Musik

Paco de Lucía (1947-2014)

Februar 26th, 2014  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Musik

Gestern starb der andalusische Star­gitarrist Paco de Lucía 66-jährig in Mexiko. Er war einer der ganz Großen des zeit­ge­nös­si­schen Flamenco – hier zu sehen bei einem Auf­tritt 1976 mit ei­nem ande­ren ganz Großen, sei­nem Freund Camarón de la Isla, dem Jimi Hendrix der spanischen Gitanos.

♫ Fundstück: Yul Brynner singt Romalieder

Januar 10th, 2014  |  Published in Fundstücke, Musik

Der russisch-amerikanische Filmstar Yul Brynner, der sich der Kultur der Roma stets eng ver­bun­den fühlte, nahm mit dem berühm­ten russischen Roma-Musiker Aliosha Dimitrievitch 1967 ein Album mit russischen Roma-Liedern auf (The Gypsy and I). Auch wenn die Betonung seiner angeb­li­chen Roma-Abstam­mung wohl vor allem der selbst­gestrick­ten Mystifizierung seiner Herkunft geschul­det ist (hier unser Artikel von 2006), war es Brynner mit seinem Eintreten für die Belange der Roma sehr ernst: Er war einer der promi­nentes­ten Fürsprecher der Roma-Bür­ger­rechts­bewegung, die sich in den 1970er-Jahren auf internationaler Ebene zu formieren begann. Nicht von unge­fähr war Yul Bryn­ner auch Ehrenpräsident des Roma-Welt­verbandes, der International Romani Union (IRU).

Neue CD von Romano Rath

Dezember 31st, 2013  |  Published in Einrichtungen, Musik, Radio & TV

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland:
23.12.2013 (on demand)

Romano Rath OHO 2013 (Foto: Emmerich Gärtner-Horvath)Fest & CD-Präsentation in Oberwart

Die Volkshochschule der Burgenländischen Roma lud am Samstag, 14. Dezem­ber 2013 zur Abschluss­veranstal­tung des Jubiläumsjahres „20 Jahre Aner­kennung der Roma als Volks­gruppe“ sowie zur CD-Präsentation der Roma-Band „Romano Rath“ ins Offe­ne Haus Oberwart (OHO) ein.

Die Anerkennung der Roma als eigene Volks­gruppe im Jahr 1993 führte zu einer Aufbruchsstimmung bei den Bur­gen­land-Roma. Vermehrt begann man sich mit der eige­nen Geschich­te, Kultur und Sprache auseinanderzusetzen. Roman, eine Varie­tät des Romani, die spezi­fisch für die im Burgenland leben­den Roma ist, wurde zu einem wich­tigen Faktor des neu ent­stan­denen Selbstbewusstseins und ihr Erhalt als Mut­terspra­che zu einem der wich­tigsten Anlie­gen. Dazu gehört auch die Wieder­ent­deckung des Roman als Liedsprache. Junge Oberwarter Roma grün­de­ten damals die Band „Romano Rath“ und trugen wesent­lich zur Entwick­lung einer eigenen Festkultur bei.

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„Romano Rath“: nevi CD „Amari muschika“

Dezember 31st, 2013  |  Published in Einrichtungen, Musik, Radio & TV

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland:
23.12.2013 (on demand)

Romano Rath (Foto: Emmerich Gärtner-Horvath)Mulatintschago & CD-presentacija

I Flogoskeri Utschi Ischkola le Burgen­landi­tike Romen­dar, suboton ando 14. decem­beri 2013 uso kisetini­peskero mula­tintschago le jubi­lejumis­kere berschistar „20 berscha aun­prindscha­ripe le Romen­dar ojs flogoskeri grupn“ taj usi CD-pre­sen­tacija la Roma-Ban­datar „Romano Rath“ ando Pradimo Kher Erba (OHO), akartscha.

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Mirni rat, kedveschni rat (Stille Nacht)

Dezember 24th, 2013  |  Published in Allgemeines, Musik, Romani

O farajn Roma-Service
latschi Boschitscha taj latscho Nevo Bersch 2014 kivaninel!

Der Verein Roma-Service wünscht Ihnen ein schö­nes Weihnachts­fest und ein gutes neues Jahr 2014!

Stille Nacht, heilige Nacht: Fassung des bekannten Weihnachtsliedes in Roman (Bur­gen­land-Ro­mani) | Romen­geri ver­sijona la prin­dschardi boschitschani dschi­latar. (Roman-Nach­dichtung | Roman-poesija: Emme­rich Gärtner-Hor­vath & Josef Schmidt)

1.  Mirni rat, kedveschni rat!
Cile son, korkore atschon,
tschak o kamlo kedveschno poar.
Jaj bi schukar hi o tikno tschau,
ando mirno lo sol,
ando mirno lo sol.

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Tschechien: Angriff auf Kinderchor

Dezember 14th, 2013  |  Published in Jugend & Bildung, Musik, Rassismus & Menschenrechte

Chavorenge Ermittlungen nach Angriff auf Roma-Kinderchor

Die tschechische Polizei hat nach einem Angriff auf 19 Mit­glieder eines Roma-Kin­der­chores im südmährischen Hodonin Ermittlungen auf­genom­men. Fünf Männer hätten die Kinder und Jugendlichen auf offe­ner Straße und ohne ersicht­lichen Grund körper­lich angegrif­fen, teilte ein Polizei­sprecher am Montag mit. Der Vorfall habe sich Ende letzter Woche ereig­net. Niemand wurde den Angaben zufol­ge ernst­haft verletzt. Ein rassistischer Hinter­grund der Tat wurde nicht aus­geschlos­sen. Der Jugendchor „Čhavorenge“ der Sängerin Ida Kelarová will nach eigenen Angaben Kindern der oft benachteiligten Roma-Minderheit eine Chance geben. (volksgruppen.orf.at)

Anm. der dROMa-Red.: Laut Bericht des tschechischen Roma-Nach­richten­portals Romea.cz geht die Chorleiterin Ida Kelarová selbst nicht von einem rassistischen Hintergrund aus.

Rodipe nipostar pal aunastaripe upre Romane tschave

O tschechitike harengere pal jek aunasta­ripe upre 19 dschene jeka gupnatar Romane tscha­ven­gere dschi­laschen­dar ando sudme­rischi Hodonin o rodipe upre line. Pantsch murscha le tscha­ven taj ternen upro drom aunastarde, jek haren­geres­kero vakeraschi hetvi­nate phentscha. O ang­leperipe imar para­schtujate sina. Niko na dukado ulo. Read the rest of this entry »

Sido, der Sinto

November 27th, 2013  |  Published in Interview, Musik

Sido (Foto: facebook.com/sidomusik )Der Berliner Sido meldet sich mit seinem fünften Studioalbum zurück. Die Wut ist weg, Sido (32) rappt jetzt als zufrie­de­ner Fami­lien­vater. Im Interview der Nach­richten­agen­tur dpa zu seinem neuen Album „30-11-80“ spricht der Ber­liner über seine Kind­heit als Sohn einer Sintiza und boh­rende Fragen seines eige­nen Nach­wuchs. Das Inter­view führte Flo­rian Lütticke. Das Interview fin­den Sie hier; im Folgen­den brin­gen wir einen kur­zen Auszug:

(…) Frage: Sie thematisieren im Song „Enrico“ das Leben eines Sinto. Was war da die Intention?
Ich bin ja selber auch Sinto. Dieser Enrico ist wie ich aus einer Hochhaus­gegend und kann gut Gitarre spielen. Er weiß, das wird ihn irgend­wann aus der Scheiße herausholen. Ein biss­chen ist das auch meine Geschichte, aber auch Sozialkritik. Ich will den Leuten sagen: Guckt, so etwas gibt es, wir dürfen diese Leute nicht ver­gessen. Wenn wir wollen, dass sie sich integrieren, müs­sen wir ihnen auch ent­gegen­kommen und die Türen auf­machen.

Frage: Ihre Mutter ist Sintiza, wie hat Sie das geprägt?
Im Osten war es sehr hart. Meine Mutter hat so viele Sprüche be­kom­men, als ich klein war. Es war komplett offener Rassismus, meine Mutter wurde als „Negerschwein“ bezeich­net. Da wurde mir klar: Okay, wir sind anders. Als man älter wurde, gab es diese Klau­sprüche, man wurde in eine Schub­lade gesteckt. Im Westen sind wir in eine Gegend mit hohem Ausländer­anteil gezogen, wo es nicht mehr so auf­fiel. Wir sind auch eine andere Kultur und haben uns, so gut es ging, ange­passt. In Deutsch hatte ich zum Beispiel im­mer meine beste Note. Read the rest of this entry »

Goldenes Ehrenzeichen für Harri Stojka

Oktober 31st, 2013  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Musik

Ehrung für Harri Stojka (Foto: bmukk.at - Stephanie Strobl, HBF)Kulturministerin Dr. Claudia Schmied verleiht dem bekann­ten Musiker Harri Stojka das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Re­publik Ös­ter­reich.

Wien (OTS/BMUKK) – „Wer Harri Stojka an der Gitarre hört, wer staunend mitverfolgt, wie er ganz im Augenblick aufgeht, der kann sich seiner ungeheuren Präsenz nicht entziehen. Wir werden mitgerissen von dieser puren Freude an der Musik.“ Mit diesen Worten begrüßte Kulturministerin Dr. Claudia Schmied heute den bekannten österreichischen Jazzmusiker Harri Stojka. Durch seine internationale Bekanntheit sei er nicht nur ein Botschafter für Österreich, sondern auch für die Volksgruppe der Roma, der Stojka entstammt. „Musik überwindet Grenzen und bringt Menschen einander näher“, so Schmied weiter. „Ihre Bekanntheit und Beliebtheit ist eine große Hilfe für die Anliegen der Roma. Denn die Menschen hören Ihnen zu – nicht nur wenn Sie spielen, sondern auch wenn Sie sprechen.“

Laudator Professor Frank Hofmann lobte Harri Stojka einen „Freund fürs Leben.“ Er erzählte, wie Stojkas Weg als Musiker mit sechs Jahren und einer Plastikgitarre vom Jahrmarkt begann. Er erinnerte auch daran, dass nur sechs von 200 Familienangehörigen Stojkas die Konzentrationslager des Nationalsozialismus überlebt hatten. Dennoch: „Traurigkeit ist seine Sache nicht“, so Hofmann. „Er verarbeitete seine Erfahrungen musikalisch. Er will den Enkeln der überlebenden Roma Mut und Zuversicht für die Zukunft geben. Es braucht heute mehr denn je Menschen wie Harri Stojka, die immer wieder den Finger in die Wunden legen.“

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Brigaschne dschila

Oktober 21st, 2013  |  Published in Geschichte & Gedenken, Musik

CDs der KZ-Musik-EditionO Francesco Lotoro muschikaschi hi. O sud italitiko pijanisto taj komponisto ham imar buteder sar 20 berscha – butvar upre pre loj – ando them upro rodipe pal muschikakere falati andar o logertscha hi. But eseri melodiji, save kerde ule kada o manuscha le mulipeske ando atscha diknahi, o 49 berschengero imar khetan ledschija. 407 le 4000 archivirime verktschendar jeke orchesteriha cidija taj upre lija taj 2006 ande jek bulhi CD edicijona (www.musikstrasse.it) ari len dija: jek barikani edicijona, savi i logerengeri muschika le dschidovtschendar taj antifaschistendar, le Sintijendar taj Romendar, ande jek „diskografischi enciklopedija“ talalinel. „Jek kipo ando musejum schaj hejngines“, phenel ov. „Ham muschika erscht akor dschil, te li cidim uli.“ I 20ti le 24 CD-jendar le mujutne bajder dipeha le Romengere logeriskere komposicijonenca donde pe bescharel. O Lotoro phenel, hot odola verktscha o tschatschikano logeriskero tirinipe ar dschuminen: „O muschikakero keripe le dschidovtschendar ande Theresienstadt, le polnitike dschenendar ande Auschwitz, le Benediktinerendar ande Dachau mindig pregim le maschkarutne europitike isostar la epochejatar sina, le dikipestar, so on upro partiturtscha paschlarnahi, upro tschatsche instrumentscha. Ando keriptscha le Romendar i logeriskeri situacija bara soraha tel pe tschalatscha.“ Nikaj avrijal soraleder, sikal pe o tirinipe, sar ande lengere dschila.

KZ-Musik: Lieder aus der Hölle

Oktober 17th, 2013  |  Published in Geschichte & Gedenken, Musik

KZ-Musik: CD 20Eigentlich ist Francesco Lotoro Musiker. Seit über 20 Jahren aber bereist der süditalienische Pianist und Komponist – meistens auf eigene Kosten – die Welt und sucht nach Musikstücken aus den Konzentrationslagern. Tausende Melodien, die im Angesichts des Todes entstanden sind, hat der 49-Jährige mittlerweise zusammengetragen. 407 der 4.000 archivierten Werke hat er mit einem Orchester eingespielt und 2006 in einer voluminösen CD-Edition (erschienen bei www.musikstrasse.it) publiziert: eine einzigartige Edition, die Lagermusik von Juden und Antifaschisten, von Sinti und Roma in einer „diskografischen Enzyklopädie“ versammelt. „Ein Bild kann man ins Museum hängen“, sagt er. „Aber Musik lebt erst, wenn sie gespielt wird.“ Nr. 20 der 24 CDs befasst sich mit den – mündlich weitergegebenen – KZ-Kompositionen von Roma. Deren Werke hält Lotoro für den authentischsten Ausdruck des Leidens in den Lagern: „Das Musikschaffen der Juden in Theresienstadt, der Polen in Auschwitz, der Benediktiner in Dachau war immer gefiltert vom mitteleuropäischen Geschmack der Epoche, vom Augenmerk, das sie auf die Partitur legten, auf die richtige Instrumentierung. In den Schöpfungen der Roma hingegen schlug sich die Lagersituation unvermittelt und mit voller Wucht nieder.“ Nirgendwo zeige sich das Leiden intensiver als in ihren Liedern.  Siehe:

(Roman Urbaner)