Allgemeines

Nationalfonds: Unterstützung bei Grabgebühren

Oktober 25th, 2025  |  Published in Allgemeines, Geschichte & Gedenken

Österreichischer Nationalfonds: Unterstützung bei Grabgebühren verstorbener NS-Überlebender aus den Reihen der Roma und Sinti (Foto: Godewind/Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0)Der „Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Na­tio­nal­sozia­lis­mus“ un­ter­stützt Per­­so­nen, in deren Ob­hut das Grab eines/r Über­le­ben­den des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus aus den Rei­hen der Roma und Rom­nja sowie Sinti und Sin­­tizze liegt.

Die finanzielle Unterstützung ist für Grab­gebühren von ver­stor­benen Über­leben­den be­stimmt, die als An­gehörige der Volks­gruppe der Roma und Romnja sowie Sinti und Sin­tizze unter der natio­nal­sozia­listi­schen Gewalt­herr­schaft ver­folgt wurden und deren Gräber auf dem Gebiet der Repub­lik Österreich liegen.

Die finanzielle Unterstützung wird auf Antrag gewährt und deckt 50 Pro­zent der an­fallen­den Grab­gebühren ab dem 1. Jänner 2024. Für Grab­gebühren, die vor dem 1. Jänner 2024 be­zahlt wurden und ab dem 1. Jänner 2024 an­fallen, er­folgt eine ent­spre­chende Unter­stützung in Höhe von 50 Prozent der Gebühren ab 1. Jänner 2024. Ein Grab im Sinne dieser Richt­linie ist die Stelle einer Grabstätte, an der eine Person oder deren Toten­asche bestattet worden ist. Bei mehr­stelligen Grabstätten erfolgt die Über­nahme der Grab­gebühr anteilig für Gräber, die die Voraus­setzun­gen der Richt­linie erfüllen. Über die Be­willi­gung oder Ab­lehnung eines Antrags entscheidet das Kura­to­rium des National­fonds unter Berück­sichti­gung der vor­lie­genden Daten und Unter­lagen sowie der Ver­füg­barkeit von Förder­mitteln.

Der Antrag kann auf der Internetseite www.nationalfonds.org/grabgebuehren-roma-sinti einge­reicht werden. Weitere Infor­matio­nen zu den Voraus­setzun­gen und zur Antrag­stellung finden Sie in den Richt­linien für die Unter­stützung bei Grab­ge­bühren (pdf).

Auskunft: Tel.: +43 / 1 408 12 63
Mo. bis Do. 9.00 Uhr bis 11.00 Uhr, Fr. 9.00 Uhr bis 15.00 Uhr

Über den Nationalfonds:

Der „Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus“ wurde 1995 ge­gründet, um die beson­dere Ver­ant­wortung der Republik Österreich gegen­über den Opfern des National­sozialis­mus zum Aus­druck zu bringen. Er erbringt Leistun­gen an NS-Opfer, ins­beson­dere an Per­sonen, die keine oder eine völlig un­zu­rei­chende Leistung er­hielten, die in besonderer Weise der Hilfe bedür­fen oder bei denen eine Unter­stützung auf Grund ihrer Lebens­situation ge­recht­fertigt erscheint.

Die österreichischen Roma und Romnja sowie Sinti und Sintizze waren auf­grund ihrer Ab­stam­mung einer syste­mativschen Verfolgung im National­sozialis­mus aus­gesetzt. Auch nach 1945 wurde die Volkgruppe weiter­hin auf gesell­schaft­licher und staatlicher Ebene dis­kriminiert und viele von ihnen lebten in schwie­rigsten Ver­hält­nissen. Read the rest of this entry »

Roma- und Sinti-Gräber in Wien aufgebrochen

August 30th, 2024  |  Published in Allgemeines

Geschändete Gräber: einer der betroffenen Friedhöfe ist der Wiener Zentralfriedhof (Foto: EM80/Pixabay)Seit Juli wurden zahlreiche Grabstätten von Roma und Sinti in Wien von Un­bekann­ten auf­gebro­chen, offen­bar um aus ihnen Schmuck zu stehlen. Laut Angaben der Landes­polizei­di­rek­tion Wien wurden wert­volle Gegen­stände wie Ringe ent­wendet. Dabei wurden die teils sehr prunk­vollen Grab­anlagen zum Teil erheb­lich beschädigt. Be­troffen sind diversen Meldungen zufolge neben mehreren Gräbern am Wiener Zentral­friedhof auch der Kagraner, der Stammers­dorfer Friedhof und der Groß-Jed­lers­dorfer Friedhof. Es liegen derzeit keine Hinweise auf mög­liche Tat­ver­däch­tige vor, die Polizei ermittelt. Video­auf­zeich­nun­gen von Über­wachungs­kameras wurden ge­sichert. Die Po­lizei­streifen im Bereich der betroffenen Friedhöfe werden inten­siviert. Es handelt sich laut Polizei­aus­kunft um Mehrfach­delikte: Sie ermittelt wegen Verdachts der schweren Sach­beschä­digung, Störung der Toten­ruhe sowie des Einbruchs­diebstahls.

(dROMa)

Slowakei: Autowerk Volvo will Roma einstellen

März 5th, 2024  |  Published in Allgemeines

Autowerk Volvo (Foto: Volvo Car Group)RSI/RTVS, 1.3.2024: Der Autobauer Volvo, dessen Standort nahe der ost­slowa­kischen Metro­pole Košice wachsen soll (Anm.: mehr hier), ist sehr daran interes­siert, An­ge­hörige der Roma-Min­derheit ein­zu­stellen. Dies teilte der slowa­kische Arbeits­minister Erik Tomáš am Mitt­woch (28.2.) mit. Er hob hervor, dass 5.000 Men­schen in der Autofabrik arbeiten und weitere 12.000 Arbeits­plätze in Zuliefer­unter­nehmen ge­schaffen werden sollen. Sein Ministe­rium habe daher ein Pro­gramm zur Aus­bildung und Um­schulung von Arbeitskräften vor­be­reitet. Tomáš fügte hinzu: „Das Beson­dere an Volvo ist, dass dort großes Interesse daran be­steht, unsere Roma-Mit­bür­ger zu be­schäf­tigen. Wir werden sehen, wie es läuft, aber sie legen buch­stäblich Wert darauf. Sie wollen Roma be­schäfti­gen. Wir werden alles tun, damit das gelingt.“

(Text: Ja­kob Horsch, RTVS)

Latschi Boschitscha taj latscho Nevo Bersch

Dezember 24th, 2021  |  Published in Allgemeines, Literatur & Bücher

O farajn Roma-Service
latschi Boschitscha taj latscho Nevo Bersch 2022 kivaninel!

Der Verein Roma-Service wünscht Ihnen
ein schö­nes Weihnachts­fest und ein gutes neues Jahr 2022!

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Dschend (Winter)

Le Jovan Nikolićistar [Romani-prikbescharipe: Josef Schmidt]

Igen phuri jag upre phadschol upro agengere
gombi, irinel o thuveskero tradipe
i niro ududarel le dschiveha o putrimo drom.

Kaputi, kocki sar andar le Devleskero va tschidim
Akora, pora, schutsche pelvi …

Kermusengere mujore
And dschumim ande jek tschavengero suno.

Sentelimo maro – khangeri upro stolo
Nisaj felhi, tschak schuvlipe.

Sako boklo –
Dschelno kipo!

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Aja poesija andar o liri­ka­kero khe­tan ke­dipe „Der Gast nir­gend­woher. Ge­sam­mel­te Lyrik“, savo ando Drava-fa­log 2021 ari alo, hi. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (359)

April 6th, 2021  |  Published in Allgemeines, Facts & Figures

In der Türkei leben Schätzungen zu­fol­ge 6 bis 8 Mil­li­on­en Roma und ver­wandte Ethni­en (Dom, Lom, Mıtrip, Karaçi, Elekçi, Aşık, Poşa).

(Quelle)

Romanes: Informationen zu Impfungen

März 30th, 2021  |  Published in Allgemeines, Romani

Das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten Berlin be­müht sich, mit einer Auf­klärungs­kam­pagne für die Corona­impfungen auch die Com­mu­nities von Ge­flüchteten und Migranten zu er­rei­chen. Der Reinicken­dorfer Amtsarzt Patrick Larscheid in­formiert in dem Video über die Impfungen gegen Covid-19. Diese In­for­ma­tionen in 14 Sprachen „sind für Ge­flüchtete und alle an­deren ge­dacht, die noch nicht so gut Deutsch sprechen“.

Brand in rumänischem Roma-Viertel

Januar 15th, 2021  |  Published in Allgemeines

Brand in Roma-Viertel in Rumänien (Foto: Szekelyhon via RAN)20 Häuser von Roma in Miercurea Ciuc ab­gebrannt

RAN, 12.1.2021: Nach einem Brand im Roma-Viertel der trans­silva­ni­schen (sieben­bürgi­schen) Stadt Miercurea Ciuc (Szeklerburg; Csíkszereda) brann­ten am Abend des 7. Januar 2021 etwa zwan­zig Häuser teil­weise oder voll­ständig ab. Das Feuer brei­tete sich so schnell aus, da die Häuser aus Holz waren. Die Be­woh­ner/innen muss­ten eva­kuiert werden. Be­trof­fen sind etwa 260 Men­schen, davon mehr als die Hälfte Kinder und Jugend­liche. Ins­ge­samt ist min­des­tens die Hälfte der Roma des Viertels betrof­fen. Die obdachlos ge­worde­nen Men­schen wur­den vorüber­gehend in der örtli­chen Turnhalle unter­ge­bracht. Dutzen­de Feuer­wehr­leute waren im Einsatz. Er­schwert wurden die Lösch­arbei­ten dadurch, dass es in dem Gebiet keine Wasser­leitun­gen gibt. Nach­dem die Wasser­tanks der Lösch­fahr­zeuge leer waren, muss­ten sie mühsam aus einem nahe­gele­ge­nen Bach auf­gefüllt werden.

Anscheinend wurden alle Menschen zunächst in einer Turn­halle unter­ge­bracht und später auf Corona ge­testet. Derweil rief der Bürger­meister der Stadt zur Unter­stüt­zung auf. Er sagte: „Wir spre­chen hier von sehr armen Men­schen. Damit wir es schaffen, ein paar hundert Men­schen unter­zu­bringen, ist jede Hilfe, auch ein heißer Tee, will­kom­men. Ich weiß, dass auch einige Restau­rants mobili­siert haben.“ Men­schen aus dem Ort haben Essen, heißen Tee und Kleidung gebracht. Read the rest of this entry »

8. April: Für eine bessere Zukunft der Roma

März 30th, 2020  |  Published in Allgemeines

Emmerich Gärtner-Horvath, Vorsitzender des Volksgruppenbeirats der Roma (Foto: Roma-Service)Stel­lung­nahme zum Inter­na­tio­na­len Roma-Tag


Alle Veranstaltungen zum Internationalen Roma-Tag am 8. April muss­ten wegen der Corona­krise ab­ge­sagt oder ver­scho­ben wer­den. Aus die­sem An­lass wen­det sich der Beirats­vor­sitzen­de der Volks­grup­pe der Roma in Ös­ter­reich, Emmerich Gärtner-Horvath, mit einer Stel­lung­nahme an die Öf­fent­lich­keit.

Jedes Jahr am 8. April wird der Internationale Roma-Tag be­gangen, wel­cher zum Ziel hat, auf die Situa­tion der größ­ten Min­der­heiten­gruppe Europas, die der Roma, auf­merk­sam zu machen. Viele Roma-Or­ga­ni­satio­nen in Österreich arbei­ten sehr aktiv an der Or­ganisa­tion von sozialen und Anti­rassis­mus-Pro­jekten, Gedenk­tafel­projekten für die vom NS-Regime ver­schlepp­ten und er­mordeten Roma und von kultu­rellen Pro­jekten und Ver­anstal­tun­gen, um die Situa­tion der Roma zu ver­bessern.

Ziel des Internationalen Roma-Tages ist, auf die Situation der Roma in Europa auf­merk­sam zu machen. Die Gesell­schaft und Regierung sol­len für die Situa­tion der Roma sensi­bi­li­siert und eine Ver­besserung dieser an­gestrebt werden.

Durch die derzeitige Situation in Europa bzw. auf der ganzen Welt, wo uns Men­schen ein Virus mit dem Namen SARS CoV 2 (Corona­virus) be­schäftigt, muss­ten alle Ver­anstal­tungen zum Inter­natio­nalen Roma-Tag ab­gesagt bzw. ver­scho­ben werden.

Trotz dieser Situation, die uns Menschen derzeit zu außer­gewöhn­li­chen Maß­nahmen bewegt und unser Leben ein­schränkt, ist es mir als Beirats­vorsit­zen­dem der Volks­gruppe der Roma ein gro­ßes An­liegen, auf die Situa­tion der Roma auf­merksam zu machen. Read the rest of this entry »

Tschechien: Roma nähen Schutzmasken

März 22nd, 2020  |  Published in Allgemeines

Roma produzieren Masken 1Auch in Tschechien man­gelt es an Schutz­mas­ken. Roma-Com­mu­nities im gan­zen Land haben sich zu­sam­men­ge­tan, um Mas­ken in mög­lichst gro­ßer Zahl her­zu­stel­len und zu ver­tei­len.

Wie in Österreich mangelt es auch in Tschechien an Schutz­masken – nicht nur für die breite Bevöl­ke­rung, son­dern auch für das medizi­nische Per­sonal und beson­ders gefähr­dete Per­sonen. Zudem ist in Tschechien seit ver­gan­ge­ner Woche das Tragen eines Nasen-Mund-Schutzes im öffent­li­chen Raum (zumal in Innen­räu­men wie in Ämtern, Büros oder Super­märkten) ver­pflich­tend vor­ge­schrie­ben. Überall im Land betei­ligen sich nun Frei­willige an der Her­stel­lung von Atem­masken, um die Bevöl­kerung mit diesen Masken zu ver­sorgen und der rasan­ten Aus­breitung der Coro­na-Pan­demie ent­gegen­zu­wirken. Auch Roma-Com­mu­nities in meh­reren tsche­chischen Städten haben damit be­gonnen, Schutz­masken zu nähen und zu ver­teilen.

„Es kommen auch Leute aus der Stadt“

Roma produzieren Masken 2In der nordböhmischen Plattenbau­siedlung in Chánov bei Most bei­spiels­weise musste der Verein „Aver Roma“ seine Tätig­keiten, Sport- und Bil­dungs­program­me für Roma-Kinder, wegen der Quarantäne aus­setzen. Um nicht in der Un­tätigkeit zu ver­harren, zögerten die Vereins­mitglieder nicht lange und gin­gen dazu über, Masken zu nähen. Romea.cz zitiert Peter Bažo von „Aver Roma“: „Das ist schon unser dritte Tag beim Nähen, und wir haben es ge­schafft, zwischen 250 und 300 Gesichts­masken her­zu­stellen und zu ver­tei­len. Bis 18 Uhr nähen wir, und dann macht sich einer von uns ans Ver­teilen. Die Leute kom­men wegen der Schutz­masken zu uns, meis­tens nur eine Person für die ganze Familie, und wir geben die Masken aus. Haupt­säch­lich handelt es sich um Leute aus der Siedlung von Chánov, aber es kom­men auch Leute aus der Stadt zu uns, und selbst­ver­ständ­lich machen wir keinen Unter­schied, egal wer da kommt.“

Aufklärung in den Roma-Gemeinden

Viele marginalisierte (Roma-)Gemeinden in Tschechien stehen der Pandemie beson­ders schutzlos gegen­über. Auch in der Slowakei er­schwe­ren eng ge­drängte Wohn­ver­hältnisse und die unzureichende Versor­gung mit saube­rem Wasser und mit Hygiene­artikeln die Lage in den Roma-Sied­lungen. Read the rest of this entry »

Boschitschani rat

Dezember 24th, 2019  |  Published in Allgemeines

Boschitschani rat (1832)

Le Nikolaus Lenauistar
Übersetzung/prik bescharipe: Josef Schmidt

Angli schil i diha baruni hi,
Patalinel o dschiv mre jomendar,
Geselinel mri diha, larmasinen mre tschor;
Tschak bejg, tschak mindig bajder bejg!

Saj mulatim o than hi mirno!
O tschon ududarel o phure fejovtscha,
Save, tatjarde uso mulipe pumen bandscharen,
I aga usi phuv pal dsschuminel.

Schilalipe! fadschin mange ando vodschi ande,
Hor ando jagalo micindo, varno!
Kaj jefkar mirnipe ande te ol,
Sar adaj ando ratjakero than!

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Winternacht (1832)

von Nikolaus Lenau

Vor Kälte ist die Luft erstarrt,
Es kracht der Schnee von meinen Tritten,
Es dampft mein Hauch, es klirrt mein Bart;
Nur fort, nur immer fortgeschritten!

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3.000 Beiträge auf dROMa-Blog …

September 18th, 2019  |  Published in Allgemeines

Bildschirmfoto 2019-09-16 um 14.12.26

… and still counting.

Gedanken für den Tag: Marion Dworzack

April 13th, 2019  |  Published in Allgemeines, Radio, Podcast & TV

Marion Dworzack (Foto: Romano Svato)Marion Dworzack zum Internationa­len Tag der Roma


Ö1 | Gedanken für den Tag, 12.4.2019
Gestaltung: Alexandra Mantler

→Anhören (7 Tage Ö1)

„Auf meinem sehr, sehr langen Weg“. Marion Dworzack, Romni, Femi­nis­tin und Ka­tho­­likin, er­zählt von prä­gen­den Per­sön­lich­keiten der Roma-Com­mu­ni­ty und was die­se Zu­ge­hö­rig­keit für sie selbst be­deutet.

„Auf meinem sehr, sehr langen Weg / Traf ich viele schöne Roma“, heißt es in dem Lied „Djelem Djelem“, das als of­fi­ziel­le Hymne der Roma gilt. Doch schon die zwei­te Strophe er­in­nert mit der Zeile „Ich hat­te ein­mal eine gro­ße Familie / Die Schwar­ze Legion er­mordete sie“ an die Ver­trei­bung und Ermor­dung der Roma durch kroa­ti­sche Faschis­ten. Nur ein Ka­pitel in einer lan­gen Geschichte der Dis­kriminie­rung und Ver­folgung, der die Roma im­mer wieder aus­gesetzt waren. Rund 12 Millio­nen Roma gibt es heute in Europa, sie sind damit die größ­te Minder­heit. In Österreich le­ben Roma schon seit dem 15. Jahr­hun­dert. Sie sind heute als Volks­gruppe an­erkannt und fast alle sess­haft, werden al­ler­dings in der öffent­li­chen Dis­kus­sion immer wieder als „um­her­ziehend“ dar­gestellt. Oft sind Be­schrei­bun­gen negativ kon­notiert und von Klischee­vor­stellun­gen ge­prägt, etwa wenn Roma als „Diebes- und Bettel­banden“ her­halten müs­sen.

„DIE Roma“ gibt es allerdings nicht: Zwar verbindet eine ge­mein­same Sprache, aber die je­weili­ge Geschich­te und auch die Reli­gions­bekennt­nisse sind viel­fältig. Seit 1990 gilt der 8. April als „Intern­ationa­ler Tag der Roma“. Welt­weit fin­den an diesem Tag Aktio­nen statt, die auf die Rechte der Roma, auf Heraus­for­derun­gen und Chancen, be­son­ders hin­weisen. Marion Dworzack ist in Tirol auf­gewach­sen, ist en­gagier­te Feministin und Katholikin, ar­bei­tet als Be­amtin und hat erst mit 30 Jahren zu ihren Ro­ma-Wur­zeln ge­funden. In den „Ge­danken für den Tag“ zum „Inter­nationa­len Tag der Roma“ er­zählt sie von prä­genden Per­sönlich­keiten der Roma-Com­munity und was diese Zu­gehörig­keit für sie selbst be­deutet.

(Text: Ö1 Programminfo)

Journal-Panorama: Roma in Europa

April 12th, 2019  |  Published in Allgemeines, Radio, Podcast & TV

Ö1Verfolgt, benachteiligt, diskriminiert: Roma in Europa

Ö1, Journal-Panorama, 11.4.2019 (Sendereihe)
Gestaltung: Maria Harmer

→Anhören (7 Tage Ö1)

Die Roma – ein Überbegriff für unterschiedliche Grup­pie­run­gen, die frü­her als Zigeuner be­zeich­net wur­den. 10 bis 12 Mil­lio­nen Roma leben in Europa. Sie sind eine der am stärks­ten aus­ge­grenz­ten Gruppen des Kon­ti­nents, sozial wie wirt­schaft­lich. Wie ist ihre Situa­tion in ein­zel­nen euro­päi­schen Ländern, wel­che Rolle spielt die Roma-Bür­ger­rechts­bewe­gung und wie lässt sich die Dis­krimi­nie­rung be­kämpfen? Das wurde an­läss­lich des „Inter­natio­na­len Tags der Roma“ am 8. April bei einer Ver­anstal­tung im ORF-Radio­Kulturhaus dis­ku­tiert.

(Text: Ö1 Programminfo)

Roma-Tag: Wien hisst Roma-Fahne

April 8th, 2019  |  Published in Allgemeines, Politik

Vor dem Rathaus: Wien hisst ersrmals die Fahne der Roma (Foto: Grüne Wien)Sichtbarkeit für Minderheit schaf­fen: Bür­ger­meis­ter Lud­wig hisst Roma-Flag­ge am Rathaus

Der 8. April ist Inter­na­tio­na­ler Tag der Roma – Wien be­tei­ligt sich am Akti­ons­tag

Wien (OTS/RK) – Der heutige 8. April ist der Internatio­nale Tag der Roma. Der Aktions­tag fin­det seit 29 Jahren statt, um auf die oft schwie­rige Situa­tion der Roma in der ganzen Welt auf­merk­sam zu machen – auch Wien be­teiligt sich. Am spä­ten Mittag hat Bürger­meis­ter Michael Ludwig mit dem His­sen der Fahne der Roma am Wiener Rathaus das Pro­gramm des Aktions­tags in Wien offi­ziell er­öffnet. Für den Stadt­chef ist die Fahne, die nun beim Rathaus-Ein­gang in der Lich­ten­fels­gasse weht, „ein Zei­chen von Solida­rität mit Men­schen, die im­mer noch gegen Vor­urteile kämpfen müs­sen“. Auf der Flagge ist ein rotes Speichen­rad auf grünem und blauem Grund zu se­hen.

„Seit vielen Jahren unterstütze ich die Anliegen der Roma. So wurde in Floridsdorf eine Ver­kehrs­fläche in Roma-Platz um­benannt, um für diese eth­nische Gruppe Sicht­bar­keit herbei­zu­führen“, sagte Lud­wig, nach­dem er gemein­sam mit Grünen-Ge­meinde­rätin Birgit Hebein die Fahne der Roma ge­hisst hatte. „Und als EU-Mit­glied haben wir die Pflicht, dafür zu sor­gen, dass die Roma auch in an­de­ren Ländern Unter­stüt­zung erhal­ten“, sprach Ludwig die Herab­würdi­gung der Lebens­weise der Roma vor al­lem in öst­li­chen EU-Ländern an. „Ich freue mich sehr, dass am heu­tigen Inter­natio­na­len Tag der Roma erst­mals die Roma-Fahne am Wie­ner Rat­haus wehen wird. Es war mir wich­tig, dieses An­liegen aus Respekt zu unter­stützen“, so Gemein­de­rätin Birgit Hebein.

In Wien wird der Tag u.a. mit einer Podiums­diskus­sion im ORF-Radio­Kultur­haus (4., Ar­gen­tinier­straße 30a) be­gangen – ab 18.30 Uhr disku­tieren Ver­tre­terIn­nen von EU, Uni Wien und Roma-Bei­räten aus Österreich und Deutschland un­ter der Mode­ra­tion des Autors Michael Köhlmeier. Im An­schluss spielt der be­kannte Musiker Harri Stojka ein Konzert.

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10 Jahre dROMa-Blog

Januar 30th, 2019  |  Published in Allgemeines

Zehn Jahre Blog

Genau heute vor zehn Jahren, am 30. Jänner 2009, ging unser erster Blog-Bei­trag online, 2.847 weite­re sind seit­her ge­folgt. Ein will­kom­me­ner Anlass für ein herz­liches Danke – an alle Le­serin­nen und Leser, an die Mit­wirken­den sowie an alle, die uns im­mer wieder mit Gast­bei­trä­gen, Hin­wei­sen oder Ver­linkun­gen unter­stützen. Und nicht zu­letzt an die Volks­grup­pen­förde­rung des Bundes­kanzler­amts, ohne die weder unser Print­magazin dROMa noch dROMa-Blog mög­lich wären.

Die nächs­ten zehn Jahre können be­ginnen.

Boschitscha (Weihnachten)

Dezember 24th, 2018  |  Published in Allgemeines

Boschitscha (Weihnachten)

Le Joseph von Eichendorffistar (1788–1857)

O foro taj o poschtitovtscha schutsche hi,
mirno ududano hi sako kher,
hore gondoha maschkar o gaslini dschav,
sa asaj rajkano ar ditschol.

Upro bokli kerde o dschuvla
feschtime khelipeskere koji,
eseri tschavore terdschon taj diken,
on asaj bastale hi.

Taj me mukav o fali pal mande,
dschi ari andi naphandli mesuja,
dschelno glistavipe, dschelno schudripe!
sar asaj dugo taj mirno o them!

Tscherhena utsche o kariki ciden,
andar le dschivipeskero korkoripe
upre uschtschal sar barikano dschilavipe –
jaj tu manuschali cajt!

—–

(Übersetzung|prik bescharipe: Josef Schmidt)

Packerl für Roma-Kids

November 30th, 2018  |  Published in Allgemeines, Rassismus & Menschenrechte

Geschenkübergabe des Langenloiser Vereins 2017 in Ungarn (Foto: Club of Roma)Niederösterreichischer „Club of Roma“ verteilt Lebens­mit­tel und Weih­nachts­geschen­ke an Roma in Ost­ungarn

NÖN, 28.11.2018: Zumindest in der Weihnachtszeit etwas Hoff­nung und Freude brin­gen – dieses Ziel ver­folgt der Verein „Club of Roma“ und star­tet im De­zem­ber wieder mit seiner Weihnachts­aktion in der ost­ungari­schen Ge­mein­de Köröm. In einer Region, wo laut Ob­mann Christian Rauscher die meis­ten Roma-Fa­mi­lien unter ärm­lichs­ten Ver­hält­nis­sen in Häusern oh­ne Kanal und Wasser le­ben. So sol­len im Roma-Dorf Kiscsécs heuer 150 Lebens­mittel­pakete (à 15 Euro) an Fami­lien ver­teilt wer­den. Rau­scher: „Damit kann eine Roma-Fa­milie eine Wo­che über Weih­nachten aus­reic­hend er­nährt werden.“ Die Kinder der Grund­schule und in den Kinder­gärten wer­den mit einem per­sön­lichen Weih­nachts­paket (25 Euro) beschenkt.

Während des Jahres engagiert sich der Langenloiser Verein in der Roma-Re­gion mit der Unter­stützung re­giona­ler Stickkunst, ver­anstal­tet mehr­tä­gi­ge Jugend-Camps und hilft Ro­ma-Fa­mi­lien beim Aufbau von Haus­gärten, wo nach­haltige Hilfe zur Selbst­hilfe an­ge­boten wird. Heuer konn­ten auf diese Weise 140 Ro­ma-Hausgärten zur Ver­bes­se­rung der Er­nährungs­situa­tion bei­tragen.

(Text: NÖN, 27.11.2018)

Mirni rat, kedveschni rat!

Dezember 24th, 2017  |  Published in Allgemeines, Musik, Romani

O farajn Roma-Service
latschi Boschitscha taj latscho Nevo Bersch 2018 kivaninel!

Der Verein Roma-Service wünscht Ihnen ein schö­nes Weihnachts­fest und ein gutes neues Jahr 2018!

1.  Mirni rat, kedveschni rat!
Cile son, korkore atschon,
tschak o kamlo kedveschno poar.
Jaj bi schukar hi o tikno tschau,
ando mirno lo sol,
ando mirno lo sol.

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Stockholm: 83-jährige Romni unter Verletzten

April 11th, 2017  |  Published in Allgemeines

SchwedenAls Kind überlebte sie den Roma-Holocaust in Trans­nistrien – und jetzt das At­ten­tat in Stock­holm

Păpușa Ciuraru (83), eine Romni aus Rumänien, die seit drei Jahren in Schweden bettelt, um ihre große Familie in Rumänien zu unterstützen, wurde am Freitag bei dem Terroranschlag in der Stockholmer Innenstadt verletzt. Die 83-Jährige wurde zwar nicht direkt von der Todesfahrt des LKW erfasst, wurde aber von einem weggeschleuderten Betonstück am Bein getroffen und erlitt einen Knochenbruch. „Als ich da lag, dachte ich, alles ist vorbei“, erzählt sie der Presse, „die Leute um mich herum haben nur ge­schrien, ich dachte, jetzt ist ein Krieg aus­ge­bro­chen. Ich habe ver­sucht, mich auf­zu­rappeln und weg­zulaufen, aber da lag ein riesiger Stein über mei­nem Bein. Zwei Frem­de kamen zu mir her, einer hatte ein Fahr­rad, das hat er dann ein­fach dort ge­lassen. Sie haben mir auf­ge­hol­fen und tru­gen mich in ein Hotel, wo man mich ärzt­lich ver­sorgt hat. Ich war über­rascht. Sie blie­ben bei mir, um mir zu helfen. Und ich dachte, jeder läuft an mir vorbei, um sich selbst zu retten.“

Sie wurde inzwischen operiert und wird der­zeit im Stock­holmer St. Göran-Krankenhaus sta­tio­när be­han­delt. Nach dem Attentat sagte sie: „Das Leben geht wei­ter. Es gibt keine andere Mög­lich­keit. Ich bin un­glaub­lich dank­bar für all die Hilfe, die ich er­halten habe. Da ich das Glück habe, noch ein wenig wei­ter zu leben, will ich meiner Familie weiter hel­fen.“

Bei dem Attentat wurden vier Menschen getö­tet und 15 ver­letzt. Noch am Tag des An­schlags machte die schwe­dische EU-Par­la­men­ta­rie­rin und Romni Soraya Post via Twitter auf das Schick­sal Păpușa Ciurarus auf­merk­sam. In­zwi­schen haben auch schwe­dische Medien den Fall auf­gegrif­fen (hier und hier). Bereits vor ein­ein­halb Jahren erzählte die schwe­dische Tages­zeitung „Aftonbladet“ Păpușa Ciurarus Ge­schichte (wir berich­teten).

(dROMa)

Siehe auch:
München: Drei Sinti und Roma unter den Opfern (29.7.2016)

Constable Torák: Ein Ex-Flüchtling als Polizist

Februar 7th, 2016  |  Published in Allgemeines

Piotr Torák (Foto: Romea.cz)England hat erstmals einen Polizeibeamten, der selbst Rom ist. Das berichtet die englische Regionalzeitung Derby Telegraph. Die Best-Practice-Datenbank des Europa­rats er­wähnt Piotr Torák als „ersten und ein­zi­gen Roma-Polizei­beam­ten aus Ost- oder Mit­tel­eu­ropa, der im Vereinig­ten König­reich den Dienst ver­sieht“. Petr Torák war 1999 als Flücht­ling ins Land ge­kom­men. In seinem Her­kunfts­land Tschechien war seine Familie auf­grund ihrer ethni­schen Zuge­hö­rig­keit rassis­ti­scher Gewalt aus­gesetzt und suchte deshalb in England erfolg­reich um Asyl an. In seiner neuen Heimat ergriff Torák dann bald die Lauf­bahn als Polizist, zu­nächst als Police Com­mu­nity Support Officer, dann seit 2006 als Constable in Cam­bridge­shire. Torák sucht auch den Kon­takt zu Roma-Jugend­lichen, er besucht Schulen und hält Vor­träge vor Roma aus der Slowakei und Tschechien. Zudem ist Piotr Torák bei INARP (Inter­national As­socia­tion of Romani Pro­fes­sio­nals) aktiv.

(dROMa)

Siehe auch:
Sinto & Hauptkommissar – Günther Weiss, der Kripochef von Kehl