Der 8. März ist Internationaler Frauentag. Aus diesem Anlass möchten wir Sie auf die großartige Initiative „I am a European Roma Woman“ (Romedia Foundation) und ihre inzwischen recht stattliche Serie von Videoporträts beeindruckender, national und international aktiver Romnija aufmerksam machen. (Das oben präsentierte Video „Ja sam Romkinja“ entstand als „regional campaign video“ begleitend zur Regionalkonferenz „Roma Women in the Decade“ im Frühjahr 2010 in Belgrad. Ein anderes Kampagnenvideo haben wir Ihnen bereits 2010 vorgestellt.)
In Rumänien hat eine rechtsextreme Gruppierung Roma-Frauen eine finanzielle Belohnung in Aussicht gestellt, wenn sie sich im Jahr 2013 sterilisieren lassen. Die Organisation NAT88 aus Timișoara verspricht jeder Roma-Frau eine Belohnung von 300 Leu (ca. 70 Euro), wenn sie einen Nachweis für die erfolgreiche Durchführung des Eingriffs vorlegt. Die Sterilisierung, die von der Gruppierung u.a. mit angeblichen „gewaltsamen Angriffen“ von Roma auf die Mehrheitsbevölkerung begründet wird, beruhe auf Freiwilligkeit, betonte NAT88 (die Zahl 88 steht im Neonazi-Code für „HH“, „Heil Hitler!“ – H ist der achte Buchstabe des Alphabets). NAT88 fordert zudem „eine Lösung des Zigeunerproblems mit dem Ziel, das rumänische genetische Erbe zu erhalten“.
In einer gemeinsamen Aussendung haben Menschenrechts-Organisationen heute gegen den rassistischen Sterilisierungs-Aufruf, der ganz offen auf eine Dezimierung der ethnischen Minderheit abzielt, protestiert: „Die Sterilisierung von Frauen einer bestimmten ethnischen Gruppe ist ein ernster Angriff auf diese Gruppe und die Gesellschaft als Ganzes, unabhängig von der Form, wie dies propagiert wird“, erklären das Elie-Wiesel-Institut, die Roma-NGO Romani Criss und das Zentrum für den Kampf gegen Antisemitismus (MCA Romania). Die Website der rechtextremistischen Gruppierung wurde inzwischen vom Netz genommen.
volksgruppen.orf.at: Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „femmes global“ luden die Wiener „SPÖ Frauen“ und Nationalratsabgeordnete Petra Bayr in das EGA-Frauen-Zentrum in Wien, um über „Die Roma. Selbst- und Fremdbilder einer Volksgruppe“ zu diskutieren.
„Schweden ist nicht so toll, wie alle denken“
Die schwedische Ethnologin und Romni Mimmi Demitri von Pezold erzählt aus der Geschichte und Entwicklungen in Schweden. „Zwangssterilisationen und Einwanderungsverbote für Roma waren in Schweden Realität“, erzählt sie in ihrem Vortrag. Die 27-jährige Ljiljana Lukic vom Verein Vida Pavlovic ist eine serbische Romni, die in Deutschland aufgewachsen ist. Sie erzählt in ihrem Vortrag aus ihrem schweren Karriereweg und motiviert alle Roma zum Weitermachen: „Man muss sich kleine Ziele setzen, aber diese dann konsequent verfolgen“, rät Lukic ihren KollegInnen.
Radio Kaktus bringt in der aktuellen Ausgabe die Highlights aus den Vorträgen der beiden Ausnahme-Romnija.
Bei Musik und Tanz denken viele an Sinti und Roma. Aber bei Boxen? „Wir haben unsere Geschichte bewusst so gewählt“, sagt Schauspielerin Sandra Selimovic, denn: „Wer verbindet schon Sport und Roma?“ Sie und ihre Schwester Simonida Jovanovic sind Gründerinnen des Roma-Theatervereins „Romano Svato“ und haben das Stück „Gipsy stop dancing“ geschrieben.
Angelehnt ist die Handlung an die Biografie des deutschen Sinto-Boxers Johann „Rukeli“ Trollmann, der von den Nazis verfolgt und im KZ umgebracht wurde. „Es ging uns nicht darum, die Biografie eines toten Sinto zu erzählen, sondern sein Schicksal ins Heute zu verlegen“, erklärt Selimovic, die Hauptdarstellerin. In „Gipsy stop dancing“ steht eine junge Romni kurz davor, den ungarischen Meistertitel im Boxen zu holen und wird zum Angriffsziel einer rechtsextremen Regierung. Das zweisprachige Theaterstück ist somit doppelt emanzipatorisch: Es handelt von den Problemen der Roma und denen der Frau in einer Männerdomäne.
Und es soll davor warnen, dass sich Geschichte schneller wiederholen kann, als man glaubt. Auch die Boxerin ist zunächst naiv und sieht nicht, was sich zusammenbraut [...]. Sie wird eines Besseren belehrt. Romadiskriminierungen passieren auch heute noch. In Osteuropa sehen sich Roma und Sinti teils regelrechten Hetzkampagnen ausgesetzt, etwa in Ungarn, wo arbeitslose Roma in „gemeinnützige“ Arbeitslager gezwungen werden. Um die aufgeladene Atmosphäre nur einige Autostunden von Wien entfernt herauszustreichen, arbeitet die Produktion mit Videos, die im Hintergrund einiger Szenen zu sehen sind. Read the rest of this entry »
O siklipeskero- taj arsiklikpeskero arodipe i lek entschajdinipeskeri joma ando dschivipe le terne tschajendar taj tschavendar hi. Ham meg mindig o tschaja uso tradicijonakere siklipeskere butja pumen orijentirinen. Jek entschajdinipeskeri joma andi butjakeri orijentirung hi, koji te kerel kaj o butja lenge pascheder ando te ol taj sor te kerel, upre schpecijeli technikakere butja loschanipe te del. Afka i terni Romni Marion Berger, savi i buti maschinakeri baujakeri technikerkija peske arodija. Ando vakeripe la Susanne Horvathaha la adivesakera sendungake Rom sam phukal i terni Romni, saj terdschiviptscha oj odoj kerel, kaj oj odoj i „Jugendvertrauensrats-Vorsitzende“ hi, igen barikano la kerel, kaj lake lakere kolegtscha atschi patschajipe den. (volksgruppen.orf.at)
Die Berufs- und Ausbildungswahl ist eine der wichtigsten Weichenstellungen im Leben junger Frauen und Männer. Aber noch immer orientieren sich Mädchen stark an den üblichen, traditionellen Lehrberufen. Ein entscheidender Schritt in der Berufsorientierung kommt daher jenen Maßnahmen zu, die den jungen Frauen Berufe näherbringen und ihnen Mut machen, sich auch speziell für technische Berufe zu begeistern. Wie im Fall der jungen Romni Marion Berger, die den Beruf Maschinenenbautechnikerin gewählt hat. Im Interview mit Susanne Horvath für die heutige Sendung „Roma sam“ erzählt die junge Frau, welche Erfahrungen sie dort macht und dass sie Jugendvertrauensrats-Vorsitzende ist. Es macht sie stolz, dass ihr die Kollegen so viel Vertrauen entgegenbringen. (volksgruppen.orf.at)
Der Demokratiepreis der Margaretha-Lupac-Stiftung (mehr hier) geht heuer an Frauen und Fraueneinrichtungen. Der Preis wurde Gitta Martl, der langjährigen Generalsekretärin des Vereins Ketani, Direktorin Heidi Schrodt und „ihrem“ Gymnasium Rahlgasse in Wien und dem Verein „Frauen aus allen Ländern“ in Innsbruck, zugesprochen.
Gitta Martl hat aufgrund persönlicher Erfahrungen im Jahr 1998 den Verein Ketani für Sinti und Roma in Linz mitbegründet. Ihre persönliche, tragische Lebensgeschichte hat sie im Buch „Uns hat es nicht geben sollen: Rosa Winter, Gitta und Nicole Martl. Drei Generationen Sinti-Frauen erzählen“ (Anm.: hrsg. von Ludwig Laher) veröffentlicht. Mit unglaublichem Engagement hat sie vielfältige Aktivitäten zur Minderheitendemokratie geleistet. Dabei stand stets das Miteinander zwischen Bevölkerungsgruppen im Mittelpunkt und nicht die Polarisierung.
Sa., 10. April 2010, 22:30 bis 23.40 Uhr (webstream) Oktofokus: „Fahrendes Volk? Zwischen Vergangenheit und Gegenwart“
Ein Themenabend zum Internationalen Roma-Tag am 8. April
Gilda Horvath moderierte die Oktofokus-Studiodiskussionzwischen der jenischen Schriftstellerin Simone Schönett („Moos“, „Nötig“), der Kulturmanagerin Usnija Buligovic (Romani Dori) und der Malerin und Filmemacherin Marika Schmiedt („Eine lästige Gesellschaft“) über die Situation junger Roma-Frauen in Österreich.
Isabela Mihalache (OSI), Violeta Naydenova (OSI), Ostalinda Maya Ovalle (ERRC), Alina Covaci (OSI) und Katalin Bársony (Mundi Romani): Zum Weltfrauentag stellen wir Ihnen heute dieses kleine Video aus einer gemeinsamen Kampagne von Amnesty International und der Romedia Foundation/Mundi Romani vor, das letztes Jahr mit der Unterstützung von Duna Television und der Decade of Roma Inclusion entstanden ist.
Zwei tschechischen Roma-Frauen wurden vergangene Woche durch das Obergericht in Prag 200.000 bzw. 150.000 Kronen an Schmerzensgeld für an ihnen vorgenommene illegale Sterilisierungen zugesprochen. Bei den Frauen war ohne ihr Einverständnis ein solcher – nicht umkehrbarer – medizinischer Eingriff durchgeführt worden. Wie David Záhumenský, Leiter der Liga für Menschenrechte, die die beiden Patientinnen vertrat, gegenüber der Roma-Organisation Romea.cz bekannt gab, war den Frauen zuvor in den Urteilen der Erstinstanz nur ein Bruchteil der nun festgelegten Summe zuerkannt worden.
Laut Darstellung der Liga sei in beiden Fällen zu vermuten, dass die verantwortlichen Mediziner im Interesse der Patientinnen zu handeln glaubten; allerdings hätten die Ärzte die Roma-Frauen weder über die Art des Eingriffs noch über mögliche Alternativen informiert, sondern selbst autoritär über ihre Köpfe hinweg entschieden. Von ähnlichen zwangsweisen Eingriffen sollen mehrere Dutzend Patientinnen betroffen sein − fast durchwegs handle es sich dabei um Roma-Frauen. Verlässliche Daten liegen der Öffentlichkeit jedoch nicht vor. Im November 2009 hatte die tschechische Regierung unter Ministerpräsident Jan Fischer ihr Bedauern über die bekannt gewordenen Fälle illegaler Sterilisierungen ausgedrückt. Der Menschenrechts- und Minderheiten-Minister Michael Kocáb erklärte, dass Maßnahmen ergriffen würden, um weitere Fälle zu verhindern.
Heute beginnt im Konferenzzentrum Zappeion Megaron in Athen die Internationale Roma-Frauen-Konferenz. Organisiert wird die zweitägige Tagung vom Europarat, dem griechischen Innenministerium, dem International Roma Women’s Network (IRWN) und dem griechischen Roma-Verband „ROM Network“.
2007 hatten die Roma-Vertreterinnen bei ihrem internationalen Treffen in Stockholm (hier der Konferenzbericht 2007 als PDF-Datei) dem Wunsch Ausdruck verliehen, ihre Meetings künftig in Form einer jährlichen Konferenz abzuhalten, die jeweils von einem der Europarats-Mitgliedsstaaten ausgerichtet wird. Griechenland hat diesen Vorschlag aufgegriffen und lädt nun unter dem Titel „I am a European Roma woman“ zur 2. Internationalen Konferenz der Roma-Frauen.
An der Konferenz nehmen Roma-Vertreterinnen aus 30 Mitgliedsstaaten des Europarats teil. Im Mittelpunkt des Treffens steht der Erfahrungsaustausch hinsichtlich ihres Engagements bei der Verbesserung der sozialen Bedingungen in den unterschiedlichen Roma-Communities. Read the rest of this entry »