Medien & Presse

Forschungsprojekt: „Roma und Sinti darstellen“

September 24th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Foto: Eva Besnyö, Junge mit Cello, 1931 (z. V. g. von Anton Holzer)Roma und Sinti darstellen: Fotografische Konstruktionen in Zeitun­gen und Zeit­schrif­ten der Zwi­schen­kriegs­zeit 1918–1939/40

Forschungsprojekt am Institut für Europäische Ethnologie der Uni­ver­si­tät Wien, Mai 2025 bis April 2029

representing-roma-and-sinti.eu

Keine europäische Minderheit stand in den Jahren der Zwischen­kriegs­zeit stärker im Fokus der Foto­grafie als die Gruppe der Roma und Sinti. In vielen euro­päi­schen Ländern ver­öffent­lichten il­lustrierte Zeitungen und Zeit­schriften regel­mäßig foto­grafische Bild­berichte und Repor­tagen zum Thema. Die foto­grafi­schen Re­prä­senta­tio­nen pendelten dabei zwischen stereo­typen Formen der Ideali­sierung und – häufiger noch – Strate­gien der kultu­rellen, sozialen und rassis­tischen Aus­gren­zung. Parallel dazu ent­standen im Zuge der zivilen Emanzi­pations­bewe­gun­gen der Minder­heit in einigen Ländern Roma-eigene Zeit­schriften, die andere, selbst­bewuss­tere Bilder entwarfen. Diese in der Forschung bislang wenig be­achteten Quellen werden vom Foto­historiker Anton Holzer am Institut für Euro­päi­sche Ethnologie der Uni­ver­sität Wien erst­mals syste­matisch unter­sucht.

Das vom FWF geförderte Forschungsprojekt eröffnet einen neuen, differenzierten Blick auf die Reprä­sen­ta­tions­geschichte der Roma und Sinti im 20. Jahr­hundert. Es be­schäftigt sich mit zentralen Fragen der histo­rischen und gegen­wärtigen euro­päischen Kultur: Wie werden kulturelle, soziale und ethnische Grenz­ziehungen gezogen und wie werden sie visuell dar­gestellt? Wer bestimmt in Bildern, Texten und medialen Diskursen darüber, wo und wie die Grenzen zwischen dem (be­haup­te­ten) „Eigenen“ und dem (vor­gestell­ten) „Fremden“ ge­zogen werden? Read the rest of this entry »

Frischno dschumintschago: Tatort taj Talkshows

August 12th, 2025  |  Published in Film & Theater, Literatur & Bücher, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft, dROMa (Magazin)

Roma ando dikipe – Katharina Peters: Das deutsche Fernsehen und der Fall ,Rassismus‘. Mediale Inszenierungen von Sinti und Roma im Tatort und in politischen Talkshows (= Edition DISS, 46), falog Unrast: Münster 2021, 164 riktscha.Aktujeli kenvi pedar Romengere-kipi ando mediji


So o avre dschene patschan, pedar o Roma te dscha­­nel, tschak tschu­lo upre aj­ge­ni kon­tak­tos­ke­re ter­dschi­jip­tscha pal dschal, hatek tschak fa­mit­lim hi – ha­misch­no dscha­nipe andar o me­diji, pherde ne­ga­tivi kipen­ca, save ojs tscha­tschip­tscha ar dim on. O ande tele­visa taj ande komik­tscha use ledschi­me Romen­ge­re-si­kajip­tscha akan duj kenvi andar i Ger­­mani­ja aun pu­men­ge dikle.

Falato 1: Tatort taj Talkshows

Katharina Peters: Das deutsche Fernsehen und der Fall ,Rassismus‘. Mediale In­­sze­­nie­­run­­gen von Sinti und Roma im Tatort und in poli­ti­­schen Talk­­shows (= Edi­tion DISS, Bd. 46), falog Unrast: Münster 2021, 164 rik­tscha.

Sar adala medijali sikajiptscha le Romendar ande prin­dscharde for­matscha la nimtsch­ka televisatar naschen, jek sani kenva la „edicijo­natar DISS“ aun peske dikel. I Katharina Peters, adaj minden­feli­tike Polit-Talk­showen­ca taj ofto „Tatort“-se­rijen­ca donde pe bescharel: usar „Armer Nanosh“ (1989) taj „Kleine Diebe“ (2000) pedar o Betschi-krimi „Die schlafende Schöne“ (2005), „Brandmal“ (2008) „Mein Revier“ (2012) taj „Angezählt“ (2013) dschi otscha use „Mia san jetz da, woʼs weh tut“ (2016) taj „Klinge­lingeling“ (2016).

Taj oj mindig uso glajchi koja perel: O butvar sterejoti­pischi sikajipe rasis­tischi aun fitime kipi anel, save jek kon­trasto le „ajgeni kojastar“ taj le „durutne kojastar“ soral­jaren. Adaj te o tschule latsche proba­lin­tschage, ando krimis­kero phukajipe te rasismus te tema­tisirinel, hatek nischta naschtig keren. Read the rest of this entry »

Druckfrisch (1): Tatort und Talkshows

August 11th, 2025  |  Published in Film & Theater, Literatur & Bücher, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft, dROMa (Magazin)

Roma im Visier - Buchcover von: Katharina Peters: Das deutsche Fernsehen und der Fall ,Rassismus‘. Mediale Inszenierungen von Sinti und Roma im Tatort und in politischen Talkshows (= Edition DISS, Band 46), Unrast Verlag: Münster 2021, 164 Seiten.Aktuelle Bücher über Roma-Bilder in den Medien


Was die Mehrheitsgesellschaft über Roma zu wissen glaubt, basiert nur selten auf eigenen Kontakt­er­fah­run­gen, son­dern ist in der Regel ver­mit­telt – ver­meint­li­ches Wissen aus den Medien, voller ne­ga­ti­ver Bilder, die als Wahr­heiten aus­ge­ge­ben wer­den. Die in TV und Comics kol­por­tier­ten Roma-Dar­stel­lun­gen be­han­deln nun zwei Pub­li­ka­tio­nen aus Deut­schland.

Teil 1: Tatort und Talkshows

Katharina Peters: Das deutsche Fernsehen und der Fall ,Rassismus‘. Mediale In­sze­nie­run­gen von Sinti und Roma im Tatort und in poli­ti­schen Talk­shows (= Edi­tion DISS, Bd. 46), Unrast Verlag: Münster 2021, 164 Seiten.

Wie diese medialen Inszenierungen von Roma in populären Formaten des deut­schen Fern­sehens funktio­nieren, unter­sucht ein schmaler Band der „Edition DISS“. Katharina Peters knüpft sich darin diverse Polit-Talk­shows und acht „Tatort“-Fol­gen vor: von „Armer Nanosh“ (1989) und „Kleine Diebe“ (2000) über den Wien-Krimi „Die schlafende Schöne“ (2005), „Brandmal“ (2008) „Mein Revier“ (2012) und „Angezählt“ (2013) bis zu „Mia san jetz da, woʼs weh tut“ (2016) und „Klinge­linge­ling“ (2016).

Und sie gelangt zum immer gleichen Fazit: Die vorwiegend stereotype Inszenie­rung trans­portiert rassistisch auf­gela­dene Bilder, die einen Gegen­satz von „Eigenem“ und „Frem­dem“ etablie­ren. Dagegen bleiben auch die wenigen vor­sichtigen Versuche, in­ner­halb der Krimi­erzählung auch Rassismus zu thema­ti­sieren, letzten Endes machtlos.

Fiktionale und nicht-fiktionale Formate, „Tatort“ und Talkshows, spielen einander wechsel­seitig in die Hände, um ihre Roma-Bilder zu konstru­ieren. „Die fiktional pro­duzier­ten Ressen­timents [werden] im realen politischen Diskurs auf­ge­griffen und vice versa.“ (S. 12) Mit Bezug auf reale Ereig­nisse und tages­politische Debatten skiz­ziert Peters, wie sich so auch der Fokus der Roma-Dar­stellun­gen verschiebt: Read the rest of this entry »

ORF: Roma-Redaktion sucht Verstärkung

April 30th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV

ORF-Landesstudio in Eisenstadt (Foto: Deneb/Wikimedia, Public Domain)Amen soraljaripe redakcijonake rodas

La Romengera redak­cijo­nake la ORF flogos­kera grup­na­kera redak­cijo­natar, redak­cijo­neli soral­jaripe rodas. Tumen igen latsche nimtschke dscha­nip­tscha iste on, taj o dscha­nipe le Burgenland Ro­mani­jistar vaj jeka Ro­ma­nes-va­ri­jaci­jo­natar latscho ovlahi. Rodim on dsche­ne, saven voja upri repor­teren­geri buti ando radijo, andi televisa, ando inter­net taj ando soci­jali mediji hi. Tumen iste igen latsche nimtsch­ke dschaniptscha on, afka sar te interesi upri flogoskeri grupnakeri politik, upro dschi­vi­pes­kere koji taj upri kultura le Romen­dar taj Rom­njendar, Sinti taj Sin­tiz­zendar taj upro avre autoch­toni flogos­kere grupn andi Austrija. Tumaro bever­bi­nipe adaj orde schaj bitschan: roma@orf.at

Für die Roma-Redaktion der ORF-Volks­gruppen­redak­tion suchen wir redak­tionelle Ver­stärkung. Sehr gute Deutsch­kennt­nisse sind Voraus­setzung, die Kenntnis von Burgen­land­romani oder einer Romanes-Va­rian­te ist von Vorteil. Gesucht sind Interes­sen­ten, die Freude an der jour­nalis­ti­schen Arbeit in Radio, Fernsehen und Internet und in den sozialen Medien haben. Sehr gute Deutsch­kennt­nisse sind un­erläss­lich, ebenso wie das Interesse an der Volks­gruppen­politik, der Lebens­weise und der Kultur der Roma und Romnja, Sinti und Sintizze und der anderen autoch­thonen Volks­gruppen in Österreich. Ihre Be­wer­bung schicken Sie bitte an: roma@orf.at

(Text: volksgruppen.orf.at)

Facts & Figures (546)

Februar 19th, 2025  |  Published in Facts & Figures, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

Wenn italienische Zeitungen von nomadi (für Roma) spre­chen, er­folgt dies über­wie­gend (83%) im ne­ga­ti­ven Kon­text. Nur 17% ent­fal­len auf neutra­le/po­­si­ti­ve The­men.

(Quelle)

Vorurteile und Stereotype (2023)

Februar 18th, 2025  |  Published in Hochschulschriften, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Karl-Franzens-Universität GrazKlara Novak (2023): Vorurteile und Stereotype gegenüber der ethnischen Minderheit der Roma

Masterarbeit, Karl-Fran­zens-Uni­ver­­si­tät Graz (Um­welt-, Re­gio­nal- und Bil­dungs­wis­sen­schaft­li­che Fa­kultät), 190 S.

→Download der UB Graz (pdf)

Abstract (Link):

In dieser Arbeit werden Vorurteile und Stereotype der Mehrheits­gesell­schaf­ten süd­ost­euro­päi­scher Länder gege­nüber der Roma-Min­der­heit in den Mittel­punkt gestellt, wobei der Fokus vor allem auf den Vor­urteilen und Stereo­typen der kroatischen Mehr­heits­gesel­lschaft liegt. Zu diesem Zweck wurden auf Roma be­zogene Artikel analysiert, die in drei kroatischen Online­zeit­schriften ver­öffent­licht wurden, um zu ermitteln, in welchen Kon­texten über Roma berichtet wird. Das Haupt­augen­merk liegt jedoch auf den Leser­kommen­taren zu den analy­sierten Beiträgen, die Aufschluss über die Vorurteile und Ein­stellun­gen der Leser:in­nen gegen­über der Roma-Min­der­heit gaben. Es wurde fest­gestellt, dass viele Vorurteile und Stereotype gegen­über den Roma nach wie vor stark präsent sind. Read the rest of this entry »

Minderheitenrechte und ORF (2024)

Januar 27th, 2025  |  Published in Hochschulschriften, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV, Recht & Gericht, Wissenschaft

Karl-Franzens-Universität GrazCorina Maria Kaufmann (2024): Minderheitenrechte in Österreich und die Rolle des öffentlich-rechtlichen Auftrags des ORF

Masterarbeit, Karl-Fran­zens-Uni­ver­­si­tät Graz (Umwelt-, Regional- und Bildungswissenschaftlichen Fakultät), 80 S.

→Download der UB Graz (pdf)

Abstract (Link):

Neben dem rechtlichen Schutz bieten Medien eine Plattform der Artiku­lation, Inklusion und Iden­titäts­stärkung von Minder­heiten. Medien können zur öffent­lichen und politischen Meinungs­bildung beitragen und haben eine zentrale Funktion in der Re­präsen­tation der Interessen, Sprachen und Kulturen einer viel­fältigen Gesel­lschaft. Ziel der vor­lie­genden Arbeit ist es, die Rolle des öffent­lich-recht­lichen Auftrags des ORF bei der Dar­stellung, Wahrung und dem Schutz der sechs autochtho­nen Volksgruppen Österreichs (Burgenland­kroaten, Slowenen, Ungarn, Tschechen, Slowaken und Roma) zu unter­suchen. Dazu wird folgende Forschungs­frage gestellt: Welche Rolle spielt der Öster­reichi­sche Rundfunk für den Minderheiten­schutz? Zur Be­ant­wortung dieser Frage wird auf die Methode des Experten­interviews zurück­ge­griffen. Befragt werden der Landes­direktor des ORF-Landes­studios Burgenland sowie ein Vertreter der Volks­gruppe der Roma [Anm. dROMa: Emmerich Gärtner-Horvath, Vor­sitzen­der des Volks­grup­pen­bei­rats der Roma und Ob­mann des Vereins Roma-Ser­vice] und eine Ver­treterin der Volks­gruppe der stei­rischen Slowenen. In den Inter­views, die anhand von Leitfragen geführt werden, wird einer­seits auf Ver­besserungs­mög­lich­keiten, Wünsche und For­derungen der Volks­gruppen­vertreter im Bereich der medialen Versorgung und der Be­deutung des ORF ein­ge­gangen und anderer­seits versucht, die Per­spektive des ORF zu verstehen. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (543)

Januar 10th, 2025  |  Published in Facts & Figures, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

Im Kriminalitätsdiskurs der ita­li­e­ni­schen Pres­se wird, wenn von Ro­ma die Re­de ist, be­son­ders häu­fig die Be­zeich­nung no­ma­di ver­wendet.

(Quelle)

Jubilejum 2024: 20 berscha dROMa

Dezember 28th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Medien & Presse, dROMa (Magazin)

JUBILÄUM 2024

MultimediamaschineI maschina bajder pe micinel | Die Maschine surrt weiter

Jek falato palo kija falato, o tikno farajn Roma-Ser­vice pe­dar o ber­scha, use jek multi­me­di­ja­keri ma­schina la flo­gos­kera grup­nake pe irin­tscha. Elosch­no angle pe mici­nel – le faraj­nis­kere ardip­tschen­ca, ham te but­var tschak ojs part­neri ando pa­lut­no ter­dscho­jipe.

O farajn ande leskere bisch berscha, jek bulho medi­jali dipe andar i phuv asdija, savo dur pedar o Burgenland vir­kinel: o dschu­mimo maga­cin dROMa, o online for­mato dROMa-Blog taj o vide­jos­kero phu­kajipe andar dROMa TV vaj Tschib­tscha/TV Erba. Use al, o Romani-tscha­ven­gero papru­schen­gero nevipe Mri nevi MiniMulti, savo andi kopera­cijona la flogos­kera utscha isch­kolaha le burgen­lan­di­tike hor­vacken­dar kerdi ol, i Romani-tscha­ven­geri biblina, savi ojs fesch­timo kerdo heflti­nakero redo ari alo, o duj bulhe prik dschiv­den­ge­re-edi­ci­jon­tscha (Mri taj Amari Historija) taj te jek thaji­peskeri- taj jek dschi­la­jipes­keri kenva. Taj use, sako di meg prik­bescha­rip­tscha taj mejdi­nip­tscha le radijos­kere maga­ciniske Romani Ora taj la flogos­kera grup­nakera riktschake taj le Romen­gere sen­dung­tschen­ge le ORFistar, pedar amaro stolo dschan. O vodschi la naschta pro­dukcijo­natar ham usar o kesdipe, o duj tschib­tscha­kero papru­schen­gero nevipe dROMa sina, savo akan bisch berscha hi. Sajt 2004, o magacin vodi­naschi la flogos­kera grupnatar taj la faraj­nis­kera butjatar hi, o cile phari­peskere punktscha taj o barikane aun­paschlo­jip­tscha, ande leskere ardip­tscha papal sikan pumen. Uprekle­rinipe taj doku­men­tacijona, sikadi­peskeri- taj socijali buti, histo­rischi gondo taj palgon­dolipe, butvar ham o keripe, i tschib Roman (Bur­gen­land-Ro­mani) anglo armeripe upre te likerel – andi publi­kaci­jona­keri buti le faraj­nistar Roma-Service, upro riktscha le papru­schen­gere nevi­pestar dROMa, ada sa khetan naschel.

Stück für Stück hat sich der kleine Verein Roma-Ser­vice über die Jahre zu einer Multi­media­maschine für die Volks­gruppe ge­wan­delt. Gut geölt surrt sie vor sich hin – mit den vereins­eige­nen Ver­öffent­li­chun­gen, aber oft auch leise als Partner im Hin­ter­grund.

Der Verein hat in den zwanzig Jahren seines Bestehens ein breites mediales Angebot aus dem Boden ge­stampft, das weit über das Burgenland hinaus wirkt: das Print­magazin dROMa, das Online­format dROMa-Blog und die Video­bericht­erstat­tung von dROMa TV bzw. Tschib­tscha/TV Erba. Dazu kommen die Roma­ni-Kinder­zeit­schrift Mri nevi MiniMulti, die in Ko­opera­tion mit der Volks­hoch­schule der Burgen­ländischen Kroaten ent­steht, die Roma­ni-Kinderbibel, die als bunt illust­rierte Heftreihe erschien, zwei um­fang­reiche Zeit­zeu­gen-Edi­tio­nen (Mri und Amari Historija) sowie ein Koch- und ein Liederbuch. Und oben­drein wandern tagein, tagaus auch noch Über­setzungen und Meldungen für das Radio­magazin Romani Ora und die Volks­gruppen­seite und Roma­sendungen des ORF über unseren Schreibtisch. Read the rest of this entry »

Sar feschtime bogartscha

November 21st, 2024  |  Published in Einrichtungen, Medien & Presse, Wissenschaft, dROMa (Magazin)

O visenschoftlichi magacintscha le „Romani Schtudijendar“, kipo: Jakob Sturm (1826) / Smithonian LibrariesO visenschoftlichi magacintscha le „Romani Schtudijendar“


Saj fochiskere papruschengere neviptscha pe­dar o Roma sa del taj de­lahi, na mu­kel pe asaj loke te phe­nel. Ke­kaj afka hi, amen pro­ba­lin­tscham le taj o lek bari­ka­ne­der a­na­va tu­men­ge khe­tan le­dschi­jam. Jek di­kipe – usar o phu­ro vo­di­ni­pes­ke­ro hajo an­dar o 19to schel­ber­schen­ge­ro dschi uso lek ter­ne­der ne­ve ke­rip­tscha.

O „Romani Schtudiji“ jek tikno paj ando thana maschkar o bare disciplin­tscha hi, maschkar etno­logija, lingu­jistika, historija. Le pub­lika­cijo­na­kere kojaske butschol ada, hot o tschule schpe­ci­jalisi­rime papru­schen­gere neviptscha gejng i kon­kurenca le avre foch­tschendar iste pumen terdscha­ren. Pasche, le Romengere-forschinipeske o palmu­ki­pes­kero pharipe leskera rasistischi histo­rijaha, problem­tscha kerel. Jek konflikto, savo dschi adi bibastalo hi, sar hatek o pelinipe pasche i „Gypsy Lore Society“ sikal.

Britanitiko thaneskero schero

Sajt lakero keripe 1888 niko ar la schaj mukla, savo pe visen­schoft­lichi Romenge intere­sirin­tscha. Adaj dschene khetan sina, saven ando „Zigeu­neren­gero for­schinipe“ terdscho­jipe taj anav sina. O siklime taj hobis­kere forscher­tscha upri flogos­keri grupn sar bogar­tschen­gere khetan kedasch­tscha upre eksotischi gistave bogar­tscha pumen tschidine. Sakone „schusche rat­vales­kere kojaske“, „na hami­schane kojasek“ palal naschnahi, mindig le „tschatsche Zigeuner­ni­peske“ upri joma. Ada likeripe, ande savo i roman­tischi voja taj o rasistischi koji khetan bijon, andar o phure bersches­kere kenvi le faraj­niskere fochiskere patren­dar, o Journal of the Gypsy Lore Society (JGLS), te dikel hi. Kritiker­tscha, paloda adale kojaske muguli jek ajgeni, na schukar aka­ripe kerde: „Gypsylorism“.

Kekaj afka sina, o magacin „o basisakero bar le but disciplin­tschen­gere forschini­pes­kere thaneske kertscha, savo adi ojs Ro­ma­ni/Gypsy Schtudiji prin­dschardo hi“, phenel o Roma­ni-lin­gu­jisto Yaron Matras, savo i redak­cijona usar 1999 dschi 2017 vodintscha. Leske te palikerel hi, hot andar o pra­hoschno perijo­dikum, jek moderni akade­mischi magacin themes­kere terdscho­ji­pestar ulo. Ham o kerdo irinipe – taj o anavengero irinipe ande Romani Studies – i nevi redak­cijona 1999 tschak phare duach schaj beschar­tscha. Jek phenipe le farajvniskere dschenen­dar, kaj o khetanipe ersch­tivar kritischi lengere kesvdiptschen­ca donde pumen bescharde, hatek erscht ando bersch 2016 dija. Upro tradici­joneli anav „Gypsy Lore Society“ i phuri garda muguli meg adi likerel, kekaj but kritika del. Read the rest of this entry »

Wie bunte Käfer

November 16th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Medien & Presse, Wissenschaft, dROMa (Magazin)

Zwischen Gypsylorism und Wissenschaft: die Fachjournale der „Romani Studies“, Bild: Jakob Sturm (1826) / Smithonian LibrariesDie wissenschaftlichen Journale der „Romani Studies“


Was es an Fachzeitschriften über Roma alles so gibt und gab, lässt sich gar nicht so leicht über­blicken. Wir ha­ben es trotz­dem ver­sucht und die wich­tigs­ten Titel für Sie zu­sam­men­ge­tra­gen. Eine Über­sicht – vom alten Flagg­schiff aus dem 19. Jahr­hun­dert bis zu den jüngs­ten Neu­grün­dun­gen.

Die „Romani Studies“ sind ein bescheidenes Biotop in den Nischen zwischen den großen Dis­zipli­nen, zwi­schen Ethno­logie, Linguistik, Ge­schichte. Für das Publi­ka­tions­wesen bedeu­tet dies, dass sich die wenigen spezia­li­sierten Zeit­schriften gegen die Kon­kurrenz der anderen Fächer be­haupten müssen. Zudem macht der Roma-For­schung die Erblast ihrer rassisti­schen Geschichte zu schaf­fen. Ein Konflikt, der bis heute virulent ist, wie etwa die Polemik um die „Gypsy Lore Society“ be­weist.

Britischer Platzhirsch

An dieser kam, seit ihrer Gründung 1888, niemand vorbei, der sich wissenschaftlich für Roma interes­sierte. Hier war ver­sammelt, was in der „Zigeuner­forschung“ Rang und Namen hatte. Die Gelehrten und Hobby­forscher stürzten sich auf die Volks­gruppe wie Insekten­sammler auf exotisch schil­lernde Käfer. Allem „Rein­blütigen“, „Un­ver­fälschten“ jagten sie hinter­her, immer dem „echten Zigeuner­tum“ auf der Spur. Diese Haltung, in der romantische Begeis­terung und rassis­tische Prämissen ver­schmolzen, blickt einem auch aus den alten Jahr­gängen des Vereins­organs, des Journal of the Gypsy Lore Society (JGLS), ent­gegen. Spätere Kritiker prägten dafür einen eigenen, wenig schmei­chel­haften Begriff: „Gypsylorism“.

Nichtsdestotrotz legte das Journal „den Grundstein für das inter­diszipli­näre Forschungs­gebiet, das heute als Ro­ma­ni/Gypsy Studies bekannt ist“, betont der Roma­ni-Lin­guist Yaron Matras, der die Redaktion 1999 bis 2017 leitete. Ihm ist es zu verdanken, dass aus dem ver­staubten Perio­dikum ein modernes akade­misches Journal von Weltrang wurde. Doch diesen Richtungs­schwenk – und die Namens­änderung in Romani Studies – konnte die neue Redaktion 1999 nur mit Mühe durch­setzen. Eine Reso­lution des Vorstands, in der sich die Gesell­schaft erst­mals kritisch mit ihren Ursprüngen aus­einander­setzte, kam über­haupt erst 2016 zustande, und am traditio­nellen Namen „Gypsy Lore Society“ hält die alte Garde sogar heute noch fest, aller Kritik zum Trotz. Bei den Romani Studies ist allerdings derzeit ein Umbruch zu er­kennen. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (532)

Oktober 17th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Facts & Figures, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV

2001 ging in Budapest der ers­te Ro­ma-Ra­dio­sen­der Un­garns auf Sen­dung. Das le­gen­där ge­wor­de­ne „Radio C“ bestand zehn Jahre lang.

(Quelle/pdf)

Pressemonitoring: Newsletter des Zentralrats

August 27th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Medien & Presse, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Neues Presse- und Politikmonitoring zu Sinti und Roma: Wöchent­licher News­let­ter des Zentral­rats Deut­scher Sinti und Roma Neues Presse- und Politikmonitoring zu Sinti und Roma: Wö­chent­licher News­let­ter des Zentral­rats Deut­scher Sinti und Roma

Seit April 2024 setzt der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma ein sys­tema­tisches Presse- und Politik­mo­nito­ring-Pro­jekt um. Ge­fördert wird dieses vom Be­auf­tragten der Bundes­regierung gegen Anti­ziganis­mus und für das Leben der Sinti und Roma. Ziel ist, durch dieses Monitoring Selbst­organi­sationen, zivil­ge­sell­schaft­liche Organi­sationen, wissen­schaftliche Ein­richtungen und mit der Thematik befasste Institu­tionen wöchent­lich über aktuelle Ent­wicklun­gen in Politik und Gesellschaft und über rele­vante Inhalte in der Medien­bericht­er­stat­tung zu infor­mieren. Daher stellt der Zentralrat einen wöchent­lichen Newsletter per E-Mail zur Verfügung. Dieser enthält eine Sammlung rele­vanter Bericht­erstattung sowie politischer Vorgänge zu Themen der Minder­heit der Sinti* und Roma* sowie dem Themen­bereich Anti­­ziganismus.

Sie können sich hier für den Newsletter an­melden.

(Text: Zentralrat)

Krone.at: Entscheid des Presserats

August 13th, 2024  |  Published in Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Krone.at: Titelansicht des Artikels vom 7. März 2024 (Screenshot)Am 7. März 2024 erschien auf Krone.at ein Arti­kel von Mario Ruhmanseder: „Roma-Durchreiseplatz: Ag­gres­si­ve Volks­grup­pen mu­tie­ren zu Dauer­cam­pern“, be­bil­dert mit einer Drohnen­auf­nahme von eini­gen Wohn­wägen auf dem Durch­gangs­platz in Pichling (Linz). Wir haben den Öster­rei­chi­schen Presserat ein­ge­schal­tet (und waren offen­bar nicht die Ein­zigen, die an dieser ras­sis­ti­schen Stim­mungs­mache An­stoß nah­men). Nun hat sich das zu­stän­dige Gremium des Presse­rats mit dem Fall be­fasst und ist zu fol­gen­der Be­urtei­lung ge­langt – der Ent­scheid er­geht als Schrei­ben an die Chef­redak­tion von krone.at:

Der Senat 2 des Presserats befasste sich aufgrund mehrerer Mitteilungen mit dem Beitrag „Aggressive Volksgruppen mu­tieren zu Dauer­campern“, er­schienen am 07.03.2024 auf „krone.at“. [...] Mehrere Leserin­nen und Leser, darunter auch ein Ver­treter des Vereins Roma-Service, wandten sich wegen des Beitrags an den Presserat und kriti­sierten ihn als dis­kriminie­rend gegen­über Roma und Sinti. Der Artikel bediene mehre­re anti­ziganis­tische Stereo­type und ver­unglimpfe eine ganze Ethnie, etwa durch die Be­zeich­nung als „aggressive Volks­gruppen“ in der Über­schrift sowie den Zusatz „Roma-Durch­reise­platz“.

Der Senat hält es für angemessen, Ihnen die Kritik der Leserinnen und Leser auf diesem Weg zur Kenntnis zu bringen. Aus medien­ethischer Sicht sind sowohl Pauschal­ver­un­glimpfun­gen als auch Dis­krimi­nie­run­gen aus ethnischen Gründen generell un­zulässig (Punkte 7.1 und 7.2 des Ehren­kodex für die öster­reichische Presse). Nach Auf­fassung des Senats weist ins­beson­dere die Formu­lierung „aggres­sive Volks­gruppen“ ein pau­schalie­ren­des Element auf und ist geeignet, Ressen­ti­ments bzw. Vorurteile gegen­über Roma und Sinti zu schüren (vgl. u.a. die Ent­scheidun­gen 2014/023, 2016/209 und 2018/199). Aller­dings berück­sichtigt der Senat, dass der vor­lie­gende Beitrag im Nach­hinein ab­ge­ändert und der Begriff „aggressiv“ aus der Über­schrift ent­fernt wurde; mittler­weile ist bloß noch von „Volks­gruppen“ die Rede. Read the rest of this entry »

dROMa: 20-berschengero jubilejum

Juli 16th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Interview, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV, dROMa (Magazin)

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland:
20.5.2024 |
(Palal te schunel)

dROMa: Josef Schmidt | Prikbeschaschi taj kordinatori (kipo: volksgruppen.ORF.at)

I Roma-redakcijona le ORF-istar Burgenland jek nevi serija kerel. „Romen­ge­re-pap­ru­schen­gere ne­vip­tscha andi Austri­ja“ butschol o anav le seri­ja­kere redostar, kaj o cile Ro­men­ge­re-pap­ru­schen­gere ne­vip­tscha, save an­­di Austri­ja del, angle ter­dschar­de on. Ersch­tivar, ama­ro re­por­teri Adi Gussak, o pap­ru­schen­gero nevipe dROMa le faraj­nistar Roma-Service eknaj feder aun pes­ke dikel.

O erschti Romengero-papuruschengero nevipe ando Burgenland angle valami 30 berscha dija: Romani Patrin o anav le papru­schen­gere nevi­pestar sina, savo le agune faraj­nistar Roma le beschi­peha andi Erba, ar dim ulo. O adiveses­kero schero le farajnistar Roma-Service, Emmerich Gärt­ner-Hor­vath, imar ande oja cajt uso keripe le medi­jumistar use sina. Le keripeha le farajnistar Roma-Service ando bersch 2004 te o papru­schen­gero nevipe dROMa kerdo ulo, savo ada bersch leskero 20-ber­schen­gero jubilejum mula­tinel. „Amaro pap­ru­schen­gero nevipe ande duj tschib­tscha ar dim ol – andi nimtschki taj ando Bur­gen­land-Romani. Ada use te ledschel, hot Roma ande lengeri tschib informaciji pedar lengeri flogoskeri grupn te uschtiden taj te o gadsche pumen temat­schen­ca andar i flogos­keri grupn donde schaj be­scharen“, afka o Emmerich Gärt­ner-Horvath.

O papruschengero nevipe dROMa saki triti masek ari al taj pedar i kultura, historija taj pedar ak­tujeli te­matscha la flogos­kera grupnatar le Romendar andi Austrija taj dur pedar o granici ari, phukal. Afka le genasch­tschen te o schajipe hi, buteder pedar i situacija le Romendar ande avre euro­pitike vilagi te schunel. O alav „drom“, „Weg“ bu­tschol taj „ROM“ upri flogos­keri grupn te sikal, savake o medijum terdschol. Taj o pap­ruschen­gero nevipe uso siklipe, upre­like­ripe taj uso ent­viklinipe la tschib­tschatar Burgen­land-Ro­mani use ledschel, phenel o Emmerich Gärt­ner-Horvath.

O dschene la redakcijonatar hi o scheroskero redakteri Roman Urbaner, o lay­outeri Franz-Josef Schimpl, o faraj­nis­kero schero Emme­rich Gärt­ner-Hor­vath taj o Josef Schmidt, savo o kordi­natori taj o prik­be­schaschi hi taj savo imar sajt o erschti ardipe le pap­ruschen­gere nevi­pestar ando bersch 2004 andi „dROMa“-re­dak­ci­jona butschalinel. Read the rest of this entry »

Jahresrückblick „Newess 2023“ erschienen

Juli 3rd, 2024  |  Published in Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Medien & Presse

Newess 2023Deutschland: Das vom Dokumentations- und Kul­turzentrum gemein­sam mit dem Zentralrat heraus­ge­gebene Magazin „Newess“ erscheint im jährli­chen Rhythmus. Der „Newess 2023“ (was auf Ro­ma­nes „Neuig­keiten“ be­deutet) infor­miert in der Form eines Jahres­rückblicks über die Arbeits­schwer­­punkte beider Insti­tu­tionen.

Download Newess 2023 (PDF)

Schwerpunkt des „Newess 2023“ ist der Neubau des Dokumen­tations- und Kultur­zentrums sowie die Neu­konzep­tio­nie­rung und Erweiterung unserer Dauer­aus­stellung. Als am 16. März 1997 das Do­ku­­men­ta­tions- und Kultur­zentrum in Heidelberg eröffnet wurde, war dies ein stolzer Moment für die gesamte Minder­heit. Bis heute ist die Dauer­aus­stellung über den national­sozialis­tischen Holocaust an 500.000 Sinti und Roma im NS-be­setzten Europa in ihrem Umfang einzig­artig und trägt auf mehr als 700 Quadrat­metern Ausstellungs­fläche zur historischen Bewusst­seins­bildung über dieses Mensch­heits­verbrechen bei.

In Zukunft werden die 600-jährige Geschichte der Sinti und Roma in Europa und ihre Beiträge zur Kultur­geschichte ihrer Heima­tländer stärker im Fokus stehen. Der Schwer­punkt be­leuchtet die Neubau­pläne, von der architek­to­nischen Planung durch ein renom­miertes Stuttgarter Büro über die Elemente der neuen Dauer­ausstellung bis zum Aufbau einer Samm­lung von Objekten und Zeug­nissen, die die Geschichte unserer Min­der­heit erzählen.

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Kongress über Roma-Medien in Slowenien

Mai 23rd, 2024  |  Published in Medien & Presse, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 22.5.2024 | 7:50 min

Kongreso uso Roma mediji taj informacija usi aktujeli situacija

Roma organisaciji andi Slovenija internacijo­nali kon­ferenca la temaha mediji ando 21. maj ande Murska Sobota telikerde. O Jožek Horvath (Muc) jek le orga­nisa­cijen­dar hi, savo kamla, hot o mediji te pedar o bibastalo keripe le Romenca taj Sinti­jenca ando jekoschne schtotscha phu­kado taj sikado te ol. Min­den­felitiki mediji andar i Austriija, Slovenija, Horvacko taj aver vilagi pedar pumari buti phukan. O khen­tan­be­schipe andi Murska Sobota le jekoschne redak­cijengere but­ja­schenge o pomo­schago te del, te pedar situa­cjij andar o minden­felitiki vilagi, kaj rasismus taj dis­krimi­na­cija kerdi ol sikado taj phukado te ol.

Roma-Organisationen aus Slowenien haben am 21. Mai 2024 nach Murska Sobota zum Kongress zum Thema Medien ge­laden. Jožek Horvath (Muc) ist einer von den Or­gani­sato­ren und möchte, dass Roma-Medien auch auf die Situation der Roma hin­weisen, wo Un­gerechtig­keit und Dis­kriminie­rung geschieht. Roma-Me­dien­ver­treter aus Österreich, Slowenien, Kroatien und anderen euro­päi­schen Ländern nahmen an dem Kongress teil.

(Beitrag: TV Erba)

Anders über Sinti und Roma berichten

März 25th, 2024  |  Published in Interview, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte


BR24 Medien, 23.3.2024, 31:40 Min.
Podcastfolge: Warum müssen wir anders über Sinti und Roma be­rich­ten?

Antiziganismus, also Rassismus gegenüber Sinti und Roma, ist immer noch weit ver­breitet in unser Gesell­schaft. Und Medien tragen dazu bei. Das pas­siert zum Teil ohne Absicht, aber trotz­dem mit proble­mati­schen Folgen. Welche Muster gibt es da und wie ent­stehen sie? Was passiert zum Bei­spiel beim „Othering“? Und wel­che Ansätze gibt es, um die Bericht­er­stattung zu ver­bessern? Linus Lüring spricht mit Carmen Glink Buján und Georgi Ivanov von „Amaro Foro“. Der Verein bietet Trainings für Medien­schaf­fende zu Anti­ziganismus an und be­obach­tet gezielt die Bericht­erstattung über Sinti und Roma. Auch Markus End, Wissen­schaft­ler am Zentrum für Anti­semi­tis­mus-For­schung an der TU Berlin, unter­sucht das Bild von Sinti und Roma in den Medien. Im Interview er­klärt er vier zentra­le Dar­stellungs­muster, die er kritisch sieht.

(Beitrag und Text: BR24 Medien)

Medienschau: „Aggressive Volksgruppen“?

März 17th, 2024  |  Published in Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

Krone.at: Titelansicht des Artikels vom 7. März 2024 (Screenshot)Am 7. März 2024 erschien auf Krone.at ein Arti­kel von Mario Ruhmanseder, der im Ober­öster­reich-Res­sort für die Stadt Linz zu­stän­dig ist. „Roma-Durchreiseplatz: Ag­gres­si­ve Volks­grup­pen mu­tie­ren zu Dauer­cam­pern“ liest man da in fet­ten Let­tern, be­bil­dert mit einer Drohnen­auf­nahme von eini­gen Wohn­wägen auf ei­nem Hal­te­platz. Aggres­sive Volks­gruppen? Wir finden: ein Fall für den Öster­rei­chi­schen Presserat.

Der Artikel betrifft Fahrende, mut­maß­lich Sinti bzw. Roma, auf dem Durch­gangs­platz in Pichling (Linz). Es wird hier unter Auf­bietung zahl­reicher be­kannter anti­ziganis­ti­scher Stereotype (siehe unten) Stim­mung gegen eine dort an­we­sende Per­sonen­gruppe – und die Volks­gruppe der Roma und Sinti ins­gesamt – ge­macht.

Insbesondere wird – prominent in der Überschrift (wie sie ja zum Bei­spiel auch in den Vor­an­sich­ten auf Social Media auf­scheint) – diese vulne­rable eth­nische Minder­heit als Ganzes durch die Wort­wahl als „aggres­sive Volks­gruppen“ gebrand­markt: Das Wort „Volks­gruppe“ ver­weist in ihrem all­gemein üb­lichen (und auch recht­lich definier­ten) Be­deutungs­gehalt schließlich nicht auf eine konkre­te Grup­pierung von Indivi­duen, son­dern auf die Ethnie an sich. So ist der Begriff „Volks­gruppe“ im Sinne von „ethni­scher/na­tiona­ler Minder­heit“ bei­spiels­weise auch dem öster­reichi­schen „Volks­gruppen­gesetz“ zugrunde­gelegt. Die Begriff­lich­keit ist de­finiert. Eine physische An­samm­lung von Personen, die ihrer­seits einer Volks­gruppe an­ge­hören, be­nennt sie nicht.

Hinzu kommt, dass ja auch bereits im Titel selbst an­hand des Schlag­wortes „Ro­ma-Durch­reise­platz“ klar ge­macht wird, welche ethnische Minder­heit ge­meint ist. Die Unter­scheidung zwi­schen spezi­fischer Per­sonen­gruppe (den an­we­sen­den Familien) und gesam­ter Volks­gruppe (Roma und Sinti) wird in der Über­schrift seman­tisch auf­gelöst; die Wörter „Roma“, „aggressiv“ und „Volks­gruppen“ hin­gegen werden im Titel mit­einander ver­knüpft. Somit wird die gesamte Ethnie öffent­lich stig­matisiert und als ver­meint­liche Be­dro­hung und Last für die All­gemein­heit dif­famiert.

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Roma-Service in der Krone

Dezember 17th, 2023  |  Published in Einrichtungen, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

30 Jahre Anerkennung: Artikel in der Krone, 16.12.2023 (Screenshot)Volksgruppe der Roma: Es braucht mehr als die An­er­ken­nung am Papier

Vor 30 Jahren wurde die Volksgruppe der Roma an­er­kannt. Gegen Dis­krimi­nie­rung kämpft man heute nach wie vor, aber das Selbst­be­wusst­sein ist ge­wachsen.

→zum Artikel in der Krone

Zum Jubiläum erschien in der Kronen-Zeitung ein Artikel von Carina Fenz, der auf die letzten 30 Jahre der Volks­gruppe zurück­blickt – und dabei auch den Verein Roma-Service vor­stellt (dessen zwei­spra­chiges Magazin dROMa die Autorin sicht­lich genau ge­lesen hat).

„Meine Volks­gruppe darf keine Nach­teile haben, wenn sie zu ihrer Identität steht“, zitiert der Ar­tikel den Vor­sitzen­den des Roma-Volks­grup­pen­beirats Emmerich Gärt­ner-Hor­vath vom Verein Roma-Ser­vice. „Mit Aus­gren­zung und Dis­kri­minie­rung hat man aber nach wie vor zu kämpfen“, kons­ta­tiert auch der Artikel. Die rassis­tischen Leser­postings unter dem Kro­ne-Text liefern dazu auch gleich das pas­sende An­schau­ungs­ma­terial.