Romani women’s political participation (2025)

August 17th, 2026  |  Published in Frauenrechte, Hochschulschriften, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Karl-Franzens-Universität GrazSophia Schönthaler (2025): Understanding political opportunities: Romani women’s political participation in Croatia, Italy and Sweden

Dissertation / Doctoral thesis, Karl-Fran­zens-Uni­ver­­si­tät Graz (Centre for Southeast European Studies), 257 S.

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Abstract (Link):

Diese Dissertation untersucht, wie sich sich über­schnei­dende Faktoren auf Makro-, Meso- und Indi­vidual­ebene auf die politische Parti­zipa­tion von Romnja in Kroatien, Italien und Schweden aus­wirken. Durch ein explo­ratives Mehrfall­studien­design geht die Forschung über die Analyse des formalen rechtlichen Zugangs hinaus und unter­sucht, wie histo­rische Aus­grenzung, institu­tiona­lisier­ter Antiziganismus, ge­schlechts­spezifi­sche Macht­verhältn­isse und persön­liche Handlungs­macht mit­einander inter­agieren, um politische Teilhabe zu ermög­lichen oder zu erschwe­ren. Geleitet von einer über­geord­neten For­schungs­frage und vier mit­einander ver­knüpften Unter­fragen unters­ucht die Studie: (1) inwie­weit politische und rechtliche Systeme für die Partizipation von Romnja offen oder geschlos­sen sind; (2) die Verfüg­barkeit, Zugäng­lichkeit und Wahrn­ehmung formaler Beteiligungs­mecha­nismen; (3) die Faktoren, die die politische Beteiligung be­ein­flussen; sowie (4) die Strate­gien, mit denen Romnja ihre Stimmen im politischen Raum geltend machen. Empirisch stützt sich die Disser­tation auf ein qualitatives, multi­methodisches Design, das Do­kumen­ten­analysen mit 31 halb­struktur­ierten Experten­interviews kom­biniert, die in den drei nationalen Kontexten durchgeführt wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass politische Parti­zipation nicht einfach eine Frage formaler Rechte ist, sondern in mehrstufige Konstel­lationen von Ausg­renzung und Widerstand ein­gebettet ist. Während rechtliche Rahmen­bedin­gungen auf dem Papier Mög­lich­keiten bieten, bleiben diese in der Praxis häufig un­erfüllt. In allen drei Ländern bewegen sich Romnja in hybriden politi­schen Systemen – weder voll­ständig offen noch völlig geschlos­sen –, in denen formale Inklusion mit an­halten­den infor­mellen Hürden koexistiert. Politische Handlungs­macht entsteht dabei häufig außer­halb formeller Arenen, etwa durch Basis­arbeit, kommunale Orga­nisatio­nen und informelle Interes­sen­vertretung. Theoretis­ch trägt diese Disserta­tion zur Neu­bewertung der Theorie der politischen Gele­genheits­struk­turen aus einer inter­sektionalen Per­spektive bei. Sie zeigt, wie sich Rassismus, Geschlecht und strukturelle Ungleichheiten über­schneiden und das politische Leben von Frauen mit Min­derheiten­hinter­grund prägen. Dabei wird betont, wie wichtig es ist, Minder­heiten nicht als homogene Gruppen zu begre­ifen, son­dern als intern diverse Kollektive, deren Mit­glieder unter­schiedliche Formen der Margi­nali­sierung erfahren. Indem das For­schungs­projekt die gelebten Erfahrungen von Romnja in den Mittel­punkt stellt, leistet es einen Beitrag zu akade­mischen und politischen Debatten über politische Inklusion in Europa und hebt die Not­wendig­keit intersektionaler An­sätze bei der Gestaltung wirklich inklusiver und reprä­senta­tiver politischer Systeme hervor.

Hochschulschrift (Disseration); Betreuerin: Emma Lantschner; Bilgin Ayata

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