Rassismus & Menschenrechte

Stimmen gegen Bettelverbot in Landeck

Februar 21st, 2017  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Geben erlaubt (Foto: Bettellobby)Offener Brief: Die Bettellobby Tirol spricht sich für eine zu­kunfts­orien­tierte, an den Grund­rech­ten orien­tier­te Praxis aus, wel­che sich gegen Ver­bote und so­zia­le Aus­gren­zung rich­tet.

In einem offenen Brief fordert die Bettel­lobby Tirol die Mit­glie­der des Landecker Ge­mein­de­rats auf, das ge­plan­te Bettelverbot, für das sich der Stadt­rat mehr­heit­lich aus­sprach, zu über­denken und keine vor­eili­gen kurz­sich­ti­gen Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Die Bettel­lobby Tirol spricht dies­be­züg­lich von einem un­ver­hält­nis­mäßi­gen Ein­griff in die Men­schen­rechte. Sie warnt davor, einen Weg der Politik ein­zu­schla­gen, die auf dem Rücken von ar­muts­betrof­fe­nen Men­schen aus­getra­gen wird: „Wir ap­pel­lie­ren, sich von einer Po­litik zu dis­tan­zie­ren, die auf po­pu­lis­ti­schen, krimi­na­li­sie­ren­den und dif­fa­mie­ren­den Zu­schrei­bun­gen auf­baut und darauf ab­zielt, Men­schen gegen­einan­der aus­zu­spielen.“

In ihrer Arbeit ist die Bettellobby Tirol im­mer wie­der auch mit Fragen ver­un­sicher­ter Bür­gerInnen kon­fron­tiert. Viel­fach fehlt es den Men­schen an Hinter­grund­infor­ma­tio­nen zur Situa­tion von bet­teln­den Men­schen: „Unse­re Er­fah­run­gen zei­gen, dass Ge­sprä­che, Aus­tausch und In­for­ma­tio­nen Ängste ab­bauen, Un­sicher­hei­ten lin­dern und da­durch zu einem un­auf­gereg­te­ren Um­gang mit dem Thema in der Mehr­heits­be­völ­ke­rung bei­tragen kön­nen.“

Die Bettellobby Tirol plädiert daher für bewusst­seins­bil­den­de Maß­nah­men und Sen­sibili­sie­rung statt Ver­bote. Denn Betteln ist für viele Men­schen die ein­zige Mög­lich­keit zur Ver­än­de­rung un­zu­mut­barer Ver­hält­nisse auf der oft ver­geb­li­chen Suche nach alter­na­tiven Verdienst­mög­lich­keiten. Zu bet­teln kos­tet den Men­schen meist viel Über­windung. Read the rest of this entry »

„… und gehört zur Volksgruppe der Roma“

Februar 12th, 2017  |  Published in Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Wissenschaft

Cover der Deutschen Richterzeitung (Foto: via Zentralrat)Prof. Dr. Andreas Mosbacher/Romani Rose:
„…und gehört zur Volksgruppe der Roma…“

Artikel in der Deutschen Richterzeitung
DRiZ, Heft 2/2017 (Inhaltsverzeichnis)

In der neuesten Auflage der Deutschen Richterzeitung (DRIZ 2/2017) wurde ein ge­mein­schaft­li­cher Ar­ti­kel von Richter am Bun­des­gerichts­hof Prof. Dr. Andre­as Mos­bacher und dem Vor­sitzen­den des Zentral­rats Ro­mani Rose ver­öf­fent­licht. Ob­wohl in den per­sön­li­chen Ver­hält­nis­sen im Ur­teil le­dig­lich Kri­te­rien wie, wann und wo der An­geklag­te ge­bo­ren, in wel­chen Ver­hält­nis­sen er auf­ge­wach­sen ist, seine schu­li­sche und beruf­li­che Bil­dung, sein Beruf und die fa­miliä­ren und wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nisse zu nen­nen sind, ver­weisen eini­ge Ur­teile auf die Zu­ge­hö­rig­keit zu einer Volks­gruppe. Die Nen­nung der eth­ni­schen Zu­ge­hörig­keit ist, wie bes­timm­te an­dere In­for­ma­tio­nen über den An­geklag­ten, ein typi­sches Einfalls­tor für die Dis­kri­mi­nie­rung von Min­der­heiten und die Be­stäti­gung la­ten­ter Vor­urteile. Un­ter dem Titel „…und ge­hört zur Volks­gruppe der Roma“ wer­ben die Auto­ren für mehr Sen­si­bi­li­tät der Straf­justiz beim Um­gang mit Minder­heiten.

(Text: Zentralrat)

Radio Amnesty Aktuell: #NoRacism

Februar 8th, 2017  |  Published in Radio & TV, Rassismus & Menschenrechte

Amnesty-Kampagne #NoRacismRadio Dreyeckland
Amnesty Aktuell, 6. Februar 2017
Sendung der Amnesty-Hochschulgruppe Freiburg

>>Zur Sendung (mp3) – nur noch 6 Tage abrufbar

In der Februar-Sendung von „Amnesty Aktuell“ möch­ten wir im Rah­men der ak­tuel­len Am­nes­ty-Kam­pagne #NoRacism Ras­sis­mus und seine men­schen­rechts­ver­letzen­den Kon­se­quen­zen mit ver­schie­de­nen Län­der­schwer­punk­ten be­han­deln. Für die­se Sen­dung wol­len wir uns auf Un­garn, Po­len und Deutschland kon­zentrie­ren. Der Bei­trag zu Ungarn wird sich vor al­lem um die mo­men­ta­ne poli­ti­sche Lage in dem Land und die da­mit ver­bun­de­ne ras­sis­ti­sche Dis­kri­mi­nie­rung der un­ga­ri­schen Roma-Be­völ­ke­rung dre­hen.

Interviewpartner: Für In­for­ma­tio­nen zum Land Polen haben wir Adam Bodnar ge­win­nen kön­nen. Er ist Ver­fas­sungs­recht­ler und Men­schen­rechts­ak­ti­vist, der seit Sep­tem­ber 2015 sein Amt als Be­auftrag­ter für Bür­ger­rechte aus­übt. Außer­dem wird es ein Tele­fon­inter­view mit einem Am­nesty-in­ter­nen Ex­per­ten aus der Themen­ko­or­di­na­tions­gruppe Polizei ge­ben, bei dem es um Po­lizei­ge­walt in Deutsch­land ge­hen soll. Hier wird es auch Ant­wor­ten zum Thema Ras­sismus inner­halb der Polizei, zur Aus­län­der­kri­mi­na­li­tät und zum Um­gang der Po­lizei mit Situa­tio­nen wie in der Kölner Silves­ter­nacht der ver­gan­ge­nen zwei Jahre geben. An­sons­ten er­warten Euch wie im­mer auch ak­tuel­le Am­nesty-Nach­rich­ten aus al­ler Welt.

(Text: Programminfo Radio Dreyeckland)

Deutschland: Abschiebung „unmenschlich“

Februar 4th, 2017  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Deutschland: Bescheid des Bundesamts widerspricht der Regierungsdoktrin der "sicheren Herkunftsstaaten". (Foto: MiG)Keine Abschiebung in vermeintlich „sicheren Herkunftsstaat“ Mazedonien. Bescheid des deut­schen Bun­des­amts für Migra­tion und Flücht­lin­ge: Ro­ma wer­den in den Bal­kan­staa­ten dis­kri­mi­niert und un­mensch­lich be­han­delt.

Flüchtlingsrat Niedersachsen, 3.2.2017: Das deutsche Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat mit Bescheid vom 20.12.2016 – Az 6943812 – 144 einem im Jahr 2016 ge­bore­nen Roma-Mädchen Ab­schie­bungs­schutz nach §60 Abs. 5 AufenthG zu­ge­bil­ligt. Be­mer­kens­wert ist an die­sem Bescheid vor allem die ver­all­ge­mei­nernde Be­schrei­bung der Dis­kri­mi­nie­rung und Aus­gren­zung, der Roma nach Auf­fas­sung des BAMF in Mazedonien wie in den Balkan­staaten ins­ge­samt un­ter­liegen. Wört­lich heißt es in dem Be­scheid:

Nach Informationen des Bundesamts ist die Volks­gruppe der Roma, als ärmste ethni­sche Gruppe in der ohne­hin ärm­li­chen Gesamt­bevöl­ke­rung Ma­ze­do­niens in ihrem All­tag Vor­ur­tei­len bzw. Dis­kri­mi­nie­run­gen aus­ge­setzt. Sie er­fah­ren häu­fig Be­nach­tei­li­gun­gen im Bil­dungs­wesen, beim Zu­gang zu Sozial­leis­tun­gen und bei Ein­stel­lun­gen öf­fent­li­cher und pri­va­ter Arbeit­geber. Zu­dem kommt es vor, dass An­ge­hö­ri­ge von Min­der­hei­ten öfter als andere von schi­ka­nö­sem Ver­hal­ten von Poli­zis­ten und ande­ren Ver­tre­tern der Ver­wal­tung be­trof­fen sind.

Somit besteht eine beachtliche Gefahr für die Antrag­stel­le­rin, dass sie auf­grund ihrer Volks­zu­ge­hö­rig­keit zu den Roma erheb­li­chen Dis­kri­mi­nie­run­gen aus­gesetzt sein könn­te, wenn sie in ihr Heimat­land zurück­kehren würde, was wie­derum einer un­mensch­li­chen Behand­lung gleich käme.

Durch die noch immer vorherrschende Diskrimi­nie­rung von Roma in den Balkan­staaten und die damit einher­ge­hende Aus­gren­zung an den sozia­len Errun­gen­schaf­ten des Landes wie Kinder­garten, Schule, Beruf oder Studium ist bei einer Ab­schie­bung der Antrag­stellerin mit hoher Wahr­schein­lich­keit davon aus­zu­gehen, dass ihre Frei­heit, mit­hin auch die Freiheit der Würde oder der freien Ent­faltung der Per­sön­lich­keit nicht gewähr­leistet wer­den kann.

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Facts & Figures (155)

Januar 30th, 2017  |  Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte

Bis 2001 be­in­hal­te­ten Po­li­zei­for­mu­la­re für Tat­ver­däch­ti­ge in Bay­ern ein zu­sätzl. Feld mit der Son­der­ka­te­go­rie „Typ Ro­ma/Sin­ti“.

(Quelle)

Zentralrat: NPD-Urteil eine „vertane Chance“

Januar 19th, 2017  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

NPD-Plakat 2013Deutsches Bundesverfassungsgericht ar­gu­men­tiert in­kon­se­quent. Ab­leh­nung des NPD-Verbots ist Heraus­for­de­rung für streit­bare De­mo­kratie.

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma ist über die Ab­leh­nung des NPD-Ver­bots durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ent­täuscht. Diese Ent­schei­dung stellt eine ver­tane Chance zur Un­ter­bin­dung rechts­extre­men Pro­pa­gan­da und Hetze, zu­gleich aber eine Heraus­for­de­rung der streit­ba­ren Demo­kra­tie dar. Be­grü­ßens­wert ist jedoch die Be­stä­ti­gung der Wesens­ver­wandt­schaft der NPD mit dem Natio­nal­sozia­lis­mus sowie deren anti­semi­ti­schen Grund­hal­tung durch das Gericht.

Zu der Entscheidung erklärte der Zentralratsvor­sitzen­de Romani Rose:

„Die NPD hat bei Landtagswahlen und bei der letzten Bundes­tags­wahl massiv gegen Sinti und Roma gehetzt. Das Bun­des­ver­fas­sungs­gericht ar­gu­men­tiert in­kon­se­quent, wenn einer­seits die NPD als ver­fas­sungs­feind­liche und rassis­ti­sche Partei be­nannt wird, dann aber wegen zu gerin­ger Wirk­sam­keit nicht ver­boten wer­den müsse. Sinti und Roma ge­hö­ren zum Feind­bild der NPD. Zur Stär­kung unseres demo­krati­schen Rechts­staates wäre eine Absage an die rechts­extreme Blut- und Boden­ideo­logie durch ein Ver­bot sehr wich­tig ge­wesen.“

Auch wenn das Gericht bei der NPD keine Aussicht sehe, künf­tig wieder poli­tisch erfolg­reicher und schlag­kräf­tiger zu wer­den, stelle sich an­ge­sichts der bevor­ste­hen­den Bundes­tags­wahlen die Frage, in­wie­weit die men­schen­ver­achtende Pro­pa­gan­da der NPD weiter aus Steuer­mit­teln fi­nan­ziert werde.

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Radio LORA: Sinti und Roma in München

Januar 13th, 2017  |  Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Radio & TV, Rassismus & Menschenrechte

Freies Radio LORA 92,4LORA München 92,4Auf Kante genäht
Gestaltung: mike_gh| 28.11.2016 | 58:25 min
>>Streaming | >>Download (mp3, 53 MB)

Aus Anlass der Ausstellung „Die Verfolgung der Sinti und Roma in München“ , noch zu sehen bis 29.1.2017 (mehr hier), gestaltete das freie Radio „LORA 92,4“ eine einstündige Sendung seiner Programm­reihe „Auf Kante ge­näht“ über Sinti und Roma in München, Bayern und Europa. Die The­men der Sendung:

  • Interviews mit Kurli, einem jungen Sinto, über seine Er­fah­run­gen im Um­gang mit Kun­den und in der Grund­schule
  • Überblick: Seit wann Sinti und Roma in Deutschland le­ben und wie sind be­han­delt wurden
  • Gespräch mit H. Burger, Sozialarbeiter bei DROM, einer Be­ra­tungs­stel­le im Hasenbergl
  • Was ist der Unterschied zwischen Integration und Teilhabe
  • Ausschnitte aus dem Vortrag „Sicht auf Europa und Deutsch­land“ von Herbert Heuss
  • Vertrauen – wen wundert es eigentlich, wenn sich Sinti und Roma auf die eige­ne Fa­mi­lie als Rück­zugs­ort ver­lassen?
  • Vorstellung zweier Studien zum Thema Antiziganismus
  • Dazu ein Interview mit Aloe Yalpi – er hat als heilpäda­go­gi­sche Unter­richts­hil­fe Er­fah­run­gen mit Sinti in Mün­chen ge­sam­melt

(Text: freie-radios.net)

Radio: Betteln in Tirol – Wege aus der Armut

Januar 9th, 2017  |  Published in Radio & TV, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Freirad – Freies Radio Innsbruck https://cba.fro.at/330265 | Erstausstrahlung: 10.12.2016 (Download, 143,07 MB) | Aufnahme: Bendedikt Sauer | Gestaltung: Mira Kugler

Wissenschaftliche Erkentnisse und sozial­po­li­ti­sche Hand­lungs­an­sätze zur Ar­muts­migra­tion nach Tirol

Erstmals liegt in Tirol eine wissenschaftliche Studie (finanziert vom Tiroler Wis­sen­schafts­fonds) vor, die Auf­schlüs­se über die ge­gen­wär­ti­ge Armutsmigration nach Inns­bruck gibt. Dabei wurde die Si­tua­tion von Men­schen aus post­kom­mu­nis­ti­schen Län­dern unter­sucht, die tem­po­rär nach Tirol kom­men und in­for­mel­len Tätig­kei­ten wie Betteln oder dem Ver­kauf von Straßen­zeitun­gen nach­gehen. Der Fo­kus liegt dabei auf sozio­öko­no­mi­schen Heraus­for­de­run­gen in den Her­kunfts­län­dern und Beweg­grün­den zur Migration wie auch auf den Rah­men­bedin­gun­gen für ihren Auf­ent­halt in Tirol.

Unter der Moderation von Benedikt Sauer fand am 16. No­vem­ber 2016 im Haus der Be­geg­nung die Prä­sen­ta­tion der wis­sen­schaft­li­chen Studie statt. Bar­ba­ra Tie­fen­ba­cher und Elisabeth Hussl stell­ten ihre Er­kennt­nis­se erst­mals vor. Im An­schluss gab es eine Po­diums­dis­kus­sion mit Fra­gen aus dem Pub­li­kum zum Thema: Er­fah­run­gen zur so­zia­len In­tegra­tion von bet­teln­den Men­schen in den Bun­des­län­dern. Am Po­dium sa­ßen Barbara Tiefenbacher (Sla­wis­tin), Elisabeth Hussl (Po­li­tik­wis­sen­schaf­te­rin), Ferdinand Koller (Ro­ma­no Centro, Wien) und Alina Kugler (Verein Phurdo Salzburg). Ver­an­sta­ltet wur­de der Abend vom Ins­ti­tut für Zeit­ge­schich­te der Uni­ver­si­tät Innsbruck, dem For­schungs­zentrum Migration und Glo­ba­li­sie­rung, dem For­schungs­schwer­punkt Kul­tu­relle Begeg­nungen – Kul­tu­relle Kon­flikte, der Initiative Minder­heiten Tirol und dem Haus der Be­geg­nung. Die ein­lei­ten­den Wor­te sind von Lisa Gensluckner.

(Text: Bettellobby | CBA)

TV-krimijengere kheliptscha: Skandal „Tatort“?

Januar 4th, 2017  |  Published in Radio & TV, Rassismus & Menschenrechte

Tatort und die Roma (Foto: Das Erste)Ando: dROMa 35 (2012), rik 12

Te ando televisakere krimiskere khe­lip­tscha iste o Roma taj o Sinti le „ekso­tischi“ kolo­ri­tiske otscha like­ren. „Armer Nanosh“ (1989, le Manfred Krugiha) taj „Brandmal“ (2008) but­schon o duj nimtsch­ke „Tatort“-film­tscha, save imar angle len­gero ersch­ti sika­jipe but rasis­musis­kere ang­le tschi­dip­tschen­ge sor­ginde. O erschti (khe­tan pisim le Asta Scheibiha) an­dar o piso le pisi­ma­schistar Martin Walser hi. O centra­li khe­ta­nipe le nimtsch­ke Sinti­jen­dar taj Ro­men­dar gejng o but anti­ciga­nis­ti­schi koji angle gele, save akor sika­de, hot odola nana tscha­tsche. Mint o mur­da­ripe o tschau jeke phure nacijo­nal­soci­ja­lis­tis­tar ojs kami­pes­kero ke­ripe jeke Sin­tostar insce­ni­rin­tscha, kaj o opfer­tscha le geno­ci­dis­tar uso mur­da­ri­pes­kere ke­raschta tel dschu­mim te on. An­de „Brandmal“ phen­do ol, hot jek Romani tschaj an­dar jek asil­hajm, jag tschi­tscha, kaj vala­ko mulo. Ada­la nega­tivi koji papal jek eklat put­rinde. O centra­li rot dikla, hot i flo­gos­keri grupn ande jek bibas­talo koja ande cidim ol taj vascho­da o tel bescha­ripe mangla. O WDR ada „Tatort“ ham si­katscha taj adaj upro alava pe angle beschte le austriti­ke flogos­kere grup­na­kere baj­rotis­tar Rudolf Sarközi pal astarde, saves­ke i Romen­geri seri­ja tecintscha; ojs bero­terkija te i Sinti­jen­geri fatre­ter­ki­ja Petra Rosenberg an­de phand­li sina.

(RU, dROMa 35/2012)

Skandal „Tatort“?

Januar 2nd, 2017  |  Published in Radio & TV, Rassismus & Menschenrechte

Tatort und die Roma (Foto: Das Erste)Antiziganismus-Vorwürfe gegen die Krimi­se­rie „Tat­ort“ (mehr hier) sind nicht neu: Schon 1989 und 2008 führ­ten zwei „Tat­ort“-Fol­gen zum Eklat.

Aus: dROMa 35 (2012), S. 12

Auch in TV-Krimis müssen Roma und Sinti ge­le­gent­lich für „exo­ti­sches“ Kolo­rit her­hal­ten. „Armer Nanosh“ (1989, mit Manfred Krug) und „Brandmal“ (2008) lau­ten die Ti­tel zwei­er deut­scher „Tatort“-Fol­gen, die be­reits vor ihrer Erst­aus­strah­lung für hef­ti­ge Rassismus­vor­wür­fe sorg­ten. Ers­te­rer stammt (ge­mein­sam ver­fasst mit Asta Scheib) aus der Fe­der des Schrift­stel­lers Martin Walser. Ver­geb­lich lief der Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma Sturm gegen die An­häu­fung anti­zi­ga­nis­ti­scher Kli­schees, de­ren schein­bar po­li­tisch kor­rek­te Pointe darin be­steht, dass sich diese Fähr­ten am En­de als falsch er­wei­sen. Den Mord hat näm­lich der Sohn eines NS-Ver­bre­chers als Eifer­suchts­tat eines Sinto in­sze­niert, um die Opfer des Geno­zids zu Mör­dern zu stem­peln. In „Brandmal“ wird ein Roma-Mäd­chen aus einem Asyl­heim ver­däch­tigt, ein töd­li­ches Feuer ge­legt zu ha­ben. Die Grat­wan­de­rung, nega­tive Kli­schees auf­zu­grei­fen, um sie the­ma­ti­sie­ren zu kön­nen, löste einen neuer­li­chen Eklat aus. Der Zentral­rat sah die Volks­grup­pe ver­un­glimpft und ver­lang­te die Ab­setzung.

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