Archive for September, 2024

Deutschland: Mehrere Sinti-Gräber verwüstet

September 30th, 2024  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Vandalismus auf dem Waldfriedhof in Darmstadt (Foto: Landesverband Hessen)Vandalismus auf dem Darmstädter Wald­friedhof. Anti­zi­ga­nis­ti­sches Tat­mo­tiv „sehr wahr­schein­lich“

Zwischen dem 22. und dem 23. September 2024 wurden Gräber, in denen Darm­städter Sinti und Reisende be­stattet sind, von Un­be­kannten zer­stört. Dem Verband Deut­scher Sinti und Roma – Landes­ver­band Hessen sind acht ver­wüstete Grab­stellen bekannt, darun­ter Gräber von Über­leben­den des Völkermords und deren Nach­fahren. Der Vandalis­mus war weit­rei­chend: Grab­lichter wurden zerstört, Blumen­schmuck wurde aus­einan­der­ge­ris­sen, es wurde auf Blumen herum­ge­tram­pelt, Grab­schmuck wie Engel oder Vasen wurden aus­einan­der­ge­brochen und in einem Fall ein Garten­schlauch zer­schnitten.

Merano Bamberger, ein Enkel von Bestatte­ten, die den Völker­mord überlebt haben, be­schreibt seine Reaktion und die Reaktio­nen weiterer An­ge­höriger: „Für uns An­gehörige sind diese Grab­schändungen nur schwer zu ertragen. Wir sind in großer Trauer über diese Schä­digun­gen der Gräber. Dieser Angriff auf die Totenruhe ist für uns sehr schwe­rwiegend. Da dieser Vorfall von Vandalismus nicht der erste Vorfall ist, fordern wir als An­ge­hörige und Nutzungs­berech­tig­ten eine Video­über­wachung der Grabstellen.“

Rinaldo Strauß, stellvertretender Geschäftsführer des hessischen Landes­verbandes Deutscher Sinti und Roma bilan­ziert: „Bislang ist nicht geklärt, ob dieser Vandalismus anti­ziganis­tisch be­gründet ist. Wir halten dies jedoch für sehr wahr­scheinlich, denn es wurden aus­schließ­lich Grabstellen von Sinti oder Reisenden, die teil­weise öffent­lich be­kannt sind, be­schädigt und ge­schändet. Die Ver­rohung unserer Gesell­schaft macht selbst vor der Totenruhe nicht halt.“

Nach weiterer Prüfung wird die Melde- und Infor­mations­stelle Anti­ziganis­mus Hessen (MIA Hessen), ein Projekt des hessischen Landes­ver­bandes Deutscher Sinti und Roma, diesen Vorfall als anti­ziganis­tischen Fall auf­nehmen. MIA Hessen ordnet Vandalismus von Gräbern, in denen Über­lebende des National­sozialis­mus be­stattet sind als NS-be­zoge­nen Antiziganismus ein. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (530)

September 29th, 2024  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

2001 verfassten Roma aus Ko­lum­bi­en, Ecua­dor, Chi­le, Ar­gen­ti­ni­en, Ka­na­da u. USA ei­ne De­cla­ra­tion of the Ro­ma People of the Ame­ri­cas (Ti­tel: The Other Son of Pa­cha Ma­ma – Mo­ther Earth).

(Quelle)

Kundgebung: „Rettet das Mahnmal!“

September 28th, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Politik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Rettet das MahnmalKundgebung am 28. Sept. 2024 um 18:00 Uhr, Pots­da­mer Platz in Berlin

Wir rufen Euch alle auf zum gemein­sa­men Pro­test für den voll­stän­di­gen Er­halt unse­res Denk­mals für die im Na­tio­nal­sozia­lis­mus er­mor­de­ten Sinti und Roma Eu­ropas!

Unser Denkmal ist durch den geplanten Bau einer S-Bahn­linie massiv be­droht. Dieses Denkmal hat für uns eine große Bedeu­tung: Es erinnert an den Völker­mord an Roma und Sinti in ganz Europa. Für viele von uns Nach­kommen der Ver­folgten ist es ein Ort der Trauer um unsere Toten ohne Gräber. Es ist ein Ort der An­er­ken­nung dieses Ver­brechens und hat eine zentrale Funktion in der Er­inne­rungs­kultur, beson­ders an­ge­sichts des wieder er­star­ken­den Rassismus in Deutschland.

Dank des unermüdlichen Engagements unserer Selbst­organi­satio­nen und solida­rischer Zivil­gesell­schaft wurde 2012 unser Denkmal endlich nach Jahr­zehnten der Leugnung des Völker­mords und Ver­wei­gerung des Gedenkens ein­geweiht. Nun bedrohen massive Eingriffe die Integrität des Denkmals und damit die Erinne­rung an den an Rom:nja und Sin­ti:zze be­gange­nen Völkermord. Die Be­einträch­ti­gung des Denkmals und der Umgang mit uns kommt einer Rück­nahme der hart er­kämpften politi­schen An­erken­nung unseres Leids gleich!

Die politisch Verantwortlichen auf Berliner und Bundesebene müssen ihrer er­inne­rungs­politi­schen Zusage und Ver­pflich­tung nach­kommen. Es ist nicht hin­nehmbar, dass nur zehn Jahre nach seiner Errichtung dieses lang er­kämpfte Denkmal nun ge­schädigt werden soll. Wir fordern sie nach­drücklich auf, eine der be­ste­henden alter­nativen Trassen­führungen zu wählen, um die Un­versehrt­heit des Mahnmals zu wahren. Read the rest of this entry »

Romani Ora (24.9., 25.9., 26.9. & 27.9.2024)

September 27th, 2024  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 24.9.2024 (mp3)

Der erste „Oberwarter Schmankerltag“ ist Thema dieser „Roma­ni Ora“ auf Radio MORA. Und in unserer Allerlei­kate­gorie „Minden­felitiko“ prä­sentie­ren wir Ihnen ein Rezept aus der Roma-Küche. Durch die Sen­dung führt Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 25.9.2024 (mp3)

Im Beitrag zum Tagesthema berichten wir heute über „Heide’s Second Hand Shop“, der in Oberwart er­öffnet wurde. Und neben den zwei­sprachi­gen Volks­gruppen­nach­rich­ten in Deutsch und Bur­gen­land-Ro­mani ver­wöhnen wir Sie mit der schöns­ten Roma-Musik.


Anhören: →Sendung vom 26.9.2024 (mp3)

Im heutigen Tagesthema berichtet uns Adi Gussak über die Neu­er­öff­nung des „Burger King“-Fast-Food-Res­tau­rants in Oberwart. Außer­dem hören Sie, wie jeden Donners­tag, eine Aus­gabe der Ge­schichts­rubrik „Mri his­torija“.


Anhören: →Sendung vom 27.9.2024 (mp3)

Die Freitagsausgabe der „Romani Ora“ mit den Ver­anstal­tungs­hin­weisen, den Volks­grup­pen­nach­richten und der Jugend­sendung; in der sich Adi Gussak mit der mentalen Gesund­heit von Jugend­lichen näher be­schäftigt.

Wie lässt sich Rassismus messen?

September 24th, 2024  |  Published in Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

detektor.fm/brand eins Podcast, 6.9.2024, 21:30 min

Ulrich Wagner ist Sozialpsychologe und beschäftigt sich mit Ein­stellun­gen gegen­über Minder­heiten und wie man sie messen kann. Das ist keine leichte Aufgabe, denn Ein­stel­lungen und Vorurteile, die zu­dem noch unter­schied­lich bewusst sind, lassen sich schwerer quanti­fizie­ren als simple Messwerte.

(Text und Beitrag: detektor.fm/Brand eins)

Romani Ora (19.9., 20.9. und 23.9.2024)

September 23rd, 2024  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 19.9.2024 (mp3)

Die „Romani Ora“ auf Radio MORA wird moderiert von Tina Nardai. Im Tages­thema berich­ten uns zwei Frauen aus der Roma-Com­mu­ni­ty, welchen Stellen­wert das Schwammerl­suchen für sie hat. Und in „Mri his­torija“ erzählt uns Alex Gussak mehr über persön­liche Lebens­ge­schichten bur­gen­ländi­scher Roma.


Anhören: →Sendung vom 20.9.2024 (mp3)

In der Freitagsausgabe der „Romani Ora“ hören Sie neben den zwei­spra­chigen Volks­gruppen­news natür­lich auch den Ver­anstal­tungs­kalender. Und in „Young, wild and free – le ter­nenge”, der Jugend­sendung auf Radio MORA, erfah­ren Sie, wie sich Jugend­liche über die bevor­stehende National­rats­wahl in Österreich über soziale Medien oder Online­tools infor­mieren.


Anhören: →Sendung vom 23.9.2024 (mp3)

Im heutigen „Romano Ora“-Musikmontag, den Ihnen Tina Nardai auf Radio MORA prä­sen­tiert, hören Sie unter ande­rem Roma-Musik von Ján Ačo Slepčík, Dela­Dap, Móni­ka Lakatos, Loy­ko u.v.m.

In Ketten: Die Versklavung der Roma

September 22nd, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV



Podcast Alle Zeit der Welt, 19.9.2024

Heute möchten wir auf die jüngste Folge des Geschichts­podcasts „Alle Zeit der Welt“ hin­weisen – eine Folge, an deren Zu­stande­kommen wir wohl nicht ganz un­beteiligt sind:

Seit Jahrhunderten sehen sich die Roma in Europa Diskrimi­nie­rung, Unter­drückung und Leid aus­ge­setzt. Aber woher stammen Sinti und Roma? Heute richten wir unser Augen­merk auf Theorien über ihren Weg nach Europa und ein be­son­ders düsteres Kapitel nach ihrer An­­kunft: die Ver­sklavung der Roma-Ge­mein­schaf­ten in Teilen Ost­europas, eine Praxis, die bis weit ins 19. Jahr­hun­dert hinein an­dauerte.

(Text und Sendung: Alle Zeit der Welt)

Podcast: Bürgerrechtsaktivistin Ilona Lagrene

September 20th, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV

Ilona Lagrene (Foto: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma)Zwischenfälle. Hörgeschichte auf Radio Z
→zur Sendung
(22:06 min) [2022]

Erst Jahrzehnte nach dem Völkermord an Sinti und Roma durch Nazi­deutsch­land er­kämpf­ten Ak­ti­vist*in­nen die of­fi­zielle An­er­ken­nung der Ver­brechen und Ent­schä­di­gung für die Opfer. Die­­sem Kampf wid­mete die Hei­del­ber­ge­rin Ilona Lagrene (1950–2023) ihr Le­ben.

Bis in die 80er Jahre hinein wurden sie diskriminierend „Zigeuner“ ge­nannt. Erst seit 1997 sind sie in Deutschland als natio­nale Minder­heit unter der Be­zeich­nung Roma und Sinti an­erkannt. Die Geschichte ihrer Dis­krimi­nierung ist 1000 Jahre alt. Der Anti­ziganismus folgte dem gleichen Muster und den gleichen Wellen wie der Anti­semitis­mus. Wie die Juden wurden auch die An­ge­hörigen der Sinti und Roma Opfer der national­sozialis­tischen Ver­nichtungs­politik. Eine der vielen ver­breche­ri­schen Kon­tinui­täten nach 1945 war: Die Verfolgten wurden nicht etwa ent­schädigt, sondern weiter krimi­nalisiert und be­nach­teiligt. In den 70er Jahren des vorigen Jahr­hun­derts begann ein jahr­zehnte­langer Kampf um An­erkennung. Einer der wichtigen Akti­vist*in­nen in diesem Kampf ist die Sin­tezza Ilona Lagrene.

Read the rest of this entry »

Romani Ora (16.9., 17.9. und 18.9.2024)

September 19th, 2024  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 16.9.2024 (mp3)

Der „Romani Ora“-Musikmontag auf Radio MORA ver­spricht Ihnen wieder vielfä­ltige Roma-Songs aus aller Welt. Hören Sie Lieder aus allen Musik­rich­tungen in der Sprache der Roma. Dazu er­halten Sie auch die Volks­grup­pen­nach­richten in Deutsch und Bur­gen­land-Ro­mani.


Anhören: →Sendung vom 17.9.2024 (mp3)

Die Aktion „BookCrossing“ der Burgenländi­schen Volks­hoch­schulen anläss­lich des Welt­alpha­betisie­rungs­tages ist das Tages­thema dieser „Romani Ora“. Durch die Sen­dung be­gleitet Sie wie gewohnt Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 18.9.2024 (mp3)

Das Offene Haus Oberwart hat mit Nora Demattio eine neue Geschäfts­leitung er­halten. Radio MORA berich­tet darüber im aktue­llen Tages­beitrag der „Romani Ora“. Dazu hören Sie die inter­natio­nalen Volks­gruppen­nachrich­ten und die ab­wechs­lungs­reichste Roma-Musik.

Facts & Figures (529)

September 18th, 2024  |  Published in Facts & Figures

Eine eigenwillige Variante des Oedi­pus-My­thos ist auch für die Er­zähl­tra­di­ti­on der Lo­va­ra-Ro­ma be­legt.

(Quelle)

Romani Ora (11.9., 12.9. und 13.9.2024)

September 16th, 2024  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 11.9.2024 (mp3)

Die Informationsveranstaltung „Notfall­kochen – Kochen ohne Strom“ wurde vom Burgen­ländi­schen Be­völ­kerungs­schutz orga­nisiert. Radio MORA war für Sie dabei und be­richtet von praktischen Tipps und Rezepten. Außer­dem hören Sie die Volks­grup­pen­nach­richten in Deutsch und Romani. Prä­sentiert wird die Sendung von Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 12.9.2024 (mp3)

In dieser Ausgabe der „Romani Ora“ drehen sich unsere Bei­träge im weites­ten Sinne um die kleine Ort­schaft Zahling (Ge­mein­de Eltendorf) im Süd­burgenland. In „Mri histo­rija“ erzählt uns Alex Gussak mehr über das Leben des Herrn Karl Sarközi. Er war KZ-Über­lebender aus diesem Dorf. Und auch im Tages­thema geht es um Zahling: Franz Horvath berich­tet über seine Er­fahrun­gen mit Anti­ziganismus und seiner Kindheit, die er in dem Ort ver­brachte.


Anhören: →Sendung vom 13.9.2024 (mp3)

Neben den Veranstaltungshinweisen und den Volks­gruppen­nach­rich­ten in Deutsch und Bur­gen­land-Ro­mani hören Sie auch die Jugend­sendung „Young, wild and free – le ter­nenge“ mit Adi Gussak. Diese wird aktuell ex­klusiv freitags ge­sendet. In dieser Aus­gabe hören Sie mehr über das An­gebot der Verkehrs­betrie­be Burgenland und wie die Jugend­li­chen dieses nutzen.

Ausstellung „Cruising Utopia“ in Berlin

September 14th, 2024  |  Published in Kunst & Fotografie, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Ausstellung Kai DikhasCruising Utopia: Scenes from the Roma-Queer Imagination

Béla Váradi, Joy Charpentier, Mersud Selman

20.9.2024 bis 11.1.2025 (frei­er Ein­tritt) | Stif­tung Kai Dikhas/Kunst­raum Dikhas Dur, Prin­zen­str. 84.2, 10969 Berlin | Er­öff­nung: 19.9.2024, 19 Uhr

Die Ausstellung „Cruising Utopia. Scenes from the Ro­ma-Queer Ima­gi­nation“ er­kundet künst­leri­sche Werke von Roma-Künst­ler*in­nen aus LGBTQIA+-Com­mu­nitys. Die Künst­ler*innen ver­binden Er­inne­run­gen, ihre Sub­jekti­vitä­ten und Dis­krimi­nie­rungs­er­fahrun­gen sowie die Er­fahrung von kollek­tivem Protest, indem sie die Macht der Vor­stellungs­kraft nutzen. Zeugnisse von Erlebtem ge­winnen dann an Legiti­mität, wenn das ge­schilderte Ereignis als bedeut­sam an­gesehen wird. Historisch gesehen wurden die Erzäh­lun­gen von Ro­ma-Queer-Per­so­nen zum Schweigen ge­bracht, aus­gelöscht oder in die Enge getrieben, als unwichtig, wenn nicht gar als pervers an­gesehen und nur in Archiven als Auf­zeichnun­gen medizini­scher Ver­derbtheit oder als Kriminal­akten auf­bewahrt. Daraus folgt, dass die (Neu-)Auf­zeichnung – oder das Neu-Erzählen – dieser Geschichten einen Akt des Engage­ments und der Vali­dierung darstellt. Die von Roma-Queer-Künst­ler*in­nen pro­duzierten Werke sind Brücken oder Media­tionen, die es tra­ditionell rassi­fizierten Subjekten, die (ge­zwun­gener­maßen) in Un­sicht­bar­keit leben, er­möglichen, eine zentrale Position ein­zu­nehmen. So zeigt die Ausstellung, wie Zeugnisse und Imagi­na­tionen von Ro­ma-Queer-Per­so­nen eine „kathar­tische Würde“ und Sicht­barkeit für an den Rand der Gesell­schaft verbannten Gemein­schaften her­stellen können.

Mittels der Performances von Joy Charpentier und Mersud Selman erkundet die Aus­stellung Ro­ma-Queer-Nar­ra­ti­ve. Indem nicht-nor­mative Erzäh­lungen ver­körpert und Stimmen und Körper insze­niert werden, suchen die Künst­ler*in­nen den Erzählungen Legit­imität zu ver­leihen. Zusammen mit den leben­digen Bildern der Fotografien von Béla Váradi er­mögli­chen sie uns, von individuellen oder auto­biogra­fischen Bezügen zu kollektiven Bio­grafien und Erinnerungen über­zugehen. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (528)

September 12th, 2024  |  Published in Facts & Figures

Schon in der allerersten Aus­ga­be der fran­zö­si­schen Fach­zei­tschrift Études Tsiganes (1955) war mit Matéo Maximoff auch ein Ro­ma-Au­tor pro­minent ver­treten.

(Quelle)

Romani Ora (6.9., 9.9. und 10.9.2024)

September 11th, 2024  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 6.9.2024 (mp3)

In der Freitagsausgabe der „Romani Ora“ hören Sie die Ver­an­stal­tungs­hin­weise/Mu­latin­tschage, die zweisprachigen Volks­gruppen­nach­richten und die Jugend­sendung. In „Young, wild and free – le ter­nenge“ er­zählt Ihnen Adi Gussak von der Leiden­schaft zur Jagd und der Fischerei bei den Jugend­lichen.


Anhören: →Sendung vom 9.9.2024 (mp3)

Im neuen „Romani Ora“-Musikmontag erwar­ten Sie unter ande­rem Songs von Giano, Ruzsa N. Lakatos, Svet­la­na Port­ny­ansky, Raisa Ne­wo u.v.m. Durch die Sendung führt Sie wie ge­wohnt Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 10.9.2024 (mp3)

„Foodpoint Oberwart“, ein gemeinnütziger Verein, der sich für die Lebens­mittel­rettung ein­setzt, ist das aktuelle Tages­thema der „Romani Ora“. Und in „Minden­fe­litiko“ erzählt Ihnen Tina Nardai mehr über „Beetle­juice Beetle­juice“, die Fort­setzung des Tim-Burton-Hits.

Festival „Djelem Djelem“ in Dortmund

September 9th, 2024  |  Published in Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Djelem DjelemDas „Djelem Djelem“-Festival, das größte Kul­tur­festival der Roma und Sinti in Deutsch­land, geht in eine neue De­kade. Vom 6. bis 22. Sep­tem­ber ste­hen Nach­wuchs­för­de­rung so­wie Kin­der- und Ju­gend­the­men im Fokus.

Was bewegt junge Roma und Sinti? Was sind ihre Bedürf­nisse, Ängste, Per­spekti­ven und Träume? Wie ver­binden sich Ver­gangen­heit und Zukunft? Diese Fragen werden in einem viel­fälti­gen Programm aus Konzerten, Aus­stellun­gen, Filmen, Fort­bildun­gen und Begeg­nungen behandelt, das an ver­schie­denen Orten in Dortmund statt­findet, darun­ter unter anderem die Schau­burg, der Frie­dens­platz oder das Diet­rich-Keu­ning-Haus. Unter ande­rem lädt Romano Than e. V. am 14. 9. erneut zum Familien­fest auf dem Dort­munder Nord­markt ein, mit Musik, Ständen, Unter­hal­tungs­an­ge­boten und dem rumä­nischen Superstar Ciprian de la Bistrita, um gemein­sam mit den Dort­mun­der Roma-Fa­milien zu feiern und sich zu ver­netzen.

Sämtliche Veranstaltungen sind kostenfrei, wobei für einige aus­ge­wählte Events eine An­mel­dung er­for­der­lich ist. →Zum Programm.

Geschichte des Festivals
Das Djelem Djelem Festival wurde seiner­zeit mit deut­licher Signal­wirkung ins Leben gerufen, als in der Folge der EU-Ar­beit­nehmer­frei­zügig­keits­re­ge­lung für Rumänen und Bulgaren ver­stärkt Migrationen aus diesen Ländern ein­traten und bald die Stim­mungs­mache gegen Roma in Deutschland über­hand­nahm. Das Festival­programm umfasst seit seinem ersten Durch­führungs­jahr Konzerte, Familien­feste, Theater- und Tanz­auf­führun­gen, wissen­schaft­liche Beiträge, Aus­stellungen, Filme, Workshops, Lesungen und politische Diskussionen. Read the rest of this entry »

Die Kriminalpolizei im „Dritten Reich“

September 8th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft

StegererEberhard Stegerer: Die Kriminalpolizei im „Dritten Reich“: Dr. Bern­hard Weh­ner – ein poli­tisch un­ab­hän­gi­ger Ex­perte des Reichs­kri­minal­polizei­amtes? Pub­li­ka­tio­nen im Kon­text der Nach­kriegs­nar­ra­tive und -kon­ti­nu­i­täten in der Kriminal­polizei der Bun­des­­repub­lik Deutsch­land, Cvil­lier Ver­lag: Göt­tin­gen 2023 (348 S.)

Die Verbrechensbekämpfung gehörte nicht zu den zentralen Politik­feldern des national­sozialis­ti­schen Re­gimes, trotz­dem zählte die Kriminal­polizei „zum Kern und Macht­zentrum“ dieses völki­schen Maß­nahmen­staates. Die Kontrolle der Krimi­nalität und die Ver­fol­gung von so­ge­nann­ten ‚Berufs­ver­brechern‘ und sozialen Rand­gruppen waren wesent­liche Ele­mente natio­nal­sozialis­ti­scher Gesell­schafts­politik. Eine von Himmler 1937 zentra­li­sierte, im Reichs­kriminal­polizei­amt (RKPA) ver­reich­lichte und 1939 in das Reichs­sicherheits­haupt­amt (RSHA) in­tegrierte Kriminal­polizei wurde ein wirkungs­volles Werk­zeug des NS-Staates und voll­zog Maß­nahmen zur ,Vor­beu­genden Ver­brechens­be­kämpfung‘ zum Schutz der national­sozialis­tischen ‚Volks­gemeinschaft‘, vor allem auch zum Schutz ihrer ver­meintli­chen biolo­gischen Substanz. In diesem Rahmen wurden sowohl im Deutschen Reich als auch in den von der Deutschen Wehrmacht okku­pierten Gebieten rund 110.000 Men­schen von der Kriminal­polizei als ‚Ver­brecher‘ oder ‚Asoziale‘ in Kon­zentra­tions­lager deportiert, wo meh­rere Zehn­tausend den Tod fanden. Zudem ver­schleppte die Kriminal­polizei weit über 40.000 Sinti und Roma, die fast alle in der Folge umkamen. Die Deporta­tionen wären ohne die Kriminal­polizei nicht möglich gewesen, sie wurde damit auch in den Einsatz­gruppen der Ge­heimen Staats­polizei (Gestapo) und des Sicher­heits­dienstes (SD) zum Voll­strecker der national­sozialis­tischen Ver­nichtungs­politik. Read the rest of this entry »

Counterstrategies to the Antigypsy Gaze

September 7th, 2024  |  Published in Film & Theater, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Radmila Mladenova (Hrsg.): Counterstrategies to the Antigypsy Gaze (=Antiziganismusforschung interdisziplinär: Schriftenreihe der Forschungsstelle Antiziganismus, Bd. 5), Heidelberg 2024Radmila Mladenova (Hrsg.): Counter­stra­te­gies to the Anti­gypsy Gaze (=Anti­zi­ga­nis­mus­for­schung inter­dis­zip­li­när: Schrif­ten­rei­he der For­schungs­stel­le Anti­zi­ga­nis­mus, Bd. 5), Hei­del­berg 2024.

In der Schriftenreihe Antiziganismus inter­diszipli­när der For­schungs­stelle Anti­ziganis­mus ist jüngst der von Rad­mila Mla­denova heraus­ge­ge­bene Sammel­band „Counter­stra­tegies to the Anti­gypsy Gaze“ er­schienen. Der Band befasst sich damit, wie sich Anti­ziganismus im Film be­gegnen lässt.

Ziel ist es, den Fokus weg von der Antiziganismus­kritik zu ver­lagern und die Diskussion über die künst­le­rischen Gegen­strate­gien zum Anti­ziganismus zu eröffnen, die die Not­wendigkeit inter­textueller, trans­kultureller und trans­medialer Ansätze bei der Analyse hervor­hebt. Die Beiträge stellen die Anwend­bar­keit der For­schungs­er­geb­nisse in den Vorder­grund und bieten eine breite Palette an Bei­spielen, die für Filme­macher und Fach­leute aus der Film­industrie nützlich sein könnten. Der Band doku­men­tiert die Fallstudien des inter­natio­nalen Work­shops „Artistic Alter­na­tives to the Antigypsy Gaze“, der 2021 in Heidel­berg stattfand.

Das Buch erscheint in hybrider Form, ist also sowohl als Soft­cover über den Buch­handel als auch kos­ten­los zum Download im Internet ver­fügbar.

(Text: Zentralrat)

Siehe auch:
Visuelle Dimensionen des Antiziganismus (2021)
The ‘White’ Mask and the ‘Gypsy’ Mask in Film

Tagungsband „Antiziganismus und Film“
Von, mit oder über Sinti und Roma? Überlegungen zum The­men­feld Anti­zi­ga­nis­mus und Film

Romani Ora (3.9., 4.9. und 5.9.2024)

September 6th, 2024  |  Published in Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORAAnhören: →Sendung vom 3.9.2024 (mp3)

Im Tagesthema nehmen wir Sie mit auf die 53. Inform Oberwart, das Messe­high­light mit mehr als 300 Aus­stellern im Burgenland. Und pünkt­lich be­kommen Sie jeden ersten Dienstag im Monat die „Atem­pause mit Regina“ zu hören: Ent­span­nungs­übungen ganz ein­fach über’s Radio in der „Romani Ora“.


Anhören: →Sendung vom 4.9.2024 (mp3)

In der Mittwochsausgabe der „Romani Ora“ auf Radio MORA hören Sie im Tages­beitrag alles rund um den Schulstart und die damit ver­bun­de­nen Kosten. Außer­dem warten die zwei­sprachi­gen inter­nationalen Volks­gruppen­nach­rich­ten und die Jugend­sendung mit Adi Gussak auf Sie. Mode­riert wird die Sen­dung von Tina Nardai.


Anhören: →Sendung vom 5.9.2024 (mp3)

Für diese Ausgabe der „Romani Ora“ auf Radio MORA haben wir einen Beitrag über die „Roma Cajtung“, die Vereins­zeit­schrift der Volks­hoch­schule der Burgen­ländi­schen Roma, für Sie vor­bereitet. Und in „Mri his­torija“ hören Sie mehr Infos und Details über die ehe­malige Roma-Be­völ­ke­rung in der nord­burgen­län­di­schen Ge­mein­de Schützen im Gebirge.

Facts & Figures (527)

September 6th, 2024  |  Published in Facts & Figures, Religion

Anfang des 20. Jh. kehrten Vertreter von in die USA emigrier­ten Ro­ma-Familien alle 5 Jah­re nach Eu­ro­pa zu­rück, um an der Wall­fahrt nach Saintes-Ma­rie-de-la-Mer teil­zu­neh­men.

(Quelle/pdf)

Latscho Diewes mit Marlon Reinhardt

September 5th, 2024  |  Published in Interview, Radio, Podcast & TV, Romani, Sport

Wie die Sprache der Sinti und Roma Koblenz (Deutschland) prägt
RZInside – Der Podcast der Rhein-Zeitung (35:54 min)

Wisst ihr, wann etwas „latsches“ ist? Wann man mit dem „Tschuglo“ raus­geht und mit dem „Wasty“ tele­foniert? Die Sprache der Sinti und Roma ist eng mit der Koblen­zer Sub­kultur ver­woben – darum geht es in diesem Podcast. Als Kickbox-Weltmeister lässt Marlon Reinhardt oft die Fäuste sprechen. Doch der 32-Jäh­rige en­gagiert sich auch intensiv in der Sinti-Com­mu­nity. Im Ge­spräch mit Finn Holitzka bei RZInside verrät er einen beson­deren Trick seines kleinen Sohnes.

(Text und Sendung: RZInside, Okt. 2023)