Musik

Gedenkfeier im Baranka-Park in Wien

Mai 20th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Barankapark-Gedenkfeier 2017Samstag, 20. Mai 2017, 17-22 Uhr
Eintritt frei!

Die Baranka-Park-Gedenkfeier wird seit 2009 vom Verein Voice of Diversity jedes Jahr am 20. Mai auf der ehe­ma­li­gen Hellerwiese (heute Belgradplatz mit Baranka-Park) im 10. Wiener Ge­mein­de­bezirk or­ga­ni­siert mit dem Ziel, jener Roma und Sinti zu ge­denken, die einst auf der Wiese ihren Lager- und Rastplatz fan­den, bis sie 1941 Opfer des National­sozia­lis­mus wurden. Mit der Feier soll der Opfer gedacht wer­den und auch das Leben und die Kultur der Roma und Sinti sowie die jüdische und Wiener Kultur ge­feiert und ver­mittelt werden. Nam­hafte Künstler/in­nen wie Harri Stojka, Doron Rabinovici, Shlomit Butbul oder Martin Spengler prä­sen­tie­ren am 20. Mai 2017 ihre Kunst und Kultur und schaf­fen im Baranka-Park einen Ort der kultu­rel­len Be­geg­nung. Weiters werden zahl­rei­che Per­sön­lich­keiten des öffent­li­chen Lebens wie Erich Fenninger, Gilda Horvath und andere zu Wort kom­men und kurze State­ments geben, um ein Zei­chen gegen das Ver­ges­sen zu setzen und den Blick für die Gegen­wart und Zukunft zu öffnen.

Programm:

17 Uhr – Eröffnung
17.15 Uhr – Musikschule Favoriten
17.35 Uhr – Lesung „Papierene Kinder“: Doris Stojka
17.45 Uhr – Mosa Sisic & seine Schüler
18.15 Uhr – Lesung mit Musik „Herzl Reloaded“: Doron Rabinovici & Harri Stojka
19 Uhr – Martin Spengler & die foischn Wiener
20 Uhr – Shlomit & Band
21 Uhr – Harri Stojka & Band

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ESC: 300 Roma vertrieben, einer singt

Mai 13th, 2017  |  Published in Musik, Rassismus & Menschenrechte

Beim großen Eurovision-Finale in Kiew steht heute Abend Joci Pápai mit „Origo“ (hier der Liedtext) als achter von 26 Teil­neh­mern auf der Bühne – eine Premiere, denn noch nie trat beim Euro­vision Song Contest ein An­ge­hö­ri­ger der Volks­gruppe der Roma für Ungarn an. Bei den Buch­machern liegt der 35-Jäh­rige aus der nord­unga­ri­schen Klein­­stadt Tata im Mittel­feld. Wir hal­ten ihm die Daumen. (Einen Ar­ti­kel über Roma beim ESC finden Sie übri­gens in der letz­ten Sommer­aus­gabe un­se­res Ma­ga­zins dROMa: mehr hier.)

Im Vorfeld der Großveranstaltung, die sich ansons­ten so gerne als Festival der Diversität in­sze­niert, ge­schah aller­dings auch Schreck­li­ches: Über 300 Roma der Stadt wurden gewalt­sam – und unter Dul­dung der Polizei – aus Kiew ver­trieben. Sie flüchteten, sechs Häuser von Roma-Familien wurden nieder­gebrannt. Das „Euro­pean Roma Rights Centre“ (ERRC) schreibt:

More than 300 people, over a 100 families, have been forced to leave their homes in Kiev after threats were made against their lives in the begin­ning of April. Only a day after the last fami­lies depar­ted, the threats were carried out and six houses burned to the ground, likely with Molotov cocktails. The police had full know­ledge of the seve­rity of the threats that were made, yet no pre­ven­ta­tive measures were taken. Read the rest of this entry »

Roma-Sänger vertritt Ungarn beim ESC

Februar 19th, 2017  |  Published in Musik, Radio & TV

Joci Pápai bei der Vorentscheidung in Budapest (Foto: MTVA) Endlich, jetzt hat auch Ungarn sei­nen Tony Wegas: Joci Pápai vertritt sein Land beim Eurovision Song Contest in Kiew.

Ungarn wird erstmals einen Künstler aus der Volks­grup­pe der Roma zum Euro­vision Song Contest (ESC) ent­sen­den. Der 35-jäh­rige Rom Joci Pápai konn­te Sams­tag abend die na­tio­nale Vor­aus­wahl für sich ent­schei­den und wird so­mit sein Land im Mai bei der gro­ßen Euro­vi­si­ons-Show in Kiew ver­tre­ten. Am Wett­singen der un­ga­ri­schen Vor­ent­schei­dung, „A Dal 2017“, nah­men ins­ge­samt 30 Sän­ger bzw. Grup­pen teil, acht davon schaff­ten es in die Final­show. Dort setzte sich Pápai mit dem Song „Origo“ sou­ve­rän gegen die Kon­kur­renz durch – bei der Jury­aus­wahl eben­so wie bei der ab­schlie­ßen­den Pub­li­kums­wer­tung. Dass Ungarn beim ESC von einem Rom re­prä­sen­tiert wird, ist eine höchst er­freu­liche Premiere. Auch wenn Pápai bei der Bühnen­show (mit bar­füßig herum­wirbeln­der „Zigeu­ner“-Tän­zerin) ein we­nig zu tief in die Klischee­kiste griff. (Einen Ar­ti­kel über Roma-Sän­ger/innen beim Euro­vision Song Con­test finden Sie übri­gens in der letz­ten Sommer­aus­gabe un­se­res Ma­ga­zins dROMa: mehr hier.)

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Weltpremiere von „Django“ eröffnet Berlinale

Januar 7th, 2017  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Musik

Französisches Django-Reinhardt-Porträt eröffnet Filmfestival (Foto: Arpajou, Roger via Berlinale.deMit der Weltpremiere von Etienne Comars Regiedebüt „Django“ wer­den am 9. Febru­ar 2017 die 67. In­ter­na­tio­na­len Film­fest­spiele Berlin er­öff­net. „Django“ wird am inter­na­tio­na­len Wettbewerb teil­nehmen. Der fran­zö­si­sche Film er­zählt von Django Reinhardt, dem be­rühm­ten Gitar­ris­ten und Kom­po­nis­ten und seiner Flucht aus dem von Deutsch­land be­setz­ten Paris 1943. Der groß­arti­ge Gitarrist brauch­te nur weni­ge Mo­men­te, um sich mit sei­ner Gitar­re in die Her­zen der Men­schen zu spie­len. Als Sinti wurde seine Fa­mi­lie von den Nazis ver­folgt und schi­ka­niert. „Django Rein­hardt war einer der schil­lerndsten Vor­rei­ter des euro­päi­schen Jazz und Be­grün­der des Gypsy-Swing. „Django“ zeigt auf packen­de Weise ein Ka­pi­tel seines be­weg­ten Lebens und ist eine er­grei­fende Über­lebens­ge­schichte. Die stän­di­ge Be­dro­hung, seine Flucht und die fürch­ter­li­chen Gräuel­taten an seiner Fami­lie konn­ten ihn nicht daran hindern weiter­zu­spielen“, sagt Ber­lina­le-Direk­tor Dieter Kosslick.

Regisseur Etienne Comar hat sich so­wohl als Dreh­buch­autor und Pro­du­zent – „Von Men­schen und Göt­tern“, „Haute Cuisine“, „My King“ – als auch als Co-Pro­du­zent – „The Women on the 6th Floor“, „Tim­buktu“ – einen Na­men ge­macht. Für seine ers­te Regie­arbeit „Django“ be­setzte er die Titel­rolle mit dem Schau­spie­ler Reda Kateb („Den Men­schen so fern“). Read the rest of this entry »

Bastali boschitscha!

Dezember 24th, 2016  |  Published in Brauchtum & Tradition, Musik

Bastali boschitscha taj schukar nevo bersch 2017!
Fröhliche Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2017!
Merry Christmas and a Happy New Year 2017!
¡Feliz Navidad y Próspero Año Nuevo 2017!

I barikani Romni Esma Redžepova muli

Dezember 13th, 2016  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Musik

Esma Redžepova (1943-2016) (Foto: Balkan Festival/www.stadt-wien.at)Esma Redžepova, jek igen baro hangoha ando muschi­kano them pal jek har­no pharo nas­va­lipe ande Skopje/Ma­ce­do­nija muli. Oj 73 ber­scha phurani uli.

Oj kurkeste muli, 11.12.2016, use pri familija. Oj ando 8. au­gust 1943 ande Skopje upro them ali. Lakeri daj tur­kitiki sina, taj la­kero dad ser­bitiko dschi­dov­tschen­gere Romane vurc­li­nen­ca. Oj imar ando 1950iger ber­scha te dschi­lal kes­dintscha taj oda dschi uso lejcti. I Redže­pova o han­go sina le en­semble­jistar la­kere Ro­mes­tar Stevo Teodosievski, sa­vo Ro­mani taj mace­do­nischi flogos­keri muschi­ka cidlahi. Ando bersch 2013 oj la Mace­do­nija uso „Euro­vision Song Co­ntest” fartr­etin­tscha. Avrut­non pra kari­je­ratar ojs dschi­lasch­kija i Esma Redže­pova te vodschi­kane ande bescha­ri­peske prin­dschardi li sina. Read the rest of this entry »

Esma Redžepova (1943–2016)

Dezember 12th, 2016  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Musik

Die „Königin der Roma-Musik“ ist tot

Esma Redžepova, die „Königin der Roma-Musik“, ist ges­tern im Alter von 73 Jah­ren in Skopje nach kur­zer Krank­heit ge­stor­ben. Neben ihrer fünf Jahr­zehn­te an­dau­ern­den Karriere auf den Konzert­büh­nen der Welt machte sich die maze­do­ni­sche Künst­lerin auch durch ihr huma­ni­tä­res Engage­ment und ihr Ein­tre­ten für die Rechte der Roma ver­dient. Redže­pova adop­tier­te mit ihrem Ehe­mann 47 Roma-Kinder und er­öff­nete ein Heim für ob­dach­lose Kin­der in Mazedonien.

Siehe auch:
♫ Esma Redžepova & Gypsy Queens & Kings
Internationaler Roma-Tag: Djelem Djelem

Musejum andar i Maschkarutni Puja

Dezember 3rd, 2016  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Willi Horvath - Musejum ando Burgenland (Foto: volksgruppen.orf.at)Willi Horvath: Musejum le pal­gon­do­li­peske upre jek schukar cajt


Barikane dschene andar o cilo them schaj i Rose Marie Horvath andar i Masch­ka­rutni Puja upri rik pre imar mule Ro­mestar Willi Horvath (1934–2013) te prindscha­rel sik­lija. Le bari­kane Romen­gere muschi­ka­schiske jek pri­vati musejum ker­tscha.

TIP →Mri Historija: „Buena sera, Maestro!“ – Wilhelm Horvath im Gespräch, dROMa-Sonder­reihe 07/15 (pdf)

O Toni Curtis, i Gina Lollobrigida taj i Claudia Cardinale – ada tschak jek tikno falato le bari­kane dsche­nen­dar hi, saven i Rose Marie Horvath te prindscha­rel schaj sik­lija. But kipi, suve­nirs taj muschi­ka­kere instru­mentscha i 76-ber­schen­geri use jek kamlo privatiskero musejum andi ko­mora le khe­restar khe­tan ke­dija.

Te prindscharel siklija oj le muschikaschi ando 1950iger berscha ande jek moja­kero ande Frankfurt. „Kada ande ajom, taj ov man dikla, taj kada me le diklom – o mentscho ande tscha­latscha“, phu­kal i Rose Marie Hor­vath, pedar o ersch dikipe leha. I bari bast cidel pe sar jek lolo thav duach o dschi­vipe le dujen­dar. O Willi ojs Rom ando logeri Lackenbach ande tscha­pim sina. Kaj jek moja­kero andar Kleinwarasdorf (becirk Uprutni Puja) pe vasch leste ande beschar­tscha taj afka i cili fami­lija o naci re­schim schaj prik dschivde. Read the rest of this entry »

♫♫ And-Ek Ghes … ♫♫

November 29th, 2016  |  Published in Film & Theater, Musik

„And-Ek Ghes …“ – ein Film von Philip Scheffner & Colorado Velcu

Das also passiert, wenn man den Roma-Protagonisten dieses Doku­men­tar­films Kame­ras und Ton­studio zur Ver­fü­gung stellt: eine krea­tive Ketten­reak­tion, die wie neben­bei dieses Lied samt Bollywood-Film­idee ab­warf. Zu sehen im Doku­men­tar­por­trät der rumä­ni­schen Fa­mi­­lie Velcu, die ver­sucht, in Deutsch­land ein neues Le­ben zu be­gin­nen. Nur noch HEUTE (29.11.) in der rbb-Mediathek.

(mehr hier)

So long, Leonard!

November 13th, 2016  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Musik

Als 15-Jähriger erhielt Leonard Cohen in Montreal sei­ne ers­ten, prä­gen­den Gitarre­stun­den von einem jungen Gita­no aus Spanien, den er in einem Park an­gespro­chen hat­te und der nur wenige Tage darauf tra­gisch verstarb. „Diese sechs Ak­kor­de und diese Klang­farbe der Gitar­re waren die Basis für all meine Lieder und meine ge­sam­te Musik. Alles, was Sie an Gutem in meinen Lie­dern und in meiner Lyrik finden, ist in­spi­riert von diesem Land“, er­zählte Cohen 2011 bei einer An­sprache in Madrid. Nicht von un­gefähr stand Leonard Cohen zeitlebens unter dem Ein­druck des anda­lu­si­schen Dich­ters Federico García Lorca, dessen Werk sich so sehr der Kultur der Gitanos (spa­nische Roma) ver­schrie­ben hatte. Read the rest of this entry »