalfonds: Unterstützung bei Grabgebühren verstorbener NS-Überlebender aus den Reihen der Roma und Sinti (Foto: Godewind/Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0)Der „Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Na­tio­nal­sozia­lis­mus“ un­ter­stützt Per­­so­nen, in deren Ob­hut das Grab eines/r Über­le­ben­den des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus aus den Rei­hen der Roma und Rom­nja sowie Sinti und Sin­­tizze liegt.

Die finanzielle Unterstützung ist für Grab­gebühren von ver­stor­benen Über­leben­den be­stimmt, die als An­gehörige der Volks­gruppe der Roma und Romnja sowie Sinti und Sin­tizze unter der natio­nal­sozia­listi­schen Gewalt­herr­schaft ver­folgt wurden und deren Gräber auf dem Gebiet der Repub­lik Österreich liegen.

Die finanzielle Unterstützung wird auf Antrag gewährt und deckt 50 Pro­zent der an­fallen­den Grab­gebühren ab dem 1. Jänner 2024. Für Grab­gebühren, die vor dem 1. Jänner 2024 be­zahlt wurden und ab dem 1. Jänner 2024 an­fallen, er­folgt eine ent­spre­chende Unter­stützung in Höhe von 50 Prozent der Gebühren ab 1. Jänner 2024. Ein Grab im Sinne dieser Richt­linie ist die Stelle einer Grabstätte, an der eine Person oder deren Toten­asche bestattet worden ist. Bei mehr­stelligen Grabstätten erfolgt die Über­nahme der Grab­gebühr anteilig für Gräber, die die Voraus­setzun­gen der Richt­linie erfüllen. Über die Be­willi­gung oder Ab­lehnung eines Antrags entscheidet das Kura­to­rium des National­fonds unter Berück­sichti­gung der vor­lie­genden Daten und Unter­lagen sowie der Ver­füg­barkeit von Förder­mitteln.

Der Antrag kann auf der Internetseite www.nationalfonds.org/grabgebuehren-roma-sinti einge­reicht werden. Weitere Infor­matio­nen zu den Voraus­setzun­gen und zur Antrag­stellung finden Sie in den Richt­linien für die Unter­stützung bei Grab­ge­bühren (pdf).

Auskunft: Tel.: +43 / 1 408 12 63
Mo. bis Do. 9.00 Uhr bis 11.00 Uhr, Fr. 9.00 Uhr bis 15.00 Uhr

Über den Nationalfonds:

Der „Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus“ wurde 1995 ge­gründet, um die beson­dere Ver­ant­wortung der Republik Österreich gegen­über den Opfern des National­sozialis­mus zum Aus­druck zu bringen. Er erbringt Leistun­gen an NS-Opfer, ins­beson­dere an Per­sonen, die keine oder eine völlig un­zu­rei­chende Leistung er­hielten, die in besonderer Weise der Hilfe bedür­fen oder bei denen eine Unter­stützung auf Grund ihrer Lebens­situation ge­recht­fertigt erscheint.

Die österreichischen Roma und Romnja sowie Sinti und Sintizze waren auf­grund ihrer Ab­stam­mung einer syste­mativschen Verfolgung im National­sozialis­mus aus­gesetzt. Auch nach 1945 wurde die Volkgruppe weiter­hin auf gesell­schaft­licher und staatlicher Ebene dis­kriminiert und viele von ihnen lebten in schwie­rigsten Ver­hält­nissen. Read the rest of this entry »

50 Jahre Sinti-Siedlung Köln-Roggendorf

Oktober 3rd, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV

Gelungene Integration: Eine feste Siedlung für fahrende Menschen
Podcast Zeitzeichen, WDR 5, 30.9.2025, 14:33 Min.

In Rekordzeit hatte die Stadt Köln die Siedlung hoch­ge­zo­gen: Am 30. Sep­tem­ber 1975 zogen 108 Sinti in die festen Häuser im Kölner Norden ein – ein gro­ßer Schritt für sie und ihre Nach­barn.

Deutschland: In diesem „Zeitzeichen“ erzählt Michael Reinartz: warum ausrangierte Reichs­bahn-Waggons ein mora­lisches Problem und zugleich Not­behelf für Kölner Sinti und Roma sind; wie Nachbarn anfangs Angst vor Lärm und Wert­verlust haben – und warum sich das Zu­sammen­leben dennoch schnell beruhigt; und was der Einzug in Steinhäuser für Bildung, Arbeit und Nach­bar­schaft bis heute bedeutet.

Als Kind sieht man Feuer zwischen Waggons auf freiem Feld – für die Jüngsten ein „Spielplatz“, für die Erwach­senen ein Leben ohne Duschen, mit ge­frore­nen Fenstern im Winter. Die Waggons stammen aus Be­ständen der alten Reichsbahn, die wäh­rend der NS-Zeit Sinti und Roma deportiert hatten.

Anfang der 70er ist klar: So kann es nicht bleiben. Daraufhin ent­steht der Plan für eine eigene Siedlung für Sinti und Roma. Von Früh­jahr bis Spät­sommer 1975 im Ortskern gebaut und am 30. Sep­tember bezugs­fertig – mit Stell­plätzen für Wohnwagen, aber ohne Tiere. Es ist die erste feste Siedlung für Sinti in Westeuropa. Read the rest of this entry »

Roma-Gebeine in Leipzig wür­dig bei­gesetzt

Oktober 2nd, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Leipziger Südfriedhof (Foto: Joachim Köhler/Wikimedia Commons/CC BY-SA 4.0)Über 160 Jahre lang wurden die sterbli­chen Überreste von drei Roma aus Rumänien in einer Samm­lung der Uni­ver­sität Leipzig ent­mensch­licht und als „For­schungs­material“ miss­braucht. Damit wurden sie Teil einer Ge­schichte von Ent­würdi­gung und rassis­tischen Forschun­gen, die Roma und Sinti bis heute über­schattet. Nun ist die Zeit ge­kommen, ihnen endlich Würde und Ruhe zurück­zu­geben. Am 1. Oktober 2025 wurden die Gebeine auf dem Süd­friedhof Leipzig bei­gesetzt – in un­mittel­barer Nähe zu einer Sinti-Grabstätte, deren An­ge­hörige Opfer der NS-Ver­folgung wurden. So entsteht ein gemein­samer Erin­ne­rungs­ort, der an die historische Ver­folgung erinnert und zu­gleich den drei Ver­storbenen ihre Würde zurück­gibt.

Für die Umsetzung führte die Leipziger Roma-Or­gani­sation „Romano Sumnal“ eine Spenden­aktion durch: für die Bei­setzung, den Gedenk­stein, die künst­lerische Gestaltung und die Gedenk­feier. „Jede Spende hilft, ein über 160 Jahre wäh­rendes Unrecht zu be­enden und in Leipzig einen Ort der Würde und Ge­rechtig­keit zu schaffen.“ Mehr hier.

(Text: Romano Sumnal)

Oberösterreich: Gedenkstein für Burgenlandrom

September 28th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Enthüllung eines Stolpersteins auf dem Schlossplatz in Vorchdorf (Be­zirk Gmunden) für einen der Roma-Zwangs­arbei­ter beim Bau der Reichs­auto­bahn

Symbolisch wurde heute Sonntag ein Stolperstein für einen der Roma-Zwangs­arbei­ter beim Reichs­autobahn­bau Vorchdorf und bei der Ent­wässerung Ibm-Waidmoos während der NS-Zeit verlegt, für Peter Horvath aus der Gegend von Heiligenkreuz im Lafnitztal im Burgenland. Horvath wurde 1941 mit anderen Leidens­genos­sen (ge­mein­sam mit dem minder­jährigen Franz Horvath und Josef Papai) ver­mutlich mit der Bahn von Vorchdorf ins Lager Weyer verlegt und von da gegen Jahres­ende zur Er­mordung ins be­setzte Polen de­portiert.

Die Stolpersteinverlegung ist Resultat neuer Erkennt­nisse zum Sklaven­einsatz öster­rei­chi­scher Roma bei Hitlers Autobahn­pro­jekten im Gau Oberdonau (Oberösterreich).

Ansprachen waren vorgesehen von: Bürgermeister Johann Mitterlehner, der Kultur­aus­schuss­vor­sitzen­den Bettina Hutterer, Josef Schmidt vom Verein Roma-Service u. a. An­schlie­ßend fand eine Ver­anstal­tung mit Referaten statt. Vorträge hielten Bruno Schernhammer, Ludwig Laher (Website) u. a. zur Roma-Zangs­arbeit beim Reichs­auto­bahnbau sowie zum „Zigeuner­an­halte­lager“ Weyer-St. Pantaleon. Nicole Sevik sprach von der Geschichte ihrer Groß­mutter Rosa Winter, die als ein­zige ihrer Familie das NS-Regime überlebte.

(Veranstaltungsankündigung: www.erinnern.at)

Siehe dazu auch:
Ludwig Laher: Letzte Ausfahrt Knochenmühle Kulmhof, in: Der Standard, 23.9.2025


Facts & Figures (566)

September 27th, 2025  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

1903 führte das Osmanische Reich ob­li­ga­to­ri­sche Aus­wei­se ein, in de­nen Ro­ma eth­nisch mar­kiert wur­den. Meh­re­re Ro­ma-Ge­mein­schaf­ten wi­der­setz­ten sich.

(Quelle)