Musik

Innsbruck: „Auf den Spuren der Roma in Indien“

Juli 11th, 2014  |  Published in Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Harri Stojka (Foto: Interspot Film)Interkultureller und interdisziplinärer Work­shop mit Harri Stojka

25. bis 28. Juli 2014, Haus der Begegnung, Innsbruck

Anmeldung erforderlich bis 14. Juli 2014: hdb.kurse@dibk.at

Vor mehr als 1.000 Jahren brachen Roma und Sinti auf, eine neue Heimat zu finden. Ihre Wande­run­gen führ­ten sie auf meh­reren Etappen nach Europa, wo sie sich in verschie­denen Ländern nieder­ließen. Roma und Sinti haben ihren unver­kenn­baren Beitrag zum musi­ka­li­schen Leben aller Länder, die sie durch­wanderten, geleis­tet. Sie haben auf ihrer Wander­schaft die Ein­drücke der typi­schen Musik aufgenommen und in ihrem eigenen Stil ein­gebracht.

Der weltbekannte Gitarren-Virtuose Harri Stojka, selbst ein Lovara-Rom, widmet sich seit jeher intensiv der Musik­kultur seiner Wurzeln. Als er 2010 Indien bereiste, um den Spuren der Roma zu folgen, ent­stand dabei nicht nur der preis­gekrönte Film „GypsySpirit“, sondern auch eine tiefe Freund­schaft mit den indi­schen Musikern.

In diesem gemeinsamen Workshop lernen Sie die Verbindungen von indischer und Roma-Musik, die gemein­samen historischen Wurzeln kennen und Sie haben die Möglich­keit, mit diesen Virtuosen zu musi­zieren! Abschluss des Seminars ist ein gemeinsamer Auftritt im Rahmen des Konzertes vom Harri Stojka INDIA EXPRESS am 30. Juli 2014 im Innsbrucker Treibhaus.

Freitag, 25.07.2014 bis Montag, 28.07.2014
Haus der Begegnung – Bildungshaus der Diözese Innsbruck
Rennweg 12, 6020 Innsbruck

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Selim Sesler (1957-2014)

Juni 28th, 2014  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Musik

Der große Klarinettist Selim Sesler ist tot. Der türkische Roma-Musiker ver­starb be­reits am 9. Mai in ei­nem Spi­tal in Istan­bul an ei­nem Herz­leiden.

Seslers außerordentliches musikalisches Wirken (hier ein Fes­tival­auf­tritt mit der US-Band Lamajamal 2010 in Chicago) wurde u.a. 2005 in Fatih Akins preis­gekrön­tem Film „Crossing the bridge – The sound of Istan­bul“ doku­men­tiert. Im Pressetext der Filmproduktion hieß es damals über den Ausnahmeklarinettisten:

Selim Sesler ist Rom und stammt aus Keşan, einer kargen Klein­stadt in Thrakien, dem Teil der Türkei auf dem euro­päi­schen Kon­ti­nent, etwa 250 Kilo­meter west­lich von Istanbul. Von hier aus hat er es bis zu einem respek­tier­ten Virtuosen gebracht, der die Musik seiner Hei­mat in die Welt trägt und auf Ton­trä­gern ver­ewigt. Als er vor 18 Jahren in die Stadt kam, spielte er in Res­tau­rants und Cafés für eine Hand­voll Lira, aber da sich die Ressen­ti­ments der Gesell­schaft ge­gen­über den Roma legten, nicht zuletzt, weil die Türken ihre Liebe zu deren Musik ent­deckten, wurde Selim Sesler von der Istan­buler Bohème ent­deckt und im wahrs­ten Sinne des Wor­tes salonfähig.

Roma-Butschu in Großbachselten

Juni 14th, 2014  |  Published in Einrichtungen, Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

SukarHEUTE, 14. Juni 2014
Beginn: 19:30 Uhr
Festwiese Schuh / Großbachselten / Teichbach 3

Der traditionelle Roma-Butschu (Roma-Kirtag) auf der Fest­wiese Schuh in Groß­bach­selten, wo auch der ers­te Ro­ma-Butschu sei­nen Start ge­habt hat, ist von der Kultur­bühne des Burgenlandes nicht mehr weg­zu­den­ken. Die­ses Jahr steht der Ro­ma-Butschu im Zei­chen von „10 Jahre Verein Roma-Service“, und zu die­sem An­lass er­freuen auch heuer die bur­gen­län­di­schen Volks­grup­pen (Kroaten, Ungarn, Roma) das Publi­kum mit ihren kultu­rellen Dar­bie­tun­gen. Höhe­punkt des Ro­ma-Butschu 2014 ist der Auf­tritt der Gruppe Šukar aus Slowenien und der burgen­län­di­schen Ro­ma-Band Romano Rath.

Paco de Lucía (1947-2014)

Februar 26th, 2014  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Musik

Gestern starb der andalusische Star­gitarrist Paco de Lucía 66-jährig in Mexiko. Er war einer der ganz Großen des zeit­ge­nös­si­schen Flamenco – hier zu sehen bei einem Auf­tritt 1976 mit ei­nem ande­ren ganz Großen, sei­nem Freund Camarón de la Isla, dem Jimi Hendrix der spanischen Gitanos.

♫ Fundstück: Yul Brynner singt Romalieder

Januar 10th, 2014  |  Published in Fundstücke, Musik

Der russisch-amerikanische Filmstar Yul Brynner, der sich der Kultur der Roma stets eng ver­bun­den fühlte, nahm mit dem berühm­ten russischen Roma-Musiker Aliosha Dimitrievitch 1967 ein Album mit russischen Roma-Liedern auf (The Gypsy and I). Auch wenn die Betonung seiner angeb­li­chen Roma-Abstam­mung wohl vor allem der selbst­gestrick­ten Mystifizierung seiner Herkunft geschul­det ist (hier unser Artikel von 2006), war es Brynner mit seinem Eintreten für die Belange der Roma sehr ernst: Er war einer der promi­nentes­ten Fürsprecher der Roma-Bür­ger­rechts­bewegung, die sich in den 1970er-Jahren auf internationaler Ebene zu formieren begann. Nicht von unge­fähr war Yul Bryn­ner auch Ehrenpräsident des Roma-Welt­verbandes, der International Romani Union (IRU).

Neue CD von Romano Rath

Dezember 31st, 2013  |  Published in Einrichtungen, Musik, Radio & TV

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland:
23.12.2013 (on demand)

Romano Rath OHO 2013 (Foto: Emmerich Gärtner-Horvath)Fest & CD-Präsentation in Oberwart

Die Volkshochschule der Burgenländischen Roma lud am Samstag, 14. Dezem­ber 2013 zur Abschluss­veranstal­tung des Jubiläumsjahres „20 Jahre Aner­kennung der Roma als Volks­gruppe“ sowie zur CD-Präsentation der Roma-Band „Romano Rath“ ins Offe­ne Haus Oberwart (OHO) ein.

Die Anerkennung der Roma als eigene Volks­gruppe im Jahr 1993 führte zu einer Aufbruchsstimmung bei den Bur­gen­land-Roma. Vermehrt begann man sich mit der eige­nen Geschich­te, Kultur und Sprache auseinanderzusetzen. Roman, eine Varie­tät des Romani, die spezi­fisch für die im Burgenland leben­den Roma ist, wurde zu einem wich­tigen Faktor des neu ent­stan­denen Selbstbewusstseins und ihr Erhalt als Mut­terspra­che zu einem der wich­tigsten Anlie­gen. Dazu gehört auch die Wieder­ent­deckung des Roman als Liedsprache. Junge Oberwarter Roma grün­de­ten damals die Band „Romano Rath“ und trugen wesent­lich zur Entwick­lung einer eigenen Festkultur bei.

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„Romano Rath“: nevi CD „Amari muschika“

Dezember 31st, 2013  |  Published in Einrichtungen, Musik, Radio & TV

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland:
23.12.2013 (on demand)

Romano Rath (Foto: Emmerich Gärtner-Horvath)Mulatintschago & CD-presentacija

I Flogoskeri Utschi Ischkola le Burgen­landi­tike Romen­dar, suboton ando 14. decem­beri 2013 uso kisetini­peskero mula­tintschago le jubi­lejumis­kere berschistar „20 berscha aun­prindscha­ripe le Romen­dar ojs flogoskeri grupn“ taj usi CD-pre­sen­tacija la Roma-Ban­datar „Romano Rath“ ando Pradimo Kher Erba (OHO), akartscha.

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Mirni rat, kedveschni rat (Stille Nacht)

Dezember 24th, 2013  |  Published in Allgemeines, Musik, Romani

O farajn Roma-Service
latschi Boschitscha taj latscho Nevo Bersch 2014 kivaninel!

Der Verein Roma-Service wünscht Ihnen ein schö­nes Weihnachts­fest und ein gutes neues Jahr 2014!

Stille Nacht, heilige Nacht: Fassung des bekannten Weihnachtsliedes in Roman (Bur­gen­land-Ro­mani) | Romen­geri ver­sijona la prin­dschardi boschitschani dschi­latar. (Roman-Nach­dichtung | Roman-poesija: Emme­rich Gärtner-Hor­vath & Josef Schmidt)

1.  Mirni rat, kedveschni rat!
Cile son, korkore atschon,
tschak o kamlo kedveschno poar.
Jaj bi schukar hi o tikno tschau,
ando mirno lo sol,
ando mirno lo sol.

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Tschechien: Angriff auf Kinderchor

Dezember 14th, 2013  |  Published in Jugend & Bildung, Musik, Rassismus & Menschenrechte

Chavorenge Ermittlungen nach Angriff auf Roma-Kinderchor

Die tschechische Polizei hat nach einem Angriff auf 19 Mit­glieder eines Roma-Kin­der­chores im südmährischen Hodonin Ermittlungen auf­genom­men. Fünf Männer hätten die Kinder und Jugendlichen auf offe­ner Straße und ohne ersicht­lichen Grund körper­lich angegrif­fen, teilte ein Polizei­sprecher am Montag mit. Der Vorfall habe sich Ende letzter Woche ereig­net. Niemand wurde den Angaben zufol­ge ernst­haft verletzt. Ein rassistischer Hinter­grund der Tat wurde nicht aus­geschlos­sen. Der Jugendchor „Čhavorenge“ der Sängerin Ida Kelarová will nach eigenen Angaben Kindern der oft benachteiligten Roma-Minderheit eine Chance geben. (volksgruppen.orf.at)

Anm. der dROMa-Red.: Laut Bericht des tschechischen Roma-Nach­richten­portals Romea.cz geht die Chorleiterin Ida Kelarová selbst nicht von einem rassistischen Hintergrund aus.

Rodipe nipostar pal aunastaripe upre Romane tschave

O tschechitike harengere pal jek aunasta­ripe upre 19 dschene jeka gupnatar Romane tscha­ven­gere dschi­laschen­dar ando sudme­rischi Hodonin o rodipe upre line. Pantsch murscha le tscha­ven taj ternen upro drom aunastarde, jek haren­geres­kero vakeraschi hetvi­nate phentscha. O ang­leperipe imar para­schtujate sina. Niko na dukado ulo. Read the rest of this entry »

Sido, der Sinto

November 27th, 2013  |  Published in Interview, Musik

Sido (Foto: facebook.com/sidomusik )Der Berliner Sido meldet sich mit seinem fünften Studioalbum zurück. Die Wut ist weg, Sido (32) rappt jetzt als zufrie­de­ner Fami­lien­vater. Im Interview der Nach­richten­agen­tur dpa zu seinem neuen Album „30-11-80“ spricht der Ber­liner über seine Kind­heit als Sohn einer Sintiza und boh­rende Fragen seines eige­nen Nach­wuchs. Das Inter­view führte Flo­rian Lütticke. Das Interview fin­den Sie hier; im Folgen­den brin­gen wir einen kur­zen Auszug:

(…) Frage: Sie thematisieren im Song „Enrico“ das Leben eines Sinto. Was war da die Intention?
Ich bin ja selber auch Sinto. Dieser Enrico ist wie ich aus einer Hochhaus­gegend und kann gut Gitarre spielen. Er weiß, das wird ihn irgend­wann aus der Scheiße herausholen. Ein biss­chen ist das auch meine Geschichte, aber auch Sozialkritik. Ich will den Leuten sagen: Guckt, so etwas gibt es, wir dürfen diese Leute nicht ver­gessen. Wenn wir wollen, dass sie sich integrieren, müs­sen wir ihnen auch ent­gegen­kommen und die Türen auf­machen.

Frage: Ihre Mutter ist Sintiza, wie hat Sie das geprägt?
Im Osten war es sehr hart. Meine Mutter hat so viele Sprüche be­kom­men, als ich klein war. Es war komplett offener Rassismus, meine Mutter wurde als „Negerschwein“ bezeich­net. Da wurde mir klar: Okay, wir sind anders. Als man älter wurde, gab es diese Klau­sprüche, man wurde in eine Schub­lade gesteckt. Im Westen sind wir in eine Gegend mit hohem Ausländer­anteil gezogen, wo es nicht mehr so auf­fiel. Wir sind auch eine andere Kultur und haben uns, so gut es ging, ange­passt. In Deutsch hatte ich zum Beispiel im­mer meine beste Note. Read the rest of this entry »