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Erba: Medijakero projekto „Tschibtscha“

September 26th, 2017  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Medien & Presse, Radio & TV, Romani

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland:
11.9.2017 | (on demand)

Medientraining: Unser Projekt Tschibtscha im Burgenland (Emmerich Gärtner-Horvath/Roma-Service und Paul Horvath/Karika) (Foto: volksgruppen.orf.at)Andi aktujeli sendung Roma sam vakerel o Emmerich Gärtner-Horvath andar o farajn Roma-Service pedar o medijakero projekto „Tschibtscha“. Ada peske o cil dija, multiplikatortscha ando medijakero koja te sikavel. Jek but tschibtschengero, pradimo radijo- taj TV-weblog o produkto adale projektistar hi, rejalisirim duach o farajn Karika ando khetan butschalinipe le farajn Roma-Servicejiha.

Andar o septemberi dschi decemberi 2017 ando kurs „Tschibtscha“ 8 dschene sikade on, kaj i flo­gos­keri grup­nengeri tschib Roman (Romanes) medijal bute­der nucim te ol. O Emmerich Gärtner-Horvath phu­kal ando vake­ripe la Susanne Hor­vathaha pedar o tschi­ni­pes­kero than taj o upre lipes­kero schtu­dijo, ando kher le farajn Roma-Service taj Karika Erbate, sar te pe­dar o pla­nime duj tschib­tschen­gero radijo taj TV-blogs.

„Tschib­tscha“ pomo­schi­nel, kaj i presenc la Romani tschib­tschatar bu­teder ando mediji te dikel taj te schu­nel te ol, phe­nel o schero le farajn Roma-Ser­vicejistar Gärt­ner-Horvath. O pro­gramo na tschak usi flo­gos­keri grupn te dschal, ov te le avre dsche­nen aun te vakerel. Afka o pro­jekto o peka­mipe la daja­kera tschib­tschatar ando pra­dipe upre te sikal. Cil adale sik­li­pes­tasr hi, jek fun­dirti cajta­kero dscha­nipe te sikal taj kom­pentenc­tscha te tre­ni­ri­nel. O pro­jek­tis­kere dschene palo kise­tinipe adale kur­sistar „multi­pli­kator­tscha ando medi­ja­kero koja“ schajipe upro but­ja­kero foro te uschtiden taj pumaro dscha­nipe so siklile la flogos­kera grup­nake hasna te anel. Read the rest of this entry »

Medienprojekt „Tschibtscha“ in Oberwart

September 23rd, 2017  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Medien & Presse, Radio & TV, Romani

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland:
11.9.2017 | (on demand)

Medientraining: Unser Projekt Tschibtscha im Burgenland (Emmerich Gärtner-Horvath/Roma-Service und Paul Horvath/Karika) (Foto: volksgruppen.orf.at)In der aktuellen Sendung Roma sam spricht Emmerich Gärtner-Horvath vom Verein Roma-Ser­vice über das Medien­pro­jekt „Tschibtscha“. Die­ses hat es sich zum Ziel ge­macht, Mul­tipli­ka­toren und Mul­tipli­ka­torin­nen im Medien­bereich aus­zu­bilden. Ein mehr­spra­chiger, offe­ner Ra­dio-und-TV-Web­log ist das Pro­dukt dieses Pro­jektes, reali­siert durch den Verein KARIKA in Ko­opera­tion mit dem Verein Ro­ma-Ser­vice.

Von September bis Dezember 2017 werden wäh­rend des Kurses „Tschib­tscha“ acht Teil­nehmer/innen ge­schult, um die Volks­gruppen­sprache Roman (Romanes) me­dial pro­duk­tiv zu nutzen. Em­merich Gärt­ner-Hor­vath er­zählt im Ge­spräch mit Susanne Horvath über den Schnitt­platz und das Auf­nahme­studio, ein­ge­rich­tet in den Vereins­räum­lich­kei­ten des Ro­ma-Service und KARIKA in Ober­wart, sowie über die ge­plan­ten zwei­spra­chi­gen Radio- und TV-Blogs.

„Tschibtscha“ gewährleiste die Präsenz des Roman in zwei­facher Hin­sicht, so der Ge­schäfts­führer des Vereins Ro­ma-Ser­vice, Gärt­ner-Hor­vath. Das Pro­gramm richte sich nicht nur direkt an die Volks­gruppe, son­dern auch an die Mehr­heits­be­völ­ke­rung. Read the rest of this entry »

Spaniens erster Roma-Lehrstuhl

September 20th, 2017  |  Published in Einrichtungen, Wissenschaft

Bildung fördern: Benefizveranstaltung der Fundación Secretariado Gitano und der Universität Alicante, Jänner 2017 (Foto: VEU Revista cultural de la Universidad de Alicante)Spanien bekommt seinen ersten Lehrstuhl für Kultur der Gitanos (spani­sche Roma). Die neue Lehr- und For­schungs­stelle wird an der Uni­ver­si­tät Alicante ein­ge­rich­tet. Der Consell, die Regio­nal­regie­rung von Valencia, hat eine dies­be­züg­li­che Ko­ope­ra­tions­ver­ein­ba­rung zwi­schen der Gleich­be­hand­lungs­behörde und der Uni­ver­si­tät Alicante be­wil­ligt. Der neue Lehr­stuhl soll die aka­de­mi­sche Aus­bil­dung junger Roma för­dern und die Lebens­reali­tät der spa­ni­schen Roma-Po­pu­la­tion er­for­schen. Die Ein­rich­tung des Lehrstuhls soll noch 2017 er­fol­gen, die Sub­ven­tion durch die Regional­regierung be­läuft sich auf ma­xi­mal 30.000 Euro.

Insgesamt wird die Region Valencia 180.000 Euro für Pro­jek­te zur Inklus­ion der Gitanos in Va­len­cia bereit­stellen. Der Consell hat hier­für in seiner Sitzung am Frei­itag auch ein Über­ein­kommen mit der Fundación Secre­ta­riado Gitano zur so­zialen Integra­tion und zur Be­kämpfung von Armut und Dis­kri­mi­nie­rung be­schlos­sen. Ko­finan­ziert wird dieses Projekt vom Euro­päi­schen Sozial­fonds.

Der Wunsch des valencianischen Gitano-Verbands (FAGA Comunidad Valenciana), bei der Planung und Ein­richtung des Lehr­stuhls als Berater oder Ver­trags­partner mit­ein­bezo­gen zu wer­den, wur­de offen­bar nicht be­rück­sich­tigt.

(dROMa)

Tag der offenen Tür in Oberwart

September 19th, 2017  |  Published in Einrichtungen, Veranstaltungen & Ausstellungen

Roma-Service & Karika laden zum Tag der offenen Tür in Oberwart Einladung zum „Tag der offenen Tür“
Akaripe uso „di le pradime vudaristar“

Freitag | paraschtuja, 22.9.2017
09:00 bis | dschi 13:00 Uhr | orenge
Evangelische Kircheng. 3, Oberwart | Erba

Wir öffnen unsere Pforten und informieren Sie über Geschichte und Kultur so­wie über die ak­tuel­le Situa­tion der Roma im Ar­beits- und Bil­dungs­bereich! An un­se­rem „Tag der of­fe­nen Tür“ haben Sie die Gele­gen­heit, unsere Teams kennen­zu­ler­nen und sich gleich­zeitig über interes­san­te Themen zu in­for­mie­ren. | Amen amare vudar­tscha pra­vas taj infor­ma­cija pedar i histo­rija taj kul­tura, taj te pedar i aktu­jeli situa­cija le Romen­dar ando but­ja­kero- taj si­ka­di­pes­kero them, das! Use ama­ro „di le pra­dime vu­da­ristar“ tu­men o schajipe hi, ama­re dsche­nen te prin­dscha­rel te siklol taj infor­ma­cija pedar intere­san­ti temtscha te schunel!

Auf Euer Kommen freuen sich
Verein Roma-Service & Verein KARIKA – Für Roma und Sinti

Upre tumaro ajipe loschanen pumen
Farajn Roma-Service taj Farajn KARIKA – Le Romenge taj Sintijenge


Bettellobby jetzt auch in Dresden

September 6th, 2017  |  Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Betteln ist kein Verbrechen (Foto: G. Kraftschik CC-BY)Österreichs Bettellobbys machen Schu­le: Ak­ti­vis­ten grün­den Bettellobby in Dresden.

In Dresden hat sich eine Bettellobby gegründet. Das Netz­werk be­steht aus ver­schie­de­nen Ini­tia­ti­ven, u.a. der Gruppe gegen Anti­romaismus, dem Flücht­lings­rat Sachsen, der gruppe polar, RomaRes­pekt, Romano Sumnal – Verein für Roma in Sachsen sowie der FAU Dresden, und möch­te nach dem Vor­bild der Bettellobby Wien eine Gegen­stimme in der gegen­wär­ti­gen Dis­kus­sion um das ge­plante Bettel­verbot sein.

Die Bettellobby Dresden kritisiert die Debatte als auto­ri­tär und dis­kri­mi­nie­rend gegen­über Armen und ins­beson­dere Roma. Der­zeit steht das Verbot von Betteln mit und durch Kinder zur De­batte. Offen­bar ist aber den Akteuren, die sich für ein Verbot aus­spre­chen, wie etwa Ord­nungs­bür­ger­meis­ter Sittel, nicht vorder­gründig am Kindeswohl ge­legen, son­dern viel­mehr werden bettelnde Men­schen als stö­rend empfun­den. Nicht anders lässt sich das Interview inter­pre­tie­ren, das Sittel der Säch­si­schen Zeitung gab, in dem er ganz offen seine Hoff­nung for­mu­lierte, mit dem Ver­bot eine „ört­liche Ver­drän­gung in ande­re Städte“ zu er­reichen.

Die Bettellobby hingegen hat sich zum Ziel gesetzt, Bettelverbote in Dres­den zu ver­hin­dern. Das Netz­werk solida­ri­siert sich mit Men­schen, die betteln müs­sen, und be­tont, dass Betteln zu können, die eigene Not zu äußern, ein Menschen­recht dar­stellt. Um das Men­schen­recht den­noch ein­schrän­ken zu können, greifen Stadt­ver­wal­tun­gen zum Instru­ment der Polizei­ver­ord­nung. In der neu­en Verordnung, die dem Dresd­ner Stadtrat am 19. Sep­tem­ber zur Dis­kus­sion vor­ge­legt wer­den soll, heißt es: „Wer in Beglei­tung eines Kindes bet­telt oder Kinder betteln lässt“, be­geht eine Or­dnungs­widrig­keit. Dafür dro­hen bis zu 1.000 Euro Bußgeld.“

Die gruppe polar weist in ihrem State­ment auf die Zwän­ge hin, denen zu­ge­wan­derte Roma und Romnja, ande­re Süd­ost­euro­päer/innen und deren Kinder unter­lie­gen. „Sie haben ohne Melde­adresse keinen An­spruch auf Schule und Kita. Ohne Arbeits­ver­trag können sie keine Woh­nung mieten – und haben folg­lich keine Melde­adresse. Auf­grund der Dis­kri­mi­nie­rung er­hal­ten Roma und Romnja keine Arbeit mit Sozial­ver­si­che­rung, mit Arbeits­rechten und Arbeits­schutz. Nun ste­hen Bettler/innen da und haben ihre Kinder dabei. Aber wo sol­len die Kinder denn sonst bleiben?“

Die grüne Stadträtin Tina Siebeneicher, Sprecherin für Asyl, Migration und Jugend­poli­tik, fordert, dass bei der Debatte um ein mög­li­ches Bettel-Ver­bot im Mittel­punkt stehen sollte, ob damit den be­trof­fe­nen Kindern tat­säch­lich ge­hol­fen wird. Read the rest of this entry »

Lichtenhagen: Die Roma, ein blinder Fleck

August 27th, 2017  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Interview, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

"Lichtenhagen im Gedächtnis"Der Historiker Martin Arndt koordiniert beim Rostocker Verein Soziale Bildung e.V. das Projekt „Lichtenhagen im Gedächtnis“, ein von der Stadt Rostock finan­zier­tes Archiv- und Ver­mitt­lungs­projekt zu den ras­sis­ti­schen Aus­schrei­tun­gen vor dem „Sonnen­blumen­haus“ vor 25 Jahren (mehr hier). Velten Schäfer (Neu­es Deutschland) sprach mit ihm über die Schwie­rig­keiten, die Gewalt­aus­brüche des Som­mers 1992 zu re­konstru­ie­ren. Wir bringen im Fol­gen­den einen Aus­zug; das un­ge­kürzte Inter­view fin­den Sie hier.

„Den Ausgangspunkt bildeten kleine, private »Archive« von Bür­gerin­nen und Bürgern, die damals ge­sam­melt haben, was ihnen in die Hände kam – das sind natür­lich zu­nächst oft Medien­dokumente, schwer­punkt­mäßig aus den loka­len Zeitungen. Die Flugblätter, die da­mals von den Rechten in Um­lauf ge­bracht wur­den und die von der Gegen­seite. Wir haben alle Unter­lagen aus dem da­mali­gen Alter­na­ti­ven Jugend­zentrum über­nom­men, darun­ter ist eine zeit­ge­nös­si­sche Chrono­lo­gie der Er­eig­nisse. (…) Es gehört zu den Zielen unseres Projekts, die Perspektiven der Betrof­fe­nen re­konstru­ie­ren zu helfen. Dazu gibt es bereits An­sätze. Vor fünf Jahren hat etwa die Hein­rich-Böll-Stif­tung eine Reihe von Zeitzeugen­interviews auf­ge­zeich­net, mit da­mali­gen Bewohnern des Heims für viet­name­si­sche Vertrags­arbeiter (…) und mit Gegen­aktivisten. Wäh­rend viele viet­name­sische Zeit­zeugen noch in der Stadt sind und mit dem nach den Ereig­nissen ge­grün­deten Verein Diên Hông auch eine Adresse haben, ist es sehr schwie­rig, Stim­men der dama­ligen Roma-Flücht­linge zu fin­den, gegen die sich die rassis­tische Mobil­ma­chung zuerst ge­rich­tet hatte. Viele von diesen kamen aus Rumänien und wur­den nach dem ent­spre­chen­den Ab­kom­men vom Sep­tem­ber 1992 zurück­gebracht. Ihre indi­vi­duel­len Blick­winkel sind bisher tat­säch­lich ein blinder Fleck. Immer­hin spielen Roma als Gruppe inzwi­schen eine größere Rolle in der Erinnerung. Am Diens­tag­abend [nahm] mit Romani Rose vom Zentral­rat der Sinti und Roma erst­mals ein Ver­tre­ter der Roma an einer Gedenk­ver­ans­tal­tung [teil].

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Forschungsstelle Antiziganismus in Heidelberg

Juli 25th, 2017  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Universität HeidelbergForschungsstelle Antiziganismus an der Uni­ver­si­tät Hei­del­berg nimmt Ar­beit auf: Wis­sen­schaft­ler unter­suchen Aus­gren­zung von Sinti und Roma in Ge­schichte und Ge­gen­wart

Pressemitteilung, 24.7.2017: Eine Forschungsstelle, die sich dem Thema der Aus­gren­zung, Dis­kri­mi­nie­rung und Verfolgung von Sinti und Roma in historischer Per­spek­tive wid­men wird, hat an der Uni­ver­si­tät Heidel­berg ihre Arbeit auf­ge­nom­men. Die feier­liche Er­öff­nung fin­det am 28. Juli 2017 statt. Die Ein­rich­tung die­ser For­schungs­stelle Anti­ziganis­mus geht auf einen Staats­vertrag zurück, den der Landes­ver­band Baden-Württem­berg im Ver­band Deut­scher Sinti und Roma und das Land Ba­den-Württemberg im No­vem­ber 2013 ge­schlos­sen haben.

An der Eröffnungsveranstaltung, zu der der Rektor der Ruperto Carola, Prof. Dr. Bernhard Eitel, ein­ge­la­den hat, wer­den die ba­den-württem­ber­gi­sche Wis­sen­schafts­minis­te­rin Theresia Bauer, der Vor­sitzende des Landes­ver­bandes, Daniel Strauß, und der Vor­sitzende des Zentral­rats Deut­scher Sinti und Roma, Romani Rose, teil­nehmen.

„Mit der Förderung der Forschungsstelle Antiziganismus setzen wir ein Zei­chen – gegen das Schweigen, für die Auf­klärung. Damit wird das Land auch seiner histo­ri­schen Ver­pflich­tung den Sinti und Roma gegen­über ge­recht“, be­tont Minis­te­rin Bauer. Die neue Ein­rich­tung wird aus Mitteln des ba­den-württem­bergi­schen Wissen­schafts­minis­te­riums finan­ziert. Die For­schungs­stelle be­schäf­tigt sich mit grund­legen­den Fragen zu Ur­sa­chen, Formen und Folgen des Anti­ziganis­mus in den euro­päi­schen Gesell­schaf­ten vom Mittelalter bis in die Gegenwart.

„Ausgehend von der bis heute anhaltenden Stigmati­sie­rung von Sinti und Roma gilt es, Stereotype, Vor­urteile und die daraus resul­tie­ren­den Mecha­nis­men der Ausgrenzung his­to­risch fun­diert unter dem Dach der noch jungen Anti­zi­ga­nis­mus­forschung zu un­ter­suchen. Dies ist eine Auf­gabe von großer wissen­schaft­licher, gesell­schaft­li­cher und poli­ti­scher Dring­lich­keit“, betont der Heidel­berger Zeit­histo­ri­ker Prof. Dr. Edgar Wolfrum, der das Kon­zept für die For­schungs­stelle mit Mit­arbei­terin­nen des Arbeits­bereichs Min­der­heiten­ge­schich­te und Bürger­rechte in Europa er­ar­bei­tet hat. Read the rest of this entry »

Roma-Pastoral: Kirche lebt Inklusion

Juni 22nd, 2017  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Religion

Manuela Horvath in Mariazell (Foto: volksgruppen.orf.at)Die Roma-Pastoral leistet das ganze Jahr über be­acht­li­che Arbeit, im Seel­sorg­li­chen, im So­zia­len, im Mit­mensch­li­chen, im Er­innern an die Opfer der Ver­gan­gen­heit und im Hoch­halten ihrer un­ver­äußer­li­chen Würde, im Ge­stal­ten einer posi­ti­ven, selbst­bestimm­ten und mit­bestimm­ten Zu­kunft. – Einen we­sent­li­chen An­teil an all dem hat Manuela Horvath, die seit nun­mehr rund einem Jahr die Roma-Pastoral leitet.

Martinus, 21.6.2017: Eisenstadt – Inklusion heißt, miteinander reden und handeln, nicht bloß einer über den ande­ren. Manuela Horvath weiß das. Und sie lebt genau das. Denn die Romni Manue­la Hor­vath leitet seit März 2016 die Roma-Pastoral der Diözese Eisenstadt – mit viel En­gage­ment, Begeis­te­rung und einer Fülle an Ideen. Der Erfolg kann sich sehen las­sen und ist mehr als sicht­bar an der Viel­zahl und Viel­falt der Pro­jekte der Roma-Pastoral. Was ihnen allen ge­mein­sam ist? „So unter­schied­lich unsere Tätig­keits­felder sind, sie sind alle glei­cher­maßen wich­tig. Immer geht es darum, Per­so­nen aus der Volks­gruppe ein­zu­binden, gemein­sam und mit­einan­der zu gestal­ten und Vor­haben mit und von der Volks­gruppe selbst um­zu­setzen“, betont Ma­nuela Horvath.

Immer präsent, aktiv und mittendrin

Und es ist viel zu tun für die Leiterin der Roma-Pastoral. Sie ist im gan­zen Burgenland prä­sent und für die Volks­gruppe aktiv, leistet seel­sorg­liche Dienste, hilft bei Be­wer­bungs­schreiben, be­glei­tet bei Amts­wegen, ist da, wenn Hilfe in schwie­rigen Lebens­lagen ge­fragt ist. An Schulen or­ga­ni­siert und hält sie Workshops über die Ge­schich­te der Roma, im Bundes­kanzler­amt ist sie inner­halb der Roma-Dialog­plattform in der Arbeits­gruppe zur Gedenk- und Erin­ne­rungs­arbeit en­gagiert. Manuela Hor­vath hält Vor­träge zur Gedenk- und Erin­ne­rungs­kultur und en­gagiert sich für das seit 2006 beste­hende Gedenk­projekt „Wohin mit meinen Kerzen“, das den von den Nazis er­mor­deten Roma einen Namen, einen Prä­senz­raum des Gedenkens gibt. Rund eine halbe Million Roma und Sinti fielen dem NS-Massen­mord zum Opfer. Im burgen­län­di­schen Lackenbach wur­den mehr als 4.000 Roma und Sinti in einem Zwangs­arbeiter­lager inter­niert, ver­sklavt und auf das Un­mensch­lichste miss­handelt. Die Roma-Sied­lungen in rund 124 burgen­län­di­schen Orten wurden dem Erd­boden gleich­gemacht, die Menschen in Kon­zentra­tions- und Ver­nich­tungs­lager de­portiert.

Den Opfern ihre Würde geben

Manuela Horvath: „Die Gedächtnispastoral ist mir ein be­son­de­res An­liegen. Ich bin über­zeugt, dass die Errichtung von Gedenk­tafeln in Ort­schaften mit ehe­mali­gen Roma-Siedlungen ein wich­ti­ger Schritt ist, um auf das tra­gische Schicksal un­serer Volks­gruppe wäh­rend des Holocaust auf­merk­sam zu machen. Durch Gedenk­stätten be­kom­men die er­mor­de­ten Roma, die keine Grabstätte haben, zu­mindest einen Ort des Gedenkens.“ In Zu­sam­men­arbeit mit dem Verein Roma-Service initiiert die Roma-Pastoral des­halb die Errich­tung von Gedenk­tafeln für Roma-Opfer des Holocaust. Read the rest of this entry »

Ungarns NGO-Gesetz gefährdet Roma-Rechte

Juni 16th, 2017  |  Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Ungarn hat mit den Stimmen der Regierungspartei Fidesz am Diens­tag das umstrit­tene Gesetz, das strik­te Auf­lagen für aus dem Aus­land unter­stützte NGOs vor­sieht, nun tat­säch­lich be­schlos­sen. Damit setzte sich Viktor Orbán einmal mehr über in- und aus­län­di­sche Kritik, wie sie etwa auch von Seiten des Europa­rats vor­gebracht wurde, hin­weg. Organi­sa­tio­nen, die vom Ausland mitfinanziert werden, müssen sich nun als „ausländische Agenten“ gericht­lich re­gistrie­ren lassen und sich öffentlich stets als „aus dem Ausland unter­stützte Or­ga­ni­sa­tion“ aus­weisen. „Das Gesetz brandmarkt NGOs, die aus­län­di­sche Finan­zie­rungen er­halten, und er­schwert ihre Arbeit. Es ist der jüngste Ver­such der Regierung, ge­gen kri­ti­sche Stim­men im Land vor­zu­gehen, und ein dunk­ler Tag für die un­ga­ri­sche Zivil­gesell­schaft“, zeigt sich Amnesty Inter­­na­­tio­­nal alar­­miert. Eine ähn­li­che Regelung, die sich ins­­beson­­­dere gegen Menschen­rechts-NGOs wen­det, gibt es in Russland. Auch in Ungarn trifft das neue Gesetz vor allem auch Or­ga­ni­sa­tio­nen, die sich die Rechte der Roma auf die Fahnen ge­schrie­ben haben. So etwa das an­ge­se­hene European Roma Rights Centre (ERRC) in Budapest, das sich mit diesem Video an die Öf­fent­lich­keit wen­det. Read the rest of this entry »

Berlin bekommt Europäisches Roma-Institut

Juni 8th, 2017  |  Published in Einrichtungen, Kunst & Fotografie

Vor der Gründungsfeier des ERIAC in Berlin (Foto: Zentralrat Deutscher Sinti und Roma)Roma-Kultur bekommt Platz in der Mitte Europas: Gäste aus Kultur, Politik und Wirt­chaft feiern Gründung des Europäischen Roma-Insti­tuts für Kunst und Kultur (ERIAC) in Berlin

ERIAC, 8.6.2017 (OTS) – Von Berlin aus soll zukünftig der kulturelle Auf­tritt der über 12 Mil­lio­nen euro­päi­schen Roma ge­stal­tet wer­den. Das ist der Auf­trag des Europäischen Roma-Instituts für Kunst und Kultur, des­sen Gründung heu­te mit einem Festakt im Licht­hof des Aus­wärti­gen Amts in Berlin ge­feiert wur­de. Das Insti­tut gibt die Deutungs­ho­heit über die Roma-Kultur und -Identität in die Hän­de der Roma und soll so die, oft falsche, Dar­stel­lung durch Drit­te be­enden.

Das Europäische Roma-Institut für Kunst und Kultur ist das Resultat einer breit an­ge­leg­ten Initiative von Roma-Aktivisten, -Akademikern und -Künstlern, die sich als Allianz für das Europäische Roma-Institut als Erste für des­sen Ein­rich­tung stark ge­macht haben. Die Allianz wur­de zu der trei­ben­den Kraft hinter der Um­setzung der Idee. Nach und nach gewann sie die Unter­stützung des Europarats so­wie die der Open Society Foundations und ihres Grün­ders, dem Phil­anthro­pen George Soros, der sich schon lan­ge tat­kräf­tig für Roma-Be­lange einsetzt. (Anm. der dROMa-Red.: Der Plan zur Schaffung eines Euro­päi­schen Roma-Instituts durch Europa­rat und Soros’ OSF wur­de an­läss­lich des Ro­ma-Gipfels am 4. April 2014 von EU-Kom­mis­sions­chef Barroso öf­fent­lich be­kannt ge­ge­ben. Die Al­lianz für das Euro­päi­sche Roma-Institut wur­de als neuer, dritter Partner erst 2015 be­gründet.)

Timea Junghaus, Geschäftsführerin des Instituts: „Das Europäische Roma-Institut für Kunst und Kultur wird ein Zentrum der Roma-Selbst­ent­fal­tung werden und lang ge­hegte Vorurteile heraus­for­dern. Wenn man be­denkt, dass nur eines von 10.000 Roma-Werken als Teil einer staat­li­chen Sammlung dauer­haft aus­ge­stellt wird, er­kennt man, wie drin­gend sich etwas än­dern muss.“

An der Gründungsfeier nahmen neben George Soros und Thorbjørn Jagland, Ge­ne­ral­sekre­tär des Europarats auch Michael Roth, Staats­minister für Europa im Aus­wärti­gen Amt und Hartmut Koschyk, Be­auftrag­ter der Bundesregierung für Aus­sied­ler­fra­gen und na­tio­na­le Minderheiten teil. Read the rest of this entry »