Kunst & Fotografie

„Barcelona, gitana meva“

Februar 5th, 2026  |  Published in Frauenrechte, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Wiener Künstlerin Messnik in BarcelonaWiener Künstlerin Cristina Messnik veranstal­tet par­tizi­pa­tives Kunst­projekt mit Roma-Frauen in Spanien

Die in Wien ansässige multidisziplinäre Künstlerin und Sozial­arbei­terin Cristina Messnik (Webiste) setzt ihre sozialen und künst­leri­schen Erfah­run­gen mit Roma-Frauen in einem parti­zipa­tiven Kunstprojekt in Barcelona fort. Vom 23. bis 25. Februar wird sie in Zu­sammen­arbeit mit dem Instituto Romanó para asuntos sociales y culturales Poesie- und Foto­grafie­work­shops für Roma-Frauen an­bieten, die sie dabei unter­stützen, sich den öffent­lichen Raum der Stadt zurück­zu­erobern, ihre Stimmen sichtbar zu machen und ihre Selbst­ermäch­ti­gung zu stärken.

Roma-Frauen zögern oft, den öffentlichen Raum ihrer Stadt zu nutzen. Diesen im Rahmen des Projekts gemein­sam zu „besetzen” und sich zu eigen zu machen, ist deshalb eine Form der Selbst­ermäch­ti­gung, die Messnik mit ihrem Projekt fördern möchte. Die künstle­rische Aktion zielt darauf ab, den Prota­gonis­tin­nen die Bedeutung dieses integra­tiven Instru­ments bewusst zu machen. Das Projekt besteht aus einem drei­tägi­gen Programm mit Workshops zu Poesie, Fotografie und Performance an ver­schie­denen Orten der Stadt, wobei der Viel­sprachig­keit der Frauen (Katalanisch, Romanes und Caló) Raum ge­geben wird. Read the rest of this entry »

ERIAC Gallery Space in Berlin: Temperance

Dezember 14th, 2025  |  Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Arbeit von Rudy Dumas, Sedentary Stigma, 2025 (Foto: ERIAC)Die Stiftung Kai Dikhas empfiehlt in einer Aussen­dung die Aus­stel­lung TEMPERANCE im ERIAC Gallery Space in Berlin:

TEMPERANCE vereint Arbeiten von Rudy Dumas (FR), Anita Horváth (HU) und Monika Kováčová (CZ) – drei zeit­ge­nössi­schen Roma-Künst­ler:in­nen, deren Prak­tiken sich im Span­nungs­feld zwischen Material und Erin­ne­rung, Präsenz und Trans­for­mation ent­falten. Die Aus­stellung lädt dazu ein, in Zu­ständen des Werdens zu ver­weilen, in denen Identität viel­schich­tig, ver­handel­bar und ständig im Wandel ist. In den Medien Skulptur, Fotografie, Schmiede­kunst und mate­rial­basier­ter Explo­ration setzen sich die Künst­ler:in­nen mit per­sönli­chen und kollek­tiven Geschich­ten, Mytho­logien und gelebten Erfah­rungen aus­einander. Anstatt feste Narrative vor­zu­geben, lässt TEMPERANCE Bedeu­tung all­mählich ent­stehen – durch Prozesse, Materia­lität und stille Trans­forma­tion.

Die Aus­stel­lung fordert Zeit und Auf­merksam­keit – und eröff­net im Gegen­zug eine ein­drucks­volle Begegnung mit zeit­genös­sischer Roma-Kunst, die von Mate­rialität, Nuancen und Resilienz ge­prägt ist.

Die Ausstellung ist zu sehen von 12. Dez. 2025 bis 31. März 2026 | Ort: ERIAC Gallery Space, Berlin – 10117 Mitte, Reinhardtstraße 41-­43 | Kuratiert von: RomaMOMA/Emese Molnár

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie unter: ERIAC.org

(Text: Aussendung Kai Dikhas)

Ausstellung: La Finesse. Godi – Śuźipe – Zor

Dezember 9th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

LA FINESSEEin Einblick in die Sammlung Kai Dikhas

Auf Romanes: Godi – der Geist. Śuźipe – die Schön­heit. Zor – die Kraft. Im Laufe der Jahre ent­stand während der Aus­stellungs­tätig­keit eine umfang­reiche und ein­zig­artige Kunst­sammlung, die die Arbeit von Kai Dikhas doku­mentiert. Die Aus­stel­lung zeigt eine Aus­wahl früherer und ganz neuer Akqui­sitio­nen der Stiftung.

Mit Arbei­ten von: Daniel Baker, Helios Gómez, Manolo Gómez, Gabi Jiménez, Delaine Le Bas, Damian Le Bas, Lila Loisse, Nino Nihad Pušija, André Raatzsch et al. Kuratiert von Moritz Pankok.

Eröffnung: 11. Dez. 2025, 19:30 Uhr | Die Ausstellung ist zu sehen von 12. Dez. 2025 bis 28. März 2026 | Ort: Stif­tung Kai Dikhas & Kunst­raum Dikhas Dur, Aufbau Haus am Moritz­platz, Prinzen­str. 84.2, 10969 Berlin | Öff­nungs­zei­ten: Do. bis Sa., 16–19 Uhr | Eintritt frei.

Während uns derzeit aus allen Richtungen katastro­phale Nach­rich­ten errei­chen, die bei kurzem Nach­denken schnell zum Grübeln und an den Rand apo­kalyp­tischen Aus­maßes führen, kann und muss sich Kunst enga­giert ein­mischen und zum Ändern von Hand­lungs- und Lebens­weisen aufrufen. Dabei kann sie auf­rütteln, Schmerz und Ver­zweif­lung Ausdruck ver­leihen, Miss­stände sichtbar machen, der Tiefe der Abgründe, die sich uns auftun, die richtige Schwärze geben. An­ge­hörige der Sinti und Roma sind in gewisser Weise an einen be­stimm­ten äußeren Druck gewohnt. Seien es Aus­gren­zung, rassis­tische Übergriffe bis hin zum Genozid der Natio­nal­sozia­listen, zum Holocaust, sei es Prekariat und Hunger, Flucht, Vertrei­bung, Abschie­bungen. Es sind Erfah­rungen, die die An­ge­höri­gen vielfach kennen. In Kai Dikhas haben wir schon davon gespro­chen, dass es nicht die Roma­kunst im ästhe­tischen Sinne erkenn­bar gibt, sondern es sind – vor allem bei der Inter­natio­nalität und Diversität der Künstler­schaft – diese Erfah­rungen, die die Künst­ler*innen der Stiftung Kai Dikhas alle kennen. Ein ge­meins­amer Nenner. Dabei fällt beim Blick in die Sammlung Kai Dikhas auf, dass die Kunstwerke sich meist durch eine beson­dere Eleganz, durch Intelli­genz aus­zeichnen. Sie haben all das oben Ge­nannte in sich, aber dazu noch erzählen sie von Resilienz, die Kunst wird ein Mittel der Selbst­behaup­tung, der Ver­teidigung und sie verleihen der Schön­heit der Men­schen einen Glanz, der in der Anklage die Hoffnung auf eine andere Welt bei­behält, so wie sie die Künst­ler*in­nen vor Augen haben.

(Text: Kai Dikhas)

ERIAC: Selma Selman erhält Tajsa-Preis

Dezember 7th, 2025  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Kunst & Fotografie

Die Künstlerin Selma Selman wurde mit dem „Tajsa Roma Cul­tural Heri­tage Prize 2025“ aus­ge­zeichnet

Bukarest – Die bosnische Roma-Künstlerin Selma Selman ist mit dem „Tajsa Roma Cultural Heri­tage Prize 2025“ geehrt worden. Die Aus­zeich­nung wurde ver­gange­nes Wochen­ende im Rumä­nischen Athenäum in Bukarest im Rahmen der vierten Ausgabe der „Tajsa Award Cere­mony & Gala“ ver­liehen. Der Preis würdigt eine Persön­lich­keit, die das künst­leri­sche Schaffen von Roma und Romnja stärkt und das kultu­relle Erbe in Aus­drucks­formen der Gegen­warts­kunst übersetzt.

Zu den diesjährigen Finalistinnen und Finalisten des Preises zählten neben Selman die Künst­lerin­nen und Künstler Coco Reyes, Noell Maggini, Riah Knight sowie Sead Kazanxhiu. Über die Ver­gabe entvschied eine hoch­karätig be­setzte inter­natio­nale Jury, der Timea Junghaus, Dijana Pavlović, Colin Clark, Avni Mustafa und Patricia Caro Maya an­ge­hörten. Die Jury hob ins­beson­dere Selmans eigen­ständige künst­lerische Sprache sowie ihre enge Ver­bindung zu Roma-Ge­mein­schaften hervor.

Profil der Preisträgerin

Selma Selman stammt aus Bosnien und Herzegowina und arbeitet als Bild- und Per­for­mance­künst­lerin. Ihre multi­diszip­linäre Praxis umfasst Per­formance, Video, Malerei und Instal­lationen, die häufig auf auto­biogra­fischen Erfah­rungen be­ruhen und Themen wie soziale Un­gleichheit, ge­schlechts­spezi­fische Gewalt und struk­turelle Dis­kriminie­rung be­handeln. Read the rest of this entry »

Forschungsprojekt: „Roma und Sinti darstellen“

September 24th, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Foto: Eva Besnyö, Junge mit Cello, 1931 (z. V. g. von Anton Holzer)Roma und Sinti darstellen: Fotografische Konstruktionen in Zeitun­gen und Zeit­schrif­ten der Zwi­schen­kriegs­zeit 1918–1939/40

Forschungsprojekt am Institut für Europäische Ethnologie der Uni­ver­si­tät Wien, Mai 2025 bis April 2029

representing-roma-and-sinti.eu

Keine europäische Minderheit stand in den Jahren der Zwischen­kriegs­zeit stärker im Fokus der Foto­grafie als die Gruppe der Roma und Sinti. In vielen euro­päi­schen Ländern ver­öffent­lichten il­lustrierte Zeitungen und Zeit­schriften regel­mäßig foto­grafische Bild­berichte und Repor­tagen zum Thema. Die foto­grafi­schen Re­prä­senta­tio­nen pendelten dabei zwischen stereo­typen Formen der Ideali­sierung und – häufiger noch – Strate­gien der kultu­rellen, sozialen und rassis­tischen Aus­gren­zung. Parallel dazu ent­standen im Zuge der zivilen Emanzi­pations­bewe­gun­gen der Minder­heit in einigen Ländern Roma-eigene Zeit­schriften, die andere, selbst­bewuss­tere Bilder entwarfen. Diese in der Forschung bislang wenig be­achteten Quellen werden vom Foto­historiker Anton Holzer am Institut für Euro­päi­sche Ethnologie der Uni­ver­sität Wien erst­mals syste­matisch unter­sucht.

Das vom FWF geförderte Forschungsprojekt eröffnet einen neuen, differenzierten Blick auf die Reprä­sen­ta­tions­geschichte der Roma und Sinti im 20. Jahr­hundert. Es be­schäftigt sich mit zentralen Fragen der histo­rischen und gegen­wärtigen euro­päischen Kultur: Wie werden kulturelle, soziale und ethnische Grenz­ziehungen gezogen und wie werden sie visuell dar­gestellt? Wer bestimmt in Bildern, Texten und medialen Diskursen darüber, wo und wie die Grenzen zwischen dem (be­haup­te­ten) „Eigenen“ und dem (vor­gestell­ten) „Fremden“ ge­zogen werden? Read the rest of this entry »

No a las Máquinas: Interview zur Ausstellung

Juli 5th, 2025  |  Published in Interview, Kunst & Fotografie, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen

Kuh, 2025, mixed media, David Hardy, Suisse Marocain, David Weiss (Foto: Kai Dikhas)Die Kuratoren Miguel Ángel Vargas Rubio und Moritz Pankok im Inter­view zur Aus­stel­lung in der Stif­tung Kai Dikhas in Berlin

→Anhören auf FluxFM.de
FluxFM/Radio Arty, 20:29 min.

In seinem eindringlichen Text entwirft Miguel Ángel Vargas Rubio ein komple­xes Pano­rama der euro­päischen Agrar­landschaft als Spiegel gesell­schaftli­cher Macht­ver­hältnisse, kolonialer Kon­tinui­täten und ka­pita­lis­tischer Zwänge. Die schein­bare Ordnung geo­metri­scher Felder, Traktor­spuren und Agrar­politik kon­tras­tiert mit den zer­split­terten Lebens­realitäten der am Rand lebenden, oft migran­tischen und mar­gina­lisier­ten Ge­mein­schaften. Dabei wird das Land nicht nur zum öko­no­mischen Objekt, sondern zum Symbol für Begehren, Aus­schluss und Überleben. Die Aus­stellung „Nein zu Maschi­nen – Roma-Per­spek­tiven auf eine apoka­lypti­sche Land­wirt­schaft“ (wir berichteten) greift diese Perspek­tiven auf und stellt sie in einen künstle­ri­schen und politi­schen Kontext. Werke von Künst­ler*in­nen wie David Weiss, Dan Turner oder Helios Gómez er­öffnen dabei neue Sicht­weisen auf die Frage, wie eine nach­haltige, gerechte Zukunft jen­seits in­dustri­el­ler Aus­beutung mög­lich sein könnte.

(Sendung und Text: FluxFM.de)

Ausstellung „No a las Máquinas“: Bis 30. Oktober 2025 im Aufbau-Haus am Moritz­platz (Stiftung Kai Dikhas und Kunst­raum Dikhas Dur, Prinzen­str. 84, 10969 Berlin). Öff­nungs­zeiten: Do. bis Sa. 16–19 Uhr

Ausstellung in Berlin: „Nein zu den Maschinen“

Juni 23rd, 2025  |  Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Ausstellung "No a las máquinas" in Berlin (Bild: Kai Dikhas)Nein zu den Maschinen – Roma-Perspektiven auf eine apo­kalyp­tische Land­wirtschaft

Bis 30. Oktober 2025 im Aufbau-Haus am Moritz­platz (Stiftung Kai Dikhas und Kunst­raum Dikhas Dur, Prinzen­str. 84, 10969 Berlin). Öff­nungs­zeiten: Do. bis Sa. 16–19 Uhr

Das „No a las máquinas im Titel der Ausstellung ist einem Graffiti in der Heimat­stadt des Kurators Miguel Angel Vargas Rubio ent­nommen. Lebrija, unweit von Sevilla in der von industri­eller Land­wirtschaft ge­prägten Landschaft Andalusiens ge­legen, ist ein Zentrum der spanischen Gitanos, die dort seit vielen hun­dert Jahren leben. Ihr Leben wird vor allem auch von dem Wandel der Land­wirtschaft be­stimmt, von den Besitz­ver­hält­nissen, der Industri­ali­sier­ung bis hin zu den massiven ökolo­gischen Schwierig­keiten der Region Anda­lusien und der Klimakrise unserer Zeit.

Ausgehend von dem Text von Miguel Angel Vargas Rubio (siehe unten) vereint „NEIN ZU MASCHINEN – Roma-Per­spekti­ven auf eine apo­kalyp­tische Land­wirtschaft“ künst­lerische Per­spekti­ven auf diese Situation: Kann die Tradi­tion der Sinti und Roma, die von einem nach­halti­gen Um­gang mit der Umwelt erzählt, nicht nur die Miss­stände son­dern auch Wege aus der Krise auf­zeigen?

Die Ausstellung zeigt Arbeiten von David Weiss, der nicht nur Künstler, son­dern auch Agrar-Öko­loge ist, des briti­schen Künstlers Dan Turner, und der wie Miguel Angel Vargas Rubio eben­falls aus Andalusien stam­men­den Künstler Helios Gómez (1905–1956) und Manolo Gómez sowie von der Fran­zösin Marina Rosselle. Die Ausstel­lung, kuratiert von Miguel Ángel Vargas Rubio und Moritz Pankok, wurde mit der groß­zügi­gen Unter­stützung der Botschaft von Spanien er­möglicht. Read the rest of this entry »

Mirga-Tas in Bregenz: „Tełe Ćerhenia Jekh Jag“

Juni 6th, 2025  |  Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Małgorzata Mirga-Tas, Tełe Ćerhenia Jekh Jag, Detailansicht 1. Obergeschoss Kunsthaus Bregenz, 2025: ""Kana werdan jawela kierdo andro drom (When the wagon is ready to go), 2025 Foto: Markus Tretter © Małgorzata Mirga-Tas, Kunsthaus Bregenz, Courtesy of the artist, Foksal Gallery Foundation, Warschau, Frith Street Gallery, London, Karma International, ZürichAusstellung im Kunsthaus Bregenz
Zu sehen bis 28.9.2025
Eröffnung: Freitag, 6. Juni, 19 Uhr

Małgorzata Mirga-Tas’ Kunst widmet sich den Lebens­welten der Rom*nja, in detail­reichen, realis­tischen Dar­stellun­gen porträ­tiert sie all­tägliche Szenen — das Rauchen einer Zigarette, das Spielen von Karten oder das Auf­hängen von Wäsche. Im Kunst­haus Bregenz zeigt sie zudem Plastiken, die eigens für diese Räume ge­schaffen wurden. Sie greifen mythische Erzählun­gen auf und sind zu­gleich Sinn­bilder der gegen­wär­tigen Conditio humana.

Internationale Bekanntheit erlangte Mirga-Tas 2022 auf der Biennale in Venedig, wo sie den Polnischen Pavillon mit groß­flächigen Textil­arbeiten aus­kleidete. Drei Bild­register zitieren Monats­dar­stellungen, die von einem berühm­ten Fresko­zyklus der italieni­schen Renaissance inspiriert sind: dem Kalender im Palazzo Schifa­noia in Ferrara. Die Tierkreis­zeichen in der Mitte des Werks werden von fast lebens­großen Porträts flankiert. Der obere, farben­prächtige Fries berichtet von der Geschichte der Rom*nja und ihrem Auszug nach Europa. Es ist eine Erzählung über Migration und noma­disches Leben, die in der Dar­stellung histori­scher Kleidung, der Tiere und weit­läufigen Landschaften lebendig wird. Das untere Register zeigt Alltags­szenen der Gegen­wart — Gemein­schaft, Weiblich­keit, Freund­schaft und Familie.

Indem die Rom*nja-Gemeinschaft ihre eigenen Erzählungen zurück­erobert, bricht sie mit den von Teilen der Gesell­schaft auf sie proji­zierten jahr­hunderte­alten Fremd­bildern. Die Technik der Stoff­collage knüpft an die Rom*nja-Hand­werks­kunst an. Doch Mirga-Tas’ textile Kunst ist weit mehr als eine Hommage an traditio­nelle Frauen­arbeit. Sie erhebt das Nähen in den Rang einer politi­schen Praxis. In einem Bild findet sich ein Selbst­porträt, das sie im Freien gemein­sam mit anderen Frauen beim Nähen zeigt. Diese Frauen­figuren sind nicht passive Ak­teur*in­nen, sondern Prota­go­nist*in­nen ihres eigenen Lebens. Arbeit erscheint in ihrer Kunst nicht als Last, sondern als Quelle von Identität und Gemein­schaft. Read the rest of this entry »

Ausstellung RʳOMA LEPANTO in Berlin

Januar 23rd, 2025  |  Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Ausstellungsansicht: Rroma Lepanto (Bild: Kai Dikhas)31.1.bis 25.4.2025 (verlängert bis 31.5.!)
Stiftung Kai Dikhas & Kunstraum Dikhas Dur

Kuratiert von Moritz Pankok und Miguel Angel Vargas Rubio. Mit Ar­bei­ten von: Luna De Rosa, Manolo Gómez Romero, Dariya Kanti, Damian Le Bas, Brunn Morais, Girolamo Porro, Alfred Ullrich, Kálmán Várady

Eröffnung 30.1.2025, 19:00 Uhr

Die Ausstellung RʳOMA LEPANTO kehrt nach ihrem gro­ßen Erfolg in Venedig nach Hause zurück. Im Rah­men von „Per­so­nal Struc­tures“ und in Zu­sam­men­arbeit mit dem Euro­päi­schen Kultur­zentrum ECC wurde die Aus­stel­lung im Palazzo Bembo wäh­rend der Kunst­biennale in Venedig von mehr als 135.000 Be­su­chern besucht und war damit die bisher meist­be­such­te Aus­stel­lung Kai Dikhas.

Vom 7. Oktober, dem Tag der Schlacht von Lepanto im Jahr 1571, bis zum 9. Okto­ber orga­ni­sierte die Kai Dikhas Foun­dation ein inter­natio­nales Sym­posium mit 15 Künstlern, Akti­visten und Kura­toren, um den Beitrag der Roma-Kultur zur euro­päi­schen Kultur, ihre Sicht­bar­keit und eine Stra­tegie für künftige Aktivi­täten in Venedig und wäh­rend der Kunst­biennale zu dis­ku­tieren.

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Ceija Stojka – Hoffnung war das, was uns stärkte

Dezember 15th, 2024  |  Published in Kunst & Fotografie, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen

Als Rückblick auf die Ausstellung „Ceija Stojka – Hoffnung war das, was uns stärkte“, die bis Ende Sep­tem­ber in Eben­see zu se­hen war, bringen wir diese Sen­dung des Freien Radios Salz­kammer­gut vom 30.7.2024.

Aus der Programminfo: Ceija Stojka ist aktuell eine der gefragtesten öster­rei­chi­schen Künstlerin­nen. Ihre Bilder haben Bezug zu ihrer Historie als Kind vor, im und nach der Zeit des National­sozialis­mus. Ihr ist im Museum Ebensee eine multi­dis­zipli­näre Aus­stellung ge­widmet. Die beiden Kurato­rinnen Carina Kurta und Lorely French haben nach meh­reren inter­natio­nalen Ausstel­lungen nun erstmals mit „Ceija Stojka – Hoff­nung war das, was uns stärkte“ eine Werkschau der Künstlerin in Österreich ge­staltet. In der Aus­stellung sind nicht nur groß­formatige Malereien Stojkas zu sehen son­dern auch Texte und Tagebücher, die eine per­sön­liche Per­spek­tive auf die österrei­chi­sche Zeit­geschichte liefern.

Im Gespräch mit Mario Friedwagner berichtet Carina Kurta, warum es wichtig ist die Po­sitio­nen von Ceija Stojka zu prä­sen­tieren.

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Ausstellung „Cruising Utopia“ in Berlin

September 14th, 2024  |  Published in Kunst & Fotografie, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Ausstellung Kai DikhasCruising Utopia: Scenes from the Roma-Queer Imagination

Béla Váradi, Joy Charpentier, Mersud Selman

20.9.2024 bis 11.1.2025 (frei­er Ein­tritt) | Stif­tung Kai Dikhas/Kunst­raum Dikhas Dur, Prin­zen­str. 84.2, 10969 Berlin | Er­öff­nung: 19.9.2024, 19 Uhr

Die Ausstellung „Cruising Utopia. Scenes from the Ro­ma-Queer Ima­gi­nation“ er­kundet künst­leri­sche Werke von Roma-Künst­ler*in­nen aus LGBTQIA+-Com­mu­nitys. Die Künst­ler*innen ver­binden Er­inne­run­gen, ihre Sub­jekti­vitä­ten und Dis­krimi­nie­rungs­er­fahrun­gen sowie die Er­fahrung von kollek­tivem Protest, indem sie die Macht der Vor­stellungs­kraft nutzen. Zeugnisse von Erlebtem ge­winnen dann an Legiti­mität, wenn das ge­schilderte Ereignis als bedeut­sam an­gesehen wird. Historisch gesehen wurden die Erzäh­lun­gen von Ro­ma-Queer-Per­so­nen zum Schweigen ge­bracht, aus­gelöscht oder in die Enge getrieben, als unwichtig, wenn nicht gar als pervers an­gesehen und nur in Archiven als Auf­zeichnun­gen medizini­scher Ver­derbtheit oder als Kriminal­akten auf­bewahrt. Daraus folgt, dass die (Neu-)Auf­zeichnung – oder das Neu-Erzählen – dieser Geschichten einen Akt des Engage­ments und der Vali­dierung darstellt. Die von Roma-Queer-Künst­ler*in­nen pro­duzierten Werke sind Brücken oder Media­tionen, die es tra­ditionell rassi­fizierten Subjekten, die (ge­zwun­gener­maßen) in Un­sicht­bar­keit leben, er­möglichen, eine zentrale Position ein­zu­nehmen. So zeigt die Ausstellung, wie Zeugnisse und Imagi­na­tionen von Ro­ma-Queer-Per­so­nen eine „kathar­tische Würde“ und Sicht­barkeit für an den Rand der Gesell­schaft verbannten Gemein­schaften her­stellen können.

Mittels der Performances von Joy Charpentier und Mersud Selman erkundet die Aus­stellung Ro­ma-Queer-Nar­ra­ti­ve. Indem nicht-nor­mative Erzäh­lungen ver­körpert und Stimmen und Körper insze­niert werden, suchen die Künst­ler*in­nen den Erzählungen Legit­imität zu ver­leihen. Zusammen mit den leben­digen Bildern der Fotografien von Béla Váradi er­mögli­chen sie uns, von individuellen oder auto­biogra­fischen Bezügen zu kollektiven Bio­grafien und Erinnerungen über­zugehen. Read the rest of this entry »

„Hoffnung – Das war, was uns stärkte“

Juli 6th, 2024  |  Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Salzkammergut 2024: Ceija StojkaSalzkammergut 2024“. Das Museum Ebensee öffnet seine Türen für Ceija Stojka: „Hoff­nung – Das war, was uns stärkte“

Zu sehen von 6.7. bis 29.9.2024 im Museum Eben­see, Kir­chen­gasse 6

Bei der Ausstellung, die bildende Kunst, Musik und gesell­schaft­liche Themen in Bezug auf Österreich vereint, steht die Position der Frau, Künst­lerin und Akti­vistin Ceija Stojka (1933–2013) im Vorder­grund – aktuell eine der ge­fragtes­ten österrei­chischen Künstlerin­nen in der inter­natio­nalen Kunstszene. Ihr bildliches Werk setzt sich aus Bildern mit per­sönli­chem Bezug zu ihrer Historie als Kind vor, im und nach der Zeit des National­sozialis­mus aus­einander. Ihre noch nicht ver­öffent­lichten Tagebücher liefern eine per­sönliche Per­spektive auf die Zeit­geschichte in Österreich am Ende des 20. Jahr­hunderts. Ziel des Projekts im Rahmen der Kultur­haupt­stadt 2024 ist es, diese Position in einem euro­päischen und inter­natio­nalen Kontext zu prä­sentie­ren und einen Blick über den Tellerrand zu schaffen. Be­gleitend zur Ausstellung findet ein Film­programm, ein Talk und eine Musik­ver­anstal­tung statt.

Im Werk von Ceija Stojka strahlt das Leben und über­lebt am Ende die Hoffnung.

(Text: Salzkammergut 2024)

Andaro angluno vast / Aus erster Hand

Juni 5th, 2024  |  Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

NergaardPorträtserie international bekann­ter Ro­ma-Künst­ler*in­nen und Ak­ti­vist*in­nen

Ausstellung von Nihad Nino Pušija

Stiftung Kai Dikhas, zu sehen bis 30. Juni 2024
Ort: Bildungsforum gegen Antiziganismus & Kunst­raum Dikhas Dur, Prin­zen­str. 84.2, 10969 Berlin

Wenn es um das Sujet der Sinti und Roma geht, ist die Foto­gra­fie die histo­risch komple­xeste und proble­ma­tischs­te Bild­gattung. Wer­den sich Roma jemals von den trauma­ti­sie­ren­den Prak­tiken der foto­grafi­schen Dar­stellung dis­tanzie­ren können, durch die sie sexua­lisiert und krimina­lisiert wurden – Prak­tiken, die sich durch die ge­samte Ge­schichte der Anthropo­logie und Ethnografie ziehen? Und ist es end­gültig un­möglich ge­worden, diesen fotogra­fischen Blick um­zu­kehren und zu er­widern?

Seit der Künstler und Fotograf Nihad Nino Pušija (Website) zum ersten Mal 1988 in Sarajevo aus­stellte, stehen diese Fragen im Zentrum seiner Arbeit. Pusija be­schäf­tigt sich mit den Vor­urteilen gegen­über Roma und mit ihren politi­schen Folgen wie Depor­tation und Assimi­lation. Stets findet er neue Möglich­keiten, authen­tische Bilder zu schaffen. Damit leistet er einen Beitrag zur fort­lau­fenden kritischen Unter­suchung seitens der euro­päischen Kunstszene, welche Rolle die Bilder der so­ge­nannten „Anderen“ für das Selbst­bild der Porträ­­tierten spielen.

Nihad Nino Pušija (D/BIH) wurde 1965 in Sarajevo, Bosnien und Herze­gowina ge­boren und er ist Kunst­fotograf. Seine Arbeit kon­zentrier­te sich haupt­sächlich auf Dokumen­tar- und Porträt­fotografie, deren Ziel es ist, die Identität der Roma in Berlin, wo er seit 32 Jahren lebt, und anders­wo in Europa ein­zu­­fangen. Read the rest of this entry »

Roma-Kunst: Protest oder ungeliebtes Label?

Mai 10th, 2024  |  Published in Interview, Kunst & Fotografie, Radio, Podcast & TV

hr-iNFO Kultur, 8.4.2024, 25 Min.
Beitrag von Yvonne Koch

Auch wenn wir das Z-Wort vermeiden und zum Beispiel das Schnitzel jetzt ,Balkan-Art‘ nennen – die Vorurteile gegen Sinti und Roma stecken tief. Des­halb denken bei Stich­wort Roma-Kunst viele be­stimmt auto­ma­tisch an feurige Geigen­spieler, reißende Gitarren­rhyth­men und aus­ge­lasse­nem Tanz. Aber was ver­steckt sich tat­sächlich dahinter? Was ist Roma-Kunst? und vor allem, wie kommen die Roma selbst mit diesem Label zurecht? An­läss­lich des Tags der Roma fragen wir nach … Mit Yvonne Koch.

(Text und Beitrag: hr-iNFO Kultur)

Małgorzata Mirga-Tas: Sivdem Amenge

Juli 22nd, 2023  |  Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

MMT Baba Joozefa Kierel (Ausstellung Brücke-Museum, 2023)Sivdem Amenge. Ich nähte für uns.
I sewed for us.


Ausstellung von Małgorzata Mirga-Tas
Bis 3. Sept. 2023, Brücke-Museum in Berlin

Małgorzata Mirga-Tas (*1978 in Zakopane, Polen) schafft groß­forma­tige, farben­prächtige Textil­collagen und Gemälde. In ih­rer ers­ten Einzel­aus­stel­lung in Deutsch­land tritt sie in einen künst­le­ri­schen Dialog mit der histori­schen Samm­lung des Brücke-Mu­se­ums.

Ihre Arbeiten thematisieren historische Erzählungen, aber auch zeitgenös­sische Er­fahrun­gen von Rom*nja. Oft stellt die Künst­lerin all­tägliche Szenen aus deren Leben dar, die mit stereo­typen Fremd­dar­stellun­gen brechen und diesen eine neue, selbst­bewusste Rom*nja-Iko­no­grafie ent­ge­gen­stellen. Gemein­schaft, Familie, Schwestern­schaft und Ge­schlech­ter­ver­hält­nisse sind zentrale Motive ihres künst­leri­schen Oeuvres. Die Pro­tago­nist*in­nen sind oft­mals Personen, die der Künstlerin nahe­stehen: Familien­mitglieder, befreun­dete Künst­ler*in­nen und andere wichtige Per­sönlich­keiten der Rom*nja-Com­mu­nity.

Mirga-Tas ist Bergitka-Romni und wuchs in einer Rom*nja-Sied­lung im polnischen Czarna Góra auf. Ihre künst­le­rische Tätig­keit ist eng mit ihrem Aktivis­mus für die Belan­ge der Rom*nja ver­bunden.  Denn deren Dar­stellung ist seit Jahr­hun­der­ten durch den Blick von Nicht-Rom*­nja geprägt und re­pro­duziert – wie bei­spiels­weise in Bildern von Otto Mueller – häufig un­reflektiert rassisti­sche Klischees.

In ihren Arbeiten bezieht sich Mirga-Tas auf diese problematischen histori­schen Bilder und ver­handelt sie neu. Read the rest of this entry »

Visuelle Reproduktion des Antiziganismus (2021)

Juli 15th, 2023  |  Published in Hochschulschriften, Kunst & Fotografie, Literatur & Bücher, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Rosa Tatzber (2021): Zur visuellen Reproduktion des Anti­zi­ga­nismus

Masterarbeit, Universität Wien (Fakultät für Sozial­wis­sen­schaften), 111 S.

→Zum Download der UB Wien (pdf)

Abstract: Antiziganismus ist ein sozial bedingtes Phänomen, welches seit Jahr­hun­derten zur Dis­kriminie­rung und Ver­folgung von Rom_nja und Sin­t_ize führt. Um Anti­ziganis­mus in seiner gesell­schaft­lichen Be­dingtheit zu ver­stehen, wird auf die Kriti­sche Theorie des Anti­ziganis­mus Bezug ge­nommen, die dessen Ursache nicht in den Betrof­fenen, son­dern in der pathi­schen Pro­jektion der Vor­urteils­haften sieht. Auf­bauend auf diese Thesen wird mit dem Konzept der anti­ziganis­ti­schen Sinn­struktur eine Ver­bindung zur wissens­soziolo­gischen Bild­herme­neutik her­gestellt, um der visuelle Re­pro­duktion von Anti­ziganis­mus in fixierten Bildern nach­zu­gehen. Vor­gestellt werden vier Bild­inter­preta­tio­nen, welche sich mit dem anti­ziganis­ti­schen Poten­zial auf den Ebenen der Bild­gestaltung, der ikono­grafischen Bild­tradition und des Kon­textes (Facebook, VOL.at, Oe24.at, RTL.de, 9Gag.com) befassen. Wesent­lich ist der Aus­gangs­punkt, dass Bilder ikonisch Sinn er­zeugen und dieser nicht voll­ständig in Sprache über­setzbar ist. Daher wurde die Methode der Figurati­ven Hermeneutik nach Michael R. Müller ge­wählt. Deut­lich wird, dass bereits die Choreo­grafie der Bilder Anti­ziganis­mus visuell re­produ­zieren kann und sich diese in die Tradition der Fremd­dar­stellun­gen ein­ordnen lassen. Daher ist eine Sen­sibilisierung für visu­elle Stereotype und das Auf­zeigen von Gegenbildern not­wendig.

Schlagwörter: Antiziganismus / Kritische Theorie / visuelle Soziologie / visuelle Stereotype
Hochschulschrift (Masterarbeit); Betreuerin: Roswitha Breckner

u:theses ist das Hochschulschriften-Repositorium der Universität Wien.

UB Wien: utheses.univie.ac.at/detail/61060

Visuelle Dimensionen des Antiziganismus (2021)

Juni 22nd, 2023  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Buchcover: Visuelle Dimensionen des AntiziganismusFrank Reuter, Daniela Gress, Radmila Mladenova (Hrsg.): Visuelle Dimensionen des Anti­ziganis­mus. (= Anti­ziga­nis­mus­forschung inter­dis­zipli­när – Schriften­reihe der For­schungs­stelle Anti­ziga­nis­mus, Band 2), Heidel­berg Uni­versity Pub­lishing: Hei­del­berg 2021.

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Visuelle Medien spielen seit der Frühen Neuzeit eine Schlüssel­rolle für die Genese des Anti­ziganis­mus. Der inter­disziplinär an­gelegte Sammelband unter­sucht die zentralen Motive und Seman­tiken von „Zigeuner“-Bil­dern in unter­schied­lichen Re­präsen­tations­formen wie Literatur, bilden­der Kunst, Fotografie, Postkarten, Oper, Theater, Comic, Film oder Com­puter­spielen. Dabei werden ins­beson­dere Ver­bindungs­linien und Wech­sel­bezie­hungen in den Blick ge­nommen. Die Beiträge legen die in­haltlichen, zeitlichen, geo­grafi­schen und medien­spezi­fischen Aus­prä­gungen eines der wirk­mäch­tigs­ten Stereotype in der europäi­schen Kultur­geschichte frei. Bis heute haben anti­ziganis­tische Imaginatio­nen negativen Einfluss auf die Positio­nierung von Sinti und Roma in den euro­päischen Ge­sellschaften.

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Helios Gómez – Die Ästhetik der Revolution

Mai 4th, 2023  |  Published in Kunst & Fotografie, Literatur & Bücher

Helios Gómez (Buchcover)Hrsg. von Moritz Pankok und Álvaro Garreaud
Edition Braus, 144 S., veröffentlicht am 15. Nov. 2022

Helios Gómez (geb. 1905, Sevilla – gest. 1956, Barcelona) stand im Zentrum der wichtigs­ten Netz­werke künst­le­ri­schen Schaffens in Europa Anfang des 20. Jahr­hunderts. Seine Zeich­nungen, Plakate und Gemälde er­zählen aus einer sub­alternen und aktiven Per­spek­tive den Einbruch des Pro­letariats in die Ge­schichte der Bilder. Wäh­rend der Zeit der Diktatur in Spanien wurde er ver­folgt und ging 1927 ins Exil. Nach einem Auf­enthalt in Paris folgten die Stationen Brüssel, Wien, Moskau und im Winter 1928/29 schließ­lich Berlin. Im Kreis der Assozia­tion revolu­tio­närer bildender Künstler knüpfte er Be­ziehun­gen zur Dada-Gruppe und den Kon­struk­tivis­ten und studierte mo­derne Typo­graphie. 1930 ver­öffentlichte die Inter­natio­nale Arbeiter-As­soziation in Berlin sein Meister­werk »Dias de Ira – Tage des Zorns«, das Realismus und Ab­straktion, radikale Ästhetik und soziales Engage­ment ver­bindet und wel­ches in diesem Buch voll­ständig re­pro­duziert wird.

(Text: Aufbau Verlag)

Zu Helios Gómez siehe auch den Beitrag von Da­ni­el Díaz in der ak­tuel­len Aus­gabe un­se­res Ma­ga­zins dROMa.

Facts & Figures (463)

März 7th, 2023  |  Published in Facts & Figures, Kunst & Fotografie

Der Artprice-Kunst­markt­be­richt 2014/15 nennt die Gitana Lita Ca­bellut als in­ter­na­tio­nal am zweit­meis­ten ge­han­del­te le­ben­de Künst­le­rin aus Spa­ni­en.

(Quelle)

Dina Gottliebová: Porträtistin der Opfer

Januar 23rd, 2023  |  Published in Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie

"Mengeles Malerin": Annemarie Dina Babbitt (geb. Gottliebová), Foto: Wikimedia Commons via Radio Prag Int., Fair UseSie malte um ihr Leben: Ihre künst­leri­sche Be­ga­bung hat Dina Gott­lie­bová-Bab­bitt in Auschwitz vor dem Tod in der Gas­kammer ge­rettet. Mord­arzt Josef Mengele ließ sie im Ver­nich­tungs­lager Bilder von Roma und Sinti an­fer­tigen. Vor 100 Jahren wurde Dina Gott­liebová in Brno/Brünn ge­boren.

Radio Prag Int.: Die tschechisch-amerikanische Grafikerin wurde am 21. Januar 1923 in Brno/Brünn ge­boren. Während der deutschen Be­satzung schloss man Dina Gottliebová wegen ihrer jüdischen Her­kunft von der Kunst­hoch­schule aus. Anfang 1942 wurden sie und ihre Mutter zunächst ins Kon­zentra­tions­lager Tere­zín/The­resien­stadt de­portiert und von dort knapp zwei Jahre später ins Ver­nich­tungs­lager Auschwitz-Bir­kenau.

Doch ihr künstlerisches Talent rettete Dina Gottliebová vor dem Tod. [...] Der berüch­tigte SS-Arzt Josef Mengele wurde auf eine Zeichnung auf­merksam und ließ nach der Künstlerin suchen. Er machte die 21-jäh­rige Gott­liebová zur Por­trätistin der Opfer seiner Expe­rimente. Denn Mengele fand, dass auf den Foto­grafien von ge­fangenen Sinti und Roma deren Hautfarbe nicht ge­nügend stark zu­tage trete. Und so musste Dina Gott­liebová als Häftling 61016 farbige Aquarell­zeich­nungen der dem Tod ge­weihten Men­schen an­fertigen.

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