„Roma Week 2026“ der Europäischen Union

April 25th, 2026  |  Published in Einrichtungen, Politik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Poster der EU Roma Week 2026 (Bild: Romaweek.eu) Roma-Woche: EU veranstaltete ihre Event- und Dis­kus­sions­reihe in Brüs­sel

Die „EU Roma Week“ (Website) ist eine jähr­lich statt­fin­dende Veranstaltungsreihe des Euro­päisches Par­la­ments in Ko­ope­ration mit der Euro­päi­schen Kom­mission sowie zivil­gesell­schaft­lichen Partnern aus zahl­reichen Ländern. Die Ver­anstaltun­gen der „Roma Week 2026“ fanden ver­gan­gene Woche statt. Ko­or­diniert wurde die Roma-Woche von ERGO Net­work, einem in Brüssel an­sässigen euro­päischen Dach­verband von Roma-Or­gani­sationen.

Die Veranstaltungen der Roma-Woche sind zugleich Bestandteil des „Opre Roma“-Monats 2026 (wir be­richteten). Während sich der „Opre Roma Month“ des Europa­rats als breit an­gelegte euro­päische Kampagne über mehrere Wochen erstreckt, betont die „EU Roma Week“ politi­sche Debatten, Fach­kon­ferenzen und den Aus­tausch zwischen Ent­schei­dungs­trägern und Roma-Ver­treterin­nen und -Ver­tretern. Experten der Roma-Zivil­ge­sellschaft dis­kutieren in diesem Rahmen mit Re­präsen­tantin­nen und Re­präsen­tanten der euro­päischen Institu­tionen über die Aus­ge­staltung der Roma-Politik.

So stand bereits am ersten Tag der Roma-Woche im Europäischen Parlament die Frage im Mittel­punkt, inwie­weit der kommende Finanz­rahmen der Euro­päischen Union für die Jahre 2028 bis 2034 den Bedürf­nisse der Roma gerecht wird. „Die Ver­hand­lungen über den mehr­jährigen Finanz­rahmen treten jetzt in eine ent­schei­dende Phase ein“, zitiert das Roma-Nach­richten­portal Romea.cz die Ver­anstalter der Roma-Woche. Derzeit werde darüber ent­schieden, wie die Regeln für die Ver­teilung der EU-Mittel und die Sozial­aus­gaben in den kom­menden Jahren fest­gelegt werden.

Als weiteres Themen der diesjährigen Roma-Woche wurden bei­spiels­weise eine stärkere Rechen­schafts­pflicht bei der Verwendung von EU-Mitteln und die An­erken­nung von Roma­feind­lichkeit (Anti­ziganismus) als grund­legendes Men­schenrechts­problem dis­kutiert. Ein weiterer Schwer­punkt betraf Fragen der ver­stärkten Be­teili­gung von Roma an der inter­natio­nalen Politik­gesta­ltung. Zudem wurden vorbild­hafte aktu­elle Projekte aus der Praxis vorgestellt, so etwa das spanische Arbeit­markt­inte­grations-Pro­gramm ACCEDER oder das inter­natio­nale Anti­rassis­mus-Projekt TAAO (Together Against Anti-Gypsyism Online), das sich mit Moni­toring und Be­kämpfung von roma­feindli­chen Inhalten im Internet befasst.

Bei der Eröffnungssitzung sprachen neben ERGO-Direkto­rin Gabriela Hrabáňová hoch­karätige Rep­räsentan­ten der euro­päi­schen Institu­tionen: EU-Gleich­stellungs­kommis­sarin Hadja Lahbib; Europa­parla­ments-Vize­präsi­dent Nicolae Ștefănuță; Eva Schultz vom Kabinett der Exe­kutiven Vize­prä­siden­tin der EU-Kom­mission Roxana Mînzatu sowie – online zu­ge­schaltet – Michael O’Flaherty, der Men­schen­rechts­kommissar des Europa­rates.

Beide Formate, Roma-Monat und Roma-Woche, ergänzen einander, indem sie gesell­schaftliche Sen­sibili­sierung einer­seits und politische Ent­schei­dungs­pro­zesse mit­einander ver­binden. Beide Ver­anstal­tungs­reihen tragen so zur För­derung von Gleich­stellung und Teilhabe bei. Zur Pro­gram­matik der Roma-Woche heißt es in der An­kün­di­gung:

„Die Roma-Woche 2026 strebt ein Europa an, in dem Roma aktive Akteure des Wandels und gleich­­berech­­tigte Teil­­nehmer am politischen, sozialen und wirt­­schaft­li­chen Leben sind. Durch die Ver­­knüpfung von Gerechtig­keit, Gleich­­heit und Teilhabe zielt sie darauf ab, Brücken zwi­schen Institu­­tio­nen und Ge­mein­schaf­ten zu schlagen und sicher­­zu­­stellen, dass die Inklu­sion der Roma ein zentra­­les Anliegen der Euro­­päi­schen Union bleibt. Die Roma-Woche 2026 zielt darauf ab, das politische und soziale En­gage­­ment der Euro­­päischen Union für die Gleich­­stellung, Inklusion und Ge­­rechtig­­keit der Roma zu stärken. Sie wird auf den Errun­­gen­­schaften frü­herer Aus­­gaben auf­­bauen und sich darauf kon­­zentrie­ren, die Beteili­gung der Roma an den poli­ti­schen Rahmen­­bedin­­gun­gen der EU zu stärken, die Rechen­­schafts­­pflicht bei der Ver­­wendung von EU-Mitteln sicher­­zu­­stellen und die An­­erken­­nung von Anti­­ziganis­­mus als grund­­legendes Menschen­­rechts­­problem voran­­zu­­treiben. Angesichts des neuen mehrjährigen Finanzrahmens (MFF) der EU und der näher­rücken­den Europa­wahlen bietet die Roma-Woche 2026 eine günstige Gele­gen­heit, Politik, Finan­zierung und politischen Willen auf­einander ab­zu­stimmen, um greif­bare Fort­schritte für Roma-, Sinti- und Traveller-Ge­mein­schaften zu erzielen. Sie zielt darauf ab, die Inklusion der Roma mit der um­fassen­deren Agenda von Demokratie, sozialer Ge­rechtig­keit und Rechts­staat­lich­keit zu ver­knüpfen und gleich­zeitig den Stimmen der Roma in ganz Europa mehr Gehör zu ver­schaffen.“

(Text: dROM-Red.)

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