April 7th, 2026 |
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Film & Theater, Sport
Spielfilm, 92 Min., Ungarn 2017
Regie: Csaba M. Kiss, Gábor Rohonyi
„Brazilok“ ist eine ungarische Komödie, die die Geschichte einer kleinen Dorf-Fußballmannschaft erzählt, die aus Roma-Spielern besteht und unerwartet zur Teilnahme an einem internationalen Turnier in Brasilien eingeladen wird. Mit Humor und einer Reihe unterhaltsamer Missverständnisse beleuchtet der Film Themen wie Identität, Würde, Gemeinschaft und Hoffnungen. Die Geschichte entfaltet sich zwar als unbeschwerte Komödie mit satirischen Elementen, ist aber zugleich zutiefst herzerwärmend und vermittelt letztlich eine positive Botschaft über Inklusion, Solidarität und die Kraft der Gemeinschaft.
(Text: Opre Roma Month)
Februar 21st, 2025 |
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Geschichte & Gedenken, Sport, Veranstaltungen & Ausstellungen
Zwischen Triumph und Gewalt im Sinti- und Roma-Sport: Ausstellung in Nürnberg
Von Donnerstag, 20. Februar, bis Mittwoch,19. März 2025, präsentieren die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur und das Kulturbüro Muggenhof im Amt für Kultur und Freizeit gemeinsam mit dem Verband Deutscher Sinti und Roma – Landesverband Bayern e. V. die Ausstellung „Längst vergessene Held*innen – Sinti*zze und Rom*nja-Sportler*innen“. Die Ausstellung rückt beeindruckende Persönlichkeiten des Sports in den Fokus.
Sportlerinnen und Sportler wie etwa der Boxer Oswald Marschall, die Fußballerin Angel Theiß und der Kickboxer Gerard Lindner haben herausragende sportliche Leistungen erbracht. Sie haben sich auch dazu entschieden, ihre Herkunft als Sinti, Sintizze, Roma oder Romnja öffentlich zu machen. In eindrucksvollen Portraits erzählt die Ausstellung Geschichten von Diskriminierung und Ressentiments, aber auch von Identität, Selbstbewusstsein und dem Kampf gegen Vorurteile.
Pionierarbeit im Bereich Sportgeschichte
Die aufwändig recherchierten und persönlichen Geschichten der Athletinnen und Athleten sensibilisieren für die Vergangenheit und die aktuellen Lebensrealitäten dieser Bevölkerungsgruppe und tragen dazu bei, eigene Vorurteile zu hinterfragen. Dadurch vermittelt die Ausstellung einerseits die große Rolle des Sports für die Identitätsbildung und -festigung des Einzelnen, andererseits jedoch auch seine Anfälligkeit für Rassismus, Antiziganismus und Chauvinismus.
Die Ausstellung von Andrzej Bojarski und Oswald Marschall schließt eine Lücke in der deutschen Sportgeschichte. Namen wie Johann „Rukeli“ Trollmann, der als Sinto und Boxer während des Nationalsozialismus ermordet wurde, sind vereinzelt bekannt, während die Leistungen vieler anderer Sinti, Sintizze, Roma und Romnja im Sport weitgehend unerwähnt bleiben. Die Präsentation rückt dieses vernachlässigte Kapitel der Sportgeschichte in den Vordergrund und fördert die Anerkennung und Bedeutung der porträtierten Persönlichkeiten über ihre sportlichen Leistungen hinaus.
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November 11th, 2024 |
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Sport
Die serbische Fußball-Nationalmannschaft der Gehörlosen und Schwerhörigen hat an der Europäischen Meisterschaft der Gehörlosen im türkischen Antalya teilgenommen. Es war das erste Mal seit 50 Jahren, dass ihnen das möglich war. Sechs der Spieler sind Roma. Obwohl sich die Mannschaft qualifiziert hatte, scheiterte ihre Teilnahme beinahe daran, dass sie die Mittel für die Flüge, Übernachtungen und Ausrüstung der Spieler nicht aufbringen konnte.
In Serbien konnten sie keine Institution finden, die sie fördern wollte. Der serbische Fußballverband wollte ihnen nicht einmal die nötige Ausrüstung leihen. Der serbische Roma-Aktivist und Präsident des Nationalen Roma-Fußballteams in Serbien, Milorad Popović, kam auf uns [Anm.: Roma Center e. V.] zu, um Unterstützung für die gehörlosen Fußballer zu erhalten. In einem Brief an uns schrieben Popović und Duško Tekić, der Präsident des Sportverbands der Gehörlosen Serbiens, dass sie trotz aller Bemühungen, die Mittel aufzubringen, auf eine Mauer der Ungerechtigkeit stießen, wobei sie insbesondere den Fußballverband Serbiens erwähnten, der leider keine Bereitschaft gezeigt habe, ihren Weg zu unterstützen. Er ignoriere ihre Leistungen und bestätige damit diskriminierendes Verhalten gegenüber ihrer Gemeinschaft.
Die Spieler stammen aus zwölf Städten Serbiens und des Kosovo. Sechs der Spieler gehören der Roma-Community an, worauf sie besonders stolz sind, denn der Kampf um Gleichberechtigung im Sport, unabhängig vom sozialen oder ethnischen Hintergrund, liegt dem Verein sehr am Herzen. Sie spielten auch in den Trikots der serbischen Roma-Nationalmannschaft, die das Wappen der Republik Serbien ziert. Denn trotz aller Widerstände wollten sie Serbien repräsentieren.
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September 5th, 2024 |
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Interview, Radio, Podcast & TV, Romani, Sport
Wie die Sprache der Sinti und Roma Koblenz (Deutschland) prägt
RZInside – Der Podcast der Rhein-Zeitung (35:54 min)
Wisst ihr, wann etwas „latsches“ ist? Wann man mit dem „Tschuglo“ rausgeht und mit dem „Wasty“ telefoniert? Die Sprache der Sinti und Roma ist eng mit der Koblenzer Subkultur verwoben – darum geht es in diesem Podcast. Als Kickbox-Weltmeister lässt Marlon Reinhardt oft die Fäuste sprechen. Doch der 32-Jährige engagiert sich auch intensiv in der Sinti-Community. Im Gespräch mit Finn Holitzka bei RZInside verrät er einen besonderen Trick seines kleinen Sohnes.
(Text und Sendung: RZInside, Okt. 2023)
August 20th, 2023 |
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Sport
Das Finale ist geschlagen. Spanien ist Fußball-Weltmeister – und hat das gleich zweifach seiner Kapitänin zu verdanken: Olga Carmona, einer Gitana (spanische Romni) aus Sevilla.
[aktualisiert am 22.8.2023, siehe unten]
Olga Carmona, Star des spanischen Nationalteams und nach Angaben spanischer Roma-NGOs und Medien Gitana aus Sevilla (siehe hier, hier, hier, hier oder hier; auch skeptische Stimmen gibt es), war es, die Spanien im Semifinale gegen Schweden als Teamkapitänin kurz vor dem Schlusspfiff in der 89. Minute doch noch ins WM-Finale schoss. Und Carmona war es auch, die im heutigen Endspiel in Sydney in der 29. Minute das einzige und alles entscheidende Tor erzielte. Dank der 23-Jährigen siegte Spanien 1:0 gegen England. Und ist Weltmeister.
„Spanien ist vielfältig, und jeden Tag gleicht sein Bild auch mehr und mehr den unterschiedlichen Menschen, die wir hier leben“, freut sich die feministische Gitana-Organisation „Fakali“ auf Twitter über den Erfolg Carmonas und setzt dem das Motto „gitanas visibles“ (sichtbare Gitanas) hinzu.
Olgas Karriere auf dem Fußballrasen begann schon als Kind in Sevilla, als Mädchen in der Bubenmannschaft. Mit dem FC Sevilla, der sie schon mit 15 aus dem Jugendkader ins A-Team holte, stieg sie in die erste Liga auf. Seit drei Jahren ist die Andalusierin nun bei Real Madrid unter Vertrag. Nach Erfolgen im spanischen U19-Jugendteam, mit dem sie 2018 den Europameister-Titel erkämpfte, wurde sie vor zwei Jahren schließlich in die reguläre Nationalauswahl berufen.
„Früher habe ich Flamenco gemacht. Und Schwimmen. Aber meine Brüder waren von ganz klein auf beim Fußball dabei. Ich habe ihnen jeden Nachmittag zugeschaut, und eines Tages habe ich meinen Eltern gesagt, dass ich mit ihnen trainieren möchte. Da hat es mich gepackt. Sie meldeten mich an und ich spielte ein paar Jahre lang in ihrer Mannschaft. Einer von ihnen ist mein Zwillingsbruder (Tomás), der andere (Fran) ist ein Jahr älter, sie sind beide Fußballer“, erzählte sie in einem Interview. „Ich habe mich immer schon für eine Person mit starkem Charakter gehalten, ohne Ängste“, beschrieb sich Olga Carmona einmal selbst. Und ihren Universitätsabschluss als Sportwissenschaftlerin hat sie, so ganz nebenbei, auch bald in der Tasche. Read the rest of this entry »
Juni 27th, 2022 |
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Sport, Veranstaltungen & Ausstellungen

In Kärnten hat mit der offiziellen Eröffnungsfeier am Wochenende die EUROPEADA 2022, die Fußball-EM der autochthonen Minderheiten, begonnen. Organisiert wird das Turnier von der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN). Insgesamt 19 Männer- und 4 Frauenteams treten bis 3. Juli gegeneinander an. Mit dabei: ein Roma-Team aus Ungarn.
Mit der Europeada soll Bewusstsein für Minderheiten geschaffen werden. Immerhin gehört jeder 7. Europäer einer autochthonen Minderheit an oder spricht eine Regional- oder Minderheitensprache. Das Fußballturnier mit 19 Männer- und 4 Frauenteams aus 11 europäischen Ländern wird sich auf 11 Sportstätten in Südkärnten abspielen. Ein Spiel findet in Prevalje in Slowenien statt. Alle Mannschaften sind nach Vorbild eines Olympischen Dorfes rund um den Klopeiner See untergebracht.
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Februar 27th, 2022 |
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Film & Theater, Frauenrechte, Sport
Spielfilm von Hüseyin Tabak mit Alina Șerban (109 min, D 2018) | Nächste Ausstrahlung: 10. März um 14:15 | Online verfügbar bis 24/03/2022
Die junge alleinerziehende Romni Ali wurde nicht umsonst nach Muhammad Ali benannt – denn die ehemalige Profiboxerin hat ein wahres Talent für den Kampfsport. Nun kämpft sie sich durch Gelegenheitsjobs, um ihren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen … Filmdrama über eine starke Frau, die sich gegen alle Widerstände mutig durchs Leben boxt.
Die alleinerziehende Mutter Ali lebt mit ihren beiden Kindern und ihrer verträumten Mitbewohnerin Mary in Hamburg. Von ihrem cholerischen Vater aus ihrer Heimat in Rumänien verstoßen, versucht Ali sich seitdem als Zimmermädchen über Wasser zu halten. Als sie ihre Arbeit jedoch plötzlich verliert, sind Alis Existenzsorgen größer denn je. Sie kämpft sich mit schlecht bezahlten Gelegenheitsjobs durch – bis sie einen Job in der Kneipe Ritze auf dem Hamburger Kiez bekommt. In der berühmten Bar ist im Untergeschoss ein Boxclub untergebracht. Ali, die in ihrer Jugend selbst begeisterte Boxerin war, wird beim Anblick des Boxrings von ihrer alten Leidenschaft gepackt. Der abgehalfterte Besitzer der Ritze und ehemalige Profiboxer Tanne erkennt Alis Talent sofort und nimmt sie unter seine Fittiche. Von nun an steigt Ali als „Gipsy Queen“ in den Ring und hofft, mit dem Boxen endlich genug Geld zu verdienen, um ihren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen … Doch alles kommt anders und plötzlich verliert sie das Einzige, was ihr in den schweren Zeiten Halt gab – ihre Kinder. Während das Jugendamt nach einer Pflegefamilie sucht, lässt Ali sich nicht aufhalten und kämpft weiter für ihre Familie.
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August 16th, 2021 |
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Ehrungen & Nachrufe, Sport
Die deutsche Fußball-Legende Gerd Müller ist tot. Der 1945 geborene FC-Bayern-Star verstarb am Sonntag m Alter von 75 Jahren in München.
Mit dem deutschen Nationalteam wurde Müller 1972 Europameister, 1974 machte sein entscheidender Treffer im Finale Deutschland zum Weltmeister. In 62 Länderspielen erzielte er 68 Tore, bis heute ist er der dritterfolgreichste WM-Torschütze aller Zeiten. Mit seinem Stammklub FC Bayern München war Gerd Müller vierfacher Meister, vierfacher Cupsieger, vierfacher Europacup-Sieger. Siebenmal war er Torschützenkönig der Bundesliga. Seine Torbilanz von 365 Treffern in 427 Bundesligaspielen ist unübertroffen. Anfang der 1980er Jahre beendete er schließlich seine Profilaufbahn.
Was in den zahllosen Nachrufen in den Zeitungen heute nicht zu lesen sein wird: Mit den Sinti und Roma war die Sportlegende zeitlebens eng verbunden – so eng, dass er vielen Sinti beinahe als einer von ihnen galt. „Wir trauern um unseren Bomber Gerd Müller. Eine Legende mit einem Herzen eines Sinto“, so etwa Marcella Reinhardt vom Regionalverband Deutscher Sinti und Roma in Schwaben. Unsere Kolleg/innen vom Roma-Verein „Romanity“ in München sind den von Gerd Müller selbst gern geschürten Gerüchten über seine Herkunft vor einigen Monaten einmal nachgegangen:
Ist er’s? Ist er’s nicht? – Der „Bomber der Nation“ ein Sinto?
Eigentlich sollte es nur die Biografie eines seiner Fußballidole werden. Sein Buch über Gerd Müller entwickelte sich aber zu einem spannenden Krimi über Fußball, Geld, Politik und die Geschichte des Rekordmeisters Bayern München. Hans Woller, Historiker, widmet in seinem penibel und für Ballspiel-Verhältnisse sehr wissenschaftlich recherchierten Werk einige Seiten der Herkunft des wohl besten Torschützen der deutschen Fußballgeschichte.
Gerd Müller erblickte in Nördlingen kurz nach Kriegsende das Licht der Welt und stammt aus einer einfachen Arbeiterfamilie. Er wächst in ärmlichsten Verhältnissen auf und ist kein großer Fan der Schule, stattdessen kickt er lieber mit Freunden auf den heimischen Bolzplätzen. Darunter Freunde, die der Minderheit der Sinti und Roma angehören und nach dem Krieg in seiner Heimatstadt angesiedelt wurden. „Dazu zählte die weit verzweigte Familie Reinhardt, die ganz in der Nähe des Mietshauses der Müllers ein Anwesen erworben hatte. […] Es dauerte nicht lange, bis Müller im Hause der Reinhardts ein und aus ging. Er kannte keine Berührungsängste, wurde wie ein Familienmitglied behandelt.“ Read the rest of this entry »
Januar 10th, 2021 |
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Facts & Figures, Sport
1932 wurde in Niš in Südserbien der Fußballklub „Gajret“ gegründet, der zur Gänze aus Roma bestanden haben soll.
(Quelle)
Mai 15th, 2020 |
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Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Sport
Deutschland: Stolperstein von Johann „Rukeli“ Trollmann mit SS-Runen beschmiert
Im Hamburger Schanzenviertel wurde am Dienstag, den 12. Mai, ein Stolperstein, der an die Verfolgung und Ermordung des Sinto Johann „Rukeli“ Trollmann erinnert, von unbekannten Tätern mit SS-Runen beschmiert. Anwohner, die die Beschädigung entdeckten, haben die NS-Symbole umgehend entfernt und den Gedenkstein gereinigt. Der Landesverein der Sinti in Hamburg e.V. erstattet Anzeige bei der Hamburger Polizei.
Der Gedenkstein vor dem Flora-Theater erinnert an den berühmten Sinto-Boxer Johann „Rukeli“ Trollmann, der 1933 dort seinen letzten Sieg als Profiboxer erkämpfte. 1942 wurde Trollmann in Hannover verhaftet und ins Konzentrationslager Neuengamme verschleppt. Nachdem er von einem SS-Aufseher als der Boxer Trollmann erkannt worden war, musste er abendlich gegen Männer der SS kämpfen. Im Sommer 1944 wurde Trollmann im Außenlager Wittenberge von einem Kapo erschlagen.
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Februar 29th, 2020 |
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Facts & Figures, Sport
Der deutsche Fußballer Walter Laubinger, der mit dem Hamburger SV 1987 DFB-Pokalsieger wurde, ist Sinto.
(Quelle/pdf)
Oktober 30th, 2019 |
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Einrichtungen, Jugend & Bildung, Sport
UEFA: Der Fußball bietet den beiden jungen Roma Nicușor „Beto“ Vasile und Raluca Petre, die in einem benachteiligten Viertel in der rumänischen Hauptstadt Bukarest leben, eine neue Zukunftsperspektive.
UEFA, 22.10.2019: Jeden Monat berichtet die UEFA im Rahmen ihrer Kampagne #EqualGame über eine Person aus einem ihrer 55 Mitgliedsverbände. Sie alle sind Beispiele dafür, wie der Fußball Inklusion, Zugang zum Sport und Vielfalt fördert und dass Behinderung, Religion, sexuelle Orientierung, ethnische Zugehörigkeit und soziale Herkunft kein Hindernis sind, Fußball zu spielen und Spaß daran zu haben.
Zwei junge Roma aus der rumänischen Hauptstadt Bukarest schauen zuversichtlich nach vorne und nutzen dabei Fußball als Instrument für ihre persönliche Entwicklung. Nicușor „Beto“ Vasile (13) und Raluca Petre (14) leben in Ferentari, einem benachteiligten Viertel in Bukarest. Beto wohnt zusammen mit seiner Mutter und drei Brüdern in einem einzigen Zimmer, während Raluca mit ihren Eltern, drei Brüdern und zwei Schwestern lebt. Ihr Leben hat sich deutlich verbessert, seitdem sie den lokalen „Alternative Education Club“ (AEC) besuchen – dieses Projekt wird vom Zentrum für Roma und Minderheiten durchgeführt. Im Rahmen verschiedener Aktivitäten wie Fußball wird den jungen Menschen vermittelt, wieder Hoffnung und den Glauben an einer bessere Zukunft zu bekommen.
Beto und seine Familie leben in einem Raum ohne Stromversorgung. „Das Leben ist nicht wirklich leicht in meinem Viertel. Es ist eigentlich sogar ziemlich schwer“, erklärt Beto, der mit acht Jahren begonnen hat, Fußball zu spielen. Read the rest of this entry »
Januar 9th, 2019 |
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Film & Theater, Frauenrechte, Sport
Float Like a Butterfly, IRL 2018
Ein Spielfilm von Carmel Winters
Der zweite Spielfilm der Regisseuerin Carmel Winters, gedreht in Cork, erzählt die Coming-of-age-Geschichte eines 15-jährigen Mädchens in den 70er-Jahren im ländlichen Irland. Frances (Hazel Doupe) verehrt das Boxidol Muhammed Ali, und sie will in den Boxring steigen und kämpfen, stößt dabei aber gegen fast unüberwindliche Widerstände. Ein Plot, der sich ein wenig so liest wie eine irische Variation des britischen Klassikers „Billy Eliott“, nur mit vertauschten Geschlechterrollen.
„Float Like a Butterfly“ spielt im Milieu der Minderheit der Irish Travellers, die als fahrende „Gypsies“ ähnliche Ausgrenzung und Anfeindungen erfahren wie die (ethnisch eigentlich gar nicht verwandten) Roma. “In Ireland, to have a young female Irish Traveller at the centre of a film, where she is a champion – not a victim – of her destiny, is unthinkable for most people”, erzählt die Filmemacherin Carmel Winters. Im Herbst wurde „Float Like a Butterfly“ in Toronto mit dem „FIPRESCI Prize for the Discovery Programme“ ausgezeichnet.
(dROMa)
November 25th, 2018 |
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Facts & Figures, Sport
Der spanische Dressurreiter und dreifache Olympiateilnehmer Rafael Soto ist Gitano (span. Rom). 2004 gewann er die Silbermedaille im Teambewerb.
(Quelle)
Juli 16th, 2018 |
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Sport
DLF: Die Fußballliga der Roma in Ungarn
Ein Radiofeature von Mirko Schwanitz
Online anhören auf DLF (mp3)
Das Manuskript zum Nachlesen finden Sie hier.
In Ungarn ist István Mezei eine Legende: 1980 begleitet er das ungarische Fußball-Olympiateam nach Moskau. Wevnig später gründet er die erste Roma-Mannschaft des Landes und organisiert mit Ungarns Fußballidol János Farkas eine Roma-Jugendliga. Sie wird für manchen zum Sprungbrett in die erste Liga.
István Mezei widerspricht allen Klischees, die in Europa nach wie vor von „Zigeunern“ gepflegt werden. Als es in den 1990er-Jahren in Osteuropa zu Gewaltexzessen gegen Roma kommt, veranstalltet István Mezei Fußballturniere zwischen Polizei- und Romateams. Danach werden erstmals Roma in den Polizeidienst übernommen. 2012 wird die von ihm geleitete Nationalmannschaft der ungarischen Roma bei der Fußball-EM der europäischen Minderheiten Vizeeuropameister (wir berichteten). Read the rest of this entry »
Mai 29th, 2018 |
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Rassismus & Menschenrechte, Sport
Rassistische Parolen während der Feier des FC Energie Cottbus
Der FC Energie Cottbus feierte am Sonntag im Anschluss an ein Spiel den Aufstieg in die 3. Liga im heimischen „Stadion der Freundschaft“. Während der Aufstiegsfeier stimmte die Mannschaft die romafeindliche Parole „Trainer, du Zigeuner“ an. Das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) veröffentlichte auf seiner Website eine Videoaufnahme des Vorfalls. Der Cottbuser Cheftrainer Claus-Dieter Wollitz rief in der Pressekonferenz seinerseits „Spieler, ihr Zigeuner“. Außerdem sollen im Stadion Tätowierungen mit NS-Symbolen offen gezeigt worden sein. Berichten zufolge haben Cottbus-Fans später auf dem Cottbuser Altmarkt mit Kapuzen im Stil des rassistischen Ku-Klux-Klan posiert. Der Staatsschutz der Polizei Brandenburg ermittelt.
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November 10th, 2017 |
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Sport
Marlon Reinhardt, der bereits sechs deutsche Meistertitel im Kickboxen hält, hat kürzlich den Weltmeistertitel im Kickboxen bis 90kg gewonnen. Zum ersten Mal wurde der Koblenzer 2011 bei der „Champions Fight Night“-Gala im Cruisergewicht in Koblenz Deutscher Meister. Bereits als Fünfjähriger begann der Spross der bekannten Koblenzer Musiker-Familie Reinhardt mit dem Box-Training.
Der 25-jährige Sinto, der ein Meisterzertifikat für Kickboxer besitzt, hat mittlerweile ein eigenes Sportstudio in Koblenz eröffnet, wo er sein Wissen an junge Sportler weitergibt. Der frischgebackene Weltmeister, der nach seinem Fachabitur eine Ausbildung als Bürokaufmann abgeschlossen hat, engagiert sich darüber hinaus mit seinem Verein „Django Reinhardt Music Friends e.V.“ im Bereich der musikalischen Förderung von Kindern. Er selbst lernte – ebenfalls im Alter von fünf Jahren – Gitarre zu spielen und wirkte lange Zeit im bekannten Ensemble seines Vaters mit, dem Django Reinhardt Orchestra.
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Oktober 30th, 2017 |
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Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Sport
Radio RomaRespekt #17: Die Geschichte von Rukeli Trollmann und was danach geschah, Kontinuitäten
Sendung vom 20.5.2017: Der Boxer und Sinto Rukeli Trollmann boxt sich in den 20er Jahren nach oben. Die Nazis zerstören seine Karriere und ermorden ihn im KZ Neuengamme. Seine Nachfahren halten das Gedenken an ihn wach und engagieren sich gegen Rassismus. Wolfgang Trollmann und Alfonso Ramo-Farina Dieckmann erzählen von damals und heute.
Playlist #17:
Duo Z: Hätt ich doch Flügel / Kind im Ghetto / Lustig wär’ das Zigeunerleben
(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)
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Oktober 28th, 2017 |
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Rassismus & Menschenrechte, Sport, Veranstaltungen & Ausstellungen
„Abseits im eigenen Land“ – Sinti- und Roma-Sportler
Eine Ausstellung von Andrzej Bojarski
Zu sehen vom 1. Nov. bis 20. Dez. 2017 im DokuZ Sinti und Roma Berlin. Öffnungszeiten: Mo. und Mi. von 9.30 Uhr bis 16.00 Uhr sowie auf Anfrage (berlin@sintiundroma.de)
Eröffnung mit Podiumsdiskussion am 30.10.2017:
Thema „Diskriminierung und Sport“
19:00 Uhr, DokuZ, Prinzenstraße 84.2
Rassismus im Sport – ein wichtiges und sehr aktuelles Thema: Ob im Stadion, im Verein oder in der Berichterstattung, Rassismus und Antiziganismus zeigen sich immer wieder und in unterschiedlichen Dimensionen: Die Ausgrenzung reicht von der Verbalisierung weit verbreiteter Vorurteile, über neonazistische Hetzparolen (z.B. „Zick Zack Zigeunerpack“) bis hin zu gewalttätigen Übergriffen. In der Sportgeschichte gibt es zahlreiche Fälle von Diskriminierung und Ausschluss – besonders betroffen sind Minderheitenangehörige. Drei „vergessene Helden“ des Sports – Oswald Marschall, Walter Laubinger und Sergio Peter – werden in der Ausstellung „Abseits im eigenen Land“ präsentiert.
Die Ausstellung wird mit einem Podiumsgespräch zum Thema „Diskriminierung und Sport“ eröffnet. Es diskutieren:
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Juli 21st, 2017 |
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Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Sport
Rike Reinigers „Zigeuner-Boxer“ basiert auf der Lebensgeschichte des sinto-deutschen Boxers Johann „Rukeli“ Trollmann und zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie in Zeiten von Unterdrückung und Terror persönlicher Mut und verlässliche Freundschaft zum Tragen kommen können. Erzählt wird das Schicksal des Boxers aus Sicht seines Freundes Hans, der vom Kölner Schauspieler Andreas Kunz gespielt wird. Er erinnert sich an Rukelis spektakuläre Auftritte und seine großen Erfolge. 1933 war er Deutscher Meister geworden, doch der Titel wurde ihm wenige Tage später mit der Begründung aberkannt, sein tänzelnder und ausweichender Boxstil sei „undeutsch“. Aus Protest färbte sich Rukeli vor seinem nächsten Kampf die Haare blond und kalkte sich die Haut weiß. So stieg er als Karikatur eines Ariers in den Ring, um die Schläge seines Gegners deckungslos hinzunehmen, bis er zu Boden ging. In Rückblicken erzählt Hans den letztlich aussichtslosen Kampf seines Freundes um seine Karriere und sein Leben (Anm. d. Red.: Trollmann wurde 1944 in einem Außenlager des KZ Neuengamme ermordet),
Das speziell für ein jugendliches Publikum konzipierte Theaterstück ermöglicht einen sehr emotional angelegten Zugang in die Zeit des Nationalsozialismus und zeigt anhand einer historisch verbrieften Lebensgeschichte, wie staatlicher Willkür und Gewalt jedes Recht auf ein menschenwürdiges Dasein zum Opfer fällt.
Das „Deutsche Sport- & Olympia-Museum“ bietet spezielle Aufführungen für Schulklassen in gleichsam authentischem Ambiente, nämlich in seinem Box-Ring, an. Hier beleuchten auch einige ausgewählte Exponate die Geschichte von Johann „Rukeli“ Trollmann.
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