Sánchez: „Respekt, Gleichheit und Anerkennung“

Februar 24th, 2026  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Politik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Ministerpräsident Sánchez beim Festakt, 21.2.2026 (Foto: La Moncloa)600-Jahr-Jubiläum in Spanien: Ein Festakt in Madrid be­schließt das „Jahr der Gita­nos“. Re­gie­rungs­chef Pedro Sánchez be­kräf­tigt das En­gage­ment der Re­gie­rung für „Respekt, Gleich­heit und An­er­ken­nung“ der Gitanos (spa­ni­sche Roma).

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sán­chez leitete im Präsi­denten­sitz La Moncloa in Madrid den offi­ziellen Festakt zum Ab­schluss des Jahres der Gitanos, das 2025 anläss­lich des 600-Jahr-Ju­bilä­ums ihrer Ankunft in Spanien be­gangen wurde. In seiner Rede be­tonte der Regie­rungs­chef, dass „sechs Jahr­hunderte später und nach einem ganzen Jahr des Ge­denkens und der An­erken­nung das Volk der Gitanos (pueblo gitano) weder Almosen noch Folklore ver­langt. Es ver­langt etwas viel Ein­fache­res: Respekt, Gleich­heit und An­erken­nung. Die spa­nische Regierung und ich selbst ver­pflich­ten uns, weiter daran zu arbeiten, dass dies Realität wird.“

Die Veranstaltung unter dem Titel „Gelem, Gelem“ brachte Persön­lich­keiten aus Kultur, Politik, Wissen­schaft und sozialem Engage­ment zusam­men, um für die Gleich­berech­ti­gung der Gitanos und ihren kultu­rellen Reichtum ein­zu­treten. An­wesend waren auch die Ministerin für Inklu­sion, soziale Sicher­heit und Migra­tion und Re­gie­rungs­spre­cherin Elma Saiz sowie die Minis­terin­nen für Bildung und Gleich­stellung, Milagros Tolón und Ana Redondo.

Pedro Sánchez hat diese sechs Jahrhunderte als 600 Jahre „gemein­samer Geschichte“ be­schrie­ben, da „das Volk der Gitanos kein separa­tes Kapitel unserer Ge­schichte ist. Ihr seid ein wesent­licher Teil davon“, denn „Spanien ist ohne die prägenden Spur des Volks der Gitanos nicht zu ver­stehen“, betonte er.

In seiner Rede prangerte der Präsident an, dass „allzu lange versucht wurde, ihre Kultur aus­zu­löschen“, bis hin zu der Be­haup­tung, „Romani sei eine Sprache der Gauner“. Heute wissen wir, dass es eine Sprache der Würde, der Familie und der Freiheit ist, und dies wurde auch von der UNESCO an­er­kannt. An­gesichts dieser dunklen Zeiten er­wähnte der Prä­sident Feier­lich­keiten wie den 8. April, den Inter­natio­nalen Tag der Roma, oder das Ge­denken an den Samudaripen – den Völker­mord an den Roma durch die Nazis –, die „dazu bei­tragen, ihre Geschichte und ihren grund­legen­den Beitrag sichtbar zu machen“. Und er warnte, dass „Hass­reden wie nie zuvor zu­nehmen, ins­beson­dere in den sozialen Netzen. Des­halb möchte ich denen, die sie fördern, unter­stützen und ver­breiten, sagen, dass sie uns gegen­über­stehen werden, denn wir stehen ein für ein fried­liches Zu­sammen­leben. Und wir werden sie mit der ganzen Kraft unseres Rechts­staates be­kämpfen.“

Der Präsident hob die Bedeutung demokratisch geschaffener Instrumente wie des Instituto de Cultura Gitana (Institut der Gitano-Kultur) und des Consejo Estatal del Pueblo Gitano (Staat­licher Rat des Volks der Gitanos) hervor, „die die Zu­sammen­arbeit mit den Ver­bänden der Gitano-Be­wegung ge­festigt und es er­mög­licht haben, nationale Stra­tegien für Inklusion, Gleich­stellung und Teilhabe voran­zu­bringen“.

Zu diesen Initiativen kamen weitere hinzu, wie der Staatsvertrag gegen Anti­ziganis­mus, das Zerolo-Gesetz für Gleich­behand­lung und Nicht­dis­krimi­nie­rung oder die Kom­mission für das Gesetz zur demo­kratischen Erin­nerung zur Versöhnung mit dem Volk der Gitanos und seiner Erin­nerung. All dies hat zu „echten Fort­schritten“ geführt, die jedoch nicht aus­reichen: „Jahr­hunderte der Dis­krimi­nierung und des Anti­ziganismus lassen sich nicht in wenigen Jahr­zehnten aus­löschen. Es beste­hen weiter­hin Un­gleich­heiten in den Bereichen Bildung, Beschäf­ti­gung und Wohnen. Beson­ders hart war und ist die Realität der Gitano-Frauen, die eine dop­pelte Barriere über­winden muss­ten: die, dass sie Frauen sind, und die, dass sie Gitanas sind“, be­klagte Sánchez.

Während der Ehrung, die von der Dichterin Noelia Cortés aus Almería mode­riert wurde und bei der junge Flamenco-Talente wie Israel Fernández auf­traten, würdigte der Regie­rungs­chef Per­sönlich­keiten dieser Gemein­schaft, die mit ihrer Arbeit, ihrem Vorbild und ihrem Werde­gang zur Ver­besserung unserer Gesell­schaft und unserer Kultur bei­ge­tragen haben. So verlieh er den Künstlern Pepe Habichuela und Lolita Flores das „Groß­kreuz des Zivil­ordens von Alfons X. dem Weisen“ und den „Ver­dienst­orden für zivile Ver­dienste“ er­hielten Juan de Dios Ramírez Heredia, Pionier der politi­schen Re­prä­senta­tion der Gita­nos, Emilio Fernández de los Santos „Caracafé”, Vorbild für soziales En­gage­ment, und Teresa Peña, Ver­mitt­lerin und Förderin des Fla­menco,. Ins­ge­samt ging es darum, „Gita­no-Frauen und -Männer zu ehren, die diese Ge­schichte des Kampfes, des Talents und des En­gage­ments ver­kör­pern”, er­klärte der Präsident.

(Text: Actividad del presidente del Gobierno, La Moncloa, Übersetzung: dROMa)

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