Frauenrechte

Facts & Figures (595)

August 26th, 2026  |  Published in Facts & Figures, Frauenrechte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Haarproben von Müttern in slo­wa­ki­schen Roma-Sied­lun­gen wei­sen – in­fol­ge ihrer Le­bens­um­stän­de – dop­pelt so viel Cor­ti­sol (ein Stresshormon) auf als die an­de­rer Müt­ter.

(Quelle/pdf)

Romani women’s political participation (2025)

August 17th, 2026  |  Published in Frauenrechte, Hochschulschriften, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Karl-Franzens-Universität GrazSophia Schönthaler (2025): Understanding political opportunities: Romani women’s political participation in Croatia, Italy and Sweden

Dissertation / Doctoral thesis, Karl-Fran­zens-Uni­ver­­si­tät Graz (Centre for Southeast European Studies), 257 S.

→Download der UB Graz (pdf)

Abstract (Link):

Diese Dissertation untersucht, wie sich sich über­schnei­dende Faktoren auf Makro-, Meso- und Indi­vidual­ebene auf die politische Parti­zipa­tion von Romnja in Kroatien, Italien und Schweden aus­wirken. Durch ein explo­ratives Mehrfall­studien­design geht die Forschung über die Analyse des formalen rechtlichen Zugangs hinaus und unter­sucht, wie histo­rische Aus­grenzung, institu­tiona­lisier­ter Antiziganismus, ge­schlechts­spezifi­sche Macht­verhältn­isse und persön­liche Handlungs­macht mit­einander inter­agieren, um politische Teilhabe zu ermög­lichen oder zu erschwe­ren. Geleitet von einer über­geord­neten For­schungs­frage und vier mit­einander ver­knüpften Unter­fragen unters­ucht die Studie: (1) inwie­weit politische und rechtliche Systeme für die Partizipation von Romnja offen oder geschlos­sen sind; (2) die Verfüg­barkeit, Zugäng­lichkeit und Wahrn­ehmung formaler Beteiligungs­mecha­nismen; (3) die Faktoren, die die politische Beteiligung be­ein­flussen; sowie (4) die Strate­gien, mit denen Romnja ihre Stimmen im politischen Raum geltend machen. Empirisch stützt sich die Disser­tation auf ein qualitatives, multi­methodisches Design, das Do­kumen­ten­analysen mit 31 halb­struktur­ierten Experten­interviews kom­biniert, die in den drei nationalen Kontexten durchgeführt wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass politische Parti­zipation nicht einfach eine Frage formaler Rechte ist, sondern in mehrstufige Konstel­lationen von Ausg­renzung und Widerstand ein­gebettet ist. Während rechtliche Rahmen­bedin­gungen auf dem Papier Mög­lich­keiten bieten, bleiben diese in der Praxis häufig un­erfüllt. In allen drei Ländern bewegen sich Romnja in hybriden politi­schen Systemen – weder voll­ständig offen noch völlig geschlos­sen –, in denen formale Inklusion mit an­halten­den infor­mellen Hürden koexistiert. Politische Handlungs­macht entsteht dabei häufig außer­halb formeller Arenen, etwa durch Basis­arbeit, kommunale Orga­nisatio­nen und informelle Interes­sen­vertretung. Theoretis­ch trägt diese Disserta­tion zur Neu­bewertung der Theorie der politischen Gele­genheits­struk­turen aus einer inter­sektionalen Per­spektive bei. Sie zeigt, wie sich Rassismus, Geschlecht und strukturelle Ungleichheiten über­schneiden und das politische Leben von Frauen mit Min­derheiten­hinter­grund prägen. Read the rest of this entry »

Prameň (Only Beautiful Things to Look At)

Juli 20th, 2026  |  Published in Film & Theater, Frauenrechte, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

Spielfilm von Ivan Ostrochovský (SK / CZ / HU 2026)
Buch: Marek Leščak, Ivan Ostrochovský, 88 Min.

Der Film feierte seine Weltpremiere am 5. Juli beim Karlovy Vary International Film Festival und wurde mit dem FIPRESCI-Preis für den bes­ten Film im Haupt­wett­bewerb aus­ge­zeichnet.

Der Film spielt Mitte der 1980er Jahre, als der Staat mithilfe seiner Gesetze konti­nuier­lich Einfluss auf die intims­ten Bereiche des Lebens seiner Bürger nahm. Ingrid (Aňa Geislerová) ist eine ehr­geizige Ärztin, deren Aufgabe es ist, Kinder zur Welt zu bringen, un­gewollte Schwan­ger­schaften ab­zu­brechen und an der Sterili­sation von Roma-Frauen mit­zu­wirken. Die melan­choli­sche Frau hat grö­ßere Be­denken hin­sichtlich ihrer privaten Situation als hin­sichtlich ihres Berufs­lebens – zumin­dest bis sie von einer neuen Freund­schaft mit einer charis­mati­schen Roma-Pflege­hel­ferin „über­rascht“ wird. Die spon­tane Agáta (Simona Boledovičová) zeigt Ingrid die mensch­lichen Züge einer ethni­schen Minder­heit, die von den Kommunis­ten auf ein demo­grafi­sches Problem re­duziert wurde. Ivan Ostro­chovskýs fesselndes Drama greift ein bis heute un­auf­ge­arbei­te­tes Thema der tschecho­slo­waki­schen Geschichte auf, als der der Staat über die Mög­lich­keit, Kinder zu be­kommen, be­stimmte.  (Karel Och / KVIFF 2026)

Aus dem Statement der JuryRead the rest of this entry »

Online-Petition #ZARAbleibt!

April 21st, 2026  |  Published in Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Frauenrechte, Internet & Blogothek, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

"Zara bleibt"#ZARAbleibt! – Österreich braucht weiterhin Zivil­courage!

Zur Petition auf mein.aufstehn.at

Sehr geehrte Bundesministerin Bauer,
sehr geehrte Bundesregierung und Entscheidungsträger!

ZARA ist seit Jahren eine unverzichtbare Anlaufstelle für Menschen, die in Öster­reich Rassismus, Dis­krimi­nie­rung und Hass erleben. Der Verein bietet Beratung, Doku­mentation, Unter­stützung und öffent­liche Auf­klärung genau dort, wo Betrof­fene sonst oft allein ge­lassen werden. Gerade in einer Zeit, in der rassistische, hass­erfüllte Sprache wieder salon­fähig gemacht wird, ins­beson­dere im digitalen Raum, braucht es diese Arbeit mehr denn je. Die ge­plante Kürzung der Förder­gelder, die das De-facto-Ende dieser wich­tigen Auf­klä­rungs- Unter­stützungs- und Prä­ven­tions­arbeit be­deuten, ist daher der falsche Schritt in einer Gesell­schaft, die sich zu­neh­mend pola­risiert.

Deswegen sind gerade Sie, Familienministerin Bauer, aber auch die ge­samte Bundes­regie­rung und die Ent­schei­dungs­träger in Parlament und Verwaltung jetzt auf­ge­fordert, Ihre Ent­scheidungen zu über­denken und sich klar für eine Erhal­tung dieser so wich­tigen Institution aus­zu­spre­chen und ein­zu­setzen!

Warum ist das wichtig?

Österreich hat in den letzten Jahren erlebt, wie sich gesellschaft­liche Span­nungen ver­schärfen, wie Debatten über Migration, Integra­tion und Zu­ge­hörig­keit polarisiert werden und wie Hass im Netz und im Alltag norma­lisiert werden. ZARA leistet hier nicht nur Sofort­hilfe für Betrof­fene, son­dern schafft auch wichtige Sicht­bar­keit für Probleme, die viele lieber ver­drängen würden. Dass allein 2025 mehr als 1.500 rassisti­sche Vorfälle doku­mentiert wurden, zeigt, dass es nicht um ein Rand­thema geht, sondern um eine reale Belas­tung für das gesell­schaft­liche Zu­sam­men­leben.

Gerade deshalb ist es unverständlich und politisch falsch, aus­ge­rechnet in diesem Bereich zu sparen. Wer an Anti-Ras­sismus, Opfer­schutz und Prä­vention kürzt, spart nicht an „Ver­waltung“, sondern an Sicherheit im Netz und demo­krati­scher Stabilität. Read the rest of this entry »

Förderstopp: Verein ZARA vor dem Aus

April 20th, 2026  |  Published in Einrichtungen, Frauenrechte, Internet & Blogothek, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

ZARA vor dem Aus (Bild: Zara)Bundeskanzleramt streicht Förderung: Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­stelle ZARA bietet für neue Fälle vor­erst keine Be­ra­tun­gen mehr an

Aussendung von ZARA, 20.4.2026:

Die Streichung der Förderung für die Be­ratungs­stelle #Gegen­Hass­im­Netz unter der politi­schen Ver­ant­wor­tung von Bundes­minis­terin Claudia Bauer be­droht die Existenz von ZARA akut. Ohne rasche Finan­zie­rung droht das voll­stän­dige Aus bis Juni.

Seit acht Jahren erhält ZARA eine Förderung des Bundes­kanzler­amts in Höhe einer sechs­stelli­gen Summe für den Betrieb der Be­ratungs­stelle #Gegen­Hass­imNetz. Anfang April 2026 erreicht den Verein die Mit­teilung, dass diese Förderung für das Jahr 2026 auf­grund von „Spar­maß­nahmen“ voll­ständig gestrichen wurde. Die Ent­scheidung wurde unter der Ver­antwor­tung von Bundes­minis­terin Claudia Bauer (ÖVP) getroffen.

ZARA zum Zeitpunkt der Streichung bereits in fi­nan­ziel­ler Vor­leis­tung

Zum Zeitpunkt der Mitteilung war ZARA bereits in finanzielle Vor­leistung ge­gangen, um Betrof­fene von Hass im Netz weiterhin durch­gehend unter­stützen zu können. Unter­stützung, die – das zeigen die aktu­ellen De­batten rund um digitale Gewalt an Frauen – für Betrof­fene dringend not­wendig ist. Diese Vor­finan­zierung erfolgte in der be­grün­deten Annahme, dass die Förderung auch für das Jahr 2026 fort­geführt wird – auf Basis unserer lang­jährigen Expertise und unseres Alleinstellungsmerkmals als spezialisier­te Be­ratungsstelle, die in Österreich allen Betrof­fenen von Hass im Netz kosten­los und nieder­schwellig offensteht. Unser Angebot unter­schied sich damit von anderen be­ste­henden Ein­richtun­gen, die sich an spezi­fische Ziel­gruppen, etwa Kinder und Jugend­liche, richten.

Beratungsangebote derzeit massiv ein­ge­schränkt

Das entstandene finanzielle Defizit zwingt den Verein nun dazu, die Be­ratungs­angebote #Gegen­Hass­imNetz und !Gegen­Rassismus massiv ein­zu­schränken. Neue Fälle werden von ZARA ab sofort nur noch doku­mentiert. Bera­tungs­leistun­gen kann der Verein für neue Meldungen derzeit nicht mehr an­bieten. Beste­hende Fälle betreut ZARA vorerst weiter. Stellt die öffent­liche Hand kurz­fristig keine ent­spre­chende Finan­zierung sicher, muss ZARA seinen Betrieb samt aller Bera­tungs­ange­bote bis Juni gänz­lich ein­stellen.

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8to merc: Opre Romnja!

März 8th, 2026  |  Published in Frauenrechte

Internacijonali Dschuvlengero Di 2026


8. März - Weltfrauentag 2026

„Barcelona, gitana meva“

Februar 5th, 2026  |  Published in Frauenrechte, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Wiener Künstlerin Messnik in BarcelonaWiener Künstlerin Cristina Messnik veranstal­tet par­tizi­pa­tives Kunst­projekt mit Roma-Frauen in Spanien

Die in Wien ansässige multidisziplinäre Künstlerin und Sozial­arbei­terin Cristina Messnik (Webiste) setzt ihre sozialen und künst­leri­schen Erfah­run­gen mit Roma-Frauen in einem parti­zipa­tiven Kunstprojekt in Barcelona fort. Vom 23. bis 25. Februar wird sie in Zu­sammen­arbeit mit dem Instituto Romanó para asuntos sociales y culturales Poesie- und Foto­grafie­work­shops für Roma-Frauen an­bieten, die sie dabei unter­stützen, sich den öffent­lichen Raum der Stadt zurück­zu­erobern, ihre Stimmen sichtbar zu machen und ihre Selbst­ermäch­ti­gung zu stärken.

Roma-Frauen zögern oft, den öffentlichen Raum ihrer Stadt zu nutzen. Diesen im Rahmen des Projekts gemein­sam zu „besetzen” und sich zu eigen zu machen, ist deshalb eine Form der Selbst­ermäch­ti­gung, die Messnik mit ihrem Projekt fördern möchte. Die künstle­rische Aktion zielt darauf ab, den Prota­gonis­tin­nen die Bedeutung dieses integra­tiven Instru­ments bewusst zu machen. Das Projekt besteht aus einem drei­tägi­gen Programm mit Workshops zu Poesie, Fotografie und Performance an ver­schie­denen Orten der Stadt, wobei der Viel­sprachig­keit der Frauen (Katalanisch, Romanes und Caló) Raum ge­geben wird. Read the rest of this entry »

Osteuropäische Rom_nija in Graz (2019)

Oktober 11th, 2025  |  Published in Frauenrechte, Hochschulschriften, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Karl-Franzens-Universität GrazChristina Bugram (2019): Die Lebenssituation osteuropäischer Rom_nija in Graz: temporäre und zirkuläre Migration als Problemlösungsstrategie

Masterthesis, Karl-Fran­zens-Uni­ver­­si­tät Graz (Studien­rich­tung „Inter­diszip­li­näre Geschlech­ter­studien“), 100 S.

→Download der UB Graz (pdf)

Abstract (Link):

In der Mehrheitsbevölkerung sind zahlreiche antiziganis­tische Stereotype über Rom_nija ver­ankert, mit denen jahr­hun­derte­lange Dis­kriminie­rung und Be­nachtei­ligung unter­stützt wurde und wird. Fun­diertes Wissen über ihre tatsäch­lichen Lebens­realitäten besteht hin­gegen kaum. Diese Masterarbeit zielt darauf ab, Auf­klärungs­arbeit zu leisten, und liefert eine genaue Betrach­tung tem­porärer bzw. zirku­lärer Migration von Rom_nija aus den neuen EU-Mitglied­staaten nach Graz, wo diese vor­wiegend als Bettler_innen sichtbar sind. Tem­poräre und zirku­läre Migra­tions­formen von Rom_nija finden sowohl im Diskurs um Migration als auch über Rom_nija wenig Be­achtung. Eine analy­tische Sicht­weise auf die Per­spektive von Frauen fehlt oft gänzlich. Qualita­tive Interviews mit sechs tem­porären und zirkulären romani Migran­tinnen in Graz sowie ein Interview mit einer Mit­arbeiterin eines roma­spezifischen Projektes er­möglichen einen Einblick in Lebens- und Migra­tions­biografien und die Heraus­forderungen, denen sie als Frau, Migrantin und Romni be­gegnen. Die be­fragten Frauen teilen wie die meisten romani Migrant_innen eine wesent­liche Gemein­sam­keit: ein Leben in ihrer Herkunfts­region wäre ohne eine Migration kaum bis gar nicht zu bewäl­tigen. Trotz zahl­reicher biogra­fischer Parallelen lassen sich aus den Inter­views vier ver­schie­dene Migrations­formen ableiten. Neben der Differen­zierung zwischen der ein­maligen und wieder­holten Migration bezieht sich ein wesent­liches Unter­scheidungs­merkmal auf das Ziel einer dauer­haften Nieder­lassung. Read the rest of this entry »

8to merc: Opre Romnja!

März 8th, 2025  |  Published in Frauenrechte

Internacijonali Dschuvlengero Di 2025


8. März - Weltfrauentag 2025

Hörbuch: Was weiße Menschen nicht …

Oktober 15th, 2024  |  Published in Frauenrechte, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Alice Hasters: Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen (aber wissen sollten)

Wer Rassismus bekämpfen will, muss Veränderung befür­worten – und die fängt bei einem selbst an. „Darf ich mal deine Haare anfas­sen?“, „Kannst du Sonnen­brand be­kommen?“, „Wo kommst du her?“ Wer solche Fragen stellt, meint es meist nicht böse. Aber den­noch: Sie sind rassis­tisch. Warum, das wollen weiße Men­schen oft nicht hören. Alice Hasters erklärt es trotz­dem. Ein­dring­lich und ge­duldig be­schreibt sie, wie Rassismus ihren Alltag als Schwarze Frau in Deutschland prägt. Dabei wird klar: Rassismus ist nicht nur ein Problem am rechten Rand der Gesell­schaft. Und sich mit dem eigenen Rassismus zu kon­fron­tieren, ist im ersten Moment schmerz­haft, aber der einzige Weg, ihn zu über­winden.

(Text: Verlagsinfo Hanser)

ARTE Tracks: Roma-Rapperinnen

September 4th, 2024  |  Published in Frauenrechte, Musik, Radio, Podcast & TV

ARTE Tracks: Roma-Rapperinnen, die Stereotype über ihre Ge­mein­schaft auf­brechen

Sie sind Roma, Feministinnen und treten über die Kunst­form „Rap“ für die Emanzipation der Frauen in ihrer Gemein­schaft ein. Roma-Frauen ge­hören einer weit­gehend mar­gina­lisier­ten und ultra-patriar­cha­len Gesell­schaft an, in der die Hälfte aller Frauen [Anm.: gemeint ist offenbar Serbien] noch vor ihrer Voll­jährig­keit ver­heiratet sind. Dis­krimi­nierun­gen, fehlen­der Zugang zu Bildung – sie müssen an allen Fronten kämpfen. Um für sich selbst ein­zu­treten, haben einige Frauen aus Serbien Rap-Bands ge­gründet. Sie wollen eine neue Musik­form ent­wickeln und Roma-Frauen eine Stimme geben – weit ent­fernt von den Klischees, die man ihnen zu­schreibt. Dem Rap als populärer Protest­form fügen sie Balkan­rhythmen und Roma-Musik hinzu; ihre enga­gierten Texte skan­dieren sie auf Romanes, Serbisch, Deutsch und Englisch. Wir treffen die Girlband „Pretty Loud“ und Simonida Selimović, Rapperin und Aktivistin, die mit ihrer Schwester ein Rap-Duo mit dem pro­voka­tiven Namen „Mindj Panther“ bildet.

(Text: Arte.tv)

Städtebau, Verdrängung, Geschlecht (2024)

August 4th, 2024  |  Published in Frauenrechte, Hochschulschriften, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Lisa Schenkermayer (2024): Städtebau, räumliche Verdrängung und Geschlecht. Das Bei­spiel der Roma im post­sozia­lis­ti­schen Rumänien

Masterarbeit, Universität Wien (Fakultät für Sozial­wissen­schaften), 118 S.

→Zum Download der UB Wien (pdf)

Abstract: Die vorliegende Masterarbeit untersucht die mit dem Über­gang zum Kapita­lismus in Ru­mänien ein­setzen­de Ver­drängung der Roma aus ihren Wohnungen und deren Folgen ins­beson­dere für Ge­schlech­ter­ver­hält­nisse. Im Gegen­satz zur staats­sozialis­ti­schen Periode Rumäniens vor 1989, deren Ideologie auf Ver­staat­lichung und Gleichheit abzielte, sich gegen Klassen- und Kultur­unter­schiede wandte und Elends­viertel ebenso wie Prunk­bauten ab­lehnte, führten die polit­ökono­mische und gesell­schaftli­che Trans­formation und ins­beson­dere die Priva­tisie­rung und Kom­mo­difi­zie­rung von Wohnraum und Land im Post­sozialis­mus zu er­heb­licher Un­gleich­heit von Lebens­bedin­gungen und zur Ver­drängung und räum­lichen Segregation vieler Be­dürftiger, vor allem Roma. Die räumliche Verdrän­gung hatte vieler­orts die Errichtung von infor­mellen Roma-Sied­lungen in räumlich und sozial margina­lisierten Gebieten zur Folge, die mit der Wieder­be­lebung traditio­neller Roma-Ge­mein­schaften einher­ging. Damit verband sich zugleich die – im öffentlichen wie im akade­mischen Diskurs bisher kaum reflek­tierte – Re­traditio­na­li­sie­rung von Ge­schlechter­ver­hältnis­sen in der Roma-Com­mu­nity, die für Roma-Frauen vor allem ver­stärkte patriarchale Rollen­zu­schrei­bungen, erhöhte soziale Kontrolle, zusätz­liche Care-Arbeit und räum­liche Isolation be­deutete.

Hochschulschrift (Masterarbeit); Betreuerin: Gabriele Michalitsch

u:theses ist das Hochschulschriften-Repositorium der Universität Wien.

UB Wien: utheses.univie.ac.at/detail/70120

TV Erba: Festveranstaltung ROMNJAKraft.Sor

April 12th, 2024  |  Published in Frauenrechte, Politik, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 11.4.2024 | 9:37 min

Internationaler Tag der Roma Romnija

O internacijonali di le Romendar ando bersch 1990 le World Romani Congress (themes­kero kongre­so le Romendar) use jek talali­nipe andi Polnija arkerdo ulo. Odotar aun sako bersch ando 8. april ando cilo them mulatim lo ol. Le par­lamen­tiske Austrija te ada bersch jek bari­kano aun­paschla­ripe hi, jeka mulati­makera oraha ada gondo­li­peskero di te mula­tinel. O fokus upro Romnja pasch­lardo te ol taj te o phari­peskero punkto la temaha ERINNERN:AT „genocid upro Roma taj Sinti“ aun vakerdo te ol. I historija le Romane dschuv­lendar pregim hi jeke schten­digi paruji­pestar, savo socijal­kultu­reli, politisch taj virt­schoft­lichi fak­torenca tradim hi, sikadipe taj empower­ment jek bari rola khelen. Nacijo­nali taj inter­nacijo­nali bajschpü­lendar sikado te ol, hot sorale ande bescha­riptscha del, o tscha­tschip­tscha le Romane dschuv­lendar bajder te sorarel.

Der Internationale Tag der Romnja/Roma wurde 1990 vom World Romani Congress (Welt­kongress der Roma) im Rahmen einer Sitzung in Polen be­schlossen. Seitdem finden am 8. April welt­weit Aktions­tage statt; dies geht auf den ersten Welt­kongress der Rom­nja/Roma zurück, der im Jahre 1971 in London statt­ge­funden hat. Für das Parla­ment Österreich ist es auch in diesem Jahr ein würdiger Anlass, mit einer Feier­stunde diesen Gedenk­tag zu begehen. Dabei soll einer­seits der thema­tische Fokus auf die Rolle der Rom­nja/Roma-Frauen gelegt und auch das Schwer­punkt­thema von ERINNERN:AT „Genozid an den Roma und Sinti“ an­gespro­chen werden. Read the rest of this entry »

Internationaler Roma-Tag im Parlament

April 9th, 2024  |  Published in Frauenrechte, Politik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Roma-Tag 2024 im Parlament: Von links: Tina Friedreich Fachkraft im Sozialbereich – Integrationsprojekte für Roma und Romnja, Teamkoordinatorin für EMRO Arbeitsmarktintegration für Roma und Romnja Csilla Höpfler, Obfrau von Vivaro-Viva Romnja Žaklina Radosavljević, Barbara Karlich, Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, Tina Friedreich Fachkraft im Sozialbereich – Integrationsprojekte für Roma und Romnja, Mitglied des Volksgruppenbeirates der Roma im Bundeskanzleramt Manuela Horvath (Foto: Parlamentsdirektion/Thomas Topf) Empowerment und Erinnerung: Fest­ver­anstal­tung im Sitzungs­saal des Natio­nal­rats mit Ver­tre­ter:in­nen der Volks­grup­pe der Rom:nja und Sin­ti:zze

Wien (PK) – Unter dem Titel „ROMNJAKraft.Sor Erinnerung – Wandel – Aufbruch“ fand am Montag­nach­mittag im Parlament die bereits tra­ditio­nelle Ver­anstal­tung zum Inter­natio­na­len Roma-Tag statt. Heuer wurde dabei die wich­tige Rolle der Roma-Frauen in der Ent­wick­lung der Volks­gruppe hervor­ge­hoben. Ins­beson­dere wurde auf Bildung und Empower­ment als wichtige Faktoren für die weitere Stärkung der Rechte von Roma-Frauen hin­ge­wiesen. Der zweite inhalt­liche Fokus der Ver­anstal­tung lag auf dem Gedenken an den Porajmos, den Genozid an den euro­päi­schen Roma/Rom­nja und Sinti/Sin­tizze in der Zeit des Natio­nal­sozia­lismus.

Sobotka: Veranstaltung ist Zeichen der Solidarität mit der Volksgruppe

In seinen Eröffnungsworten führte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka aus, dass das österrei­chische Parlament die österrei­chi­schen Volks­gruppen über den gesetz­lichen Rahmen für die Volks­gruppen­arbeit hinaus in viel­facher Weise unter­stütze. Es bemühe sich, sie sichtbar zu machen, ihnen eine Stimme zu geben und Zeichen der Solida­rität zu setzen. Read the rest of this entry »

8. April: „ROMNJAKraft.Sor“ im Parlament

April 8th, 2024  |  Published in Frauenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Parlament in Wien (Foto: Manfred Werner/WikiCommons)Erinnerung – Wandel – Aufbruch: Fest­ver­anstal­tung des ös­ter­rei­chi­schen Par­la­ments an­läss­lich des In­ter­na­tio­na­len Roma-Ta­ges 2024

Datum: 8. April 2024, 14:00 Uhr
Ort: Nationalratssaal
Veranstalter: Wolfgang Sobotka, Präsident des Na­tio­nal­rates

Der Internationale Tag der Romnja/Roma wurde 1990 vom World Romani Congress (Welt­kongress der Roma) im Rahmen einer Sitzung in Polen be­schlossen. Seitdem finden am 8. April welt­weit Aktions­tage statt; dies geht auf den ersten Welt­kongress der Rom­nja/Roma zurück, der im Jahre 1971 in London statt­ge­funden hat. Für das Parlament Öster­reich ist es auch in diesem Jahr ein wür­diger Anlass, mit einer Feier­stunde diesen Gedenk­tag zu be­gehen. Dabei soll der thema­tische Fokus auf die Rolle der Rom­nja/Ro­ma-Frauen ge­legt werden, deren Geschichte ge­prägt ist von einem ständi­gen Wandel, der von sozio­kulturellen, politischen und wirt­schaft­li­chen Faktoren be­ein­flusst wird. Bildung und Empower­ment spielen dabei eine ent­schei­dende Rolle. Anhand von nationalen und inter­natio­nalen Bei­spielen soll auch gezeigt werden, dass es ver­stärkte Be­mühun­gen gibt, die Rechte von Roma-Frauen weiter zu stärken.

Durch ihr Programm ERINNERN:AT wird die Österreichische Bildungs­agentur (OeAD) den Genozid an den Roma und Sinti als ein weiteres Schwer­punkt­thema der Ver­anstal­tung auf­greifen. Dieses Programm be­schäftigt sich mit dem Lehren und Lernen über National­sozialis­mus, Holocaust sowie der Prä­vention von Anti­semitismus durch Bildung. Weitere Infor­matio­nen können Sie auf ERINNERN:AT abrufen.

Programm Read the rest of this entry »

„Banyaerdő – Social Enterprise“ (Ungarn)

Februar 22nd, 2024  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Frauenrechte

2020 nominiert: das ungarische Projekt Banyaerdő (Foto: Banyaerdő)SozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jekte be­fas­sen sich mit Roma. Wir stel­len Ihnen eini­ge dieser Ini­tia­tiven vor:

Das Beschäftigungspro­jekt „Banyaerdő“ stellt Pro­dukte aus den natür­­li­chen Res­sour­­cen des länd­­lichen Dencsháza in Ungarn her. Damit wird insbesondere Roma-Frauen ohne Zu­gang zum Arbeits­markt ein Ein­kommen zu fairen Löhnen er­mög­licht. Das Pro­jekt war für die SozialMarie 2020 nominiert.

Projektträger: Udvarom Szociális Szövetkezet

Herausforderung: Frauen in Dencsháza (Süd­un­garn) sind aufgrund begrenzter Berufs­aus­bildungs- und Bildungs­mög­lich­keiten vom ersten Arbeits­markt aus­ge­schlos­sen. In margi­nali­sierten Dörfern und länd­lichen Gemein­den gibt es nur sehr wenige Be­schäf­tigungs­mög­lich­keiten außer­halb des natio­nalen öffent­lichen Arbeits­programms. Auch die lokalen Unter­nehmen haben nur begrenzt Zugang zum Markt außer­halb ihrer Dörfer und Regionen.

Idee: Banyaerdő verbindet lokales Fachwissen, um Produkte aus den natür­lichen Ressour­cen des länd­lichen Dencsháza her­zu­stellen und auf städtischen Märkten zu ver­kaufen. Wir arbeiten im Einklang mit der Gemein­schaft und den natürlichen Res­sourcen des Land­kreises Baranya. Unsere Produkte werden in den Wäldern und auf den Feldern des Dorfes her­ge­stellt und ge­sammelt. Unser Geschäfts­modell gewähr­leistet faire Löhne und eine gleich­berech­tigte Partner­schaft zwi­schen den Akteu­ren der Ge­meinde.

Akteur*innen: Die Zielgruppe des Projekts sind sozial marginali­sierte Com­munitys, ins­beson­dere Roma-Frauen. Banyaerdő arbeitet seit vielen Jahren mit dieser Gemein­schaft im Rahmen von örtlichen Com­muni­ty-Buil­ding-Pro­jek­ten zusam­men. Unser Team und unser Pro­gramm ko­operie­ren mit der Gemein­de und den Schulen von Dencsháza sowie dem Mecsekerdő-Na­tio­nal­park zu­sammen.

Wirkung: Innerhalb von weniger als einem Jahr nach dem Start von Banyaerdő haben wir unsere Produkte zu einer Marke ent­wickelt und sie in Budapest verkauft. Wir schlossen auch Partner­schaften für den Groß­handel mit unseren Pro­dukten direkt mit Miche­lin-Ster­ne-Res­tau­rants. Read the rest of this entry »

„Community Roma Doula Service“ (Ungarn)

Dezember 5th, 2023  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Frauenrechte

Sozialmarie 2023: Community Roma Doula Service in Un­garn (Foto: Vale­ria Cher­chi)SozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jekte be­fas­sen sich mit Roma. Wir stel­len Ihnen eini­ge dieser Ini­tia­tiven vor:

Einer der Hauptpreise der SozialMarie 2023 ging an das Projekt Community Roma Doula Service (Közös­ségi dú­laszol­gá­lat Al­sózsol­cán), welches be­nach­tei­ligte Frauen, die auf­grund ihrer sozialen und wirt­schaft­li­chen Situa­tion an­fäl­liger für geburts­hilf­liche Gewalt sind, unter­stützt. Das Projekt zielt darauf ab, dies zu be­kämpfen, indem es einen ge­mein­schaft­li­chen Doula­dienst in Alsózsolca (Nord­ost­ungarn) be­treibt und die Selbst­or­ga­ni­sa­tion von Ro­ma-Frauen unter­stützt.

Projektträger: EMMA Közhasznú Egyesület (EMMA Association)

Herausforderung: Roma-Frauen mit einem benachteiligten Hintergrund sind an­fälliger für geburts­hilfliche Gewalt; ihre repro­duk­tiven Rechte können in Er­mange­lung an­ge­mes­sener Infor­matio­nen und Schulun­gen kumu­lativ verletzt werden. Viele schwangere Frauen bitten darum, können aber in ihrem Umfeld nie­man­den finden, der sie in den Kreißsaal be­gleitet; diese Frauen werden also allein gelassen.

Idee: Im Rahmen des Projekts Community Roma Doula Service in Alsózsolca (Nordost­ungarn) über­nehmen ein­heimi­sche Roma-Frau­en eine unter­stüt­zende Rolle und be­gleiten ihre Kolle­ginnen im Kranken­haus. In einer beson­ders ver­letzlichen Phase des Lebens einer Frau setzen sich die Doulas dafür ein, dass die körper­lichen und emotio­nalen Bedürf­nisse der Frauen erfüllt werden, und arbeiten daran, ihre Dis­krimi­nierung zu ver­hindern.

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Menschenhandel: Leihmütterskandal auf Kreta

August 18th, 2023  |  Published in Frauenrechte, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Krimineller Adoptionsring in Griechenland: Ausbeutung von Roma-Frauen als einträgliches Geschäft (Foto: Eloisa/Pixabay) Menschenhandel: Auf Kreta wurde ein il­lega­ler Adop­tions­ring auf­ge­deckt – Frauen in Notlage wur­den nach Grie­chenl­and ge­lockt und als Leih­müt­ter aus­ge­beu­tet. Unter ih­nen vie­le Romnja aus Süd­ost­europa.

In Griechenland wurde vor einigen Tagen ein Leihmütter­skandal in einer Kinderwunsch­klinik auf­ge­deckt. Dies berichtet ORF.at unter Berufung auf grie­chische Medien­berichte und Zeit Online. In einer Klinik in Kreta sollen seit Jahren Frauen aus Ost­europa als Eizellen­spen­derinnen und Leih­mütter aus­ge­beutet worden seien – für Kund­schaft aus zahl­­reichen euro­­päischen Ländern, die, so ORF.at, „zumin­dest die rechtliche Grauzone auf dem Weg zum Baby­glück in Kauf“ nahm. Allein seit Dezem­ber des Vor­jahres wurden an der Kinderwunsch­klinik in der Hafen­stadt Chania 182 der­artige Fälle doku­mentiert. Bei der Razzia in der Stadt fanden die Einsatz­kräfte der Abteilung für orga­ni­sierte Kriminalität ver­gangene Woche nicht weniger als dreißig momentan schwan­gere Leihmütter vor.

„Die benötigte richterliche Erlaubnis sei in zahlreichen Fällen ge­nauso gefälscht wor­den wie Adoptions­papiere und medi­zinische Akten“, so ORF.at. Der Gründer und Leiter der Klinik und acht weitere Per­sonen wurden fest­ge­nommen. Ihnen wird vor­geworfen, „ein inter­nationales Netzwerk an Zuhältern auf­gebaut haben, um ,schutz­be­dürftige Frauen‘ aus dem Ausland nach Griechenland zu schaf­fen“. Dort seien diese dann als Leih­mütter oder Eizell­spen­derinnen herangezogen worden. ORF.at be­richtet: „Die Frauen aus Moldawien, der Ukraine, Georgien, Rumänien und Bulgarien – viele von ihnen Romnja – stam­men aus sehr armen Ver­hält­nissen und seien mit falschen Ver­sprechungen nach Kreta gelockt worden. Sie seien von der Öffent­lich­keit ab­geschirmt und in 14 Wohnungen ,unter erbärm­lichen Ver­hält­nissen‘ unter­ge­bracht und überwacht worden. Read the rest of this entry »

Podcast: Erklär mir Diskriminierung (2022)

Juni 13th, 2023  |  Published in Einrichtungen, Frauenrechte, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Podcast: Erklär mir die Welt, Folge #211, Mai 2022

Wie kann man sich gegen Diskriminierung zur Wehr setzen? Sandra Konstatzky er­klärt an vielen echten Bei­spielen, wie man sich als Be­trof­fe­ne:r effek­tiv zur Wehr setzt. Sandra Konstatzky ist Lei­terin der Gleich­be­hand­lungs­anwalt­schaft.

→Gleichbehandlungs:App
→Vorfall melden

(Beitrag und Text: Andreas Sator/Erklär mir die Welt)

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Zwangsterilisierungen: 275 Frauen entschädigt

April 29th, 2023  |  Published in Frauenrechte, Rassismus & Menschenrechte

Protest betroffener Frauen vor dem Krankenhaus in Ostrava (Foto: Romedia)275 Frauen wurden in Tschechien bisher für ge­setz­wid­rige Ste­ri­li­sie­run­gen ent­schädigt

Bisher wurden 275 Frauen in Tschechien für gesetzwid­rige Sterilisie­rungen ent­schädigt. Das Gesund­heits­minis­te­rium erhielt seit dem ver­gange­nen Jahr 630 Anträge, drei Viertel davon wur­den erledigt. Dies teilte die Re­gierungs­be­voll­mäch­tigte für die Roma-Min­der­heit, Lucie Fuková, am Sonn­tag mit. Die Roma-Or­ganisa­tio­nen be­schwer­ten sich im ver­gan­genen Jahr darüber, dass das Ministe­rium als Beleg für die Ent­schädigung nur die Patienten­akte an­er­kennt. Die Re­gierungs­bevoll­mächtigte für die Men­schen­rechte, Klára Šimáčková Laurenčíková, sagte vor kurzem gegen­über der Nach­richten­agentur ČTK, dass eine Beweis­aus­weitung er­wogen wird. Fuková will sich wegen even­tu­eller Ent­schädigung für Sterili­sie­rungen, die wäh­rend der Exis­tenz der Tschechoslowakei in der Slowakei durch­ge­führt worden sind, an ihren slowa­kischen Amts­kol­le­gen wenden.

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