Ehrungen & Nachrufe

goEast: Produktionspreis für „JOŽKA“

Mai 3rd, 2016  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

RomaTrial, 27.4.2016:  Am letzten Dienstag ging in Wiesbaden die 16. Edition von goEast zu Ende, des Festivals des mittel- und ost­euro­päi­schen Films. In des­sen Rah­men star­tete goEast gemein­sam mit der Stif­tung „Erin­ne­rung, Ver­antwor­tung und Zukunft“ (EVZ) das Pilot­projekt OPPOSE OTHERING zur För­de­rung von jungen Filme­ma­cher*in­nen aus Deutschland und Mit­tel- und Ost­euro­pa, die sich mit aus­gren­zen­den Ein­stel­lun­gen ge­gen­über Men­schen unter­schied­li­cher sozia­ler, reli­giö­ser, kul­tu­rel­ler, eth­ni­scher Her­kunft und/oder sexuel­ler Iden­ti­tät fil­misch auseinan­der­setzen und Men­schen und Pro­jekte porträ­tie­ren, die Soli­da­ri­tät, Zivil­courage und Wider­stand gegen Diskri­mi­nie­rung för­dern. RomaTrial e.V. bewarb sich mit dem Vorha­ben, ein Film­portrait des Roma-Aktivisten Jozef Miker aus der tsche­chi­schen Stadt Krupka mit dem Na­men „JOŽKA“ zu pro­du­zie­ren. (Anm.: oben seh­en Sie das be­reits publi­zier­te Romaday-Kam­pagnen­video). Wir freuen uns sehr, dass die drei­köpfi­ge Jury den ge­plan­ten Kurzfilm für die För­de­rung empfoh­len hat und RomaTrial e.V. Pro­duk­tions­preis­gelder in Höhe von 3.000 Euro erhält.

JOŽKA: Eine Hoffnung für unsere Gesellschaft

Seitdem seine Gesundheit durch lebens­lange Arbeit im Berg­bau zer­stört wur­de, wid­met sich Jožka dem Kampf für eine bes­sere, ge­rech­tere Ge­sell­schaft und gegen die kon­ti­nuier­li­che Diskri­mi­nie­rung von Roma in Tschechien, in der Schweine­mast­an­lage am Ort des ehe­ma­li­gen KZ Lety ver­körpert. Letzt­end­lich ver­pflich­te­te er sich dem Groß­vater seiner Frau, einem Lety-Über­leben­den, die Schwei­ne­mast schließen zu las­sen und damit ein wür­di­ges Erinnern an die tsche­chi­schen Opfer des Roma-Holocaust zu er­mög­li­chen. Doch es ist wie ein Kampf ge­gen die Wind­müh­len: Keiner der tsche­chi­schen Poli­ti­ker nimmt sich die­ses Themas an, in der Gesell­schaft sind nach wie vor star­ke Ressen­ti­ments den Roma gegen­über pr­äsent. Jožka wird immer wie­der sei­tens der neo­nazis­ti­schen Szene bedroht, bei einer De­monstra­tion wur­de er vor zwei Jahren zu­sam­men­gesch­la­gen und lan­dete im Kranken­haus. Read the rest of this entry »

O barikano Rudolf Sarközi amendar gelo

März 16th, 2016  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Rudolf Sarközi im Parlament, 2013 (Foto: Parlamentsdirektion / Bildagentur Zolles KG / Martin Steiger)O Rudolf Sarközi suboton 71 berschen­ca an­dar ada vila­go gelo. Nisaj avro i Roma po­litik andi dujti republi­ka asaj sora­le han­goha fatre­tin­scha, sar o na khino Sarközi. O Ru­dolf Sarközi use odola ma­nu­scha ke­ri­nel, savo mi­ndig use pu­ma­ro godschi­kano alav min­dig terdscho­nahi.

Rudolf Sarközi ando 11. november 1944 ando lo­ge­ri Lacken­bach upro them alo. 1991 o Kultura­ke­ro fa­rajn le austri­tike Ro­men­dar kertscha, kaj ov o sche­ro sajt oja cajt min­dig sina. O Sar­közi sina sajt 1995 o anglo besch­to le flogos­kere grup­nen­gere baj­ro­tistar le Romen­dar. Kada ov ando fe­beri 2014 papal ojs anglo beschto le flogos­kere grup­nen­gere baj­ro­tistar le Ro­men­dar aro­dim ulo, phen­tscha ov, hot o sika­dipe o lek bare­der angle man­gipe hi. Use o ande vo­di­nipe le tscho­re gu­du­schen­dar andi Austrija phe­nel o Sar­közi, sar le po­li­ti­ke­ren­dar me­resch phen­do ol, min­dig jek thabos­kero punk­to atschla.

Ando glajchi bersch o gondolipeskero mula­tin­tschago ando Maut­hau­sen telal o anav „o vert le dschi­vi­pestar“ sina. O ang­le­beschto Ru­dolf Sar­közi ki­vanin­tscha peske jek utsche­der vert la pal­gon­do­li­pes­kera kultu­ratar andi Austrija. „Te amare farajn le austri­tike Ro­men­dar na de­lahi, akor imar bura pedar o gondo­li­pes­kere thana le Ro­men­dar bart­scho­nahi“, phent­scha ov „Po­litik iste na tschak upre sikal, i po­litik iste te pal vake­rel taj o pal­va­ke­ripe dschi adi meg ar atschi­no.“

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Prof. Rudolf Sarközi (1944-2016)

März 14th, 2016  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Rudolf Sarközi

Der Vorsitzende des Volksgruppenbeirats der Roma, Professor Rudolf Sarközi, ist am Samstag im 72. Lebensjahr verstorben.

Rudolf Sarközi war Roma-Aktivist der ersten Stunde und machte unermüdlich auf die Probleme und Anliegen der Volksgruppe aufmerksam.

Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt seiner Familie!


„Ein toller Mensch und Kämpfer“ ist gestorben

Dezember 12th, 2015  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Kurt Holl (Foto: KSTA.de/St. Worring)Der Roma-Aktivist Kurt Holl ist in der Nacht zum Frei­tag an den Fol­gen einer Krebs­erkran­kung ver­stor­ben. Bis zu­letzt kämpfte der al­ter­na­tive Kölner Ehren­bür­ger für die Rech­te von Min­der­heiten.

http://www.ksta.de/koeln/-kurt-holl-nachruf-sote,15187530,32913438.html

Von Anja Katzmarzik und Uli Kreikebaum

ksta.de: Kurt Holl war 69, da schlug er seinem zwölf­jährigen Sohn vor, gemein­sam vor Starbucks gegen die Aus­beu­tung äthio­pi­scher Kaffee­bauern zu demonstrie­ren. Im April 2015 stand er als 76-Jäh­riger vor Gericht, weil er im Wahl­kampf Plakate der rechts­extremen Grup­pie­rung Pro Köln ab­ge­hängt hatte. Kurt Holl sagte vor dem Amts­gericht mit seiner sonoren, keinen Wider­spruch dul­den­den Stimme: „Plakate mit Auf­schrif­ten wie »Wut im Bauch? Lass es raus!« oder »Bürger­mut stoppt Asylanten­flut« fal­len nicht unter die freie Mei­nungs­äuße­rung, sie sind offen aus­länder­feindlich und haben volks­ver­hetzen­den Cha­rak­ter.“ Eine Epi­sode, wie sie gewiss vor­ge­kom­men wäre in seiner Auto­biogra­fie, die er leider nicht mehr ganz fertig­stel­len konnte.

Geboren 1938, war Holl 1956 durch den Auf­stand in Ungarn politisiert worden. Von An­beginn ein streit­barer Mensch, weil er gerne stritt – für ande­re, gegen Unge­rech­tig­keiten und gesell­schaft­liche Miss­stände – mit dem Ziel, die Ver­hält­nisse grund­legend zu ver­än­dern. Er kämpfte gegen Krieg und für den Erhalt von Woh­nun­gen tür­ki­scher „Gast­arbeiter“, für ver­besserte Rechte der mit Pflicht­arbeit beleg­ten Sozial­hilfe­empfän­ger.

Mit „Holl hier“ meldete er sich unmissverständ­lich am Tele­fon. Was er zu sagen hatte, war oft eilig, weil es Menschen­schicksale betraf. Es ging um Jugend­liche, die trotz großer Talente auf Förder­schulen landen. Um Familien, die trotz großer In­tegra­tions­erfolge ab­gescho­ben wer­den sollten. Für Füll­wörter war da keine Zeit. Meist ging es in den Gesprä­chen um die Situa­tion der Roma in Köln, neue Pro­jekte des Rom e.V., dessen Grün­dungs­mit­glied und lang­jäh­riger Vor­sitzen­der er war.

Als solchen lernte ihn auch die „wir helfen“-Vor­sitzende Hedwig Neven DuMont kennen und schätzen. Sie nennt ihn einen „tol­len Men­schen und tollen Kämpfer“. Den Mann, der im Jahr 2007 mit ihr den Rhein­land­taler und 2011, wieder gemein­sam, die alter­na­tive Ehren­bürger­schaft er­hal­ten sollte, bestach durch eine große Klar­heit in seinem Kampf für die Rechte und Würde von Minder­heiten. Read the rest of this entry »

Fred-Sinowatz-Visenschoftakere patijaripe

November 27th, 2015  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Geschichte & Gedenken, Wissenschaft

Manuela HorvathAndo bersch 2015 le ar le haburistar (1945), le schotiskere arkeri­peske (1955), le EU-akere use geji­pes­ke (1995) taj le Romen­gere aten­ta­tiske (1995) gon­dolim ol. O kultu­ra­kero referat la burgen­lan­di­tika thanes­kera regirun­ga­tar del va­schoda 2015 o Fred-Sinowatz-Visen­schofta­kere pati­jaripe trin bari­kane projek­tenge, save pumen adale temen­ca donde beschar­de. O erschtivar o dipe le Fred-Sino­watz-Visen­schof­ta­kere pati­ja­ripes­tar duje­seri taj deschu­pantsch ando kher la flogos­kera kultu­ra­tar kerdo ulo, kaj o kultur­tscha khetan bartschon, sar o kul­tu­ra­kero thanes­kero rot Helmut Bieler phenel.

I Manuela Horvath Erbatar le patjari­pes­kere dipe­ha duj eseri taj deschu­pantsch le keri­peske jeka kenva­tar pedar o bom­ba­kero murda­ripe ando bersch enjavar desch taj pantsch gejng i flo­gos­keri grupn le Romen­dar, upre baunim upre lakeri artschi­ji­pes­keri buti ando artschi­jipe „Roma­ne thana – thana le Sinti­jen­dar taj Romen­dar“, patjar­di uli.

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Fred-Sinowatz–Wissenschaftspreis 2015

November 19th, 2015  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Geschichte & Gedenken, Wissenschaft

Manuela HorvathRomni Manuela Horvath aus Oberwart ausgezeichnet

Im Jahr 2015 wird des Kriegsendes (1945), des Staats­ver­trags (1955), des EU-Bei­tritts (1995) und des Roma-Atten­tats (1995) ge­dacht. Das Kultur­referat der Bur­gen­län­di­schen Lan­des­re­gie­rung ver­gibt daher den Fred-Sinowatz-Wissen­schafts­preis 2015 für drei heraus­ra­gende Pro­jekte aus dem Bereich der poli­ti­schen Bildung, die sich mit Aspek­ten des Gedenk­jahres aus­einan­der­setzten. Zum ers­ten Mal findet die Ver­gabe des Fred Sinowatz-Wissen­schafts­preises 2015 im Haus der Volks­kultur statt, in dem die Kul­tu­ren zusam­men­wachsen, wie der Kultur­landes­rat Helmut Bieler es for­mu­lierte.

Manuela Horvath aus Oberwart wurde mit dem Würdi­gungs­preis 2015 für die Erstel­lung einer Bro­schüre über den Bomben­anschlag 1995 gegen die Volks­gruppe der Roma, auf­bauend auf ihrem Aus­stel­lungs­beitrag in der Aus­stel­lung „Romane Thana – Orte der Sinti und Roma“, aus­ge­zeichnet.

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Aladár Horvath: „Gleiche Rechte für alle“

Juli 20th, 2015  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Aldar Horvath bei einer antirassistischen Kundgebung (Foto: dieschwelle.de)Aus 70 Bewerbungen für den Internationalen Bremer Friedenspreis, der alle zwei Jahre ver­geben wird, hat die Jury der gemein­nützi­gen ökume­ni­schen Stiftung „die schwelle“ die drei Preis­träger aus­ge­wählt. Im Septem­ber 2015 wird die Jury die drei Gewinner des Friedens­preises bekannt ge­ben. Bis dahin stellt die Stif­tung auf ihrer Web­site im Laufe der nächs­ten Wo­chen die 13 Per­so­nen und Orga­ni­sa­tio­nen ihrer enge­ren Auswahl vor. Mit dabei: der unga­ri­sche Roma-Akti­vist und -Poli­tiker Aladár Horvath, der von der Initia­tive „Leipzig Korrektiv“ für den Preis no­mi­niert wurde. Im Fol­gen­den das Porträt auf der Web­site:

Er gibt den Roma eine Stimme in Ungarn: Aladár Horvath


Seit einem Vierteljahrhundert kämpft der unga­ri­sche Men­schen­rechts­akti­vist, Bür­ger­­recht­ler und Politi­ker Aladár Horvath un­er­müd­lich gegen die Benach­tei­li­gung und Aus­gren­zung der rund 700.000 Roma in seiner Heimat.

Bereits im Jahr 1988/89 gehörte Aladár Horváth im da­mals noch sozia­lis­ti­schen Ungarn zu den Mit­begrün­dern eines so­genann­ten Anti-Ghetto-Komitees. In seiner Heimat­stadt Miskolc machte sich der damals 25-Jäh­rige gemein­sam mit anderen unga­ri­schen Roma erfolg­reich gegen eine Um­sied­lung stark: Die Ange­hö­ri­gen der eth­ni­schen Minder­heit sollten in 168 Wohnun­gen zu je 29 Quadrat­metern unter­ge­bracht wer­den – zwei Kilo­meter von der Stadt ent­fernt, ohne Heizun­gen und Ab­was­ser­lei­tungen.

Ähnliche Pläne gibt es in Miskolc auch in jüngster Zeit wie­der. Füh­rende Lokal­politiker ha­ben die Auf­lö­sung eines großen Roma-Wohn­gebiets be­schlos­sen. Wieder ein­mal sol­len die Ein­wohner in neuen Be­hau­sun­gen unter­gebracht wer­den, die über keiner­lei Wasser­an­schlüs­se ver­fügen. Gemein­sam mit ande­ren Bürger­recht­lern demonstrierte Ala­dár Horvath fast vier Wochen für das Bleibe­recht der Ein­wohner vor Ort.

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Fernsehpreis für „Dui Rroma“

Juni 30th, 2015  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Radio & TV

Adrian Gaspar, Hugo Höllenreiner und Iovanca Gaspar (Foto: volksgruppen.orf.at)Dokumentarfilm „Dui Rroma“ ausgezeichnet

Am 17. Juni wurden im Wappensaal des Wiener Rathauseszum 47. Mal die Fernsehpreise der Erwachsenenbildung übergeben. In der Sparte Dokumentation wurde der auf Okto TV gesendete Dokumentarfilm „Dui Rroma“ ausgezeichnet. Den Preis erhielt die aus Rumänien stammende Iovanca Gaspar. Gaspar arbeitet seit 2005 in der Magistratsabteilung für Integration und Diversität im Schwerpunkt „Roma und Sinti“. Der Preis wurde von Alice Fleischer vom WIFI Österreich überreicht.

„Dui Rroma“ berichtet über die Begegnung zwischen dem Münchner Sinto und Holocaust-Überlebenden Hugo Höllenreiner und dem jungen Wiener Komponisten und Rom Adrian Gaspar. Hugo Höllenreiner verstarb am 10. Juni 2015 in Ingolstadt.

>>„Dui Rroma“ | Okto | 23.05.2015

Hugo Höllenreiner (1933-2015)

Juni 15th, 2015  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Hugo HöllenreinerAm 10. Juni verstarb Hugo Höllenreiner in seiner Heimatstadt Ingolstadt; er wurde 81 Jahre alt. Hugo Höllenreiner war dem Zentralrat und dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma über viele Jahre eng verbunden. Als Holocaust-Überlebender hat er nicht nur an zahlreichen Veranstaltungen der beiden Institutionen teilgenommen, sondern auch historische Fotos sowie Dokumente seiner Familie für die Ausstellungen des Dokumentationszentrums zur Verfügung gestellt.

Hugo Höllenreiners Leben war geprägt von der furchtbaren Verfolgungserfahrung, die er als Kind in Auschwitz und anderen Konzentrationslagern machen musste. Seine Familie ist seit Generationen in Bayern beheimatet, bevor sie von den Nazis systematisch entrechtet und schließlich in die Vernichtungslager deportiert wurde. Auf einem Familienfoto, aufgenommen wenige Jahre vor der Verschleppung nach Auschwitz, sieht man den damals achtjährigen Hugo mit seiner Mutter Sofie und seinen Geschwistern. Es ist ein berührendes Zeugnis bürgerlicher Normalität und familiärer Geborgenheit, die bald darauf grausam zerstört werden sollte.

Trotz dieser traumatischen Erlebnisse und dem Verlust vieler Angehöriger hat sich Hugo Höllenreiner schon früh als Zeitzeuge engagiert. Dabei stand sein Wirken ganz im Zeichen der Versöhnung. Vor allem durch das 2005 im Hanser Verlag erschienene Buch von Anja Tuckermann „Denk nicht, wir bleiben hier!“ Die Lebensgeschichte des Sinto Hugo Höllenreiner und eine zwei Jahre später entstandene TV-Dokumentation wurde Hugo Höllenreiner als Zeitzeuge weit über die Grenzen Bayerns und Deutschlands hinaus bekannt. Read the rest of this entry »

CIVIS-Preis für „Der Prozess von Budapest“

Mai 12th, 2015  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Film & Theater, Radio & TV, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Judgement in HungaryAcht europäische Radio, Film- und Fernseh­program­me sowie ein Web­ange­bot und ein Web­video sind am Don­ners­tag­abend (7.5.) im Euro­päi­schen Parla­ment in Brüssel mit dem renom­mier­ten CIVIS-Medien­preis für Integra­tion und kultu­relle Vielfalt in Europa aus­ge­zeich­net wor­den. Am Wett­bewerb nah­men ins­gesamt 700 Programme aus 21 EU-Staaten und der Schweiz teil. Schirm­herr des CIVIS-Medien­preises 2015 ist der Prä­si­dent des Euro­päi­schen Parla­ments, Martin Schulz. Der CIVIS-Medien­preis zeichnet seit 28 Jahren Programm­leis­tun­gen im euro­päi­schen Radio, Film und Fernsehen und seit 2010 im Inter­net aus, die das fried­liche Zusammen­leben in der euro­päi­schen Einwan­de­rungs­gesell­schaft fördern.

Den Europäischen CIVIS-Fernsehpreis im Bereich Infor­ma­tion (non fiction) erhielt Eszter Hajdú für ihre Doku­men­tation „Der Prozess von Budapest“ (rbb/Arte). Der euro­päi­sche CIVIS Fernseh­preis zeichnet journa­lis­ti­sche Fernseh­programme zum Thema In­tegra­tion und kul­tu­relle Viel­falt aus. Am Wett­bewerb können alle Fernseh­sender in der Euro­päi­schen Union und der Schweiz teil­nehmen. Der Preis wird in den Katego­rien Infor­ma­tion, Unter­haltung (fictional) und kurze Program­me (Magazine) ver­geben. Die Dotie­rung beträgt in jeder Kate­gorie 3.000 Euro.

Inhalt:
Der Strafprozess um eine grausame Mord­serie an unga­ri­schen Roma. Bei Anschlä­gen von Rechts­extremen starben 2008/09 insgesamt 6 Menschen, darunter ein fünf­jäh­riges Kind. Weitere fünf Menschen wurden schwer verletzt. Nach beispiel­losen Pannen bei den polizei­li­chen Ermitt­lungen und dem Ver­dacht einer Ver­wicklung der Geheim­dienste in die rassis­tisch moti­vier­ten Morde stand das Gericht von Anfang an unter enor­mem öffent­li­chen Druck.

Jurybegründung:
Eszter Hajdú dokumentiert einen für Ungarn histo­ri­schen Strafprozess mit 167 Prozess­tagen, über zwei­einhalb Jahre lang. Vier Neo-Nazis stehen wegen Mordes an sechs Roma vor Gericht. Staat­liche Igno­ranz und Unzuläng­lich­keit werden über­deutlich. Read the rest of this entry »