Sport

EM der Minderheiten in Südtirol eröffnet

Juni 20th, 2016  |  Published in Sport

Roma aus Ungarn (Foto: Europeada)Am Wochenende begann im Südtiroler Puster- und Gadertal die EUROPEADA 2016, die drit­te Fußball-Europa­meis­ter­schaft der au­tochto­nen na­tio­na­len Minder­heiten mit 24 Män­ner- und erst­mals auch sechs Frauen­teams. Mit dabei: eine Roma-Auswahl aus Ungarn. Das Romateam zählt zu den Fa­vo­ri­ten. Schon bei der ersten Euro­pea­da 2008 be­leg­te das „Hunga­rian Gipsy National Foot­ball Team“ den dritten Platz. Und das letz­te Mal (2012) muss­ten sich die unga­ri­schen Roma nur dem un­be­zwing­ba­ren Team der Süd­tiro­ler ge­schla­gen geben. Der Auftakt in Niederdorf ver­lief für die Roma jeden­falls wunsch­gemäß: mit einem herz­haften 4:0 gegen die bunt zu­sam­men­ge­wür­fel­te Min­der­heiten­aus­wahl aus Estland. Über das Turnier selbst erfährt man auf der Website der Euro­pea­da Fol­gendes:

Die Veranstaltung steht unter dem Motto Viel­fältig­keit, Acht­sam­keit, Respekt. Sechs Minder­heiten nehmen so­wohl am Frauen- als auch am Männer­turnier teil: die deutsch­spra­chi­gen Südtiroler und die Ladiner aus Italien, die Lausitzer Sorben aus Deutsch­land, die Okzitaner aus Frank­reich, die Rätoromanen aus der Schweiz und die Russland­deutschen. Au­ßer­dem sind fol­gen­de Män­ner­teams mit dabei: die Deut­schen in Dänemark, die Dänen in Deutsch­land, die Nordfriesen – eben­falls aus Deutsch­land, die Min­der­hei­ten­aus­wahl Est­land, die Zimbern aus Italien, die Serben in Kroatien, die Kärntner Slowenen aus Öster­reich, die Deut­schen in Polen, die Ungarn in Rumänien, die Aromunen – auch aus Ru­mä­nien, die Kroaten in Serbien, die Ungarn in der Slowakei, die Krimtataren aus der Ukraine, die Deutschen in Ungarn, die Slowaken in Ungarn, die Roma – ebenfalls aus Ungarn, die Manx aus der Isle of Man. Die Ver­tre­tun­gen der Min­der­hei­ten kom­men aus 17 un­ter­schied­li­chen euro­päi­schen Län­dern.

Die Auswahl „Hungarian Gipsy National Football Team“ vertritt die Minderheit der Roma in Ungarn. Der Kader für die EUROPEADA 2016: Read the rest of this entry »

Lille, Rom, Madrid: Hools erniedrigen Bettler

Juni 17th, 2016  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Sport

Frankreich: englischer Hooligan macht Drohgesten gegenüber bettelnden Romakindern; der Mob wirft Münzen und Kronkorken (Videostill)Seit einigen Tagen macht ein Video von der EM in Frank­reich die Runde, das engli­sche Fuß­ball­an­hän­ger dabei zeigt, wie sie sich die Warte­zeit zwischen den Spie­len ver­kür­zen: indem sie bet­teln­de Roma-Kinder auf der Straße ver­spot­ten. Auf­ge­nom­men wur­de das Video vor einem Res­tau­rant in Lille. Nun ist dies nicht das ein­zige Do­ku­ment der­ar­ti­ger men­sch­li­cher Nieder­tracht: Bet­teln­­de Men­schen zu ver­höh­nen scheint sich neuer­dings zum be­lieb­ten Zeit­vertreib von Fuß­ball­hooligans zu ent­wickeln – ob tschechische An­hän­ger von Sparta Prag in Rom, die im März auf eine Frau uri­nier­ten; oder Hooli­gans des PSV Eindhoven, die sich (eben­falls im März) auf der Plaza Mayor von Madrid ei­nen Spaß daraus mach­ten, Roma-Frauen aus Ost­euro­pa zu er­nied­ri­gen. (Zum Glück gab es an­ge­sichts sol­cher Sze­nen auch den einen oder anderen holländi­schen Fan, der sich demonstra­tiv anders ver­hielt.)

(dROMa)

FIFA pomoschinel Romane tschavenge

April 30th, 2016  |  Published in Jugend & Bildung, Sport

Fifa2016 pomoschinel i FIFA 139 orga­ni­sa­ci­jenge ande 58 vilagi cilon USD 4,3 mi­li­jo­nenca. Ofto orga­ni­sa­ciji use pele, sa­ven­ge ada bersch po­mo­schim ol, telen­de te o pro­jek­to andar i Ru­me­ni­ja o „Policy Center for Roma and Minorities“. But ischo­lasch­tscha odoj i isch­kola tel pha­gen taj ande igen soralo tscho­ripe iste dschin. La FIFAkere po­mo­scha­goha oda akan pal dschu­mim te ol.

„O Football for Hope-Programo pomoschinel 52 Roma- taj avre tscha­ven­ge ande Ferentari, jek igen tscho­ro fo­ros­ke­ro fa­lato ande Bukarest“, phe­nel i Raluca Negulescu, ekse­ku­tiv­di­rek­tor­ki­ja le „Policy Center for Roma and Minorities“. „Lob­da te khe­lel le tscha­venge taj tscha­jenge, save usi risiko­ja­keri grupn le isch­ko­la­kere tel pha­gen­der genen, o vudar uso tra­di­ci­jo­neli sika­dipe prado ol. O progra­mo del le tscha­venge o scha­jipe, puma­ro sora­lipe te lakel taj pu­maro po­ten­ci­jal latsche ar te schejpfi­nel. Va­scho ‚Football for Hope‘ schaj imar o ersch­ti tscha­ja­keri lob­da­kero team kerdo ulo taj schaj afka o tel­di­pe pri­kal o po­ten­ci­jal taj o talen­to le Ro­men­dar- taj avre tscha­jen­dar andar tscho­re khe­ta­niptscha upre bau­nim ol.“

(de.fifa.com |Prik bescharipe: Josef Schmidt)

FIFA: Football for Hope

April 7th, 2016  |  Published in Jugend & Bildung, Sport

FifaFIFA dehnt ihr globales sozia­les En­gage­ment aus – und för­­dert nun auch Ro­ma-Kin­­der in Bu­­ka­rest

2016 unterstützt die FIFA 139 Organisa­tio­nen in 58 Ländern mit ins­gesamt USD 4,3 Mil­lio­nen. Acht Orga­ni­sa­tio­nen wer­den in diesem Jahr neu unter­stützt, darun­ter das Policy Center for Roma and Minorities, das in Rumänien die Quote der Schul­ab­bre­cher un­ter Roma- und ande­ren Kindern, die in extre­mer Armut leben, sen­ken will.

„Das Football-for-Hope-Programm hilft 52 Roma- und ande­ren Kin­dern in Ferentari, einem der ärmsten und mar­gi­na­li­sier­tes­ten Tei­le Bukarests“, er­klärt Raluca Negulescu, Exe­ku­tiv­direk­to­rin des Policy Center for Roma and Mi­no­ri­ties. „Der Fußball ist für Jun­gen und Mädchen, die zur Ri­si­ko­gruppe der Schul­ab­bre­cher ge­hö­ren, das Tor zur tra­di­tio­nel­len Bildung. Das Programm bie­tet den Kindern die Mög­lich­keit, ihre Stär­ken zu ent­decken und ihr Poten­zial mög­lichst aus­zu­schöp­fen. Dank Football for Hope konn­ten wir hier das erste Mädchen­fußball­team grün­den und kön­nen so Vor­urteile gegen­über dem Po­ten­zial und dem Ta­lent von Roma- und an­de­ren Mädchen aus ar­men Ge­mein­schaf­ten ab­bauen.“

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Senkrechtstarter Norbert Balogh

Januar 28th, 2016  |  Published in Sport

Senkrechtstarter Norbert Balogh, die neue Nr. 22 in Palermo (Foto: US Palermo)Ungarns bestbezahlter Fußballer ist ein Rom: Norbert Balogh wurde von US Palermo unter Vertrag ge­nom­men und wechselt von seinem unga­ri­schen Heimat­verein VSC Debrecen nach Italien. Der italienische Serie-A-Verein hat für Balogh eine Ablöse­summe von 2,2 Millionen sprin­gen lassen. Der 19-Jährige hat sich für vier­einhalb Jahre ver­pflich­tet – und wird dafür die stolze Summe von ins­gesamt 2,8 Millio­nen einstreichen. Norbert Balogh hat die Fußball­aka­de­mie in Debrecen ab­sol­viert und begann seine Lauf­bahn in Hajdúböszörmény. Er zählt auch zum Stamm­kader des ungarischen U21-Nationalteams. Über seine Herkunft erzählte Balogh in einem Inter­view einmal selbst (zit. n. Romea.cz):

Ich bin in einer Roma-Siedlung in Hajdúböszörményi aufgewachsen. Meine Eltern hatten sehr wenig Geld und es kam mehr als einmal vor, dass wir ohne Abendessen ins Bett mussten. Diese Armut hat mir viel Kummer bereitet und ich habe mich geschämt, weil die anderen Kinder in der Schule modische Schuhe trugen, während ich nur welche aus dem Secondhandladen hatte. Ich kann mich erinnern, wie betrübt ich einmal wegen einer Markenschuhe-Reklame war, in der David Beckham zu sehen war, weil es mir damals ganz klar war, dass so etwas für mich nicht in Frage kam. Wenn ich daran zurückdenke, bin ich für meine Kindheit, natürlich, auch dankbar: Sie hat mir beigebracht, das, was ich habe, umso mehr zu schätzen. Selbst wenn meine Erfolge weiter andauern, selbst wenn ich nie wieder finanzielle Entbehrungen erdulden muss, werde ich nie vergessen, woher ich komme. Ich pflege noch immer meine Freundschaften und Beziehungen mit den Leuten aus der Siedlung und ich möchte, dass dies auch in Zukunft so bleibt. Read the rest of this entry »

Hilfe zur Selbsthilfe – mit Fußball

April 9th, 2015  |  Published in Einrichtungen, Sport

Die Stars des Romateams "Aver Roma" (Foto via Romea.cz)Tschechien: Der Verein „Aver Roma“ leistet Hilfe zur Selbsthilfe – mit Fußball

Radio Prag: Am Rande des nordböhmischen Most / Brüx gibt es eine große Plattenbausiedlung namens Chanov. (…) Chanov hat seit Jahren den Ruf eines Roma-Ghettos, um das Fremde einen großen Bogen machen. Vor etwa zwei Jahren formierte sich jedoch genau dort eine Gruppe von engagierten Roma, die die triste Situation verbessern möchten. „Aver Roma“ heißt sie, zu deutsch „Andere Roma“. Die Mitglieder haben einen einfachen Weg gewählt: Sie spielen Fußball mit den Jugendlichen. Jindřich Vaňo ist Sekretär des Clubs: „Am Anfang war es schwierig mit unseren Jungen, sie sind einfach Heißsporne. Disziplin hat also die höchste Priorität. (…) Das heißt, während andere Teams vor dem Spiel angespornt werden müssen, sind unsere Jungen eher zu beruhigen. Die Ergebnisse sind schon sichtbar: Wir sind zum fairsten Team im Bezirk Chomutov / Komotau erklärt worden. (…) Unsere Spieler meckern nicht und tragen keine Konflikte aus, sondern konzentrieren sich auf das Spiel.“

Der Club FK Chanov spielt mittlerweile in der Kreisliga und trifft dort auf Nicht-Roma-Mannschaften. Die erste Saison beendete der Verein sogar auf dem dritten Platz. Auf diese Weise können die Jungen auch ihre „weißen“ Altersgenossen kennenlernen und mit einigen sogar Freundschaft anknüpfen (…). Außerdem werden die Fußballspieler aus Chanov relativ leicht an Schulen aufgenommen und schaffen es auch, dort zu bestehen. (…)

Irena Petráková ist Angestellte der Stadtverwaltung Most. Sie hilft dem Verein seit den Anfangstagen: „Ich erinnere mich an das erste Spiel des Clubs, das ich gesehen habe. (…) Für die ‚weißen‘ Jungen war es wahrscheinlich das erste Treffen aufeinandertreffen. Und sie haben dabei erkannt, dass man mit Roma ganz normal umgehen kann.“

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I AS-Roma-Dekada

Januar 9th, 2015  |  Published in Geschichte & Gedenken, Sport, dROMa (Magazin)

Helden aus der Wart: 1. AS RomaO schtirmertscha sik sar i bavlal, pakista­ni­schi leg­ijo­ner­tscha taj lob­da­keri fa­mi­li­ja, savi min­dig pa­lo team ter-dscho­la­hi: o desch­ber­schen­gero le ersch­ti austri­ti­ke Ro­men­ge­re lob­da­ke­re teamis­tar an­do cajta­ke­ro na­schi­pe

Le Michael Woggistar

(Andar: dROMa 34, Sommer | Linaj 2012, S. 16-19 (Themenheft: Sport | Schpurt)

O keripe le „Farajnistar Roma“ ando juli 1989 ojs erschti dikipes­kero cajchen la eman­ci­pac­jo­na­tar le Romen­dar andar o Bur­gen­land hi, taj palo­da o Roma jek aktivi khe­ta­ni­pes­kero taj kultu­reli than ando Bur­gen­land lakle. Butvar ando sudi­ti­ko Burgen­land, bari­ka­no sina te o keripe jeke dujte kojes­tar, savo o mici­nipe prik lija taj meg sora­le­der kertscha: o AS Roma. Ando juli 1990 o nevo lob­da­kero khe­lipes­kero klub Erbate pro erschti khe­lipe kertscha. Gejng o team Etagencafé na­schade 1:2. Kekaj but dsche­ne odoj sina, taj tel lendar igen but dschuv­lane.

„So kameha“, phenel o Marton Horvath, „amen pantsch lob­da­schen­ca taj schov na lob­da­schen­ca kheltscham.“ O Mar­ton usar ada erschti khe­lipe dschi uso lejcti ando bersch 2000 o tre­neri sina. Desch ber­scha sora­le vaha vo­dintscha ov o bari­kano Romen­gero team: „Te ov valaso phen­lahi, akor niko na vaker­lahi pal“, phenel les­kero tschau Martin, savo palo­da ojs lek ter­ne­der khe­la­schi 13 ber­schen­ca uso team use sina. Marton: „Amen dujvar ando kurko tre­ni­rina­hahi, sakor kurko, bisch dsche­ne.“ But len­dar Betschis­te butscha­li­nahi vaj avre tha­neske – odo ham na ker­lahi nischta: Kur­kes­ke treni­rim vaj khel­do ov­lahi, te an­do dschend andi hala.

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Die AS-Roma-Dekade

Januar 9th, 2015  |  Published in Geschichte & Gedenken, Sport, dROMa (Magazin)

Spieler und Fans: 1. AS RomaPfeilschnelle Stürmer, pakista­ni­sche Legio­näre und eine treue Fan­familie: das Jahr­zehnt der ers­ten Roma-Fußball­mann­schaft Öster­reichs im Zeit­raffer

(erschienen in: dROMa 34, Sommer | Linaj 2012)

Von Michael Wogg

Die Gründung des „Verein Roma“ im Juli 1989 gilt als ers­tes weit­hin sicht­bares Zeichen der Eman­zipa­tion der Burgen­land-Roma; in der Folge haben die Roma zu einer akti­ven gesell­schaft­li­chen und kultu­rel­len Rolle im Burgen­land ge­fun­den. Zumin­dest im Süd­burgen­land ähn­lich wichtig war die Schaf­fung eines zweiten Stand­beins, das den Schwung aus der Auf­bruch­stim­mung auf­nahm und nach­haltig ver­stärkte: des AS Roma. Das erste Match dieses neuen Fußball­klubs fand im Juli 1990 in Oberwart statt. Gegen die Mann­schaft Etagencafé verlor die Roma-Truppe mit 1:2. Trotz der Unterstüt­zung vieler, zumal weib­li­cher Fans.

„Was willst du“, sagt Marton Horvath, „wir haben gespielt mit fünf Fuß­ballern und sechs Nicht­fuß­bal­lern.“ Marton war von diesem ers­ten Spiel an bis zum letz­ten im Jahr 2000 Trainer des Teams. Zehn Jahre lang lenkte er die legen­däre Roma-Mann­schaft mit stren­ger Hand: „Wenn er was gesagt hat, hat keiner zurück­geredet“, bestä­tigt sein Sohn Martin, der später als jüngs­ter Spieler im zarten Alter von 13 Jahren ins Team ein­gestie­gen war. Marton: „Wir haben zweimal die Woche trai­niert, jede Woche, 20 Leute.“ Viele arbei­te­ten in Wien am Bau oder sonst wo – egal: Am Wochen­ende wurde trai­niert und gespielt, auch im Winter in der Halle.

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dROMa 34 (2012): Sport | Schpurt

Januar 5th, 2015  |  Published in Sport, dROMa (Magazin)

droma_34Sommer | Linaj 2012
>>Inhaltsverzeichnis |  >>Download (zip)

Es kommt nicht oft vor, dass sich Roma, die sich als Sport­ler ganz nach oben ge­kämpft ha­ben, öffent­lich zu ihrer Her­kunft be­ken­nen. Zu harsch ist die Ab­leh­nung, die ihnen in die­sem Bereich noch immer ent­gegen­schlägt. Sport­liche Leis­tun­gen sind nichts, womit die Mehr­heits­gesell­schaft Roma in Ver­bin­dung brin­gen will. Dabei gibt es (beson­ders in den pro­leta­ri­schen Sparten des Fußball- und Boxsports) in den Rei­hen der Natio­nal­teams und Olym­pia­sieger, der Welt- und Eu­ropa­meis­ter nicht we­nige Roma. Grund genug, dieses Heft dem Sport zu wid­men: Wie schwer es Roma im Fuß­ball ha­ben, aber auch, wie sehr sich man­ches zum Posi­ti­ven zu wen­den beginnt, schil­dert Ronny Blaschke. Michael Teichmann lotet die bemer­kens­werten (und nicht im­mer unproble­ma­ti­schen) Berüh­rungs­punkte von Box­sport und Roma-Kul­tur aus. Das Jahr­zehnt des legen­dären bur­gen­län­di­schen „AS Roma“, der das Fußball zum Exerzier­feld der Roma-Eman­zi­pa­tion um­funk­tio­nierte, lässt Michael Wogg Revue pas­sieren. Und Roman Urbaner zieht eine er­schre­ckende Bilanz über die Schat­ten­seiten der Olym­pi­schen Spiele, bei deren Vor­berei­tung beson­ders eth­ni­sche Minder­hei­ten unter die Räder ge­raten.

Na al butvar angle, hot Roma, saven ando schpurt igen baro prind­scha­ripe hi, ando pra­dipe use pu­maro telsch­ta­mi­nipe ter­dschon. Igen baro o tel­di­kipe hi, savo on akor esbe iste len. Schpur­tis­kere kerip­tscha nan nischta, soha o gadsche le Ro­men ando khe­tan phand­lipe te anel kamna. Ham (ando pro­leta­ri­schi fa­lati le lob­da­kere kheli­pes­kere- taj boksi­ni­pes­kere schpur­tistar) ando nacijo­nal teams taj telal olim­pija­kere jeri­nasch­tscha, themes­kere taj euro­pa­kere mas­tertscha but Roma del. Read the rest of this entry »

„Er hatte nur das Publikum“

Dezember 18th, 2014  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Literatur & Bücher, Sport

Deutscher Meistertaz.de: Er war Sinto, Profiboxer, Frauenschwarm und NS-Opfer. Stephanie Bart hat ei­nen Roman über Johann „Rukelie“ Trollmann ge­schrie­ben – und zeigt, wie er po­pu­lär wer­den konnte.

taz: Frau Bart, Ihr Roman handelt von Johann „Rukelie“ Troll­mann, einem Profi­boxer, der sehr popu­lär war, der 1933 Deutscher Meister wur­de und den die Nazis im KZ er­mor­de­ten. Wie wurde ein Sinto-Boxer zum Star?
Stephanie Bart: Seine besondere Qualität war, dass er ein charisma­ti­scher Mensch war. Der kam in den Ring, winkte kurz mit der Hand – und alle fan­den es toll und waren ent­zückt. Wenn unser­eins kurz mit der Hand winkte, wür­de man daran nichts Tolles fin­den. Außer­dem sah er gut aus, das hilft na­tür­lich auch.

Er galt als eleganter Boxer.
Ja, wobei bemerkenswert ist, dass solche Boxer wie er, die sehr tech­nisch geboxt ha­ben, in der Box­sport­ge­schichte zwar oft erfolg­reich waren, aber nicht ge­liebt wur­den. Das Pub­li­kum will harte Kämpfe, will Blut sehen. Troll­mann aber hat tech­nisch ge­boxt, und die Leute fan­den ihn trotz­dem gut. Er hat es also ver­stan­den, einen unpopu­lären Stil popu­lär zu machen.

Warum war dieser einzigartige Boxer, als den Sie ihn be­schrei­ben, über Jahr­zehnte ver­gessen?
Weil das nationalsozialistische Unrecht an Sinti und Roma nach 1945 bruch­los fort­geführt wurde. Read the rest of this entry »