Musik

Ein Dirigent und sein Traum

August 27th, 2015  |  Published in Musik, Radio & TV

Riccardo Sahiti und sein Orchester (Foto: Programmankündigung rbb)Die Roma-und-Sinti-Philharmoniker

Ein Film von Margarete Kreuzer

Do., 27.8.2015 | 23:30 Uhr
RBB | NachtKultur/NachtMusik (Erstsendung: 25.1.2015/ARTE)

Es ist ein besonderes Symphonieorchester: Alle Mit­glie­der sind Sinti oder Roma, und alle sind Profis – klassisch aus­gebil­dete Musiker, die in Berufs­orches­tern in ganz Europa spie­len. So oft wie mög­lich finden sie zusam­men, um als Bot­schafter ihres Volkes ge­gen Klischees, Vertrei­bung und Ver­gessen anzu­spie­len. Ein Porträt eines un­gewöhn­li­chen Orchesters und sei­ner Mit­glieder.

Die Dokumentation begleitet das Orchester wäh­rend der Vorberei­tun­gen zu einem Konzert und ver­lässt mit einzel­nen Musikern immer wieder den musika­li­schen Kosmos, um einen Einblick ihr priva­tes Leben zu gewinnen. Im Mittel­punkt des Films steht der Dirigent Riccardo Sahiti, Gründer des Orches­ters und sein leiden­schaft­li­cher Spiritus Rector.

Sein Traum: Er möchte die „Roma und Sinti Philharmoniker“ zu einer festen Institution machen, um nicht länger um ihre Existenz ban­gen zu müssen. Ob Aus­wärtiges Amt, Zentral­rat deutscher Sinti und Roma oder Euro­päi­sches Parlament – Riccardo Sahiti, un­frei­willig auch Manager des Orches­ters, spricht überall vor. Der Film beglei­tet ihn aber auch auf einer sehr emotiona­len Reise in seine Heimat, den Kosovo, wo er Krieg und Vertreibung er­lebt hat; bei den Über­resten seines Geburts­hau­ses und am Grab seiner Mutter er­zählt Sahiti die Geschich­te seiner Familie, die für viele Kosovo-Roma steht. So entsteht das Porträt eines un­gewöhn­li­chen Orches­ters, das sich zu­gleich aus un­gewöhn­li­cher Perspek­tive einem ernsten Thema nähert. Dank der sympathi­schen und leiden­schaft­li­chen Prota­gonis­ten gelingt dies mit über­ra­schen­der Leich­tig­keit.

(Text: rbb-online.de)

♫ Gejza Horváth: Kodoj tel e pal o drom

August 19th, 2015  |  Published in Musik

RomArchive: Startschuss für digitales Archiv

Juli 4th, 2015  |  Published in Einrichtungen, Film & Theater, Kunst & Fotografie, Musik

Gründungsversammlung von RomAchive am 26. Juni 2015 in Berlin (Foto: RomArchive)Digitales Archiv der Sinti und Roma startet

„Wir haben die Besten ver­sam­melt!“ | „Ame an­dam e maj lašen kethane!“

Pressemitteilung, 2.7.2015:
Ziel des Projekts: Das erste umfassende digitale Archiv für Kunst der Sinti und Roma in Europa zu etablie­ren, um den integra­len Anteil dieser Minder­heit an der euro­päi­schen Kultur sicht­bar zu machen.

Wie: Hochkarätige ExpertInnen aus der Roma-Community wählen die Inhalte für ver­schie­dene Bereiche wie z.B. Musik, Theater, Film aus. Diese wer­den in eini­gen Jahren in digitaler Form ver­füg­bar gemacht.

Wann: Die Aufbauphase des Projektes hat bereits begon­nen. Das Projekt hat sich mit seiner ers­ten Sitzung am 26. Juni 2015 in Berlin konsti­tu­iert. Das Pro­jekt läuft ins­ge­samt 5 Jahre lang.

Prozess des Projekts: Zu diesem Zweck soll eine Sammlung internatio­na­ler Kunst aller Gat­tungen ent­stehen, erwei­tert um zeit­geschicht­liche Dokumente und wissen­schaft­liche Posi­tio­nen. Kon­zeptio­nell und inhalt­lich wird jeder Archiv­bereich von einem eigenen Kura­torInnen­team ver­ant­wortet. Nach der Projekt­lauf­zeit von 5 Jahren wollen die Initia­tiorin­nen Isabel Raabe und Franziska Sauerbrey das Archiv an eine euro­päische Roma-Or­ga­ni­sa­tion und damit komplett in die Hände der Com­munity über­geben. 

Der Aufbau des Pro­jekts und die Arbeit der Kura­­torIn­nen las­sen sich un­ter facebook.com/romanoarchive und bald auch auf Twitter so­wie auf Youtube mit­er­leben.

Zitate:
„Wir sind stolz, einige der besten Künstlerinnen und Künstler der Roma-Community als KuratorInnen für RomArchive versammelt zu haben“, sagt Nicoleta Bitu – Vorsitzende des Beirats von „RomArchive“.

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Die Königin der Stille (Trailer)

Juni 23rd, 2015  |  Published in Film & Theater, Musik

Królowa Ciszy | The Queen of Silence
Dokumentarfilm, D/PL 2014 / 52′ & 80′

Buch & Regie: Agnieszka Zwiefka
Kamera: Aleksander Duraj, Armand Urbaniak
Schnitt: Thomas Ernst, Hansjörg Weißbrich

Denisa ist Königin und Außenseiterin zugleich. Die 10-jährige ist taub und kann wunder­schön tanzen. Sie hat nie sprechen gelernt und schlägt sich doch mit einem breiten Lachen durch ihren harten All­tag in einer Roma-Community in Polen. Wenn sie nicht auf der Straße betteln muss, träumt sie sich in die Glitzer­welt der Bollywood-Filme und choreogra­fiert die anderen Kinder des Lagers zu einer bunten Schar Back­ground-Tänzer. Unter­legt mit der Musik von Coco Rosie, rumänischer Manele und Kom­po­si­tio­nen von Jessica de Rooij, zeigt der Film ein Stück Kindheit zwi­schen Armut und Lebens­freude – das karge Roma-Lager ver­wandelt sich strecken­weise in ein schillern­des Boll­ywood-Spek­takel.

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Burgenland: Roma-Butschu 2015

Mai 31st, 2015  |  Published in Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Roma-Butschu 2015Der traditionelle Roma-Butschu in Bachselten (Bezirk Oberwart) findet am 13. Juni 2015 auf der Festwiese Schuh, Am Teichbach 3, statt. Beginn ist um 19:30 Uhr.

O tradicijoneli Roma Butschu ando 13. juni 2015 upri Festwiese Schuh, Am Teichbach 3, tel likerdo ol. Kesdim ol 19:30 orenge.

Musikalisch wird die Veranstaltung von der süd­burgen­ländi­schen Roma-Band „Romano Rath“ beglei­tet. Weitere Highlights sind Tony Wegas, die Volk­stanz­gruppe Siget und die Tamburizza Weiden bei Rechnitz mit ihren kul­turel­len Dar­bietun­gen. Die Ver­anstal­tung bietet allen die Mög­lich­keit, einan­der zu treffen und die Kultur der burgen­ländischen Volks­gruppen kennen­zulernen.

I muschika uso mulatintscha­go kerel i sud­burgen­landi­tiki Romani banda Romano Rath. Baro highlights hi o Tony Wegas use ada kultu­ra­kere mula­tintschago. O kul­tura­kere sika­jiptscha le flogos­kere grupnen­dar ada bersch i Flogos­keri kheli­pes­keri grupn Siget taj i Tamburica Bandula keren. Ada mula­tin­tschago le cilen­ge o scha­jipe del, pumen te tala­linel taj i kultura le bur­gen­landi­tike flogos­kere grupnen­dar te prindscha­rel te siklol.

In Prag beginnt 17. Roma-Festival „Khamoro“

Mai 25th, 2015  |  Published in Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Festivalauftakt in Prag: Mario Bihari (Foto: Khamoro)Mit einem Open-Air-Konzert begann am Sonntag­abend in Prag das bekann­teste Roma-Festival des Landes: „Khamoro“. Beim 17. Jahr­gang ste­hen in der letzten Maiwoche Konzerte, Seminare, Tanz- und Film­vor­füh­rungen zur Kultur der Roma bevor. Am Eröff­nungs­abend tra­ten bei der Kha­moro-Party am Moldau­ufer die Bands Terne Čhave und Jan Bendig sowie Mário Bihári und der Rapper Vladimir 518 auf. Im Rahmen des Festi­vals wird die Aus­stellung „Verschwun­dene Welt – Lety bei Písek“ im Tsche­chi­schen Zentrum, die der Geschichte des ehema­li­gen Konzentra­tions­lagers für Sinti und Roma ge­widmet ist. Das Festival findet zum zwei­ten Mal auch in Plzeň / Pilsen statt, diesmal im Rahmen des Kultur­pro­jekts „Europäische Kultur­haupt­stadt 2015“.

(Text: Radio Prag)

Luzviminda: Shirley Dimaano & Parno Graszt

Mai 10th, 2015  |  Published in Musik, Radio & TV

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland:
4.5.2015 (on demand)

Shirley Dimaano mit Parno GrasztLuzviminda: Shirley Dimaano & Roma-Band Parno Graszt

Die philippinische Sängerin Shirley Dimaano grün­dete mit Mit­glie­dern der Gipsy-Band Parno Graszt aus Ungarn die Grup­pe Luzviminda. Der Band­name wurde aus den Anfän­gen der drei großen Inseln der Phi­lippi­nen – Luzon, Visayas und Mindanao – ge­bildet. Von Shir­ley Di­maanos Können konnten sich die zahl­rei­chen Gäste bei ihrem Auf­tritt mit der Roma-Band Parno Graszt im OHO in Oberwart ein Bild machen. Die Roma-Band Parno Graszt (Weißes Pferd) wurde im Jahre 1987 in Ungarn gegrün­det. Seit ca. 18 Mona­ten gehen Shirley Dimaano und die Musiker der Roma-Band einen gemein­sa­men Weg. Die ver­schie­dens­ten Einflüsse – von phil­ippi­ni­schen bis hin zu latein­ameri­ka­ni­schen Musik­stilen – brachte sie in die Band mit, welche mit tra­di­tio­nel­len Roma-Klän­gen durch die begna­de­ten Musiker ver­eint wurden. So konn­ten sie mit ihrer groß­artigen Musik schon in vielen Län­dern Erfol­ge feiern. Mehr darüber er­fah­ren Sie in der Sen­dung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.

(volksgruppen.orf.at)

Einen Konzertmitschnitt finden Sie hier.

Roma sam: Luzviminda

Mai 8th, 2015  |  Published in Musik, Radio & TV

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland:
4.5.2015 (on demand)

parnoLuzviminda: Shirley Dimaano & i prindschardi ungriki Romengeri-banda Parno Graszt

I filipinischi dschilaschkija Shirley Dimaano, dsche­­­nen­ca la gipsy-ban­­da­tar Parno Graszt an­dar o Ungri­­ko, i banda Luzvi­minda ker­­tscha. La ban­da­­­kero-anav andar o kes­­­di­pes­­­kere betov­­­tscha le trin bare fili­­­pi­­ni­­­schi inse­­­lenv­dar – Luzon, Visayas taj Mindanao ker­do ulo. La Shir­­ley Di­maano­­­jake o talen­to andi betschu­ja pasch­­­lar­do ulo. Pedar lake­­­ro dscha­­­nipe schaj pu­­­men­ge o but khe­ro­­­dasch­­­tscha use lake­ro dschi­­­la­jipe la Romen­­­gera-ban­daha Parno Graszt ando OHO Erba, jek ki­po kerde. I Romen­­geri-banda Parno Graszt ando bersch 1987 ando Ungri­ko ker­do ulo taj jek sim­­bol le naphand­li­­­peske hi. Sajt valami 18 ma­sek­­­tscha i Shirley Dimaano taj o muschi­­­kasch­­­tscha la Ro­­men­­­gera-ban­­­da­tar, jek khe­tano drom dschan. O min­­­den­­­fe­­li­­­tike and foji­­­nip­­­tscha – usar fili­pi­­ni­schi dschi latajn­­­ame­­­ri­­­ka­ni­schi muschi­­­ka­­­kere stil­tscha – oj andi ban­da peha lija, save le tra­di­­­ci­jo­­­neli Romen­­­gere-han­­­gi­jenca le baria­ne muschi­­­ka­­­schen­­­dar khe­tan keve­­­rim ule. Afka on imar ande but vilagi pu­ma­ra bari­­­kana muschi­kaha jeri­­­nip­tscha schaj mula­tinde. Uso khero­­­dasch­­­tscha pumare „na sako dive­ses­­­kere“ muschi­­­ka­­­kere stiliha jek gon­do pal te mukel kamna taj sako lengere kon­­­cer­­­tis­­­tar use jek na pobis­­­terdo mula­­­tin­tscha­­­go te ol. Bute­­­der pedar, schu­nen tumen andi sen­­­dung „Roma sam“ upro Radijo Bur­­­gen­­land.

(volksgruppen.orf.at)

♫ Internationaler Roma-Tag 2015

April 8th, 2015  |  Published in Musik

Mahala Raï Banda & Vali Rupita: „Gelem, gelem“

„Gelem, gelem“ ist die Hymne der Romabewegung. Der Liedtext, ver­fasst von Jarko Jovanović nach einer tradi­tio­nel­len Melodie, er­zählt von der Ver­fol­gung der euro­päi­schen Roma un­ter den National­sozialis­ten. Seinen Status als Roma-Hymne ver­dankt es der ers­ten inter­na­tio­nalen Konferenz, mit der die junge Roma-Bürgerrechts­bewegung 1971 in London ihren ersten Durch­bruch feierte: »Aus­gehend von der Exis­tenz einer so genann­ten „Romani-Nation“, erklärte man das Lied „Gelem, Gelem“ zur offiziel­len Hymne und ent­warf eine gemein­same Flagge. Das Motto „Opre Roma!“ wurde zum Wahl­spruch der sich for­mie­ren­den Romani-Bewe­gung und ihres Kampfes um gesell­schaft­liche Gleich­berech­ti­gung. Mit der Wahl des Terminus „Rom“ als offi­ziel­le Selb­stbezeich­nung soll­ten alte Vor­urteile über­wunden und ein neues Selbst­bewusstsein errun­gen werden.« (Mehr dazu auf: Rombase)

Lebensweg: Riccardo Sahiti

März 24th, 2015  |  Published in Musik

Riccardo M. Sahiti (Foto: Slovo21, via Radio Prag)Der Gründer und Leiter der Roma-und-Sinti-Phil­har­mo­niker er­zählt über sein Leben

volksgruppen.orf.at: Riccardo Sahiti ist ein Rom. Er wurde in Mitrovica, Kosovo, geboren und wohnt seit 22 Jahren in Frankfurt/M. Sein ganzes Leben hat er der Musik gewid­met. Schon als Kind spiel­te er Akkor­deon. Sein erstes Kla­vier schenkte ihm seine Schwes­ter: „Sie hat es in Mazedonien ge­kauft und mit einem Taxi zu uns nach Hause trans­por­tiert“, sagt Sahiti. Später stu­dierte er Dirigieren in Belgrad und spe­zia­li­sierte sich am Moskauer Konserva­torium in den Berei­chen Oper und sinfo­ni­sches Dirigieren. Nach seinem Ab­schluss wollte er zurück nach Belgrad. Seine Mutter riet ihm jedoch davon ab: „Das Leben hier wird gefährlich. Geh zu deiner Schwester nach Deutschland“, sagte sie. Es war 1992. Der erste Jugo­slawien­krieg hatte be­gon­nen. Für Sahiti begann eine Zeit des Suchens. Er wollte unbe­dingt als Dirigent arbeiten, bewarb sich ständig in ganz Europa. Auf seinen unzäh­ligen Fahrten traf er einmal im Zug die pol­ni­sche Zahnärztin Elisabeth. Sie ver­liebten sich und heira­te­ten. Diese Frau hat sein Leben ver­ändert. Sie war es, die ihn auf die Idee brachte, ein eige­nes Orchester zu grün­den: die Roma- und Sinti-Philharmoniker.

„Wir möchten das musikalische Erbe der Sinti und Roma pfle­gen“, erläutert der Dirigent. Fast 70 Musiker aus ganz Euro­pa sind heute Teil des Orches­ters. Sie treten in aus­ver­kauf­ten Konzert­sälen in Amster­dam, Prag, Budapest oder Berlin auf. Read the rest of this entry »