Sport

Marlon Reinhardt – Weltmeister im Kickboxen

November 10th, 2017  |  Published in Sport

Der Koblenzer Sinto Marlon Reinhardt - ein Meister aus Deutschland (Foto: Zentralrat)Marlon Reinhardt, der bereits sechs deutsche Meister­titel im Kick­boxen hält, hat kürz­lich den Welt­meister­titel im Kick­boxen bis 90kg ge­wonnen. Zum ersten Mal wurde der Kob­len­zer 2011 bei der „Champions Fight Night“-Gala im Cruiser­gewicht in Kob­lenz Deut­scher Meister. Bereits als Fünf­jähriger begann der Spross der be­kann­ten Koblen­zer Musiker-Fa­milie Reinhardt mit dem Box-Training.

Der 25-jährige Sinto, der ein Meister­zertifikat für Kickboxer be­sitzt, hat mittler­weile ein eige­nes Sport­studio in Koblenz er­öffnet, wo er sein Wissen an junge Sportler weiter­gibt. Der frisch­ge­backe­ne Weltmeister, der nach seinem Fach­abitur eine Aus­bildung als Büro­kauf­mann ab­geschlos­sen hat, engagiert sich darüber hinaus mit sei­nem Verein „Django Reinhardt Music Friends e.V.“ im Bereich der mu­si­ka­li­schen För­derung von Kindern. Er selbst lernte – eben­falls im Alter von fünf Jahren – Gitarre zu spie­len und wirkte lange Zeit im be­kann­ten Ensemble sei­nes Vaters mit, dem Django Reinhardt Orchestra.

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RomaRespekt #17: Rukeli Trollmann

Oktober 30th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio & TV, Sport

Radio RomarespektRadio RomaRespekt #17: Die Geschichte von Rukeli Trollmann und was danach geschah, Kontinuitäten

Sendung vom 20.5.2017: Der Boxer und Sinto Rukeli Trollmann boxt sich in den 20er Jah­ren nach oben. Die Nazis zer­stö­ren seine Kar­rie­re und er­mor­den ihn im KZ Neuen­gamme. Sei­ne Nach­fah­ren hal­ten das Gedenken an ihn wach und en­ga­gie­ren sich ge­gen Rassismus. Wolfgang Trollmann und Alfonso Ramo-Farina Dieckmann er­zäh­len von da­mals und heute.

Playlist #17:
Duo Z: Hätt ich doch Flügel / Kind im Ghetto / Lustig wär’ das Zigeunerleben

(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)

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Berlin: „Abseits im eigenen Land“

Oktober 28th, 2017  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Sport, Veranstaltungen & Ausstellungen

Roma im Sport„Abseits im eigenen Land“ – Sinti- und Roma-Sportler

Eine Ausstellung von Andrzej Bojarski

Zu sehen vom 1. Nov. bis 20. Dez. 2017 im DokuZ Sinti und Roma Berlin. Öff­­nungs­­zei­­­ten: Mo. und Mi. von 9.30 Uhr bis 16.00 Uhr so­­­wie auf An­­­fra­­ge (berlin@sintiundroma.de)

Eröffnung mit Podiumsdiskussion am 30.10.2017:
Thema „Diskriminierung und Sport“
19:00 Uhr, DokuZ, Prinzenstraße 84.2

Rassismus im Sport – ein wichtiges und sehr akt­uel­les Thema: Ob im Stadion, im Verein oder in der Be­richt­erstat­tung, Ras­sis­mus und Anti­ziganis­mus zei­gen sich im­mer wieder und in unter­schied­li­chen Dimen­sio­nen: Die Aus­gren­zung reicht von der Ver­ba­li­sie­rung weit ver­brei­te­ter Vor­urteile, über neo­nazis­tische Hetz­paro­len (z.B. „Zick Zack Zi­geu­ner­pack“) bis hin zu ge­walt­täti­gen Über­griffen. In der Sportgeschichte gibt es zahlreiche Fälle von Dis­krimi­nie­rung und Aus­schluss – be­son­ders be­troffen sind Min­der­heiten­ange­hö­rige. Drei „ver­ges­sene Helden“ des Sports – Oswald Marschall, Walter Laubinger und Sergio Peter – werden in der Aus­stel­lung „Abseits im eigenen Land“ präsentiert.

Die Ausstellung wird mit einem Podiums­gespräch zum The­ma „Dis­kri­mi­nie­rung und Sport“ er­öffnet. Es diskutieren:

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Olympiamuseum Köln: „Zigeuner-Boxer“

Juli 21st, 2017  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Sport

Rukeli TrollmannRike Reinigers „Zigeuner-Boxer“ basiert auf der Lebens­ge­schich­te des sinto-deut­schen Boxers Johann „Rukeli“ Trollmann und zeigt auf ein­drucks­volle Weise, wie in Zeiten von Unter­drückung und Terror per­sön­li­cher Mut und ver­läss­li­che Freund­schaft zum Tra­gen kom­men kön­nen. Er­zählt wird das Schick­sal des Boxers aus Sicht seines Freun­des Hans, der vom Kölner Schau­spieler Andreas Kunz ge­spielt wird. Er er­in­nert sich an Ru­ke­lis spek­ta­ku­läre Auf­tritte und seine gro­ßen Er­folge. 1933 war er Deutscher Meister ge­wor­den, doch der Titel wurde ihm we­nige Tage später mit der Be­grün­dung ab­er­kannt, sein tän­zeln­der und aus­wei­chen­der Box­stil sei „un­deutsch“. Aus Protest färb­te sich Ru­keli vor seinem nächs­ten Kampf die Haare blond und kalk­te sich die Haut weiß. So stieg er als Kari­katur eines Ariers in den Ring, um die Schläge seines Geg­ners deckungs­los hin­zu­ne­hmen, bis er zu Boden ging. In Rück­blicken er­zählt Hans den letzt­lich aus­sichts­lo­sen Kampf seines Freun­des um seine Karriere und sein Leben (Anm. d. Red.: Troll­mann wurde 1944 in einem Außen­lager des KZ Neuengamme er­mordet),

Das speziell für ein jugendliches Publikum kon­zi­pier­te Theater­stück er­mög­licht einen sehr emotio­nal an­geleg­ten Zu­gang in die Zeit des Nationalsozialismus und zeigt an­hand einer historisch ver­brief­ten Lebens­geschichte, wie staat­li­cher Will­kür und Gewalt jedes Recht auf ein men­schen­wür­di­ges Da­sein zum Opfer fällt.

Das „Deutsche Sport- & Olympia-Museum“ bietet speziel­le Auf­füh­run­gen für Schul­klassen in gleich­sam authen­ti­schem Am­biente, näm­lich in seinem Box-Ring, an. Hier be­leuch­ten auch eini­ge aus­gewählte Ex­ponate die Ge­schich­te von Johann „Rukeli“ Trollmann.

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Egal wie es heute ausgeht …

Juli 10th, 2016  |  Published in Sport

… ein Rom wird Europameister!

Entweder André-Pierre Gignac mit Frankreich – oder Ricardo Quaresma mit Portugal:

Gignac (Foto: FFF)Quaresma (Foto: FPF)

EM der Minderheiten in Südtirol eröffnet

Juni 20th, 2016  |  Published in Sport

Roma aus Ungarn (Foto: Europeada)Am Wochenende begann im Südtiroler Puster- und Gadertal die EUROPEADA 2016, die drit­te Fußball-Europa­meis­ter­schaft der au­tochto­nen na­tio­na­len Minder­heiten mit 24 Män­ner- und erst­mals auch sechs Frauen­teams. Mit dabei: eine Roma-Auswahl aus Ungarn. Das Romateam zählt zu den Fa­vo­ri­ten. Schon bei der ersten Euro­pea­da 2008 be­leg­te das „Hunga­rian Gipsy National Foot­ball Team“ den dritten Platz. Und das letz­te Mal (2012) muss­ten sich die unga­ri­schen Roma nur dem un­be­zwing­ba­ren Team der Süd­tiro­ler ge­schla­gen geben. Der Auftakt in Niederdorf ver­lief für die Roma jeden­falls wunsch­gemäß: mit einem herz­haften 4:0 gegen die bunt zu­sam­men­ge­wür­fel­te Min­der­heiten­aus­wahl aus Estland. Über das Turnier selbst erfährt man auf der Website der Euro­pea­da Fol­gendes:

Die Veranstaltung steht unter dem Motto Viel­fältig­keit, Acht­sam­keit, Respekt. Sechs Minder­heiten nehmen so­wohl am Frauen- als auch am Männer­turnier teil: die deutsch­spra­chi­gen Südtiroler und die Ladiner aus Italien, die Lausitzer Sorben aus Deutsch­land, die Okzitaner aus Frank­reich, die Rätoromanen aus der Schweiz und die Russland­deutschen. Au­ßer­dem sind fol­gen­de Män­ner­teams mit dabei: die Deut­schen in Dänemark, die Dänen in Deutsch­land, die Nordfriesen – eben­falls aus Deutsch­land, die Min­der­hei­ten­aus­wahl Est­land, die Zimbern aus Italien, die Serben in Kroatien, die Kärntner Slowenen aus Öster­reich, die Deut­schen in Polen, die Ungarn in Rumänien, die Aromunen – auch aus Ru­mä­nien, die Kroaten in Serbien, die Ungarn in der Slowakei, die Krimtataren aus der Ukraine, die Deutschen in Ungarn, die Slowaken in Ungarn, die Roma – ebenfalls aus Ungarn, die Manx aus der Isle of Man. Die Ver­tre­tun­gen der Min­der­hei­ten kom­men aus 17 un­ter­schied­li­chen euro­päi­schen Län­dern.

Die Auswahl „Hungarian Gipsy National Football Team“ vertritt die Minderheit der Roma in Ungarn. Der Kader für die EUROPEADA 2016: Read the rest of this entry »

Lille, Rom, Madrid: Hools erniedrigen Bettler

Juni 17th, 2016  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Sport

Frankreich: englischer Hooligan macht Drohgesten gegenüber bettelnden Romakindern; der Mob wirft Münzen und Kronkorken (Videostill)Seit einigen Tagen macht ein Video von der EM in Frank­reich die Runde, das engli­sche Fuß­ball­an­hän­ger dabei zeigt, wie sie sich die Warte­zeit zwischen den Spie­len ver­kür­zen: indem sie bet­teln­de Roma-Kinder auf der Straße ver­spot­ten. Auf­ge­nom­men wur­de das Video vor einem Res­tau­rant in Lille. Nun ist dies nicht das ein­zige Do­ku­ment der­ar­ti­ger men­sch­li­cher Nieder­tracht: Bet­teln­­de Men­schen zu ver­höh­nen scheint sich neuer­dings zum be­lieb­ten Zeit­vertreib von Fuß­ball­hooligans zu ent­wickeln – ob tschechische An­hän­ger von Sparta Prag in Rom, die im März auf eine Frau uri­nier­ten; oder Hooli­gans des PSV Eindhoven, die sich (eben­falls im März) auf der Plaza Mayor von Madrid ei­nen Spaß daraus mach­ten, Roma-Frauen aus Ost­euro­pa zu er­nied­ri­gen. (Zum Glück gab es an­ge­sichts sol­cher Sze­nen auch den einen oder anderen holländi­schen Fan, der sich demonstra­tiv anders ver­hielt.)

(dROMa)

FIFA pomoschinel Romane tschavenge

April 30th, 2016  |  Published in Jugend & Bildung, Sport

Fifa2016 pomoschinel i FIFA 139 orga­ni­sa­ci­jenge ande 58 vilagi cilon USD 4,3 mi­li­jo­nenca. Ofto orga­ni­sa­ciji use pele, sa­ven­ge ada bersch po­mo­schim ol, telen­de te o pro­jek­to andar i Ru­me­ni­ja o „Policy Center for Roma and Minorities“. But ischo­lasch­tscha odoj i isch­kola tel pha­gen taj ande igen soralo tscho­ripe iste dschin. La FIFAkere po­mo­scha­goha oda akan pal dschu­mim te ol.

„O Football for Hope-Programo pomoschinel 52 Roma- taj avre tscha­ven­ge ande Ferentari, jek igen tscho­ro fo­ros­ke­ro fa­lato ande Bukarest“, phe­nel i Raluca Negulescu, ekse­ku­tiv­di­rek­tor­ki­ja le „Policy Center for Roma and Minorities“. „Lob­da te khe­lel le tscha­venge taj tscha­jenge, save usi risiko­ja­keri grupn le isch­ko­la­kere tel pha­gen­der genen, o vudar uso tra­di­ci­jo­neli sika­dipe prado ol. O progra­mo del le tscha­venge o scha­jipe, puma­ro sora­lipe te lakel taj pu­maro po­ten­ci­jal latsche ar te schejpfi­nel. Va­scho ‚Football for Hope‘ schaj imar o ersch­ti tscha­ja­keri lob­da­kero team kerdo ulo taj schaj afka o tel­di­pe pri­kal o po­ten­ci­jal taj o talen­to le Ro­men­dar- taj avre tscha­jen­dar andar tscho­re khe­ta­niptscha upre bau­nim ol.“

(de.fifa.com |Prik bescharipe: Josef Schmidt)

FIFA: Football for Hope

April 7th, 2016  |  Published in Jugend & Bildung, Sport

FifaFIFA dehnt ihr globales sozia­les En­gage­ment aus – und för­­dert nun auch Ro­ma-Kin­­der in Bu­­ka­rest

2016 unterstützt die FIFA 139 Organisa­tio­nen in 58 Ländern mit ins­gesamt USD 4,3 Mil­lio­nen. Acht Orga­ni­sa­tio­nen wer­den in diesem Jahr neu unter­stützt, darun­ter das Policy Center for Roma and Minorities, das in Rumänien die Quote der Schul­ab­bre­cher un­ter Roma- und ande­ren Kindern, die in extre­mer Armut leben, sen­ken will.

„Das Football-for-Hope-Programm hilft 52 Roma- und ande­ren Kin­dern in Ferentari, einem der ärmsten und mar­gi­na­li­sier­tes­ten Tei­le Bukarests“, er­klärt Raluca Negulescu, Exe­ku­tiv­direk­to­rin des Policy Center for Roma and Mi­no­ri­ties. „Der Fußball ist für Jun­gen und Mädchen, die zur Ri­si­ko­gruppe der Schul­ab­bre­cher ge­hö­ren, das Tor zur tra­di­tio­nel­len Bildung. Das Programm bie­tet den Kindern die Mög­lich­keit, ihre Stär­ken zu ent­decken und ihr Poten­zial mög­lichst aus­zu­schöp­fen. Dank Football for Hope konn­ten wir hier das erste Mädchen­fußball­team grün­den und kön­nen so Vor­urteile gegen­über dem Po­ten­zial und dem Ta­lent von Roma- und an­de­ren Mädchen aus ar­men Ge­mein­schaf­ten ab­bauen.“

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Senkrechtstarter Norbert Balogh

Januar 28th, 2016  |  Published in Sport

Senkrechtstarter Norbert Balogh, die neue Nr. 22 in Palermo (Foto: US Palermo)Ungarns bestbezahlter Fußballer ist ein Rom: Norbert Balogh wurde von US Palermo unter Vertrag ge­nom­men und wechselt von seinem unga­ri­schen Heimat­verein VSC Debrecen nach Italien. Der italienische Serie-A-Verein hat für Balogh eine Ablöse­summe von 2,2 Millionen sprin­gen lassen. Der 19-Jährige hat sich für vier­einhalb Jahre ver­pflich­tet – und wird dafür die stolze Summe von ins­gesamt 2,8 Millio­nen einstreichen. Norbert Balogh hat die Fußball­aka­de­mie in Debrecen ab­sol­viert und begann seine Lauf­bahn in Hajdúböszörmény. Er zählt auch zum Stamm­kader des ungarischen U21-Nationalteams. Über seine Herkunft erzählte Balogh in einem Inter­view einmal selbst (zit. n. Romea.cz):

Ich bin in einer Roma-Siedlung in Hajdúböszörményi aufgewachsen. Meine Eltern hatten sehr wenig Geld und es kam mehr als einmal vor, dass wir ohne Abendessen ins Bett mussten. Diese Armut hat mir viel Kummer bereitet und ich habe mich geschämt, weil die anderen Kinder in der Schule modische Schuhe trugen, während ich nur welche aus dem Secondhandladen hatte. Ich kann mich erinnern, wie betrübt ich einmal wegen einer Markenschuhe-Reklame war, in der David Beckham zu sehen war, weil es mir damals ganz klar war, dass so etwas für mich nicht in Frage kam. Wenn ich daran zurückdenke, bin ich für meine Kindheit, natürlich, auch dankbar: Sie hat mir beigebracht, das, was ich habe, umso mehr zu schätzen. Selbst wenn meine Erfolge weiter andauern, selbst wenn ich nie wieder finanzielle Entbehrungen erdulden muss, werde ich nie vergessen, woher ich komme. Ich pflege noch immer meine Freundschaften und Beziehungen mit den Leuten aus der Siedlung und ich möchte, dass dies auch in Zukunft so bleibt. Read the rest of this entry »