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Digitale Quellenedition zum NS-Völkermord

August 29th, 2026  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Wissenschaft

Sammlung der Forschungsstelle Antiziganismus: Staatsministerin für Kultur und Medien, Claudia Roth, und Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Theresia Bauer, besichtigen Exponate der Sammlung, Juli 2022 (Foto: Forschungsstelle Antiziganismus)Forschungsstelle Antiziganismus ediert Quellen zum NS-Völ­ker­mord an den Sinti und Roma in Europa. Die Arbeiten zum neun­jäh­ri­gen Pro­jekt wur­den zu Jahres­beginn auf­­ge­­nommen.

Eine groß angelegte digitale Edition führt Quellen zum national­sozialis­tischen Völkermord an den Sinti und Roma in Europa zusam­men und macht sie für Forschung und Öffent­lich­keit zugäng­lich. Publi­ziert werden sollen rund 1.200 Doku­mente – Schrift­stücke aus dem Ver­waltungs- und Ver­folgungs­apparat, ergänzt um Quellen aus der Per­spektive der Opfer. Angesiedelt ist das von der Deutschen Forschungs­gemeinschaft geförderte Projekt an der Forschungs­stelle Anti­ziganis­mus der Univer­sität Heidelberg. Für die Gesamt­laufzeit von neun Jahren stehen Förder­mittel in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro zur Verfügung. Das Vorhaben basiert maßgeblich auf der digitalen „Enzyklopädie des NS-Völker­mordes an den Sinti und Roma in Europa“, die seit Juli 2020 eben­falls an der For­schungs­stelle entsteht.

„Der NS-Völkermord an den Sinti und Roma wurde nicht nur gesell­schaft­lich und politisch jahrzehnte­lang ignoriert, sondern auch in der Forschung kaum beachtet“, erläutert die Histori­kerin Dr. Karola Fings, wissen­schaftliche Leiterin der beiden Projekte. Ziel ist es, mit der „Edition zum NS-Völkermord an den Sinti und Roma in Europa“ alle Ver­folgungs­prozesse von der rassistischen Stig­matise­rung bis hin zum Mord in den Vernichtungs­lagern ab­zu­bilden. Read the rest of this entry »

Online-Petition #ZARAbleibt!

April 21st, 2026  |  Published in Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Frauenrechte, Internet & Blogothek, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

"Zara bleibt"#ZARAbleibt! – Österreich braucht weiterhin Zivil­courage!

Zur Petition auf mein.aufstehn.at

Sehr geehrte Bundesministerin Bauer,
sehr geehrte Bundesregierung und Entscheidungsträger!

ZARA ist seit Jahren eine unverzichtbare Anlaufstelle für Menschen, die in Öster­reich Rassismus, Dis­krimi­nie­rung und Hass erleben. Der Verein bietet Beratung, Doku­mentation, Unter­stützung und öffent­liche Auf­klärung genau dort, wo Betrof­fene sonst oft allein ge­lassen werden. Gerade in einer Zeit, in der rassistische, hass­erfüllte Sprache wieder salon­fähig gemacht wird, ins­beson­dere im digitalen Raum, braucht es diese Arbeit mehr denn je. Die ge­plante Kürzung der Förder­gelder, die das De-facto-Ende dieser wich­tigen Auf­klä­rungs- Unter­stützungs- und Prä­ven­tions­arbeit be­deuten, ist daher der falsche Schritt in einer Gesell­schaft, die sich zu­neh­mend pola­risiert.

Deswegen sind gerade Sie, Familienministerin Bauer, aber auch die ge­samte Bundes­regie­rung und die Ent­schei­dungs­träger in Parlament und Verwaltung jetzt auf­ge­fordert, Ihre Ent­scheidungen zu über­denken und sich klar für eine Erhal­tung dieser so wich­tigen Institution aus­zu­spre­chen und ein­zu­setzen!

Warum ist das wichtig?

Österreich hat in den letzten Jahren erlebt, wie sich gesellschaft­liche Span­nungen ver­schärfen, wie Debatten über Migration, Integra­tion und Zu­ge­hörig­keit polarisiert werden und wie Hass im Netz und im Alltag norma­lisiert werden. ZARA leistet hier nicht nur Sofort­hilfe für Betrof­fene, son­dern schafft auch wichtige Sicht­bar­keit für Probleme, die viele lieber ver­drängen würden. Dass allein 2025 mehr als 1.500 rassisti­sche Vorfälle doku­mentiert wurden, zeigt, dass es nicht um ein Rand­thema geht, sondern um eine reale Belas­tung für das gesell­schaft­liche Zu­sam­men­leben.

Gerade deshalb ist es unverständlich und politisch falsch, aus­ge­rechnet in diesem Bereich zu sparen. Wer an Anti-Ras­sismus, Opfer­schutz und Prä­vention kürzt, spart nicht an „Ver­waltung“, sondern an Sicherheit im Netz und demo­krati­scher Stabilität. Read the rest of this entry »

Förderstopp: Verein ZARA vor dem Aus

April 20th, 2026  |  Published in Einrichtungen, Frauenrechte, Internet & Blogothek, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

ZARA vor dem Aus (Bild: Zara)Bundeskanzleramt streicht Förderung: Anti­dis­kri­mi­nie­rungs­stelle ZARA bietet für neue Fälle vor­erst keine Be­ra­tun­gen mehr an

Aussendung von ZARA, 20.4.2026:

Die Streichung der Förderung für die Be­ratungs­stelle #Gegen­Hass­im­Netz unter der politi­schen Ver­ant­wor­tung von Bundes­minis­terin Claudia Bauer be­droht die Existenz von ZARA akut. Ohne rasche Finan­zie­rung droht das voll­stän­dige Aus bis Juni.

Seit acht Jahren erhält ZARA eine Förderung des Bundes­kanzler­amts in Höhe einer sechs­stelli­gen Summe für den Betrieb der Be­ratungs­stelle #Gegen­Hass­imNetz. Anfang April 2026 erreicht den Verein die Mit­teilung, dass diese Förderung für das Jahr 2026 auf­grund von „Spar­maß­nahmen“ voll­ständig gestrichen wurde. Die Ent­scheidung wurde unter der Ver­antwor­tung von Bundes­minis­terin Claudia Bauer (ÖVP) getroffen.

ZARA zum Zeitpunkt der Streichung bereits in fi­nan­ziel­ler Vor­leis­tung

Zum Zeitpunkt der Mitteilung war ZARA bereits in finanzielle Vor­leistung ge­gangen, um Betrof­fene von Hass im Netz weiterhin durch­gehend unter­stützen zu können. Unter­stützung, die – das zeigen die aktu­ellen De­batten rund um digitale Gewalt an Frauen – für Betrof­fene dringend not­wendig ist. Diese Vor­finan­zierung erfolgte in der be­grün­deten Annahme, dass die Förderung auch für das Jahr 2026 fort­geführt wird – auf Basis unserer lang­jährigen Expertise und unseres Alleinstellungsmerkmals als spezialisier­te Be­ratungsstelle, die in Österreich allen Betrof­fenen von Hass im Netz kosten­los und nieder­schwellig offensteht. Unser Angebot unter­schied sich damit von anderen be­ste­henden Ein­richtun­gen, die sich an spezi­fische Ziel­gruppen, etwa Kinder und Jugend­liche, richten.

Beratungsangebote derzeit massiv ein­ge­schränkt

Das entstandene finanzielle Defizit zwingt den Verein nun dazu, die Be­ratungs­angebote #Gegen­Hass­imNetz und !Gegen­Rassismus massiv ein­zu­schränken. Neue Fälle werden von ZARA ab sofort nur noch doku­mentiert. Bera­tungs­leistun­gen kann der Verein für neue Meldungen derzeit nicht mehr an­bieten. Beste­hende Fälle betreut ZARA vorerst weiter. Stellt die öffent­liche Hand kurz­fristig keine ent­spre­chende Finan­zierung sicher, muss ZARA seinen Betrieb samt aller Bera­tungs­ange­bote bis Juni gänz­lich ein­stellen.

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Wenn Hass legal, aber trotzdem schädlich ist

November 29th, 2025  |  Published in Dokumente & Berichte, Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Lawful but AwfulDer Verein „ZARA – Zivil­courage und Anti-Ras­sis­mus-Arbeit“ präsentierte sei­nen 8. „#Gegen­Hass­im­Netz“-Be­richt. Der dies­jährige Bericht (→PDF-Download) wid­met sich dem Thema „Lawful but Awful“.

Der Bericht zeigt, wie sehr auch recht­lich zu­lässige Inhalte im Netz Men­schen ver­letzen, zum Schwei­gen brin­gen und ins­ge­samt einen fairen, demo­kra­ti­schen Diskurs ver­hindern.

Seit der Gründung der Beratungsstelle „#Gegen­Hass­im­Netz“ im Jahr 2017 wurden ins­gesamt 15.113 Fälle von Online-Hass doku­men­tiert, davon 1.716 im aktu­ellen Be­ratungs­jahr. Ein Großteil der Mel­dungen ist vo­rurteils­moti­viert, beson­ders häufig geht es um rassis­tische und sexistische Angriffe – oft treffen sie Men­schen, die von meh­reren Dis­krimi­nie­rungs­formen betrof­fen sind. „Ob Hass im Netz strafbar ist, hängt jedoch nicht primär davon ab, aus welchem Grund ein Mensch Hass ver­breitet. Sowohl ideo­logisch als auch nicht-ideo­logisch moti­vierte Inhalte können rechts­widrig sein – oder eben legal. Ihnen gemein­sam ist, dass sie verletzen“, erklärt Fiorentina Azizi-Hacker, Leiterin der ZARA-Bera­tungs­stellen. Die ZARA-Bera­ter*in­nen prüfen daher genau, welche recht­lichen Schritte oder anderen Maß­nahmen möglich und sinn­voll sind, um Betrof­fene in ihrem indivi­duel­len Fall best­möglich zu unter­stützen.

Der Bericht verdeutlicht, dass Hass im Netz ein breites, gesamt­gesell­schaft­liches Problem ist: Er reicht von straf­baren Dro­hungen und Verhetzung über sexua­li­sierte Gewalt und Cybermobbing bis zu „lawful but awful“-In­hal­ten, die zwar nicht gegen Gesetze ver­stoßen, aber dennoch massiv schaden. Etwas mehr als die Hälfte (54 %) der bei ZARA gemel­deten Hass-Inhalte bewer­tete die ZARA-Bera­tungs­stelle #GegenHass­imNetz als nicht-recht­lich relevant.

Legaler Online-Hass prägt den Alltag vieler Menschen und macht sichtbar, wo der Rechts­staat an seine Grenzen stößt, wenn es um den Schutz der Menschen­würde geht. Genau an dieser Schnitt­stelle beginnt die Arbeit von ZARA: Wir hören zu, beraten und handeln, wo andere Syste­me nicht greifen“, so ZARA-Ge­schäfts­füh­rerin Rita Isiba.

Der Bericht bietet neben aktuellen Zahlen und Analysen auch konkrete Hand­lungs­empfeh­lungen: Read the rest of this entry »

ORF: Roma-Redaktion sucht Verstärkung

April 30th, 2025  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV

ORF-Landesstudio in Eisenstadt (Foto: Deneb/Wikimedia, Public Domain)Amen soraljaripe redakcijonake rodas

La Romengera redak­cijo­nake la ORF flogos­kera grup­na­kera redak­cijo­natar, redak­cijo­neli soral­jaripe rodas. Tumen igen latsche nimtschke dscha­nip­tscha iste on, taj o dscha­nipe le Burgenland Ro­mani­jistar vaj jeka Ro­ma­nes-va­ri­jaci­jo­natar latscho ovlahi. Rodim on dsche­ne, saven voja upri repor­teren­geri buti ando radijo, andi televisa, ando inter­net taj ando soci­jali mediji hi. Tumen iste igen latsche nimtsch­ke dschaniptscha on, afka sar te interesi upri flogoskeri grupnakeri politik, upro dschi­vi­pes­kere koji taj upri kultura le Romen­dar taj Rom­njendar, Sinti taj Sin­tiz­zendar taj upro avre autoch­toni flogos­kere grupn andi Austrija. Tumaro bever­bi­nipe adaj orde schaj bitschan: roma@orf.at

Für die Roma-Redaktion der ORF-Volks­gruppen­redak­tion suchen wir redak­tionelle Ver­stärkung. Sehr gute Deutsch­kennt­nisse sind Voraus­setzung, die Kenntnis von Burgen­land­romani oder einer Romanes-Va­rian­te ist von Vorteil. Gesucht sind Interes­sen­ten, die Freude an der jour­nalis­ti­schen Arbeit in Radio, Fernsehen und Internet und in den sozialen Medien haben. Sehr gute Deutsch­kennt­nisse sind un­erläss­lich, ebenso wie das Interesse an der Volks­gruppen­politik, der Lebens­weise und der Kultur der Roma und Romnja, Sinti und Sintizze und der anderen autoch­thonen Volks­gruppen in Österreich. Ihre Be­wer­bung schicken Sie bitte an: roma@orf.at

(Text: volksgruppen.orf.at)

Pressemonitoring: Newsletter des Zentralrats

August 27th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Medien & Presse, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Neues Presse- und Politikmonitoring zu Sinti und Roma: Wöchent­licher News­let­ter des Zentral­rats Deut­scher Sinti und Roma Neues Presse- und Politikmonitoring zu Sinti und Roma: Wö­chent­licher News­let­ter des Zentral­rats Deut­scher Sinti und Roma

Seit April 2024 setzt der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma ein sys­tema­tisches Presse- und Politik­mo­nito­ring-Pro­jekt um. Ge­fördert wird dieses vom Be­auf­tragten der Bundes­regierung gegen Anti­ziganis­mus und für das Leben der Sinti und Roma. Ziel ist, durch dieses Monitoring Selbst­organi­sationen, zivil­ge­sell­schaft­liche Organi­sationen, wissen­schaftliche Ein­richtungen und mit der Thematik befasste Institu­tionen wöchent­lich über aktuelle Ent­wicklun­gen in Politik und Gesellschaft und über rele­vante Inhalte in der Medien­bericht­er­stat­tung zu infor­mieren. Daher stellt der Zentralrat einen wöchent­lichen Newsletter per E-Mail zur Verfügung. Dieser enthält eine Sammlung rele­vanter Bericht­erstattung sowie politischer Vorgänge zu Themen der Minder­heit der Sinti* und Roma* sowie dem Themen­bereich Anti­­ziganismus.

Sie können sich hier für den Newsletter an­melden.

(Text: Zentralrat)

Digitale Ausstellung „Ružake gila“

Mai 26th, 2024  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Projekt und digitale Ausstellung „Ružake gila“ macht musikalischen Nachlass der Sängerin und Romni Ruža Nikolić-Lakatos (1945-2022) für breite Öffentlichkeit zugänglichDie digitale Ausstellung „Ružake gila“ macht den mu­si­ka­li­schen Nach­lass der Sän­ge­rin und Romni Ruža Ni­ko­lić-La­ka­tos (1945–2022) zu­gäng­lich. Ein Pro­jekt des MMRC – Music and Mi­no­ri­ties Re­search Center in Wien.

Ruža Nikolić-Lakatos (1945–2022) war eine heraus­ragende Per­sön­lich­keit in der Welt der Roma-Musik in Österreich und wurde ab den 1990er-Jah­ren als Ver­trete­rin der Lovara-Lieder öf­fent­lich be­kannt. Als Bot­schafterin ihres Volkes trug sie in Öster­reich maß­geblich zur Ver­breitung der Musik­tradition und zur An­erken­nung der Roma/Rom­nja als Volks­gruppe bei. Bis kurz vor ihrem Tod trat Ruža Niko­lić-La­katos, deren Vor­name ‘Rose’ be­deutet, regel­mäßig mit ihrer Familie, The Gypsy Family, in ganz Öster­reich und im Ausland auf.

Ružake gila widmet sich dem musikalischen Nachlass von Ruža Nikolić-La­katos. Durch­geführt vom MMRC (Music and Minorities Research Center)> der Univer­sität für Musik und dar­stellende Kunst Wien leistet das Projekt damit einen Beitrag zur Sicht­bar­machung und Zu­gänglich­keit der Roma-Musik in Österreich. Die digitale Aus­stellung gibt einer außer­ge­wöhnli­chen Sängerin eine Plattform und er­möglicht ein Weiter­leben und -geben ihrer Lieder.

Die Projektleiterin, Ethnomusikologin und Gründerin des MMRC, Ursula Hemetek, be­gleitete und doku­mentierte die künstle­rische Ent­wicklung von Ruža Niko­lić-La­katos mehr als drei Jahr­zehnte lang. Dadurch ent­stand eine tiefe Ver­bunden­heit mit der Familie der Sängerin. Einige Lieder der über 100 Stunden dau­ernden Ton­aufnahmen, die an der Universität ar­chiviert sind, publizierte Ursula Hemetek als Tonträger. Das trug wesent­lich zur Bekannt­machung der Lovara-Lieder und der Person Ruža Niko­lić-La­katos unter den gaže, Nicht-Roma, bei. Zusätz­lich zu den Aufnahmen von Ursula Hemetek stellt die Sammlung Heinschink, die im Phono­gramm­archiv der Öster­reichi­schen Akademie der Wissen­schaften archiviert ist, einen Schatz an Ton­aufnahmen der Lovara-Lieder seit den 1960ern dar, die groß­teils noch nicht ver­öffent­licht wurden.

Ziel der Ausstellung Ružake gila ist es, die Musik von Ruža Nikolić-La­katos der breiten Öffent­lichkeit zur Ver­fügung zu stellen. Die Liedtexte, Über­setzungen, musikalischen Transkrip­tionen und erklä­renden Texte zu den Liedern unter­stützen dabei den Verstehensprozess. Read the rest of this entry »

Online-Enzyklopädie zum Roma-Holocaust

März 4th, 2024  |  Published in Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Enzyklopädie zum Roma-GenozidNS-Völker­mord an den Sinti und Roma in Euro­pa: Prä­sen­ta­tion einer On­line-En­zyklo­pä­die am 5. März in Berlin

Unter nationalsozialistischer Herrschaft wur­den Hun­dert­tau­sende Sinti und Roma in Deutschland und ande­ren euro­päi­schen Ländern ver­folgt und ermordet. Ziel des NS-Staats und seiner Rassen­ideologie war die europa­weite Ver­nichtung der Minder­heit. Das vor­gestellte inter­nationale Pionierprojekt führt das verstreute Wissen über den national­sozialis­ti­schen Genozid in seiner euro­päischen Dimension in einer groß­angelegten Enzyklopädie zu­sammen. An dem vom Aus­wärtigen Amt ge­förderten Vorhaben arbeiten derzeit mehr als 80 Wissen­schaft­lerin­nen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland. Mit dem Launch wird die auf Deutsch und Englisch an­gelegte Enzyklopädie, die in Ko­operation mit dem Center für digitale Systeme an der Freien Univer­sität Berlin entsteht, erstmals online zu­gänglich. Sie wird bis Ende 2025 auf rund 1.000 Fach­beiträge an­wachsen und einen Meilen­stein für die Forschung und Bildungs­arbeit zum NS-Völkermord an den Sinti und Roma in Europa dar­stellen.

(Text: Ankündigung der Forschungsstelle Antiziganismus, Univ. Heidelberg)

Sinti und Roma im Netz sichtbarer machen

April 13th, 2023  |  Published in Internet & Blogothek, Interview, Radio, Podcast & TV

Sendung DiskursPodcast: Diskurs/Deutschlandfunk Kultur
Sendung vom 9.4.2023, 55.30 min

→Link zur Audiodatei (mp3)

Axel Rahmlow Axel im Gespräch mit Gilda Horvath, Simonida Selimović und von Isidora Randjelović.

Mehr als zehn Millionen Sinti und Roma leben in Europa. Sie begeg­nen häufig Vor­urteilen, weil das Nicht­wissen sehr ver­breitet ist. In der Reihe „Wissen. Macht. Ge­rech­tig­keit“ geht es darum, wie sich das än­dern lässt – vor allem im digitalen Raum.

(Sendung und Text: Deutschlandfunk Kultur)

Rechtsterrorismus in Deutschland

März 16th, 2023  |  Published in Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Rechtsterrorismus in Deutschland – Von der Nachkriegszeit bis heute
SWR2 Wissen. Von Rainer Volk, 18.2.2023

Drei Jahre nach dem rechtsextremen Anschlag in Hanau am 19. Februar 2020 mit neun Opfern (Anm.: drei davon Roma) fragen viele, ob Staat und Gesell­schaft Nazi-Terror lange ver­harm­lost haben. Ein Blick in die Ge­schich­te Deutschlands zeigt: ja.

Manuskript und mehr zur Sendung: http://swr.li/rechtsterrorismus-deutschland

(Beitrag und Text: SWR2)

Podcast: Diskriminierung und Gesundheit

März 9th, 2023  |  Published in Internet & Blogothek, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Wie Rassismus und Diskriminierung auf die Gesundheit wirken

Quarks Daily – Wissenspodcast des WDR, 5.1.2023 [Beitrag: Min. 1.00 bis 7.37]

Diskriminierung, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit kön­nen die Gesund­heit be­ein­flussen, und wie genau das mit­einander zu­sammen­hängt und wie das Problem an­ge­gangen werden kann, hören Sie in dieser Pod­cast-Folge von Quarks Daily.

Link zu dieser Folge:
Macht Diskriminierung kränker? – Das Fachmagazin „The Lancet“ hat eine Serie mit ins­ge­samt vier Unter­suchun­gen zum Zu­sammen­hang von Rassismus, Dis­kriminie­rung und Ge­sundheit ver­öffent­licht: www.thelancet.com

(Text und Sendung: WDR)

Siehe auch:
Podcast: Diskriminiert in der Medizin
, 18.2.2023

Podcast: Diskriminiert in der Medizin

Februar 18th, 2023  |  Published in Internet & Blogothek, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

NDR-Podcast Synapsen: Diagnose: Rassismus – Diskriminiert in der Medizin

Wissenschaftsjournalistin Yasmin Appelhans ist der Frage nach­ge­gangen, wie rassis­tisch unser Gesund­heits­system ist. Im Gespräch mit Host Lucie Kluth spricht sie zum Beispiel über alte Vor­urteile, die auch heute offen­bar noch im­mer zu „Diagno­sen“ wie „Morbus Bosporus“ oder dem „Mam­ma-Mia-Syn­drom“ wer­den. Und auch in der Forschung muss sich einiges ver­ändern, damit das Ge­sundheits­system nicht mehr dis­krimi­nie­rend ist und damit nicht weiter­hin der weiße Mann im Fokus sämt­licher Unter­suchun­gen bleibt – denn es kommt immer wieder vor, dass zum Beispiel Men­schen mit Migra­tions­ge­schichte teil­weise gar nicht oder zu spät be­handelt werden. In­wiefern be­ein­flusst also die Her­kunft die Gesundheit?

(Text und Sendung: NDR)

Internet: Genug vom Hass

Dezember 30th, 2022  |  Published in Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, dROMa (Magazin)

Training für Freiwillige des Projekts ROMAntici in Bratislava, Herbst 2022 (Foto ROMAntici)Roma-Freiwillige packen jetzt selber an


Sie wollen den Hass, der das Internet über­wu­chert, nicht mehr län­ger hin­neh­men: Rund zwan­zig jun­ge Romnja und Roma haben sich in Tschechien zu­sam­men­ge­fun­den, um den Kampf gegen Hass­kom­men­ta­re selbst in die Hand zu neh­men. Nicht-Roma hel­fen mit.

Die Freiwilligen, meist Studierende, haben es sich zur Aufgabe ge­macht, diskri­minie­rende Äuße­run­gen über ihre Min­der­heit zu doku­men­tievren und zu mel­den. Und so scrollen und klicken sie sich nun durch Inter­net-Platt­for­men und Sozia­le Medien, be­ob­achten Face­book-Grup­pen und über­wachen On­line-Foren.

Den ursprünglichen Plan, zugleich auch eine neue Monitoring-Gruppe in der Ukraine zu instal­lieren, machte der Krieg zu­nichte. In Rumänien und Bulgarien hin­gegen ist im Frühjahr erfolg­reich ein weite­res Pro­jekt an­gelau­fen. Auch dort werden Akti­visten aus den Roma-Ge­mein­schaf­ten zwei Jahre lang, online und offline, Daten­material über Hate Speech zu­sam­men­tragen.

Parallelaktion
Beide Initiativen entstanden unter dem gemeinsamen Dach von European Roma Rights Centre (ERRC) und Forum for Human Rights. Ähnli­ches hat man sich nun auch in der Slowakei vor­ge­nom­men. Für die Um­setzung holte man er­fahrene Partner­organi­sa­tio­nen vor Ort (Romea in Tsche­chien bzw. RomaJust und EOA in Rumänien und Bulgarien) mit an Bord. Finan­zielle Unter­stützung kommt von der Stiftung EVZ in Deutschland.

Hier wie dort geht es um Monitoring und die Sicherung von Beweismaterial – und nicht zuletzt darum, die Kräfte von Frei­willigen und Juristen zu bündeln, um die Opfer von Hass und Hetze zu ver­teidigen. Die Rechts­experten der Träger­orga­ni­satio­nen haben juristi­sche Strategien zur Be­kämpfung von Hassreden im Internet aus­ge­arbeitet, die nun an konkre­ten Fällen getestet werden sollen. Die frei­willigen Roma ar­beiten den Anwälten hierbei in die Hände, doku­mentie­ren die Verstöße und schaffen so die Beweis­grund­lage für rechtliche Schritte. Read the rest of this entry »

„RYMEcast“: Digitaler denken

Dezember 16th, 2022  |  Published in Internet & Blogothek, Interview, Radio, Podcast & TV, dROMa (Magazin)

LOLO TEPICH: Sejnur Memiši (tscha.) taj Nino Novakovic, Civis-Gala 2022 (kipo: Sejnur Memiši)Roma-Podcast „RYMEcast“: Sejnur Memiši im Gespräch

Sejnur Memiši und Nino Novakovic sind die Master­minds hin­ter „RYMEcast“, einem rich­tungs­wei­sen­den Roma-Me­di­en­pro­jekt in Deutsch­land. Seit Früh­jahr 2020 pro­du­zier­ten die bei­den über 100 Fol­gen ihres Pod­casts. Wir ha­ben uns mit Sejnur über die Hin­ter­grün­de un­ter­halten.

dROMa: Was unterscheidet einen Podcast von einer normalen Radio­sen­dung?
Sejnur Memiši:
Ein Podcast ist quasi ein Audiobeitrag wie im Radio, nur ohne Musik, den man zeit­un­abhängig online – mit dem Smart­phone oder auf dem PC – hören kann. Bei einer Radio­sendung ist man meis­tens von einer be­stimm­ten Sendezeit ab­hängig. Einen Podcast wie­derum kann man jeder­zeit auf Platt­formen wie Spotify, Apple oder Google hören.

Warum habt ihr dieses Medium gewählt?
Ich wollte schon seit meiner Kindheit im Audio-Jour­nalis­mus bzw. beim Radio arbeiten. Durch den Podcast hatte ich den Vorteil, ein­fach an­zu­fangen und nicht von großen Medien ab­hängig zu sein.

Die journalistische Begabung ist dir ja quasi in die Wiege ge­legt worden …
Kann vielleicht sein. Mein Vater ist ebenfalls Journalist und hatte früher in Pristina (Kosovo) seine eige­ne Radio­sendung auf Romanes. Als ich drei oder vier war, durfte ich ihn einmal zu seiner Arbeit be­gleiten und ihm hinter den Kulissen zu­schauen. Und seit­dem war mein Interesse für Medien, Jour­na­lismus und fürs Moderieren ge­weckt. Neben meinem Vater ist auch mein Onkel, mütter­licher­seits, Jour­nalist und arbei­tet als Moderator bei „Radio Romano“ in Schweden. Read the rest of this entry »

„RYMEcast“: Digitaleder te gondolinel

Dezember 14th, 2022  |  Published in Internet & Blogothek, Interview, Radio, Podcast & TV, dROMa (Magazin)

LOLO TEPICH: Sejnur Memiši (tscha.) taj Nino Novakovic, Civis-Gala 2022 (kipo: Sejnur Memiši)Romengero-podcast „RYMEcast“: Sejnur Memiši ando vakeripe

O Sejnur Memiši taj o Nino Novakovic o schere hi pal „RYMEcast“, jek ba­ri­ka­no rika­kero Ro­men­ge­ro-me­di­jen­ge­ro pro­jek­to andi Ger­ma­ni­ja. Sajt o ter­no li­naj 2020 o duj bu­teder sar 100 falati len­gere pod­castistar kerde. Amen le Sej­nu­riha pedar o sce­nar­tscha va­ker­tscham.

dROMa: So hi o koja maschkar jek podcast taj jek radijos­ke­ri sendung?
Sejnur Memiši: Jek podcast kvasi jek audijos­kero keripe sar ando radijo hi, tschak oni mu­schika, savo min­dig online – le vastes­ke­roha vaj pedar o komp­juteri – te schunel dscha­nes. Use jek radi­joskeri sendung butvar jeka sen­dinipes­kera cajtatar tel hejngim sal. Jek podcast schaj mindig upro sele­toskere formtscha sar Spotify, Apple vaj Google schunes.

Soske ada medijum ar rodijan?
Me imar sajt mri tschavengeri cajt ojs audijo-reporteri vaj uso radijo buti te kerel ka­mahi. Duach o podcast o latschi­pe man sina, loke te kes­dinel taj na le bare medijen­dar tel hejngim te ol.

O reporterengero dschanipe tuke kvasi andi betschu­ja pa­sch­lar­do ulo …
Hatek schaj. Te mro dad reporteri hi taj agun ande Pristina (Kosovo) jek ajgeni radijos­keri sen­dung ande Romanes le sina. Kada me trin vaj schtar berscha phu­rano somahi, jefkar le use leskeri buti te vodinel taj leske palo ku­listscha use te dikel trom­tschom. Taj sajt oja cajt mro interesi le medi­jenge, la repor­te­ris­kera butjake taj le mode­ri­ri­nipeske, dschangardo sina. Pasche mro dad te mro batschi, la daja­kera rik­tschatar, re­porteri hi taj ojs modera­tori use „Radio Romano“ andi Schvedija butscha­linel. Read the rest of this entry »

„Romano Habe“: Roma-Küche im Netz

Dezember 13th, 2022  |  Published in Brauchtum & Tradition, Internet & Blogothek

Romano HabeTraditionelle Roma-Gerichte einfach und schnell nach­kochen – der bur­gen­län­di­sche Verein Hango Roma macht das jetzt im Internet mög­lich

Die Kunst, aus wenig mehr zu machen, trifft auf die Roma-Küche schon seit jeher zu. Bohnen­fleckerl, Schweins­magerl­suppe oder Letscho à la Roma sind nur einige von vie­len Ge­richten, die in der Roma-Küche nicht feh­len dürfen: alle­samt zwar mit weni­gen Zutaten ge­zaubert, aber mit einem großen Ge­schmacks­erleb­nis versehen.

Die Idee, die traditionellen Rezepte mittels Kochanleitung und Videos im Internet zu ver­öffent­li­chen und somit einer breiten Öf­fent­lich­keit zu­gäng­lich zu machen, kam von Martin Horvath, dem ehren­amt­lichen Ge­schäfts­führer des Vereins Hango Roma: „Bei allen un­se­ren Ver­anstal­tun­gen gibt es immer ein Buffet mit Gerich­ten aus der Roma-Küche. Die Nach­frage nach den Rezepten war enorm“, erklärt Hor­vath, der die Ge­richte mit Gattin Kerstin zaubert und auf der Home­page www.romano-habe.at ver­öf­fent­licht.

Die Videos und Bilder werden selber produziert. Die Rezepte wer­den von Josef Schmidt vom Verein Roma-Service in das Burgen­land-Ro­manes über­setzt. Auch die Texte werden von Josef Schmidt ein­gespro­chen. Martin und Kerstin Horvath legen bei der Zu­bereitung der tradi­tio­nellen Roma-Gerichte viel Wert auf Re­gio­na­lität. Das Gemüse ist 100 % bio und wird selbst im eige­nen Gemüse­garten an­gebaut. Im nächs­ten Jahr 2023 will man an­lässlich „30 Jahre An­erken­nung der Roma“ ein Kochbuch mit den be­lieb­testen Gerich­ten aus der Roma-Küche heraus­bringen, so Martin Horvath.

Letscho à la RomaHier finden Sie alle Rezepte: www.romano-habe.at
Nachkochen lohnt sich!

(Text: Verein Hango Roma)

Delikt-Podcast: Mord in Klagenfurt, 1988

November 24th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

In der Hoffnung auf ein besseres Leben kam Gordana, eine junge serbische Romni, mit ihren beiden Kindern 1987 nach Klagenfurt. Wenig später er­mor­dete ihr Kärnt­ner Ehemann Wilhelm P. die Frau und die Kinder. Er zer­stückel­te und ver­scharr­te die Leichen. Von den Be­hörden ernstlich ge­sucht wurden die ver­schwun­dene Mutter und ihre Kinder aber offenbar nie; weiter­gehende polizei­liche Er­mitt­lun­gen gab es nicht. Der Gedanke liegt zu­min­dest nahe, dass dies viel­leicht auch damit zu tun haben könnte, dass die be­trof­fenen Per­sonen Roma waren. Allzu rasch und bereit­willig hatte die Polizei sich nämlich mit den Er­klä­rungen des Ehe­manns (der das plötz­liche Ver­schwinden auf die ver­meint­lichen Eigen­schaften der Roma ge­schoben haben soll) zu­frieden ge­geben. Der Mann lebte un­behelligt, bis das Ver­brechen 17 Jahre später durch Zufall, bei Bau­ar­beiten in Klagenfurt, ans Tages­licht kam. Der Delikt-Pod­cast der Klei­nen Zei­tung er­innert an das Verbrechen:

Stets hatte [der Ehemann] behauptet, Gordana hätte ihn ein­fach ver­lassen, er soll sich herab­würdi­gend über die Familie und ihre Her­kunft ge­äußert haben, Roma wür­den das halt so machen, „die sind halt so“. Wilhelm P. spielte den ver­las­se­nen Ehemann. Richtig gesucht wurde nach Gordana offen­bar nie, die Behör­den gaben sich mit der Er­klä­rung P.s 17 Jahre lang zu­frieden. Einzig die Mutter Gor­danas ließ nicht locker. Sie reiste sogar nach Klagen­furt und nach Wien, um selbst nach Gor­dana zu suchen – ohne Erfolg. Die Frau sagte später ein­mal, sie sei nir­gends ernst ge­nommen worden.

(dROMa)

„Das alles selbstverständlich zweisprachig“

November 21st, 2022  |  Published in Internet & Blogothek, Interview, Radijo Romani Ora, Radio, Podcast & TV

Redakteurin Tina Nardai (Foto: Josef Schmidt)„Romani Ora“-Redakteurin Tina Nardai im dROMa-Gespräch


Im Juli begann ein vierköpfiges Roma-Re­dak­tions­team in Oberwart mit der Aus­strah­lung der „Romani Ora“, einem ein­stün­di­gen Radio­jour­nal mit The­men der Volks­grup­pe der Roma. Auf­ge­zeich­net wer­den die zwei­spra­chi­gen Sen­dun­gen im Studio des Ver­eins Roma-Service – und das seit eini­gen Tagen nun so­gar täg­lich. Wir haben mit der Re­dak­teu­rin und Mo­de­ra­to­rin Tina Nardai über das Radio­pro­jekt ge­spro­chen.

dROMa: Für die, die „Romani Ora“ noch nicht kennen – kannst du kurz erklä­ren, was in den Sen­dun­gen zu hören ist?

Tina Nardai: In unserer Sendung haben wir mit Abstand die meiste Roma-Musik, die man im Radio zu hören be­kommt. Ab­gesehen davon, sind wir auch mit Themen­schwer­punkten voll­gepackt. Wir senden fünf­mal die Woche einen Tages­beitrag; dieser ist vor­rangig einem roma­spezifi­schen Ereignis ge­widmet. Aktualität ist uns natür­lich auch sehr wichtig. Am Puls der Zeit zu recherchieren und zu senden, ist ein funda­men­taler Baustein moderner Medien­arbeit.

In unserer Rubrik „Mri historija“ nehmen wir die Zuhö­rerin­nen und Zuhörer mit in die Geschichte und Er­zählun­gen von und über Romnja und Roma. Auf­arbei­tung der Geschichte und unserer kulturel­len Identität war uns von Anfang an ein wichti­ger Part. Ich vera­rbeite gerne alte Ton­aufnahmen von Zeit­zeugen und hauche ihnen in der „Romani Ora“ quasi neues Leben ein. Aber auch geschicht­liche Brocken, wie z.B der Genozid oder ver­schwun­dene Roma-Sied­lungen aus dem Burgenland, werden darin recher­chiert und aus­gestrahlt.

„Young wild and free“

In „Mindenfelitiko“ (wie es das Wort nicht besser aus­drücken könnte) be­schäftigen wir uns mit „Allerlei“, das die Hö­rerinnen und Hörer in­teressie­ren könnte: Ver­anstal­tungs­hinweise recht­zeitig zum Wochen­ende, Kinotipps und Buch­neuheiten, aber auch Koch­rezepte und praktische Alltags­tipps. Und mehrmals die Woche gibt es auch das Jugend­format „Young wild and free“. Darin befasst sich unser Re­dakteur vor­ranging mit Themen, die in der Jugendszene „hip“ sind – von Musik über Sport bis hin zu gesell­schafts­politi­schen Themen. Read the rest of this entry »

ORF-Volksgruppensendungen auch als Podcast

November 19th, 2022  |  Published in Internet & Blogothek, Radio, Podcast & TV

ORF Roma PodcastDer ORF Burgenland erweitert sein Angebot für die Volks­grup­pen in Ös­ter­reich. Ab so­fort sind die Radio­magazin­sendun­gen in Bur­gen­land­kroa­tisch, Bur­gen­land­romani, Slo­wa­kisch, Tsche­chisch und Un­ga­risch auch als Pod­cast auf der ORF-Audio­platt­form „Sound“ ab­rufbar.

„Nach der Einführung der neuen österreichweiten TV-Sendung WIR | ČEŠI, HRVATI, MAGYAROK, ROMA, SLOVÁCI, SLOVENCI im Sep­tem­ber ist das das nächste, neue Angebot des ORF Bur­gen­land für die Volks­gruppen“, sagt ORF-Bur­gen­land-Lan­des­di­rek­tor Werner Herics. Mit den Volks­grup­pen-Pod­casts geht der ORF Burgenland auch auf die Be­dürf­nisse der jüngeren Gene­ration ein. Interviews, Repor­tagen und Hinter­grund­berichte können so un­abhängig vom Sende­datum in der eigenen Volks­gruppen­sprache kon­sumiert werden, so Herics weiter.

„Die ORF-Volksgruppen-Podcasts sind eine logische Weiterentwicklung des beste­hen­den Radio­an­gebots“, sagt Dorottya Kelemen, die Leiterin der ORF-Volks­grup­pen­redak­tion im Burgenland. Für jede Sprache wurde ein eige­ner Podcast­kanal ge­schaffen.

Unter ORF Hrvati Podcast findet man alle Magazinsendungen auf Burgen­land­kroatisch von „Časak radosti“ bis „Živo Srebro“. In ORF Magyarok Podcast können die High­lights aus den Sen­dungen „Magyar Magazin“ und „Színes Kultúránk“ nach­gehört werden. ORF Roma Podcast fasst die wö­chent­li­che Roma­sendung „Roma sam“ zu­sam­men, ORF Češi Podcast die Berichte aus der tsche­chi­schen Sendung „Radio Drát‘ák“ und ORF Slováci Podcast aus der slo­waki­schen Sendung „Radio Dia:tón“. Read the rest of this entry »

dROMa 67: „Internet“

November 17th, 2022  |  Published in Internet & Blogothek, dROMa (Magazin)

Themenheft „Internet“ | Temakeri heftlina „Internet“

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Das Internet durchzieht alle Sphären unserer Gesell­schaft, im Guten wie im Schlech­ten. Auch für Min­der­heiten haben sich neue Chancen auf­getan, neue Kanäle und Medien, neue Netz­werke und Nischen, vor allem auch für die Sprache. Die Kehr­seite der Medaille: Gerade die Sozia­len Medien be­feuern Vor­urteile, Hass und Hetze. Ins Visier ge­raten dabei, wie immer, beson­ders auch Roma.

Wir haben mit Sejnur Memiši, Ko-Host des deut­schen Roma-Podcasts „RYMEcast“, über sein Medien­projekt ge­sprochen. Beglei­tend dazu finden Sie eine Übersicht der wich­tigsten Roma-Podcasts. Der ORF-Jour­na­list Mario Czory hat sich – als Rom – einige Ge­danken über Hate Speech im Internet ge­macht und sich darüber hinaus mit Daniela Grabovac von der Anti­dis­krimi­nie­rungs­stelle Steiermark unter­halten. Wie man gezielt gegen rassis­tische Hass-Pos­tings vor­gehen kann, zeigen junge Roma in gleich meh­reren Ländern: Sie be­obachten, proto­kol­lieren und melden, was das Zeug hält. Und zu guter Letzt noch Radio: Im Burgen­land gibt es neuer­dings – außer­halb des Sende­gebiets als On­line-Radio – eine neue Roma-Sen­dung. Emme­rich Gärt­ner-Hor­vath und Re­dak­teu­rin Tina Nardai stellen „Romani Ora“ vor.

O internet duach o cile falati amare kheta­ni­pestar cidel, ando latschi­pe sar te ando ertscha­vipe. Te le tscha­tschi­penge neve schajip­tscha pumen pradine, neve ka­naltscha taj mediji, neve nec­verktscha taj avre koji, butvar te la tschib­tschake. I avri rik la medaj­li­jatar: O socijali mediji te dis­krimi­naciji dschiv­dscharel, hosi­nipe taj tradipe. Ando dikipe, sar mindig, butvar te adaj o Roma peren.

Amen le Sejnur Memišiha, Ko-Host le nimtsch­ke Romen­ge­re-pod­castistar „RYMEcast“, pedar o medi­jengero projekto vaker­tscham. Use, laken tumen jek sikajipe le lek bari­kaneder Romen­ge­re-pod­casten­dar. O ORF-re­por­teri Mario Czory – ojs Rom – poar gondi pedar o Hate Speech ando internet peske kertscha taj pedar ari, la Daniela Grabo­va­caha andar o anti­diskri­mina­ci­jakero than Schtacko, va­kertscha. Sar latscho gejng rasis­tischi hosi­ni­pes­ke­re-pos­tings angle gelo schaj ol, sikan terne Roma andar mindschart bu­teder vilagi. Read the rest of this entry »