September 30th, 2024 |
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Rassismus & Menschenrechte
Vandalismus auf dem Darmstädter Waldfriedhof. Antiziganistisches Tatmotiv „sehr wahrscheinlich“
Zwischen dem 22. und dem 23. September 2024 wurden Gräber, in denen Darmstädter Sinti und Reisende bestattet sind, von Unbekannten zerstört. Dem Verband Deutscher Sinti und Roma – Landesverband Hessen sind acht verwüstete Grabstellen bekannt, darunter Gräber von Überlebenden des Völkermords und deren Nachfahren. Der Vandalismus war weitreichend: Grablichter wurden zerstört, Blumenschmuck wurde auseinandergerissen, es wurde auf Blumen herumgetrampelt, Grabschmuck wie Engel oder Vasen wurden auseinandergebrochen und in einem Fall ein Gartenschlauch zerschnitten.
Merano Bamberger, ein Enkel von Bestatteten, die den Völkermord überlebt haben, beschreibt seine Reaktion und die Reaktionen weiterer Angehöriger: „Für uns Angehörige sind diese Grabschändungen nur schwer zu ertragen. Wir sind in großer Trauer über diese Schädigungen der Gräber. Dieser Angriff auf die Totenruhe ist für uns sehr schwerwiegend. Da dieser Vorfall von Vandalismus nicht der erste Vorfall ist, fordern wir als Angehörige und Nutzungsberechtigten eine Videoüberwachung der Grabstellen.“
Rinaldo Strauß, stellvertretender Geschäftsführer des hessischen Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma bilanziert: „Bislang ist nicht geklärt, ob dieser Vandalismus antiziganistisch begründet ist. Wir halten dies jedoch für sehr wahrscheinlich, denn es wurden ausschließlich Grabstellen von Sinti oder Reisenden, die teilweise öffentlich bekannt sind, beschädigt und geschändet. Die Verrohung unserer Gesellschaft macht selbst vor der Totenruhe nicht halt.“
Nach weiterer Prüfung wird die Melde- und Informationsstelle Antiziganismus Hessen (MIA Hessen), ein Projekt des hessischen Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma, diesen Vorfall als antiziganistischen Fall aufnehmen. MIA Hessen ordnet Vandalismus von Gräbern, in denen Überlebende des Nationalsozialismus bestattet sind als NS-bezogenen Antiziganismus ein. Read the rest of this entry »
September 29th, 2024 |
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Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
2001 verfassten Roma aus Kolumbien, Ecuador, Chile, Argentinien, Kanada u. USA eine Declaration of the Roma People of the Americas (Titel: The Other Son of Pacha Mama – Mother Earth).
(Quelle)
September 28th, 2024 |
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Geschichte & Gedenken, Politik, Veranstaltungen & Ausstellungen
Kundgebung am 28. Sept. 2024 um 18:00 Uhr, Potsdamer Platz in Berlin
Wir rufen Euch alle auf zum gemeinsamen Protest für den vollständigen Erhalt unseres Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas!
Unser Denkmal ist durch den geplanten Bau einer S-Bahnlinie massiv bedroht. Dieses Denkmal hat für uns eine große Bedeutung: Es erinnert an den Völkermord an Roma und Sinti in ganz Europa. Für viele von uns Nachkommen der Verfolgten ist es ein Ort der Trauer um unsere Toten ohne Gräber. Es ist ein Ort der Anerkennung dieses Verbrechens und hat eine zentrale Funktion in der Erinnerungskultur, besonders angesichts des wieder erstarkenden Rassismus in Deutschland.
Dank des unermüdlichen Engagements unserer Selbstorganisationen und solidarischer Zivilgesellschaft wurde 2012 unser Denkmal endlich nach Jahrzehnten der Leugnung des Völkermords und Verweigerung des Gedenkens eingeweiht. Nun bedrohen massive Eingriffe die Integrität des Denkmals und damit die Erinnerung an den an Rom:nja und Sinti:zze begangenen Völkermord. Die Beeinträchtigung des Denkmals und der Umgang mit uns kommt einer Rücknahme der hart erkämpften politischen Anerkennung unseres Leids gleich!
Die politisch Verantwortlichen auf Berliner und Bundesebene müssen ihrer erinnerungspolitischen Zusage und Verpflichtung nachkommen. Es ist nicht hinnehmbar, dass nur zehn Jahre nach seiner Errichtung dieses lang erkämpfte Denkmal nun geschädigt werden soll. Wir fordern sie nachdrücklich auf, eine der bestehenden alternativen Trassenführungen zu wählen, um die Unversehrtheit des Mahnmals zu wahren. Read the rest of this entry »
September 27th, 2024 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 24.9.2024 (mp3)
Der erste „Oberwarter Schmankerltag“ ist Thema dieser „Romani Ora“ auf Radio MORA. Und in unserer Allerleikategorie „Mindenfelitiko“ präsentieren wir Ihnen ein Rezept aus der Roma-Küche. Durch die Sendung führt Tina Nardai.
Anhören: →Sendung vom 25.9.2024 (mp3)
Im Beitrag zum Tagesthema berichten wir heute über „Heide’s Second Hand Shop“, der in Oberwart eröffnet wurde. Und neben den zweisprachigen Volksgruppennachrichten in Deutsch und Burgenland-Romani verwöhnen wir Sie mit der schönsten Roma-Musik.
Anhören: →Sendung vom 26.9.2024 (mp3)
Im heutigen Tagesthema berichtet uns Adi Gussak über die Neueröffnung des „Burger King“-Fast-Food-Restaurants in Oberwart. Außerdem hören Sie, wie jeden Donnerstag, eine Ausgabe der Geschichtsrubrik „Mri historija“.
Anhören: →Sendung vom 27.9.2024 (mp3)
Die Freitagsausgabe der „Romani Ora“ mit den Veranstaltungshinweisen, den Volksgruppennachrichten und der Jugendsendung; in der sich Adi Gussak mit der mentalen Gesundheit von Jugendlichen näher beschäftigt.
September 24th, 2024 |
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Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
detektor.fm/brand eins Podcast, 6.9.2024, 21:30 min
Ulrich Wagner ist Sozialpsychologe und beschäftigt sich mit Einstellungen gegenüber Minderheiten und wie man sie messen kann. Das ist keine leichte Aufgabe, denn Einstellungen und Vorurteile, die zudem noch unterschiedlich bewusst sind, lassen sich schwerer quantifizieren als simple Messwerte.
(Text und Beitrag: detektor.fm/Brand eins)
September 23rd, 2024 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 19.9.2024 (mp3)
Die „Romani Ora“ auf Radio MORA wird moderiert von Tina Nardai. Im Tagesthema berichten uns zwei Frauen aus der Roma-Community, welchen Stellenwert das Schwammerlsuchen für sie hat. Und in „Mri historija“ erzählt uns Alex Gussak mehr über persönliche Lebensgeschichten burgenländischer Roma.
Anhören: →Sendung vom 20.9.2024 (mp3)
In der Freitagsausgabe der „Romani Ora“ hören Sie neben den zweisprachigen Volksgruppennews natürlich auch den Veranstaltungskalender. Und in „Young, wild and free – le ternenge”, der Jugendsendung auf Radio MORA, erfahren Sie, wie sich Jugendliche über die bevorstehende Nationalratswahl in Österreich über soziale Medien oder Onlinetools informieren.
Anhören: →Sendung vom 23.9.2024 (mp3)
Im heutigen „Romano Ora“-Musikmontag, den Ihnen Tina Nardai auf Radio MORA präsentiert, hören Sie unter anderem Roma-Musik von Ján Ačo Slepčík, DelaDap, Mónika Lakatos, Loyko u.v.m.
September 22nd, 2024 |
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Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV
Podcast Alle Zeit der Welt, 19.9.2024
Heute möchten wir auf die jüngste Folge des Geschichtspodcasts „Alle Zeit der Welt“ hinweisen – eine Folge, an deren Zustandekommen wir wohl nicht ganz unbeteiligt sind:
Seit Jahrhunderten sehen sich die Roma in Europa Diskriminierung, Unterdrückung und Leid ausgesetzt. Aber woher stammen Sinti und Roma? Heute richten wir unser Augenmerk auf Theorien über ihren Weg nach Europa und ein besonders düsteres Kapitel nach ihrer Ankunft: die Versklavung der Roma-Gemeinschaften in Teilen Osteuropas, eine Praxis, die bis weit ins 19. Jahrhundert hinein andauerte.
(Text und Sendung: Alle Zeit der Welt)
September 20th, 2024 |
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Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV
Zwischenfälle. Hörgeschichte auf Radio Z
→zur Sendung (22:06 min) [2022]
Erst Jahrzehnte nach dem Völkermord an Sinti und Roma durch Nazideutschland erkämpften Aktivist*innen die offizielle Anerkennung der Verbrechen und Entschädigung für die Opfer. Diesem Kampf widmete die Heidelbergerin Ilona Lagrene (1950–2023) ihr Leben.
Bis in die 80er Jahre hinein wurden sie diskriminierend „Zigeuner“ genannt. Erst seit 1997 sind sie in Deutschland als nationale Minderheit unter der Bezeichnung Roma und Sinti anerkannt. Die Geschichte ihrer Diskriminierung ist 1000 Jahre alt. Der Antiziganismus folgte dem gleichen Muster und den gleichen Wellen wie der Antisemitismus. Wie die Juden wurden auch die Angehörigen der Sinti und Roma Opfer der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik. Eine der vielen verbrecherischen Kontinuitäten nach 1945 war: Die Verfolgten wurden nicht etwa entschädigt, sondern weiter kriminalisiert und benachteiligt. In den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts begann ein jahrzehntelanger Kampf um Anerkennung. Einer der wichtigen Aktivist*innen in diesem Kampf ist die Sintezza Ilona Lagrene.
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September 19th, 2024 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 16.9.2024 (mp3)
Der „Romani Ora“-Musikmontag auf Radio MORA verspricht Ihnen wieder vielfältige Roma-Songs aus aller Welt. Hören Sie Lieder aus allen Musikrichtungen in der Sprache der Roma. Dazu erhalten Sie auch die Volksgruppennachrichten in Deutsch und Burgenland-Romani.
Anhören: →Sendung vom 17.9.2024 (mp3)
Die Aktion „BookCrossing“ der Burgenländischen Volkshochschulen anlässlich des Weltalphabetisierungstages ist das Tagesthema dieser „Romani Ora“. Durch die Sendung begleitet Sie wie gewohnt Tina Nardai.
Anhören: →Sendung vom 18.9.2024 (mp3)
Das Offene Haus Oberwart hat mit Nora Demattio eine neue Geschäftsleitung erhalten. Radio MORA berichtet darüber im aktuellen Tagesbeitrag der „Romani Ora“. Dazu hören Sie die internationalen Volksgruppennachrichten und die abwechslungsreichste Roma-Musik.
September 18th, 2024 |
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Facts & Figures
Eine eigenwillige Variante des Oedipus-Mythos ist auch für die Erzähltradition der Lovara-Roma belegt.
(Quelle)
September 16th, 2024 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 11.9.2024 (mp3)
Die Informationsveranstaltung „Notfallkochen – Kochen ohne Strom“ wurde vom Burgenländischen Bevölkerungsschutz organisiert. Radio MORA war für Sie dabei und berichtet von praktischen Tipps und Rezepten. Außerdem hören Sie die Volksgruppennachrichten in Deutsch und Romani. Präsentiert wird die Sendung von Tina Nardai.
Anhören: →Sendung vom 12.9.2024 (mp3)
In dieser Ausgabe der „Romani Ora“ drehen sich unsere Beiträge im weitesten Sinne um die kleine Ortschaft Zahling (Gemeinde Eltendorf) im Südburgenland. In „Mri historija“ erzählt uns Alex Gussak mehr über das Leben des Herrn Karl Sarközi. Er war KZ-Überlebender aus diesem Dorf. Und auch im Tagesthema geht es um Zahling: Franz Horvath berichtet über seine Erfahrungen mit Antiziganismus und seiner Kindheit, die er in dem Ort verbrachte.
Anhören: →Sendung vom 13.9.2024 (mp3)
Neben den Veranstaltungshinweisen und den Volksgruppennachrichten in Deutsch und Burgenland-Romani hören Sie auch die Jugendsendung „Young, wild and free – le ternenge“ mit Adi Gussak. Diese wird aktuell exklusiv freitags gesendet. In dieser Ausgabe hören Sie mehr über das Angebot der Verkehrsbetriebe Burgenland und wie die Jugendlichen dieses nutzen.
September 14th, 2024 |
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Kunst & Fotografie, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Cruising Utopia: Scenes from the Roma-Queer Imagination
Béla Váradi, Joy Charpentier, Mersud Selman
20.9.2024 bis 11.1.2025 (freier Eintritt) | Stiftung Kai Dikhas/Kunstraum Dikhas Dur, Prinzenstr. 84.2, 10969 Berlin | Eröffnung: 19.9.2024, 19 Uhr
Die Ausstellung „Cruising Utopia. Scenes from the Roma-Queer Imagination“ erkundet künstlerische Werke von Roma-Künstler*innen aus LGBTQIA+-Communitys. Die Künstler*innen verbinden Erinnerungen, ihre Subjektivitäten und Diskriminierungserfahrungen sowie die Erfahrung von kollektivem Protest, indem sie die Macht der Vorstellungskraft nutzen. Zeugnisse von Erlebtem gewinnen dann an Legitimität, wenn das geschilderte Ereignis als bedeutsam angesehen wird. Historisch gesehen wurden die Erzählungen von Roma-Queer-Personen zum Schweigen gebracht, ausgelöscht oder in die Enge getrieben, als unwichtig, wenn nicht gar als pervers angesehen und nur in Archiven als Aufzeichnungen medizinischer Verderbtheit oder als Kriminalakten aufbewahrt. Daraus folgt, dass die (Neu-)Aufzeichnung – oder das Neu-Erzählen – dieser Geschichten einen Akt des Engagements und der Validierung darstellt. Die von Roma-Queer-Künstler*innen produzierten Werke sind Brücken oder Mediationen, die es traditionell rassifizierten Subjekten, die (gezwungenermaßen) in Unsichtbarkeit leben, ermöglichen, eine zentrale Position einzunehmen. So zeigt die Ausstellung, wie Zeugnisse und Imaginationen von Roma-Queer-Personen eine „kathartische Würde“ und Sichtbarkeit für an den Rand der Gesellschaft verbannten Gemeinschaften herstellen können.
Mittels der Performances von Joy Charpentier und Mersud Selman erkundet die Ausstellung Roma-Queer-Narrative. Indem nicht-normative Erzählungen verkörpert und Stimmen und Körper inszeniert werden, suchen die Künstler*innen den Erzählungen Legitimität zu verleihen. Zusammen mit den lebendigen Bildern der Fotografien von Béla Váradi ermöglichen sie uns, von individuellen oder autobiografischen Bezügen zu kollektiven Biografien und Erinnerungen überzugehen. Read the rest of this entry »
September 12th, 2024 |
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Facts & Figures
Schon in der allerersten Ausgabe der französischen Fachzeitschrift Études Tsiganes (1955) war mit Matéo Maximoff auch ein Roma-Autor prominent vertreten.
(Quelle)
September 11th, 2024 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 6.9.2024 (mp3)
In der Freitagsausgabe der „Romani Ora“ hören Sie die Veranstaltungshinweise/Mulatintschage, die zweisprachigen Volksgruppennachrichten und die Jugendsendung. In „Young, wild and free – le ternenge“ erzählt Ihnen Adi Gussak von der Leidenschaft zur Jagd und der Fischerei bei den Jugendlichen.
Anhören: →Sendung vom 9.9.2024 (mp3)
Im neuen „Romani Ora“-Musikmontag erwarten Sie unter anderem Songs von Giano, Ruzsa N. Lakatos, Svetlana Portnyansky, Raisa Newo u.v.m. Durch die Sendung führt Sie wie gewohnt Tina Nardai.
Anhören: →Sendung vom 10.9.2024 (mp3)
„Foodpoint Oberwart“, ein gemeinnütziger Verein, der sich für die Lebensmittelrettung einsetzt, ist das aktuelle Tagesthema der „Romani Ora“. Und in „Mindenfelitiko“ erzählt Ihnen Tina Nardai mehr über „Beetlejuice Beetlejuice“, die Fortsetzung des Tim-Burton-Hits.
September 9th, 2024 |
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Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen
Das „Djelem Djelem“-Festival, das größte Kulturfestival der Roma und Sinti in Deutschland, geht in eine neue Dekade. Vom 6. bis 22. September stehen Nachwuchsförderung sowie Kinder- und Jugendthemen im Fokus.
Was bewegt junge Roma und Sinti? Was sind ihre Bedürfnisse, Ängste, Perspektiven und Träume? Wie verbinden sich Vergangenheit und Zukunft? Diese Fragen werden in einem vielfältigen Programm aus Konzerten, Ausstellungen, Filmen, Fortbildungen und Begegnungen behandelt, das an verschiedenen Orten in Dortmund stattfindet, darunter unter anderem die Schauburg, der Friedensplatz oder das Dietrich-Keuning-Haus. Unter anderem lädt Romano Than e. V. am 14. 9. erneut zum Familienfest auf dem Dortmunder Nordmarkt ein, mit Musik, Ständen, Unterhaltungsangeboten und dem rumänischen Superstar Ciprian de la Bistrita, um gemeinsam mit den Dortmunder Roma-Familien zu feiern und sich zu vernetzen.
Sämtliche Veranstaltungen sind kostenfrei, wobei für einige ausgewählte Events eine Anmeldung erforderlich ist. →Zum Programm.
Geschichte des Festivals
Das Djelem Djelem Festival wurde seinerzeit mit deutlicher Signalwirkung ins Leben gerufen, als in der Folge der EU-Arbeitnehmerfreizügigkeitsregelung für Rumänen und Bulgaren verstärkt Migrationen aus diesen Ländern eintraten und bald die Stimmungsmache gegen Roma in Deutschland überhandnahm. Das Festivalprogramm umfasst seit seinem ersten Durchführungsjahr Konzerte, Familienfeste, Theater- und Tanzaufführungen, wissenschaftliche Beiträge, Ausstellungen, Filme, Workshops, Lesungen und politische Diskussionen. Read the rest of this entry »
September 8th, 2024 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft
Eberhard Stegerer: Die Kriminalpolizei im „Dritten Reich“: Dr. Bernhard Wehner – ein politisch unabhängiger Experte des Reichskriminalpolizeiamtes? Publikationen im Kontext der Nachkriegsnarrative und -kontinuitäten in der Kriminalpolizei der Bundesrepublik Deutschland, Cvillier Verlag: Göttingen 2023 (348 S.)
Die Verbrechensbekämpfung gehörte nicht zu den zentralen Politikfeldern des nationalsozialistischen Regimes, trotzdem zählte die Kriminalpolizei „zum Kern und Machtzentrum“ dieses völkischen Maßnahmenstaates. Die Kontrolle der Kriminalität und die Verfolgung von sogenannten ‚Berufsverbrechern‘ und sozialen Randgruppen waren wesentliche Elemente nationalsozialistischer Gesellschaftspolitik. Eine von Himmler 1937 zentralisierte, im Reichskriminalpolizeiamt (RKPA) verreichlichte und 1939 in das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) integrierte Kriminalpolizei wurde ein wirkungsvolles Werkzeug des NS-Staates und vollzog Maßnahmen zur ,Vorbeugenden Verbrechensbekämpfung‘ zum Schutz der nationalsozialistischen ‚Volksgemeinschaft‘, vor allem auch zum Schutz ihrer vermeintlichen biologischen Substanz. In diesem Rahmen wurden sowohl im Deutschen Reich als auch in den von der Deutschen Wehrmacht okkupierten Gebieten rund 110.000 Menschen von der Kriminalpolizei als ‚Verbrecher‘ oder ‚Asoziale‘ in Konzentrationslager deportiert, wo mehrere Zehntausend den Tod fanden. Zudem verschleppte die Kriminalpolizei weit über 40.000 Sinti und Roma, die fast alle in der Folge umkamen. Die Deportationen wären ohne die Kriminalpolizei nicht möglich gewesen, sie wurde damit auch in den Einsatzgruppen der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) und des Sicherheitsdienstes (SD) zum Vollstrecker der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik. Read the rest of this entry »
September 7th, 2024 |
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Film & Theater, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Radmila Mladenova (Hrsg.): Counterstrategies to the Antigypsy Gaze (=Antiziganismusforschung interdisziplinär: Schriftenreihe der Forschungsstelle Antiziganismus, Bd. 5), Heidelberg 2024.
In der Schriftenreihe Antiziganismus interdisziplinär der Forschungsstelle Antiziganismus ist jüngst der von Radmila Mladenova herausgegebene Sammelband „Counterstrategies to the Antigypsy Gaze“ erschienen. Der Band befasst sich damit, wie sich Antiziganismus im Film begegnen lässt.
Ziel ist es, den Fokus weg von der Antiziganismuskritik zu verlagern und die Diskussion über die künstlerischen Gegenstrategien zum Antiziganismus zu eröffnen, die die Notwendigkeit intertextueller, transkultureller und transmedialer Ansätze bei der Analyse hervorhebt. Die Beiträge stellen die Anwendbarkeit der Forschungsergebnisse in den Vordergrund und bieten eine breite Palette an Beispielen, die für Filmemacher und Fachleute aus der Filmindustrie nützlich sein könnten. Der Band dokumentiert die Fallstudien des internationalen Workshops „Artistic Alternatives to the Antigypsy Gaze“, der 2021 in Heidelberg stattfand.
Das Buch erscheint in hybrider Form, ist also sowohl als Softcover über den Buchhandel als auch kostenlos zum Download im Internet verfügbar.
(Text: Zentralrat)
Siehe auch:
Visuelle Dimensionen des Antiziganismus (2021)
The ‘White’ Mask and the ‘Gypsy’ Mask in Film
Tagungsband „Antiziganismus und Film“
Von, mit oder über Sinti und Roma? Überlegungen zum Themenfeld Antiziganismus und Film
September 6th, 2024 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 3.9.2024 (mp3)
Im Tagesthema nehmen wir Sie mit auf die 53. Inform Oberwart, das Messehighlight mit mehr als 300 Ausstellern im Burgenland. Und pünktlich bekommen Sie jeden ersten Dienstag im Monat die „Atempause mit Regina“ zu hören: Entspannungsübungen ganz einfach über’s Radio in der „Romani Ora“.
Anhören: →Sendung vom 4.9.2024 (mp3)
In der Mittwochsausgabe der „Romani Ora“ auf Radio MORA hören Sie im Tagesbeitrag alles rund um den Schulstart und die damit verbundenen Kosten. Außerdem warten die zweisprachigen internationalen Volksgruppennachrichten und die Jugendsendung mit Adi Gussak auf Sie. Moderiert wird die Sendung von Tina Nardai.
Anhören: →Sendung vom 5.9.2024 (mp3)
Für diese Ausgabe der „Romani Ora“ auf Radio MORA haben wir einen Beitrag über die „Roma Cajtung“, die Vereinszeitschrift der Volkshochschule der Burgenländischen Roma, für Sie vorbereitet. Und in „Mri historija“ hören Sie mehr Infos und Details über die ehemalige Roma-Bevölkerung in der nordburgenländischen Gemeinde Schützen im Gebirge.
September 6th, 2024 |
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Facts & Figures, Religion
Anfang des 20. Jh. kehrten Vertreter von in die USA emigrierten Roma-Familien alle 5 Jahre nach Europa zurück, um an der Wallfahrt nach Saintes-Marie-de-la-Mer teilzunehmen.
(Quelle/pdf)
September 5th, 2024 |
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Interview, Radio, Podcast & TV, Romani, Sport
Wie die Sprache der Sinti und Roma Koblenz (Deutschland) prägt
RZInside – Der Podcast der Rhein-Zeitung (35:54 min)
Wisst ihr, wann etwas „latsches“ ist? Wann man mit dem „Tschuglo“ rausgeht und mit dem „Wasty“ telefoniert? Die Sprache der Sinti und Roma ist eng mit der Koblenzer Subkultur verwoben – darum geht es in diesem Podcast. Als Kickbox-Weltmeister lässt Marlon Reinhardt oft die Fäuste sprechen. Doch der 32-Jährige engagiert sich auch intensiv in der Sinti-Community. Im Gespräch mit Finn Holitzka bei RZInside verrät er einen besonderen Trick seines kleinen Sohnes.
(Text und Sendung: RZInside, Okt. 2023)