Maskierte stürmten eine Arbeiterunterkunft in München und attackierten die Bewohner mit Messern und Eisenstangen. Vier Personen aus Bulgarien wurden verletzt, eine schwer. Die Polizei rätselt über das Tatmotiv – und verschweigt die antiziganistische Parole, die einer der Angreifer rief. Die Täter sprachen teilweise „österreichischen Dialekt“.
In München-Moosach drangen am Freitagabend 10 bis 15 Vermummte in eine Unterkunft von bulgarischen Arbeitern ein und griffen die Bewohner mit Messern und Eisenstangen an. Vier Arbeiter im Alter von 29 bis 36 Jahren wurden bei dem Angriff verletzt, der 36-Jährige schwer. Er erlitt eine Bein- und eine Handverletzung, laut Polizeimitteilung wurde er durch einen „scharfkantigen Gegenstand“ verletzt und musste mit dem Rettungswagen ins Spital gebracht werden. Er wird stationär behandelt. Alle vier sind bulgarische Staatsbürger ohne festen Wohnsitz in Deutschland.
Polizeimitteilung vom 17. Mai
Die am Sonntag ausgegebene Medienmitteilung der Polizei München beschreibt den Vorfall wie folgt:
Am Freitag, 15.05.2026, gegen 22:00 Uhr, gingen beim Polizeinotruf 110 mehrere Anrufe ein. Dabei wurde mitgeteilt, dass es in der Bunzlauer Straße im Bereich des U- und S-Bahnhofes Moosach zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit einer Vielzahl beteiligter Personen gekommen war. Nach derzeitigem Ermittlungsstand drangen mehrere Personen mit Tüchern und Sturmhauben maskiert in eine am Bahnhof befindliche Arbeiterunterkunft ein und griffen die dort anwesenden Personen an. Dabei seien auch Messer und Eisenstangen verwendet worden. Die Angreifer konnten unerkannt flüchten. Ein größerer Polizeieinsatz mit über 30 Streifen war die Folge.
Einige der attackierten Personen versuchten zu flüchteten, „indem sie aus dem Fenster sprangen, sogar aus dem ersten Stock“, schreibt die Münchner Abendzeitung. Als die ersten Polizeistreifen – laut Polizei binnen weniger Minuten – vor Ort eintrafen, waren die Täter bereits verschwunden. Die Polizei vermutet, dass die Angreifer nach dem Überfall mit einem Auto das Weite suchten.
Romafeindliche Parole
Die Kriminalpolizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und schweren Landfriedensbruch. Nach bisherigem Erkenntnisstand kannten sich Täter und Opfer nicht, meldet BR.de. Man ermittle in alle Richtungen, auszuschließen sei nur eine Beziehungstat, so die Polizei in München. „Ob es sich um eine fremdenfeindliche Tat gehandelt hat, konnte die Polizei am Sonntag nicht sagen, die Motivlage sei unklar“, berichtet die Süddeutsche Zeitung.
Allerdings: Die Polizei verschwieg einen deutlichen Hinweis auf ein rassistisches bzw. antiziganistisches Tatmotiv, von dem man erst in der Abendzeitung erfährt. Diese berichtet von einem wahrscheinlichen „fremdenfeindlichen Hintergrund“: „Nicht nur, dass in dem Wohnheim ausschließlich Bulgaren wohnen – zudem habe einer der Täter den Satz ,Schnapp Dir den Zig****r!‘ gerufen.“ Read the rest of this entry »