Dokumente & Berichte

Umfrage: Massiver Antiziganismus in Österreich

September 10th, 2026  |  Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Alarmierendes, aber medial und politisch kaum the­ma­ti­sier­tes Detail aus der neu­en Um­fra­ge des Ös­ter­rei­chi­schen In­te­gra­tions­fonds: Etwas mehr als die Hälfte der Men­schen in Ös­ter­reich gibt an, es würde sie „stö­ren“, wenn sie Roma oder Sinti als Nach­barn hät­ten. Da­mit sind Roma und Sinti – nach Asyl­werbern – die in Ös­ter­reich am stärks­ten ab­ge­lehn­te Gruppe.

Am Dienstag präsentierte Integrationsministerin Claudia Bauer ge­mein­sam mit dem Sozial­wissen­schaft­ler Rudolf Bret­schneider die Er­gebnisse der neue Integra­tions­umfrage des Öster­reichi­schen Integra­tions­fonds (ÖIF), die nun unter dem Titel „Was denkt Österreich?“ als Bericht vor­liegen. Die öster­reich­weite Meinungs­umfrage wurde bereits zum vierten Mal unter der inhalt­lichen Leitung Rudolf Bretschneiders durch­ge­führt. Um­gesetzt wurde die aktuelle Be­fragung vom Meinungs­forscher Peter Hajek. Die Erhebung analy­siert die Einstel­lungen der öster­reichischen Wohn­bevölke­rung zu den Themen gesell­schaftli­cher Zu­sammen­halt, Migration und Integration.

Wenn Sie fol­gende Nach­bar/in­nen hätten …

Die Frage zu Abb. 20 im Bericht (siehe unten) lautete im genauen Wortlaut: „Wenn Sie fol­gende Nach­bar/in­nen hätten [Anm. der dROMa-Red.: Asylwerber, Roma, Muslime, Langzeitsarbeitslose etc.] – würde Sie das sehr, eher schon, eher nicht oder gar nicht stören?“

ÖIF 2026, Abb. 20

Die Akzeptanz gegenüber Nachbarinnen und Nachbarn variiert in der Bevöl­kerung stark je nach der jeweili­gen Gruppe. Beson­ders Roma und Sinti stoßen dabei auf mas­sive Vor­behalte: Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Pro­zent) würde sich durch sie in der Nachbar­schaft „gestört“ fühlen (21 Prozent „sehr störend“ und 32 Prozent „eher störend“; 3,1 Prozent Schwan­kungs­breite). Damit gehört diese Gruppe zu den am stärks­ten ab­gelehn­ten Gruppen. Read the rest of this entry »

Leitfäden: Gemeinden & durchreisende Gruppen

Juli 31st, 2026  |  Published in Dokumente & Berichte

Bundeskanzleramt veröffentlicht „Leitfaden für Gemeinden in Kontakt mit durch­reisen­den Gruppen“ und „Infor­matio­nen und Em­pfeh­lun­gen für durch­rei­sende Grup­pie­run­gen“. Er­stellt von der Arbeits­gruppe zum Thema durch­rei­sende Grup­pen (Mai 2026).


→Download: Leitfaden  für Gemeinden (PDF)
→Download: Informationsblatt für durchreisende Gruppen (PDF)
→Download: Vorlage für eine Nutzungsvereinbarung für Auf­ent­halt (Word)

Aus dem Vorwort zum Leitfaden für Gemeinden:

Der vorliegende Leitfaden soll als Unterstützung und Hilfe­stellung für Gemein­den im Umgang mit durch­reisen­den Gruppen dienen. Viele durch­rei­sende Gruppen ge­hören der Minder­heit der Roma und Sinti an. Roma und Sinti stellen die größte Minder­heit Europas dar. Es wird ge­schätzt, dass in etwa 10–12 Millio­nen An­ge­hörige der Minder­heit in Europa leben. Es handelt sich um eine Minderheit mit sehr großer sprach­licher und kultu­reller Vielfalt, die sich auch in unter­schiedli­chen Lebens­weisen aus­drückt. Während viele Ange­hörige der Minderheit mittler­weile einen sesshaften Lebensstil pflegen, gibt es an­de­re Grup­pen, die einer fahren­den Lebens­welse nach­gehen.

Im Jahr 2025 wurde durch die Nationale Roma-Kontaktstelle im Bundeskanzleramt eine Arbeits­gruppe zur Erarbei­tung des vor­liegen­den Leitfadens ins Leben gerufen, welche aus Gemeinde­vertre­terin­nen und -ver­tretern und Ange­höri­gen der Volksgruppe bestand. Im Rahmen der Arbeits­gruppe wurden Heraus­forderun­gen zwi­schen Gemeinden und durch­reisenden Gruppen diskutiert und gemein­same Lösungs­vor­schläge erar­beitet: Der vor­liegende Leitfaden liefert einer­seits historische und kulturelle Fakten und Hinter­gründe zur Volks­gruppe und bietet anderer­seits mögliche Arbeits- und Prozess­abläufe für Gemeinden und private Grund­besitzer und Grund­besitzerin­nen an, welche poten­tiellen Span­nungen vor­beugen sollen. Auf diese Weise soll ein best­mögliches Mit­einander zwischen Gemein­den, der Gemeinde­bevölke­rung und durch­reisen­den Gruppen durch gegen­seitige Rücksicht­nahme er­möglicht sowie gegen­seitiger Respekt ge­fördert werden.

Informationen für durchreisende Gruppen:

Das Informationsblatt dient als Orientierungshilfe für durch­reisende Gruppen und bietet prakt­ische Hinweise und grund­legende Informa­tionen, um einen reibungs­losen Aufenthalt sowie ein respekt­volles Mit­einander mit den Grunds­tücks­eigen­tümerin­nen und -eigen­tümern zu gewähr­leisten. Das BKA stellt darüber hinaus eine un­ver­bindliche Mus­ter­­vorlage für eine Nutzungs­verein­barung eines Grundstücks für einen kurz­fristigen Aufenthalt durch­reisender Gruppen zur Ver­fügung (→Download).  Read the rest of this entry »

Deutschland: MIA legt Antiziganismusbericht vor

Juni 10th, 2026  |  Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte

MIA: Antiziganistische Vorfaelle 2025 in DeutschlandMIA veröffentlicht 4. Jahres­bericht zu anti­zi­ga­nis­ti­schen Vor­fäl­len in Deutsch­land: 2.076 do­ku­men­tier­te Fälle im Jahr 2025 – er­neu­ter deut­li­cher An­stieg

→zum Jahresbericht 2025 (pdf)
→Kurzfassung
(pdf)

Die Melde- und Informationsstelle Anti­zi­ga­nismus MIA verzeichnet in ihrem 4. Jahres­bericht für 2025 eine erneute dra­mati­sche Zunahme der er­fassten anti­ziganis­tischen Vor­fälle in Deutsch­land. In dem am 9. Juni 2026 ver­öffent­lichten Bericht doku­mentiert MIA bundes­weit 2.076 anti­ziganis­tische Vor­fälle. Im Ver­gleich zum Vorjahr (1.678 Vor­fälle) ent­spricht dies einem Anstieg von 24 Pro­zent. Die Zahlen basieren auf der bundes­weiten Arbeit der MIA-Bun­des­geschäfts­stelle sowie der sechs regio­nalen Melde­stellen in Bayern, Berlin, Hessen, Rhein­land-Pfalz, Sachsen und Schles­wig-Hol­stein.

Dr. Guillermo Ruiz, Geschäftsführer von MIA e.V., erklärt: „Die von MIA dokumentierten Vorfälle sind weiter­hin sehr be­sorgnis­erre­gend. Unsere Zahlen zeigen deutlich, dass Anti­ziganismus in Deutsch­land kein Rand­problem ist, sondern all­tägliche, gesell­schaft­liche Realität. Immer mehr Sinti, Roma und andere von Antiziganismus be­trof­fene Men­schen be­richten über eine stetige Zunahme von Dis­kriminie­rung, Beleidi­gungen, Anfein­dungen und Gewalt. Gerade in Zeiten zuneh­mender rechter Mobili­sierung müssen demo­kratische Parteien und Institu­tionen klar Haltung zeigen.“

Besonders alarmierend ist, dass bei jedem dritten direkt adressierten Vorfall Kinder und Jugend­liche betrof­fen sind. Read the rest of this entry »

Jugendstudie: Kontakt zu Volksgruppen

Juni 2nd, 2026  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Wissenschaft

Grafik 11.4.4Jugendstudie 2025: Ein Drittel der Ju­gend­li­chen kennt An­ge­höri­ge einer Volks­gruppe per­sön­lich. Be­fragt wur­den Ju­gend­liche in Wien, Burgenland und Kärnten, also in den drei wich­tigs­ten Bun­des­ländern mit eige­nen an­er­kann­ten Volks­grup­pen.

„Eine entscheidende Rolle für das Verständnis der Bedeu­­tung von öf­fent­li­cher Prä­senz spielt mög­licher­weise der pers­ön­li­che Kon­takt zu Min­der­heiten­an­ge­höri­gen. Etwa ein Drittel der Be­frag­ten stimmt der Aus­sage zu, dass sie per­sön­lich eine:n An­ge­hö­ri­ge:n einer au­toch­tho­­nen Minder­heit ken­nen, ein weite­res Drit­tel ver­neint sie und das ver­blei­bende Drit­tel ant­wortet mit „viel­leicht“. […] Die niedri­gen Zu­stim­mungs­werte deuten darauf hin, dass au­toch­thone Min­der­­heiten in den Lebens­welten vieler Ju­gend­licher kaum the­mati­siert werden. Dies ist einer­seits darauf zurück­zu­führen, dass ihre Exis­tenz Ju­gend­lichen nicht be­kannt ist. Anderer­seits äu­ßern sich Per­sonen, die einer autoch­tho­nen Minder­heit an­ge­hören, unter Um­stän­den nicht immer offen dazu.“

[aus: „Lebenswelten 2025“, S. 259f.]

Die Jugendstudie „Lebenswelten 2025“, ein Gemein­schafts­projekt aller Päda­gogi­schen Hochschulen Öster­reichs, ist eine um­fassende emp­irische Unter­suchung zu Ein­stellun­gen und Werten junger Menschen in Öster­reich. Die re­prä­senta­tive Erhe­bung fand im März und April 2025 in Form einer stan­dardi­sierten Online­befra­gung an Schulen statt. Ins­gesamt wurden öster­reich­weit über 15.000 Jugend­liche der 8. bis 12. Schul­stufe be­fragt. Im Burgenland, in Kärnten und in Wien wurden den Ju­gend­lichen zu­sätz­liche Fragen zu Mehr­sprachig­keit und Volks­gruppen gestellt. Die Studie ist in Buch­publi­kation ist im Beltz Verlag er­schie­nen. On­line finden Sie die Studie hier.

Siehe auch:
Jugendstudie: Unwissen über Volksgruppen, 16.5.2026
Jugendstudie: Volksgruppen ein Teil Österreichs?, 19.5.2026
Jugendstudie: Mehr Sichtbarkeit für Sprachen?, 24.5.2026
.

Jugendstudie: Mehr Sichtbarkeit für Sprachen?

Mai 24th, 2026  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Romani, Wissenschaft

Grafik 11-4-3Jugendstudie 2025: Die Hälfte der Ju­gend­li­chen fin­det, die Volks­grup­pen­spra­chen soll­ten im öffent­li­chen Raum prä­sen­ter sein, eben­so­viele zei­gen sich ab­leh­nend. Be­fragt wur­den Ju­gend­liche in Wien, Burgenland und Kärnten, also in den drei wich­tigs­ten Bun­des­ländern mit eige­nen an­er­kann­ten Volks­grup­pen.

„Da die Sichtbarkeit [der Volksgruppen­spra­chen] im öf­fent­li­chen Raum ent­schei­dend für ihren lang­fris­ti­gen Erhalt ist, wurde er­ho­ben, in­wie­weit Ju­gend­li­che die öf­fent­li­che Prä­senz der Min­der­hei­ten­­spra­chen als be­deut­sam wahr­neh­men. […] Le­dig­lich 14 % der Be­frag­ten stim­men der Aus­sage un­ein­ge­schränkt zu, dass au­toch­thone Min­der­heiten­spra­chen in der Öffent­lich­keit stär­ker sicht­bar sein soll­ten; weitere 36 % be­jahen sie eher. 35 % lehnen die Aus­sage eher ab und 15 % ver­neinen sie voll­stän­dig. Ins­ge­samt zeigt sich damit: Rund die Hälfte der Ju­­gend­li­chen be­für­wor­tet eine stär­kere Sicht­bar­keit, wäh­rend die andere Hälfte ab­leh­nend re­agiert.“

[aus: „Lebenswelten 2025“, S. 258f.]

Die Jugendstudie „Lebenswelten 2025“, ein Gemein­schafts­projekt aller Päda­gogi­schen Hochschulen Öster­reichs, ist eine um­fassende emp­irische Unter­suchung zu Ein­stellun­gen und Werten junger Menschen in Öster­reich. Die re­prä­senta­tive Erhe­bung fand im März und April 2025 in Form einer stan­dardi­sierten Online­befra­gung an Schulen statt. Ins­gesamt wurden öster­reich­weit über 15.000 Jugend­liche der 8. bis 12. Schul­stufe be­fragt. Im Burgenland, in Kärnten und in Wien wurden den Ju­gend­lichen zu­sätz­liche Fragen zu Mehr­sprachig­keit und Volks­gruppen gestellt. Die Studie ist in Buch­publi­kation ist im Beltz Verlag er­schie­nen. On­line finden Sie die Studie hier.

Siehe auch:
Jugendstudie: Unwissen über Volksgruppen, 16.5.2026
Jugendstudie: Volksgruppen ein Teil Österreichs?, 19.5.2026
Jugendstudie: Kontakt zu Volksgruppen, 2.6.2026


.

Jugendstudie: Volksgruppen ein Teil Österreichs?

Mai 19th, 2026  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Grafik-11-4-2Autochthone Minderhei­ten als Teil der Ge­sell­schaft? Ein Viertel der Jugend­­li­chen fin­det nicht, dass die ös­ter­­rei­c­hi­­schen Volks­grup­pen „zu Ös­ter­reich ge­­hören“. Be­fragt wur­den Ju­gend­liche in Wien, Burgenland und Kärnten, also in den drei wich­tigs­ten Bun­des­ländern mit eige­nen an­er­kann­ten Volks­grup­pen.

„Der Aussage ‚Ich finde, die Volks­grup­pen ge­hö­ren zu Ös­ter­reich‘ stimmt le­dig­­lich ein knap­pes Drittel der be­frag­ten Ju­gend­li­chen völlig zu und wei­tere 43 % stim­men ihr eher zu. Etwa ein Fünftel der jungen Men­schen stimmt eher nicht zu, währ­end 7 % der Aus­sage gar nicht zu­stim­men. Daraus lässt sich schlie­ßen, dass etwa ein Viertel der Befrag­ten offen­bar nicht über die selbst­ver­ständ­liche Zu­ge­hörig­keit au­toch­thoner Min­der­hei­ten in Österreich in­for­miert ist.“

[aus: „Lebenswelten 2025“, S. 257f.]

Die Jugendstudie „Lebenswelten 2025“, ein Gemein­schafts­projekt aller Päda­gogi­schen Hochschulen Öster­reichs, ist eine um­fassende emp­irische Unter­suchung zu Ein­stellun­gen und Werten junger Menschen in Öster­reich. Die re­prä­senta­tive Erhe­bung fand im März und April 2025 in Form einer stan­dardi­sierten Online­befra­gung an Schulen statt. Ins­gesamt wurden öster­reich­weit über 15.000 Jugend­liche der 8. bis 12. Schul­stufe be­fragt. Im Burgenland, in Kärnten und in Wien wurden den Ju­gend­lichen zu­sätz­liche Fragen zu Mehr­sprachig­keit und Volks­gruppen gestellt. Die Studie ist in Buch­publi­kation ist im Beltz Verlag er­schie­nen. On­line finden Sie die Studie hier.

Siehe auch:
Jugendstudie: Unwissen über Volksgruppen, 16.5.2026
Jugendstudie: Mehr Sichtbarkeit für Sprachen?, 24.5.2026
Jugendstudie: Kontakt zu Volksgruppen, 2.6.2026


Jugendstudie: Unwissen über Volksgruppen

Mai 16th, 2026  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Wissenschaft

Grafik-11-4-1Jugendstudie 2025: Mehr als ein Drittel der Jugend­li­chen hat noch nie was von den öster­reic­hi­schen au­toch­thonen Min­der­hei­ten ge­hört. Be­fragt wur­den Ju­gend­liche in Wien, Burgenland und Kärnten, also in den drei wich­tigs­ten Bun­des­ländern mit eige­nen an­er­kann­ten Volks­grup­pen.

„Ein Erkenntnisinteresse galt der Frage, in­wiefern Jugend­liche über die Existenz au­toch­thoner Minder­heiten in Ös­ter­reich in­for­miert sind. Die Aus­sage, das erste Mal etwas über autoch­thone Min­der­heiten in Ös­ter­­reich zu hören, be­ant­wortevten 36 % der Befrag­ten mit „ja“ und 64 % mit „nein“. […] Diese Ergeb­nisse ver­deutli­chen einen er­heb­lichen Hand­lungs­bedarf in der schulischen Vervmittlung von Wissen über autochthone Min­der­heiten, da selbst in den betrof­fenen Bundes­ländern vielen Jugend­lichen das Wissen über deren Existenz fehlt.“

[aus: „Lebenswelten 2025“, S. 256f.]

Die Jugendstudie „Lebenswelten 2025“, ein Gemein­schafts­projekt aller Päda­gogi­schen Hochschulen Öster­reichs, ist eine um­fassende emp­irische Unter­suchung zu Ein­stellun­gen und Werten junger Menschen in Öster­reich. Die re­prä­senta­tive Erhe­bung fand im März und April 2025 in Form einer stan­dardi­sierten Online­befra­gung an Schulen statt. Ins­gesamt wurden öster­reich­weit über 15.000 Jugend­liche der 8. bis 12. Schul­stufe be­fragt. Im Burgenland, in Kärnten und in Wien wurden den Ju­gend­lichen zu­sätz­liche Fragen zu Mehr­sprachig­keit und Volks­gruppen gestellt. Die Studie ist in Buch­publi­kation ist im Beltz Verlag er­schie­nen. On­line finden Sie die Studie hier.

Siehe auch:
Jugendstudie: Volksgruppen ein Teil Österreichs?, 19.5.2026
Jugendstudie: Mehr Sichtbarkeit für Sprachen?, 24.5.2026
Jugendstudie: Kontakt zu Volksgruppen, 2.6.2026


.

DOSTA: Antiziganismus-Rekordzahl in Berlin

April 29th, 2026  |  Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte

Jahresbericht 2025: Dokumentation antiziganistischer Vorfälle in Berlin (Amaro Foro)DOSTA-Bericht 2025: 293 dokumentierte Vor­fälle anti­ziga­nis­ti­scher Dis­kri­mi­nie­rung in Berlin – höchs­te je er­fass­te Fall­zahl und be­sorg­nis­erre­gen­de Ent­wick­lun­gen

Die Dokumentationsstelle Antiziganismus (DOSTA/MIA Berlin) ver­öffent­lich­te ges­tern ihren Jahres­bericht für 2025 (→Download). Ins­ge­samt wur­den im ver­gan­ge­nen Jahr 293 Vor­fälle anti­ziga­nis­ti­scher Dis­krimi­nie­rung in Berlin er­fasst – die höchste je doku­men­tierte Fall­zahl. Damit wird erneut das Niveau der bereits hohen Werte der Vor­jahre über­troffen.

„Die konstant hohen und nun nochmals gestiegenen Fallzahlen zeigen, dass Anti­ziganis­mus ein struk­turelles Problem bleibt. Gleich­zeitig wissen wir, dass viele Betrof­fene Dis­kriminie­rung nicht melden – aus Angst vor Kon­sequen­zen oder fehlen­dem Vertrauen in Institu­tio­nen“, sagt Pro­jekt­leiterin Violeta Balog.

Die meisten dokumentierten Vorfälle ereigneten sich in den Lebens­bereic­hen Alltag und öffent­li­cher Raum (66 Fälle), Bildung (60 Fälle) sowie Kontakt zu Behörden (42 Fälle). Beson­ders im Bildungs­bereich ver­zeich­net DOSTA/MIA Berlin einen Anstieg anti­ziganis­ti­schen Mobbings gegen­über Schü­ler:innen, die Rom:nja sind. Gleich­zeitig fehlt es weiter­hin an aus­reichen­der Auf­klärung über Anti­ziganis­mus sowie an unabhän­gigen Be­schwerde­struktu­ren an Schulen. Ein wieder­keh­rendes Problem stellt zudem die fort­gesetzte Nutzung rassis­tischer Fremd­bezeich­nun­gen dar, die in ver­schiede­nen Lebens­bereichen – auch im schuli­schen Kontext – zu­nehmend norma­lisiert wird und weiter­hin Teil all­täglicher Dis­kriminie­rung ist.

Read the rest of this entry »

Online-Petition #ZARAbleibt!

April 21st, 2026  |  Published in Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Frauenrechte, Internet & Blogothek, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

"Zara bleibt"#ZARAbleibt! – Österreich braucht weiterhin Zivil­courage!

Zur Petition auf mein.aufstehn.at

Sehr geehrte Bundesministerin Bauer,
sehr geehrte Bundesregierung und Entscheidungsträger!

ZARA ist seit Jahren eine unverzichtbare Anlaufstelle für Menschen, die in Öster­reich Rassismus, Dis­krimi­nie­rung und Hass erleben. Der Verein bietet Beratung, Doku­mentation, Unter­stützung und öffent­liche Auf­klärung genau dort, wo Betrof­fene sonst oft allein ge­lassen werden. Gerade in einer Zeit, in der rassistische, hass­erfüllte Sprache wieder salon­fähig gemacht wird, ins­beson­dere im digitalen Raum, braucht es diese Arbeit mehr denn je. Die ge­plante Kürzung der Förder­gelder, die das De-facto-Ende dieser wich­tigen Auf­klä­rungs- Unter­stützungs- und Prä­ven­tions­arbeit be­deuten, ist daher der falsche Schritt in einer Gesell­schaft, die sich zu­neh­mend pola­risiert.

Deswegen sind gerade Sie, Familienministerin Bauer, aber auch die ge­samte Bundes­regie­rung und die Ent­schei­dungs­träger in Parlament und Verwaltung jetzt auf­ge­fordert, Ihre Ent­scheidungen zu über­denken und sich klar für eine Erhal­tung dieser so wich­tigen Institution aus­zu­spre­chen und ein­zu­setzen!

Warum ist das wichtig?

Österreich hat in den letzten Jahren erlebt, wie sich gesellschaft­liche Span­nungen ver­schärfen, wie Debatten über Migration, Integra­tion und Zu­ge­hörig­keit polarisiert werden und wie Hass im Netz und im Alltag norma­lisiert werden. ZARA leistet hier nicht nur Sofort­hilfe für Betrof­fene, son­dern schafft auch wichtige Sicht­bar­keit für Probleme, die viele lieber ver­drängen würden. Dass allein 2025 mehr als 1.500 rassisti­sche Vorfälle doku­mentiert wurden, zeigt, dass es nicht um ein Rand­thema geht, sondern um eine reale Belas­tung für das gesell­schaft­liche Zu­sam­men­leben.

Gerade deshalb ist es unverständlich und politisch falsch, aus­ge­rechnet in diesem Bereich zu sparen. Wer an Anti-Ras­sismus, Opfer­schutz und Prä­vention kürzt, spart nicht an „Ver­waltung“, sondern an Sicherheit im Netz und demo­krati­scher Stabilität. Read the rest of this entry »

DÖW präsentiert Rechtsextremismusbericht

Januar 23rd, 2026  |  Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

DÖW: Rechtsextremismusbericht 2024Das Dokumentationsarchiv des österrei­chi­schen Wi­­der­­stan­des (DÖW) hat am 22. Jänner den neuen Rechts­extre­mis­mus­bericht prä­sen­tiert. Er ver­sam­melt auf 220 Seiten Daten und Analy­sen zu rechts­extre­men Aktio­nen und Ideo­logien in Österreich im Jahr 2024.

→Download: Rechtsextremismus in Österreich 2024 (pdf)

Unter den zehn Kapiteln finden sich Einordnungen zur Geschichte und rechtli­chen Aspek­ten zum Rechts­extre­mis­mus ebenso wie statis­tische Er­hebun­gen von staatlichen und zivil­gesell­schaft­lichen Stellen, den größten Teil macht eine detail­lierte Be­schrei­bung unter­schied­lichs­ter rechts­extremer Akteur*in­nen aus. Darin werden deutsch­nationale Ver­bindun­gen und neo­nazis­tische Akti­visten ebenso behan­delt wie Ver­treter*in­nen der „Neuen Rechten“ wie die Identitäre Bewe­gung. Das Spektrum der be­obach­teten Gruppen reicht von migran­tischen Rechts­extremen wie den „Grauen Wölfen“ bis zu „Alter­nativ­medien“ wie AUF1. Der Bericht endet mit einer Dar­stel­lung der wich­tigs­ten aktu­ellen Trends und einer Prog­nose künftiger Ent­wick­lungen.

Tathandlungen 2005-2025 (Quelle: DÖW)

Das DÖW hat 2023 von den Bundesministerien für Inneres und Justiz den Auftrag erhal­ten, jährlich einen wissen­schaft­lichen Bericht über den ös­terrei­chischen Rechts­extre­mis­mus zu ver­fassen. Die Aus­gabe zum Jahr 2024 ist nun schon der zweite vom DÖW erstellte Be­richt.

(Text: Dokumentations­ar­chiv des ös­ter­rei­chi­schen Wi­der­stands/DÖW)

.

Wenn Hass legal, aber trotzdem schädlich ist

November 29th, 2025  |  Published in Dokumente & Berichte, Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Lawful but AwfulDer Verein „ZARA – Zivil­courage und Anti-Ras­sis­mus-Arbeit“ präsentierte sei­nen 8. „#Gegen­Hass­im­Netz“-Be­richt. Der dies­jährige Bericht (→PDF-Download) wid­met sich dem Thema „Lawful but Awful“.

Der Bericht zeigt, wie sehr auch recht­lich zu­lässige Inhalte im Netz Men­schen ver­letzen, zum Schwei­gen brin­gen und ins­ge­samt einen fairen, demo­kra­ti­schen Diskurs ver­hindern.

Seit der Gründung der Beratungsstelle „#Gegen­Hass­im­Netz“ im Jahr 2017 wurden ins­gesamt 15.113 Fälle von Online-Hass doku­men­tiert, davon 1.716 im aktu­ellen Be­ratungs­jahr. Ein Großteil der Mel­dungen ist vo­rurteils­moti­viert, beson­ders häufig geht es um rassis­tische und sexistische Angriffe – oft treffen sie Men­schen, die von meh­reren Dis­krimi­nie­rungs­formen betrof­fen sind. „Ob Hass im Netz strafbar ist, hängt jedoch nicht primär davon ab, aus welchem Grund ein Mensch Hass ver­breitet. Sowohl ideo­logisch als auch nicht-ideo­logisch moti­vierte Inhalte können rechts­widrig sein – oder eben legal. Ihnen gemein­sam ist, dass sie verletzen“, erklärt Fiorentina Azizi-Hacker, Leiterin der ZARA-Bera­tungs­stellen. Die ZARA-Bera­ter*in­nen prüfen daher genau, welche recht­lichen Schritte oder anderen Maß­nahmen möglich und sinn­voll sind, um Betrof­fene in ihrem indivi­duel­len Fall best­möglich zu unter­stützen.

Der Bericht verdeutlicht, dass Hass im Netz ein breites, gesamt­gesell­schaft­liches Problem ist: Er reicht von straf­baren Dro­hungen und Verhetzung über sexua­li­sierte Gewalt und Cybermobbing bis zu „lawful but awful“-In­hal­ten, die zwar nicht gegen Gesetze ver­stoßen, aber dennoch massiv schaden. Etwas mehr als die Hälfte (54 %) der bei ZARA gemel­deten Hass-Inhalte bewer­tete die ZARA-Bera­tungs­stelle #GegenHass­imNetz als nicht-recht­lich relevant.

Legaler Online-Hass prägt den Alltag vieler Menschen und macht sichtbar, wo der Rechts­staat an seine Grenzen stößt, wenn es um den Schutz der Menschen­würde geht. Genau an dieser Schnitt­stelle beginnt die Arbeit von ZARA: Wir hören zu, beraten und handeln, wo andere Syste­me nicht greifen“, so ZARA-Ge­schäfts­füh­rerin Rita Isiba.

Der Bericht bietet neben aktuellen Zahlen und Analysen auch konkrete Hand­lungs­empfeh­lungen: Read the rest of this entry »

FRA veröffentlicht Roma Survey 2024

Oktober 3rd, 2025  |  Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Roma Survey 2024: neuer Bericht der FRA liegt vorGrundrechteagentur FRA legt neuen Bericht über Roma und Traveller in der EU vor: mehr Erwerbstätige, aber Diskriminierung bleibt bestehen

European Union Agency for Funda­men­tal Rights (FRA): Rights of Roma and Tra­vel­lers in 13 Euro­pe­an Countries. Per­spec­tives from the Roma Sur­vey 2024, Vienna 2025 (2.10.2025)  | →Zum Down­load

Roma und Traveller in der EU sind nun erwerbstätig, und auch ihre Wohn­verhält­nisse haben sich ver­bessert. Jedoch sind Armut, Dis­kriminie­rung und Segre­gation nach wie vor weit ver­breitet. Dies geht aus einer neuen Erhebung der Agentur der Euro­päi­schen Union für Grundrechte (FRA) hervor. Die FRA betont nach­drücklich, dass zwischen den EU-Zielen zur Inklusion der Roma und den gelebten Erfah­rungen der Roma- und Tra­veller-Ge­mein­schaften nach wie vor erheb­liche Lücken bestehen. Es ist un­wahr­schein­lich, dass die EU-Staaten die Ziele bis 2030 errei­chen werden.

Die jüngste Roma-Erhebung bewertet, ob die Roma und Traveller durch die Inklu­sions­maß­nahm­en der EU und ihrer Mit­glied­staaten besseren Zugang zu ihren Grund­rechten haben. Ver­glichen mit Ergeb­nissen aus früheren Erhe­bungen der FRA zeigen sich zwar in einigen Bereichen Fort­schritte, jedoch bestehen nach wie vor große Unter­schiede zwischen den Roma und der All­gemein­bevöl­kerung: Read the rest of this entry »

Schulsegregation: „Nur langsame Fortschritte“

Mai 29th, 2025  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Annual Report 2024 (Titelblatt)Kommission zur Bekämpfung von Rassismus und In­tole­ranz (ECRI): Segre­ga­tion von Roma-Schülern gehört zu den wich­tigs­ten Heraus­for­de­run­gen

In ihrem Jahresbericht 2024 nennt das Europarats­organ für die Be­kämpfung von Rassismus, die Euro­päi­sche Kom­mission gegen Ras­sismus und Intole­ranz (ECRI), vier zentrale politische Heraus­for­derun­gen für die euro­päischen Staaten: die Be­kämpfung des Einsatzes von rassistischer Profil­erstellung durch die Straf­verfolgungs­behörden, die Be­kämpfung der Segre­gation von Roma-Kin­dern in der Schule, die Gewähr­leistung gleicher Rechte und Würde für Trans­gender-Per­so­nen und Inter­sexuelle und die Stär­kung der nationa­len Gleich­behand­lungs­stellen. Positive poli­tische Ent­wicklun­gen werden in dem Bericht eben­falls her­vor­gehoben. [...]

In mehreren Mitgliedstaaten des Europarats wurde weiter­hin ein hohes Maß an schulischer Segre­gation von Roma-Kindern be­obach­tet, was zu einer gerin­geren Qualität der Bildung führt. ECRI stellt fest, dass die hohe Kon­zentra­tion von Roma-Kin­dern in bestimm­ten Schulen offen­bar das Ergebnis der Wohn­segregation ist, aber auch der an­halten­den Praxis der Schul­behörden, Roma-Kinder in ge­trenn­ten Klassen oder Gebäuden zu unter­richten. Trotz der von vielen Mit­glied­staaten ergrif­fenen Maß­nahmen – ein­schließ­lich der An­erken­nung der schuli­schen Segregation als ernst­hafte Form der Dis­kriminie­rung, ihres aus­drückli­chen Verbots und der Unter­stützung von Roma-Kin­dern durch spe­zielle Schul­assistenten – wurden nur lang­same Fort­schritte bei der Auf­he­bung der faktischen Segre­gation erzielt. Read the rest of this entry »

Antiziganismus: Empfehlung für Schulen

Mai 14th, 2025  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte

v. l. Dotschy Reinhardt, Stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti & Roma und Simone Oldenburg, Präsidentin der Bildungsministerkonferenz und Ministerin für Bildung und Kindertagesförderung in Mecklenburg-Vorpommern (Foto: Sekretariat der KMK)Deutschland: Gemeinsame Empfehlung zum Um­gang mit Anti­ziga­nis­mus in der Schule – Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma und Bil­dungs­minis­ter­kon­ferenz einig: un­ver­zicht­ba­rer Teil der Lehrpläne!

Die Bildungsministerkonferenz und der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma haben im März 2025 erst­mals ge­mein­same Empfeh­lungen zur Prä­vention und ge­zielten Be­kämpfung von Anti­ziganis­mus in Schulen be­schlos­sen und vor­gestellt.

„Schulen müssen antiziganismuskritische und antiziga­nismus­freie Lernräume sein und dadurch auch Chancen­gleich­heit für alle Kinder und Jugend­lichen gewähren“, heißt es in den Empfeh­lungen. Kinder und Jugend­liche sollten ein Bewusst­sein ent­wickeln und dafür ein­treten, Sinti und Roma in der Gesell­schaft vor Dis­krimi­nie­rung zu schützen.

Die Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, Ministerin Simone Oldenburg, betont: „Die Bekämpfung von Antizi­ganismus ist eine gesamt­gesell­schaft­liche Aufgabe, die im Eltern­haus beginnt und sich in unseren Schulen fort­setzt. Wir müssen fest­stellen: Antiziganismus kommt in allen Lebens­bereichen vor. Leider be­gegnet uns in Schulen gesell­schaftlich tradierter Anti­ziganis­mus bis heute in unter­schied­lichsten Formen. Unsere Schulen sollen hin­gegen Orte der Vielfalt und des Respekts sein, in denen jede und jeder Einzelne frei von Vorurteilen lernen und sich ent­wickeln kann. Read the rest of this entry »

Deutschland: Broschüre zum Erhalt der Gräber

Mai 9th, 2025  |  Published in Dokumente & Berichte, Geschichte & Gedenken

Informationsbroschüre des Zentralrats: "Bund-Länder-Vereinbarung betreffend den Erhalt der Gräber der unter nationalsozialistischer Gewaltherrschaft verfolgten Sinti und Roma"Informationsbroschüre zur Bund-Länder-Ver­ein­ba­rung be­tref­fend den Er­halt der Gräber von NS-ver­folg­ten Sinti und Roma

Das ehrende Gedenken an die während des Holocaust ermor­deten und ver­folgten Sinti und Roma ist ein zentra­ler Be­stand­teil der kultu­rellen Identität unse­rer Minder­heit. Mit der Bund-Län­der-Ver­ein­ba­rung vom 5. Dezem­ber 2018 betref­fend den Erhalt der Gräber der unter der national­sozialis­ti­schen Gewalt­herrschaft ver­folgten Sinti und Roma (BLV) haben Bund und Länder gemein­sam beschlos­sen, dieses Gedenken zu würdigen und den dauer­haften sowie würde­vollen Erhalt dieser Grabstätten zu gewähr­leisten. Der Zentralrat Deut­scher Sinti und Roma, Initiator dieser Ver­einbarung, möchte mit der vor­liegenden Infor­mations­broschüre zur BLV sowohl der Minder­heit als auch der Öffent­lichkeit mehr Klarheit und Transparenz in Bezug auf die Umsetzung der Ver­ein­barung bieten. Die Broschüre richtet sich zudem an Friedhofs­ver­waltun­gen sowie an alle, die Ver­antwor­tung für den Erhalt dieser Grab­stätten tragen. Sie bietet einen um­fassenden Einblick in die Thematik, be­antwortet zentrale Fragen und plädiert für einen sensiblen und respekt­vollen Umgang – ins­beson­dere im Hinblick auf die Bedeutung dieser Gräber für die An­gehöri­gen der Ver­storbenen.

→Informationsbeschüre (PDF)

(Text: Zentralrat)

Schulische Segregation in der Slowakei

April 21st, 2025  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

"Separate and unequal": Titelseite des Berichts von Amnesty International und European Roma Rights CentreIn einem Bericht verurteilen Amnesty International Slo­wakei und ERRC die „weit verbreitete und zunehmende rassistische Spaltung im Bildungswesen“ und fordern die slowakische Regierung auf, dringend Maßnahmen zu er­greifen, um die Segregation in ihren Schulen zu beenden.

Der Bericht mit dem Titel „Separate and Unequal: School Segregation Persists for Roma in Slovakia“ analysiert die gesetz­gebe­rischen und poli­tischen Reaktionen auf die Ver­weisung der Slowakei an den Europäi­schen Gerichts­hof (EuGH) im April 2023. Die Ergeb­nisse zeigen, dass be­schlos­sene Maß­nahmen nicht au­sreichen, um die tief ver­ankerten Prak­tiken der Segre­gation von Rom*nja wirksam zu be­kämpfen. Gesetzes­reformen – darunter Änderun­gen am Schul­gesetz – mangelt es an Klarheit und Durch­setz­bar­keit, um ver­festigte Un­gleich­heiten zu be­seitigen.

Zehn Jahre nach dem Beginn des EU-Verfahrens zeigt der neue Bericht, dass das slowa­kische Bildungs­system Rom*nja weiter­hin den Zugang zu integra­tiver, hoch­wertiger Bildung verweigert. Ursache dafür sind un­zu­reichende Kontrollen, struk­turelle und infra­struk­turelle Un­gleich­heiten sowie dis­krimini­erende Praktiken. Amnesty Inter­national und das ERRC fordern die Europäi­sche Kom­mission auf, die Umsetzung der Gleich­be­hand­lungs­richt­tlinie durch die Slowakei weiter­hin genau zu überwachen und ge­gebe­nen­falls weitere Maß­nahmen zu ergreifen.

„Unsere Untersuchung zeigt klar, dass es sich hier nicht um zufällige Un­gleich­heiten handelt. Was wir Jahr für Jahr be­obach­ten, ist der schlei­chende Versuch, ein Zwei-Klas­sen-Bil­dungs­system zu legiti­mieren – eines für Kinder mit un­ein­ge­schränk­tem Zugang zum Recht auf Bildung, und eines für jene, denen von Anfang an segre­gierte und minder­wertige Schul­bildung zu­gemutet wird“, so Rado Sloboda, Direktor von Amnesty In­ter­national Slowakei. Read the rest of this entry »

Rechtsextremismus-Bericht: Antiziganismus

Januar 29th, 2025  |  Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte

Collage: rechte Agitation in Österreich (Bild: DÖW)2023 beauftragten Innen- und Justizministerium das Doku­men­ta­tions­archiv des öster­reichi­schen Wider­stan­des (DÖW) in Wien mit der Erstel­lung eines jähr­lichen Rechts­extre­mis­mus-Be­richts. Die Er­geb­nisse des ersten um­fang­rei­chen Be­richts wurden nun prä­sentiert (→zum Download). Wir haben nach­ge­schaut, in­wie­weit darin auch auf Rassismus gegen Roma und Sinti (Anti­ziganis­mus, Antiromaismus, Romafeindlichkeit) Bezug ge­nom­men wird. Im Fol­genden finden Sie einen Überblick über die be­tref­fenden Passagen:

Auf S. 64/65 verweist der Bericht auf die Internet-Agitation der neo­nazis­tischen Gruppe Un­wider­stehlich. Diese sei unter ande­rem von roma­feind­licher Hetze durch­zogen:

Die sich als Internetprojekt verstehende Neo­na­zi-Grup­pe Un­wider­stehlich (UW) wurde 2015 als ein konspi­rativ agie­rendes Nach­folge­projekt der 2011 zer­schla­genen Al­pen-Donau-Grup­pe ge­grün­det. In ähn­licher (tägl­icher) Frequenz wie diese […] kom­men­tiert man auf Facebook (rund 1300 Fol­lower) v. a. aktu­elle Er­eignisse und Mel­dungen. Der Agitat­ion […] dient auch ein Blog, der im März 2021 neu­gestaltet wurde. Der gleich­zeitig er­öffnete Telegram-Ka­nal ver­zeichnet etwas über 600 Abon­nent*in­nen (Stand Ende August 2024). […] Neben Anti­semitismus ist die UW-Agi­tation von Hetze gegen Rom*nja und Sinti*zze durch­zogen – von der syste­ma­tischen Ver­wendung des Z-Wortes bis hin zur Ab­lehnung der Erinne­rung an die NS-Ver­nich­tungs­politik bzw. den Porajmos. So zeige die Zer­störung der Gedenk­stätte in Salz­burg-Leo­polds­kron im Au­gust 2022, dass diese Erinne­rung „vielen Ein­heimi­schen ein Dorn im Auge“ sei und man lieber in „eine Zukunft ohne Schuld und Scham“ schauen wolle.

Auf S. 70 führt der Chronikteil die neuerliche Mahnmal­schän­dung in Salzburg-Leo­polds­kron 2023 an (wir be­rich­teten): Read the rest of this entry »

Jahresrückblick „Newess 2023“ erschienen

Juli 3rd, 2024  |  Published in Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Medien & Presse

Newess 2023Deutschland: Das vom Dokumentations- und Kul­turzentrum gemein­sam mit dem Zentralrat heraus­ge­gebene Magazin „Newess“ erscheint im jährli­chen Rhythmus. Der „Newess 2023“ (was auf Ro­ma­nes „Neuig­keiten“ be­deutet) infor­miert in der Form eines Jahres­rückblicks über die Arbeits­schwer­­punkte beider Insti­tu­tionen.

Download Newess 2023 (PDF)

Schwerpunkt des „Newess 2023“ ist der Neubau des Dokumen­tations- und Kultur­zentrums sowie die Neu­konzep­tio­nie­rung und Erweiterung unserer Dauer­aus­stellung. Als am 16. März 1997 das Do­ku­­men­ta­tions- und Kultur­zentrum in Heidelberg eröffnet wurde, war dies ein stolzer Moment für die gesamte Minder­heit. Bis heute ist die Dauer­aus­stellung über den national­sozialis­tischen Holocaust an 500.000 Sinti und Roma im NS-be­setzten Europa in ihrem Umfang einzig­artig und trägt auf mehr als 700 Quadrat­metern Ausstellungs­fläche zur historischen Bewusst­seins­bildung über dieses Mensch­heits­verbrechen bei.

In Zukunft werden die 600-jährige Geschichte der Sinti und Roma in Europa und ihre Beiträge zur Kultur­geschichte ihrer Heima­tländer stärker im Fokus stehen. Der Schwer­punkt be­leuchtet die Neubau­pläne, von der architek­to­nischen Planung durch ein renom­miertes Stuttgarter Büro über die Elemente der neuen Dauer­ausstellung bis zum Aufbau einer Samm­lung von Objekten und Zeug­nissen, die die Geschichte unserer Min­der­heit erzählen.

Read the rest of this entry »

MIA-Jahresbericht: Vorfälle fast verdoppelt

Juni 28th, 2024  |  Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte

MIA-Jahresbericht 2023: Romani Rose, MIA-Vereinsvorsitzender Silas Kropf und der Antiziganismusbeauftragte des Bundes, Dr. Mehmet Daimagüler, bei der Vorstellung des Jahresberichts. Bildrechte: ZentralratDie deutsche Melde- und Informa­tions­stel­le An­ti­zi­ga­nis­mus (MIA) ver­öf­fent­licht ihren zwei­ten Jah­res­be­richt zu anti­ziga­nis­ti­schen Vor­fäl­len in Deutsch­land. Die Vor­fall­zahl hat sich im Ver­gleich zum Vor­jahr bei­na­he ver­doppelt.

Am 17. Juni 2024 wurde der Jahresbericht der Melde- und Infor­mations­stelle Anti­ziganis­mus MIA zu anti­ziganis­ti­schen Vorfällen in Deutschland aus dem Jahr 2023 auf der Bundes­presse­kon­fe­renz in Berlin vor­gestellt. Für 2023 hat MIA ins­gesamt 1.233 anti­ziganistische Vorfälle erfasst. Dies ist eine deutliche Stei­gerung im Vergleich zum Vorjahr (621 Vorfälle). Die höheren Zahlen stehen im Zu­sam­men­hang mit dem Rechtsruck in Deut­schland und sind auch durch den wach­senden Bekannt­heits­grad von MIA zu erklären. Es ist nach wie vor von einem großen Dunkelfeld anti­ziganis­tischer Vorfälle aus­zu­gehen, das erst in den kom­menden Jahren schritt­weise erhellt werden kann.

Reem Alabali-Radovan, Beauftragte der deutschen Bundes­regierung für Antirassismus, wür­digte das Engage­ment: „Was MIA in den letzten Jahren aufgebaut hat, ist be­ein­druckend. Hier wird deutlich, wie wichtig solche Melde­stellen für die Commu­nitys sind. Sie sind es, die die Situation der Betrof­fenen am besten kennen und wissen, was ge­braucht wird. Wichtig ist mir auch: Wenn wir über Zahlen und Daten des 2. Jahres­berichts der Melde­stelle sprechen, dürfen wir nicht vergessen, dass hinter jeder dieser Zahlen ein Mensch steht, der Gewalt, der Hass, der Unrecht erlebt hat.“

Bei den Vorfällen stechen drei Aspekte ins Auge: Die erste, alarmie­rende Erkenntnis ist die ein­deutige Zunahme extremer Gewalt. Nach einem Vorfall im Jahr 2022 hat MIA im aktuellen Bericht 10 Fälle extremer Gewalt doku­mentiert. Read the rest of this entry »

Antiziganismus auf kommunaler Ebene

April 27th, 2024  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Broschüre: Institutioneller Antiziganismus auf kommunaler EbeneInstitutioneller Antiziganismus auf kommunaler Ebene – Ein­führung und Praxis­per­spek­ti­ven aus der Bil­dungs­ar­beit mit Be­hör­den­mit­ar­bei­ten­den

Eine Handreichung des Bildungsforums gegen Anti­zi­ga­nis­mus für Mul­tip­li­ka­tor*in­nen aus Ver­wal­tung, So­zia­ler Ar­beit und Bil­dungs­ar­beit, Berlin/Hei­del­berg 2023 (36 S.)

→Hier bestellen (E-Mail) | →Download (pdf)

Antiziganismus äußert sich nicht nur durch individuelle Einstellun­gen, Haltungen und daraus resul­tie­rende Handlun­gen. Rassismus gegen Sinti* und Roma* voll­zieht sich häufig auch auf der Ebene von gesell­schaft­lichen Institu­tionen und Orga­nisa­tionen, die mehr sind als die bloße Summe indivi­dueller Handlungen. Bei institu­tio­nel­len Formen des Anti­ziganis­mus kommen unter ande­rem Hand­lungs­routinen, Ver­fahrens­regelun­gen und Arbeits­kulturen zum Tragen, die zu einer Praxis der syste­mati­schen Ungleich­behand­lung von Sinti* und Roma* führen.

Die Existenz von institutionellem Antiziganismus bestätigte sich jüngst erneut durch den erst­mals ver­öffent­lich­ten Jahres­bericht der bun­des­weiten Melde- und Infor­mations­stelle Anti­ziganismus (MIA). Ein zentrales Er­gebnis des Berichts ist, „dass bei etwa einem Drittel der Fälle die Ver­ant­wort­li­chen für den Anti­ziganismus nicht als Privat­per­sonen handelten, sondern sich in einer bestimm­ten Rolle oder Funktion be­fanden – z.B. Poli­zist*in­nen, Sach­be­arbeiter*in­nen von Job­centern oder Jugend­ämtern, Personen in politi­schen Ämtern wie Bürger­meister*in­nen oder Mandats­trä­ger*in­nen“.

Mit der vorliegenden Handreichung, die in Zusammenarbeit des Bildungs­forums gegen Anti­ziganis­mus des Doku­menta­tions- und Kultur­zentrums Deutscher Sinti und Roma mit dem Forschungs­institut Gesell­schaft­licher Zu­sammen­halt und dem Zentrum für Anti­semitismus­forschung an der Tech­ni­schen Universität Berlin ent­standen ist, wird ein Schwer­punkt auf institu­tionellen Anti­ziganismus auf der kom­munalen Ebene gelegt. Die Broschüre der Autor*in­nen Tobias Neuburger, Georgi Ivanov und Sara Pasquali rich­tet sich ins­beson­dere an Multi­plika­tor*innen aus der Ver­waltung, der Sozialen Arbeit sowie dem Bereich Bildung. Read the rest of this entry »