Wissenschaft

Dschanipeskero centrum le mindenfelitikoske

Oktober 14th, 2026  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Romani, Wissenschaft

Khetanbutschalinipe sar le meg na dija: Nevi biblijoteka le flogoskere grupnendar Erbate / Synergie wie noch nie: Neue Volksgruppenbibliothek in Oberwart (Kipo / Foto: Stadtgemeinde Oberwart/Fb)Khetanbutschalinipe sar le meg na dija: Nevi bib­li­jo­teka le flo­gos­kere grup­nen­dar Erbate


Le priksidlinipeha ando flogoskero grup­nen­gero kher, te o litera­tura­kere- taj medi­jen­gere kon­tingen­tscha le flogos­kere grup­nen­gere farajn­tschen­dar jek nevo kheripe lakle. Valami 9.000 tematscha la ungrika, horvacka taj Romen­gera-flo­gos­kera grup­natar akan andi khetani bibli­joteke khere hi. Afka o funda­mento la „Biblijo­tekake ando Kher le flogos­kere grup­nen­dar Burgenland“ kerdo hi.

I khetani biblijoteka ojs „dokumentacijonakero- taj infor­ma­cija­kero centrum la litera­turake taj le medi­jenge pedar o flogos­kere grupn ando Burgen­land hajol pe“. Ando kontingen­tscha histo­rischi taj adiveses­keri litera­tura, fochis­kere publi­kaciji, duj tschib­tscha­kere tscha­vengere kenvi, sikaji­pes­kere kenvi, CDs taj DVDs taj te faraj­niskere publi­kaciji ando trin flogos­kere grup­nengere tschib­tscha taj te ando nimtschko del, taj te papru­schen­gere nevip­tscha upre paschlon.

Ojs schpecijali biblijoteka pradime karateriha, irinel pe i biblijo­teka use minden­felitike ciliskere grupn: Dschene le trin flogos­kere grup­nendar, dschene, saven interesi upre flogos­kere grup­nengere tematscha hi taj igen barikano uso tschave taj terne, kaj lengere tschib­tscha­kere siklipeske pomo­schim te ol. Pasche, o dipe la flogos­kera grup­nengera biblijotekatar te use visen­schoft­lichi kheta­nip­tscha pe irinel, regijo­nali taj te inter­naci­jonali.  Read the rest of this entry »

Wissenszentrum für die Vielfalt

Oktober 13th, 2026  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Romani, Wissenschaft

Neue Volksgruppenbibliothek in Oberwart (Foto: Stadtgemeinde Oberwart/Fb)Synergie wie noch nie: Neue Bibliothek der Volksgruppen in Oberwart


Mit dem Umzug ins Volksgruppenhaus haben auch die Litera­tur- und Medien­be­stände der Volks­grup­pen­vereine ein neues Zu­hause ge­fun­den. Etwa 9.000 Titel der unga­rischen, kroa­tischen und Roma-Volks­gruppe sind ab jetzt in der ge­mein­samen Biblio­thek unter­ge­bracht. Damit ist der Grund­stein für die „Biblio­thek im Haus der Volks­gruppen Burgenland“ ge­legt.

Die gemeinsame Bibliothek versteht sich als „Sammel- und Infor­ma­tions­zentrums für Literatur und Medien über die Volks­gruppen im Burgen­land“. Die Bestände um­fassen historische und zeit­genös­sische Literatur, Fach­publi­katio­nen, zwei­sprachige Kinder­bücher, Lehr­bücher, CDs und DVDs sowie Vereins­publi­katio­nen in den drei Volks­grup­pen­spra­chen und auf Deutsch, auch Zeit­schriften liegen auf.

Als Spezialbibliothek mit öffentlichem Charakter richtet sich die Biblio­thek an unter­schied­liche Ziel­gruppen: An­ge­hörige der drei Volks­gruppen, an Volks­gruppen­themen Interes­sierte und ganz beson­ders an Kinder und Jugend­liche, um ihren Sprach­erwerb zu fördern und zu unter­stützen. Zudem richtet sich das Angebot der Volks­grup­pen­biblio­thek auch an wissen­schaft­liche Gemein­schaften, regional und auch inter­national.  Read the rest of this entry »

The Romani Atlantic (2026)

Oktober 5th, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft

The Romani Atlantic (Cambridge University Press)Martin Fotta / Ann Ostendorf (eds.): The Romani Atlantic, Cambridge University Press: Cambridge 2026.

Open Access: →Zur Downloadseite*  [CC-BY-NC 4.0]

„The Romani Atlantic“ untersucht die transatlantischen Migra­tions­bewe­gun­gen, Inter­aktionen und histo­rischen Erfah­rungen von Roma auf vier Konti­nenten und in fünf Jahr­hunderten. Anhand von Fall­studien frei­williger oder er­zwungener Mobilität – wie der histo­rischen Ver­bringung nach Angola oder Louisiana – zeigt der Sammel­band, wie diese Gemein­schaften trotz staat­licher Kontrollen durch strate­gisches Han­deln und Resilienz die moderne Welt mit­ge­staltet ha­ben.

Verlagsbeschreibung (Cambridge University Press):
The Romani Atlantic is the first comprehensive look at Romani expe­riences in the At­lan­tic World. Together, the essays detail the Romani people’s trans­atlantic circu­lations, inter­actions, connec­tions, and exchanges, reinfor­cing the view that the Atlantic was a zone of contact where identities inter­laced and trans­formed. The geo­graphical points and flows covered include imperial Spain and Mexico, Luso­phone Angolan slave trading ports, Ellis Island immi­gration controls, South-Eastern European villages, and Canadian commu­nity centers. Each case study illustrates the migra­tory flow and reflow of people, ideas, and processes, showing that Romani people have strategically engaged with state instru­ments, cultivated Romani distinc­tive­ness, and built resilient commu­nities. The Romani Atlantic traces the under­explored history of Romani migration and high­lights the ways that Romani agency has shaped the modern world.

*) Das Buch ist auf der Verlagsseite nur in Form einzelner Kapitel ver­fügbar. Über die Funk­tion „Select all“ können Sie jedoch alle Be­stand­teile des Buches aus­wählen und ge­sammelt über „Down­load PDF (zip)“ herunter­laden.

(Text: Cambridge University Press)

Facts & Figures (599)

September 24th, 2026  |  Published in Facts & Figures, Wissenschaft

Anders als die sonstige spanische Be­völ­ke­rung (11 %) stam­men die ibe­ri­schen Roma ge­ne­tisch nur zu 2–3 % von nord­af­ri­ka­ni­schen Vor­fah­ren ab.

(Quelle)

Umfrage: Massiver Antiziganismus in Österreich

September 10th, 2026  |  Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Alarmierendes, aber medial und politisch kaum the­ma­ti­sier­tes Detail aus der neu­en Um­fra­ge des Ös­ter­rei­chi­schen In­te­gra­tions­fonds: Etwas mehr als die Hälfte der Men­schen in Ös­ter­reich gibt an, es würde sie „stö­ren“, wenn sie Roma oder Sinti als Nach­barn hät­ten. Da­mit sind Roma und Sinti – nach Asyl­werbern – die in Ös­ter­reich am stärks­ten ab­ge­lehn­te Gruppe.

Am Dienstag präsentierte Integrationsministerin Claudia Bauer ge­mein­sam mit dem Sozial­wissen­schaft­ler Rudolf Bret­schneider die Er­gebnisse der neue Integra­tions­umfrage des Öster­reichi­schen Integra­tions­fonds (ÖIF), die nun unter dem Titel „Was denkt Österreich?“ als Bericht vor­liegen. Die öster­reich­weite Meinungs­umfrage wurde bereits zum vierten Mal unter der inhalt­lichen Leitung Rudolf Bretschneiders durch­ge­führt. Um­gesetzt wurde die aktuelle Be­fragung vom Meinungs­forscher Peter Hajek. Die Erhebung analy­siert die Einstel­lungen der öster­reichischen Wohn­bevölke­rung zu den Themen gesell­schaftli­cher Zu­sammen­halt, Migration und Integration.

Wenn Sie fol­gende Nach­bar/in­nen hätten …

Die Frage zu Abb. 20 im Bericht (siehe unten) lautete im genauen Wortlaut: „Wenn Sie fol­gende Nach­bar/in­nen hätten [Anm. der dROMa-Red.: Asylwerber, Roma, Muslime, Langzeitsarbeitslose etc.] – würde Sie das sehr, eher schon, eher nicht oder gar nicht stören?“

ÖIF 2026, Abb. 20

Die Akzeptanz gegenüber Nachbarinnen und Nachbarn variiert in der Bevöl­kerung stark je nach der jeweili­gen Gruppe. Beson­ders Roma und Sinti stoßen dabei auf mas­sive Vor­behalte: Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Pro­zent) würde sich durch sie in der Nachbar­schaft „gestört“ fühlen (21 Prozent „sehr störend“ und 32 Prozent „eher störend“; 3,1 Prozent Schwan­kungs­breite). Damit gehört diese Gruppe zu den am stärks­ten ab­gelehn­ten Gruppen. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (596)

September 5th, 2026  |  Published in Facts & Figures, Wissenschaft

Die iberischen Roma (in Spa­ni­en bzw. Por­tu­gal) wei­sen eine über zehn­mal grö­ße­re ge­ne­ti­sche Viel­falt auf als die sons­ti­ge Be­völ­ke­rung.

(Quelle)

Digitale Quellenedition zum NS-Völkermord

August 29th, 2026  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Wissenschaft

Sammlung der Forschungsstelle Antiziganismus: Staatsministerin für Kultur und Medien, Claudia Roth, und Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Theresia Bauer, besichtigen Exponate der Sammlung, Juli 2022 (Foto: Forschungsstelle Antiziganismus)Forschungsstelle Antiziganismus ediert Quellen zum NS-Völ­ker­mord an den Sinti und Roma in Europa. Die Arbeiten zum neun­jäh­ri­gen Pro­jekt wur­den zu Jahres­beginn auf­­ge­­nommen.

Eine groß angelegte digitale Edition führt Quellen zum national­sozialis­tischen Völkermord an den Sinti und Roma in Europa zusam­men und macht sie für Forschung und Öffent­lich­keit zugäng­lich. Publi­ziert werden sollen rund 1.200 Doku­mente – Schrift­stücke aus dem Ver­waltungs- und Ver­folgungs­apparat, ergänzt um Quellen aus der Per­spektive der Opfer. Angesiedelt ist das von der Deutschen Forschungs­gemeinschaft geförderte Projekt an der Forschungs­stelle Anti­ziganis­mus der Univer­sität Heidelberg. Für die Gesamt­laufzeit von neun Jahren stehen Förder­mittel in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro zur Verfügung. Das Vorhaben basiert maßgeblich auf der digitalen „Enzyklopädie des NS-Völker­mordes an den Sinti und Roma in Europa“, die seit Juli 2020 eben­falls an der For­schungs­stelle entsteht.

„Der NS-Völkermord an den Sinti und Roma wurde nicht nur gesell­schaft­lich und politisch jahrzehnte­lang ignoriert, sondern auch in der Forschung kaum beachtet“, erläutert die Histori­kerin Dr. Karola Fings, wissen­schaftliche Leiterin der beiden Projekte. Ziel ist es, mit der „Edition zum NS-Völkermord an den Sinti und Roma in Europa“ alle Ver­folgungs­prozesse von der rassistischen Stig­matise­rung bis hin zum Mord in den Vernichtungs­lagern ab­zu­bilden. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (595)

August 26th, 2026  |  Published in Facts & Figures, Frauenrechte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Haarproben von Müttern in slo­wa­ki­schen Roma-Sied­lun­gen wei­sen – in­fol­ge ihrer Le­bens­um­stän­de – dop­pelt so viel Cor­ti­sol (ein Stresshormon) auf als die an­de­rer Müt­ter.

(Quelle/pdf)

Im Kampf um eine gesellschaftliche Identität

August 21st, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Hochschulschriften, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Sebastian Sauer (2025): Im Kampf um eine gesell­schaft­liche Identität. Die Erinnerung an das Rohr­bomben­attentat von Oberwart 1995 in der österrei­chi­schen Medien­land­schaft zwischen 2000 und 2020

Masterarbeit, Universität Wien (Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät), 154 S.

→Zum Download der UB Wien (pdf)

Abstract (Link):

Der Rohrbombenanschlag von Oberwart 1995 stellt eine Zäsur für die öster­rei­chi­schen Roma und Österreich im Gesam­ten dar. Die vor­liegende Arbeit unter­sucht, wie der Anschlag zwischen 2000 und 2020 in der öster­reichi­schen Medien­land­schaft erinnert wurde. Hierzu werden die vier Print­medien Kronen Zeitung, Kurier, Der Standard und Die Presse unter­sucht. Audio­visuelle Medien finden durch Ein­bindung des ORFs in die Unter­suchung Berück­sichti­gung. Basie­rend auf der Nach­richten­wert­theorie unter­sucht eine erste quanti­tative Analyse, welcher Stellen­wert der Anschlags­erinne­rung über die Jahre von der österrei­chi­schen Presse zu­gewiesen wurde. Die an­schlie­ßende qualitative Analyse ver­sucht, durch die Ein­ordnung in ein Kategorien­system domi­nante Inhalte der Bericht­erstattung und mög­liche Ent­wicklun­gen zu identi­fizieren. An­schlie­ßend werden aus der Bericht­erstattung heraus­ste­chende Thema­tiken und Artikel, die durch besonders hohes Maß von gesell­schaftli­chem Interesse ge­prägt sind, näher diskutiert. Durch dieses Vor­gehen soll die Anschlags­erinne­rung im kultu­rellen Ge­dächtnis verortet werden und ihre Rolle in der Kon­struktion einer österrei­chischen Identität be­urteilt werden können. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (594)

August 18th, 2026  |  Published in Einrichtungen, Facts & Figures, Romani, Wissenschaft

Seit 2021 werden ein­zel­ne Vor­trags­sek­tio­nen der in­ter­na­tio­na­len wis­sen­schaft­li­chen Ta­gun­gen der Gypsy Lore Society aus­schließ­lich auf Ro­ma­ni ab­ge­hal­ten.

(Quelle)

Romani women’s political participation (2025)

August 17th, 2026  |  Published in Frauenrechte, Hochschulschriften, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Karl-Franzens-Universität GrazSophia Schönthaler (2025): Understanding political opportunities: Romani women’s political participation in Croatia, Italy and Sweden

Dissertation / Doctoral thesis, Karl-Fran­zens-Uni­ver­­si­tät Graz (Centre for Southeast European Studies), 257 S.

→Download der UB Graz (pdf)

Abstract (Link):

Diese Dissertation untersucht, wie sich sich über­schnei­dende Faktoren auf Makro-, Meso- und Indi­vidual­ebene auf die politische Parti­zipa­tion von Romnja in Kroatien, Italien und Schweden aus­wirken. Durch ein explo­ratives Mehrfall­studien­design geht die Forschung über die Analyse des formalen rechtlichen Zugangs hinaus und unter­sucht, wie histo­rische Aus­grenzung, institu­tiona­lisier­ter Antiziganismus, ge­schlechts­spezifi­sche Macht­verhältn­isse und persön­liche Handlungs­macht mit­einander inter­agieren, um politische Teilhabe zu ermög­lichen oder zu erschwe­ren. Geleitet von einer über­geord­neten For­schungs­frage und vier mit­einander ver­knüpften Unter­fragen unters­ucht die Studie: (1) inwie­weit politische und rechtliche Systeme für die Partizipation von Romnja offen oder geschlos­sen sind; (2) die Verfüg­barkeit, Zugäng­lichkeit und Wahrn­ehmung formaler Beteiligungs­mecha­nismen; (3) die Faktoren, die die politische Beteiligung be­ein­flussen; sowie (4) die Strate­gien, mit denen Romnja ihre Stimmen im politischen Raum geltend machen. Empirisch stützt sich die Disser­tation auf ein qualitatives, multi­methodisches Design, das Do­kumen­ten­analysen mit 31 halb­struktur­ierten Experten­interviews kom­biniert, die in den drei nationalen Kontexten durchgeführt wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass politische Parti­zipation nicht einfach eine Frage formaler Rechte ist, sondern in mehrstufige Konstel­lationen von Ausg­renzung und Widerstand ein­gebettet ist. Während rechtliche Rahmen­bedin­gungen auf dem Papier Mög­lich­keiten bieten, bleiben diese in der Praxis häufig un­erfüllt. In allen drei Ländern bewegen sich Romnja in hybriden politi­schen Systemen – weder voll­ständig offen noch völlig geschlos­sen –, in denen formale Inklusion mit an­halten­den infor­mellen Hürden koexistiert. Politische Handlungs­macht entsteht dabei häufig außer­halb formeller Arenen, etwa durch Basis­arbeit, kommunale Orga­nisatio­nen und informelle Interes­sen­vertretung. Theoretis­ch trägt diese Disserta­tion zur Neu­bewertung der Theorie der politischen Gele­genheits­struk­turen aus einer inter­sektionalen Per­spektive bei. Sie zeigt, wie sich Rassismus, Geschlecht und strukturelle Ungleichheiten über­schneiden und das politische Leben von Frauen mit Min­derheiten­hinter­grund prägen. Read the rest of this entry »

Deutschland beschließt Aufarbeitungskommission

Juli 13th, 2026  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Bundesbeauftragter Michael Brand  im Bundestag, 2019 (Foto: Olaf Kosinsky [kosinsky.eu], CC BY-SA 3.0-de)Unrecht gegen Sinti und Roma nach 1945: Deut­sches Bun­des­ka­bi­nett be­schließt Ein­rich­tung einer Auf­ar­bei­tungs­kom­mis­sion

Das deutsche „Bundeskabinett hat am 6. Juli 2026 die Ein­setzung einer Un­ab­hängi­gen Kom­mission zur Auf­arbei­tung des Un­rechts an Sinti und Roma in der Bundes­repub­lik Deutsch­land und in der Deut­schen Demo­krati­schen Re­publik (DDR) nach 1945 be­schlos­sen“, meldet das deut­sche Bundes­ministe­rium für Bildung, Familie, Senio­ren, Frauen und Jugend auf seiner Web­site. „Auf Grund­lage dieses Kabi­netts­beschlus­ses wird der Par­lamen­tari­sche Staats­sekre­tär und Be­auf­tragte der Bundes­regie­rung gegen Anti­ziganis­mus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutsch­land, Michael Brand, die Mitglieder der Kom­mission aus­wählen und er­nennen.“ Die Kommis­sion wird das histo­rische Unrecht nach 1945 wis­sen­schaft­lich erfassen und doku­mentie­ren. Dazu sollen unter Aus­wertung bisheriger Er­kennt­nisse auch eigene wissen­schaftli­che Studien, An­hörungen und Inter­views mit Be­trof­fenen und An­gehöri­gen durch­geführt werden. Die Arbeiten werden in einem Abschluss­bericht vor­gelegt werden, in dem auch Empfeh­lun­gen der Kommis­sion an Politik und Gesell­schaft aus­ge­spro­chen werden.

Eine Geschäftsstelle bei der Stiftung Erinne­rung, Ver­ant­wortung und Zukunft (EVZ) wird die neue Auf­arbei­tungs­kommis­sion unter­stützen; für die Mittel der Ge­schäfts­stelle kommt der Be­auf­tragte auf. Mit der Instal­lierung der Auf­arbeitungs­kommis­sion setzt die deutsche Bundes­regie­rung nun die Em­pfeh­lung einer fraktions­über­greifenen Ent­schlie­ßung des Deutschen Bundes­tages vom 13. Dezem­ber 2023 (Druck­sache 20/9779) um. Darin hatte der Bundestag die Empfeh­lung des um­fassen­den Ab­schluss­berichts der Un­abhän­gigen Kom­mission Anti­ziganis­mus um, die 2019 vom da­mali­gen Bun­des­innen­minis­ter Horst Seehofer ein­ge­setzt worden war.

Michael Brand sieht die Einsetzung der Kommission als einen „längst über­fälli­ger Schritt für Sinti und Roma und zu­gleich für unsere ge­samte Gesell­schaft“:  Read the rest of this entry »

Historiker Herbert Brettl im Porträt

Juni 6th, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV, Wissenschaft

Radio MORA, 20.5.2026, 38:25 Min.
MEMO: Das Thema des Tages zum Mitnehmen
Redaktion: Elizabeth Hausmann-Farkas, Jelica Saček

Der Historiker, Autor und Pädagoge Herbert Brettl ist in Halbturn im Burgenland ge­boren. Er be­schäf­tigt sich vor allem mit der Geschichte des Burgenlan­des, der Zeit des Na­tional­sozialis­mus und der Erin­nerungs­kultur. Beson­ders inten­siv forscht er zur Ver­folgung von Roma und Sinti, zur regionalen Zeit­geschichte und zu Gedenk­orten im Burgen­land.  |   Herbert Brettl je studirao povijest i geo­grafiju na Sveučilištu u Beču i radi kao nastavnik i aka­demski autor. Objavio je brojne knjige i povijesne članke, uključu­jući poznato djelo „Nacio­nal­socija­lizam u Gradišću – Žrtve, počinitelji, pro­tivnici“. Također vodi „Blog o povijesti Gradišća“ i uključen je u razne pro­jekte vezane uz povijesna istraži­vanja i kulturu sjećanja. Za svoj znanst­veni rad primio je nekoliko nagrada od pok­rajine Gradišće.

(Text und Sendung: Radio MORA)

Siehe auch:
→Burgenland History Blog (Dr. Herbert Brettl)

Jugendstudie: Kontakt zu Volksgruppen

Juni 2nd, 2026  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Wissenschaft

Grafik 11.4.4Jugendstudie 2025: Ein Drittel der Ju­gend­li­chen kennt An­ge­höri­ge einer Volks­gruppe per­sön­lich. Be­fragt wur­den Ju­gend­liche in Wien, Burgenland und Kärnten, also in den drei wich­tigs­ten Bun­des­ländern mit eige­nen an­er­kann­ten Volks­grup­pen.

„Eine entscheidende Rolle für das Verständnis der Bedeu­­tung von öf­fent­li­cher Prä­senz spielt mög­licher­weise der pers­ön­li­che Kon­takt zu Min­der­heiten­an­ge­höri­gen. Etwa ein Drittel der Be­frag­ten stimmt der Aus­sage zu, dass sie per­sön­lich eine:n An­ge­hö­ri­ge:n einer au­toch­tho­­nen Minder­heit ken­nen, ein weite­res Drit­tel ver­neint sie und das ver­blei­bende Drit­tel ant­wortet mit „viel­leicht“. […] Die niedri­gen Zu­stim­mungs­werte deuten darauf hin, dass au­toch­thone Min­der­­heiten in den Lebens­welten vieler Ju­gend­licher kaum the­mati­siert werden. Dies ist einer­seits darauf zurück­zu­führen, dass ihre Exis­tenz Ju­gend­lichen nicht be­kannt ist. Anderer­seits äu­ßern sich Per­sonen, die einer autoch­tho­nen Minder­heit an­ge­hören, unter Um­stän­den nicht immer offen dazu.“

[aus: „Lebenswelten 2025“, S. 259f.]

Die Jugendstudie „Lebenswelten 2025“, ein Gemein­schafts­projekt aller Päda­gogi­schen Hochschulen Öster­reichs, ist eine um­fassende emp­irische Unter­suchung zu Ein­stellun­gen und Werten junger Menschen in Öster­reich. Die re­prä­senta­tive Erhe­bung fand im März und April 2025 in Form einer stan­dardi­sierten Online­befra­gung an Schulen statt. Ins­gesamt wurden öster­reich­weit über 15.000 Jugend­liche der 8. bis 12. Schul­stufe be­fragt. Im Burgenland, in Kärnten und in Wien wurden den Ju­gend­lichen zu­sätz­liche Fragen zu Mehr­sprachig­keit und Volks­gruppen gestellt. Die Studie ist in Buch­publi­kation ist im Beltz Verlag er­schie­nen. On­line finden Sie die Studie hier.

Siehe auch:
Jugendstudie: Unwissen über Volksgruppen, 16.5.2026
Jugendstudie: Volksgruppen ein Teil Österreichs?, 19.5.2026
Jugendstudie: Mehr Sichtbarkeit für Sprachen?, 24.5.2026
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Jugendstudie: Mehr Sichtbarkeit für Sprachen?

Mai 24th, 2026  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Romani, Wissenschaft

Grafik 11-4-3Jugendstudie 2025: Die Hälfte der Ju­gend­li­chen fin­det, die Volks­grup­pen­spra­chen soll­ten im öffent­li­chen Raum prä­sen­ter sein, eben­so­viele zei­gen sich ab­leh­nend. Be­fragt wur­den Ju­gend­liche in Wien, Burgenland und Kärnten, also in den drei wich­tigs­ten Bun­des­ländern mit eige­nen an­er­kann­ten Volks­grup­pen.

„Da die Sichtbarkeit [der Volksgruppen­spra­chen] im öf­fent­li­chen Raum ent­schei­dend für ihren lang­fris­ti­gen Erhalt ist, wurde er­ho­ben, in­wie­weit Ju­gend­li­che die öf­fent­li­che Prä­senz der Min­der­hei­ten­­spra­chen als be­deut­sam wahr­neh­men. […] Le­dig­lich 14 % der Be­frag­ten stim­men der Aus­sage un­ein­ge­schränkt zu, dass au­toch­thone Min­der­heiten­spra­chen in der Öffent­lich­keit stär­ker sicht­bar sein soll­ten; weitere 36 % be­jahen sie eher. 35 % lehnen die Aus­sage eher ab und 15 % ver­neinen sie voll­stän­dig. Ins­ge­samt zeigt sich damit: Rund die Hälfte der Ju­­gend­li­chen be­für­wor­tet eine stär­kere Sicht­bar­keit, wäh­rend die andere Hälfte ab­leh­nend re­agiert.“

[aus: „Lebenswelten 2025“, S. 258f.]

Die Jugendstudie „Lebenswelten 2025“, ein Gemein­schafts­projekt aller Päda­gogi­schen Hochschulen Öster­reichs, ist eine um­fassende emp­irische Unter­suchung zu Ein­stellun­gen und Werten junger Menschen in Öster­reich. Die re­prä­senta­tive Erhe­bung fand im März und April 2025 in Form einer stan­dardi­sierten Online­befra­gung an Schulen statt. Ins­gesamt wurden öster­reich­weit über 15.000 Jugend­liche der 8. bis 12. Schul­stufe be­fragt. Im Burgenland, in Kärnten und in Wien wurden den Ju­gend­lichen zu­sätz­liche Fragen zu Mehr­sprachig­keit und Volks­gruppen gestellt. Die Studie ist in Buch­publi­kation ist im Beltz Verlag er­schie­nen. On­line finden Sie die Studie hier.

Siehe auch:
Jugendstudie: Unwissen über Volksgruppen, 16.5.2026
Jugendstudie: Volksgruppen ein Teil Österreichs?, 19.5.2026
Jugendstudie: Kontakt zu Volksgruppen, 2.6.2026


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Jugendstudie: Volksgruppen ein Teil Österreichs?

Mai 19th, 2026  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Grafik-11-4-2Autochthone Minderhei­ten als Teil der Ge­sell­schaft? Ein Viertel der Jugend­­li­chen fin­det nicht, dass die ös­ter­­rei­c­hi­­schen Volks­grup­pen „zu Ös­ter­reich ge­­hören“. Be­fragt wur­den Ju­gend­liche in Wien, Burgenland und Kärnten, also in den drei wich­tigs­ten Bun­des­ländern mit eige­nen an­er­kann­ten Volks­grup­pen.

„Der Aussage ‚Ich finde, die Volks­grup­pen ge­hö­ren zu Ös­ter­reich‘ stimmt le­dig­­lich ein knap­pes Drittel der be­frag­ten Ju­gend­li­chen völlig zu und wei­tere 43 % stim­men ihr eher zu. Etwa ein Fünftel der jungen Men­schen stimmt eher nicht zu, währ­end 7 % der Aus­sage gar nicht zu­stim­men. Daraus lässt sich schlie­ßen, dass etwa ein Viertel der Befrag­ten offen­bar nicht über die selbst­ver­ständ­liche Zu­ge­hörig­keit au­toch­thoner Min­der­hei­ten in Österreich in­for­miert ist.“

[aus: „Lebenswelten 2025“, S. 257f.]

Die Jugendstudie „Lebenswelten 2025“, ein Gemein­schafts­projekt aller Päda­gogi­schen Hochschulen Öster­reichs, ist eine um­fassende emp­irische Unter­suchung zu Ein­stellun­gen und Werten junger Menschen in Öster­reich. Die re­prä­senta­tive Erhe­bung fand im März und April 2025 in Form einer stan­dardi­sierten Online­befra­gung an Schulen statt. Ins­gesamt wurden öster­reich­weit über 15.000 Jugend­liche der 8. bis 12. Schul­stufe be­fragt. Im Burgenland, in Kärnten und in Wien wurden den Ju­gend­lichen zu­sätz­liche Fragen zu Mehr­sprachig­keit und Volks­gruppen gestellt. Die Studie ist in Buch­publi­kation ist im Beltz Verlag er­schie­nen. On­line finden Sie die Studie hier.

Siehe auch:
Jugendstudie: Unwissen über Volksgruppen, 16.5.2026
Jugendstudie: Mehr Sichtbarkeit für Sprachen?, 24.5.2026
Jugendstudie: Kontakt zu Volksgruppen, 2.6.2026


Jugendstudie: Unwissen über Volksgruppen

Mai 16th, 2026  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Wissenschaft

Grafik-11-4-1Jugendstudie 2025: Mehr als ein Drittel der Jugend­li­chen hat noch nie was von den öster­reic­hi­schen au­toch­thonen Min­der­hei­ten ge­hört. Be­fragt wur­den Ju­gend­liche in Wien, Burgenland und Kärnten, also in den drei wich­tigs­ten Bun­des­ländern mit eige­nen an­er­kann­ten Volks­grup­pen.

„Ein Erkenntnisinteresse galt der Frage, in­wiefern Jugend­liche über die Existenz au­toch­thoner Minder­heiten in Ös­ter­reich in­for­miert sind. Die Aus­sage, das erste Mal etwas über autoch­thone Min­der­heiten in Ös­ter­­reich zu hören, be­ant­wortevten 36 % der Befrag­ten mit „ja“ und 64 % mit „nein“. […] Diese Ergeb­nisse ver­deutli­chen einen er­heb­lichen Hand­lungs­bedarf in der schulischen Vervmittlung von Wissen über autochthone Min­der­heiten, da selbst in den betrof­fenen Bundes­ländern vielen Jugend­lichen das Wissen über deren Existenz fehlt.“

[aus: „Lebenswelten 2025“, S. 256f.]

Die Jugendstudie „Lebenswelten 2025“, ein Gemein­schafts­projekt aller Päda­gogi­schen Hochschulen Öster­reichs, ist eine um­fassende emp­irische Unter­suchung zu Ein­stellun­gen und Werten junger Menschen in Öster­reich. Die re­prä­senta­tive Erhe­bung fand im März und April 2025 in Form einer stan­dardi­sierten Online­befra­gung an Schulen statt. Ins­gesamt wurden öster­reich­weit über 15.000 Jugend­liche der 8. bis 12. Schul­stufe be­fragt. Im Burgenland, in Kärnten und in Wien wurden den Ju­gend­lichen zu­sätz­liche Fragen zu Mehr­sprachig­keit und Volks­gruppen gestellt. Die Studie ist in Buch­publi­kation ist im Beltz Verlag er­schie­nen. On­line finden Sie die Studie hier.

Siehe auch:
Jugendstudie: Volksgruppen ein Teil Österreichs?, 19.5.2026
Jugendstudie: Mehr Sichtbarkeit für Sprachen?, 24.5.2026
Jugendstudie: Kontakt zu Volksgruppen, 2.6.2026


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Buchpräsentation: Das Lager Lackenbach

April 14th, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Wissenschaft

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 13.4.2026 | 6:25 min

Herbert Brettl: O logeri Lackenbach

O lek bareder logeri le Romenge ando naci­jonal­socija­lis­tischi nimtschko rajipe ando novem­beri 1940 ande Lacken­bach kerdo ulo. Oda dinin­tscha la mujsi­nipes­kera butjkake taj te la depor­taci­jake ando minden­felitike loger­tscha. I kenva basi­rinel upre but rescher­tscha ande nacijo­nali taj inter­nacijo­nali archiv­tscha taj biblijo­tek­tscha. Oda upre sikal histo­rischi ande dikip­tscha taj i siste­matischi mujsini­peskeri buti, i dis­krimina­cija paloda le prik dschivde dsche­nendar pal 1945 sar o ent­vikli­nipe la palgon­doli­pes­kera taj gondo­lipes­kera kul­turatar dschi adi.

Das größte Anhalte- und Zwangsarbeitslager für Romnja und Roma im natio­nal­sozialis­ti­schen Deutschen Reich wurde im Novem­ber 1940 im bur­gen­ländi­schen Lacken­bach errich­tet. Es diente der Zwangs­arbeit und war zugleich Aus­gangs­punkt für Depor­tationen in Kon­zentra­tions- und Ver­nichtungs­lager. Das Buch basiert auf um­fassen­den Recher­chen in natio­nalen und inter­natio­nalen Archiven und Biblio­theken. Es beleuch­tet histo­rische Wahr­nehmun­gen und Ver­antwort­lich­keiten, den syste­mati­schen Nutzen der Zwangs­arbeit, die fort­gesetzte Dis­kriminie­rung der Über­lebenden nach 1945 sowie die Ent­wicklung der Erin­nerungs- und Gedenk­kultur bis heute.

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„… ich will …, dass die Wahrheit siegt …“

Januar 31st, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft

BuchcoverHans Hesse: „… ich will …, dass die Wahrheit siegt …“. Die Geschichte von drei Sinti und Roma-Fa­milien, die Opfer von NS-Menschen­versuchen im KZ Auschwitz-Birkenau wurden, Edition Falken­berg: Roten­burg / Wüm­me 2025. [Ta­schen­buch, 336 Sei­ten, ISBN 978-3-95494-368-5]

Ein schlichtes Grab auf dem Waller Friedhof in Bremen-Walle erinnert an ein NS-Ver­brechen. Es ist das Grab der Sintez­za Wilhelmine Petermann. Sie starb am 18. Januar 1927. Zu ihrer Be­erdi­gung am 22. Januar 1927 kom­men die Mit­glieder von sechs Fami­lien zu­sam­men, unter ihnen die Fami­lien Bam­berger, Mechau und Petermann.

Das heute älteste, noch erhaltene Sinti-Grab in Bremen legt eine Er­inne­rungs­spur, die zu einem furcht­baren NS-Ver­brechen führt. Die Familie Otto und Auguste Mechau, geb. Bamberger – Auguste ist die Schwes­ter von Wilhel­mine – wohnt ab 1939 in Oldenburg. NS-‚Wis­sen­schaftler‘ ent­decken, dass in der Familie gehäuft Hetero­chromie (Ver­schieden­farbig­keit der Augen) vor­kommt. Eine Biologin aus Bremen, Dr. Karin Magnussen, die zu diesem Zeit­punkt am re­nom­mier­ten Kaiser-Wil­helm-Ins­titut für Anthro­pologie, mensch­liche Erblehre und Eugenik in Berlin-Dahlem arbeitet, interes­siert sich für diese harm­lose Augen­anomalie. Als die Familie im März 1943 über den Bremer Schlacht­hof nach Auschwitz-Bir­kenau in das so genannte „Zigeuner­familien­lager“ depor­tiert wird, be­auftragt sie den dortigen KZ-Lager-‚Arzt‘ Dr. phil. und Dr. med. Josef Mengele, an den Kindern der Familie Menschen­versuche vor­zu­nehmen. Auf Mag­nussens Versuchs­anord­nung hin tröpfelt er ihnen eine Flüssig­keit in die Augen. In der Folge­zeit sterben und/oder er­mor­det Mengele die Kinder und schickt die Augen an das Institut nach Berlin-Dahlem, wo Mag­nussen ihre Unter­suchun­gen an ihnen fortsetzt.

Fast alle Teilnehmer an der Beerdigung von Wilhelmine Petermann werden keines natür­lichen Todes sterben. Dieses auf den ersten Blick un­schein­bare Grab ist die letzte Spur in Bremen, die an dieses NS-Ver­brechen erin­nert, und dieses Buch erzählt die Geschichte.

(Text: Edition Falkenberg)

„Antiziganismus – Begriff, Geschichte, Aktualität“

Januar 30th, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Einführungsvortrag von Gordana Herold vom Verein „Romane Romnja“ bei der 3. Som­mer­akade­mie des Centrums für Anti­semitis­mus- und Ras­sismus­forschung (CARS) an der Katho­lischen Fach­hoch­schule Aachen, die am 19. und 20. Septem­ber 2025 unter dem Titel „Anti­ziganis­mus – Rassismus – Anti­semi­tismus“ stattfand.

(Video: Centrum für Antisemitismus- & Rassis­mus­studien)

Siehe auch:
Antiziganismus und kapitalistische Ökonomie – Vortrag von Anna-Sophie Schönfelder