6. Mai: St. Georgsfest der Roma

Mai 6th, 2017  |  Published in Brauchtum & Tradition, Religion

Ikone des heiligen Georg, 1621 (Foto: Wikimedia)Das Georgsfest gehört zu den großen Feiertagen der Roma und wird nach dem julia­ni­schen Kalender be­rech­net. Es ist ein Frühlings­fest, das Glück und Wohl­stand brin­gen soll. Der heilige Georg wird als Schutz­heiliger ins­beson­dere der serbisch-orthodoxen Roma und als Be­schützer der Ost­kirche ver­ehrt. Im Vor­feld des Georgsfestes reini­gen die Roma ihre Häuser und schmücken sie mit Kerzen und Zweigen. Wasser be­stimm­ter Quellen dient zur rituel­len Reinigung und soll zu­gleich vor bösen Ein­flüs­sen schützen. Ins­gesamt feiern die Roma sieben Tage lang. Der Georgs­tag wird auch in den west­li­chen Kirchen be­gan­gen. Da diese dem gre­go­ria­ni­schen Kalen­der fol­gen, ist der Georgstag hier am 23. April.

(Text: mdr.de)

Anm. der dROMa-Red.:
Der Georgstag wird unter dem Namen Djurdjevdan oder Herdelezi (Erdelezi) ge­feiert. Er ist nicht nur ein Fest der christ­li­chen Roma, son­dern wird von moslemischen und christ­lich-ortho­do­xen Roma glei­cher­maßen be­gan­gen. So gilt Herde­lezi bei­spiels­weise in der Türkei als der wich­tigste Fest­tag der Roma. „Es dürfte bereits früh­zeitig zu einer Ver­mischung der jüdisch-christ­li­chen Ver­ehrung des alt­testamen­ta­ri­schen hl. Elias mit dem christ­lichen Georgskult und der mus­li­mi­schen Ver­ehrung von El Khadr ge­kom­men sein. Her­de­lezi und Djurdjev­dan sind somit Aus­druck der Volks­frömmig­keit, die – we­niger dog­ma­tisch als die Theo­logie – eine gegen­seitige Be­ein­flus­sung zu­ließ und die Feier­lich­keiten trotz unter­schied­licher religiöser Wur­zeln zu einem über­religiösen Frühlingsfest ver­schmel­zen ließ.“ (Mehr auf Rombase.)

Deutschland: Stand Mordserie an Roma bevor?

Mai 5th, 2017  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Rassistische Ermittlungen gegen Rassisten-Terror in Deutschland (Foto: quapan/flickr.com, CC 2.0 via MiGazin)Ende April wurden Abgeordnete des deutschen Bundes­tages in einer Geheim­sitzung über Er­mitt­lun­gen gegen eine mut­maß­liche Neonazi-Terrorzelle un­ter­rich­tet, über deren Existenz der Öffent­lich­keit bis­lang nichts be­kannt war. Diese Grup­pierung soll ge­plant haben, ge­zielt Anschläge gegen Roma zu be­gehen. „Neo­nazis ver­such­ten offen­bar 2012, eine euro­päische Gruppe nach dem Vor­bild des NSU zu bilden. Stand eine neue Mordserie bevor?“, schreibt „Der Spiegel“, der die Er­mitt­lungs­unter­lagen ein­sehen konnte, in seiner ak­tuel­len Ausgabe. Die neun Neonazis hätten sich syste­ma­tisch konspirativ ver­halten, auch von Schieß­übungen in Tschechien ist die Rede.

Die Zelle war jahrelang von Verfassungsschützern aus sechs deut­schen Ländern observiert wor­den, später auch vom Bundes­amt für Verfassungsschutz in Köln. Die ge­mein­sa­me Opera­tion na­mens „Mazoleti“ trug genug alarmie­ren­de Indizien zu­sammen, um den General­bundes­anwalt ein­zu­schal­ten. Von März 2013 an er­mit­telte dieser gegen neun Personen wegen des Ver­dachts der Mit­glied­schaft in einer terroris­ti­schen Ver­einigung. Sieben Ver­dächtige waren nament­lich bekannt, die Iden­tität von zwei weite­ren Männern konn­te nicht aus­ge­forscht werden (es dürfte sich um zwei Neonazis aus Tschechien handeln). Die Ermittler ver­such­ten u.a., über V-Männer zu Infor­ma­tio­nen aus dem inneren Kreis der Gruppe zu ge­lan­gen. „Mit­ten in den Ermittlungen ver­siegte diese Quelle jedoch”, berich­tet der „Spiegel“. An­fang 2016 musste das Verfahren dann ohne Anklage eingestellt werden, die Beweis­lage war zu dünn. „Man werde die Ver­däch­tigen und ihr Milieu weiter im Blick haben“, heißt es seitens des Ver­fas­sungs­schutzes.

In Anlehnung an den Rechtsterrorismus des sog. Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), der zwi­schen 1999 und 2007 zehn Morde und meh­rere Bomben­anschläge ver­übt hatte, soll sich die neue Grup­pierung „Zweiter Frühling“ ge­nannt haben – eine An­spielung auf das Video, in dem sich der NSU 2011 unter dem Titel „Frühling“ zu seiner ras­sis­ti­schen Mord­serie be­kannt hatte.

Laut Spiegel deutet all das darauf hin, dass sich schon ein Jahr nach der Selbst­ent­tarnung des NSU eine Nachfolge­organi­sa­tion zu for­mieren begann, die den rassis­tischen Terror des NSU fort­setzen wollte. Read the rest of this entry »

Gemeinsame Erklärung in Thüringen

Mai 4th, 2017  |  Published in Politik

Deutschland: Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung in Thüringen (Foto: Staatskanzlei Thüringen)Ministerpräsident Bodo Ramelow und Ro­ma­ni Rose unter­zeich­nen ge­mein­sa­me Er­klä­rung der Thü­rin­ger Lan­des­re­gie­rung mit dem Zentral­rat Deut­scher Sin­ti und Roma

Ministerpräsident Bodo Ramelow und der Vor­sitzen­de des Zentral­rats Deut­scher Sinti und Roma, Romani Rose, ha­ben am 2. Mai in der Thü­rin­ger Staats­kanzlei in Erfurt eine ge­mein­same Er­klä­rung über die Zu­sam­men­arbeit der Lan­des­regie­rung mit dem Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma un­ter­zeich­net. Gegen­stand der Erklärung sind der Erhalt und der Schutz der in Thürin­gen lie­gen­den Grabstätten von im Natio­nal­sozia­lis­mus ver­folg­ten Sinti und Roma als Familien­gedächt­nis­stätten und öffent­li­che Gedenkorte. Darüber hi­naus wird sich die Thü­rin­ger Landes­regierung ge­mein­sam mit dem Zentral­rat dafür ein­setzen, jeg­licher Dis­krimi­nie­rung und Aus­grenzung von An­ge­hö­ri­gen der Minder­heit ent­gegen­zu­wirken und den gesell­schaft­li­chen Antiziganismus zu ächten. Dazu soll es einen stän­digen Aus­tausch über alle Fragen geben, die die Minder­heit der schon seit Gene­ra­tio­nen in Thüringen leben­den deut­schen Sinti und Roma be­treffen.

Romani Rose wertete die Unterzeichnung als einen Akt von histori­scher Bedeu­tung. „Thüringen schreibt damit fest, dass Sinti und Roma ein Teil des Landes, seiner Geschichte und Kultur sind“, be­tonte Rose. Read the rest of this entry »

Kulturradio: Archiv für Roma-Kunst

Mai 3rd, 2017  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Interview, Kunst & Fotografie, Radio & TV

RomArchive-Initiatorin Franziska Sauerbrey (Foto: Nihad Nino Pušija/RomArchive) Ein Gespräch mit Franziska Sauerbrey, Initiatorin und Projekt­leiterin von RomArchive

rbb/Kulturradio, Sendung vom 28.4.2017
>>Anhören / mp3 (6 Min., 3,5 MB)

Rund 12 Millionen Sinti und Roma gibt es in Europa. Ihre Jahr­hun­derte alte Kultur ist aber kaum sicht­bar. Das soll sich mit dem Auf­bau des RomArchive, eines digitalen Archivs für Kunst der Sinti und Roma, än­dern. Das Ar­chiv, das von der Kultur­stiftung des Bundes mit 3,75 Mil­lio­nen Euro ge­för­dert wird, soll ein in­ter­na­tio­nal zu­gäng­li­cher Ort wer­den, an dem Sinti und Roma ihre Kultur sicht­bar ma­chen und damit den bestän­di­gen Stereo­typen und Fremd­beschrei­bun­gen be­geg­nen.

Kulturradio spricht mit Franziska Sauerbrey vom RomArchive.

(Text: Kulturradio)

Link: blog.romarchive.eu

Siehe auch:
RomArchive: Ein Projekt sucht sein Logo, 28.1.2016
RomArchive: Startschuss für digitales Archiv, 2.7.2015

ARTE: Projekt Versöhnung

Mai 2nd, 2017  |  Published in Radio & TV

Das Team des Hotels Gracanica in Pristina (Foto: arte.tv)ARTE: Das Roma-Hotel im Kosovo
(31 Min., ZDF/2017)

Sendetermin: 2.5.2017, 19.45 Uhr
Noch bis 1. Juni verfügbar in der
ARTE-Mediathek

Im ethnisch tief gespaltenen Kosovo ver­sucht ein Hotel-Pro­jekt das schein­bar Un­mög­li­che: Zwei Roma leiten ein Team mit serbischen und albanischen An­gestellten. Ein außer­ge­wöhn­li­ches Projekt, denn diese Grup­pen sind seit dem Kosovo-Krieg 1998/99 oft im­mer noch ver­fein­det, die Grä­ben zwi­schen den ver­schie­denen Ethnien noch tief. Viele An­ge­hö­ri­ge der Roma leben im Kosovo in Slums und tiefster Armut. Der Zu­gang zu Bil­dung und Arbeits­markt ist ihnen oft­mals ver­wehrt. Das Roma-Hotel Gracanica am Ran­de Pristinas will da­ge­gen ein Zei­chen setzen.

(Text: ARTE.tv)

Link: Hotel Gracanica

Bildungscoaches für Roma-Kinder

April 30th, 2017  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung

Sitzanin mit Kindern Angelina und Bruder (Foto Privat via derStandard.at)Wien: Das Romano Centro will Bildungsbenach­teili­gun­gen von Roma-Kindern ausgleichen

derStandard.at: Angelina und Suhal Sitzanin kennen sich seit der vierten Klasse Volks­schule. Min­des­tens ein­mal wöchent­lich sehen sich die beiden, vor Schul­arbei­ten öfter. Genau ge­nom­men ist Sitzanin keine Nach­hilfe­leh­re­rin, son­dern eine Lernhelferin. Sie arbei­tet für das Romano Centro, einen der ers­ten Roma-Vereine in Öster­reich. Das An­gebot rich­tet sich an Kinder aus Roma-Fa­mi­lien und soll die his­to­risch ge­wach­se­nen Bildungs­defizite der Com­mu­nity aus­glei­chen. „Roma-Kinder lan­den oft in der Sonder­schule, haben einen schlech­ten oder gar keinen Ab­schluss“, berich­tet Ferdinand Koller, päda­go­gi­scher Leiter des Romano Centro. (…) Vor zehn Jah­ren saß Sitza­nin noch an Ange­linas Stelle. (…) Heute hat die 28-Jäh­rige zwei Studien – Trans­kul­tu­relle Kom­mu­ni­ka­tion und Slawistik – ab­ge­schlossen. Die Lernbetreuer sind meistens Studierende. (…) Manch­mal wird das Roma­no Centro auch von pensio­nier­ten Lehrern unter­stützt. „Viele Lehramts­studenten schätzen den Ein­blick, den sie durch diese Arbeit be­kom­men“, sagt Koller. (…) Das öster­rei­chi­sche Schul­system baue stark auf die Betei­li­gung der Eltern auf: „Bei Roma, die in Öster­reich leben, hat aber oft die ältere Gene­ra­tion wenig Bil­dung.“ Das treffe dann die Kinder, deren Eltern sich nicht so stark ein­brin­gen können.

Lesen bitte Sie den hier nur in Auszügen wiedergegebe­nen Ar­ti­kel von Vanessa Gaigg vom 28.4.2017 in vol­ler Län­ge auf derstandard.at.


Ausstellung: Sprache kommt vor der Tat

April 29th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

web_plakat_sprache-kommt-vor-der-tatAusstellung von Marika Schmiedt in Wien:
Rassismus, die soziale Konstruktion natürli­cher Ungleichheit — Zusam­men­hang von Sprache, Ras­sis­mus, Öko­no­mie und Macht

Ausstellung 18. Mai bis 1. Juni 2017
Eröffnung: 18. Mai 2017, 19:00 Uhr
Lesung: Helga Gutwald, Der Menschenfresser-Prozess von Kaschau | Galerie­werk­statt NUU, Wil­helm-Exner-Gasse 15, 1090 Wien

„Tatsächlich ist die Sprache des Kolonialherrn, wenn er vom Ko­lo­ni­sier­ten spricht, eine zoo­logi­sche Sprache. Wenn der Ko­lo­nial­herr genau be­schrei­ben und das richtige Wort fin­den will, be­zieht er sich stän­dig auf das Tierreich.“ (Frantz Fanon)

Rasse als biologische Einheit oder als Konglomerat natürli­cher Eigen­schaf­ten, sozialer Zu­schrei­bungen und ideo­lo­gi­scher Wer­tungen, eine trübe Mi­xtur aus Aggres­sion und Vor­urteilen. Auch wenn der Rassismus mitt­ler­weile wissen­schaft­lich widerlegt ist, ist er weiter­hin im kollek­tiven Bewusst­sein tief ver­ankert. Dis­krimi­nie­run­gen auf­grund von Herkunft und Hautfarbe ge­hö­ren heute leider zum All­tag sehr vieler Men­schen. Neue For­men des Rassismus ar­gu­men­tie­ren kulturalistisch, in­dem sie unters­chied­liche kulturel­le Tra­di­tio­nen als mit­einan­der un­ver­einbar an­se­hen. Der Begriff „Kultur“ er­setzt da­bei den Begriff „Rasse“. Die An­de­ren werden ent­lang des Krite­riums kultu­relle Identität, er­kenn­bar an Merk­malen wie Haar- und Hautfarbe, Sprache, Kleidung und Auftreten, in verschiedene Kategorien unterteilt, denen eine schein­bar neutral bestimm­bare Dif­ferenz zur öster­rei­chi­schen und deutschen Kul­tur zu­ge­schrie­ben wird. Das Erklärungs­muster der Kultur­unterschiede ist fast im­mer das Erste, was auf der Hand zu lie­gen scheint. „Kul­tur“ scheint bei­nahe als Natur des Men­schen ge­dacht zu werden, als etwas, das einem an­haftet und das Handeln be­stimmt.

Die Ausstellung zeigt, wie ein Konzept des angeb­lich natur­wissen­schaftlich ge­sicher­ten Rassen­begriffs fort­ge­schrie­ben wird und wie stark Sprache durch rassistische Diskurse und Wis­sens­felder ge­prägt ist. Dabei wird deut­lich vor Augen geführt, dass die Bilder und der Um­gang damit vom Ausgang des Kaiser­reichs bis in unsere Tage keine prin­zi­piel­len Unter­schiede auf­weisen.

(Text: marikaschmiedt.wordpress.com)

Angriff auf Roma-Siedlung in Kiew

April 29th, 2017  |  Published in Rassismus & Menschenrechte  |  2 Comments

Brennende Roma-Siedlung in Kiew, April 2017 (Foto: National Minority Rights Monitoring Group)„Erzähle bloß niemandem, dass ich Rom bin!“

Von Mitya Gerasimov (Pushkin Klezmer Band), für tapferimnirgendwo.com aus dem Rus­si­schen über­setzt von Lisa Piesek

Ein wunderbarer Musiker sagte mir, als wir uns ken­nen­lern­ten: „Erzähle bloß nieman­dem, dass ich Rom bin! In der Stadt weiß das kei­ner, ich sage al­len, ich sei Jude.“

Anfang April kamen Maskierte in die Romasiedlung (Schatra) in Kiew. Sie ka­men im Morgen­grauen, foto­gra­fier­ten alle Be­woh­ner und nah­men Fingerabdrücke. Sie be­droh­ten die Men­schen und be­fah­len ihnen, sich zu ver­zie­hen. Man schreibt, diese Razzia sei auto­ri­siert ge­we­sen. Die net­ten Schläger haben kosten­lose Bus- und Zug­tickets ohne Rück­fahrt ver­teilt, die meis­ten Be­woh­ner flo­hen nach Transkarpatien. Aber man sagt, dass auch viele in Kiew über­dauern wol­len und sich zur Zeit ver­stecken. Die Schatra hatte sich bald ge­leert, und als sie ein paar Tage spä­ter an­gezündet wurde (wir berichteten), wa­ren nur noch we­ni­ge Frauen und Kinder vor Ort.

Die Initiative zur Deportation ortsansässiger Roma stammt von lo­ka­len Ab­geord­ne­ten, Ak­ti­vis­ten und Straf­ver­fol­gungs­behör­den. Der Ein­satz wurde im Voraus ge­plant, bei Facebook be­sprach man Proble­me, die mit der Lösung der „Zigeunerfrage“ ein­her­gehen, die Orga­ni­sa­to­ren schrie­ben von der Ver­ant­wor­tung des „Titularvolkes“ und lu­den en­gagier­te Aktivisten in ihre Bür­ger­sprech­stunde ein, einige de­likate Details könne man nicht öf­fent­lich er­örtern.

Dieses Mal wurde die Schatra in Kiew unter dem Vor­wand der Vor­berei­tung zum Eurovision Song Contest ver­wüs­tet, das letz­te Mal ge­schah es im Vor­feld der Fußball-Europa­meister­schaft 2012. Die Ro­ma sind nicht die Ein­zi­gen, die das Bild einer euro­päi­schen Ukraine ver­schan­deln. Vor der EM wurden auch sehr viele Straßen­hunde in Kiew ab­geschlach­tet, da­mals wurde überall darüber ge­schrie­ben. Read the rest of this entry »

47 Richter, 80.000 Fälle

April 28th, 2017  |  Published in Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

ECHR - EGMRInfotext: Europäischer Gerichtshof für Men­schen­rechte

Die Europäische Men­schen­rechts­kon­ven­tion wurde 1950 – auf der Basis der All­ge­mei­nen Er­klä­rung der Men­schen­rechte der Verein­ten Natio­nen – ver­ab­schie­det. Um ihre Ein­hal­tung sicher­zu­stel­len, er­rich­te­ten die Mit­glied­staaten des Europarats 1959 den Euro­päi­schen Gerichts­hof für Men­schen­rechte (EGMR) in Straßburg.

Die Konvention garantiert insbeson­dere das Recht auf Leben, auf ein faires Ver­fahren, auf Achtung des Privat- und Fa­mi­lien­lebens, die Frei­heit der Mei­nungs­äußerung, die Ge­danken-, Ge­wis­sens- und Religions­frei­heit und den Schutz des Eigen­tums. Sie ver­bie­tet Folter und un­mensch­li­che oder er­niedri­gende Be­hand­lung, Zwangs­arbeit, will­kür­liche Frei­heits­ent­ziehung sowie Un­gleich­be­hand­lun­gen bei der Aus­übung der Rechte und Frei­hei­ten. Die nationalen Gerichte sind ver­pflich­tet, die Kon­vention an­zu­wen­den, andern­falls kann der EGMR den be­trof­fenen Mitglied­sstaat ver­urtei­len. Die Urteile sind für die Mit­glieds­staaten bin­dend, die Um­setzung wird vom Europarat über­prüft.

Infolge der Aufnahme neuer Mitgliedstaaten in den 1990er Jah­ren stieg die Zahl der Be­schwer­den stark an. Seit 1998 be­steht ein ständig tagen­der Gerichtshof, der es jeder Person er­mög­licht, sich direkt an den EGMR zu wen­den, sofern alle inner­staat­li­chen Rechtsmittel zuvor aus­ge­schöpft wur­den und die end­gült­ige innerstaatliche Entscheidung nicht länger als sechs Monate zurück­liegt. Die Beschwerden kön­nen sich aller­dings nur gegen Staaten rich­ten, die die Konvention ra­ti­fi­ziert haben. Die Zahl der Richter ent­spricht der Anzahl der Mitglied­staaten (der­zeit 47). Read the rest of this entry »

47 fischgaroschtscha, 80.000 periptscha

April 26th, 2017  |  Published in Einrichtungen, Recht & Gericht

ECHR - EGMRO Europitiko Kris le Manuschengere Tschatschipenge

I Europitiki Manuschengeri Kon­ven­ci­jo­na 1950 – up­­ri basis le ar­phen­dostar le ma­nu­schen­gere tscha­tschi­pen­dar le Khe­tane Nacijo­nen­dar – kerdi uli. Kaj odo­la ande liker­de te on, o schtotscha le Euro­pi­tike Rotistar 1959 o Euro­pi­tiko Kris le Ma­nuschen­gere Tscha­tschi­penge (EGMR/ECHR) an­de Straßburg, kerde.

I konvencijona o tschatschipe upro dschivipe, upre jek ma­nu­schalo pana­si tschi­jipe, o dikipe upro pri­vati- taj fami­li­ja­kero dschi­vipe, o naphand­lipe le muani­ni­pes­tar, o gondi-, patscha­ji­pes­kero- taj religi­jo­na­kero naphand­lipe taj o arakipe tre ko­jendar, garan­ti­rinel. Oj fol­te­ri­nipe taj na manu­schalo taj tel dschu­mimo be­hand­lini­pe, mujsi­ni­pes­keri buti, and tscha­pi­nipe taj na glajchi be­hand­linipe uso and be­scha­ripe le tscha­tschi­pendar taj na­phand­li­pendar, fa­bija­tinel. O nacijo­nali kristscha i kon­ven­ci­jona iste nu­cinen, mint te na, akor dscha­nel o EGMR le schto­tiske, panasi te tschil. O panasi tschi­jiptscha le schto­tenge obli­gato­rischi hi, o prik bescha­ripe le Euro­pitike Rotistar aun diklo ol.

Kada ando 1990te berscha neve schtotscha upre lim ule, o gen­do le panasi tschi­ji­pestar utsche­der ulo. Sajt 1998 jek kris del, savo pe min­dig khetan be­scharel, taj savo sa­kone dsche­neske o schajipe del, pe direk­ti uso EGMR te mejdi­nel, te o cile andrut­ne schtot­lichi tscha­tschi­pes­kere koji imar putrim ule taj o kise­timo andrut­no schtot­lichi ent­schaj­di­nipe na dureder sar schov masek­tscha pal pa­schlol. O panasi tschi­jiptscha ham tschak gejng schtotscha schaj on, save i kon­ven­ci­jona rati­ficirinde. O gendo le fisch­garo­schen­dar, o gendo le schto­tendar, save use hi, sikal (akan 47). Read the rest of this entry »