Rassismus & Menschenrechte

Online-Petition #ZARAbleibt!

April 21st, 2026  |  Published in Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Frauenrechte, Internet & Blogothek, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

"Zara bleibt"#ZARAbleibt! – Österreich braucht weiterhin Zivil­courage!

Zur Petition auf mein.aufstehn.at

Sehr geehrte Bundesministerin Bauer,
sehr geehrte Bundesregierung und Entscheidungsträger!

ZARA ist seit Jahren eine unverzichtbare Anlaufstelle für Menschen, die in Öster­reich Rassismus, Dis­krimi­nie­rung und Hass erleben. Der Verein bietet Beratung, Doku­mentation, Unter­stützung und öffent­liche Auf­klärung genau dort, wo Betrof­fene sonst oft allein ge­lassen werden. Gerade in einer Zeit, in der rassistische, hass­erfüllte Sprache wieder salon­fähig gemacht wird, ins­beson­dere im digitalen Raum, braucht es diese Arbeit mehr denn je. Die ge­plante Kürzung der Förder­gelder, die das De-facto-Ende dieser wich­tigen Auf­klä­rungs- Unter­stützungs- und Prä­ven­tions­arbeit be­deuten, ist daher der falsche Schritt in einer Gesell­schaft, die sich zu­neh­mend pola­risiert.

Deswegen sind gerade Sie, Familienministerin Bauer, aber auch die ge­samte Bundes­regie­rung und die Ent­schei­dungs­träger in Parlament und Verwaltung jetzt auf­ge­fordert, Ihre Ent­scheidungen zu über­denken und sich klar für eine Erhal­tung dieser so wich­tigen Institution aus­zu­spre­chen und ein­zu­setzen!

Warum ist das wichtig?

Österreich hat in den letzten Jahren erlebt, wie sich gesellschaft­liche Span­nungen ver­schärfen, wie Debatten über Migration, Integra­tion und Zu­ge­hörig­keit polarisiert werden und wie Hass im Netz und im Alltag norma­lisiert werden. ZARA leistet hier nicht nur Sofort­hilfe für Betrof­fene, son­dern schafft auch wichtige Sicht­bar­keit für Probleme, die viele lieber ver­drängen würden. Dass allein 2025 mehr als 1.500 rassisti­sche Vorfälle doku­mentiert wurden, zeigt, dass es nicht um ein Rand­thema geht, sondern um eine reale Belas­tung für das gesell­schaft­liche Zu­sam­men­leben.

Gerade deshalb ist es unverständlich und politisch falsch, aus­ge­rechnet in diesem Bereich zu sparen. Wer an Anti-Ras­sismus, Opfer­schutz und Prä­vention kürzt, spart nicht an „Ver­waltung“, sondern an Sicherheit im Netz und demo­krati­scher Stabilität. Read the rest of this entry »

Förderstopp: Verein ZARA vor dem Aus

April 20th, 2026  |  Published in Einrichtungen, Frauenrechte, Internet & Blogothek, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

ZARA vor dem Aus (Bild: Zara)Bundeskanzleramt streicht Förderung: Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­stelle ZARA bietet für neue Fälle vor­erst keine Be­ra­tun­gen mehr an

Aussendung von ZARA, 20.4.2026:

Die Streichung der Förderung für die Be­ratungs­stelle #Gegen­Hass­im­Netz unter der politi­schen Ver­ant­wor­tung von Bundes­minis­terin Claudia Bauer be­droht die Existenz von ZARA akut. Ohne rasche Finan­zie­rung droht das voll­stän­dige Aus bis Juni.

Seit acht Jahren erhält ZARA eine Förderung des Bundes­kanzler­amts in Höhe einer sechs­stelli­gen Summe für den Betrieb der Be­ratungs­stelle #Gegen­Hass­imNetz. Anfang April 2026 erreicht den Verein die Mit­teilung, dass diese Förderung für das Jahr 2026 auf­grund von „Spar­maß­nahmen“ voll­ständig gestrichen wurde. Die Ent­scheidung wurde unter der Ver­antwor­tung von Bundes­minis­terin Claudia Bauer (ÖVP) getroffen.

ZARA zum Zeitpunkt der Streichung bereits in fi­nan­ziel­ler Vor­leis­tung

Zum Zeitpunkt der Mitteilung war ZARA bereits in finanzielle Vor­leistung ge­gangen, um Betrof­fene von Hass im Netz weiterhin durch­gehend unter­stützen zu können. Unter­stützung, die – das zeigen die aktu­ellen De­batten rund um digitale Gewalt an Frauen – für Betrof­fene dringend not­wendig ist. Diese Vor­finan­zierung erfolgte in der be­grün­deten Annahme, dass die Förderung auch für das Jahr 2026 fort­geführt wird – auf Basis unserer lang­jährigen Expertise und unseres Alleinstellungsmerkmals als spezialisier­te Be­ratungsstelle, die in Österreich allen Betrof­fenen von Hass im Netz kosten­los und nieder­schwellig offensteht. Unser Angebot unter­schied sich damit von anderen be­ste­henden Ein­richtun­gen, die sich an spezi­fische Ziel­gruppen, etwa Kinder und Jugend­liche, richten.

Beratungsangebote derzeit massiv ein­ge­schränkt

Das entstandene finanzielle Defizit zwingt den Verein nun dazu, die Be­ratungs­angebote #Gegen­Hass­imNetz und !Gegen­Rassismus massiv ein­zu­schränken. Neue Fälle werden von ZARA ab sofort nur noch doku­mentiert. Bera­tungs­leistun­gen kann der Verein für neue Meldungen derzeit nicht mehr an­bieten. Beste­hende Fälle betreut ZARA vorerst weiter. Stellt die öffent­liche Hand kurz­fristig keine ent­spre­chende Finan­zierung sicher, muss ZARA seinen Betrieb samt aller Bera­tungs­ange­bote bis Juni gänz­lich ein­stellen.

Read the rest of this entry »

Arbeit mit Armutsbetroffenen in Salzburg (2024)

März 31st, 2026  |  Published in Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Zentralquartett – Menschenrechte hier und jetzt (Vol. 20)
FS1 – Freies Fernsehen Salzburg (23.6.2024)

Die Salzburger Sozialarbeiterin Alina Kugler berichtet über ihre Arbeit mit Armuts­betrof­fe­nen und schil­dert im Gespräch mit Uschi Liebing und Bernhard Jenny, wie Aus­gren­zung und Dis­krimi­nie­rung insbesondere von Roma (Not­reis­ende und Roma-Ge­flüch­tete aus der Ukraine) in Salzburg aus­sieht. Aufgezeichnet am 17. Juni 2024.

Die Diskussion wurde auch als Radiosendung und Podcast veröffentlicht (Radiofabrik – das Freie Radio in Salzburg, CC BY-NC-ND 4.0).

(Sendung: Zentralquartett/FS1)

Facts & Figures (580)

März 26th, 2026  |  Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte

41 % der deutschen Polizisten stim­men der Aus­sa­ge „Ich hät­te ein Pro­blem da­mit, wenn sich Sinti und Roma in mei­ner Ge­gend auf­hal­ten“ ganz od. teil­weise zu.

(Quelle/pdf)

Deutschland: Minderheiten nicht im Grundgesetz

Februar 26th, 2026  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Großer Rückschlag: Zentralrat kri­ti­siert Ab­leh­nung der Bun­des­rats­ini­tia­ti­ve zur Auf­nah­me der vier na­tio­na­len Min­der­heiten in das Grund­ge­setz durch die Bun­des­re­gie­rung

Mit Unverständnis reagiert der Vorsitzende des Zentral­rates Deut­scher Sinti und Roma, Romani Rose, auf die Ent­schei­dung der deut­schen Bundes­regie­rung, die Auf­nahme der vier an­er­kann­ten natio­nalen Minde­rheiten in das Grund­gesetz ab­zu­lehnen. „Die vier natio­nalen Minder­heiten wurden 1998 durch das euro­päi­sche Rahmen­über­ein­kommen des Europa­rates in Deutsch­land an­er­kannt. Der Zentral­rat be­grüßte des­halb die Initia­tive der Bun­des­län­der Schles­wig-Holstein, Bran­den­burg und Sachsen, den Schutz der vier natio­nalen Minder­heiten durch die Auf­nahme in das Grund­gesetz zum Staatziel unseres demo­kra­tischen Rechts­staats zu ver­pflich­ten. Der Anstieg eines neuen Rechts­extre­mis­mus und Natio­nalis­mus, der sich gegen­über Sinti und Roma feind­lich durch Übergriffe und Gewalt zeigt wie in München (2016) mit drei er­mor­deten An­ge­hö­rigen unserer Minder­heit, in Hanau (2020) mit drei An­gehö­rigen und in Solingen (2024) mit einer Familie mit zwei kleinen Kindern em­pfinden wir vor der Erfah­rung in der deut­schen Geschichte als eine Gefahr für Sinti und Roma in diesem Land. Die Zu­nahme anti­ziganis­tischer Vorfälle von 1.233 im Jahr 2022 auf 1.678 im Jahr 2023, ein Anstieg von 40 %, belegt die er­schre­ckende Ent­wicklung. Der Zentralrat be­dauert die ab­leh­nende Haltung des Bundes­in­nen­minis­teri­ums in Kenntnis dieser be­un­ruhi­genden Gefahr.

Read the rest of this entry »

Tagungsankündigung: „Wien gegen Rassismus“

Februar 22nd, 2026  |  Published in Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

23. März 2026: Tagung „Wien gegen Ras­sis­mus: Ein Aktions­plan für eine ras­sis­mus­kri­ti­sche Po­li­tik und Ver­wal­tung“

Zum Internationalen Tag gegen Rassismus ver­anstaltet die Abtei­lung Integra­tion und Diver­sität am 23. März 2026 von 8:30 Uhr bis 13 Uhr eine Fach­tagung in Wien. Die Ver­anstal­tung findet im Fest­saal des Rat­hauses (1., Lich­tenfels­gasse 2) statt. Eine An­mel­dung ist online mög­lich.

Thema der Tagung ist der Aktionsplan für eine rassis­mus­kriti­sche Politik und Ver­waltung mit Impuls­vor­trägen, Podiums­dis­kussion und Ver­netzungs­café. Das Ziel der Ver­anstal­tung ist es, den Wiener Aktions­plan gegen Rassis­mus 2025 einem breiten Publi­kum be­kannt zu machen und die Ver­netzung zwischen Ver­tre­ter*in­nen von zivil­gesell­schaft­li­chen Orga­nisa­tio­nen und der Politik und Ver­waltung voran­zu­treiben und zu ver­tiefen. Ziel­gruppe sind Per­sonen aus den Berei­chen Politik, Verwaltung und Zivil­gesell­schaft, Ex­pert*in­nen und andere In­teres­sens­gruppen.

Programm:

Read the rest of this entry »

Deutschland: Abschiebung statt Aufklärung

Februar 4th, 2026  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

DreyecklandOpfer von polizeilicher Hundeattacke in Umkirch (Baden-Württem­berg) soll ab­ge­scho­ben werden

RDL, 2.2.2026: Immer wieder wurde gefordert, einen Po­li­zei­einsatz Ende April 2020 im Umkirch, nahe Freiburg, der völlig aus dem Ruder ge­laufen ist, auf­zu­klären. Nun scheinen die Behör­den ihn auf ihre Weise zu „erle­digen“. Der Betrof­fene der dama­ligen Hunde­attacke (wir be­rich­te­ten), der seit 35 Jahren in Deutsch­land lebt, sitzt in Ab­schiebe­haft in Pforzheim und soll nach RDL vor­liegen­den Infor­matio­nen am 4. Februar im Rahmen einer Sammel­ab­schie­bung in den Kosovo ab­ge­scho­ben werden. Auf den Fall macht das Romabüro Freiburg auf­merksam.

Am 28. April 2020 kam die Polizei in Umkirch bei Freiburg wegen eines mut­maß­lich falsch ge­parkten Autos und evtl. Un­klar­heiten über die Besitz­ver­hält­nisse zu einer Roma-Familie. Der Polizei­einsatz eska­lierte komplett. Ohne dass es Berichte über Gewalt durch die Familie gab, ließ die Polizei nach Dar­stellung der Familie während eines Disputs den Hund los. Dieser verbiss sich im Arm des Fami­lien­vaters Mohammed D. „Ich habe die Schnauze voll von euch“, soll ein Polizist nach Aus­sagen der Familie damals gesagt haben. Für die Familie war dies anti­ziganis­tisch motiviert. Auch die zum Einsatz dazu­ge­kom­menen Poli­zistIn­nen, so der Sohn von Moham­med D. in einem Video, seien über die Folgen des Einsatzes ihrer Kol­legIn­nen scho­ckiert gewesen.

Warum überhaupt ein Hund eingesetzt wurde, erklärte die Polizei­presse­spre­cherin der Freiburger Polizei Laura Riske 2020 gegen­über Radio Dreyeckland: „Der Einsatz der Hunde­staffel war ledig­lich dem Zufall ge­schuldet, dass diese die nächste freie Streife war und bis zum Eintreffen des Polizeir­eviers Breisach somit bereits vor Ort.“ Moham­med D. musste auf­grund der Hunde­bisse mehrere Stunden lang not­operiert werden. Glück­licher­weise überlebte er.

2020 äußerte sich auch der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose: „Dieser Vorfall muss lücken­los auf­geklärt werden, damit das Ver­trauen unserer Minder­heit in die Polizei nicht be­schädigt wird. Sollten die Vorwürfe zu­treffen, hätten wir es mit Fällen von gefähr­li­cher oder schwerer Körper­ver­letzung und Nötigung zu tun. Sollte die An­nahme der Straf­anzeige dieses Vorfalls durch die Frei­burger Polizei tat­säch­lich ver­weigert worden sein, besteht zudem der Verdacht der vers­uchten Straf­ver­eitelung im Amt durch weitere Polizei­beamte.“

Aufgeklärt wurde der Fall allerdings nie. Read the rest of this entry »

„Antiziganismus – Begriff, Geschichte, Aktualität“

Januar 30th, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Einführungsvortrag von Gordana Herold vom Verein „Romane Romnja“ bei der 3. Som­mer­akade­mie des Centrums für Anti­semitis­mus- und Ras­sismus­forschung (CARS) an der Katho­lischen Fach­hoch­schule Aachen, die am 19. und 20. Septem­ber 2025 unter dem Titel „Anti­ziganis­mus – Rassismus – Anti­semi­tismus“ stattfand.

(Video: Centrum für Antisemitismus- & Rassis­mus­studien)

Siehe auch:
Antiziganismus und kapitalistische Ökonomie – Vortrag von Anna-Sophie Schönfelder

Antiziganismus und kapitalistische Ökonomie

Januar 26th, 2026  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Antiziganismus und kapitalistische Ökonomie: Welche Funktion hat das Res­sen­ti­ment gegen Sinti und Roma? – Vor­trag von Anna-Sophie Schönfelder (2025)

Gehalten bei der 3. Sommerakademie des Centrums für Anti­semi­tismus- und Ras­sismus­studien (CARS) in der „katho Aachen“, die unter dem Titel „Anti­ziganis­mus – Rassismus – Anti­semiti­smus“ am 19. und 20. Sep­tember 2025 statt­ge­funden hat. Mode­ration: Stephan Grigat. Anna-Sophie Schönfelder ist wissen­schaft­liche Mit­arbei­terin am Institut für Politik­wissen­schaft der Justus-Liebig-Uni­ver­sität Gießen und promo­viert über die Politische Öko­nomie des Anti­ziganismus. Sie ist Co-Autorin von „Wahrheit und Revolution. Studien zur Grund­prob­le­matik der Marxʼschen Gesell­schafts­kritik“ (Transcript 2020). Dem­nächst er­scheint „What is the position of Roma in ›racial capitalism‹?“, in: Rostas, I./ Rus, C./ Mirga-Kruszelnicka, A. (Hg.): “Racism and Romani Studies” (Springer).

(Text und Video: Centrum für Antisemitismus- & Rassis­mus­studien, Foto: Boris Boc­heinski)

DÖW präsentiert Rechtsextremismusbericht

Januar 23rd, 2026  |  Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

DÖW: Rechtsextremismusbericht 2024Das Dokumentationsarchiv des österrei­chi­schen Wi­­der­­stan­des (DÖW) hat am 22. Jänner den neuen Rechts­extre­mis­mus­bericht prä­sen­tiert. Er ver­sam­melt auf 220 Seiten Daten und Analy­sen zu rechts­extre­men Aktio­nen und Ideo­logien in Österreich im Jahr 2024.

→Download: Rechtsextremismus in Österreich 2024 (pdf)

Unter den zehn Kapiteln finden sich Einordnungen zur Geschichte und rechtli­chen Aspek­ten zum Rechts­extre­mis­mus ebenso wie statis­tische Er­hebun­gen von staatlichen und zivil­gesell­schaft­lichen Stellen, den größten Teil macht eine detail­lierte Be­schrei­bung unter­schied­lichs­ter rechts­extremer Akteur*in­nen aus. Darin werden deutsch­nationale Ver­bindun­gen und neo­nazis­tische Akti­visten ebenso behan­delt wie Ver­treter*in­nen der „Neuen Rechten“ wie die Identitäre Bewe­gung. Das Spektrum der be­obach­teten Gruppen reicht von migran­tischen Rechts­extremen wie den „Grauen Wölfen“ bis zu „Alter­nativ­medien“ wie AUF1. Der Bericht endet mit einer Dar­stel­lung der wich­tigs­ten aktu­ellen Trends und einer Prog­nose künftiger Ent­wick­lungen.

Tathandlungen 2005-2025 (Quelle: DÖW)

Das DÖW hat 2023 von den Bundesministerien für Inneres und Justiz den Auftrag erhal­ten, jährlich einen wissen­schaft­lichen Bericht über den ös­terrei­chischen Rechts­extre­mis­mus zu ver­fassen. Die Aus­gabe zum Jahr 2024 ist nun schon der zweite vom DÖW erstellte Be­richt.

(Text: Dokumentations­ar­chiv des ös­ter­rei­chi­schen Wi­der­stands/DÖW)

.

Europarat beschließt neue Roma-Strategie

Januar 22nd, 2026  |  Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Neue Strategie des Europarates legt den Schwer­punkt auf Ver­ständ­nis, Gleich­berech­ti­gung und poli­ti­sche Teil­habe dieser Ge­mein­schaften

Das Ministerkomitee des Europarates hat gestern Mitt­woch die neue Strate­gie zur Inklu­sion von Roma und Fahren­den (2026–2030) ver­ab­schie­det. Die Gesell­schaft besser über Fragen zu diesen Gemein­schaften zu infor­mieren und dafür zu sen­sibi­lisie­ren und gleich­zeitig bei Roma und Fahrenden ein Gefühl des Stolzes auf ihre Iden­tität zu för­dern, Roma und Fah­renden gleiche Rechte, gleiche Würde und die Gleich­stel­lung der Ge­schlech­ter zu garan­tieren sowie ihre aktive Teilhabe am öffent­lichen und politi­schen Leben zu stärken – das sind die Prio­ritäten des Europa­rates und seiner Mit­glieds­staaten für die nächsten fünf Jahre.

Die Strategie zielt darauf ab, die verstreuten nationalen Bemühun­gen in eine kohä­rente euro­päische Antwort um­zu­wandeln. Der Europarat be­kräftigt damit, dass der Schutz der größten Minder­heit Europas nicht nur eine nationale Ver­ant­wortung ist, son­dern auch eine gemein­same euro­päische Ver­pflich­tung, die für die Wahrung der Grund­werte und des sozialen Zu­sammen­halts des Kontinents von wesent­licher Bedeu­tung ist.

Roma und Fahrende scheinen in der Politik unsicht­bar zu sein

Ohne eine aktive Beteiligung der Roma und Fahrenden am öffent­lichen und politi­schen Leben bleiben die Möglich­keiten, ihnen bessere sozio­ökono­mische Per­spek­tiven zu bieten, begrenzt. Die weit­gehende Un­sicht­bar­keit der Roma und Fahrenden auf der poli­tischen Bühne kann zur Isolation dieser Gemein­schaften führen, die dann leicht zum Ziel von Prak­tiken wie Stimmen­kauf, Alibi­politik, Aus­beutung oder Ver­nach­lässi­gung werden.

Die Strategie betont, wie wichtig es ist, dass die Mitglieder dieser Gemein­schaften und die Gesell­schaft insgesamt das Poten­zial der Roma und Fahrenden für sozialen und polit­ischen Wandel er­kennen. Read the rest of this entry »

Roma-Sensibilisierungsworkshop in Oberwart

Januar 13th, 2026  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 12.1.2026 | 4:58 min

Romengero sensibilisirungiskero workshop histo­rija, kul­tura taj ar­man­giptscha

Ando keripe le Romengere butjakere foroskere projektis­tar „O DROM andi Cukunft“ jek Romen­gero sen­sibi­lis­irungi­skero workshop ando khera le Roma-Ser­vicejistar tel likerdo ulo. Ande ada workshop jek dikipe andi his­torija, kultura taj dschi­vipes­kere rejaliteta le Romendar taj Sinti­jendar dim ulo. Cil adale workshopis­tar hi. Teldikipe tel te bauninel, o dikipe le min­den­feliti­kostar la flogos­kera grupnatar te sikal taj pomo­schago use te del taj o khero­dasch­tscha le arman­ga­gip­tschenge, savenca on le Romenca taj Sinti­jenca kon­fron­tirim on te sensi­bili­sirinel.

Im Rahmen des Roma-Arbeitsmarktprojekts „O DROM andi Cukunft – Der Weg in die Zukunft“ wurde ein Roma-Sensi­bili­sie­rungs­workshop in den Räum­lich­keiten des Vereins Roma-Service in Oberwart abgehalten. In diesem Workshop wurden Ein­blicke in die Geschichte, Kultur und Lebens­reali­täten der Roma und Sinti gegeben. Ziel ist es, Vor­urteile ab­zu­bauen, das Ver­ständnis für die Vielfalt der Volks­gruppe der Roma zu fördern und die Teil­nehmer*in­nen für die Heraus­forderungen, mit denen die Roma und Sinti kon­fron­tiert sind, zu sensibilisieren.

(Beitrag: TV Erba)

Konferenz der arbeitsmarktpolitischen Plattform

Januar 7th, 2026  |  Published in Einrichtungen, Politik, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 7.1.2026 | 9:21 min

1. internacijonali konferenca butja­keri politi­schi plat­forma la in­klu­sijo­nake le Ro­men­ge ando Donauraum

O bundakero ministerijum la butjake, sastipeske, pflegini­peske taj konsu­men­takere araka­piske ando 16. dschi 17. okto­ber 2025 i erschti inter­nacijonali kon­ferenca la butja­kera politischi plat­formake la inklu­sijo­nake le Romenge ando Donau­raum Betsch teli­kertscha. I kon­ferenca telal o anav „Roma/Rom­nja em­power­ment le butja­kere foroske – 20 berscha barikano prik­bescha­ripe ando Donauraum“ terdschini taj jek falato la EU-akere strate­gijatar le Donau­raumis­tar sina. I kon­ferenca ando keripe la EU-akera strate­gijatar le Donau­raumiske (EUSDR) orga­nisirim taj o 20-bersches­kere barikano prik­bescha­ripe le projek­tendar usi butjakeri foroskeri inklusijona le Romendar terdschini. O fokus paschlino upro em­power­ment taj inte­gracija le Romendar, lek feder upro dikipe taj arman­gipe upro Donaraum. Tel likerdo uli i kon­ferenca ando khera le bunda­kere ministe­rijumistar la butjake, socijalake, sastipeske taj kon­sumen­takere araki­peske la republika Austrijatar.

Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsu­menten­schutz ver­anstal­tete am 16. und 17. Oktober 2025 die erste Inter­natio­nale Konferenz der arbeits­markt­politi­schen Plattform für die Inklusion von Roma/Rom­nja im Donauraum in Wien. Die Kon­ferenz fand unter dem Motto „Roma/Rom­nja-Em­power­ment für den Arbeitsmarkt – 20 Jahre erfolg­reiche Projekt­um­setzung im Donau­raum“ statt und war Teil der EU-Strategie für den Donau­raum. Die Kon­ferenz wurde im Rahmen der EU-Stra­tegie für den Donau­raum (EUSDR) orga­nisiert und be­leuchtet die 20-jäh­rige Arbeits­markt­inklu­sion von Roma. Read the rest of this entry »

„Wir entkamen auf eigene Faust“

Januar 5th, 2026  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte

Cover Rostock-Lichtenhagen„Wir entkamen auf eigene Faust“. Zeitzeug*innen­berichte rumä­nischer Rom*nja vom Pogrom in Rostock-Lich­ten­hagen 1992. Heraus­gegeben vom Doku­men­tations­zentrum „Lichten­hagen im Ge­dächt­nis“ und der Landes­zentrale für politi­sche Bildung Meck­lenburg-Vor­pommern, Schwerin 2024, ISBN 978-3-948624-12-5

„Am scăpat singuri“. Mărturii ale romilor români despre pogro­mul din Rostock-Lich­ten­hagen (1992), volum editat de Centrul de Docu­men­tare „Lichten­hagen im Ge­dächt­nis“ și de Centru pentru Edu­cație Politică al lan­dului Mecklen­burg-Po­me­rania, Schwerin 2024, ISBN 978-3-948624-12-5

→Download (pdf)

Am Anfang stand der Hass gegen Roma. Das Pogrom von Rostock-Lichtenhagen im August 1992 ent­zün­dete sich zu­nächst an der rassisti­schen Hetze gegen Roma-Flücht­linge aus Rumänien. Dieser Aspekt der rassistischen Gewalt­orgie wird heute fast immer aus­ge­blendet. Ein Inter­view-Band ruft jetzt das Schick­sal der Roma-Flücht­linge in Lichten­hagen in Erinnerung.

Drei Tage dauerten die Angriffe auf ehemalige Ver­trags­arbeiter*innen aus Vietnam und Asyl­suchende in Rostock-Lich­ten­hagen. Die rassis­tische Gewalt gilt heute als das größte Pogrom der deutschen Nach­kriegs­geschichte. Ein Großteil der betrof­fenen Asyl­suchenden, unter ihnen viele Rom*nja aus Rumänien, wurde nach dem Pogrom ab­ge­schoben oder verließ Deutschland, um rechter Gewalt und schlech­ten Lebens­bedin­gungen zu ent­gehen. Ihre Stimmen wurden im Geden­ken an das Pogrom in Lichtenhagen lange nicht gehört. In diesem Band er­schei­nen erst­mals die Berichte von sechs Zeit­zeug*in­nen aus Rom*nja-Com­mu­nitys im Süden Rumäniens, die als Asyl­suchende die rassis­tische Gewalt in Lichten­hagen erleben mussten. Sie er­zählen von der Migration nach Deutsch­land, der Selbst­rettung aus dem bren­nenden Sonnen­blumen­haus und ihren Forderun­gen für die Gegen­wart. Beglei­tende Aufsätze geben Infor­ma­tionen zum histo­rischen Kontext des Pogroms in Lichten­hagen und ordnen die Erinne­rungen ein.  (Klappentext)

Read the rest of this entry »

Sleepless City (Ciudad sin sueño)

Dezember 1st, 2025  |  Published in Film & Theater, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

Regie: Guillermo Galoe, ES/FR 2025, 97 min, OmeU

Eröffnungsfilm des Wiener Festivals „This Human World“ (27.11. bis 6.12.2025)
Nächste Vorführung: 4.12.2025, 21:00 Uhr, Schikaneder Kino

Aus dem Festivalprogramm:

Der Film von Guillermo Galoe begleitet den fünf­zehn­jähri­gen Toni, der mit seiner Familie im größten illegalen Sied­lungs­gebiet Europas, am Rande Madrids, lebt. Fest ver­wurzelt in der Gemein­schaft der Schrott­händler, folgt er seinem Groß­vater auf Schritt und Tritt. Doch als die drohen­den Abriss­bagger immer näher rücken, steht Toni vor einer Ent­scheidung zwi­schen Loyalität, Verlust und der Hoffnung auf ein anderes Leben. Es ist nicht nur ein Film über familiäre Bin­dungen und Identität sondern auch über Freund­schaft und Liebe, erzählt aus der Per­spek­tive des Jungen Toni, der voller Tatendrang, aber zerrissen zwischen zwei Welten ist. Mit einer expres­siven Bildsprache und be­merkens­werter Sensibilität beleuchtet Sleepless City soziale Ungleich­heiten und den Kampf um Würde in einer Welt, die am Rand der Auf­merksam­keit existiert.

Wenn Hass legal, aber trotzdem schädlich ist

November 29th, 2025  |  Published in Dokumente & Berichte, Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Lawful but AwfulDer Verein „ZARA – Zivil­courage und Anti-Ras­sis­mus-Arbeit“ präsentierte sei­nen 8. „#Gegen­Hass­im­Netz“-Be­richt. Der dies­jährige Bericht (→PDF-Download) wid­met sich dem Thema „Lawful but Awful“.

Der Bericht zeigt, wie sehr auch recht­lich zu­lässige Inhalte im Netz Men­schen ver­letzen, zum Schwei­gen brin­gen und ins­ge­samt einen fairen, demo­kra­ti­schen Diskurs ver­hindern.

Seit der Gründung der Beratungsstelle „#Gegen­Hass­im­Netz“ im Jahr 2017 wurden ins­gesamt 15.113 Fälle von Online-Hass doku­men­tiert, davon 1.716 im aktu­ellen Be­ratungs­jahr. Ein Großteil der Mel­dungen ist vo­rurteils­moti­viert, beson­ders häufig geht es um rassis­tische und sexistische Angriffe – oft treffen sie Men­schen, die von meh­reren Dis­krimi­nie­rungs­formen betrof­fen sind. „Ob Hass im Netz strafbar ist, hängt jedoch nicht primär davon ab, aus welchem Grund ein Mensch Hass ver­breitet. Sowohl ideo­logisch als auch nicht-ideo­logisch moti­vierte Inhalte können rechts­widrig sein – oder eben legal. Ihnen gemein­sam ist, dass sie verletzen“, erklärt Fiorentina Azizi-Hacker, Leiterin der ZARA-Bera­tungs­stellen. Die ZARA-Bera­ter*in­nen prüfen daher genau, welche recht­lichen Schritte oder anderen Maß­nahmen möglich und sinn­voll sind, um Betrof­fene in ihrem indivi­duel­len Fall best­möglich zu unter­stützen.

Der Bericht verdeutlicht, dass Hass im Netz ein breites, gesamt­gesell­schaft­liches Problem ist: Er reicht von straf­baren Dro­hungen und Verhetzung über sexua­li­sierte Gewalt und Cybermobbing bis zu „lawful but awful“-In­hal­ten, die zwar nicht gegen Gesetze ver­stoßen, aber dennoch massiv schaden. Etwas mehr als die Hälfte (54 %) der bei ZARA gemel­deten Hass-Inhalte bewer­tete die ZARA-Bera­tungs­stelle #GegenHass­imNetz als nicht-recht­lich relevant.

Legaler Online-Hass prägt den Alltag vieler Menschen und macht sichtbar, wo der Rechts­staat an seine Grenzen stößt, wenn es um den Schutz der Menschen­würde geht. Genau an dieser Schnitt­stelle beginnt die Arbeit von ZARA: Wir hören zu, beraten und handeln, wo andere Syste­me nicht greifen“, so ZARA-Ge­schäfts­füh­rerin Rita Isiba.

Der Bericht bietet neben aktuellen Zahlen und Analysen auch konkrete Hand­lungs­empfeh­lungen: Read the rest of this entry »

Slowenien verabschiedet umstrittenes Gesetz

November 24th, 2025  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Parlamentsgebäude in Ljubljana (Bild: Fred Romero/FLickr, CC BY 2.0)Das slowenische Parlament hat vergangene Woche ein Gesetz ver­ab­schiedet, das der Polizei weit­rei­chende Aus­nahme­befug­nisse in so­ge­nann­ten „Sicher­heits­risiko­ge­bie­ten“ ein­räumt – Zonen, die, wie Kritiker be­fürch­ten, beson­ders die Roma-Ge­mein­schaften be­treffen. Damit werde die ge­samte Roma-Min­der­heit als Sicher­heits­bedro­hung be­handelt. Das „Gesetz über Notstands­maß­nahmen zur Ge­währ­­leis­tung der öffent­­lichen Sicherheit“, be­kannt als „Šutar-Gesetz“, war nach einer Gewalt­tat in Novo Mesto inner­halb weniger Wochen durch­ge­peitscht worden. In der süd­slowe­ni­schen Stadt war im Oktober ein 48-jähri­ger Mann, Aleš Šutar, bei einer Aus­einan­der­setzung vor einem Nacht­klub von einem jungen Rom tödlich ver­letzt worden. Die Tat löste rassis­tisch auf­ge­heizte Proteste, Polizei­einsätze in Roma-Sied­lun­gen und den Rücktritt des Justiz- und des Innen­ministers aus.

Trotz des Boykotts linker Parteien, die das Gesetz als repressiv be­zeich­neten, wurde es mit breiter Mehrheit ver­ab­schiedet. Um­fragen zeigen, dass rund 60  Pro­zent der Bevöl­kerung das Gesetz be­für­worten. Men­schen­rechts- und Roma-Or­gani­satio­nen sowie euro­päische Institu­tionen krit­isie­ren das Gesetz jedoch scharf. Die EU-Kom­mis­sion warnte Slowenien davor, das Gesetz un­ver­hältnis­mäßig gegen ethnische Minder­hei­ten an­zu­wenden und EU-Normen zu verletzen.

Im Folgenden geben wir eine Aussendung der Roma Foundation for Europe wieder:

Die slowenische Nationalversammlung hat gestern Abend über das so­ge­nannte „Šutar-Gesetz“ ab­ge­stimmt, das das Betreten von Wohnungen ohne richter­liche An­ordnung, erwei­terte Über­wachungs­befug­nisse und den Einsatz des Militärs bei der inneren Sicher­heit er­mög­licht. Die Roma Foundation for Europe hat vor der Ver­abschie­dung des so­genann­ten „Šutar-Ge­setzes“ durch die slowenische National­ver­samm­lung gewarnt.

Mensur Haliti, Vizepräsident der Roma Foundation for Europe, sagte: „Dieses Gesetz macht ganze Stadt­viertel zu Sicherheits­zonen und ihre Bewohner zu Sicher­heits­kate­gorien. Es senkt die politi­schen Kosten, die­jenigen ins Visier zu nehmen, die bereits von einer freien und fairen politi­schen Teilhabe aus­ge­schlos­sen sind, um daraus politi­schen Gewinn zu erzie­len. Slowenien hat etwas getan, was Europa selten zugibt: Es hat ein Gesetz ver­ab­schiedet, das eine ganze Minderheit als Sicher­heits­risiko be­handelt. Read the rest of this entry »

Antiziganismus: Empörung über CDU-Politiker

November 16th, 2025  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Antiziganismus stoppen (Foto: Sarah Eick, Amaroforo.de)Deutschland: Amaro Foro e.V. und MIA-Bund ver­urtei­len anti­ziga­nis­ti­sche Äu­ßerungen von CDU-Ab­ge­ord­netem und Berliner Anti­semi­tis­mus-Be­auf­trag­tem Ti­mur Husein

Amaro Foro e.V. und die Melde- und Informationsstelle Antiziganismus MIA zeigen sich zutiefst empört über die jüngsten Äuße­run­gen des Berliner CDU-Ab­geord­neten und Anti­semitis­mus­beauf­trag­ten der Berliner CDU-Fraktion, Dr. Timur Husein, in sozialen Medien. In einem öffent­lichen Beitrag auf Instagram und X bezog sich Husein auf die Kandi­datur Elif Eralps für die Berliner Bürger­meis­ter*in­nen­wahl 2026 und sprach in diesem Zu­sammen­hang von „illegalen Sinti & Roma (Zigeuner) aus dem Ausland“. Diese Formu­lierung ist in mehr­facher Hinsicht in­akzep­tabel: Sie stellt einen un­zu­lässi­gen Zu­sammen­hang zwischen der Minder­heit der Sinti und Roma und ver­meintlich „il­legaler Ein­wande­rung“ her und re­pro­duziert damit jahr­hun­derte­alte anti­ziganis­tische Stereotype.

Darüber hinaus ist die Verwendung des Wortes eine rassistische und tief ver­letzende Fremd­bezeich­nung. Unter dieser Bezeich­nung wurden Sinti und Roma wäh­rend der natio­nal­sozialis­ti­schen Ver­folgung stigma­tisiert, verfolgt und ermordet. Ihnen wurde in den Kon­zentra­tions­lagern der Buch­stabe „Z“ in die Haut tätowiert – als Zeichen der Ent­mensch­li­chung und Ver­nich­tung. Durch das NS-Regime wurden 500.000 Sinti und Roma ermordet. Die Ver­wen­dung dieses Begriffs ist daher re­trauma­ti­sie­rend und ab­wertend. Dass ein deutscher Ab­geord­neter diesen Begriff heute öffent­lich nutzt, stellt eine un­erträg­liche Ver­höh­nung der Opfer des natio­nal­sozialis­tischen Völkermords dar.

Im Übrigen weisen Amaro Foro e.V. und MIA darauf hin, dass Eralp in den Aus­sagen, auf die sich Husein bezieht, explizit die histo­rische Ver­antwor­tung Deutschlands gegen­über Sinti und Roma als Opfer des NS-Genozids betont hat und sich daher für ein Bleiberecht für An­gehö­rige dieser Minderheit einsetzt. Genau diese For­derung wurde auch von der Un­abhän­gigen Kom­mission Anti­ziganis­mus in ihren Em­pfehlun­gen aus­ge­sprochen. Ein ver­ant­wortungs­voller demo­krati­scher Politiker sollte sich mit diesen Forderun­gen ernst­haft aus­einan­der­setzen, anstatt sie für populis­tische Polemik zu instru­men­tali­sieren.

Read the rest of this entry »

Facts & Figures (568)

November 10th, 2025  |  Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte

15,4 Prozent der Deutschen stim­men der Aus­sa­ge „Sin­ti und Ro­ma nei­gen zu Kri­mi­na­li­tät“ eher oder voll und ganz zu. („Mitte-Studie“ 2025)

(Quelle/pdf)

„Obeť“ / „Opfer“ (2022) jetzt auf ARTE

November 7th, 2025  |  Published in Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte

Spielfilm von Michal Blaško (99 Min., D/SK/CZ 2022)
Buch: Jakub Medvecký. Mit Igor Chmela, Gleb Kuchuk, Vita Smachelyuk

→Online auf ARTE.tv bis 1. April 2026

Der Sohn einer Ukrainerin in einer tschechischen Kleinstadt wird zu­sammen­geschla­gen, der Verdacht fällt auf drei Roma-Jungen. Wäh­rend die Polizei er­mittelt, erfährt die Mutter, dass ihr Sohn ge­logen hat. Um ihre Ein­bürge­rung nicht zu ge­fährden, ver­heimlicht sie die Wahrheit. Bald dient der Fall als Vorwand für eine politi­sche Kam­pagne.

(Text: Programminfo ARTE.tv)