Politik
September 7th, 2026 |
Published in
Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Deutschland: Zentralrat Deutscher Sinti und Roma erstattet Strafanzeige gegen AfD-Bundesvorsitzenden Tino Chrupalla
[Foto: Olaf Kosinsky/Wikimedia/CC BY-SA 3.0 DE]
Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma stellt bei der Staatsanwaltschaft Heidelberg Strafanzeige und Strafantrag gegen den AfD-Bundesvorsitzenden Tino Chrupalla wegen Volksverhetzung (§ 130 StGB) und Beleidigung (§ 185 StGB). Anlass ist der Auftritt Chrupallas bei einer AfD-Wahlkampfveranstaltung am 29. August 2026 im Kulturhaus Grimmen (Mecklenburg-Vorpommern). Vor rund 400 Anwesenden nahm er dort Bezug auf den zuvor bekannt gewordenen Fund von Waffen und Munition in einem Wald bei Berlin und erklärte, die Waffen hätten „wahrscheinlich irgendwelche Zigeuner dort verloren, beim Pilzesuchen“. Die Zuhörer im Saal reagierten mit Gelächter und Beifall.
Der Zentralrat ist fassungslos darüber, dass 81 Jahre nach Auschwitz eine gesichert rechtsextreme Partei im Wahlkampf auf zynische Art wieder gegen Sinti und Roma hetzt. Der Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag, Chrupalla, bestätigt einmal mehr das Weltbild seiner Partei, die mit dem Schüren von Angst und dem Verbreiten von Hass gegen Minderheiten, Menschen ausgrenzt und stigmatisiert. In ihrer Ideologie verharmlosen sie die NS-Verbrechen als „Fliegenschiss“ der deutschen Geschichte. Read the rest of this entry »
August 22nd, 2026 |
Published in
Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Marc Buggeln, Sebastian Lotto-Kusche: Aufarbeitung des an Sinti und Roma begangenen Unrechts in der Bundesrepublik Deutschland. Grundlagenkonzept für eine Wahrheitskommission, Springer VS: Wiesbaden 2024.
Marc Buggeln und Sebastian Lotto-Kusche legen mit dieser Publikation ein Grundlagenkonzept zur Wahrheit über das begangene Unrecht an den Sinti_ze und Rom_nja in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR vor. Zunächst fassen die Autoren den Erkenntnis- und Forschungsstand zur Geschichte von Sinti_ze und Rom_nja nach 1945 in beiden deutschen Staaten zusammen. Daraus abgeleitet wird der Forschungsbedarf und mögliche Fragestellungen der einzurichtenden Wahrheitskommission zur Aufarbeitung des an Sinti_ze und Rom_nja begangenen Unrechts (WASRU). Da Wahrheits- und Versöhnungskommissionen in Deutschland bislang keine Tradition haben und meist im unmittelbaren Übergangsbereich von Diktaturen und Apartheidsregimen hin zu Demokratien gegründet wurden, werten die Autoren die Erfahrungen dieser Kommissionen in unterschiedlichen Staaten weltweit aus. (Verlagsankündigung)
Dr. Marc Buggeln ist Universitätsprofessor für regionale Zeitgeschichte und Public History an der Europa-Universität Flensburg und Direktor der Forschungsstelle für regionale Zeitgeschichte und Public History.
Dr. Sebastian Lotto-Kusche ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Postdoc an der Forschungsstelle für regionale Zeitgeschichte und Public History der Europa-Universität Flensburg.
Siehe auch:
Deutschland beschließt Aufarbeitungskommission, 13.7.2026
August 17th, 2026 |
Published in
Frauenrechte, Hochschulschriften, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Sophia Schönthaler (2025): Understanding political opportunities: Romani women’s political participation in Croatia, Italy and Sweden
Dissertation / Doctoral thesis, Karl-Franzens-Universität Graz (Centre for Southeast European Studies), 257 S.
→Download der UB Graz (pdf)
Abstract (Link):
Diese Dissertation untersucht, wie sich sich überschneidende Faktoren auf Makro-, Meso- und Individualebene auf die politische Partizipation von Romnja in Kroatien, Italien und Schweden auswirken. Durch ein exploratives Mehrfallstudiendesign geht die Forschung über die Analyse des formalen rechtlichen Zugangs hinaus und untersucht, wie historische Ausgrenzung, institutionalisierter Antiziganismus, geschlechtsspezifische Machtverhältnisse und persönliche Handlungsmacht miteinander interagieren, um politische Teilhabe zu ermöglichen oder zu erschweren. Geleitet von einer übergeordneten Forschungsfrage und vier miteinander verknüpften Unterfragen untersucht die Studie: (1) inwieweit politische und rechtliche Systeme für die Partizipation von Romnja offen oder geschlossen sind; (2) die Verfügbarkeit, Zugänglichkeit und Wahrnehmung formaler Beteiligungsmechanismen; (3) die Faktoren, die die politische Beteiligung beeinflussen; sowie (4) die Strategien, mit denen Romnja ihre Stimmen im politischen Raum geltend machen. Empirisch stützt sich die Dissertation auf ein qualitatives, multimethodisches Design, das Dokumentenanalysen mit 31 halbstrukturierten Experteninterviews kombiniert, die in den drei nationalen Kontexten durchgeführt wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass politische Partizipation nicht einfach eine Frage formaler Rechte ist, sondern in mehrstufige Konstellationen von Ausgrenzung und Widerstand eingebettet ist. Während rechtliche Rahmenbedingungen auf dem Papier Möglichkeiten bieten, bleiben diese in der Praxis häufig unerfüllt. In allen drei Ländern bewegen sich Romnja in hybriden politischen Systemen – weder vollständig offen noch völlig geschlossen –, in denen formale Inklusion mit anhaltenden informellen Hürden koexistiert. Politische Handlungsmacht entsteht dabei häufig außerhalb formeller Arenen, etwa durch Basisarbeit, kommunale Organisationen und informelle Interessenvertretung. Theoretisch trägt diese Dissertation zur Neubewertung der Theorie der politischen Gelegenheitsstrukturen aus einer intersektionalen Perspektive bei. Sie zeigt, wie sich Rassismus, Geschlecht und strukturelle Ungleichheiten überschneiden und das politische Leben von Frauen mit Minderheitenhintergrund prägen. Read the rest of this entry »
August 8th, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Politik
Zentralrat fordert Wiedereinsetzung eines Antiziganismus-Beauftragten in Thüringen
Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, und die Thüringer Finanzministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Katja Wolf (BSW) sind in Heidelberg zu einem Gespräch über die Wiedereinsetzung eines eigenständigen Antiziganismusbeauftragten des Landes Thüringen zusammengekommen. Die zuvor bestehende Funktion war abgeschafft und mit anderen Zuständigkeiten – unter anderem im Bereich Migration – zusammengelegt worden. Romani Rose setzt sich angesichts des zunehmenden Antiziganismus und des Aufstiegs rechtsextremer Parteien nachdrücklich dafür ein, diese Funktion wieder eigenständig einzurichten. Die Zuordnung der deutschen Sinti und Roma zu Zuwanderungsgruppen und Migranten trägt gerade in einer Zeit, in der demokratiefeindliche Parteien erstarken, zu ihrer Stigmatisierung bei: „Als nationale Minderheit leben Sinti und Roma seit Jahrhunderten in Deutschland. Sie mit Zuwanderungs- und Migrationsfragen zu vermengen, verkennt ihre Geschichte und befördert ihre Stigmatisierung. Gerade in einer Zeit, in der der Antiziganismus offen zunimmt und demokratiefeindliche Kräfte erstarken, brauchen wir eine klare und sichtbare Verantwortung des Landes.“
Read the rest of this entry »
August 3rd, 2026 |
Published in
Geschichte & Gedenken, Politik, Veranstaltungen & Ausstellungen
Das österreichische Parlament gedenkt der Opfer des NS-Völkermords an Roma und Sinti: Kranzniederlegung der Parlamentsspitze zum nationalen Gedenktag
Wien (PK) – Zum diesjährigen Holocaust-Gedenktag für Roma und Romnja sowie Sinti und Sintizze [am 2. August] gedachte das Parlament am 31. Juli mit einer Kranzniederlegung im Weiheraum beim Äußeren Burgtor am Heldenplatz.
Die Parlamentsspitze wurde dabei durch Bundesratspräsidentin Christine Schwarz-Fuchs, Zweiten Nationalratspräsidenten Peter Haubner und Dritter Nationalratspräsidentin Doris Bures vertreten. Die Kranzniederlegung erfolgte gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Volksgruppenbeirates der Roma Emmerich Gärtner-Horvath und seinem Stellvertreter Andreas Sarközi.
Rosenkranz: Erinnerung aufrecht halten und für die Zukunft sorgen
„In einem beispiellosen Zivilisationsbruch ist Roma und Sinti damals ihre Würde, ihre Heimat und ihr Leben genommen worden. Das Gedenken ist ein Auftrag an uns alle, menschlich und wachsam zu sein und alle jene zu schützen, die ausgegrenzt werden“, erklärte Nationalratspräsident Walter Rosenkranz zu diesem Anlass. Damit sei der nationale Gedenktag ein stiller, aber eindringlicher Ruf an das Gewissen der Menschen. Das Parlament bekenne sich an diesem Tag zu seiner Verantwortung, die Erinnerung aufrecht zu halten und Sorge für die Zukunft zu tragen.
Schwarz-Fuchs: Würde und Gleichberechtigung muss jeden Tag verteidigt werden
Die Namen und Lebensgeschichten der ermordeten Roma und Sinti dürften nicht hinter Zahlen verschwinden, forderte Bundesratspräsidentin Christine Schwarz-Fuchs. Erinnerung heiße auch, Ausgrenzung und Vorurteilen gegenüber Roma und Sinti heute klar entgegenzutreten. „Ihr Schicksal verpflichtet uns, Würde und Gleichberechtigung in unserer Gesellschaft jeden Tag zu verteidigen“, so die Bundesratsvpräsidentin.
Haubner: Erinnern ist Auftrag, Minderheiten zu achten
Von den rund 11.000 Angehörigen der Volksgruppe der Roma und Sinti in Österreich seien etwa 90 Prozent Opfer des nationalsozialistischen Terrors geworden, erklärte Zweiter Nationalratspräsident Peter Haubner. Read the rest of this entry »
Juli 30th, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Politik, Recht & Gericht, dROMa (Magazin)
dROMa 82: Was war wann?
Europa – Historija la Romengera-politikatar (3): cajtakeri dorik 2011–2026
→TEIL 1: Chronik 1969–2000
→TEIL 2: Chronik 2001–2010
Papiere, Beschlüsse, Programme: Seit gut dreißig Jahren erarbeiten OSZE, Europarat und EU politische Standards, um die Inklusion der Roma voranzubringen. Ein (unvollständiger) Überblick über die vielen Etappen auf dem Weg zu Europas Roma-Politik | Papruschtscha, pheniptscha, programtscha: Sajt latsche 30 berscha i OSZE, o europakero rot taj i EU politischi schtandardiskere koji, hatek i inklusijona le Romendar angle te anel, ar butschalinen. Jek (na kisetimo) dikipe pedar o but falati upro drom usi Romengeri-politik la Europatar.
2011 Europäisches Parlament:
Die Initiative 2010/2276(INI) zur „EU-Strategie zur Integration der Roma“ fordert am 9.3.2011 eine umfassende Roma-Strategie. Direkter politischer Anstoß zur Rahmenstrategie der Kommission. | I inicijativa 2010/2276(INI) usi „EU-jakeri-strategija usi integracija le Romendar“ ando 9.3.2011 jek bulhi Romengeri-strategija mangel. Direkti politischi aundefinipe usi keripeskeri strategija la komisijonatar.
2011 Europäische Kommission:
Der „EU-Rahmen für nationale Strategien zur Integration der Roma bis 2020“ vom 5.4.2011 [COM(2011) 173] ist das zentrale Strategiepapier und fordert die Staaten zu nationalen Strategien auf. Die Ratsempfehlung 2013/C 378/01 vom 9.12.2013 stärkt den EU-Rahmen. Im Fokus stehen Bildung, Arbeit, Gesundheit, Wohnen. | O „EU-jakero keripe le nacijonali strategijenge usi integracija le Romendar dschi 2020“ andar o 5.4.2011 [COM(2011) 173] o centrali strategijakero papruschi hi taj le schtotschendar nacijonali strategiji mangel. O rotiskero angletschalajipe 2013/C 378/01 andar o 9.12.2013 o EU-jakero keripe soraljarel. Ando dikipe terdschon sikadipe, buti, sastipe, atschipe.
2011 Europarat (CLRAE):
In Straßburg diskutiert der europäische Roma-Gipfel der Bürgermeister am 22.9.2011 kommunale Strategien. In der Folge entsteht 2013 die Europäische Allianz der Städte und Regionen für die Roma-Inklusion. | Ande Straßburg o euopitiko Romengero-barikano talalinipe le birovtschendar ando 22.9.2011 komunali strategiji diskutirinel. Paloda, 2013 i europitiki alijanca le forijendar taj regijonendar la Romengera-inklusijonake kerdo ol. Read the rest of this entry »
Juli 30th, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Politik, Recht & Gericht, dROMa (Magazin)
dROMa 82: Was war wann?
Europa – Historija la Romengera-politikatar (2): cajtakeri dorik 2001–2010
→TEIL 1: Chronik 1969–2000
→TEIL 3: Chronik 2011–2026
Papiere, Beschlüsse, Programme: Seit gut dreißig Jahren erarbeiten OSZE, Europarat und EU politische Standards, um die Inklusion der Roma voranzubringen. Ein (unvollständiger) Überblick über die vielen Etappen auf dem Weg zu Europas Roma-Politik | Papruschtscha, pheniptscha, programtscha: Sajt latsche 30 berscha i OSZE, o europakero rot taj i EU politischi schtandardiskere koji, hatek i inklusijona le Romendar angle te anel, ar butschalinen. Jek (na kisetimo) dikipe pedar o but falati upro drom usi Romengeri-politik la Europatar.
2002 Europarat (PACE):
Die Empfehlung 1557 vom 25.4.2002 über die „Rechtslage der Roma in Europa“ beschäftigt sich mit der Migration und dem prekären Rechtsstatus der Roma und verweist auf ausbleibende Erfolge. | O angletschalajipe 1557 andar o 25.4.2002 pedar i „tschatschipeskeri situacija le Romendar andi Europa“ la migracijonaha taj le phare tschatschipeskere schtatusiha le Romendar donde pe bescharel taj upre ar atschime jeriniptscha sikal.
2003 Europarat (PACE):
Empfehlung 1633 fordert am 25.11.2003, die Zwangsrückführung von Roma nach Ex-Jugoslawien auszusetzen, solange keine sichere Rückkehr möglich ist. | O angletschalajipe 1633 mangel ando 25.11.2003, hot o mujsinipeskero palvodinipe le Romendar andi Eks-Jugoslavija ar beschardo te ol, asaj dur, dschimeg latscho paldschajipe del.
2003 OSZE:
Am 27.11./2.12.2003 verabschiedet die OSZE einen „Aktionsplan zur Verbesserung der Lage der Roma und Sinti“ mit Empfehlungen zu Bildung, Arbeit, Wohnen, Gesundheit und politischer Teilhabe. Die Umsetzung überwacht das OSZE-Menschenrechtsbüro (ODIHR). | I OSZE ando 27.11./2.12.2003 jek „akcijonakero plan uso feder keripe la situacijatar le Romendar taj Sintijendar“ ari del, angletschalajiptschenca uso sikadipe, usi buti, uso atschipe, uso sastipe taj uso politischi usekerinipe. Pedar o prikbescharipe o OSZE-jakero-manuschengero tschatschipeskero butjakero kher (ODIHR) obocht del. Read the rest of this entry »
Juli 29th, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Politik, Recht & Gericht, dROMa (Magazin)
dROMa 82: Was war wann?
Europa – Historija la Romengera-politikatar (1): cajtakeri dorik 1969–2000
→TEIL 2: Chronik 2001–2010
→TEIL 3: Chronik 2011–2026
Papiere, Beschlüsse, Programme: Seit gut dreißig Jahren erarbeiten OSZE, Europarat und EU politische Standards, um die Inklusion der Roma voranzubringen. Ein (unvollständiger) Überblick über die vielen Etappen auf dem Weg zu Europas Roma-Politik | Papruschtscha, pheniptscha, programtscha: Sajt latsche 30 berscha i OSZE, o europakero rot taj i EU politischi schtandardiskere koji, hatek i inklusijona le Romendar angle te anel, ar butschalinen. Jek (na kisetimo) dikipe pedar o but falati upro drom usi Romengeri-politik la Europatar.
1969 Europarat (PACE):
Die Empfehlung 563 der Parlamentarischen Versammlung (PACE) vom 30.9.1969 ist das erste internationale Dokument, das sich mit der „Lage der Zigeuner und anderer Fahrender“ befasst und diese als Minderheit mit Schutzbedarf anerkennt. | O angletschalajipe 563 le parlamentarischi talalinipestar (PACE) andar o 30.9.1969 o erschti internacijonali dokumento hi, savo pe la „situacijaha le Zigeunerendar taj avre ladaschtschendar“ donde bescharel taj odolen ojs tschulipe arakipeskere pekantschagoha aun prindscharel.
1975 Europarat (MK):
Die Resolution (75) 13 des Ministerkomitees (MK) vom 22.5.1975 gibt „Empfehlungen zur sozialen Lage der Nomaden in Europa“. | I resolucijona (75) 13 le ministerengere komitejistar (MK) andar o 22.5.1975 „angletschalajiptscha usi socijali situacija le nomadschtschendar andi Europa“ del.
1981 Europarat (CLRAE):
Die Konferenz der Gemeinden und Regionen (CLRAE) betont am 29.10.1981 in Resolution 125 die „Rolle und Verantwortung der lokalen und regionalen Behörden hinsichtlich der […] Bevölkerungsgruppen nomadischer Herkunft“. | I konferenca le gemajntschendar taj regijontschendar (CLRAE) ando 29.10.1981 andi resolucijona 125 o „than taj o ferantvoatinipe le lokali taj regijonali birovtschagendar vasch […] le dschenengere grupnendar nomadischi telschtaminipeha“ angle asdija.
1983 Europarat (MK):
Das Ministerkomitee befasst sich in der Empfehlung R (83) 1 vom 22.2.1983 mit Maßnahmen zugunsten „staatenloser Nomaden und Nomaden mit ungeklärter Staatsangehörigkeit“. | O ministerengero komitej ando angletschalajipe R (83) 1 andar o 22.2.1983 kojenca le „naphandle schtotschengere nomadschtschenca taj nomadschtschenca na putrime schtotiskere usekerinipeha“ donde pe bescharel. Read the rest of this entry »
Juli 14th, 2026 |
Published in
Politik, Recht & Gericht
Parlamentskorrespondenz vom 7.7.2026: Auf den Tag genau vor 50 Jahren, am 7. Juli 1976 wurde das Volksgruppengesetz vom Nationalrat verabschiedet. Am Jubiläumstag werden nun alle sechs autochthonen Volksgruppen in Österreich verfassungsrechtlich abgesichert. Die Gesetzesänderungen sollen außerdem der Sicherung der zweisprachigen Gerichtsbarkeit in Kärnten dienen. Die Novelle des Volksgruppengesetzes wurde als erster Punkt der Tagesordnung der heutigen Plenarsitzung mit den Stimmen der Regierungsparteien sowie der Grünen und somit der notwendigen Zweidrittelmehrheit beschlossen. Die FPÖ sieht die Reform als Privilegierung der Volksgruppen und nicht im Sinne der Mehrheitsbevölkerung.
Verfassungsrechtliche Absicherung der sechs Volksgruppen
Zur Stärkung der rechtlichen Stellung der sechs autochthonen Volksgruppen in Österreich werden diese künftig explizit im Volksgruppengesetz genannt, abgesichert durch eine Verfassungsbestimmung. Konkret sind das die kroatische Volksgruppe, die slowenische Volksgruppe, die ungarische Volksgruppe, die tschechische Volksgruppe, die slowakische Volksgruppe und die Volksgruppe der Roma. Außerdem wird die Regierung dazu verpflichtet, dem Nationalrat jährlich einen umfassenden Bericht über die Lage der Volksgruppen vorzulegen, samt Stellungnahmerecht der Volksgruppenbeiräte. Mit einem Abänderungsantrag wurden im Plenum noch redaktionelle Versehen ausgebessert.
Zur Sicherung der zweisprachigen Gerichtsbarkeit in Kärnten soll das Bezirksgericht Ferlach mit jenem in Klagenfurt und die Bezirksgerichte Bleiburg und Bad Eisenkappel mit jenem in Völkermarkt zusammengelegt werden. Hintergrund dafür ist, dass für die kleinen Bezirksgerichte keine slowenisch sprechenden Richterinnen bzw. Richter mehr gefunden werden können. Stattdessen sollen nun an den Gerichtsstandorten Klagenfurt und Völkermarkt eigene Gerichtsabteilungen und zweisprachige Kompetenzzentren eingerichtet werden. Read the rest of this entry »
Juli 13th, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Unrecht gegen Sinti und Roma nach 1945: Deutsches Bundeskabinett beschließt Einrichtung einer Aufarbeitungskommission
Das deutsche „Bundeskabinett hat am 6. Juli 2026 die Einsetzung einer Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des Unrechts an Sinti und Roma in der Bundesrepublik Deutschland und in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) nach 1945 beschlossen“, meldet das deutsche Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf seiner Website. „Auf Grundlage dieses Kabinettsbeschlusses wird der Parlamentarische Staatssekretär und Beauftragte der Bundesregierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland, Michael Brand, die Mitglieder der Kommission auswählen und ernennen.“ Die Kommission wird das historische Unrecht nach 1945 wissenschaftlich erfassen und dokumentieren. Dazu sollen unter Auswertung bisheriger Erkenntnisse auch eigene wissenschaftliche Studien, Anhörungen und Interviews mit Betroffenen und Angehörigen durchgeführt werden. Die Arbeiten werden in einem Abschlussbericht vorgelegt werden, in dem auch Empfehlungen der Kommission an Politik und Gesellschaft ausgesprochen werden.
Eine Geschäftsstelle bei der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) wird die neue Aufarbeitungskommission unterstützen; für die Mittel der Geschäftsstelle kommt der Beauftragte auf. Mit der Installierung der Aufarbeitungskommission setzt die deutsche Bundesregierung nun die Empfehlung einer fraktionsübergreifenen Entschließung des Deutschen Bundestages vom 13. Dezember 2023 (Drucksache 20/9779) um. Darin hatte der Bundestag die Empfehlung des umfassenden Abschlussberichts der Unabhängigen Kommission Antiziganismus um, die 2019 vom damaligen Bundesinnenminister Horst Seehofer eingesetzt worden war.
Michael Brand sieht die Einsetzung der Kommission als einen „längst überfälliger Schritt für Sinti und Roma und zugleich für unsere gesamte Gesellschaft“: Read the rest of this entry »
Juli 9th, 2026 |
Published in
Politik, dROMa (Magazin)
Themenheft | Temakeri heftlina „Europa 2“
→Download (PDF)
→dROMa 81: „Europa“ (Teil 1)
In dieser Ausgabe knüpfen wir wieder da an, wo wir in der letzten aufgehört haben: bei Europas Roma-Politik, ihren Institutionen, Akteuren und Beschlüssen und ihrem größten Defizit, dem Mangel an Repräsentation. Im EU-Parlament verfügt Europas größte Minderheit nämlich über keine Vertreter mehr. Diesen Missstand prangert der Politikberater und Roma-Aktivist Martin Demirovski in einem geharnischten Gastartikel an. Er sieht einen Ausweg in reservierten Minderheiten-Mandaten, die als „demokratische Korrektur“ wettmachen könnten, woran nationale Wahllisten beharrlich scheitern. Nicht weniger als die Glaubwürdigkeit des Projekts Europa stehe auf dem Spiel: „Demokratie ohne die Roma ist keine Demokratie.“ Anschließend stellt Ihnen das Sekretariat der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen dieses – auch von Österreich unterzeichnete – Vertragswerk des Europarates vor. Die Charta verpflichtet die Staaten, die oftmals bedrängten Sprachen ihrer Minderheiten zu schützen. Welche Maßnahmen und Ziele die Charta für Romani vorsieht, erfahren Sie in dem Artikel. Und über die zweite Hälfte des Heftes erstreckt sich ein chronologischer Überblick über die kleineren und größeren Meilensteine auf dem Weg zur heutigen Roma-Politik Europas.
Ande ada ardipe papal odoj aun gombosinas, kaj ando lejcti kisetintscham: usi Romengeri-politik la Europatar, use lakere institucijontscha, uso dschene taj pheniptscha – taj use lakero lek bareder deficit, o falinipe la representacijonatar. Ando EU-parlamento le lek bareder tschulipe la Europatar nisaj fatreteri buter nan. Ada falinipe o politikakero beroteri taj Romengero-aktivisto Martin Demirovski ande jek soralo pisinipe aun vakertscha. Ov jek drom ande pal paschlarde tschuliptschengere-mandatscha dikel. Odola ojs „demokratischi korektura“ oda schaj keren, so nacijonali völinipeskere listscha na schofinen. Na tschuleder sar o patschajipe le projektostar Europa upro khelipe terdschol: „Demokracija nisaj Romenca nan jek demokracija.“ Paloda o sekretarijat la europitika chartatar le regijonali- vaj tschuliptschengere tschibtschendar ada – te la Austrijatar telal pisimo – fatrogiskero verk le europitike rotistar angle tumenge terdscharel. I charta le schtotschenge jek upredipe del, o butvar fogosime tschibtscha lengere tschuliptschendar te arakel. Saj koji taj ciltscha i charta la tschibtschake Romani angle dikel, genen tumen ande ada pisinipe. Taj pedar o dujto falato la heftlinatar bulharel pe jek kronologischi dikipe pedar o tikneder taj bareder iriniptscha upro drom usi adiveseskeri Romengeri-politik la Europatar. Read the rest of this entry »
Juli 2nd, 2026 |
Published in
Politik, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen
Radijo Erba & TV Erba
Tschibtscha | 1.7.2026 | 6:20 min
Literatur am Ring: Starke Worte – Minderheitenschutz zwischen Recht und Politik
Literatura upro Ring: Sorale alava – tschulipengero arkaripe maschkar o tschatschipe tak politik: Sorale alava – te andi slovenitiki tschib vaj andi tschechitiki – entschajdend hi le dikipeha upro arakaripe le tschulipendar taj o upre likeripe lengere tschatschipendar. Vascho pantsch var desch beschengero arkeripe le flogoskere grupnengere tschatschipestar diskutirinen ekspertkiji taj ekspertscha sar fatreterkiji taj fatretertscha la slovenitika sar la tschechitika flogoskera grupnatar pedar latschi kerdi tschulipengeri politik, aktujeli problemengere mesuji taj o historischi entviklinipe le tschulipengere tschatschipendar.
Starke Worte – ob auf Slowenisch (Močne besede) oder auf Tschechisch (Silná slova) – sind mit Blick auf den Schutz von Minderheiten und der Wahrung ihrer Rechte entscheidend. Anlässlich des vor 50 Jahren beschlossenen Volksgruppengesetzes diskutieren Expertinnen und Experten sowie Vertreterinnen und Vertreter der slowenischen sowie der tschechischen Volksgruppe über gelungene Minderheitenpolitik, aktuelle Problemfelder und die historische Entwicklung von Minderheitenrechten.
Programm:
Eröffnungsworte: Walter Rosenkranz, Präsident des Nationalrates
Impulsgespräch: Susanne Weitlaner, Vorsitzende im Volksgruppenbeirat für Slowenen in Kärnten und Steiermark
Karl Hanzl: Vorsitzender im Volksgruppenbeirat der Tschechen
Podiumsdiskussion und Lesung:
Read the rest of this entry »
Juni 7th, 2026 |
Published in
Politik, Rassismus & Menschenrechte
Gelsenkirchen: AfD inszeniert „Putzeinsatz“ von Roma
Ein Mitte April 2026 veröffentlichtes Social-Media-Video der AfD sorgt in Deutschland für Empörung. Die stigmatisierenden Aufnahmen entstanden in Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen) und zeigen Roma-Einwohner des Stadtteils Ückendorf. Diese werden vor laufender Kamera gemaßregelt und zum Putzen der Gehsteige angehalten. Die Betroffenen sprechen von Einschüchterung.
Das professionell gemachte Video beginnt mit einem Insert: „SIE MÜSSEN GEHEN“ steht da in Großbuchstaben. Dazu ruft die Landtagsabgeordnete der Alternative für Deutschland (AfD) Enxhi Seli-Zacharias in die Kamera: „Diese Menschen müssen unsere Stadt verlassen!“ Bedrohliche Musik begleitet Aufnahmen von Müll, Schmierereien und heruntergekommenen Gebäuden. Dann sieht man, wie mehrere Personen, anscheinend Roma-Zuwanderer aus Südosteuropa, zum Putzen aufgefordert werden.
Eine AfD-Gruppe, bestehend aus rund zehn, fast ausschließlich männlichen Personen, war „mit Kamera, Besen und Kehrblech ausgerüstet“ (WDR) in den Stadtteil Ückendorf gekommen, um Roma bzw. migrantisch aussehende Personen, die sie zufällig auf der Straße antrafen, zu Putzarbeiten anzuhalten und die Szenen zu filmen. Einige folgten sichtlich eingeschüchtert der Aufforderung, während Kameras das Geschehen als vermeintliche „Bürgeraktion“ festhielten. Die Aufnahmen wurden von der AfD-Politikerin Seli-Zacharias mit dem Zusatz „Wir waren vor Ort in Gelsenkirchen-Ückendorf und haben für Ordnung gesorgt“ verbreitet. Sie selbst tritt im Video als Anführerin der Gruppe auf, die sie als „als sogenannte Bürgerwehr“ betitelt. WDR berichtet:
In dem Video zieht Seli-Zacharias mit rund zehn weiteren AfD-Politikern – darunter der stellvertretende Bürgermeister Norbert Emmerich – und ausgestattet mit Besen und Kehrblech durch den Stadtteil Ückendorf. Lautstark fordert sie Anwohner mit Migrationshintergrund dazu auf, die Straße zu putzen. Betroffen sind vor allem Sinti und Roma.
„Blutsauger unseres Sozialstaates“
Dass hier gezielt die Minderheit der Roma rassistisch stigmatisiert werden soll, macht Seli-Zacharias’ Begleittext auf Instagram deutlich: „Die Roma [müssen] ihren Dreck selber wegmachen. Dafür habe ich persönlich gesorgt. Und das wird jetzt regelmäßig passieren.“ Read the rest of this entry »
Mai 31st, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Politik
Fünf Abgeordnete im Parlament: Ungarns Neustart und die Roma
→Teil 1: „Außergewöhnlicher Moment“
Die neue Regierung in Ungarn ist angelobt. Fünf Roma-Mandatarinnen und -Mandatare gehören nun der Nationalversammlung (Országgyűlés) an: vier aus Péter Magyars Regierungspartei TISZA und einer aus Viktor Orbáns Fidesz. Ein weiterer Roma-Vertreter der Fidesz-Fraktion verzichtete auf sein Mandat. Über die Nationalitätenliste entsendet die Volksgruppe zudem einen nicht stimmberechtigten Sprecher. Für ein reguläres Minderheitenmandat hat es auch diesmal nicht gereicht. Wir stellen Sie Ihnen die Politiker vor.
Die ungarischen Parlamentswahlen im April 2026 brachten eine historische Zäsur. Magyars TISZA stellt in der neuen Nationalversammlung 141 der 199 Abgeordneten. Diese wurden am 9. Mai in Budapest angelobt. Der Fraktion der siegreichen TISZA-Partei gehören nun folgende Politikerinnen und Politiker mit Roma-Hintergrund an:
Die TISZA-Fraktion
Krisztián Kőszegi (TISZA) aus dem südungarischen Komitat Baranya ist Lehrer für Geschichte und Geografie. Er leitet ein Bildungszentrum und den Verein „Freedrom“ und arbeitet mit Kindern aus benachteiligten Verhältnissen, zudem engagiert er sich in Communityprojekten. Als Kernpunkte seines Programms nennt er laut Romea.cz: „Bildung, die Entwicklung von Gemeinschaften und die Schaffung von Bedingungen, damit junge Menschen ihre Regionen nicht verlassen müssen“. In der Eröffnungssitzung am 9. Mai wurde er zum stellvertretenden Parlamentspräsidenten gewählt.
Erika Jójártová aus Solt verbrachte die die letzten zehn Jahre als Krankenpflegerin und medizinische Assistentin im Ausland. Auch sie kandidierte für TISZA. Als zentrale Themen ihrer politischen Agenda nennt sie laut Romea.cz „eine stärkere Anerkennung des nichtärztlichen Pflegepersonals, die häusliche Altenpflege und die Unterstützung von Kindern aus benachteiligten Verhältnissen“.
István Gyöngyösi (TISZA) aus Mezőgyán arbeitet im Finanzsektor und absolviert parallel einen Masterstudiengang in Sozialpädagogik. Read the rest of this entry »
Mai 28th, 2026 |
Published in
Facts & Figures, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
2023 verurteilte der Europarat Bettelverbote als diskriminierend und forderte die Mitgliedstaaten auf, Betteln nicht zu kriminalisieren (PACE/Res.2523).
(Quelle)
Mai 27th, 2026 |
Published in
Politik
„Außergewöhnlicher Moment“: Ungarns Neustart und die Roma
Die Wahlen in Ungarn brachten den politischen Umbruch – und endlich mehr Aufmerksamkeit für Roma, auch im Parlament: In der Eröffnungssitzung der Nationalversammlung am 9. Mai wurden fünf* Roma angelobt; ein Rom gehört nun sogar als Vizevorsitzender dem Parlamentspräsidium an. Und auch sonst sparte Ministerpräsident Péter Magyar nicht mit Signalen an die Roma-Minderheit des Landes.
In Ungarns politischer Landschaft blieb kein Stein auf dem anderen. Bei den Parlamentswahlen vom 12. April hat die Oppositionspartei TISZA unter der Führung von Péter Magyar einen veritablen Erdrutschsieg eingefahren und damit die 16-jährige Regierungszeit von Viktor Orbán beendet. Am 9. Mai fand nun die konstituierende Sitzung der neuen Nationalversammlung statt.
„Die höchste Repräsentation“
Magyars Partei verfügt über eine Zweidrittelmehrheit und kann somit weitreichende Reformen, einschließlich Verfassungsänderungen, eigenständig durchsetzen. Die Wahl markiert jedoch nicht nur das Ende des autoritären Systemumbaus der Ära Orbán, sondern auch einen bemerkenswerten Erfolg für die politische Repräsentation der Roma-Minderheit: Am 9. Mai zogen gleich fünf Roma-Abgeordnete ins Parlament ein, vier davon Kandidaten von TISZA. Es ist das erste Mal in der Geschichte Ungarns, dass eine Partei so viele Roma-Abgeordnete stellt. Dank eines weiteren Mandatars der Fidesz-Fraktion ist die Volksgruppe künftig mit fünf* Politikern im Parlament vertreten – die „höchste Repräsentation, die die Roma in der demokratischen Geschichte Ungarns jemals erreichten, auch wenn die Roma 8 bis 10 Prozent der ungarischen Bevölkerung ausmachen und eine proportionale Vertretung daher 13 bis 17 Mandate im 199 Sitze zählenden Parlament bedeuten würde“, so Mensur Haliti von der Roma Foundation for Europe. Ein weiterer Rom (von Fidesz) nahm sein Mandat nicht an. Schlussendlich waren es also fünf*, vier Männer und eine Frau, die tatsächlich angelobt wurden.
Read the rest of this entry »
Mai 24th, 2026 |
Published in
Politik, dROMa (Magazin)
Themenheft | Temakeri heftlina „Europa“
→Download (PDF)
→dROMa 82: „Europa“ (Teil 2)
Seit zwei Jahrzehnten ist Europa der große politische Motor der Roma-Inklusion. In diesem Heft fragen wir nach den Strukturen seiner Roma-Politik. Wie es um die Repräsentation der Millionen Roma in der EU bestellt ist, erklärt Gabriela Hrabanova. Sie leitet das Roma-Netzwerk ERGO, das die Interessen der Minderheit auf EU-Ebene vertritt. Irina Bellio hat sich für dROMa mit ihr in Brüssel unterhalten. Danach fragen wir: „Was ist was?“ und „Wer ist wer?“ und verschaffen Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Institutionen in EU, Europarat und OSZE. Danach stellen wir Ihnen – versehen mit Interviewauszügen – die wenigen Abgeordneten vor, die unsere Minderheit bisher im EU-Parlament vertreten haben. Nur acht Personen waren es seit den 1980ern: Juan de Dios Ramírez-Heredia, Lívia Járóka, Viktória Mohácsi, Damian Drăghici, Soraya Post, Romeo Franz, Peter Pollák und Patricia Caro Maya. Inzwischen haben Europas Roma keinen einzigen parlamentarischen Vertreter mehr. Dieser ernüchternden Realität stehen die „zehn gemeinsamen Grundsätze“ der Roma-Politik gegenüber, auf die sich die EU schon 2009 geeinigt hat. Ihr Kern: inklusive, pragmatische Politik statt Sonderstrukturen – bei aktiver Beteiligung der Roma selbst. Die zehn Punkte finden Sie auf Seite 19.
Sajt duj deschberschengero i Europa o baro politischi motori la Romengera-inklusijonatar hi. Ande aja heftlina phutschas amen palo strukturtscha leskera Romengera-politikatar. Sar vasch i representacijona le milijoni Romendar andi EU terdschol, phukal i Gabriela Hrabanova. Oj o Romengero-necverk ERGO vodinel, savo o interesi le tschulipestar upro EU-jakero than fatretinel. I Irina Bellio laha ande Brüssel la dROMake vakertscha. Akor phutschas amen: „So hi so?“ taj „ko hi ko?“ taj jek dikipe tumenge pedar o lek barikaneder institucijontscha andi EU, ando europakero rot taj andi OSZE das. Paloda – vakeriptschengere falatenca – o tschule rotscha angle tumenge terdscharas, save amaro tschulipe dschijakana ando EU-jakero parlamento fatretinde. Tschak ofto dschene sina le sajt o 1980te berscha: Juan de Dios Ramírez-Heredia, Lívia Járóka, Viktória Mohácsi, Damian Drăghici, Soraya Post, Romeo Franz, Peter Pollák taj Patricia Caro Maya. Akan le Romen la Europatar nisaj parlamentarischi fatreteri buter nan. Adale tschatschipeske o „desch khetane basisakere soclini“ la Romengera-politikatar gejng terdschon, save i EU imar 2009 ari dija. Lengero barikanipe: inklusivi, pragmatischi politik taj nisaj avre strukturtscha – uso aktivi usekerinipe le Romendar. O desch punktscha laken tumen upri rik 19. Read the rest of this entry »
Mai 12th, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Vorfall im Burgenland erschüttert die autochthonen Volksgruppen: Vorsitzendenkonferenz der Volksgruppenbeiräte fordert Antidiskriminierungsgesetz für die Volksgruppe der Roma sowie eine Dialogplattform im Innenministerium
Die Vorgehensweise der Polizei im Burgenland, die in 27 Gemeinden zu einem öffentlichen Aufruf gegen Angehörige der Volksgruppe der Roma führte (wir berichteten hier und hier), hat nicht nur große Irritationen ausgelöst, sondern auch bestehende Vorurteile gegenüber Roma und Sinti weiter geschürt und vertieft.
Der Vorsitzende der Vorsitzendenkonferenz der autochthonen Volksgruppen Österreichs, Bürgermeister Bernard Sadovnik, zeigt sich nach den Vorfällen des vergangenen Jahres am Peršmanhof zutiefst bestürzt und protestiert entschieden gegen diesen neuerlichen Vorfall gegenüber Angehörigen anerkannter Volksgruppen.
„Ich appelliere an Bundesminister Gerhard Karner, die bereits in Ausarbeitung befindlichen Schulungsmaßnahmen so rasch wie möglich umzusetzen und verbindliche Kriterien für den Umgang mit Angehörigen der Volksgruppen zu erarbeiten, die allen Dienststellen des Innenministeriums vorliegen müssen. Die Einrichtung einer Dialogplattform mit Vertreterinnen und Vertretern aller autochthonen Volksgruppen im Bundesministerium für Inneres ist notwendig, um den offensichtlich dringend erforderlichen Dialog zwischen Polizei und Volksgruppen nachhaltig zu ermöglichen“, fordert Sadovnik. Read the rest of this entry »
April 27th, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Politik
Für die geplante Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus aus den Reihen der Rom:nja und Sinti:zze wurde ein wesentlicher Meilenstein erreicht: Der Standort steht fest. Die Gedenkstätte wird im Weghuberpark vor dem Justizministerium im siebenten Wiener Gemeindebezirk errichtet.
Wien (OTS) – Vergangenen Freitag fand im Parlament ein Termin statt, bei dem sich der Volksgruppenbeirat der Roma sowie Vertreter:innen von Vereinen der Volksgruppe einstimmig für den Weghuberpark als Standort für die Errichtung der Gedenkstätte ausgesprochen haben.
„Die Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus aus der Volksgruppe der Roma ist weit mehr als ein Bauprojekt. Sie ist Ausdruck unserer historischen Verantwortung und ein klares Bekenntnis der Republik dazu, einer Opfergruppe des Nationalsozialismus, die über Jahrzehnte im öffentlichen Bewusstsein zu wenig sichtbar war, den ihr gebührenden Platz in der österreichischen Erinnerungskultur zu geben“, so Peter Haubner, Zweiter Präsident des Nationalrates und Vorsitzender des Nationalfonds.
„Die Entscheidung für den Standort der zentralen Gedenkstätte ist ein wichtiger Schritt. Erinnerung muss im öffentlichen Raum sichtbar sein und darf nicht anonym bleiben. Sie muss die Verfolgung und Ermordung der Volksgruppe der Roma klar benennen und auch Österreichs Verantwortung offen ansprechen. Die Gedenkstätte richtet sich an die gesamte Gesellschaft. Sie soll zum Innehalten anregen, historisches Wissen fördern und deutlich machen, dass Antiziganismus bis heute fortbesteht und ihm entschieden entgegengetreten werden muss“, so Emmerich Gärtner-Horvath, Vorsitzender des Volksgruppenbeirats der Roma.
Die Stadträtin für Kultur und Wissenschaft Veronica Kaup-Hasler: „Mit der Wahl des Weghuberparks als Standort für die Gedenkstätte entsteht ein dringend notwendiger Ort der Erinnerung in innerstädtischer Lage. Die einstimmige Entscheidung des Beirats markiert einen wichtigen Meilenstein in einem Prozess, den wir als Stadt Wien unterstützt und in einem aktiven Dialog mit dem Beirat und Vertreter:innen der Community begleitet haben – denn Rom:nja und Sinti:zze sind seit Jahrhunderten Teil der Geschichte Wiens, auch wenn sie und ihr Wirken lange zu wenig gesehen bzw. an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden. Read the rest of this entry »
April 25th, 2026 |
Published in
Einrichtungen, Politik, Veranstaltungen & Ausstellungen
Roma-Woche: EU veranstaltete ihre Event- und Diskussionsreihe in Brüssel
Die „EU Roma Week“ (Website) ist eine jährlich stattfindende Veranstaltungsreihe des Europäisches Parlaments in Kooperation mit der Europäischen Kommission sowie zivilgesellschaftlichen Partnern aus zahlreichen Ländern. Die Veranstaltungen der „Roma Week 2026“ fanden vergangene Woche statt. Koordiniert wurde die Roma-Woche von ERGO Network, einem in Brüssel ansässigen europäischen Dachverband von Roma-Organisationen.
Die Veranstaltungen der Roma-Woche sind zugleich Bestandteil des „Opre Roma“-Monats 2026 (wir berichteten). Während sich der „Opre Roma Month“ des Europarats als breit angelegte europäische Kampagne über mehrere Wochen erstreckt, betont die „EU Roma Week“ politische Debatten, Fachkonferenzen und den Austausch zwischen Entscheidungsträgern und Roma-Vertreterinnen und -Vertretern. Experten der Roma-Zivilgesellschaft diskutieren in diesem Rahmen mit Repräsentantinnen und Repräsentanten der europäischen Institutionen über die Ausgestaltung der Roma-Politik.
So stand bereits am ersten Tag der Roma-Woche im Europäischen Parlament die Frage im Mittelpunkt, inwieweit der kommende Finanzrahmen der Europäischen Union für die Jahre 2028 bis 2034 den Bedürfnisse der Roma gerecht wird. „Die Verhandlungen über den mehrjährigen Finanzrahmen treten jetzt in eine entscheidende Phase ein“, zitiert das Roma-Nachrichtenportal Romea.cz die Veranstalter der Roma-Woche. Derzeit werde darüber entschieden, wie die Regeln für die Verteilung der EU-Mittel und die Sozialausgaben in den kommenden Jahren festgelegt werden.
Als weitere Themen der diesjährigen Roma-Woche wurden beispielsweise eine stärkere Rechenschaftspflicht bei der Verwendung von EU-Mitteln und die Anerkennung von Romafeindlichkeit (Antiziganismus) als grundlegendes Menschenrechtsproblem diskutiert. Ein weiterer Schwerpunkt betraf Fragen der verstärkten Beteiligung von Roma an der internationalen Politikgestaltung. Read the rest of this entry »