Facts & Figures (137)

Juli 27th, 2016  |  Published in Facts & Figures, Romani

Erromintxela ist die Spra­che einer Ro­ma-Grup­pe im Bas­ken­land, de­ren Vo­ka­bu­lar auf dem Ro­­m­­a­ni u. de­ren Gram­ma­tik auf dem Bas­ki­schen be­ruht.

(Quelle)

Verein Roma Oberwart vor Rettung?

Juli 25th, 2016  |  Published in Einrichtungen

Lösung in Sicht: das Grundstück mit dem Oberwarter Roma-Mahnmal (Foto: Priwo/Wikipedia)Im April war der Verein Roma Oberwart gezwungen, Konkurs anzu­mel­den. Der Verein war in die Insolvenz geschlittert, weil zu­gesag­te För­der­mittel nicht recht­zeitig aus­bezahlt wurden. Der Verein hat­te Gesamt­schul­den von 154.000 Euro an­ge­häuft. Damit stand Öster­reichs älteste Roma-Or­ga­ni­sa­tion vor dem Aus. Nun könnte aber über­ra­schend doch noch ein ret­ten­der Aus­weg ge­fun­den worden sein: Das Land Burgenland über­legt näm­lich, dem Verein um rund 40.000 Euro jenes 500 Quadrat­meter große Grundstück ab­zu­kau­fen, auf dem sich das Mahn­mal befindet, das seit 1995 an die vier beim Bomben­attentat er­mor­de­ten Ober­war­ter Roma er­in­nert. „Wir ver­su­chen, den Verein durch die Ver­äuße­rung des Grund­stückes zu sa­nie­ren“, zi­tiert der Kurier den Masse­ver­wal­ter Wolfgang Steflitsch: „Es gibt die Be­din­gung, dass der Käufer die Gedenk­stätte er­hal­ten muss.“ Ein Sa­nie­rungs­kon­zept liegt be­reits vor.

Wenn alles klappt, könn­te der Verein Roma auf diese Weise sein Ende doch noch ab­wen­den. Im güns­tigs­ten Fall könn­te der Verein seine Tätig­keit sogar bereits im Septem­ber wieder auf­neh­men. Aller­dings ist der Fall noch nicht end­gültig ent­schieden: Das Land hat zwar grund­sätz­li­ches Interesse signalisiert, prüft aber derzeit noch die Reali­sier­bar­keit des Vor­habens.

(dROMa)

Vorarlberg und die Bettler

Juli 24th, 2016  |  Published in Politik, Recht & Gericht

Betteln ist kein Verbrechen (Foto: G. Kraftschik CC-BY)Vorarlberg ist seit vielen Monaten Schauplatz heftig geführter Debatten über (ost­euro­päische) Bettler. Dabei ist, wie jetzt eine Studie im Auf­trag des Landes be­stä­tigt, ihre An­zahl recht über­schau­bar und die Be­haup­tung, es gäbe kri­mi­nelle Banden­struk­tu­ren, ohne jede em­pi­ri­sche Grund­lage.

Die auf­ge­heiz­te – und von der Politik systema­tisch geschürte – rassis­ti­sche Stim­mung mün­dete in eine Reihe um­fas­sen­der Bettel­verbote und schlug sogar schon in direkte Gewalt gegen bet­telnde Roma um. Auch der Landes­volks­anwalt sieht die Grundrechte in Gefahr. So hält er etwa das in Bregenz ver­hängte Bettel­verbot für rechts­widrig und brachte den Fall im Mai vor den Ver­fas­sungs­gerichts­hof. Dieser hatte in seinen Ur­teilen be­reits mehr­fach geklärt, dass all­ge­meine Bettelv­erbote gegen die Grund­rechte und somit gegen die Ver­fas­sung ver­stoßen. Politik, Polizei und Be­hör­den gehen einstweilen mit Härte gegen die betrof­fe­nen Fa­milien vor. Landes­haupt­mann Wallner drohte ob­dach­losen Ro­ma-Familien aus Ru­mänien, die er aus dem Land ha­ben will, sogar mit der Weg­nahme ihrer Kinder. Der Öffent­lich­keit wurden zu­dem meh­rere Fälle be­kannt, in denen die Be­hör­den Ersatz­freiheits­strafen für bettelnde Roma-Kinder unter 16 Jahren ver­häng­ten bzw. an­droh­ten – Gefängnis für Kinder, ob­wohl dies im Gesetz aus­drück­lich ver­boten ist.

(RU/dROMa)

Siehe auch: Studie über Bettler in Vorarlberg vorgestellt

Studie über Bettler in Vorarlberg vorgestellt

Juli 23rd, 2016  |  Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft  |  1 Comment

Romano Centro: Stellungnahme gegen Romafeindlichkeit in Vorarlberg (Bild: vol.at)In Vorarlberg wurden am Donnerstag die Ergeb­nisse einer empi­ri­schen Unter­suchung über die sich im Land befind­li­chen Bettler und Not­reisen­den prä­sen­tiert. Er­stellt wurde die von der Landes­regie­rung in Auf­trag ge­ge­be­ne Studie von Erika Geser-Engleitner von der FH Vor­arl­berg; die Be­fra­gun­gen haben zwei Mit­arbeiter, die selbst der Roma-Minder­heit an­ge­hö­ren, durch­geführt.

Die Resultate in Kurzform: Die Zahl der im Bundesland gleich­zeitig betteln­den Men­schen be­läuft sich auf täg­lich min­des­tens 80 Personen. Zum Kreis der zu den Be­fra­gungs­zeit­punk­ten (Febru­ar/März 2016 und Mai 2016) er­fass­ten not­reisen­den Fami­lien zählen ins­ge­samt 200 Per­so­nen, unter ihnen auch viele Kinder und Jugend­liche. „Ca. die Hälfte aller an­wesen­den Not­reisen­den betteln zur gleichen Zeit, wäh­rend die ande­re Hälfte etwas an­de­res tut“, fasst die Aus­sen­dung des Landes Vorarlberg die Ergeb­nis­se zusam­men. Zum Betteln, dem rund die Hälfte nach­geht, komme dem­nach der Geld­erwerb durch „Zeitungs­verkauf, Gelegen­heits­arbeit und ganz ver­ein­zelt mittels Straßenkunst“. Die Ein­künfte durch Betteln betra­gen laut Erhe­bung „pro Tag und Person zwi­schen zehn und 30 Euro“. Read the rest of this entry »

„Die Gitans von Perpignan“ in Hannover

Juli 19th, 2016  |  Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Südfrankreichs katalanischsprachige Roma: Die Gitans von St. Jacques, Perpignan (Foto: Jesco Denzel)Fotografien von Jesco Denzel
Galerie für Fotografie in Hannover

Eröffnung: 27.7.2016, 19:00 Uhr
Ausstellung: 28.7. bis 4.9.2016

Die Arbeit des deutschen Fotografen Jesco Denzel zeigt das Leben der Gitans im Her­zen der histo­ri­schen Alt­stadt von Perpignan in Süd­frankreich. Mit rund 8.000 Bewohnern ist das Viertel St. Jacques eine der größ­ten Gitans-Ge­mein­den in Frankreich, und vor al­lem die einzige inner­städtische. Wäh­rend in allen ande­ren Städten größere Sied­lun­gen sess­haf­ter Gitans an die Stadt­ränder ge­drängt wur­den, ist in den engen Gas­sen von St. Jacques eine leben­dige Stadt in der Stadt ent­standen. Es sind vor allem die Nach­fahren spa­ni­scher Calé, die im Laufe des 19. Jahr­hun­derts ins fran­zö­si­sche Katalonien aus­wan­der­ten, die heute in St. Jacques leben, und sie haben noch immer starke Bin­dung an Spa­nien. Die Um­gangs­sprache in St. Jacques heißt schlicht ,Gitan’, ein etwas ab­ge­wan­del­tes Katalanisch. Fern­ab von roman­ti­schen Vor­stel­lun­gen, die man mit medi­ter­ra­nem „Zigeu­ner­leben“ ver­bin­den mag, orga­ni­sie­ren die Be­woh­ner von St. Jacques ihr Le­ben auf eine Art und Weise, die ihren ordent­lich-fran­zö­si­schen Nach­barn oft suspekt er­scheint: „Die arbei­ten alle nicht“, ist das gän­gi­ge Vor­urteil. „Wenn ich mich irgend­wo vor­stel­le und der Chef sieht, dass ich ,Zigeuner‘ bin, kann ich gleich wie­der gehen“, sagt ein Arbeits­lo­ser aus dem Viertel. Hier zäh­len Zusam­men­halt und Gemein­schafts­ge­fühl und vor allem die Fähig­keit, sich irgend­wie durch­schla­gen zu kön­nen. Denn Proble­me gibt es reich­lich – Arbeits­losig­keit, Drogen und Analpha­be­tis­mus machen das Leben in St. Jacques bis­wei­len nicht ein­fach.

Jesco Denzel, 1972 in Bremen geboren, hat seinen Magister in Politi­scher Wissen­schaft ge­macht, ehe er an der Hoch­schule Hannover Foto­jour­na­lis­mus stu­dierte. Seit 2010 ist er offi­ziel­ler Foto­graf der Bun­des­regierung.

Öffnungszeiten & Anschrift:
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Mauthausen-Überlebende klagen „Aula“

Juli 18th, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Recht & Gericht

Aula: Textauszug (Foto via H. Walser)In einem „Aula“-Artikel (7-8/2015) dif­fa­mier­te Stamm­autor Fred Duswald Befreite des KZ Maut­hau­sen als „Massen­mörder“, „Landplage“ und „Krimi­nelle“. Eine Tä­ter-Opfer-Um­kehr, wie sie sich die Nazi-Scher­gen von einst nicht per­fider hät­ten zurecht­lügen kön­nen. Der Histo­ri­ker und grüne Natio­nal­rats­ab­geord­nete Harald Walser zeig­te Dus­wald und den Chef­redak­teur Martin Pfeiffer darauf­hin an. Heraus­ge­ge­ben wird das Maga­zin vom Frei­heit­li­chen Aka­de­mi­ker­verband; der Autor, der Bur­schen­schaf­ter Fred Dus­wald, ist laut DÖW be­kannt für seine „NS-rela­ti­vie­ren­den“ Ar­ti­kel. Das Ver­fahren wurde von der Staats­an­walt­schaft Graz Ende 2015 je­doch mit einer vor histo­ri­scher Ignoranz und post­nazis­ti­schen Abwehr­refle­xen nur so trie­fen­den Be­grün­dung ein­ge­stellt – „ein Schlag ins Ge­sicht der Holocaust-Über­le­ben­den“, schrieb dazu der Standard. Der Zeithistoriker Bertrand Perz sah hierin sogar die „Fortsetzung der NS-Propaganda“. Selbst im Justiz­minis­te­rium war man fas­sungs­los: Straf­rechts­sek­tions­chef Christian Pilnacek hielt die Ent­schei­dung der Grazer Staats­an­walt­schaft für „un­fass­bar und menschen­ver­ach­tend“; und auch die Ober­staats­anwalt­schaft äußer­te „Be­fremden“. Doch alle recht­li­chen Mög­lich­kei­ten schie­nen aus­ge­schöpft.

Jetzt hat die Affäre, wie Harald Walser auf seiner Web­site mit­teilt, aber doch noch ein ein ju­ris­ti­sches Nachspiel. Acht Mauthausen-Überlebende sagen: „Es reicht!”

Nun haben jedoch acht ehemalige Häftlinge des Lager­komple­xes Mauthausen Klage gegen die Aula ein­ge­reicht. Dem haben sich Rudolf Gelbard (ehe­ma­li­ger Häft­ling There­sien­stadt) und Caroline Shklarek-Zelman, die Toch­ter des Maut­hausen-Über­leben­den Leon Zel­mann, an­geschlos­sen. Mög­lich war dies, weil auch in Folge­num­mern der Aula und in Briefen an ihre Abon­nen­ten die braune Dif­fa­mie­rungs­kam­pagne fort­ge­setzt wurde.

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PEW-Studie: Roma unbeliebter als Moslems

Juli 15th, 2016  |  Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

 Negative Einstellung gegenüber Roma, Muslimen und Juden (Quelle: PEW Research, 2016)

Aus: Pew Research Center, 11. Juli, 2016, “Europeans Fear Wave of Refugees Will Mean More Terrorism, Fewer Jobs” (zum Download/PDF)

Rom: Kardinal entsetzt über Roma-Lager

Juli 14th, 2016  |  Published in Allgemeines, Rassismus & Menschenrechte, Religion

Italien: Kardinal Kardinal Vallini nach Besuch: Lage im Lager „schreit zum Himmel“.

Der Generalvikar des Papstes für das Bistum Rom kritisiert menschen­un­wür­dige Zu­stände in einem Roma-Lager am Stadt­rand. Bei einem Besuch der Baracken­stadt sprach Kar­di­nal Agostino Vallini am Diens­tag von einer „Schande“. Wört­lich sagte er in einem Bericht der Bistums-Home­page: „Das ist eine Lage, die zum Him­mel schreit, unwürdig einer Stadt wie Rom. Noch nicht ein­mal nach dem Krieg habe ich Der­arti­ges ge­se­hen.“ Das Roma-La­ger vom Castel Romano an der Via Pontina liegt etwa zwan­zig Kilo­me­ter vom Stadt­zentrum ent­fernt. Der Kar­dinal sprach von drecki­gen Straßen, Mäu­sen und arm­seli­gen „Holz-und-Klebe­band-Unter­künf­ten“; die Be­hör­den und Bürger müss­ten ihre Vor­urteile gegen­über den Roma über­win­den. Bei seiner drei­stün­di­gen Visite in dem Lager, von dem es in Rom meh­re­re gibt, wurde Kar­di­nal Val­lini von eini­gen kirch­li­chen Frei­wil­li­gen beglei­tet, die sich dort enga­gie­ren.

(Text: de.radiovaticana.va)

Egal wie es heute ausgeht …

Juli 10th, 2016  |  Published in Sport

… ein Rom wird Europameister!

Entweder André-Pierre Gignac mit Frankreich – oder Ricardo Quaresma mit Portugal:

Gignac (Foto: FFF)Quaresma (Foto: FPF)

Roma besetzen Dom in Regensburg

Juli 8th, 2016  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Religion

Roma im Dom in Regensburg (Foto: Romano Jekipe Ano Hamburg - Vereinigte Roma Hamburg)Eine Gruppe von Flüchtlingen, Presse­berichten zu­folge vor­wiegend Roma aus Albanien, Mazedonien, Serbien und dem Ko­so­vo, hat am Diens­tag den Re­gens­bur­ger Dom be­setzt. Mit ihrer Pro­test­aktion wol­len die Flücht­linge, un­ter ihnen auch meh­rere Kinder, auf ihr Schicksal auf­merk­sam ma­chen und ihre dro­hende Abschie­bung ver­hin­dern. Ihr Pro­test rich­tet sich ins­beson­dere auch ge­gen die jüngste Ein­stufung der Balkan­staaten (seit Herbst 2015 auch Montenegro, Al­ba­ni­en und Kosovo) als „sichere Her­kunfts­länder“. Asyl­anträge von Per­so­nen aus diesen Län­dern gelten in Deutschland jetzt, auch wenn es sich um An­ge­hö­rige von dis­kri­mi­nier­ten und beson­ders gefähr­de­ten Min­der­hei­ten han­delt, a priori als „un­be­gründet“.

Bereits Mitte Mai besetzte eine Gruppe von Roma, die unmit­tel­bar von Ab­schie­bung be­droht sind, das Denk­mal für die im National­sozia­lis­mus er­mor­de­ten Sinti und Roma in Berlin. Die für das Mahnmal zu­stän­dige Stif­tung er­klärte sich zwar soli­da­risch mit den An­lie­gen der Flücht­linge, ließ das Areal aber den­noch schon nach eini­gen Stun­den polizei­lich räumen. Anders nun die Reak­tion in Regens­burg, wo sich Bistum und Caritas, unter­stützt von rund 50 frei­wil­li­gen Helfern, um das Wohl­er­ge­hen der Flücht­lings­gruppe bemühen. Die Caritas ver­sorgt sie mit Essen, Asyl­sozial­berater der Caritas küm­mern sich um die Be­lange der Flüchtlinge.

Im Folgenden die Mitteilung des Bistums Regensburg vom 7.7.2016:

Zur derzeitigen Situation in der Kathedrale St. Peter
Gespräche mit der Gruppe der Betroffenen

Seit Dienstag halten sich ca. 45 Perso­nen aus Balkan­län­dern im Dom auf, die gegen ihre Abschiebung de­monstrie­ren. Das Bistum Regensburg hat sich in den ver­gan­ge­nen Tagen um die hu­ma­ni­tä­re Ver­sor­gung ge­küm­mert und die Be­hör­den ge­be­ten, von einem Zu­griff ab­zu­sehen. Dieser Aufenthalt im Dom ist jedoch nur für eine sehr be­grenz­te Zeit mög­lich, wie die Er­fah­run­gen der letz­ten Tage ge­zeigt ha­ben: Toilet­ten und Hand­wasch­becken sind zwar vor­han­den, aber es gibt im Dom keine Duschen. Die ge­sund­heit­li­che Ver­sor­gung der teils schwer­kran­ken Per­so­nen – darun­ter auch Kinder – ist in den Dom­räumen nur sehr ein­ge­schränkt und ri­siko­reich mög­lich. Da eine Über­nach­tung im Haupt­schiff aus Sicher­heits­gründen aus­sche­idet, über­nach­ten im Durch­gangs­bereich vor der Sakristei der­zeit 45 Per­so­nen auf 32 eng aneinan­der ge­stell­ten Lie­gen mit einem ein­zi­gen schma­len Flucht­weg ins Freie. Read the rest of this entry »