Medien & Presse

„Österreich“ konstruiert „Bettelbande“

April 18th, 2017  |  Published in Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Als Herr Georgiev am 3. April die Zeitung „Österreich“ öffnete, traute er seinen Augen nicht: Der Bulgare wird als Mit­glied einer „rumä­ni­schen Bettlerbande“ dar­ge­stellt. „Nie­mand hat mit mir gespro­chen. Man hat mich heimlich von hin­ten fotogra­fiert.“ Herr Georgiev bat Straßen­sozial­arbeiter von „Wieder wohnen“ um Hilfe, die ihn an die Rechts­beratung der BettelLobbyWien ver­wiesen: „Ich kann es nicht zu­lassen, dass man mich hier dar­stellt, als würde ich für einen Boss ar­bei­ten. Ich bin alleine hier und habe immer nur für mich selbst ge­bettelt.“ Viele Men­schen in Florids­dorf wer­den ihn auf dem Foto erkennen, so seine Be­fürch­tung, denn er ist der ein­zige Bettler im Rollstuhl mit einer blauen Jacke. Herr Gevor­giev möch­te prüfen, ob er recht­lich gegen die Zeitung vor­gehen kann.

Read the rest of this entry »

„… und gehört zur Volksgruppe der Roma“

Februar 12th, 2017  |  Published in Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Wissenschaft

Cover der Deutschen Richterzeitung (Foto: via Zentralrat)Prof. Dr. Andreas Mosbacher/Romani Rose:
„…und gehört zur Volksgruppe der Roma…“

Artikel in der Deutschen Richterzeitung
DRiZ, Heft 2/2017 (Inhaltsverzeichnis)

In der neuesten Auflage der Deutschen Richterzeitung (DRIZ 2/2017) wurde ein ge­mein­schaft­li­cher Ar­ti­kel von Richter am Bun­des­gerichts­hof Prof. Dr. Andre­as Mos­bacher und dem Vor­sitzen­den des Zentral­rats Ro­mani Rose ver­öf­fent­licht. Ob­wohl in den per­sön­li­chen Ver­hält­nis­sen im Ur­teil le­dig­lich Kri­te­rien wie, wann und wo der An­geklag­te ge­bo­ren, in wel­chen Ver­hält­nis­sen er auf­ge­wach­sen ist, seine schu­li­sche und beruf­li­che Bil­dung, sein Beruf und die fa­miliä­ren und wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nisse zu nen­nen sind, ver­weisen eini­ge Ur­teile auf die Zu­ge­hö­rig­keit zu einer Volks­gruppe. Die Nen­nung der eth­ni­schen Zu­ge­hörig­keit ist, wie bes­timm­te an­dere In­for­ma­tio­nen über den An­geklag­ten, ein typi­sches Einfalls­tor für die Dis­kri­mi­nie­rung von Min­der­heiten und die Be­stäti­gung la­ten­ter Vor­urteile. Un­ter dem Titel „…und ge­hört zur Volks­gruppe der Roma“ wer­ben die Auto­ren für mehr Sen­si­bi­li­tät der Straf­justiz beim Um­gang mit Minder­heiten.

(Text: Zentralrat)

Roma-Berichterstattung: Vorbild „Standard“

Januar 31st, 2017  |  Published in Medien & Presse

"Roma und Sinti" bzw "Sinti und Roma": Artikelhäufigkeit in österreichischen Tageszeitungen (Online), 2012-2016 (Berechnung: Roman Urbaner/dROMa)Vor einigen Tagen haben wir berichtet, dass in Österreich die me­dia­le Prä­senz Ro­ma-be­zo­ge­ner The­men im letz­ten Jahr auf die Hälfte ge­schrumpft ist. Eine wei­te­re Fra­ge, die uns bei der Voll­text­suche in den On­line-Ar­chi­ven in­ter­es­sier­te, war, wie viel Platz die unter­such­ten öster­rei­chi­schen Tages­zeitun­gen dem Ro­ma-Thema in den letz­ten fünf Jah­­ren ein­räum­ten. Das Re­sul­tat: Der Stan­dard (derStandard.at) stellt mit seiner Viel­zahl the­men­be­zo­ge­ner Ar­ti­kel alle an­de­ren heimischen Me­dien in den Schat­ten. Das Online-Angebot der Kleinen Zeitung und die Wiener Zeitung fol­gen auf Platz 2 und 3, und zwar mit er­heb­li­chem Ab­stand. Als Schluss­licht rangiert – nach Kurier, Ober­öster­rei­chi­sche Nach­rich­ten und Salz­burger Nach­rich­ten – die Tages­zeitung Die Presse auf dem sieb­ten Platz.

Read the rest of this entry »

Flüchtlingsthema verdrängt Roma

Januar 27th, 2017  |  Published in Medien & Presse

Grafik: "Roma und Sinti" in der Tagespresse 2012 bis 2016 (Berechnung: Roman Urbaner/dROMa)Das Medien­in­ter­es­se an Ro­ma-The­men bricht dra­ma­tisch ein: 2016 er­schie­nen in Ös­­ter­­reichs Tages­zei­tun­gen nur noch halb so vie­le Ar­ti­kel wie im Jahr zu­vor.

2016 war kein gutes Jahr. Das Flüchtlingsthema, Terro­ris­mus und der Auf­stieg von Rechts­extre­men und -po­pu­lis­ten do­mi­nier­ten den me­dia­len Dis­kurs und ver­dräng­ten andere Be­reiche aus der Öf­fent­lich­keit. Das be­trifft ins­be­son­dere auch die Medien­prä­senz von Roma- und Sinti-The­men. Wir ha­ben uns an­hand einer Voll­text­suche in den Online-Ar­chi­ven von sie­ben öster­rei­chi­schen Tages­zei­tun­gen (Er­geb­nis­se hier) an­ge­se­hen, wie viele Ar­ti­kel in den letz­ten fünf Jahren er­schie­nen sind, die das The­ma Ro­ma und Sin­ti be­han­del­ten. Und wir staun­ten, wie stark sich der Ver­drän­gungs­pro­zess 2016 aus­ge­wirkt hat: Gegen­über 2015 ist die An­zahl der Arti­kel, die sich 2016 mit Roma und Sinti be­fass­ten, um fast die Hälfte (-47,1 Pro­zent) zurück­ge­gan­gen. Die – oft müh­sam er­kämpf­te – Auf­merk­sam­keit, die der Volks­grup­pe in den letz­ten Jah­ren zu­teil wur­de, scheint durch die Bri­sanz ande­rer The­men und De­bat­ten plötz­lich dahin.

Read the rest of this entry »

E-Theses: Gegenöffentlichkeit der Roma (2015)

Oktober 21st, 2016  |  Published in Literatur & Bücher, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft, dROMa (Magazin)

Universität Wien Raffaela Gmeiner (2015): Essentialistische Gegen­öf­fent­lich­keit der Roma in Österreich. Min­der­heiten­medien als Stra­te­gie zur Aus­balan­cie­rung anti­ziga­nis­ti­scher Medien­bericht­er­stat­tun­gen sei­tens bür­ger­li­cher Medien

Magisterarbeit, Universität Wien (Fakultät für Sozial­wis­sen­schaf­ten), 144 S.

>>>Download der UB Wien (pdf)

Abstract: (…) Vor allem Volks­grup­pen­an­ge­hö­rige der Roma werden von der „bür­ger­lichen“ Öffent­lich­keit oft aus­ge­schlos­sen und von den Massen­medien meist stereo­typi­siert re­prä­sen­tiert. Um dem anti­ziga­nis­ti­schen Diskurs in den Medien ent­gegen­zu­wirken, muss es zur Etab­lie­rung einer Gegen­öffent­lich­keit der Roma kom­men: Minder­heiten­medien und Gegen­bericht­erstat­tun­gen in Mainstreammedien können zur medialen Aus­balan­cie­rung bei­tra­gen. Die vor­lie­gen­de Arbeit ver­knüpft ak­tuel­le Öffent­lich­keits­theo­rien mit dem Problem des medial ver­brei­te­ten Anti­ziganis­mus und fo­kus­siert auf das Poten­tial alter­na­tiver Medien. (…) Aus kom­muni­ka­tions­wissen­schaft­li­cher Perspek­tive haben Medien wich­ti­ge soziale Funk­tio­nen und sollen zur inter­kultu­rellen me­dia­len Integra­tion bei­tra­gen. Im Falle der Roma wirken Medien jedoch eher des­integra­tiv, es kommt zur Kon­struk­tion proble­ma­ti­scher Fremd­bilder, die aus medien­ethischer Per­spek­tive höchst diskus­sions­bedürf­tig er­schei­nen. Die Arbeit geht der Frage nach, wie anti­ziganis­ti­sche Medien­bericht­er­stat­tung aus­balan­ciert werden kann und welche gegen­öffent­li­chen Strate­gien dabei An­wen­dung fin­den. Dabei wird das Ver­hält­nis zwi­schen Min­der­heiten- und Massen­medien unter­sucht. Die em­piri­sche Studie geht in­duktiv vor und erforscht idio­graphisch am „Fall Maria“, wie Mehr­heits- und Minder­heiten­medien das Er­eig­nis dar­stell­ten. Mittels quali­ta­tiver Inhalts­analy­se wur­den Zeitungs­berichte in einem Zeit­raum von drei Monaten unter­sucht. Im Fall Maria kam es zur Ver­öffent­li­chung fal­scher Informa­tio­nen und zur Konstruk­tion pre­kärer Diskurs­frag­mente. (…) Die große An­zahl nega­tiver Zeitungs­berichte konn­te von den Roma­maga­zi­nen nicht aus­balan­ciert werden. Je­doch kam es in­ner­halb der Main­stream­medien zu gegen­öffent­li­chen Mei­nungs­äuße­run­gen: V.a. nicht­redak­tio­nel­le Bei­träge, wie etwa Kom­men­ta­re, Kolumnen und ein Leserbrief kriti­sier­ten die anti­ziganis­ti­schen Dar­stel­lungs­weisen. (…) Die Stärkung einer es­sentia­lis­ti­schen Gegen­öffent­lich­keit der Roma in Österreich erweist sich in Anbetracht der Studie als dringlich.

Die Berichterstattungen der Mainstreamzeitungen zum Fall Maria waren von stereo­typen Bildern und anti­ziga­nis­ti­schen Mut­maßun­gen ge­prägt. Der mediale Diskurs über den Fall Maria setz­te sich aus meh­re­ren proble­ma­ti­schen Diskurs­frag­men­ten zu­sam­men: Genetik, Rassi­fi­zie­rung, Kindes­ent­füh­rung, Kinder­han­del, Sozial­betrug, Klein­krimi­na­li­tät, Betteln, Armut, aber auch Selbst­re­fle­xion der Me­dien. Es kam zur Ver­brei­tung fal­scher und schlecht re­cher­chier­ter In­for­ma­tion sowie zu pre­kä­ren Dar­stel­lungs­weisen der Volks­grup­pen­an­ge­hö­ri­gen. Die weni­gen Roma­zeit­schrif­ten hat­ten auf­grund ihrer gerin­gen An­zahl und der lan­gen Publi­ka­tions­perio­den kaum eine Chance, dem mas­sen­medial ver­brei­te­ten Anti­ziganis­mus ent­gegen­zu­wir­ken. Nur zwei Roma­zeit­schriften (Romano Centro und dROMa) setz­ten sich mit dem Fall Maria auseinan­der, wo­hin­ge­gen die Mehr­heits­zei­tungen ins­ge­samt 67 Bericht­er­stat­tun­gen dazu ver­öf­fent­lich­ten. Read the rest of this entry »

20 Jahre Roma Rights Journal

Oktober 13th, 2016  |  Published in Einrichtungen, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Wissenschaft

ERRC (Foto errc.org)Genau vor zwanzig Jahren veröffentlichte das European Roma Rights Centre (ERRC) die allererste Ausgabe seines „Roma Rights Journal“, eines Magazins, das sich – über lan­ge Zeit als eines von nur sehr we­ni­gen aka­demi­schen Pub­li­ka­tions­medien – mit der Min­der­heit der Roma be­fass­te. Im Rückblick auf die Anfän­ge ihres Mediums lässt die in Budapest an­säs­sige inter­natio­na­le Men­schen­rechts-NGO heute durchaus Opti­mis­mus er­ken­nen: „Es ist er­mu­ti­gend zu sehen, wie weit wir in den letz­ten zwan­zig Jahren ge­kom­men sind.“ So man­cher Miss­stand, der das Leben der Roma-Gemein­schaft vor zwanzig Jahren ge­prägt hat­te, hät­te heute, 54 Aus­ga­ben spä­ter (sie­ben davon waren Dop­pel­nummern), einiges an Bri­sanz ver­loren:

In 1996, the state of Roma rights in Europe was very dif­fe­rent to the situa­tion we see today. Looking back at the issues that are men­tioned in this first edition, it is encouraging to note that many of these atro­ci­ties are no lon­ger a constant pre­sence in the lives of Roma in Europe. No matter how dis­heartening the fight for Roma Rights can be, it is em­bol­dening to see how far we have come in the last twen­ty years. Read the rest of this entry »

Turin: Web-Nachrichten für Roma

September 17th, 2016  |  Published in Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Medien & Presse

tgROM (Foto: Idea Rom)In Italien ging mit „TgROM Piemonte“ Anfang Mai erstmals ein Internet-Nachrichten­pro­gramm von und für Roma auf Sen­dung. In­zwi­schen wur­den be­reits 20 Aus­gaben des Nach­rich­ten­for­mats ver­öf­fent­licht.

Finanziert wird das Programm, als eines von 15 aus­ge­wähl­ten Jugend­pro­jek­ten, mit 21.000 Euro durch die Turiner Stif­tung Compagnia di San Paolo. Für die Rea­li­sie­rung ihres Medien­pro­jekts konn­te die Tu­ri­ner Roma-NGO „Idea Rom“ auf kom­pe­ten­te Unter­stützung aus der Me­dien­bran­che zäh­len. Mit an Bord ist als Pro­jekt­part­ner die On­li­ne-Tages­zei­tung Nuovasocietà. Den Eh­ren­schutz hat die Region Piemont über­nom­men.

Ein Einführungskurs in Videojournalismus be­rei­tet die jugend­li­chen Mit­wir­ken­den aus der Roma-Com­mu­nity auf ihre Auf­gabe vor. Schon vor Sen­dungs­beginn hat sich im Februar ein Dutzend jun­ger Roma zwi­schen 14 und 25 Jahren für die Teil­nahme ge­mel­det. „Un­ser Ziel ist es, zu er­reichen, dass die Jugend­li­chen selbst zu Pro­ta­go­nis­ten des Wan­dels wer­den“, erklärte Luca Remmert, Vor­sitzen­der von Com­pagnia di San Paolo, gegen­über der italie­ni­schen Presse. Read the rest of this entry »

Einstweilige Verfügung gegen „Aula“

August 12th, 2016  |  Published in Geschichte & Gedenken, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Aula: Textauszug (Foto via H. Walser)Nach Klage von Mauthausen-Überleben­den: „Aula“ darf ehe­ma­li­ge Häft­lin­ge des KZ Maut­hau­sen nicht mehr als „Mas­sen­mör­der“ oder „Landplage“ be­zeich­nen.

Harald Walser: Ist es ein juristischer Befreiungs­schlag? Das Landes­gericht für Zivil­rechts­sachen in Graz hat eine „Einst­wei­li­ge Ver­fü­gung“ er­las­sen: Die Zeit­schrift „Aula“ und ihr Au­tor Manfred Duswald dür­fen nicht mehr schrei­ben, im Jah­re 1945 be­freite ehe­ma­li­ge KZ-Häft­lin­ge seien „Massenmörder“ und von der Be­völ­ke­rung als „Landplage“ empfun­den worden. Auch ähn­li­che Aus­sa­gen sind ver­bo­ten. (Zur Vor­ge­schich­te: Maut­hau­sen-Über­le­ben­de kla­gen „Aula“)

Es ist eine bemerkenswerte Begründung der Richterin. „Zur Si­che­rung des mit Klage vom 30.6.2016 zu 39 Cg 79/16s beim Landes­gericht für Zivil­rechts­sa­chen Graz er­ho­be­nen Unter­las­sungs­an­spru­ches wird den be­klag­ten Par­teien bis zur rechts­kräf­ti­gen Ent­schei­dung im Haupt­ver­fah­ren ver­boten, die wört­li­che und/oder sinn­gleiche Be­haup­tung auf­zu­stel­len und/oder zu ver­brei­ten, die ehe­ma­li­gen Häft­linge/Be­frei­ten des KZ Maut­hausen, des­sen Neben-/ Außen­lagern oder an­de­rer Konzentrations­lager seien Massen­mör­der und/oder für die Be­völ­ke­rung eine Land­plage ge­we­sen und/oder ha­ben das Land raubend und plün­dernd, mor­dend und schän­dend ge­plagt und schwerste Ver­bre­chen be­gan­gen.“

Einige bedeutsame Sätze aus der Begrün­dung durch das Ge­richt:

  • „Der Aufbau und die Formulierung dieses Absatzes las­sen keinen Zwei­fel daran of­fen, dass die im drit­ten Satz auf­ge­lis­te­ten Straf­taten al­len be­frei­ten Maut­hau­sen-Häft­lin­gen zu­ge­rech­net wer­den.“
  • „Das kann nur so gelesen und vom durch­schnitt­li­chen Leser ver­stan­den wer­den, dass er [Duswald] die Straf­taten, die Krimi­na­lität und das Plagen den im Mai 1945 be­frei­ten KZ-Häft­lin­gen im All­gemei­nen zu­schreibt.“
  • „Verstärkt wird die Unterstellung, die Mauthausen-Häft­lin­ge seien so­zu­sa­gen aus gu­tem Grund we­gen Straf­taten in­haf­tiert ge­we­sen, noch da­durch, dass der Zweit­be­klagte ‚Befrei­ung‘ und ‚Be­frei­ern‘ unter An­füh­rungs­zei­chen setzt.“
  • „Damit lässt er keinen Zweifel daran, dass die Frei­las­sung der in Maut­hausen ge­fan­gen Ge­hal­te­nen für die Be­völ­ke­rung ne­ga­tiv ge­we­sen sei, was, wie sich aus dem Gesamt­zu­sam­men­hang wie­derum er­gibt, darauf zurück­zu­füh­ren sei, dass es sich bei den Maut­hau­sen-Häft­lin­gen um Krimi­nelle ge­han­delt habe, die das Land mit Straf­ta­ten heim­ge­sucht hät­ten.“ Read the rest of this entry »

Vorarlberg: Diskusija vascho Roma

April 6th, 2016  |  Published in Medien & Presse, Politik, Rassismus & Menschenrechte

marieVorarlberg: Diskusija va­scho Ro­ma ojs bik­nasch­tscha pap­ru­schen­gere nevipestar

Thaneskero rot Johannes Rauch taj i birovkija andar Dornbirn Andrea Kaufmann kritisi­ri­nen, kaj o dro­mes­­kero pap­ru­schen­gero nevi­­pe „marie“ te Ro­men­­dar bik­nim ol. O ardi­jasch­tscha i kriti­ka pal dschu­mi­nen. Credo le pap­ru­schen­gere nev­ipes­tar hi, hot nisaj flo­gos­keri grupn artscha­pim te ol.

O thaneskero rot Johannes Rauch (Selene) taj i birovkija andar Dornbirn Andrea Kaufmann (ÖVP) phentscha use jek pre­se­ja­keri kon­fe­renca pa­raschtun, hot o pap­ru­schen­gero nevi­pes­kero projekto igen latscho hi ham kaj, Roma la schaj bik­nen na latscho godschi­kano gon­do sina. O projekto „marie“ igen latscho hi – ham o aro­di­pe le dsche­nen­dar sa hi, ham na bas­talo, phe­nel i birov­ki­ja andar Dornbirn. I „marie“ na le Ro­men­dar bik­nim te ov­lahi oj le dsche­nen­dar an­dar Vorarlberg bik­nim te ov­lahi, save imar but berscha dur buti na laken vaj naschi­pa­schen­dar. O Roma tschak hasna pu­men­ge afka keren, kaj schaj use gudu­linen. Ada o tscha­tschip­tscha an­de Dornbirn na use mu­ken adaj lila tu­ke pekan.

Read the rest of this entry »

Studie: Roma-Berichterstattung in der Schweiz

August 14th, 2015  |  Published in Dokumente & Berichte, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Titelseite der Weltwoche 2012Berichterstattung über Rroma in den Deutschschweizer Medien

Bericht der Rroma Foundation / Rroma Contact Point, September 2014 (54 S.)

>>Download (pdf)

In den letzten Jahren hat sich die Rroma Foundation ein­gehend mit der Bericht­erstat­tung über Rroma aus­einan­der­gesetzt. Einer­seits wur­den europa­weit erschie­nene Artikel ana­ly­siert, anderer­seits unter­suchten wir die in den letzten fünf Jahren ent­stan­de­nen Texte grosser Deutsch­schweizer Zeitun­gen. Die hier präsen­tierte Studie be­handelt den letz­teren Teil.

Die Rroma Foundation hat die Artikel der «Neuen Zürcher Zeitung» (inclusive «NZZ am Sonntag»), der «Wochen­zeitung» (WOZ), des «Tages-Anzeigers», der «Weltwoche», der «SonntagsZeitung», des «Beobachters», der «20 Minuten» und des «Blick» be­rück­sich­tigt. Für den Zeit­raum von 2008 bis 2013 wur­den von diesen Zeitun­gen 297 Artikel selek­tiert, unter­sucht und analy­siert.

Zusammenfassung der wichtigsten Resultate

Als erstes ist zu erwähnen, dass es leider (…) auch in der hier unter­suchten Artikel­samm­lung kaum einen positi­ven Artikel über Rroma gibt. Was an eine posi­tive Bericht­er­stat­tung am ehesten heran­kommt, ist die häufig ver­breitete Dar­stellung der Rroma im Ausland als Opfer staat­licher Gewalt und Diskri­mi­nie­rung. Trotz­dem fehlen jeg­liche positi­ven Bilder im Zusammen­hang mit Rroma. Weite­re, wesent­liche Er­kennt­nisse der Studie sind, dass alle unter­suchten Medien Stereo­type und Falsch­infor­ma­tio­nen über Rroma von­einan­der über­nehmen, trans­for­mieren, in einem anderem Kontext wieder ein­bringen und so zu einer Per­petu­ie­rung nicht fun­dierter Vorurteile, Fehl­infor­ma­tio­nen und Miss­ver­ständ­nisse bei­tragen. Ein weite­res Resultat ist, dass die Deutsch­schweizer Medien im Zusam­men­hang mit im Inland agie­ren­den Rroma fast aus­schliess­lich die Aktio­nen einer klei­nen hier in Erschei­nung treten­den Minderheit der Rroma be­handeln.

In der Auslandberichterstattung da­ge­gen be­schränkt sich der Fokus wie­derum fast aus­schliess­lich und genera­li­sie­rend auf Armut, Bildungs­ferne und soziale Aus­gren­zung, vor allem in Osteuropa. Rroma sind somit in der Schweiz ge­nerell als Täter und im Aus­land als Opfer dar­gestellt. Read the rest of this entry »