Radio & TV

Respect Words: Hassrede in den Medien

Dezember 9th, 2017  |  Published in Radio & TV, Rassismus & Menschenrechte

RespectWordAus der Reihe „Respect Words“: Wie umgehen mit Hassrede in den Medien? – Antiziganismus als Phä­no­men der Mehr­heits­ge­sell­schaft

Radio Dreyeckland, 5.5.2017
➔Anhören (mp3): 58:40 min

Beim Seminar „Wie umgehen mit Hassrede in den Medien?“ spricht Markus End über Anti­ziga­nis­mus in den deutschen Medien. Er analy­siert dafür einen Bei­trag des Rund­funks Berlin-Bran­den­burg im Magazin Klartext vom 27. April 2016. Vor dem Hinter­grund anti­ziga­nis­ti­scher Kon­tinui­tä­ten seit dem Völker­mord im Na­tio­nal­sozia­lis­mus er­läu­tert Markus End die stereo­typen und dis­krimi­nie­ren­den Berichte über (ver­meint­li­che) Sinti und Roma, wie sie all­täg­lich in den Medien auf­tauchen.

Weitere Informationen zum Projekt Respect Words, das sich mit Hate Speech in den Medien be­schäf­tigt, un­ter www.respectwords.org

(Text: www.rdl.de)

Das Beispiel von Spišský Hrhov

Dezember 4th, 2017  |  Published in Politik, Radio & TV, Rassismus & Menschenrechte

Slowakei: Einkommen für Roma im gemeindeigenen Betrieb (Foto: Das Este)Slowakei: Gelungene Integration von Roma
Das Erste: Europamagazin vom 3.12.2017

>>Zum TV-Beitrag: Das Erste (online bis 3.12.2018)

In der Slowakei leben Roma meist ohne Job am Rand der Gesell­schaft. Der Bürger­meister des klei­nen Dorfes Spišský Hrhov (Prešovský kraj) woll­te das nicht län­ger hin­neh­men. Die rund 350 Roma des Ortes stel­len im­mer­hin ein Fünftel der Be­völ­ke­rung. Bürger­meis­ter Vladimír Ledecký hat einen Ge­mein­de­betrieb nur für Roma ge­grün­det und da­mit Arbeits­plätze und be­schei­de­nen Wohl­stand ge­schaf­fen. Zu­nächst wa­ren die Dorf­be­woh­ner skep­tisch, aber in­zwi­schen hat der Bürgermeister den gan­zen Ort hinter sich. Sein Erfolgs­rezept: Ganz viel Ei­gen­initia­tive, Hart­näckig­keit und Engage­ment. Der Gemeinde­betrieb mit den Roma fi­nan­ziert sich selbst, durch gärtnerische und land­schafts­gestal­te­rische Arbe­iten. Staat­liche Zu­schüs­se gibt es nicht.

(Autor: Jürgen Osterhage)

Siehe auch:
Slovak Village Prospers in Partnership With Roma Residents It Once Shunned (New York Times, 9.9.2017)

RomaRespekt #23: Gegen Bettelverbote

Dezember 2nd, 2017  |  Published in Einrichtungen, Radio & TV, Rassismus & Menschenrechte

Radio RomarespektRadio RomaRespekt #23:Was stört’s euch, wenn Leute betteln?“

Sendung vom 4.11.2017: In Dresden. Lokale Zeitungen hatten erst über Men­schen berich­tet, die in der Innen­stadt musi­zie­ren, dann über Men­schen, die dort betteln, dann über Kinder, die dabei sind, wenn ihre Eltern betteln. Die Medien pau­scha­li­sie­ren alle diese Men­schen zu Roma. Es sind nur einige we­nige Fami­lien in Dresden, die bet­teln. Den­noch empfin­det man dort diese Weni­gen als Sicher­heits­problem, die nichts weiter tun, als ihre Hand aus­zu­strecken. Die Stadtverwaltung von Dresden hat nun eine neue Polizei­ver­ord­nung ent­worfen. Mit Law and Order soll gegen Armut vor­ge­gan­gen werden – oder viel­mehr gegen die Armen. In Dresden soll das Betteln ver­boten werden, die Armen solllen aus der Stadt ver­drängt werden. und das Betteln mit Kinder soll sogar mit einer Strafe von 1.000 € ge­ahn­det werden. Das Ganze ist von einem ras­sis­ti­schen und armen­feind­li­chen Diskurs in der Öffent­lich­keit Dresdens be­gleitet. Es regt sich Wider­spruch, es grün­dete sich die Dresdner Bettellobby nach dem Wiener Vor­bild (wir berichteten) In der Sen­dung spre­chen dazu Gjulner Sejdi vom Leip­zi­ger Verein Romano Sumnal, Dieter Wolfer vom Treberhilfe Dresden e.V. – beide sind Teil der Dresdner Bettellobby, der Po­li­tik­wis­sen­schaft­ler Markus End so­wie Simonida Selimovic und Sandra Selimovic – bei­de sind bei der Wiener Bettellobby aktiv.

(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)

BettelLobby Dresden: Read the rest of this entry »

RomaRespekt #22: Marika Schmiedt

November 30th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Kunst & Fotografie, Radio & TV

Radio RomarespektRadio RomaRespekt #22: Die Künstlerin Marika Schmiedt

Wenn ich eine andere Herkunft gehabt hätte, wür­de ich viel­leicht auch Blumen malen.“ (Marika Schmiedt)

Sendung vom 7.10.2017: Seit 1999 arbeitet Marika Schmiedt (WebsiteYoutube-KanalSoundcloud) künst­le­risch zu Roma­feind­lich­keit. Sie arbei­tet kon­zep­tuell mit Film, Plakaten, histo­ri­schen Recher­chen – auch im öffent­li­chen Raum. Das tut sie mit Bezug auf John Heartfield, den Erfin­der der politi­schen Foto­mon­tage. Marika Schmiedts per­sön­li­ches Erleben, das Erle­ben ihrer Mutter und die Suche nach der Geschichte ihrer Familie ha­ben sie zu ihrer Arbeit mo­ti­viert. Sie öff­net sich, gibt viel von sich preis, zeigt Wunden. Mit diesen sehr per­sön­li­chen Er­fah­run­gen be­schreibt sie die kon­ti­nuier­li­che Gewalt einer Gesell­schaft gegen ihre Minder­heiten. Sie be­schreibt das Trauma der Ver­nich­tung im Natio­nal­sozia­lis­mus als eine gesamt­gesell­schaft­liche Wunde, in die sie mit ihren Arbei­ten den Finger legt. Dafür er­hält sie nicht nur An­er­Ken­nung, sondern meist star­ken Gegen­wind. Die Musik dieser Sen­dung ist von Kritzkom „Swell Pattern“.

(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)

Siehe auch:
„Es ist immer der gleiche Mist“ 11.7.2017
Ausstellung: Sprache kommt vor der Tat, 29.4.2017
Warum die Wunde offen bleibt, 10.10.2016
dROMa 45 (2015): „Roma-Aktivismus“, 30.12.2015
Ausstellung „Was bleibt“ in Wien, 28.11.2015
Kirchstetten vereitelt Roma-Gedenkprojekt, 9.8.2015
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RomaRespekt #21: Romeo Franz

November 17th, 2017  |  Published in Musik, Politik, Radio & TV

Radio RomarespektRadio RomaRespekt #21: Romeo Franz und die Hildegard-Lagrenne-Stiftung

Sendung vom 6.9.2017: Romeo Franz ist Musiker und Politiker. Als Mu­si­ker hat er die Musik des Mahn­mals für die er­mor­de­ten Sinti und Roma in Berlin kom­poniert, als Politi­ker setzt er sich für die Be­lange der Minder­heit ein. In der Sendung spricht er darüber, mit wel­chen poli­ti­schen Instru­men­ten die Landes­ver­bände der Sinti und/oder Roma Ver­bind­lich­keit von ihren jeweili­gen Landes­regie­run­gen er­rei­chen kön­nen. Als Geschäfts­führer der Hilde­gard-Lagren­ne-Stif­tung sorgt er sich um die För­derung von Bildungs­ver­läu­fen von jun­gen An­gehöri­gen der Min­der­heit. Kathrin Bastet hat wäh­rend der Herbst­schule gegen Antiromaismus 2015 mit Romeo Franz ge­spro­chen.

Die Musik stammt vom Romeo Franz Ensemble: Happy Swing For You, Late Night

(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)

Siehe auch:
Romeo Franz – Sinti-Aktivist und Politiker, 8.11.2014

RomaRespekt #20: Hristo Kyuchukov

November 15th, 2017  |  Published in Jugend & Bildung, Radio & TV, Romani

Radio RomarespektRadio RomaRespekt #20: Bildung von Romakindern und Ausbildung von Lehrer/innen für Romanes

Sendung vom 5.8.2017: Hristo Kyuchukov ist Wissenschaftler – Psy­cho­lin­guist, Sprach­wis­sen­schaft­ler für Romanes und außer­dem Erzie­hungs­wis­sen­schaft­ler mit Spe­zia­li­sie­rung auf die Erziehung von Roma­kin­dern. Kyuchukov hat in diesen Fel­dern mehr­fach pro­mo­viert und er hat sich ha­bi­li­tiert. Er hat als Gast­pro­fes­sor an ver­schie­de­nen Uni­ver­si­tä­ten ge­wirkt. An­fang der 1990er Jahre hat er in Bulgarien Kon­zepte ent­wickelt für die uni­ver­si­täre Aus­bil­dung von Leh­rer/innen im Fach Romanes. Spä­ter hat er diese For­schung an der Uni­ver­si­tät von Veliko Tarnovo in ent­spre­chen­de Aus­bil­dungs­program­me um­ge­setzt. Es hat also Leh­rer/innen aus­ge­bil­det, die Roma­nes und Ge­schichte der Roma unter­rich­ten. Hristo Kyuchukov ist Kos­mo­po­lit und kennt die Situa­tion von Roma und Roma­kindern in ganz Europa – ein­mal, weil er sie be­forscht hat, und außer­dem, weil er selbst aus Bul­ga­rien stammt und zur dor­ti­gen Minder­heit der türkisch spre­chen­den Roma gehört.

Die Musik für diese Sendung wurde von Martin Lubenov produ­ziert. Er stammt wie Hristo Kyuchu­kov aus Bulgarien und ist Kos­mo­polit. Martin Lubenov lebt in Wien und ist als Musiker in­ter­na­tio­nal tätig.

(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)

Siehe auch:
RomaRespekt #2: Wissenschaft gegen Antiromaismus, 1.9.2017
„Elternbrief“: Hristo Kyuchukov im Gespräch, 8.10.2014

Mehr Schutz für Europas Minderheiten

November 12th, 2017  |  Published in Musik, Politik, Radio & TV

Heimat Fremde Heimat „Heimat Fremde Heimat“
ORF2, Sendung vom 12.11.2017
Ansehen: ORF-TVthek


Lakis Jordanopoulos präsentiert das ORF-Magazin „Heimat Fremde Heimat“ am Sonn­tag, dem 12. November 2017, um 13.30 Uhr in ORF2. Weiterer Beitrag: Gebärdensprache hilft aus der Isolation.

Minority Safepack InitiativeMehr Schutz für Europas autochthone Minderheiten

„Minority Safepack“ lautet der Name einer EU-weiten Initia­tive, die von der Föde­ra­lis­ti­schen Union der euro­päi­schen Volks­grup­pen (FUEN) auf die Beine ge­stellt wurde und mehr Schutz für die autoch­tho­nen Min­der­hei­ten in der Union brin­gen soll. Die EU-Kom­mis­sion wollte die Ini­tia­tive zu­nächst gar nicht an­erken­nen. Erst ein Urteil des Euro­päi­schen Gerichts­hofes ver­pflich­tete sie dazu. Nun wirbt die Föde­ralis­ti­sche Union der euro­päi­schen Volks­gruppen aktiv um breite Un­ter­stützung. Denn für ihr ge­plan­tes Volks­begeh­ren (unterschreiben) müssen bis April 2018 in­ner­halb der EU eine Mil­lion Unter­schriften ge­sam­melt wer­den. Ende Ok­to­ber wur­de „Mino­rity Safe­pack“ in Wien vor­ge­stellt. Ajda Sticker war dabei.

Harri Stojka wird 60

Harri Stojka gehört zu den berühmtesten Gitarristen in Österreich. Sein guter Ruf als Jazz- und Gipsy-Swing-Vir­tuose eilt ihm bis über die Lan­des­gren­zen hin­weg voraus. Mit seinem un­nach­ahm­li­chen Gitarren­stil hat er die hei­mi­sche Musik­szene mit­geprägt. Das Musiker­genie en­gagiert sich aber auch für die hiesige Roma-Com­mu­nity. Read the rest of this entry »

RomaRespekt #19: Nach Lety mit Romatrial

November 10th, 2017  |  Published in Einrichtungen, Radio & TV

Radio RomarespektRadio RomaRespekt #19: Nach Lety mit Romatrial

Sendung vom 1.7.2017: Hamze Bytyci aus Berlin gehört zum Verein Romatrial e.V., über des­sen Ak­ti­vi­tä­ten er in dieser Aus­gabe des Radio RomaRes­pekt Aus­kunft gibt: es ent­stand der Film “Jozka”, es wird ein Film­fes­ti­val vom 9.-12. No­vem­ber ge­ben, es gibt das medien­pä­da­go­gisch ein­ge­setz­te Adolf-Reichwein-Mobil, das Radio Corel. Und dann geht es um den Inter­na­tio­nal Roma Day und einen Rah­men­ver­trag, den die Com­mu­ni­ties der Roma und der Sinti in Berlin mit ihrer Lan­des­regie­rung aus­han­deln. Über diese interes­san­ten Dinge spre­chen wir an einem sehr spe­ziel­len Ort bzw. Datum – am 13. Mai in Lety in Tschechien. Auch im Jahr 2017 steht dort immer noch die Schwei­ne­mast­anla­ge auf dem Ge­lände des ehe­ma­li­gen Kon­zentra­tions­lagers. Von dem end­los schei­nen­den Kampf gegen diese Un­wür­dig­keit ist unser Gespräch be­ein­flusst.

Die Musik dieser Sen­dung kommt von der noch sehr jun­gen Band Gypsy Cikle Čave aus Krupka, die mit nach Lety ge­reist ist, und von dem Berli­ner Rapper Drob Dynamic. (Foto: Antje Meichs­ner, Gypsy Cikle Čave in Lety)

(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)

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Preis für TV-Doku „Jenische in Österreich“

November 9th, 2017  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Radio & TV

Jenische in Österreich - Fremd im eigenen Land (Foto: Puls4)Alexandra Wachter mit „Prälat-Leopold-Ungar-JournalistInnen-An­er­ken­nungs­preis“ aus­ge­zeich­net

Für die Dokumentation „Jenische in Österreich – Fremd im eigenen Land“ be­gab sich „PULS 4“-Jour­na­lis­tin Alexandra Wachter zwei Jahre lang auf Spuren­suche der „ver­ges­se­nen“ Volks­gruppe und sprach mit Betrof­fe­nen, Zeit­zeugen und Ex­perten. Am Mitt­woch wurde sie für die Doku­men­ta­tion mit dem „Prälat-Leo­pold-Ungar-Jour­na­listIn­nen-An­er­ken­nungs­preis“ in der Kate­gorie TV aus­ge­zeich­net.

Alexandra Wachter: „Ich bin dankbar und demütig, dass dieses Thema, das bisher so wenig Be­ach­tung ge­fun­den hat, durch den An­erken­nungs­preis in den Mit­tel­punkt rückt. Denn was den Mit­glie­dern dieser Volks­gruppe wider­fahren ist, wider­spricht jeg­li­cher Auf­fas­sung von Ge­rech­tig­keit. Eben dort­hin müs­sen wir als Jour­na­lis­tIn­nen blicken. Wir müs­sen auf Miss­stände hin­weisen und für Men­schen­rechte und Gleich­stellung ein­treten. Das ist der Grund, warum der Beruf der Jour­nalistin für mich eine Berufung ist.“

Begründung der Jury: In der 20-minütige Dokumentation zeigt Alexandra Wach­ter einen blin­den Fleck in der öster­rei­chi­schen Ge­schichte und auch in der Medien­bericht­erstat­tung: das Schick­sal der Jenischen, die seit Jahr­hun­derten dis­kri­mi­niert und bei uns bis heute nicht als Volks­gruppe an­erkannt sind.

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RomaRespekt #18: Eine Musiksendung

November 3rd, 2017  |  Published in Musik, Radio & TV

Radio RomarespektRadio RomaRespekt #18: Eine Musiksendung

Sendung vom 3.6.2017: Einfach mal nur schöne Musik hören von Roma, Romnja, Sinti, Sintezze und Romani­chals. Die musi­ka­li­sche Reise fängt in den 60er Jah­ren an und endet heute. Allen Tracks ge­mein­sam ist musi­ka­li­sche und in­halt­li­che Stil­sicher­heit. Viele der Musi­ker/innen sind auch Roma-Ak­ti­vis­ten/innen. Politi­sche Themen wie Ab­schie­bung und ihre har­ten Folgen kön­nen nicht aus­ge­spart werden.

Playlist #18:
Esma Redzepova: Romano Horo | Marianne Rosenberg: Ruf an! | Adam Ant: Dog Eat Dog | Albatros: In ziua liberarii | Bogdan Artistu: Sunt femeie libera | Fanfare Ciocarlia: Kan Marau la (feat. Dan Armeanca) | RACLA: 1-2-2-10 | Ustata: Moy si dyavole (feat. Sofi Marinova) | Tahribad i isyan: Nooldu? | Mc Schoko: Zecke | Gypsy Mafia: Sicheres Herkunftsland | Lord Kastro: Alle bleiben! | Maria Obradovic: Roma Pregnancy Rap | New York Gypsy All Stars: Romantech 2 | Mitsoura: Keloushka | Roma Sijam und Shazalakazoo: Tallava Party

(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)