Klare Worte / Barikane alava / Jasne riči

April 23rd, 2026  |  Published in Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

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Tschibtscha | 22.4.2026 | 5:57 min

Literatur am Ring: Klare Worte | Barika­ne alava | Jasne riči. Sicht­bar wer­den – prä­sent bleiben

Tschatsche alava te lakel – kekaj saj tschib, te o Burgen­land-Ro­mani vaj Burgen­land-Hor­vacko – ada mangipe kamla „Litera­tura upro Ring“ palal te al. Vascho pantsch­vardesch ber­schen­gero arkerdo flogos­kero grupnen­gero tscha­tschipe al o lite­ratura­kero mula­tin­tschago le flogos­kere grup­nendar ando masch­karutno centro. Ando erschto le trin mula­tintscha­gendar dis­kutiri­nen at­kejrtsch­tscha taj fatre­tertscha le Romendar sar le burgen­landitike Hor­vacken­dar pedar o dikipe taj presenc andar i histo­rischi taj aktujeli per­spektiva.

Barikane alava i Romni Ceija Stojka (1933–2013) ande pri kenva ando bersch 1988 ardimi kenva „Wir leben im Ver­borgenen“ kertscha. Ando gon­dolipes­kero bersch 1988 sina o pal­gon­dolip­tscha use aja cajt le tradi­pestar ando nacijo­nal­socija­lismus, o phu­kajip­tscha lakere terschi­vi­pestar ando loger­tscha Auschwitz-Bir­kenau, Ravens­brück taj Bergen-Belsen, jek litera­rischi barikani sor, savo le Romenge andi Austrija o kesdipe sina le pra­dipes­kere aun­prindscha­ri­peske. Aun­prindscha­ripe le sis­tema­tischi tradi­pestar taj mur­da­ri­pestar ando NS-reschim, aun­prindscha­ripe ojs flogoskero grupn andi Austrija, aun­prindscha­ripe lengera histo­rijatar taj adi­vesakeri cajt. I Gabriela Stojka, la Ceija Stojka­keri bori, bescharel pe imar but berscha ande, aja his­torija bajder te del taj te famit­linel.

Klare Worte finden – ungeachtet der Sprache, ob in Burgen­land-Romani (bari­kane alava) oder Burgen­land-Kro­atisch (jasne riči) –, dieser Auf­forde­rung möchte „Litera­tur am Ring“ nach­kommen. An­läss­lich des vor 50 Jahren be­schlos­senen Volks­gruppen­gesetzes rückt die Literatur­ver­anstal­tung die Volks­gruppen ins Zentrum. In der ersten von drei Ver­anstal­tungen dis­kutieren Akteu­rinnen und Ver­treter der Roma sowie der Burgen­ländi­schen Kroaten über Sicht­bar­keit und Präsenz aus histo­rischer und aktu­eller Per­spek­tive.

Wie sich beide Volksgruppen im Hinblick auf die Dar­stel­lung in der Öffent­lich­keit in einem Spannungs­feld von Geschichte, Erin­nerung, Tradition, Folklore und Fremd­zu­schrei­bungen be­wegen, wie durch Sicht­barkeit und Präsenz Zerr­bildern vor­ge­beugt werden kann, ist Thema bei „Litera­tur am Ring: Klare Worte | Barikane alava | Jasne riči“.

Klare Worte fand die Romni Ceija Stojka (1933–2013) in ihrem 1988 ver­öffent­lich­ten Buch „Wir leben im Ver­borge­nen“. Im Gedenk­jahr 1988 waren ihre Erin­nerun­gen an die Zeit der Ver­folgung im National­sozialis­mus, die Schil­derungen ihrer Erleb­nisse in den Kon­zentra­tions- und Ver­nich­tungs­lagern Auschwitz-Bir­kenau, Ravens­brück und Bergen-Belsen, jener indi­viduelle litera­rische Kraftakt, der für Roma und Romnja in Österreich den Beginn der öffent­li­chen An­erken­nung be­deutete. An­erken­nung der syste­mati­schen Verfolgung und Ver­nichtung im NS-Regime, An­erken­nung als Volks­gruppe in Öster­reich, An­erken­nung ihrer Geschichte und Gegen­wart. Gabriela Stojka, Schwie­ger­tochter Ceija Stojkas, setzte und setzt sich seit Jahr­zehnten dafür ein, diese Geschichte weiter­zu­geben und zu ver­mitteln, lange gemein­sam mit Ceija Stojka im Rahmen von Bildungs­arbeit, in Work­shops und Vorträgen in Schulen, später durch ihr Wirken im Rahmen der Ceija Stojka Inter­natio­nal Asso­ciation.

Der Widerhall Ceija Stojkas ist auch im Schaffen jüngerer Genera­tionen zu spüren. In ihrem Buch „Kriegs­ROMAn“ betreibt die Redak­teurin und Mode­ra­torin Katha­rina Graf-Janoska die litera­rische Aus­einan­der­setzung mit der eigenen, kompli­zier­ten (Fa­mili­en-)Ge­schichte – mit dem, was war und was hätte sein können.

Klaren Worten verpflichtet sich auch der Journalismus der „Hrvatske novine“, der bur­gen­land-kroatischen Wo­chen­zeitung. Seit 2023 steht die tra­ditions­reiche „Hrvatske novine“ unter der neuen Chef­redak­teurin Tereza Grandits vor einer zwei­fachen Heraus­for­derung: als Zeitung einer kleinen Gemein­schaft in einer ver­änderten Medien­welt zu be­stehen, zugleich als Trägerin eines histo­rischen Identitäts­be­wusst­seins für Leserin­nen und Leser sprach­licher Orien­tierungs­punkt sein.

Programm:

Eröffnungsworte: Walter Rosenkranz, Präsident des Nationalrates

Impulsgespräch: Emmerich Gärtner-Horvath, Vorsitzender des Volks­grup­pen­beirates der Roma; Harald Ladich, Vorsitzender des Volksgruppenbeirates der Burgen­länd­ischen Kroaten, ver­treten durch: Gabriela Novak-Karall, Vor­sitzen­de des Kroatischen Zentrums / Hrvatski centar

Podiumsdiskussion und Lesung: Gabriela Stojka, Bildungsarbeiterin; Tereza Grandits, Chefredak­teu­rin Hrvatske novine; Katharina Graf-Janoska, Mo­dera­torin und Redak­teurin; Modera­tion: Thomas Kassl, Dialog­platt­form Staat & Gesell­schaft, Par­laments­direktion

Musik: Mira Perusich, Musikerin, Gesang und Loopstation

(Beitrag: TV Erba)

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