Sport

Trailer „Brazilok“ (2017)

April 7th, 2026  |  Published in Film & Theater, Sport

Spielfilm, 92 Min., Ungarn 2017
Regie: Csaba M. Kiss, Gábor Rohonyi

„Brazilok“ ist eine ungarische Komödie, die die Geschichte einer kleinen Dorf-Fußball­mann­schaft erzählt, die aus Roma-Spielern besteht und un­erwar­tet zur Teil­nahme an einem inter­natio­nalen Turnier in Brasilien ein­geladen wird. Mit Humor und einer Reihe unterhaltsamer Missverständnisse beleuchtet der Film Themen wie Identität, Würde, Gemeinschaft und Hoffnungen. Die Geschichte entfaltet sich zwar als unbeschwerte Komödie mit satirischen Elementen, ist aber zugleich zutiefst herzerwärmend und vermittelt letztlich eine positive Botschaft über Inklusion, Solidarität und die Kraft der Gemeinschaft.

(Text: Opre Roma Month)

Sport: „Längst vergessene Held*innen“

Februar 21st, 2025  |  Published in Geschichte & Gedenken, Sport, Veranstaltungen & Ausstellungen

Vergessene Held*innen: Ausstellung über Roma und Sinti im Sport in Deutschland  Zwischen Triumph und Gewalt im Sinti- und Roma-Sport: Aus­stel­lung in Nürnberg

Von Donnerstag, 20. Februar, bis Mittwoch,19. März 2025, präsen­tieren die Deutsche Aka­demie für Fuß­ball-Kul­tur und das Kultur­büro Muggen­hof im Amt für Kultur und Freizeit ge­mein­sam mit dem Verband Deutscher Sinti und Roma – Landes­ver­band Bayern e. V. die Aus­stellung „Längst ver­ges­sene Held*in­nen – Sinti*zze und Rom*n­ja-Sport­ler*in­nen“. Die Ausstel­lung rückt be­ein­drucken­de Per­sönlich­keiten des Sports in den Fokus.

Sportlerinnen und Sportler wie etwa der Boxer Oswald Marschall, die Fußballe­rin Angel Theiß und der Kickboxer Gerard Lindner haben heraus­ragende sportliche Leis­tungen erbracht. Sie haben sich auch dazu ent­schieden, ihre Her­kunft als Sinti, Sintizze, Roma oder Romnja öffent­lich zu machen. In ein­drucks­vollen Portraits erzählt die Aus­stellung Geschichten von Dis­krimi­nierung und Ressen­ti­ments, aber auch von Identität, Selbst­be­wusst­sein und dem Kampf gegen Vorurteile.

Pionierarbeit im Bereich Sportgeschichte

Die aufwändig recherchierten und persönlichen Geschichten der Athletin­nen und Athleten sen­sibili­sie­ren für die Ver­gangen­heit und die aktu­ellen Lebens­reali­täten dieser Be­völke­rungs­gruppe und tragen dazu bei, eigene Vor­urteile zu hinter­fragen. Dadurch ver­mittelt die Aus­stellung einer­seits die große Rolle des Sports für die Iden­titäts­bildung und -fes­ti­gung des Einzel­nen, anderer­seits jedoch auch seine An­fällig­keit für Rassismus, Anti­ziganis­mus und Chauvi­nismus.

Die Ausstellung von Andrzej Bojarski und Oswald Marschall schließt eine Lücke in der deutschen Sport­geschichte. Namen wie Johann „Rukeli“ Trollmann, der als Sinto und Boxer wäh­rend des National­sozialis­mus ermor­det wurde, sind ver­einzelt bekannt, während die Leistun­gen vieler anderer Sinti, Sintizze, Roma und Romnja im Sport weit­gehend un­erwähnt bleiben. Die Prä­senta­tion rückt dieses ver­nach­läs­sigte Kapitel der Sport­geschichte in den Vorder­grund und fördert die An­er­kennung und Bedeu­tung der por­trätier­ten Per­sönlich­keiten über ihre sportlichen Leis­tungen hinaus.

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Gehörlose Roma-Fußballer bei EM in Antalya

November 11th, 2024  |  Published in Sport

Serbien: Sechs Romaspieler gehören zum Gehörlosenteam (Foto via Roma Center)Die serbische Fußball-National­mann­schaft der Ge­hör­lo­sen und Schwer­hö­ri­gen hat an der Eu­ro­pä­i­schen Meisterschaft der Gehör­losen im tür­ki­schen An­ta­lya teil­ge­nom­men. Es war das ers­te Mal seit 50 Jah­ren, dass ihnen das mög­lich war. Sechs der Spie­ler sind Roma. Ob­wohl sich die Mann­schaft qua­li­fi­ziert hatte, schei­ter­te ihre Teil­nahme bei­nahe daran, dass sie die Mittel für die Flüge, Über­nach­tun­gen und Aus­rüs­tung der Spie­ler nicht auf­brin­gen konnte.

In Serbien konnten sie keine Institution finden, die sie fördern wollte. Der serbi­sche Fußball­ver­band wollte ihnen nicht einmal die nötige Aus­rüstung leihen. Der serbische Roma-Ak­ti­vist und Präsident des Nationa­len Roma-Fuß­ball­teams in Serbien, Milorad Popović, kam auf uns [Anm.: Roma Center e. V.] zu, um Unter­stützung für die gehör­losen Fuß­baller zu er­halten. In einem Brief an uns schrieben Popović und Duško Tekić, der Präsident des Sport­ver­bands der Gehör­losen Serbiens, dass sie trotz aller Bemü­hun­gen, die Mittel auf­zu­bringen, auf eine Mauer der Un­gerechtig­keit stießen, wobei sie ins­beson­dere den Fußball­verband Serbiens er­wähnten, der leider keine Bereit­schaft gezeigt habe, ihren Weg zu unter­stützen. Er ignoriere ihre Leis­tungen und be­stätige damit dis­krimi­nie­rendes Verhalten gegen­über ihrer Ge­meinschaft.

Die Spieler stammen aus zwölf Städten Serbiens und des Kosovo. Sechs der Spieler gehören der Roma-Com­mu­nity an, worauf sie beson­ders stolz sind, denn der Kampf um Gleich­berech­ti­gung im Sport, un­ab­hängig vom sozialen oder ethnischen Hinter­grund, liegt dem Verein sehr am Herzen. Sie spielten auch in den Trikots der serbi­schen Roma-Na­tional­mann­schaft, die das Wappen der Re­publik Serbien ziert. Denn trotz aller Wider­stände wollten sie Serbien re­prä­sen­tieren.

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Latscho Diewes mit Marlon Reinhardt

September 5th, 2024  |  Published in Interview, Radio, Podcast & TV, Romani, Sport

Wie die Sprache der Sinti und Roma Koblenz (Deutschland) prägt
RZInside – Der Podcast der Rhein-Zeitung (35:54 min)

Wisst ihr, wann etwas „latsches“ ist? Wann man mit dem „Tschuglo“ raus­geht und mit dem „Wasty“ tele­foniert? Die Sprache der Sinti und Roma ist eng mit der Koblen­zer Sub­kultur ver­woben – darum geht es in diesem Podcast. Als Kickbox-Weltmeister lässt Marlon Reinhardt oft die Fäuste sprechen. Doch der 32-Jäh­rige en­gagiert sich auch intensiv in der Sinti-Com­mu­nity. Im Ge­spräch mit Finn Holitzka bei RZInside verrät er einen beson­deren Trick seines kleinen Sohnes.

(Text und Sendung: RZInside, Okt. 2023)

Fußball-WM: Gitanos feiern Titel für Spanien

August 20th, 2023  |  Published in Sport

Olga im Siegerinterview nach dem Match (Screenshot: ORF)Das Finale ist geschlagen. Spanien ist Fuß­ball-Welt­meister – und hat das gleich zwei­fach seiner Kapi­tänin zu verdanken: Olga Carmona, einer Gitana (spani­sche Romni) aus Sevilla.

[aktualisiert am 22.8.2023, siehe unten]

Olga Carmona, Star des spanischen Na­tionalteams und nach Angaben spani­scher Roma-NGOs und Medien Gitana aus Sevilla (siehe hier, hier, hier, hier oder hier; auch skepti­sche Stimmen gibt es), war es, die Spanien im Semi­finale gegen Schweden als Team­kapi­tänin kurz vor dem Schluss­pfiff in der 89. Minute doch noch ins WM-Finale schoss. Und Car­mona war es auch, die im heu­tigen Endspiel in Sydney in der 29. Minute das einzige und alles ent­schei­dende Tor er­zielte. Dank der 23-Jäh­rigen siegte Spanien 1:0 gegen England. Und ist Welt­meister.

„Spanien ist vielfältig, und jeden Tag gleicht sein Bild auch mehr und mehr den unter­schied­li­chen Men­schen, die wir hier leben“, freut sich die feminis­tische Gitana-Or­ga­ni­sa­tion „Fakali“ auf Twitter über den Erfolg Carmonas und setzt dem das Motto „gitanas visibles“ (sicht­bare Gitanas) hinzu.

Olgas Karriere auf dem Fußballrasen begann schon als Kind in Sevilla, als Mädchen in der Buben­mann­schaft. Mit dem FC Sevilla, der sie schon mit 15 aus dem Jugend­kader ins A-Team holte, stieg sie in die erste Liga auf. Seit drei Jahren ist die Anda­lu­sierin nun bei Real Madrid unter Ver­trag. Nach Erfolgen im spa­nischen U19-Ju­gend­team, mit dem sie 2018 den Europa­meis­ter-Titel er­kämpfte, wurde sie vor zwei Jahren schließ­lich in die reguläre National­aus­wahl berufen.

„Früher habe ich Flamenco gemacht. Und Schwimmen. Aber meine Brüder waren von ganz klein auf beim Fußball dabei. Ich habe ihnen jeden Nach­mittag zu­ge­schaut, und eines Tages habe ich meinen Eltern gesagt, dass ich mit ihnen trai­nieren möchte. Da hat es mich gepackt. Sie mel­deten mich an und ich spielte ein paar Jahre lang in ihrer Mann­schaft. Einer von ihnen ist mein Zwillings­bruder (Tomás), der andere (Fran) ist ein Jahr älter, sie sind beide Fuß­baller“, erzählte sie in einem Interview. „Ich habe mich immer schon für eine Person mit starkem Charakter ge­halten, ohne Ängste“, be­schrieb sich Olga Carmona ein­mal selbst. Und ihren Uni­versitäts­abschluss als Sportwissenschaftlerin hat sie, so ganz neben­bei, auch bald in der Tasche. Read the rest of this entry »

Die Europeada 2022 ist eröffnet

Juni 27th, 2022  |  Published in Sport, Veranstaltungen & Ausstellungen

Gruppenauslosung

In Kärnten hat mit der offiziellen Er­öff­nungs­feier am Wo­chen­ende die EUROPEADA 2022, die Fußball-EM der au­toch­tho­nen Min­der­hei­ten, begonnen. Orga­ni­siert wird das Turnier von der Föde­ralis­ti­schen Union Euro­päi­scher Na­tio­na­li­tä­ten (FUEN). Ins­ge­samt 19 Män­ner- und 4 Frau­en­teams treten bis 3. Juli ge­gen­einan­der an. Mit da­bei: ein Roma-Team aus Ungarn.

Mit der Europeada soll Bewusstsein für Minderheiten ge­schaffen werden. Immer­hin gehört jeder 7. Euro­päer einer autoch­thonen Minder­heit an oder spricht eine Regio­nal- oder Minder­heiten­sprache. Das Fußballturnier mit 19 Männer- und 4 Frauen­teams aus 11 europäi­schen Ländern wird sich auf 11 Sport­stätten in Süd­kärnten ab­spielen. Ein Spiel findet in Prevalje in Slowenien statt. Alle Mann­schaften sind nach Vor­bild eines Olym­pi­schen Dorfes rund um den Klopeiner See unter­gebracht.

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„Gipsy Queen“ auf Arte

Februar 27th, 2022  |  Published in Film & Theater, Frauenrechte, Sport

Gipsy QueenSpielfilm von Hüseyin Tabak mit Alina Șerban (109 min, D 2018) | Nächs­te Aus­strah­lung: 10. März um 14:15 | On­line ver­füg­bar bis 24/03/2022

Die junge alleinerziehende Romni Ali wurde nicht um­sonst nach Muhammad Ali be­nannt – denn die ehe­malige Profi­boxerin hat ein wahres Talent für den Kampf­sport. Nun kämpft sie sich durch Ge­legen­heits­jobs, um ihren Kindern ein bes­se­res Leben zu er­mög­li­chen … Filmdrama über eine star­ke Frau, die sich gegen alle Wider­stände mu­tig durchs Leben boxt.

Die alleinerziehende Mutter Ali lebt mit ihren beiden Kindern und ihrer ver­träumten Mit­bewoh­nerin Mary in Hamburg. Von ihrem chole­rischen Vater aus ihrer Heimat in Rumänien ver­stoßen, ver­sucht Ali sich seitdem als Zimmer­mädchen über Wasser zu halten. Als sie ihre Arbeit jedoch plötz­lich verliert, sind Alis Existenz­sorgen größer denn je. Sie kämpft sich mit schlecht be­zahlten Gelegen­heits­jobs durch – bis sie einen Job in der Kneipe Ritze auf dem Ham­bur­ger Kiez be­kommt. In der berühm­ten Bar ist im Unter­geschoss ein Boxclub unter­ge­bracht. Ali, die in ihrer Jugend selbst be­geisterte Boxerin war, wird beim Anblick des Boxrings von ihrer alten Leiden­schaft gepackt. Der ab­gehalf­terte Besitzer der Ritze und ehe­malige Profiboxer Tanne er­kennt Alis Talent sofort und nimmt sie unter seine Fittiche. Von nun an steigt Ali als „Gipsy Queen“ in den Ring und hofft, mit dem Boxen end­lich genug Geld zu ver­dienen, um ihren Kindern ein bes­seres Leben zu ermög­lichen … Doch alles kommt anders und plötz­lich verliert sie das Einzige, was ihr in den schwe­ren Zeiten Halt gab – ihre Kinder. Wäh­rend das Jugend­amt nach einer Pflege­familie sucht, lässt Ali sich nicht auf­halten und kämpft weiter für ihre Familie.

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Gerd Müller(†): Der Weltmeister und die Sinti

August 16th, 2021  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Sport

Weltmeister Gerd Müller nach dem Finalsieg gegen die Niederlande, 7.7.1974 (CC, Foto: Nationaal Archief Fotocollectie Anefo via Wikimedia)Die deutsche Fußball-Legende Gerd Müller ist tot. Der 1945 ge­bo­re­ne FC-Ba­yern-Star ver­starb am Sonn­tag m Al­ter von 75 Jah­ren in Mün­chen.

Mit dem deutschen Nationalteam wurde Müller 1972 Europameister, 1974 machte sein ent­schei­den­der Treffer im Fina­le Deutschland zum Welt­meis­ter. In 62 Län­der­spielen er­zielte er 68 Tore, bis heute ist er der dritt­erfolg­reichs­te WM-Tor­schütze aller Zeiten. Mit sei­nem Stamm­klub FC Bayern Mün­chen war Gerd Müller vier­facher Meister, vier­facher Cup­sieger, vier­facher Europa­cup-Sie­ger. Sieben­mal war er Tor­schützen­könig der Bun­des­liga. Seine Tor­bilanz von 365 Tref­fern in 427 Bun­desliga­spie­len ist un­über­troffen. An­fang der 1980er Jahre be­ende­te er schließ­lich seine Profi­lauf­bahn.

Was in den zahllosen Nachrufen in den Zeitungen heute nicht zu lesen sein wird: Mit den Sinti und Roma war die Sport­legende zeit­lebens eng ver­bunden – so eng, dass er vielen Sinti bei­nahe als einer von ihnen galt. „Wir trauern um unse­ren Bomber Gerd Müller. Eine Legende mit einem Herzen eines Sinto“, so etwa Marcella Reinhardt vom Regio­nal­verband Deutscher Sinti und Roma in Schwaben. Unsere Kolleg/in­nen vom Roma-Verein Roma­nity“ in Mün­chen sind den von Gerd Müller selbst gern ge­schürten Ge­rüchten über seine Herkunft vor einigen Monaten einmal nach­ge­gan­gen:

Ist er’s? Ist er’s nicht? – Der „Bomber der Nation“ ein Sinto?

Eigentlich sollte es nur die Biografie eines sei­ner Fußball­idole werden. Sein Buch über Gerd Müller ent­wickelte sich aber zu einem span­nen­den Krimi über Fußball, Geld, Politik und die Geschichte des Re­kord­meis­ters Bayern München. Hans Woller, Historiker, wid­met in seinem pe­nibel und für Ball­spiel-Ver­hält­nisse sehr wissen­schaftlich recher­chier­ten Werk einige Seiten der Herkunft des wohl besten Tor­schützen der deutschen Fuß­ball­geschichte.

Gerd Müller erblickte in Nördlingen kurz nach Kriegsende das Licht der Welt und stammt aus einer ein­fachen Arbeiter­familie. Er wächst in ärm­lichs­ten Ver­hält­nissen auf und ist kein großer Fan der Schule, statt­dessen kickt er lieber mit Freunden auf den heimischen Bolz­plätzen. Darunter Freunde, die der Minder­heit der Sinti und Roma an­gehören und nach dem Krieg in seiner Heimat­stadt an­gesiedelt wurden. „Dazu zählte die weit ver­zweigte Familie Reinhardt, die ganz in der Nähe des Miets­hauses der Müllers ein An­wesen er­worben hatte. […] Es dauerte nicht lange, bis Müller im Hause der Reinhardts ein und aus ging. Er kannte keine Be­rüh­rungs­ängste, wurde wie ein Familien­mitglied be­handelt.“ Read the rest of this entry »

Facts & Figures (338)

Januar 10th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Sport

1932 wurde in Niš in Süd­ser­bi­en der Fuß­ball­klub „Gajret“ ge­grün­det, der zur Gän­ze aus Roma be­stan­den ha­ben soll.

(Quelle)

SS-Runen auf Trollmann-Gedenkstein

Mai 15th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Sport

Der beschmierte "Stolperstein" für Rukeli Trollmann in Hamburg am 12.5.2020 (Foto: Zentralrat)Deutschland: Stolperstein von Johann „Rukeli“ Troll­mann mit SS-Ru­nen be­schmiert

Im Hamburger Schanzenviertel wurde am Dienstag, den 12. Mai, ein Stolperstein, der an die Ver­folgung und Ermor­dung des Sinto Jo­hann „Rukeli“ Troll­mann er­innert, von un­bekann­ten Tätern mit SS-Runen be­schmiert. An­wohner, die die Be­schädigung ent­deckten, ha­ben die NS-Symbole um­gehend ent­fernt und den Gedenkstein ge­reinigt. Der Landes­verein der Sinti in Hamburg e.V. er­stat­tet Anzeige bei der Ham­bur­ger Polizei.

Der Gedenkstein vor dem Flora-Theater erinnert an den be­rühm­ten Sinto-Boxer Johann „Rukeli“ Trollmann, der 1933 dort sei­nen letz­ten Sieg als Profi­boxer er­kämpfte. 1942 wur­de Trollmann in Hannover ver­haftet und ins Kon­zentra­tions­lager Neuengamme ver­schleppt. Nach­dem er von einem SS-Auf­seher als der Boxer Troll­mann er­kannt wor­den war, muss­te er abend­lich ge­gen Männer der SS kämpfen. Im Sommer 1944 wur­de Trollmann im Außenlager Wittenberge von einem Kapo er­schlagen.

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Facts & Figures (273)

Februar 29th, 2020  |  Published in Facts & Figures, Sport

Der deut­sche Fuß­bal­ler Walter Laubinger, der mit dem Ham­bur­ger SV 1987 DFB-Po­kal­sie­ger wur­de, ist Sin­to.

(Quelle/pdf)

„Hier sind wir alle gleich“

Oktober 30th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Sport

uefaUEFA: Der Fußball bietet den beiden jung­en Roma Nicușor „Beto“ Vasile und Raluca Petre, die in einem be­nach­tei­lig­ten Vier­tel in der ru­mä­ni­schen Haupt­stadt Bu­ka­rest leben, eine neue Zu­kunfts­per­spek­tive.

UEFA, 22.10.2019: Jeden Monat berichtet die UEFA im Rah­men ihrer Kam­­pag­ne #Equal­Game über eine Per­­son aus einem ihrer 55 Mit­glieds­ver­bände. Sie alle sind Bei­spiele da­für, wie der Fuß­ball In­klu­sion, Zu­gang zum Sport und Viel­falt för­dert und dass Be­hin­de­rung, Reli­gion, sexuel­le Orien­tie­rung, ethni­sche Zu­gehörig­keit und soziale Her­kunft kein Hin­dernis sind, Fuß­ball zu spie­len und Spaß daran zu haben.

Zwei junge Roma aus der rumänischen Hauptstadt Bu­ka­rest schau­en zu­ver­sicht­lich nach vorne und nutzen dabei Fuß­ball als Instru­ment für ihre per­sön­liche Ent­wick­lung. Nicușor „Beto“ Vasile (13) und Raluca Petre (14) le­ben in Ferentari, einem be­nach­teilig­ten Viertel in Bukarest. Beto wohnt zu­sam­men mit seiner Mut­ter und drei Brü­dern in einem ein­zi­gen Zimmer, wäh­rend Raluca mit ihren Eltern, drei Brü­dern und zwei Schwes­tern lebt. Ihr Leben hat sich deut­lich ver­bessert, seit­dem sie den loka­len „Alter­na­tive Education Club“ (AEC) be­su­chen – dieses Pro­jekt wird vom Zentrum für Roma und Min­der­heiten durch­geführt. Im Rah­men ver­schie­de­ner Ak­tivitä­ten wie Fußball wird den jun­gen Men­schen ver­mittelt, wieder Hoff­nung und den Glau­ben an einer bes­sere Zu­kunft zu be­kommen.

Beto und seine Familie leben in einem Raum ohne Strom­ver­sor­gung. „Das Leben ist nicht wirk­lich leicht in meinem Viertel. Es ist eigent­lich sogar ziem­lich schwer“, er­klärt Beto, der mit acht Jahren be­gon­nen hat, Fußball zu spie­len. Read the rest of this entry »

„Float Like a Butterfly“ (Trailer)

Januar 9th, 2019  |  Published in Film & Theater, Frauenrechte, Sport

Float Like a Butterfly, IRL 2018
Ein Spielfilm von Carmel Winters

Der zweite Spielfilm der Regisseuerin Carmel Winters, ge­dreht in Cork, er­zählt die Com­ing-of-age-Ge­schich­te eines 15-jäh­ri­gen Mäd­chens in den 70er-Jah­ren im länd­li­chen Irland. Frances (Hazel Doupe) ver­ehrt das Boxidol Muham­med Ali, und sie will in den Box­ring stei­gen und kämp­fen, stößt dabei aber ge­gen fast un­über­wind­li­che Wider­stände. Ein Plot, der sich ein we­nig so liest wie eine iri­sche Varia­tion des briti­schen Klas­si­kers „Billy Eliott“, nur mit ver­tausch­ten Ge­schlech­ter­rol­len.

„Float Like a Butterfly“ spielt im Milieu der Minder­heit der Irish Travellers, die als fah­ren­de „Gypsies“ ähn­li­che Aus­gren­zung und An­fein­dun­gen er­fah­ren wie die (eth­nisch eigent­lich gar nicht ver­wandten) Roma. “In Ire­land, to have a young female Irish Traveller at the centre of a film, where she is a cham­pion – not a victim – of her des­tiny, is un­think­able for most people”, er­zählt die Filme­mache­rin Carmel Winters. Im Herbst wur­de „Float Like a Butter­fly“ in Toronto mit dem „FIPRESCI Prize for the Dis­covery Pro­gramme“ aus­ge­zeich­net.

(dROMa)

Facts & Figures (204)

November 25th, 2018  |  Published in Facts & Figures, Sport

Der spanische Dres­sur­rei­ter und drei­fa­che Olym­pi­a­teil­neh­mer Ra­fa­el Soto ist Gi­ta­no (span. Rom). 2004 gewann er die Sil­ber­me­dail­le im Team­be­werb.

(Quelle)

Ein Rom träumt von der Champions League

Juli 16th, 2018  |  Published in Sport

Istvan Mezei (Foto: Mirko Schwanitz/DLF)DLF: Die Fußballliga der Roma in Ungarn

Ein Radiofeature von Mirko Schwanitz
Online anhören auf DLF (mp3)
Das Manuskript zum Nachlesen
finden Sie hier.

In Ungarn ist István Mezei eine Legende: 1980 be­glei­tet er das ungari­sche Fußball-Olym­pia­team nach Moskau. Wevnig später grün­det er die erste Roma-Mann­schaft des Landes und or­gani­siert mit Ungarns Fußball­idol János Farkas eine Roma-Ju­gend­liga. Sie wird für man­chen zum Sprung­brett in die erste Liga.

István Mezei widerspricht allen Klischees, die in Europa nach wie vor von „Zigeu­nern“ ge­pflegt wer­den. Als es in den 1990er-Jah­ren in Ost­europa zu Gewalt­ex­zes­sen gegen Roma kommt, ver­anstal­ltet István Mezei Fußball­tur­niere zwi­schen Polizei- und Roma­teams. Danach wer­den erst­mals Roma in den Polizei­dienst über­nom­men. 2012 wird die von ihm ge­lei­tete National­mann­schaft der ungari­schen Roma bei der Fuß­ball-EM der euro­päi­schen Min­der­heiten Vize­europa­meister (wir berich­te­ten). Read the rest of this entry »

Deutschland: Romafeindlichkeit im Fußball

Mai 29th, 2018  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Sport

Antiziganismus im Fußballstadion: Cottbus-Fans 2018 (Foto: Screenshot, Jüdisches Forum)Rassistische Parolen während der Feier des FC Ener­gie Cottbus

Der FC Energie Cottbus feierte am Sonntag im An­schluss an ein Spiel den Auf­stieg in die 3. Liga im heimi­schen „Stadion der Freund­schaft“. Wäh­rend der Auf­stiegs­feier stimmte die Mannschaft die roma­feind­li­che Parole „Trainer, du Zigeuner“ an. Das Jüdische Forum für Demo­kratie und gegen Anti­semitis­mus (JFDA) ver­öf­fent­lich­te auf seiner Website eine Video­auf­nahme des Vor­falls. Der Cott­buser Chef­trai­ner Claus-Dieter Wollitz rief in der Presse­kon­fe­renz seiner­seits „Spieler, ihr Zigeuner“. Außer­dem sol­len im Stadion Tätowierungen mit NS-Sym­bo­len offen ge­zeigt wor­den sein. Berich­ten zu­folge haben Cottbus-Fans später auf dem Cottbuser Altmarkt mit Kapuzen im Stil des ras­sis­ti­schen Ku-Klux-Klan po­siert. Der Staatsschutz der Polizei Brandenburg ermittelt.

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Marlon Reinhardt – Weltmeister im Kickboxen

November 10th, 2017  |  Published in Sport

Der Koblenzer Sinto Marlon Reinhardt - ein Meister aus Deutschland (Foto: Zentralrat)Marlon Reinhardt, der bereits sechs deutsche Meister­titel im Kick­boxen hält, hat kürz­lich den Welt­meister­titel im Kick­boxen bis 90kg ge­wonnen. Zum ersten Mal wurde der Kob­len­zer 2011 bei der „Champions Fight Night“-Gala im Cruiser­gewicht in Kob­lenz Deut­scher Meister. Bereits als Fünf­jähriger begann der Spross der be­kann­ten Koblen­zer Musiker-Fa­milie Reinhardt mit dem Box-Training.

Der 25-jährige Sinto, der ein Meister­zertifikat für Kickboxer be­sitzt, hat mittler­weile ein eige­nes Sport­studio in Koblenz er­öffnet, wo er sein Wissen an junge Sportler weiter­gibt. Der frisch­ge­backe­ne Weltmeister, der nach seinem Fach­abitur eine Aus­bildung als Büro­kauf­mann ab­geschlos­sen hat, engagiert sich darüber hinaus mit sei­nem Verein „Django Reinhardt Music Friends e.V.“ im Bereich der mu­si­ka­li­schen För­derung von Kindern. Er selbst lernte – eben­falls im Alter von fünf Jahren – Gitarre zu spie­len und wirkte lange Zeit im be­kann­ten Ensemble sei­nes Vaters mit, dem Django Reinhardt Orchestra.

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RomaRespekt #17: Rukeli Trollmann

Oktober 30th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Sport

Radio RomarespektRadio RomaRespekt #17: Die Geschichte von Rukeli Trollmann und was danach geschah, Kontinuitäten

Sendung vom 20.5.2017: Der Boxer und Sinto Rukeli Trollmann boxt sich in den 20er Jah­ren nach oben. Die Nazis zer­stö­ren seine Kar­rie­re und er­mor­den ihn im KZ Neuen­gamme. Sei­ne Nach­fah­ren hal­ten das Gedenken an ihn wach und en­ga­gie­ren sich ge­gen Rassismus. Wolfgang Trollmann und Alfonso Ramo-Farina Dieckmann er­zäh­len von da­mals und heute.

Playlist #17:
Duo Z: Hätt ich doch Flügel / Kind im Ghetto / Lustig wär’ das Zigeunerleben

(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)

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Berlin: „Abseits im eigenen Land“

Oktober 28th, 2017  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Sport, Veranstaltungen & Ausstellungen

Roma im Sport„Abseits im eigenen Land“ – Sinti- und Roma-Sportler

Eine Ausstellung von Andrzej Bojarski

Zu sehen vom 1. Nov. bis 20. Dez. 2017 im DokuZ Sinti und Roma Berlin. Öff­­nungs­­zei­­­ten: Mo. und Mi. von 9.30 Uhr bis 16.00 Uhr so­­­wie auf An­­­fra­­ge (berlin@sintiundroma.de)

Eröffnung mit Podiumsdiskussion am 30.10.2017:
Thema „Diskriminierung und Sport“
19:00 Uhr, DokuZ, Prinzenstraße 84.2

Rassismus im Sport – ein wichtiges und sehr akt­uel­les Thema: Ob im Stadion, im Verein oder in der Be­richt­erstat­tung, Ras­sis­mus und Anti­ziganis­mus zei­gen sich im­mer wieder und in unter­schied­li­chen Dimen­sio­nen: Die Aus­gren­zung reicht von der Ver­ba­li­sie­rung weit ver­brei­te­ter Vor­urteile, über neo­nazis­tische Hetz­paro­len (z.B. „Zick Zack Zi­geu­ner­pack“) bis hin zu ge­walt­täti­gen Über­griffen. In der Sportgeschichte gibt es zahlreiche Fälle von Dis­krimi­nie­rung und Aus­schluss – be­son­ders be­troffen sind Min­der­heiten­ange­hö­rige. Drei „ver­ges­sene Helden“ des Sports – Oswald Marschall, Walter Laubinger und Sergio Peter – werden in der Aus­stel­lung „Abseits im eigenen Land“ präsentiert.

Die Ausstellung wird mit einem Podiums­gespräch zum The­ma „Dis­kri­mi­nie­rung und Sport“ er­öffnet. Es diskutieren:

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Olympiamuseum Köln: „Zigeuner-Boxer“

Juli 21st, 2017  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Sport

Rukeli TrollmannRike Reinigers „Zigeuner-Boxer“ basiert auf der Lebens­ge­schich­te des sinto-deut­schen Boxers Johann „Rukeli“ Trollmann und zeigt auf ein­drucks­volle Weise, wie in Zeiten von Unter­drückung und Terror per­sön­li­cher Mut und ver­läss­li­che Freund­schaft zum Tra­gen kom­men kön­nen. Er­zählt wird das Schick­sal des Boxers aus Sicht seines Freun­des Hans, der vom Kölner Schau­spieler Andreas Kunz ge­spielt wird. Er er­in­nert sich an Ru­ke­lis spek­ta­ku­läre Auf­tritte und seine gro­ßen Er­folge. 1933 war er Deutscher Meister ge­wor­den, doch der Titel wurde ihm we­nige Tage später mit der Be­grün­dung ab­er­kannt, sein tän­zeln­der und aus­wei­chen­der Box­stil sei „un­deutsch“. Aus Protest färb­te sich Ru­keli vor seinem nächs­ten Kampf die Haare blond und kalk­te sich die Haut weiß. So stieg er als Kari­katur eines Ariers in den Ring, um die Schläge seines Geg­ners deckungs­los hin­zu­ne­hmen, bis er zu Boden ging. In Rück­blicken er­zählt Hans den letzt­lich aus­sichts­lo­sen Kampf seines Freun­des um seine Karriere und sein Leben (Anm. d. Red.: Troll­mann wurde 1944 in einem Außen­lager des KZ Neuengamme er­mordet),

Das speziell für ein jugendliches Publikum kon­zi­pier­te Theater­stück er­mög­licht einen sehr emotio­nal an­geleg­ten Zu­gang in die Zeit des Nationalsozialismus und zeigt an­hand einer historisch ver­brief­ten Lebens­geschichte, wie staat­li­cher Will­kür und Gewalt jedes Recht auf ein men­schen­wür­di­ges Da­sein zum Opfer fällt.

Das „Deutsche Sport- & Olympia-Museum“ bietet speziel­le Auf­füh­run­gen für Schul­klassen in gleich­sam authen­ti­schem Am­biente, näm­lich in seinem Box-Ring, an. Hier be­leuch­ten auch eini­ge aus­gewählte Ex­ponate die Ge­schich­te von Johann „Rukeli“ Trollmann.

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