Graz: Notschlafstelle VinziNest in neuem Glanz

Mai 30th, 2026  |  Published in Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte

FeierlicheWiedereroeffnung_VinziNest_0073VinziNest: Zuflucht für Schutzlose in Graz: Wiedereröffnung der größten Notschlafstelle in der Steiermark


Drei Jahre nach Projektbeginn hat das Vinzi­Nest seine Tore am alten Stand­ort in der Gra­zer Maria-Strom­ber­ger-Gasse 14 wieder ge­öff­net. Für die Vinzi­Werke findet damit eines der heraus­for­dernds­ten Pro­jekte seit dem Be­ste­hen der Or­gani­sa­tion einen Abs­chluss. An­lässlich der Wieder­er­öff­nung wurden alle Unter­stützer*in­nen, die die General­sanie­rung er­mög­licht haben, zu einer klein­en Feier ein­ge­laden. Nun gilt es, die Vinzi­Werke lang­fristig ab­zu­sichern.

Als Notschlafstelle für Armutsmigranten stellt das VinziNest seit 1992 eine Institu­tion der Grazer Woh­nungs­losen­hilfe dar. Zusam­men mit dem VinziSchutz, dem Pen­dent für Frauen, kann es im Winter bis zu 120 Men­schen täglich be­her­ber­gen. So kommen die Ein­richtun­gen zusam­men auf 16.000 bis 18.000 Näch­tigun­gen im Jahr. Hinter den Zahlen stecken oft tra­gische mensch­liche Schicksale, die von gesund­heit­lichen und psychi­schen Erkran­kun­gen, Dis­kriminie­rung und ver­erbter Armut ge­prägt sind.

Langjährige Planung
Im Laufe der Jahre wurde die Bausubstanz der Gebäude stark in Mitleidenschaft gezogen. Noch unter der Feder­führung von VinziWerke-Gründer Pfarrer Wolfgang Pucher trafen die VinziWerke 2022 die Ent­schei­dung, die Ein­richtung einer Ge­neral­sanie­rung zu unter­ziehen. Denn die Schlaf­plätze werden nach wie vor drin­gend ge­braucht. Das Projekt wurde in den Jahren 2024 bis 2026 durch­geführt, die reinen Bau­arbeiten dauerten rund 1,5 Jahre. In dieser Zeit zogen das VinziNest und VinziSchutz in ein Über­gangs­quar­tier in Liebenau.

Dringend notwendig
„In über 30 Jahren Betrieb wurden nur kleinere und notwendige Renovierungs­maß­nahmen in den Not­schlaf­stellen vor­ge­nommen. Dass eine Kern­sanie­rung dringend not­wendig war um die Gebäude vor dem Verfall zu bewahren, war un­um­stritten. Die VinziWerke hat dieses um­fas­sende Projekt den­noch an den Rand der Kapa­zitäten gebracht. Ohne der signi­fikan­ten Beiträge von Land Steiermark, Stadt Graz, der Diözese Graz-Seckau sowie unse­rer Spon­sor*in­nen hätten wir diese Maß­nahmen nicht unter­nehmen können. Im Namen aller Men­schen, die auch künftig einen sicheren und warmen Schlafplatz e­rhalten werden, möchte ich allen Beteilig­ten von Herzen danken“, unter­streicht Vinzi­Werke-Obfrau Martina Schröck

Finanzierung
Der Großteil der Finanzierung konnte durch Förderungen des Landes Steiermark (600.000 Euro), der Stadt Graz (400.000 Euro) und der Diözese Graz-Seckau (500.000 Euro) gesi­chert werden. Darüber hinaus wurden um­fas­sende Sanie­rungs-För­derun­gen ab­gerufen: Landes­förderung Um­fassende Sanie­rung (571.000 Euro), Umwelt­sanierung über das Pro­gramm „Next­Gene­ra­tionEU“ (274.000 Euro). Weitere 400.000 Euro wurden aus den Rücklagen der Vinzi­Werke auf­ge­bracht. Der restliche Betrag konnte durch Spon­sorings, mit der Holding Graz als Haupt­sponso­rin (90.000 Euro), und Spenden auf­ge­stellt werden.

Spenden dringender denn je benötigt
Doch eine mangelhafte Bausubstanz, höhere und unerwartete Kosten haben das Projekt­budget um einen schmerz­haften Betrag über­schritten: Anstatt des zuletzt an­ge­nomme­nen Budgets in der Höhe von 2,9 Mil­lionen Euro sum­mieren sich die Kosten auf zu­mindest 3,8 Millio­nen Euro. „Damit sind nun auch die letzten unserer Reserven ver­braucht und wir brauchen die Unter­stützung von Spen­der*innen mehr denn je. Ich möchte diesen Anlass auch nutzen um alle Menschen zu bitten uns weiter­hin zu unter­stützen, damit wir die VinziWerke lang­fristig ab­sichern können“, appel­liert Martina Schröck.

Eröffnungsfeier
Das Interesse am wiedereröffneten VinziNest war groß. Im kleinen Rahmen wurde am Donners­tag, den 27. Mai 2026, die Wieder­in­betrieb­nahme ge­feiert. Unter den Gästen: Landes­haupt­mann-Stell­ver­trete­rin Manuela Khom, Bürger­meisterin Elke Kahr, Ge­meinde­rätin­nen Zeynep Aygan-Romaner und Anna Slama, Weihbischof der Diözese Graz-Seckau Johannes Freitag, Vor­stands­vor­sitzen­der der Steier­märki­schen Ver­waltungs­sparkasse Gerhard Fabisch, Ge­schäfts­führer der Holding Graz Gert Heigl, „Saubermacher“ Hans Roth, Ge­schäfts­führer von Servus Abfall Harald Posch und Frank Dicker, Prä­siden­tin der steirischen Vinzenz­gemein­schaften Christine Koller und weitere.

Verbesserungen
Ein barrierefreier Zugang im Erdgeschoß, bessere Luftqualität durch eine zentrale Belüftungs­anlage, aus­reichend Nass­zellen, Boden­heizung und neue Auf­enthalts­räume zählen zu den Vorteilen, die für die Vinzi­Nest- und Vinzi­Schutz-Be­wohner*innen nun geschaf­fen wurden. Darüber hinaus musste vor allem bei der Bau­substanz, bei Elektro­leitun­gen und Instal­lationen und dem Dach nach­ge­bessert werden: „Endlich können wir mit dem VinziNest eine Notschlaf­stelle an­bieten, die den heutigen Standards ent­spricht und zumindest ein kleines Maß an Komfort für woh­nungs- und obdach­lose Men­schen bietet“, freut sich VinziNest-Leiter Ingo Sommer.

Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom:

Mit der Wiedereröffnung der Notschlafstelle VinziNest wird ein wichtiges Zeichen der Menschlich­keit und des sozialen Zusammen­halts in der Steiermark g­esetzt. Gerade in schwieri­gen Lebens­situa­tionen braucht es Ein­richtun­gen, die Menschen un­bürokra­tisch helfen und ihnen Schutz sowie neue Per­spektiven bieten. Als Land Steiermark ist es uns ein großes Anliegen, soziale Ein­richtungen zu unter­stützen, die tag­täglich wertvolle Arbeit für jene am Rand unserer Gesell­schaft leisten. Mein Dank gilt allen Mit­arbeiterin­nen und Mit­arbeitern sowie den zahlreichen Ehren­amtlic­hen, die mit großem Engage­ment tag­täglich einen wert­vollen Beitrag für unsere Gesell­schaft leisten.

Bürger­meisterin Elke Kahr, die in ihrer Zu­ständig­keit für das Sozial­ressort Förder­mittel bereit­gestellt hat:

Mit dem VinziNest und dem VinziSchutz nehmen zwei ganz wichtige Einrich­tungen nach einer um­fassen­den Sanierung wieder ihren Betrieb auf. Die Mit­arbeiterin­nen und Mit­arbeiter leisten einen ganz wich­tigen Beitrag, dass in Graz niemand auf der Straße übernachten muss.

Spendenkonto: AT34 2081 5022 0040 6888
Kontowortlaut: VinziWerke Österreich

(Text: Vinzi.at, 29.5.2026)



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