Ehrungen & Nachrufe

Zehn Jahre ohne Rudolf Sarközi

März 12th, 2026  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Ein Vermächtnis des Dialogs und der Anerkennung

Auf den Tag genau vor zehn Jahren verstarb der langjährige Roma-Aktivist Rudolf Sarközi, eine der zentralen Persön­lich­keiten der öster­reichi­schen Roma-Min­derheit. Als Obmann des Kultur­vereins öster­reichi­scher Roma (Web­site) prägte er über Jahr­zehnte hinweg maß­geblich die gesell­schaftliche und poli­tische An­erken­nung der Roma in Österreich.

Rudolf Sarközi, von Freunden und Wegbegleitern „Rudi“ genannt, setzte sich unermüd­lich für Gleich­berech­tigung, Sicht­barkeit und Dialog ein. Sein Engage­ment reichte weit über die eigene Com­munity hinaus: Er war ein Brücken­bauer zwischen Minder­heiten, Politik und Mehr­heits­gesell­schaft und galt als wichtige Stimme für Ver­ständi­gung und gegen­seitigen Respekt. Mit seinem Wirken leistete Sarközi einen ent­schei­denden Beitrag zur An­erken­nung der Roma als Volks­gruppe in Österreich. Sein Einsatz für kultu­relle Selbst­bestim­mung, historische Aufarbeitung und gesell­schaft­liche Teilhabe wirkt bis heute nach und bleibt ein wichtiger Bezugs­punkt für nach­folgende Genera­tionen von Aktivis­tinnen und Akti­visten.

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Sánchez: „Respekt, Gleichheit und Anerkennung“

Februar 24th, 2026  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Politik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Ministerpräsident Sánchez beim Festakt, 21.2.2026 (Foto: La Moncloa)600-Jahr-Jubiläum in Spanien: Ein Festakt in Madrid be­schließt das „Jahr der Gita­nos“. Re­gie­rungs­chef Pedro Sánchez be­kräf­tigt das En­gage­ment der Re­gie­rung für „Respekt, Gleich­heit und An­er­ken­nung“ der Gitanos (spa­ni­sche Roma).

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sán­chez leitete im Präsi­denten­sitz La Moncloa in Madrid den offi­ziellen Festakt zum Ab­schluss des Jahres der Gitanos, das 2025 anläss­lich des 600-Jahr-Ju­bilä­ums ihrer Ankunft in Spanien be­gangen wurde. In seiner Rede be­tonte der Regie­rungs­chef, dass „sechs Jahr­hunderte später und nach einem ganzen Jahr des Ge­denkens und der An­erken­nung das Volk der Gitanos (pueblo gitano) weder Almosen noch Folklore ver­langt. Es ver­langt etwas viel Ein­fache­res: Respekt, Gleich­heit und An­erken­nung. Die spa­nische Regierung und ich selbst ver­pflich­ten uns, weiter daran zu arbeiten, dass dies Realität wird.“

Die Veranstaltung unter dem Titel „Gelem, Gelem“ brachte Persön­lich­keiten aus Kultur, Politik, Wissen­schaft und sozialem Engage­ment zusam­men, um für die Gleich­berech­ti­gung der Gitanos und ihren kultu­rellen Reichtum ein­zu­treten. An­wesend waren auch die Ministerin für Inklu­sion, soziale Sicher­heit und Migra­tion und Re­gie­rungs­spre­cherin Elma Saiz sowie die Minis­terin­nen für Bildung und Gleich­stellung, Milagros Tolón und Ana Redondo.

Pedro Sánchez hat diese sechs Jahrhunderte als 600 Jahre „gemein­samer Geschichte“ be­schrie­ben, da „das Volk der Gitanos kein separa­tes Kapitel unserer Ge­schichte ist. Ihr seid ein wesent­licher Teil davon“, denn „Spanien ist ohne die prägenden Spur des Volks der Gitanos nicht zu ver­stehen“, betonte er.

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ERIAC: Selma Selman erhält Tajsa-Preis

Dezember 7th, 2025  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Kunst & Fotografie

Die Künstlerin Selma Selman wurde mit dem „Tajsa Roma Cul­tural Heri­tage Prize 2025“ aus­ge­zeichnet

Bukarest – Die bosnische Roma-Künstlerin Selma Selman ist mit dem „Tajsa Roma Cultural Heri­tage Prize 2025“ geehrt worden. Die Aus­zeich­nung wurde ver­gange­nes Wochen­ende im Rumä­nischen Athenäum in Bukarest im Rahmen der vierten Ausgabe der „Tajsa Award Cere­mony & Gala“ ver­liehen. Der Preis würdigt eine Persön­lich­keit, die das künst­leri­sche Schaffen von Roma und Romnja stärkt und das kultu­relle Erbe in Aus­drucks­formen der Gegen­warts­kunst übersetzt.

Zu den diesjährigen Finalistinnen und Finalisten des Preises zählten neben Selman die Künst­lerin­nen und Künstler Coco Reyes, Noell Maggini, Riah Knight sowie Sead Kazanxhiu. Über die Ver­gabe entvschied eine hoch­karätig be­setzte inter­natio­nale Jury, der Timea Junghaus, Dijana Pavlović, Colin Clark, Avni Mustafa und Patricia Caro Maya an­ge­hörten. Die Jury hob ins­beson­dere Selmans eigen­ständige künst­lerische Sprache sowie ihre enge Ver­bindung zu Roma-Ge­mein­schaften hervor.

Profil der Preisträgerin

Selma Selman stammt aus Bosnien und Herzegowina und arbeitet als Bild- und Per­for­mance­künst­lerin. Ihre multi­diszip­linäre Praxis umfasst Per­formance, Video, Malerei und Instal­lationen, die häufig auf auto­biogra­fischen Erfah­rungen be­ruhen und Themen wie soziale Un­gleichheit, ge­schlechts­spezi­fische Gewalt und struk­turelle Dis­kriminie­rung be­handeln. Read the rest of this entry »

Zentralrat: Bürgerrechtspreis für George Soros

Oktober 22nd, 2025  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte

Europäischer Bügrerechtspreis: George Soros in Deutschland ausgezeichnet (Foto: Stephan Roehl, H.-Böll-Stiftung, CC BY-SA 2.0)Diesjähriger Europäischer Bürger­rechts­preis der Sinti und Roma ehrt mit George Soros ein welt­wei­tes Feind­bild von Natio­nalis­ten und Au­to­kraten

Der Zentralrat und das Dokumentations- und Kultur­zent­rum Deut­scher Sinti und Roma ver­leihen am 23. Okto­ber um 11 Uhr im Berliner Hotel Adlon den von der Manfred-Lau­ten­schlä­ger-Stif­tung ins Leben ge­rufenen und mit 15.000 Euro dotierten Euro­päischen Bürger­rechts­preis der Sinti und Roma an den US-ame­ri­ka­ni­schen Holocaust­über­lebenden, Kosmo­politen und Phil­anthro­pen George Soros. Die Laudatio hält der Anti­ziganis­mus­be­auf­tragte der Bundes­regierung, der parla­men­ta­rische Staats­sekre­tär Michael Brand.

Mit dem Preis werden seit 2008 Persönlichkeiten und Orga­nisatio­nen, die sich in beson­derer Weise um die Men­schen­rechts­situa­tion von Sinti und Roma in Europa vervdient ge­macht haben, aus­ge­zeichnet, unter ihnen die ehe­malige Prä­sidentin des Euro­päischen Parla­mentes Simone Veil (2010), der ehe­ma­lige slowaki­sche Prä­sident Andrej Kiska (2019) sowie die ehe­malige Bundes­kanzlerin Angela Merkel (2021). Der Stifter Manfred Lautenschläger will mit dem Preis Politik und Gesell­schaft auf die Gefahren des an­wachsen­den Anti­ziganis­mus in Europa auf­merk­sam machen und daran er­innern, dass Holocaust auch die Er­mordung von 500.000 Sinti und Roma bedeutet.

Der diesjährige Preisträger wird „für sein jahrzehntelanges Engage­ment für die ge­sell­schaft­liche Gleich­stellung von Sinti und Roma“ aus­ge­zeichnet, erklärt der Zentral­rats­vor­sitzende Romani Rose. Soros und seine Open Society Foun­dations setzen sich seit über 30 Jahren vor allem in Ost- und Südost­europa für die Minder­heit ein. Sie er­mög­lichten 156.000 jungen Roma aus armen Ver­hält­nissen Bildung und Ausbildung. „Damit haben“, so Rose, „Soros und seine Stiftungen zur beruf­lichen Selbst­bestim­mung dieser jungen Menschen, deren Familien oftmals unter apart­heids­ähn­licher Ausgrenzung in EU-Mit­glieds­ländern leben, bei­getragen“. Read the rest of this entry »

Dragoljub Acković (1952–2025)

Juli 3rd, 2025  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

DAckovic

Dr. Dragoljub Acković, einer der bedeu­tends­ten Intel­lek­tuellen, His­tori­ker und Chronis­ten der Roma in Serbien und Europa, ist ver­gan­gene Woche im Alter von 72 Jahren ver­stor­ben. Mit seinem Tod am 27. Juni 2025 verliert die Welt nicht einen heraus­ragen­den Wissen­schaft­ler, son­dern auch einen un­er­müdli­chen Kämpfer für kultu­relle An­erken­nung und ge­­sell­schaft­liche Teil­habe der Roma.

Dr. Acković wurde am 23. November 1952 im serbischen Dorf Osipaonica bei Smederevo in Jugo­slawien ge­boren. Er studierte Politik­wissen­schaften und Ethno­logie an der Univer­sität Belgrad, setzte seine Studien an­schlie­ßend an der juri­stischen Fakultät fort und promo­vierte schließ­lich an der Frie­dens-Uni­ver­sität der Verein­ten Nationen. Mit seiner be­ein­drucken­den akade­mi­schen Laufbahn legte er das Funda­ment für eine lebens­lange Aus­einander­setzung mit der Ge­schichte, Kultur und Iden­tität der Roma. Acković war Autor zahl­reicher Bücher und Mitglied des ser­bischen Schrift­steller­ver­bands. Er war Gründer und Leiter des Museums der Roma­kultur in Belgrad (Muzej romske kulture u Beogradu)) und befasste sich inner­halb der Ser­bischen Akade­mie der Wissen­schaften und Künste mit der Er­for­schung der Roma-Kultur.

Als einer der ersten serbischen Roma bekleidete Acković bedeu­tende Positio­nen in staat­lichen Institu­tionen – so etwa 2020 bis 2024 als Ab­geord­neter (für die „Serbi­sche Fortschritts­partei“/SNS bzw. die Liste „Aleksan­dar Vučić“) in der serbi­schen National­ver­sammlung, wo er als stell­ver­treten­der Vor­sitzen­der des Aus­schusses für Menschen- und Minder­heiten­rechte sowie als Vor­sitzender des Unter­aus­schusses für Roma-Fragen fun­gierte. Seit 2012 war er stell­vertre­tender Direktor des Büros für Men­schen- und Minder­heiten­rechte der Regierung der Republik Serbien. Acković war Mitglied des National­komitees für immate­rielles Kultur­erbe beim Kultur­ministerium. Er war der erste Präsident der Roma-Kongress­partei und en­gagierte sich darüber hinaus auch in zahl­reichen inter­natio­nalen Gremien. Read the rest of this entry »

Trauer um Mirano Cavaljeti-Richter

August 28th, 2024  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Musik

Mirano Cavaljti-Richter im Interview mit Mitarbeitenden des Sammlungsprojektes „Das vergessene Gedächtnis“, Deutschland (Foto: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma)Musik war sein Leben. Wenn Mirano Ca­val­je­ti-Rich­ter von seinen Rol­len in Opern und Operet­ten er­zähl­te, summ­te er oft ganz leise eine der ge­lieb­ten Melo­dien oder stimm­te gar eine Arie an. Dabei strahl­te er voller Glück, selbst als seine schwe­re Krank­heit ihm längst die Kraft ge­raubt hatte. Am 17. August ist der An­ge­hö­rige der Min­der­heit der Sinti nun nach einem er­füll­ten Leben im Alter von 91 Jahren ver­stor­ben.

Einen seiner letzten umjubelten Auftritte hatte der ausgebil­dete Tenor im Januar 2023 in Heidelberg. Dabei stellte er gemein­sam mit der Histori­kerin Annette Leo seine Lebens­erin­ne­run­gen, die unter dem Titel „Auf der Flucht über den Balkan“ (hier unsere Buch­bespre­chung in dROMa 68: Odyssee am Balkan) im Jahr zuvor er­schienen waren, auf der Bühne im Ge­wölbe­keller des Doku­men­tations­zentrums vor. Mirano Caval­jeti-Rich­ter hat als Kind den Holocaust an den Sinti und Roma über­lebt und große Not ertragen müssen. Des­halb empfand er es als seine Pflicht, über die Flucht seiner Familie während des Natio­nal­sozialis­mus und sein Schicksal zu sprechen. Auch, um immer wieder auf die Gefahren von Faschismus, Rassismus und Anti­ziganismus auf­merksam zu machen.

Gewarnt von einem Lehrer und im Angesicht beginnen­der Depor­tatio­nen von An­gehöri­gen, brach die Familie 1939 aus dem thürin­gischen Hinternah zunächst nach Bayern und Österreich auf. Von dort schafften seinen Eltern trotz un­gültiger – da ab­gelaufe­ner Pässe – den Grenz­übertritt nach Italien. Auch hier be­gegne­ten sie als Sinti der zu­nehmend um sich grei­fenden Rassenideologie, in Kroatien, Bulgarien und Serbien zudem der Gewalt durch Polizei­be­amte und Parti­sanen. Wäh­rend die engsten An­ge­hörigen von Mirano Caval­je­ti-Richter den Holocaust überleb­ten, wurden sechs Fa­milien­mit­glieder, darun­ter Onkel und Tanten, von den NS-Schergen er­mordet. Read the rest of this entry »

SozialMarie: Roma-Projekte 2020 bis 2023

März 9th, 2024  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen

SozialMarie: Preis für vorbildhafte ProjekteSozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jekte be­fas­sen sich mit Roma. In den letz­ten Wo­chen stel­l­ten wir Ihnen eini­ge dieser Ini­tia­tiven vor. Hier noch einmal ein Über­blick über die nomi­nier­ten bzw. prä­mierten Roma-Pro­jekte aus den Jah­ren 2020 bis 2023:

„Community Roma Doula Service“ (Ungarn)

„Career Path“ (Ungarn)

„Invisible Study Hall“ (Ungarn)

„Childhood to Children“ (Slowakei)

„Inclusive Kindergartens“ (Ungarn)

„Museum of Personal Stories“ (Kroatien)

„Projekt DOM.ov“ (Slowakei)

„Schritt für Schritt“ (Slowakei)

„From Us to You Extra“ (Ungarn/Slowakei)

„EduBox“ (Slowakei)

„Banyaerdő – Social Enterprise“ (Ungarn)


Romani Ora (21.2., 22.2. und 23.2.2024)

Februar 28th, 2024  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Radijo Romani Ora

Romani Ora auf Radio MORA HINWEIS: Die Roma­ni Ora wird neuerdings live mo­de­riert. Die Sendun­gen wer­den daher erst im Nach­hinein übermittelt.

Anhören: →Sendung vom 21.2.2024 (mp3)

Im Tagesthema der „Romani Ora“ geht es dies­mal um den „Inter­natio­nalen Tag der Muttersprache“, der am 21. Febru­ar be­gangen wird. Und in der Jugend­sendung erfahren Sie mehr über den „Weltradiotag“ am 13. Feb­ruar. Dazu hören Sie die meis­te Roma-Musik, die in der Radiowelt zu haben ist.


Anhören: →Sendung vom 22.2.2024 (mp3)

In dieser Ausgabe der „Romani Ora“ beschäftigen wir uns mit dem Thema „Blackout – was tun?“. Dazu ver­anstal­tete die Stadt­gemeinde Oberwart einen Infotag. Außer­dem hören Sie wieder unsere histo­rische Rubrik „Mri historija“.


Anhören: →Sendung vom 23.2.2024 (mp3)

Die Freitagsausgabe des zweisprachigen Mittagsmagazins der Roma-Re­daktion auf Radio MORA: Mit dabei der Ver­anstal­tungs­kalender und die Volks­grup­pen­nach­rich­ten. In der Jugend­sendung befasst sich Adi Gussak mit einem sehr heiklen Thema, näm­lich Mobbing. Es mode­riert Tina Nardai.

„Banyaerdő – Social Enterprise“ (Ungarn)

Februar 22nd, 2024  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Frauenrechte

2020 nominiert: das ungarische Projekt Banyaerdő (Foto: Banyaerdő)SozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jekte be­fas­sen sich mit Roma. Wir stel­len Ihnen eini­ge dieser Ini­tia­tiven vor:

Das Beschäftigungspro­jekt „Banyaerdő“ stellt Pro­dukte aus den natür­­li­chen Res­sour­­cen des länd­­lichen Dencsháza in Ungarn her. Damit wird insbesondere Roma-Frauen ohne Zu­gang zum Arbeits­markt ein Ein­kommen zu fairen Löhnen er­mög­licht. Das Pro­jekt war für die SozialMarie 2020 nominiert.

Projektträger: Udvarom Szociális Szövetkezet

Herausforderung: Frauen in Dencsháza (Süd­un­garn) sind aufgrund begrenzter Berufs­aus­bildungs- und Bildungs­mög­lich­keiten vom ersten Arbeits­markt aus­ge­schlos­sen. In margi­nali­sierten Dörfern und länd­lichen Gemein­den gibt es nur sehr wenige Be­schäf­tigungs­mög­lich­keiten außer­halb des natio­nalen öffent­lichen Arbeits­programms. Auch die lokalen Unter­nehmen haben nur begrenzt Zugang zum Markt außer­halb ihrer Dörfer und Regionen.

Idee: Banyaerdő verbindet lokales Fachwissen, um Produkte aus den natür­lichen Ressour­cen des länd­lichen Dencsháza her­zu­stellen und auf städtischen Märkten zu ver­kaufen. Wir arbeiten im Einklang mit der Gemein­schaft und den natürlichen Res­sourcen des Land­kreises Baranya. Unsere Produkte werden in den Wäldern und auf den Feldern des Dorfes her­ge­stellt und ge­sammelt. Unser Geschäfts­modell gewähr­leistet faire Löhne und eine gleich­berech­tigte Partner­schaft zwi­schen den Akteu­ren der Ge­meinde.

Akteur*innen: Die Zielgruppe des Projekts sind sozial marginali­sierte Com­munitys, ins­beson­dere Roma-Frauen. Banyaerdő arbeitet seit vielen Jahren mit dieser Gemein­schaft im Rahmen von örtlichen Com­muni­ty-Buil­ding-Pro­jek­ten zusam­men. Unser Team und unser Pro­gramm ko­operie­ren mit der Gemein­de und den Schulen von Dencsháza sowie dem Mecsekerdő-Na­tio­nal­park zu­sammen.

Wirkung: Innerhalb von weniger als einem Jahr nach dem Start von Banyaerdő haben wir unsere Produkte zu einer Marke ent­wickelt und sie in Budapest verkauft. Wir schlossen auch Partner­schaften für den Groß­handel mit unseren Pro­dukten direkt mit Miche­lin-Ster­ne-Res­tau­rants. Read the rest of this entry »

„From Us to You Extra“ (Ungarn, Slowakei)

Februar 12th, 2024  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

From Us to You Extra (Foto: Tőlünk Nektek via SozialMarie)SozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jekte be­fas­sen sich mit Roma. Wir stel­len Ihnen eini­ge dieser Ini­tia­tiven vor:

Eines der für die SozialMarie 2021 nominierten Projekte ist „From Us to You Extra“ („Tőlünk Nektek Extra“) aus Ungarn, das auch in der Region Bratislava in der Slowakei imple­men­tiert wurde. Das Pro­gramm ver­folgt einen Peer-to-Peer-An­satz für Jugend­liche, die selbst ge­stärkt werden, indem sie an­deren benach­teilig­ten Gemein­schaften helfen.

Projektträger: Élményakadémia Közhasznú Egyesület (Academy of Experience Pub­lic Be­ne­fit As­so­ci­ation)

Herausforderung: Soziale Ausgrenzung, schlechte Lebens­bedin­gungen und be­grenzte Chancen machen be­nach­teiligte Jugend­liche anfällig für Bildungs­lücken. Die Aus­grenzung, Segre­gation, Margi­na­li­sie­rung und Dis­krimi­nie­rung, mit denen diese Jugend­lichen kon­fron­tiert sind, bringen sie in die Gefahr von Krimi­nalität und schweren Ab­hän­gig­keiten.

Idee: „From Us to You Extra“ („Tőlünk Nektek Extra“) ist ein erfah­rungs­basie­rter und Peer-to-Peer-Lern­pro­zess, der über mehre­re On­line-Mo­dule orga­nisiert wird. Benach­tei­ligte Jugend­liche üben berufliche und lebens­prak­tische Fähig­keiten, indem sie anderen be­nach­teilig­ten Gemein­schaften helfen. Das Programm be­wahrt sie vor Schul­abbrü­chen und anderen lebens­ver­ändern­den Ent­schei­dungen.

Akteur*innen: Wir arbeiten mit benach­teilig­ten Jugend­lichen im Alter von 12 bis 30 Jahren aus Ungarn, der Slowakei, Rumänien und Schweden. Diese jungen Men­schen leben in Heimen, in extremer Armut oder gehören zu Roma-Ge­mein­schaf­ten. Be­nach­tei­lig­te, trau­ma­ti­sierte Jugend­liche werden von Gleich­altrigen mit ähn­lichem Hinter­grund an­ge­sprochen und nicht von er­wach­senen Experten.

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„Projekt DOM.ov“ (Slowakei)

Februar 2nd, 2024  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte

Der Weg zum Eigenheim: Projekt Domov in der Slowakei (Foto: Projekt DOM.ov)SozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jekte be­fas­sen sich mit Roma. Wir stel­len Ihnen eini­ge dieser Ini­tia­tiven vor:

Das „Projekt DOM.ov“ („Projekt Zu­hau­se/Ei­gen­heim“) ermöglicht margina­li­sier­ten Roma in der Slo­wa­kei, mittels Mikro­krediten und Unter­stützung zu einem Eigen­heim zu gel­angen, das die Fami­lien selbst er­richten. Das Pro­jekt wurde 2020 mit dem 1. Preis aus­­ge­zeichnet.

Projektträger: Marián Zeman (Website)

Herausforderung: Den Roma-Gemeinschaften in der Slowakei fehlt es an sicherem Wohn­raum und an den finan­ziel­len Mitteln für den Erwerb eines Eigenheims. Das Pro­jekt DOM.ov („Pro­jekt Zuhause/Ei­gen­heim“) unter­stützt Familien und Einzel­per­sonen aus mar­gi­nali­sierten Roma-Ge­mein­schaf­ten bei der Finan­zierung, dem Bau und dem Erwerb von Wohn­eigentum durch Mikro­kredite, um die gene­ra­tio­nen­über­grei­fende Armut zu be­enden.

Idee: Das Ziel von Projekt DOM.ov ist es, margina­li­sierten Gemein­schaften Zugang zu integra­tivem Wohnraum zu ver­schaffen. Das Projekt zielt auf die sozialen und finan­ziellen Hinder­nisse ab, die Familien aus Roma-Ge­mein­schaf­ten den Zugang zu an­ge­mes­se­nem Wohnraum er­schweren. Mit der Unter­stützung lokaler Ge­meinden berät Projekt DOM.ov mar­gina­lisierte Familien beim Zugang zu finan­zieller Unter­stützung, beim Erwerb von Grund­stücken und beim Bau und Besitz ihres neuen Zu­hauses.

Akteur*innen: Die wichtigsten Akteur*innen sind die Klienten/Bau­herren und ihre Familie. Auch die Gemein­den und ihre Re­prä­sen­tan­ten spielen eine Schlüssel­rolle bei der Organi­sation der Projekt­um­setzung in ihren Dörfern. Das viel­fältige Team von Sozial­arbeitern des Projekts DOM.ov unter­stützt sowohl die Klienten als auch die Gemeinden. Die Slovenská sporiteľňa bank (Slowa­ki­sche Sparkasse der Erste Bank Gruppe) er­mög­licht den Zugang zu Mikrokrediten zur Finan­zierung des Baus der neuen Häuser.

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„Museum of Personal Stories“ (Kroatien)

Januar 29th, 2024  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Veranstaltungen & Ausstellungen

„Museum of Personal Stories“ (Kroatien)SozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jekte be­fas­sen sich mit Roma. Wir stel­len Ihnen eini­ge dieser Ini­tia­tiven vor:

Das Projekt „Museum of Personal Stories“ („Muzej osobnih priča“) in Osijek sam­melt und prä­sen­tiert die per­sön­li­chen Ge­schich­ten der im Osten Kroatiens le­benden Min­der­heiten. Das Projekt war no­miniert für die So­zial­Marie 2022.

Projektträger: Fantastično dobra institucija – FADE IN

Herausforderung: Während Armut und sozialer Un­gleich­heit zu­nehmen, sieht sich die kroatische Gesell­schaft auch mit wach­sendem Natio­na­lis­mus und Dis­krimi­nie­rung von Migranten und Flücht­lingen kon­fron­tiert. Diese Folgen haben die größten Aus­wirkun­gen auf die am stärksten Aus­ge­grenz­ten in der Gesell­schaft – Minder­heiten und be­nach­tei­ligte Ge­mein­schaften.

Idee: Das „Museum der persönlichen Geschichten“ ist ein Ausstellungs­raum, der die Geschichten der im Osten Kroatiens lebenden Minder­heiten sammelt und auf­bewahrt. Es wurde aus dem Bedürfnis heraus ge­gründet, tief ver­wur­zelte Vorurteile gegen­über Minder­heiten in unseren Gemein­schaften zu be­kämpfen. In der Aus­stellung werden anhand von Foto­grafien, Objekten und Doku­mentar­filmen ver­schiedene Er­zählungen aus der Gemein­schaft prä­sentiert.

Akteur*innen: Unser Schwerpunkt liegt auf ethnischen Min­der­heiten und mar­gina­li­sierten Gemein­schaften. Das Projekt ar­beitet eng mit Ak­teur*in­nen aus der Gemein­schaft zusam­men, die an der Forschung und der Pro­duktion beteiligt sind, und es hilft uns, Kontakte zu knüpfen und Vertrauen auf­zu­bauen. Die Mit­glieder der Gemein­schaft führen auch Akti­vitäten des Museums durch und ver­breiten die Grund­werte und Ziele des Museums.

Wirkung: Persönliche Geschichten ermögli­chen es uns, die Welt um uns herum besser zu ver­stehen. Minder­heiten haben selten die Mög­lichkeit, öffent­lich über sich selbst zu sprechen. Durch das Erzählen von Ge­schichten erhalten sie nicht nur eine Stimme, sondern helfen der Öffent­lichkeit auch, Stereotypen ab­zu­bauen, indem sie über univer­selle Themen sprechen. Read the rest of this entry »

„Inclusive Kindergartens“ (Budapest)

Januar 19th, 2024  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

Sozialmarie: Inclusive Kindergartens (Foto: Rosa Parks Alapítvány)SozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jekte be­fas­sen sich mit Roma. Wir stel­len Ihnen eini­ge dieser Ini­tia­tiven vor:

Eines der Siegerprojekte der SozialMarie 2022 ist das unga­rische in­tegra­tive Bil­dungs­pro­gramm „In­clu­sive Kin­der­gar­tens“ („Befogadó óvodák“), das Roma- und Mig­ran­ten­kin­der im 8. Bezirk in Budapest un­ter­stützt und der Segre­ga­tion in den Kinder­gär­ten des Be­zirks ent­ge­gen­wirkt.

Projektträger: Rosa Parks Alapítvány (Rosa Parks Foundation)

Herausforderung: Die Diskriminierung der Roma-Ge­mein­schaft hat in Ungarn seit dem Amts­antritt der der­zeiti­gen Regie­rung im Jahr 2010 zu­ge­nommen. Die Reformen der öffent­lichen Bildungs­gesetz­gebung dieser Regie­rung haben die Mar­gina­lisie­rung und Segre­gation von Roma-Kin­dern in öffent­lichen Schulen weiter ver­stärkt. Wir arbeiten mit öffent­lichen Kinder­gärten zu­sammen, um integra­tive Bildungs­pro­gramme zu ent­wickeln und Roma- und Migran­ten­kinder sowie deren Eltern zu unter­stützen.

Idee: In Zusammenarbeit mit NGOs und der Stadt­verwaltung ent­wickelt „Inclu­sive Kinder­gartens“ („Befogadó óvodák“) nach­haltige Integra­tions­modelle und ein integra­tives Kinder­garten­system im achten Bezirk von Budapest. Das Projekt bietet nicht nur Unter­stützung für margi­nali­sierte Gemein­schaften an, son­dern orga­nisiert und imple­men­tiert auch insti­tu­tio­nelle Diver­sitäts- und Gleich­stellungs­pläne in allen öffent­lichen Kinder­gärten im 8. Bezirk.

Akteur*innen: „Inclusive Kindergartens“ arbeitet mit Kindern, die öffent­liche Kinder­gärten besu­chen, ihren Lehrern und Familien zu­sam­men. Wir ver­anstalten regel­mäßig Foren für Eltern. Die Ro­sa-Parks-Stif­tung ko­ordi­niert das Programm auch mit der Bezirks­ver­waltung. Eine Roma-So­zial­arbei­terin unter­stützt die Kinder und bezieht die Eltern in das Pro­gramm ein.

Wirkung: Die Neueinteilung des 8. Bezirks hat sicher­ge­stellt, dass be­nach­teilig­ter Kinder und Familien, die in diesem Viertel leben und öffent­liche Schulen besuchen, gleich­mäßig ver­treten sind. Ein segre­gierter Kinder­garten wird nach dem nächs­ten Schuljahr ge­schlossen. In allen Kinder­gärten des 8. Bezirks wurden Teams für integra­tive Ent­wicklung ein­ge­richtet. Read the rest of this entry »

„Childhood to Children“ (Slowakei)

Januar 13th, 2024  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Jugend & Bildung

Nominiert für die Sozialmarie 2023: Childhood to Children (Detstvo Deťom), Slowakei (Foto: Detstvo Deťom)SozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jekte be­fas­sen sich mit Roma. Wir stel­len Ihnen eini­ge dieser Ini­tia­tiven vor:

Das Projekt „Detstvo deťom“ („Childhood to Children“) war 2023 für die SozialMarie no­mi­niert. Das Pro­jekt aus der Slowakei stellt die Früh­betreu­ung be­nach­tei­lig­ter und von Armut be­trof­fe­ner Kinder in den Mittel­punkt. Dabei wird ein beson­deres Augen­merk auf die Be­treu­ung in den Familien ge­legt. Frauen aus der Roma-Ge­meinden werden aus­ge­bildet, sie über­nehmen die För­derung und früh­kind­liche Betreu­ung im häus­li­chen Umfeld.

Projektträger: Občianske združenie Detstvo deťom (Civic As­socia­tion Child­hood to Children), Košice

Herausforderung: Das Projekt „Childhood to Children“ („Detstvo deťom“) unter­sucht alle mög­lichen Optionen für eine qua­litativ hoch­wertige Früh­betreu­ung für so viele Kinder wie möglich. Es kon­zentriert sich auf die Kinder, die auf­grund ihres Lern­umfelds und ver­erbter Armut am stärks­ten von Ent­wick­lungs­proble­men be­droht sind.

Idee: Mit dem Projekt soll eine Verlagerung der früh­kindli­chen Be­treu­ungs­aktivi­täten in das häusliche Umfeld initiiert werden. Außer­dem bezieht „Child­hood to Children“ erfah­rene Frauen aktiv in die Arbeit mit Familien in Armut ein. Diese Mütter werden direkt aus der Ge­meinde rekrutiert, verfügen über Kom­petenzen im Bereich der Früh­förderung durch die Teil­nahme an Fort­bildungen, die im Rahmen des Projekts an­ge­boten werden, und sind so in der Lage, die er­worbenen Kennt­nisse und Fähig­keiten an junge Mütter weiter­zu­geben.

Akteur*innen: Die Zielgruppen sind: Kinder (bis zum Vorschul­alter), die in Spiel­aktivi­täten und Vorschul­vor­berei­tung ein­bezogen werden; jüngere Schulkinder, die durch kreative Akti­vitäten und Lesen auf die Schule vor­bereitet werden; heran­wachsende Mädchen und junge Mütter, die in ver­ant­wortungs­vollem Umgang mit Mutter­schaft geschult werden; er­fahrene Mütter, die das Projekt vor Ort unter­stützen; Familien in Ge­nera­tionen­armut, für die das Projekt sen­si­bi­lisie­ren will.

Wirkung: Die Hauptwirkung des Projekts besteht darin, die positiven Ver­änderun­gen der frühk­indlichen Betreuung in den Familien zu ver­stärken. Darüber hinaus soll es die Ent­wick­lungs­fort­schritte der Kinder, die schulischen Leis­tungen, das Selbst­wert­gefühl der Frauen, die elterliche Kom­petenz, die Zeit, die den Kindern ge­widmet wird, sowie das Selbst­vertrauen und den Stolz auf die Leis­tungen der Kinder ver­bessern. Read the rest of this entry »

„Invisible Study Hall“ (Ungarn)

Januar 4th, 2024  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

SozialMarie 2023: Invisible Study Hall (Ungarn) (Foto: via SozialMarie)SozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jekte be­fas­sen sich mit Roma. Wir stel­len Ihnen eini­ge dieser Ini­tia­tiven vor:

Für die SozialMarie 2023 nominiert war auch das Pro­jekt In­visible Study Hall (Láthatatlan Tanoda) aus Budapest, das außer­schu­li­sche Bildungs­an­ge­bote für mar­gina­li­sier­ten Roma-Kinder im Alter von 5 bis 18 Jah­ren zur Ver­fü­gung stellt.

Projektträger: Rosa Parks Alapítvány (Rosa Parks Foun­dation)

Herausforderung: In Ungarn wächst die Bildungs­kluft zwischen Regel­schul­kindern und margi­na­li­sier­ten Kindern (vor allem Roma), die das der­zeitige Schulsystem und die sozialen Unter­stützungs­systeme nicht auf­fangen können. Roma-Kinder sind nicht nur mit den Nachteilen der Armut kon­fron­tiert, sondern auch mit rassisti­schen Vor­urteilen, die zu schuli­scher Segregation führen.

Idee: Das Projekt „Invisible Study Hall“ bietet marginali­sierten Roma-Kin­dern im Alter von 5 bis 18 Jahren außer­schulische Bildungs­an­ge­bote. Der Schwer­punkt liegt auf der Ent­wicklung indivi­dueller Fähig­keiten, Mentoring, Grup­pen­akti­vitä­ten zur Ent­wicklung sozialer Fähig­keiten und Freizeit­akti­vitäten. Es wird ein ganz­heit­licher Ansatz verfolgt, der zahl­reiche Frei­willige ein­bezieht, Partner­schaften mit Eltern ent­wickelt und Familien in Krisen­situa­tio­nen hilft.

Akteur*innen: Zwei Vollzeit- und zwei Teilzeit-So­zial­ar­bei­ter*in­nen ko­ordi­nieren die Projekt­akti­vitäten, halten den Kontakt zu den Eltern und unter­stützen das Wohl­er­gehen der Familien. Diese Mit­arbei­ter*in­nen leiten auch 41 Frei­willige (aus allen Lebens­berei­chen). Das Projekt umfasst derzeit 78 Kinder sowie Mit­arbeiter, Freiwillige und Eltern, die alle eine Gemein­schaft bilden und part­ner­schaft­lich zu­sammen­arbeiten.

Wirkung: Die Kinder, die vor neun Jahren im Kindergarten in das Programm auf­ge­nommen wurden, haben ihre Ausbildung bis zur weiter­füh­ren­den Schule fort­gesetzt. Das Projekt hat in ähn­licher Weise bei Wohnungs- und Ein­kommens­krisen geholfen und unter­stützt jedes Jahr die Einschulung von 5 bis 8 Kindern in nicht segre­gier­ten Schulen. Read the rest of this entry »

SozialMarie 2023: „Career Path“ (Ungarn)

Dezember 8th, 2023  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Jugend & Bildung

Sozialmarie 2023: Career Path (Foto: Van Helyed via SozialMarie)SozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jekte be­fas­sen sich mit Roma. Wir stel­len Ihnen eini­ge dieser Ini­tia­tiven vor:

Eines der Siegerprojekte der SozialMarie 2023 ist das unga­rische Bildungs- und In­tegra­tions­projekt „Ca­reer Path as Opposed to an In­escap­able Life Path“ („Karriere­weg im Gegen­satz zu un­aus­weich­li­chem Lebens­weg“), das Roma-Kin­dern aus aus­ge­grenz­ten Ge­mein­schaf­ten zu einem Schul­ab­schluss und einem Beruf ver­hilft.

Projektträger: Van Helyed Alapítvány (You Belong Foundation)

Herausforderung: Die wachsende Zahl nicht aus­gebil­deter Men­schen ist ein globales Problem, das den Klimaschutz, das Wirt­schafts­wachs­tum und Aspekte eines menschen­würdigen Lebens ge­fährdet. In Ungarn gibt es 1200 Slums, in denen vor allem Roma-Kinder in Segre­gation leben und eine minder­wertige Bildung er­halten. Bis 2050 wird die Zahl der ab­hän­gigen An­gehö­rigen pro 100 Per­sonen im erwerbs­fähigen Alter auf 60 ansteigen.

Idee: Das Projekt „Karriereweg im Gegensatz zu un­aus­weich­lichem Lebensweg“ hat ein proto­typisches System geschaffen, das einen Ausweg aus dem Elend garantiert. Es ermöglicht einen gleich­berech­tigten Zugang zu Bildung, Wissen und Wohlstand während des gesam­ten Lebens­weges. Die Stiftung „You Belong“ bietet einen Weg zu einem Beruf und einem Ab­schluss.

Akteur*innen: Die Hauptakteure sind benach­tei­ligte Roma-Kinder, die mit ihren Familien und Ge­mein­schaften in einem ge­schlos­senen System auf­wachsen. Das Projekt umfasst außer­dem 120 Personen, die in den „You Belong“-Ein­rich­tungen von Ózd/Bu­dapest intensiv betreut werden, sowie 1.000 Teil­nehmer und ihre Familien aus segre­gierten Gemein­schaften.

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„Community Roma Doula Service“ (Ungarn)

Dezember 5th, 2023  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Frauenrechte

Sozialmarie 2023: Community Roma Doula Service in Un­garn (Foto: Vale­ria Cher­chi)SozialMarie ist ein Preis für soziale Innovation. Viele der aus­ge­zeich­ne­ten Pro­jekte be­fas­sen sich mit Roma. Wir stel­len Ihnen eini­ge dieser Ini­tia­tiven vor:

Einer der Hauptpreise der SozialMarie 2023 ging an das Projekt Community Roma Doula Service (Közös­ségi dú­laszol­gá­lat Al­sózsol­cán), welches be­nach­tei­ligte Frauen, die auf­grund ihrer sozialen und wirt­schaft­li­chen Situa­tion an­fäl­liger für geburts­hilf­liche Gewalt sind, unter­stützt. Das Projekt zielt darauf ab, dies zu be­kämpfen, indem es einen ge­mein­schaft­li­chen Doula­dienst in Alsózsolca (Nord­ost­ungarn) be­treibt und die Selbst­or­ga­ni­sa­tion von Ro­ma-Frauen unter­stützt.

Projektträger: EMMA Közhasznú Egyesület (EMMA Association)

Herausforderung: Roma-Frauen mit einem benachteiligten Hintergrund sind an­fälliger für geburts­hilfliche Gewalt; ihre repro­duk­tiven Rechte können in Er­mange­lung an­ge­mes­sener Infor­matio­nen und Schulun­gen kumu­lativ verletzt werden. Viele schwangere Frauen bitten darum, können aber in ihrem Umfeld nie­man­den finden, der sie in den Kreißsaal be­gleitet; diese Frauen werden also allein gelassen.

Idee: Im Rahmen des Projekts Community Roma Doula Service in Alsózsolca (Nordost­ungarn) über­nehmen ein­heimi­sche Roma-Frau­en eine unter­stüt­zende Rolle und be­gleiten ihre Kolle­ginnen im Kranken­haus. In einer beson­ders ver­letzlichen Phase des Lebens einer Frau setzen sich die Doulas dafür ein, dass die körper­lichen und emotio­nalen Bedürf­nisse der Frauen erfüllt werden, und arbeiten daran, ihre Dis­krimi­nierung zu ver­hindern.

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„Vor­bild­liche Projekte ans Licht bringen“

Dezember 4th, 2023  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen

SozialMarie 2023SozialMarie 2023: Ausgezeichnete Roma-Projekte

SozialMarie: Soziale Innovation entwirft Lösungen für dringende gesell­schaft­liche Heraus­for­derungen. Sie schafft Raum für neue Denk­ansätze, gibt inno­vative Ant­worten und weist neue Wege. Damit reagiert sie ent­weder auf neue soziale Frage­stel­lungen oder löst ein be­kanntes Problem durch eine neue Heran­gehens­weise. Dieses Handeln kann von der betrof­fe­nen sozialen Gruppe selbst ausgehen, es muss in jedem Fall von den Betrof­fenen mit­getragen und mit­gestaltet werden. Auf diese Weise schafft soziale Inno­vation nach­haltige, beispiel­ge­bende Lösun­gen, die für andere zur Inspi­ration werden.

SozialMarie ist ein Preis für soziale Inno­vation, der jedes Jahr an 15 heraus­ragende Projekte ver­geben wird. Mit der ersten Ver­leihung im Jahr 2005 war sie der erste Preis für soziale Inno­vation in Europa. Neben einer finan­ziellen An­er­ken­nung in Höhe von 55.000 € bietet SozialMarie vor allem eine öffent­liche Plattform für sozial inno­vative Pro­jekte in Mittel­ost­europa. Von Anfang an inter­na­tio­nal, hat sich die Sozial­Marie in Österreich, Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Kroatien und Slowenien einen guten Ruf er­worben. Die im Jahr 2000 von Wanda Moser-Heindl und Friedrich Moser ge­grün­dete „Unruhe Privat­stiftung“ be­treibt den Preis.

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Roma-Aktivist Marko Knudsen verstorben

November 23rd, 2023  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Marko Knudsen

Trauer um Ilona Lagrene

November 22nd, 2023  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Ilona Lagrene (Foto: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma)Als Aktivistin der ersten Stunde der Bürger­rechts­be­we­gung der Sinti und Roma kämpfte Ilona Lagrene jahr­zehnte­lang für die An­er­ken­nung und Gleich­be­rech­ti­gung der Sinti und Roma. Ihr un­er­müd­li­cher Einsatz für die Ver­mitt­lung eines Be­wusst­seins für die 600-jäh­rige Ge­schich­te der Sinti und Roma in Deutschland war bis zu­letzt Teil ihrer politi­schen Arbeit wie auch ihres En­gage­ments in der Bil­dungs- und Ju­gend­arbeit. Sie ver­starb am 19. Novem­ber im Alter von 73 Jahren.

Im Rahmen dieser Erinnerungsarbeit begleitete Frau Lagrene un­zählige Fahrten mit Jugend­lichen zu den Gedenk­stätten der ehe­maligen Kon­zentra­tions- und Ver­nichtungs­lager wie Natzweiler und Auschwitz-Birkenau, in denen 24 Fa­milien­mit­glieder von Ilona Lagrene von den National­­sozialis­ten ermordet wurden. Tief berührt waren die zahl­reichen Teil­neh­merin­nen und Teil­­nehmer ihrer Führungen durch die Heidelberger Altstadt, mit denen sie das Schicksal der ver­triebenen und depor­tierten Sinti­familien dem Ver­gessen entriss. Read the rest of this entry »