Einrichtungen
Oktober 14th, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Romani, Wissenschaft
Khetanbutschalinipe sar le meg na dija: Nevi biblijoteka le flogoskere grupnendar Erbate
Le priksidlinipeha ando flogoskero grupnengero kher, te o literaturakere- taj medijengere kontingentscha le flogoskere grupnengere farajntschendar jek nevo kheripe lakle. Valami 9.000 tematscha la ungrika, horvacka taj Romengera-flogoskera grupnatar akan andi khetani biblijoteke khere hi. Afka o fundamento la „Biblijotekake ando Kher le flogoskere grupnendar Burgenland“ kerdo hi.
I khetani biblijoteka ojs „dokumentacijonakero- taj informacijakero centrum la literaturake taj le medijenge pedar o flogoskere grupn ando Burgenland hajol pe“. Ando kontingentscha historischi taj adiveseskeri literatura, fochiskere publikaciji, duj tschibtschakere tschavengere kenvi, sikajipeskere kenvi, CDs taj DVDs taj te farajniskere publikaciji ando trin flogoskere grupnengere tschibtscha taj te ando nimtschko del, taj te papruschengere neviptscha upre paschlon.
Ojs schpecijali biblijoteka pradime karateriha, irinel pe i biblijoteka use mindenfelitike ciliskere grupn: Dschene le trin flogoskere grupnendar, dschene, saven interesi upre flogoskere grupnengere tematscha hi taj igen barikano uso tschave taj terne, kaj lengere tschibtschakere siklipeske pomoschim te ol. Pasche, o dipe la flogoskera grupnengera biblijotekatar te use visenschoftlichi khetaniptscha pe irinel, regijonali taj te internacijonali. Read the rest of this entry »
Oktober 13th, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Romani, Wissenschaft
Synergie wie noch nie: Neue Bibliothek der Volksgruppen in Oberwart
Mit dem Umzug ins Volksgruppenhaus haben auch die Literatur- und Medienbestände der Volksgruppenvereine ein neues Zuhause gefunden. Etwa 9.000 Titel der ungarischen, kroatischen und Roma-Volksgruppe sind ab jetzt in der gemeinsamen Bibliothek untergebracht. Damit ist der Grundstein für die „Bibliothek im Haus der Volksgruppen Burgenland“ gelegt.
Die gemeinsame Bibliothek versteht sich als „Sammel- und Informationszentrums für Literatur und Medien über die Volksgruppen im Burgenland“. Die Bestände umfassen historische und zeitgenössische Literatur, Fachpublikationen, zweisprachige Kinderbücher, Lehrbücher, CDs und DVDs sowie Vereinspublikationen in den drei Volksgruppensprachen und auf Deutsch, auch Zeitschriften liegen auf.
Als Spezialbibliothek mit öffentlichem Charakter richtet sich die Bibliothek an unterschiedliche Zielgruppen: Angehörige der drei Volksgruppen, an Volksgruppenthemen Interessierte und ganz besonders an Kinder und Jugendliche, um ihren Spracherwerb zu fördern und zu unterstützen. Zudem richtet sich das Angebot der Volksgruppenbibliothek auch an wissenschaftliche Gemeinschaften, regional und auch international. Read the rest of this entry »
September 28th, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Tschibtscha | 28.9.2026 | 8:50 min
Neues Kultur- und Begegnungszentrum in Oberwart eröffnet
Le pradipeha le kherestar le flogoskere grupnendar Burgenland uschtidel o Burgenland jek barikano than le arparujipestar taj le kutureli khetanipeske. O aguno internat Erbate umbaunim ulo taj akan jek baro kher, seminarakere khera, jek biblijoteka, biros, kherodaschengere khera, jek bistro sar bisch atschipeskere khera, kerde ule. Telel jek hibo butschalinen akan o burgenlanditiko ungriko kulturakero farajn, o horvacko kulturakero farajn, Roma-Service, i flogoskeri utschi ischkola le Romendar, i flogoskeri utschi ischkola le ungrikendar, sar Radijo MORA. O khetano kher buteder te ol sar jek beschipe le folgoskere grupnengere organisacijendar. O kher le flogoskere grupnendar Burgenland pe ojs tschivdo than te hajol, kaj manuscha khetan te peren, kultura tertedschin taj khetan o mindenfelitiko le Burgenlandistar te sikan.
Mit der Eröffnung des „Hauses der Volksgruppen Burgenland“ erhält das Burgenland einen einzigartigen Ort des Austauschs und des kulturellen Miteinanders. Das ehemalige Internat in Oberwart wurde umfassend umgebaut und beherbergt nun einen Veranstaltungssaal, Seminarräume, eine Bibliothek, Büros, Gästezimmer, ein Bistro sowie 20 Wohnungen. Unter einem Dach arbeiten künftig der Burgenländisch-Ungarische Kulturverein, der Kroatische Kulturverein im Burgenland, Roma-Service, die Volkshochschule der Roma, die Volkshochschule der Ungarn sowie Radio MORA zusammen. Das gemeinsame Haus soll dabei weit mehr sein als ein Sitz für Volksgruppenorganisationen. Das Haus der Volksgruppen Burgenland soll sich als lebendigen Ort verstehen, an dem Menschen einander begegnen, Kultur erleben und gemeinsam die Vielfalt des Burgenlandes gestalten können. Read the rest of this entry »
August 29th, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Wissenschaft
Forschungsstelle Antiziganismus ediert Quellen zum NS-Völkermord an den Sinti und Roma in Europa. Die Arbeiten zum neunjährigen Projekt wurden zu Jahresbeginn aufgenommen.
Eine groß angelegte digitale Edition führt Quellen zum nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma in Europa zusammen und macht sie für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich. Publiziert werden sollen rund 1.200 Dokumente – Schriftstücke aus dem Verwaltungs- und Verfolgungsapparat, ergänzt um Quellen aus der Perspektive der Opfer. Angesiedelt ist das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt an der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg. Für die Gesamtlaufzeit von neun Jahren stehen Fördermittel in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro zur Verfügung. Das Vorhaben basiert maßgeblich auf der digitalen „Enzyklopädie des NS-Völkermordes an den Sinti und Roma in Europa“, die seit Juli 2020 ebenfalls an der Forschungsstelle entsteht.
„Der NS-Völkermord an den Sinti und Roma wurde nicht nur gesellschaftlich und politisch jahrzehntelang ignoriert, sondern auch in der Forschung kaum beachtet“, erläutert die Historikerin Dr. Karola Fings, wissenschaftliche Leiterin der beiden Projekte. Ziel ist es, mit der „Edition zum NS-Völkermord an den Sinti und Roma in Europa“ alle Verfolgungsprozesse von der rassistischen Stigmatiserung bis hin zum Mord in den Vernichtungslagern abzubilden. Read the rest of this entry »
August 18th, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Facts & Figures, Romani, Wissenschaft
Seit 2021 werden einzelne Vortragssektionen der internationalen wissenschaftlichen Tagungen der Gypsy Lore Society ausschließlich auf Romani abgehalten.
(Quelle)
August 8th, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Politik
Zentralrat fordert Wiedereinsetzung eines Antiziganismus-Beauftragten in Thüringen
Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, und die Thüringer Finanzministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Katja Wolf (BSW) sind in Heidelberg zu einem Gespräch über die Wiedereinsetzung eines eigenständigen Antiziganismusbeauftragten des Landes Thüringen zusammengekommen. Die zuvor bestehende Funktion war abgeschafft und mit anderen Zuständigkeiten – unter anderem im Bereich Migration – zusammengelegt worden. Romani Rose setzt sich angesichts des zunehmenden Antiziganismus und des Aufstiegs rechtsextremer Parteien nachdrücklich dafür ein, diese Funktion wieder eigenständig einzurichten. Die Zuordnung der deutschen Sinti und Roma zu Zuwanderungsgruppen und Migranten trägt gerade in einer Zeit, in der demokratiefeindliche Parteien erstarken, zu ihrer Stigmatisierung bei: „Als nationale Minderheit leben Sinti und Roma seit Jahrhunderten in Deutschland. Sie mit Zuwanderungs- und Migrationsfragen zu vermengen, verkennt ihre Geschichte und befördert ihre Stigmatisierung. Gerade in einer Zeit, in der der Antiziganismus offen zunimmt und demokratiefeindliche Kräfte erstarken, brauchen wir eine klare und sichtbare Verantwortung des Landes.“
Read the rest of this entry »
Juli 30th, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Politik, Recht & Gericht, dROMa (Magazin)
dROMa 82: Was war wann?
Europa – Historija la Romengera-politikatar (3): cajtakeri dorik 2011–2026
→TEIL 1: Chronik 1969–2000
→TEIL 2: Chronik 2001–2010
Papiere, Beschlüsse, Programme: Seit gut dreißig Jahren erarbeiten OSZE, Europarat und EU politische Standards, um die Inklusion der Roma voranzubringen. Ein (unvollständiger) Überblick über die vielen Etappen auf dem Weg zu Europas Roma-Politik | Papruschtscha, pheniptscha, programtscha: Sajt latsche 30 berscha i OSZE, o europakero rot taj i EU politischi schtandardiskere koji, hatek i inklusijona le Romendar angle te anel, ar butschalinen. Jek (na kisetimo) dikipe pedar o but falati upro drom usi Romengeri-politik la Europatar.
2011 Europäisches Parlament:
Die Initiative 2010/2276(INI) zur „EU-Strategie zur Integration der Roma“ fordert am 9.3.2011 eine umfassende Roma-Strategie. Direkter politischer Anstoß zur Rahmenstrategie der Kommission. | I inicijativa 2010/2276(INI) usi „EU-jakeri-strategija usi integracija le Romendar“ ando 9.3.2011 jek bulhi Romengeri-strategija mangel. Direkti politischi aundefinipe usi keripeskeri strategija la komisijonatar.
2011 Europäische Kommission:
Der „EU-Rahmen für nationale Strategien zur Integration der Roma bis 2020“ vom 5.4.2011 [COM(2011) 173] ist das zentrale Strategiepapier und fordert die Staaten zu nationalen Strategien auf. Die Ratsempfehlung 2013/C 378/01 vom 9.12.2013 stärkt den EU-Rahmen. Im Fokus stehen Bildung, Arbeit, Gesundheit, Wohnen. | O „EU-jakero keripe le nacijonali strategijenge usi integracija le Romendar dschi 2020“ andar o 5.4.2011 [COM(2011) 173] o centrali strategijakero papruschi hi taj le schtotschendar nacijonali strategiji mangel. O rotiskero angletschalajipe 2013/C 378/01 andar o 9.12.2013 o EU-jakero keripe soraljarel. Ando dikipe terdschon sikadipe, buti, sastipe, atschipe.
2011 Europarat (CLRAE):
In Straßburg diskutiert der europäische Roma-Gipfel der Bürgermeister am 22.9.2011 kommunale Strategien. In der Folge entsteht 2013 die Europäische Allianz der Städte und Regionen für die Roma-Inklusion. | Ande Straßburg o euopitiko Romengero-barikano talalinipe le birovtschendar ando 22.9.2011 komunali strategiji diskutirinel. Paloda, 2013 i europitiki alijanca le forijendar taj regijonendar la Romengera-inklusijonake kerdo ol. Read the rest of this entry »
Juli 30th, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Politik, Recht & Gericht, dROMa (Magazin)
dROMa 82: Was war wann?
Europa – Historija la Romengera-politikatar (2): cajtakeri dorik 2001–2010
→TEIL 1: Chronik 1969–2000
→TEIL 3: Chronik 2011–2026
Papiere, Beschlüsse, Programme: Seit gut dreißig Jahren erarbeiten OSZE, Europarat und EU politische Standards, um die Inklusion der Roma voranzubringen. Ein (unvollständiger) Überblick über die vielen Etappen auf dem Weg zu Europas Roma-Politik | Papruschtscha, pheniptscha, programtscha: Sajt latsche 30 berscha i OSZE, o europakero rot taj i EU politischi schtandardiskere koji, hatek i inklusijona le Romendar angle te anel, ar butschalinen. Jek (na kisetimo) dikipe pedar o but falati upro drom usi Romengeri-politik la Europatar.
2002 Europarat (PACE):
Die Empfehlung 1557 vom 25.4.2002 über die „Rechtslage der Roma in Europa“ beschäftigt sich mit der Migration und dem prekären Rechtsstatus der Roma und verweist auf ausbleibende Erfolge. | O angletschalajipe 1557 andar o 25.4.2002 pedar i „tschatschipeskeri situacija le Romendar andi Europa“ la migracijonaha taj le phare tschatschipeskere schtatusiha le Romendar donde pe bescharel taj upre ar atschime jeriniptscha sikal.
2003 Europarat (PACE):
Empfehlung 1633 fordert am 25.11.2003, die Zwangsrückführung von Roma nach Ex-Jugoslawien auszusetzen, solange keine sichere Rückkehr möglich ist. | O angletschalajipe 1633 mangel ando 25.11.2003, hot o mujsinipeskero palvodinipe le Romendar andi Eks-Jugoslavija ar beschardo te ol, asaj dur, dschimeg latscho paldschajipe del.
2003 OSZE:
Am 27.11./2.12.2003 verabschiedet die OSZE einen „Aktionsplan zur Verbesserung der Lage der Roma und Sinti“ mit Empfehlungen zu Bildung, Arbeit, Wohnen, Gesundheit und politischer Teilhabe. Die Umsetzung überwacht das OSZE-Menschenrechtsbüro (ODIHR). | I OSZE ando 27.11./2.12.2003 jek „akcijonakero plan uso feder keripe la situacijatar le Romendar taj Sintijendar“ ari del, angletschalajiptschenca uso sikadipe, usi buti, uso atschipe, uso sastipe taj uso politischi usekerinipe. Pedar o prikbescharipe o OSZE-jakero-manuschengero tschatschipeskero butjakero kher (ODIHR) obocht del. Read the rest of this entry »
Juli 29th, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Politik, Recht & Gericht, dROMa (Magazin)
dROMa 82: Was war wann?
Europa – Historija la Romengera-politikatar (1): cajtakeri dorik 1969–2000
→TEIL 2: Chronik 2001–2010
→TEIL 3: Chronik 2011–2026
Papiere, Beschlüsse, Programme: Seit gut dreißig Jahren erarbeiten OSZE, Europarat und EU politische Standards, um die Inklusion der Roma voranzubringen. Ein (unvollständiger) Überblick über die vielen Etappen auf dem Weg zu Europas Roma-Politik | Papruschtscha, pheniptscha, programtscha: Sajt latsche 30 berscha i OSZE, o europakero rot taj i EU politischi schtandardiskere koji, hatek i inklusijona le Romendar angle te anel, ar butschalinen. Jek (na kisetimo) dikipe pedar o but falati upro drom usi Romengeri-politik la Europatar.
1969 Europarat (PACE):
Die Empfehlung 563 der Parlamentarischen Versammlung (PACE) vom 30.9.1969 ist das erste internationale Dokument, das sich mit der „Lage der Zigeuner und anderer Fahrender“ befasst und diese als Minderheit mit Schutzbedarf anerkennt. | O angletschalajipe 563 le parlamentarischi talalinipestar (PACE) andar o 30.9.1969 o erschti internacijonali dokumento hi, savo pe la „situacijaha le Zigeunerendar taj avre ladaschtschendar“ donde bescharel taj odolen ojs tschulipe arakipeskere pekantschagoha aun prindscharel.
1975 Europarat (MK):
Die Resolution (75) 13 des Ministerkomitees (MK) vom 22.5.1975 gibt „Empfehlungen zur sozialen Lage der Nomaden in Europa“. | I resolucijona (75) 13 le ministerengere komitejistar (MK) andar o 22.5.1975 „angletschalajiptscha usi socijali situacija le nomadschtschendar andi Europa“ del.
1981 Europarat (CLRAE):
Die Konferenz der Gemeinden und Regionen (CLRAE) betont am 29.10.1981 in Resolution 125 die „Rolle und Verantwortung der lokalen und regionalen Behörden hinsichtlich der […] Bevölkerungsgruppen nomadischer Herkunft“. | I konferenca le gemajntschendar taj regijontschendar (CLRAE) ando 29.10.1981 andi resolucijona 125 o „than taj o ferantvoatinipe le lokali taj regijonali birovtschagendar vasch […] le dschenengere grupnendar nomadischi telschtaminipeha“ angle asdija.
1983 Europarat (MK):
Das Ministerkomitee befasst sich in der Empfehlung R (83) 1 vom 22.2.1983 mit Maßnahmen zugunsten „staatenloser Nomaden und Nomaden mit ungeklärter Staatsangehörigkeit“. | O ministerengero komitej ando angletschalajipe R (83) 1 andar o 22.2.1983 kojenca le „naphandle schtotschengere nomadschtschenca taj nomadschtschenca na putrime schtotiskere usekerinipeha“ donde pe bescharel. Read the rest of this entry »
Juli 13th, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Unrecht gegen Sinti und Roma nach 1945: Deutsches Bundeskabinett beschließt Einrichtung einer Aufarbeitungskommission
Das deutsche „Bundeskabinett hat am 6. Juli 2026 die Einsetzung einer Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des Unrechts an Sinti und Roma in der Bundesrepublik Deutschland und in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) nach 1945 beschlossen“, meldet das deutsche Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf seiner Website. „Auf Grundlage dieses Kabinettsbeschlusses wird der Parlamentarische Staatssekretär und Beauftragte der Bundesregierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland, Michael Brand, die Mitglieder der Kommission auswählen und ernennen.“ Die Kommission wird das historische Unrecht nach 1945 wissenschaftlich erfassen und dokumentieren. Dazu sollen unter Auswertung bisheriger Erkenntnisse auch eigene wissenschaftliche Studien, Anhörungen und Interviews mit Betroffenen und Angehörigen durchgeführt werden. Die Arbeiten werden in einem Abschlussbericht vorgelegt werden, in dem auch Empfehlungen der Kommission an Politik und Gesellschaft ausgesprochen werden.
Eine Geschäftsstelle bei der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) wird die neue Aufarbeitungskommission unterstützen; für die Mittel der Geschäftsstelle kommt der Beauftragte auf. Mit der Installierung der Aufarbeitungskommission setzt die deutsche Bundesregierung nun die Empfehlung einer fraktionsübergreifenen Entschließung des Deutschen Bundestages vom 13. Dezember 2023 (Drucksache 20/9779) um. Darin hatte der Bundestag die Empfehlung des umfassenden Abschlussberichts der Unabhängigen Kommission Antiziganismus um, die 2019 vom damaligen Bundesinnenminister Horst Seehofer eingesetzt worden war.
Michael Brand sieht die Einsetzung der Kommission als einen „längst überfälliger Schritt für Sinti und Roma und zugleich für unsere gesamte Gesellschaft“: Read the rest of this entry »
Juni 10th, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Jugend & Bildung
EDURom: Bildung für die soziale Inklusion von Roma
Das EDURom-Projekt (Website) wird 2025 bis 2027 im Rahmen des „Erasmus+“-Programms umgesetzt und von der Europäischen Union kofinanziert. Es bringt drei Partnerorganisationen aus Kroatien, Österreich und Rumänien zusammen: das Zentrum für lebenslanges Lernen und Kultur – CUK (Kroatien), die Academia Rromai (Österreich) und der Verein Pe bune (Rumänien).
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Förderung gesellschaftlicher Teilhabe von Roma und Sinti durch Bildung. EDURom unterstützt Angehörige der Community dabei, Zugang zu Bildungsprogrammen zu erhalten und wichtige Kompetenzen für persönliche Weiterentwicklung, aktive Beteiligung und den modernen Arbeitsmarkt zu stärken. Dazu zählen insbesondere digitale und soziale Kompetenzen sowie weitere Schlüsselqualifikationen. Darüber hinaus setzt das Projekt einen Schwerpunkt auf lebenslanges Lernen und die Stärkung von Einrichtungen der Erwachsenenbildung. Ziel ist es, Bildungsangebote zugänglicher zu machen, Selbstbewusstsein zu fördern und neue Perspektiven für Beschäftigung und gesellschaftliche Mitgestaltung zu eröffnen.
Im Rahmen von EDURom fand Anfang des Jahres ein zweitägiger Workshop in Wien statt. Dabei kamen Bildungsexpertinnen und -experten aus der Community zusammen, um sich über Erfahrungen, Herausforderungen und Möglichkeiten im Bildungsbereich auszutauschen. Ergänzend dazu wurde ein kurzer Romanes-Sprachkurs angeboten.
(Text: Irina Bellio)
Mai 31st, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Politik
Fünf Abgeordnete im Parlament: Ungarns Neustart und die Roma
→Teil 1: „Außergewöhnlicher Moment“
Die neue Regierung in Ungarn ist angelobt. Fünf Roma-Mandatarinnen und -Mandatare gehören nun der Nationalversammlung (Országgyűlés) an: vier aus Péter Magyars Regierungspartei TISZA und einer aus Viktor Orbáns Fidesz. Ein weiterer Roma-Vertreter der Fidesz-Fraktion verzichtete auf sein Mandat. Über die Nationalitätenliste entsendet die Volksgruppe zudem einen nicht stimmberechtigten Sprecher. Für ein reguläres Minderheitenmandat hat es auch diesmal nicht gereicht. Wir stellen Sie Ihnen die Politiker vor.
Die ungarischen Parlamentswahlen im April 2026 brachten eine historische Zäsur. Magyars TISZA stellt in der neuen Nationalversammlung 141 der 199 Abgeordneten. Diese wurden am 9. Mai in Budapest angelobt. Der Fraktion der siegreichen TISZA-Partei gehören nun folgende Politikerinnen und Politiker mit Roma-Hintergrund an:
Die TISZA-Fraktion
Krisztián Kőszegi (TISZA) aus dem südungarischen Komitat Baranya ist Lehrer für Geschichte und Geografie. Er leitet ein Bildungszentrum und den Verein „Freedrom“ und arbeitet mit Kindern aus benachteiligten Verhältnissen, zudem engagiert er sich in Communityprojekten. Als Kernpunkte seines Programms nennt er laut Romea.cz: „Bildung, die Entwicklung von Gemeinschaften und die Schaffung von Bedingungen, damit junge Menschen ihre Regionen nicht verlassen müssen“. In der Eröffnungssitzung am 9. Mai wurde er zum stellvertretenden Parlamentspräsidenten gewählt.
Erika Jójártová aus Solt verbrachte die die letzten zehn Jahre als Krankenpflegerin und medizinische Assistentin im Ausland. Auch sie kandidierte für TISZA. Als zentrale Themen ihrer politischen Agenda nennt sie laut Romea.cz „eine stärkere Anerkennung des nichtärztlichen Pflegepersonals, die häusliche Altenpflege und die Unterstützung von Kindern aus benachteiligten Verhältnissen“.
István Gyöngyösi (TISZA) aus Mezőgyán arbeitet im Finanzsektor und absolviert parallel einen Masterstudiengang in Sozialpädagogik. Read the rest of this entry »
Mai 30th, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte
VinziNest: Zuflucht für Schutzlose in Graz: Wiedereröffnung der größten Notschlafstelle in der Steiermark
Drei Jahre nach Projektbeginn hat das VinziNest seine Tore am alten Standort in der Grazer Maria-Stromberger-Gasse 14 wieder geöffnet. Für die VinziWerke findet damit eines der herausforderndsten Projekte seit dem Bestehen der Organisation einen Abschluss. Anlässlich der Wiedereröffnung wurden alle Unterstützer*innen, die die Generalsanierung ermöglicht haben, zu einer kleinen Feier eingeladen. Nun gilt es, die VinziWerke langfristig abzusichern.
Als Notschlafstelle für Armutsmigranten stellt das VinziNest seit 1992 eine Institution der Grazer Wohnungslosenhilfe dar. Zusammen mit dem VinziSchutz, dem Pendent für Frauen, kann es im Winter bis zu 120 Menschen täglich beherbergen. So kommen die Einrichtungen zusammen auf 16.000 bis 18.000 Nächtigungen im Jahr. Hinter den Zahlen stecken oft tragische menschliche Schicksale, die von gesundheitlichen und psychischen Erkrankungen, Diskriminierung und vererbter Armut geprägt sind.
Langjährige Planung
Im Laufe der Jahre wurde die Bausubstanz der Gebäude stark in Mitleidenschaft gezogen. Noch unter der Federführung von VinziWerke-Gründer Pfarrer Wolfgang Pucher trafen die VinziWerke 2022 die Entscheidung, die Einrichtung einer Generalsanierung zu unterziehen. Denn die Schlafplätze werden nach wie vor dringend gebraucht. Das Projekt wurde in den Jahren 2024 bis 2026 durchgeführt, die reinen Bauarbeiten dauerten rund 1,5 Jahre. In dieser Zeit zogen das VinziNest und VinziSchutz in ein Übergangsquartier in Liebenau.
Dringend notwendig
„In über 30 Jahren Betrieb wurden nur kleinere und notwendige Renovierungsmaßnahmen in den Notschlafstellen vorgenommen. Dass eine Kernsanierung dringend notwendig war um die Gebäude vor dem Verfall zu bewahren, war unumstritten. Die VinziWerke hat dieses umfassende Projekt dennoch an den Rand der Kapazitäten gebracht. Ohne der signifikanten Beiträge von Land Steiermark, Stadt Graz, der Diözese Graz-Seckau sowie unserer Sponsor*innen hätten wir diese Maßnahmen nicht unternehmen können. Im Namen aller Menschen, die auch künftig einen sicheren und warmen Schlafplatz erhalten werden, möchte ich allen Beteiligten von Herzen danken“, unterstreicht VinziWerke-Obfrau Martina Schröck. Read the rest of this entry »
Mai 12th, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Vorfall im Burgenland erschüttert die autochthonen Volksgruppen: Vorsitzendenkonferenz der Volksgruppenbeiräte fordert Antidiskriminierungsgesetz für die Volksgruppe der Roma sowie eine Dialogplattform im Innenministerium
Die Vorgehensweise der Polizei im Burgenland, die in 27 Gemeinden zu einem öffentlichen Aufruf gegen Angehörige der Volksgruppe der Roma führte (wir berichteten hier und hier), hat nicht nur große Irritationen ausgelöst, sondern auch bestehende Vorurteile gegenüber Roma und Sinti weiter geschürt und vertieft.
Der Vorsitzende der Vorsitzendenkonferenz der autochthonen Volksgruppen Österreichs, Bürgermeister Bernard Sadovnik, zeigt sich nach den Vorfällen des vergangenen Jahres am Peršmanhof zutiefst bestürzt und protestiert entschieden gegen diesen neuerlichen Vorfall gegenüber Angehörigen anerkannter Volksgruppen.
„Ich appelliere an Bundesminister Gerhard Karner, die bereits in Ausarbeitung befindlichen Schulungsmaßnahmen so rasch wie möglich umzusetzen und verbindliche Kriterien für den Umgang mit Angehörigen der Volksgruppen zu erarbeiten, die allen Dienststellen des Innenministeriums vorliegen müssen. Die Einrichtung einer Dialogplattform mit Vertreterinnen und Vertretern aller autochthonen Volksgruppen im Bundesministerium für Inneres ist notwendig, um den offensichtlich dringend erforderlichen Dialog zwischen Polizei und Volksgruppen nachhaltig zu ermöglichen“, fordert Sadovnik. Read the rest of this entry »
April 28th, 2026 |
Published in
Einrichtungen
Burgenland: Haus der Volksgruppen in Oberwart startet in Probebetrieb – feierliche Eröffnung am 26. September am Tag der Sprachen
Mit der Schlüsselübergabe an die Nutzerorganisationen startet das Haus der Volksgruppen in seinen Probebetrieb. Das Projekt wurde von der Landesimmobilien Burgenland (LIB) umgesetzt, das ehemalige Städtische Internat in Oberwart wurde dabei umfassend saniert und ausgebaut. Damit ist das von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil initiierte „Jahrhundertprojekt“ auch ein zentrales Infrastrukturvorhaben des Landes Burgenland. Bei der Schlüsselübergabe an die Nutzer betonte Landesrat Heinrich Dorner die Bedeutung des Hauses: „Mit diesem Bau beginnt ein neues Kapitel für die Volksgruppen im Burgenland. Erstmals arbeiten ihre Institutionen unter einem gemeinsamen Dach zusammen, sie machen die Vielfalt unseres Landes damit noch weiter sichtbar. Das Haus schafft dafür die notwendige Basis – als Ort für Zusammenarbeit, Austausch und gelebte Vielfalt.“
Bereits in der Entstehungsphase des Projekts im Rahmen der 100-Jahr-Feierlichkeiten des Burgenlandes 2021 unterstrich Landeshauptmann Hans Peter Doskozil die Bedeutung dieses Vorhabens: „Die kulturelle und sprachliche Vielfalt unseres Landes ist ein zentraler Bestandteil unserer Identität. Mit dem Haus der Volksgruppen schaffen wir ein dauerhaftes Fundament, um dieses Miteinander zu sichern und weiterzuentwickeln.“ Die feierliche Eröffnung soll am 26. September, dem Tag der Sprachen, im Herbst erfolgen.
Im Haus der Volksgruppen sind künftig der Kroatische Kulturverein im Burgenland, der Burgenländisch-Ungarische Kulturverein, das Roma-Service, die Roma-Volkshochschule Burgenland, die Volkshochschule der Burgenländischen Ungarn sowie das mehrsprachige Offene Radio MORA untergebracht. Auf rund 6.000 Quadratmetern ist ein moderner Standort entstanden, der unterschiedliche Nutzungen vereint. Read the rest of this entry »
April 27th, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Politik
Für die geplante Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus aus den Reihen der Rom:nja und Sinti:zze wurde ein wesentlicher Meilenstein erreicht: Der Standort steht fest. Die Gedenkstätte wird im Weghuberpark vor dem Justizministerium im siebenten Wiener Gemeindebezirk errichtet.
Wien (OTS) – Vergangenen Freitag fand im Parlament ein Termin statt, bei dem sich der Volksgruppenbeirat der Roma sowie Vertreter:innen von Vereinen der Volksgruppe einstimmig für den Weghuberpark als Standort für die Errichtung der Gedenkstätte ausgesprochen haben.
„Die Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus aus der Volksgruppe der Roma ist weit mehr als ein Bauprojekt. Sie ist Ausdruck unserer historischen Verantwortung und ein klares Bekenntnis der Republik dazu, einer Opfergruppe des Nationalsozialismus, die über Jahrzehnte im öffentlichen Bewusstsein zu wenig sichtbar war, den ihr gebührenden Platz in der österreichischen Erinnerungskultur zu geben“, so Peter Haubner, Zweiter Präsident des Nationalrates und Vorsitzender des Nationalfonds.
„Die Entscheidung für den Standort der zentralen Gedenkstätte ist ein wichtiger Schritt. Erinnerung muss im öffentlichen Raum sichtbar sein und darf nicht anonym bleiben. Sie muss die Verfolgung und Ermordung der Volksgruppe der Roma klar benennen und auch Österreichs Verantwortung offen ansprechen. Die Gedenkstätte richtet sich an die gesamte Gesellschaft. Sie soll zum Innehalten anregen, historisches Wissen fördern und deutlich machen, dass Antiziganismus bis heute fortbesteht und ihm entschieden entgegengetreten werden muss“, so Emmerich Gärtner-Horvath, Vorsitzender des Volksgruppenbeirats der Roma.
Die Stadträtin für Kultur und Wissenschaft Veronica Kaup-Hasler: „Mit der Wahl des Weghuberparks als Standort für die Gedenkstätte entsteht ein dringend notwendiger Ort der Erinnerung in innerstädtischer Lage. Die einstimmige Entscheidung des Beirats markiert einen wichtigen Meilenstein in einem Prozess, den wir als Stadt Wien unterstützt und in einem aktiven Dialog mit dem Beirat und Vertreter:innen der Community begleitet haben – denn Rom:nja und Sinti:zze sind seit Jahrhunderten Teil der Geschichte Wiens, auch wenn sie und ihr Wirken lange zu wenig gesehen bzw. an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden. Read the rest of this entry »
April 25th, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Politik, Veranstaltungen & Ausstellungen
Roma-Woche: EU veranstaltete ihre Event- und Diskussionsreihe in Brüssel
Die „EU Roma Week“ (Website) ist eine jährlich stattfindende Veranstaltungsreihe des Europäisches Parlaments in Kooperation mit der Europäischen Kommission sowie zivilgesellschaftlichen Partnern aus zahlreichen Ländern. Die Veranstaltungen der „Roma Week 2026“ fanden vergangene Woche statt. Koordiniert wurde die Roma-Woche von ERGO Network, einem in Brüssel ansässigen europäischen Dachverband von Roma-Organisationen.
Die Veranstaltungen der Roma-Woche sind zugleich Bestandteil des „Opre Roma“-Monats 2026 (wir berichteten). Während sich der „Opre Roma Month“ des Europarats als breit angelegte europäische Kampagne über mehrere Wochen erstreckt, betont die „EU Roma Week“ politische Debatten, Fachkonferenzen und den Austausch zwischen Entscheidungsträgern und Roma-Vertreterinnen und -Vertretern. Experten der Roma-Zivilgesellschaft diskutieren in diesem Rahmen mit Repräsentantinnen und Repräsentanten der europäischen Institutionen über die Ausgestaltung der Roma-Politik.
So stand bereits am ersten Tag der Roma-Woche im Europäischen Parlament die Frage im Mittelpunkt, inwieweit der kommende Finanzrahmen der Europäischen Union für die Jahre 2028 bis 2034 den Bedürfnisse der Roma gerecht wird. „Die Verhandlungen über den mehrjährigen Finanzrahmen treten jetzt in eine entscheidende Phase ein“, zitiert das Roma-Nachrichtenportal Romea.cz die Veranstalter der Roma-Woche. Derzeit werde darüber entschieden, wie die Regeln für die Verteilung der EU-Mittel und die Sozialausgaben in den kommenden Jahren festgelegt werden.
Als weitere Themen der diesjährigen Roma-Woche wurden beispielsweise eine stärkere Rechenschaftspflicht bei der Verwendung von EU-Mitteln und die Anerkennung von Romafeindlichkeit (Antiziganismus) als grundlegendes Menschenrechtsproblem diskutiert. Ein weiterer Schwerpunkt betraf Fragen der verstärkten Beteiligung von Roma an der internationalen Politikgestaltung. Read the rest of this entry »
April 21st, 2026 |
Published in
Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Frauenrechte, Internet & Blogothek, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
#ZARAbleibt! – Österreich braucht weiterhin Zivilcourage!
→Zur Petition auf mein.aufstehn.at
Sehr geehrte Bundesministerin Bauer,
sehr geehrte Bundesregierung und Entscheidungsträger!
ZARA ist seit Jahren eine unverzichtbare Anlaufstelle für Menschen, die in Österreich Rassismus, Diskriminierung und Hass erleben. Der Verein bietet Beratung, Dokumentation, Unterstützung und öffentliche Aufklärung genau dort, wo Betroffene sonst oft allein gelassen werden. Gerade in einer Zeit, in der rassistische, hasserfüllte Sprache wieder salonfähig gemacht wird, insbesondere im digitalen Raum, braucht es diese Arbeit mehr denn je. Die geplante Kürzung der Fördergelder, die das De-facto-Ende dieser wichtigen Aufklärungs- Unterstützungs- und Präventionsarbeit bedeuten, ist daher der falsche Schritt in einer Gesellschaft, die sich zunehmend polarisiert.
Deswegen sind gerade Sie, Familienministerin Bauer, aber auch die gesamte Bundesregierung und die Entscheidungsträger in Parlament und Verwaltung jetzt aufgefordert, Ihre Entscheidungen zu überdenken und sich klar für eine Erhaltung dieser so wichtigen Institution auszusprechen und einzusetzen!
Warum ist das wichtig?
Österreich hat in den letzten Jahren erlebt, wie sich gesellschaftliche Spannungen verschärfen, wie Debatten über Migration, Integration und Zugehörigkeit polarisiert werden und wie Hass im Netz und im Alltag normalisiert werden. ZARA leistet hier nicht nur Soforthilfe für Betroffene, sondern schafft auch wichtige Sichtbarkeit für Probleme, die viele lieber verdrängen würden. Dass allein 2025 mehr als 1.500 rassistische Vorfälle dokumentiert wurden, zeigt, dass es nicht um ein Randthema geht, sondern um eine reale Belastung für das gesellschaftliche Zusammenleben.
Gerade deshalb ist es unverständlich und politisch falsch, ausgerechnet in diesem Bereich zu sparen. Wer an Anti-Rassismus, Opferschutz und Prävention kürzt, spart nicht an „Verwaltung“, sondern an Sicherheit im Netz und demokratischer Stabilität. Read the rest of this entry »
April 20th, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Frauenrechte, Internet & Blogothek, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Bundeskanzleramt streicht Förderung: Antidiskriminierungsstelle ZARA bietet für neue Fälle vorerst keine Beratungen mehr an
Aussendung von ZARA, 20.4.2026:
Die Streichung der Förderung für die Beratungsstelle #GegenHassimNetz unter der politischen Verantwortung von Bundesministerin Claudia Bauer bedroht die Existenz von ZARA akut. Ohne rasche Finanzierung droht das vollständige Aus bis Juni.
Seit acht Jahren erhält ZARA eine Förderung des Bundeskanzleramts in Höhe einer sechsstelligen Summe für den Betrieb der Beratungsstelle #GegenHassimNetz. Anfang April 2026 erreicht den Verein die Mitteilung, dass diese Förderung für das Jahr 2026 aufgrund von „Sparmaßnahmen“ vollständig gestrichen wurde. Die Entscheidung wurde unter der Verantwortung von Bundesministerin Claudia Bauer (ÖVP) getroffen.
ZARA zum Zeitpunkt der Streichung bereits in finanzieller Vorleistung
Zum Zeitpunkt der Mitteilung war ZARA bereits in finanzielle Vorleistung gegangen, um Betroffene von Hass im Netz weiterhin durchgehend unterstützen zu können. Unterstützung, die – das zeigen die aktuellen Debatten rund um digitale Gewalt an Frauen – für Betroffene dringend notwendig ist. Diese Vorfinanzierung erfolgte in der begründeten Annahme, dass die Förderung auch für das Jahr 2026 fortgeführt wird – auf Basis unserer langjährigen Expertise und unseres Alleinstellungsmerkmals als spezialisierte Beratungsstelle, die in Österreich allen Betroffenen von Hass im Netz kostenlos und niederschwellig offensteht. Unser Angebot unterschied sich damit von anderen bestehenden Einrichtungen, die sich an spezifische Zielgruppen, etwa Kinder und Jugendliche, richten.
Beratungsangebote derzeit massiv eingeschränkt
Das entstandene finanzielle Defizit zwingt den Verein nun dazu, die Beratungsangebote #GegenHassimNetz und !GegenRassismus massiv einzuschränken. Neue Fälle werden von ZARA ab sofort nur noch dokumentiert. Beratungsleistungen kann der Verein für neue Meldungen derzeit nicht mehr anbieten. Bestehende Fälle betreut ZARA vorerst weiter. Stellt die öffentliche Hand kurzfristig keine entsprechende Finanzierung sicher, muss ZARA seinen Betrieb samt aller Beratungsangebote bis Juni gänzlich einstellen.
Read the rest of this entry »
April 6th, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Veranstaltungen & Ausstellungen
Im Palais de l’Europe in Straßburg wurde am 1. April der „Opre Roma!“-Monat eröffnet. Der Europarat widmet den Monat April einer europaweiten Veranstaltungsreihe, die auf Kultur und die Rechte der Roma und Traveller aufmerksam macht.
Der „Opre Roma Month“ des Europarats ist eine Initiative, die darauf abzielt, „den Beitrag der Sprache, Kultur und Geschichte der Roma zum europäischen Erbe und kulturellen Reichtum zu würdigen“ und gleichzeitig auf fortbestehende Diskriminierung aufmerksam zu machen. Von 1. bis 30. April 2026 bündeln zahlreiche Institutionen europaweit Veranstaltungen, Ausstellungen und Bildungsprojekte.
Der Europarat eröffnete den Roma-Aktionsmonat mit der Ausstellung „Holocaust der Seele“ des tschechischen Roma-Künstlers Zdeněk Daniel. Die Veranstaltung wurde begleitet von einem Auftritt der Roma-Band Djiben (Tzigane céleste) und einen offiziellen Empfang. Die Eröffnung des Roma-Monats fand im Rahmen der 50. Sitzung des Kongresses der Gemeinden und Regionen statt.
Die Veranstaltungen (hier finden Sie die Programm-Übersicht) reichen von Podiumsdiskussionen und Filmvorführungen bis hin zu Konzerten und Workshops. Besonders im Fokus stehen dabei Stimmen von Roma selbst, die ihre Perspektiven einbringen und so zu einer differenzierteren öffentlichen Wahrnehmung beitragen. Mit den Veranstaltungen bezweckt der Europarat laut eigenen Angaben:
- das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit in allen Mitgliedstaaten für die Belange der Roma und Traveller zu schärfen;
- eine Dynamik zu schaffen und diese zu nutzen, um strategische Partnerschaften zu initiieren und neu zu beleben, die zur Inklusion der Roma und Traveller beitragen;
- die Sichtbarkeit des Themas zu erhöhen und das Bewusstsein für die Belange der Roma und Traveller bei der Ständigen Vertretungen beim Europarat zu schärfen;
- die Sichtbarkeit des Sektors und der zwischenstaatlichen Einrichtung ADI-ROM innerhalb des Europarates zu erhöhen;
- Geschichte, Sprache und Kultur als wirksame Instrumente zu fördern, um Wissen zu teilen, Antiziganismus zu bekämpfen und Stolz und Identität zu stärken.”
Koordiniert wird die Initiative durch das Roma-Expertengremium des Europarats ADI-ROM in Kooperation mit zahlreichen Partner-Institutionen und -Organisationen, auf europäischer Ebene ebenso wie in mehreren Mitgliedstaaten. Ein besonderer Zusammenhang besteht mit der „EU Roma Week“, die vom 20. bis 23. April in Brüssel und Straßburg stattfinden wird. Die Veranstaltungen der Roma-Woche der Europäischen Union sind zugleich Bestandteil des „Opre Roma!“-Monats 2026.
Kernstück des Roma-Monats ist der Internationale Roma-Tag am 8. April, der an den ersten Weltkongress der Roma 1971 erinnert und als zentrales Datum der Roma-Bürgerrechtsbewegung gilt. Read the rest of this entry »