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Stockholm: 83-jährige Romni unter Verletzten

April 11th, 2017  |  Published in Allgemeines

SchwedenAls Kind überlebte sie den Roma-Holocaust in Trans­nistrien – und jetzt das At­ten­tat in Stock­holm

Păpușa Ciuraru (83), eine Romni aus Rumänien, die seit drei Jahren in Schweden bettelt, um ihre große Familie in Rumänien zu unterstützen, wurde am Freitag bei dem Terroranschlag in der Stockholmer Innenstadt verletzt. Die 83-Jährige wurde zwar nicht direkt von der Todesfahrt des LKW erfasst, wurde aber von einem weggeschleuderten Betonstück am Bein getroffen und erlitt einen Knochenbruch. „Als ich da lag, dachte ich, alles ist vorbei“, erzählt sie der Presse, „die Leute um mich herum haben nur ge­schrien, ich dachte, jetzt ist ein Krieg aus­ge­bro­chen. Ich habe ver­sucht, mich auf­zu­rappeln und weg­zulaufen, aber da lag ein riesiger Stein über mei­nem Bein. Zwei Frem­de kamen zu mir her, einer hatte ein Fahr­rad, das hat er dann ein­fach dort ge­lassen. Sie haben mir auf­ge­hol­fen und tru­gen mich in ein Hotel, wo man mich ärzt­lich ver­sorgt hat. Ich war über­rascht. Sie blie­ben bei mir, um mir zu helfen. Und ich dachte, jeder läuft an mir vorbei, um sich selbst zu retten.“

Sie wurde inzwischen operiert und wird der­zeit im Stock­holmer St. Göran-Krankenhaus sta­tio­när be­han­delt. Nach dem Attentat sagte sie: „Das Leben geht wei­ter. Es gibt keine andere Mög­lich­keit. Ich bin un­glaub­lich dank­bar für all die Hilfe, die ich er­halten habe. Da ich das Glück habe, noch ein wenig wei­ter zu leben, will ich meiner Familie weiter hel­fen.“

Bei dem Attentat wurden vier Menschen getö­tet und 15 ver­letzt. Noch am Tag des An­schlags machte die schwe­dische EU-Par­la­men­ta­rie­rin und Romni Soraya Post via Twitter auf das Schick­sal Păpușa Ciurarus auf­merk­sam. In­zwi­schen haben auch schwe­dische Medien den Fall auf­gegrif­fen (hier und hier). Bereits vor ein­ein­halb Jahren erzählte die schwe­dische Tages­zeitung „Aftonbladet“ Păpușa Ciurarus Ge­schichte (wir berich­teten).

(dROMa)

Siehe auch:
München: Drei Sinti und Roma unter den Opfern (29.7.2016)

Constable Torák: Ein Ex-Flüchtling als Polizist

Februar 7th, 2016  |  Published in Allgemeines

Piotr Torák (Foto: Romea.cz)England hat erstmals einen Polizeibeamten, der selbst Rom ist. Das berichtet die englische Regionalzeitung Derby Telegraph. Die Best-Practice-Datenbank des Europa­rats er­wähnt Piotr Torák als „ersten und ein­zi­gen Roma-Polizei­beam­ten aus Ost- oder Mit­tel­eu­ropa, der im Vereinig­ten König­reich den Dienst ver­sieht“. Petr Torák war 1999 als Flücht­ling ins Land ge­kom­men. In seinem Her­kunfts­land Tschechien war seine Familie auf­grund ihrer ethni­schen Zuge­hö­rig­keit rassis­ti­scher Gewalt aus­gesetzt und suchte deshalb in England erfolg­reich um Asyl an. In seiner neuen Heimat ergriff Torák dann bald die Lauf­bahn als Polizist, zu­nächst als Police Com­mu­nity Support Officer, dann seit 2006 als Constable in Cam­bridge­shire. Torák sucht auch den Kon­takt zu Roma-Jugend­lichen, er besucht Schulen und hält Vor­träge vor Roma aus der Slowakei und Tschechien. Zudem ist Piotr Torák bei INARP (Inter­national As­socia­tion of Romani Pro­fes­sio­nals) aktiv.

(dROMa)

Siehe auch:
Sinto & Hauptkommissar – Günther Weiss, der Kripochef von Kehl

Kivaniptscha uso Nevo Bersch

Dezember 31st, 2015  |  Published in Allgemeines

Latscho Nevo Bersch 2016 kivaninel tumenge Roma-Service!
Ein gutes neues Jahr 2016 wünscht Ihnen Roma-Service!

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Eknaj buteder smirom taj tschuleder tagatinipe.
Eknaj buteder latschipe taj tschuleder hamischago.
Eknaj buteder kamipe taj tschuleder hosinipe.
Eknaj buteder tschatschipe – ada ovlahi valaso.

Vasch but naschipe eknaj buteder nugodinipe.
Vasch mindig tschak me eknaj buteder tu.
Vasch dar taj pal likeripe eknaj buteder trauninipe.
Taj sor uso keripe – ada latscho ovlahi.

Andi briga taj ando schitiknipe eknaj buteder udud.
Nisaj kerko mangipe, eknaj resignacijona.
Taj buteder bokreti, saj dur meg dschal.
Na erscht upro grobi – odoj akor imar hijaba blijaninen.

Cil hi o smirom le vodschistar.
Feder na prindscharav.

(Butvar le Peter Roseggeriske use pisim.)

♫ Bastali boschitscha!

Dezember 24th, 2015  |  Published in Allgemeines, Musik

“Vive le vent – version manouche”
von Billy Hassli, Sano Weiss und Tickno Weisse:
Mit diesem Youtube-Fundstück aus Frankreich,
einer Sintiswing-Version von Jingle Bells,

wünschen wir Ihnen
schöne Weihnachten!

Latschi boschitscha kivaninen tumenge
tumare dschene andar dROMa!

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Rahim: „Kosovo fühlt sich nicht wie Heimat an“

November 14th, 2015  |  Published in Allgemeines, Interview, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

GfbV Logo

„Das haben wir nicht verdient“: Die Angst der Roma-Flüchtlingskinder vor Abschiebung (Teil IV)

GfbV Berlin: Der Zustrom an Flüchtlingen nach Deutschland wird für dieses Jahr auf 800.000 ge­schätzt. Um Platz für sie zu schaf­fen, sollen vor allem Roma aus dem Kosovo ab­ge­scho­ben wer­den. Darun­ter Hun­derte Kinder, die in Deutsch­land ge­bo­ren und auf­ge­wach­sen sind. Doch was be­deu­tet das für die Flüchtlings­kinder? Wir las­sen fünf von ihnen zu Wort kom­men. Rahim, heute 22, erinnert sich:

Rahim*: „Kosovo fühlt sich nicht wie Heimat an“


Ich bin vor 22 Jahren im Kosovo geboren. Zusam­men mit meinen Eltern bin ich von dort aus nach Deutschland geflo­hen. Damals war ich noch ein Klein­kind, wes­halb ich mich nicht an die Flucht erin­nere. Aber meine Eltern haben mir er­zählt, dass wir mit dem Auto zuerst über die deut­sche Gren­ze bis nach Olden­burg ge­kom­men sind. Dort wurden wir zu unserer Flucht und un­se­ren Grün­den, warum wir nun in Deutschland sind, be­fragt. Danach ging es für uns nach Nord­horn in Nieder­sachsen. Hier lebe ich nun schon sehr lange mit meiner Fa­milie. Mein Vater ist mittler­weile lei­der gestor­ben, wes­halb meine Mutter für uns Kin­der allein auf­kom­men muss. Ich wür­de mir wün­schen, dass ich end­lich einen Job fin­de, um meine Mutter fi­nan­ziell zu unter­stützen. Die Arbeits­suche wäre leich­ter mit einem Auf­ent­halts­titel. Denn seit unse­rer An­kunft in Deutsch­land haben wir alle nur eine Dul­dung.

Ich habe mir seit unserer Flucht natür­lich ein Leben in Deutsch­land auf­ge­baut. Das Koso­vo fühlt sich nicht wie meine Hei­mat an, nur weil ich dort ge­boren wurde. Ich bin in Deutsch­land zu Hau­se. Read the rest of this entry »

Burgenland: Spendenaufruf für Michael

Oktober 30th, 2015  |  Published in Allgemeines

Michael14-jähriger Rom aus Unterwart kämpft ge­gen un­heil­ba­re Im­mun­erkran­kung. Die Mut­ter ist am Ende ihrer finan­ziel­len Mög­lich­keiten.

Was uns am Leben erhält, hat sich gegen den 14-jährigen Michael ver­schwo­ren und ist nahe dran, ihn um­zu­bringen. Die Rede ist vom mensch­li­chen Immun­system. Tapfer kämpft er gegen diese un­heil­bare Er­krankung. Der 14-Jährige leidet an Morbus Wegener, einer selte­nen Krankheit, bei der das eigene Immun­sys­tem den Körper an­greift und eine chro­nische Ent­zün­dung der Blut­gefäße zur Folge hat. Letztes Jahr hat Michael an­ge­fan­gen, stän­dig zu krän­keln. „Aber das war erst der An­fang vom Wahnsinn“, sagt seine Mutter Kerstin Pfeiffer. „Was folgte war ein mo­nate­langer Ärzte­marathon“, so Pfeiffer weiter. „Meinem Jungen ging es zu­se­hends schlech­ter und da war mir klar, dass mein Kind sehr schwer krank ist“, sagt die allein­erzie­hende Mut­ter. „Und dann die nieder­schmet­ternde Diagnose: Mor­bus Wege­ner. Eine unheilbare Krankheit“, so Pfeiffer.

Therapien sind teuer – Geld ist knapp

Seit seinem ersten Krankenhausaufenthalt im Juni bis heute musste Michael mehrere Not­opera­tionen über­stehen. Wochen­lang lag er im Tief­schlaf. „Mein Sohn ist ein Kämpfer“, ist Kerstin Pfeiffer über­zeugt. Seit Monaten ver­bringt die zwei­fache, allein­erzie­hende Mutter Tag und Nacht im Kranken­haus in Wien. Finan­ziell ist die arbeits­lose Frau aller­dings am Ende ihrer Möglich­kei­ten ange­langt. „Michael wird Therapien benö­tigen und ich kann mir nicht einmal mehr das Bus­ticket leisten“, so Pfeiffer.

Wer Familie Pfeiffer in dieser schwieri­gen Situa­tion helfen möchte, kann dies über das Spenden­konto AT47 5100 0902 1370 7801 der Volkshoch­schu­le der burgen­län­di­­­schen Roma un­ter dem Kenn­wort „Michael“ tun.

(Text: bvz.at)

2.000 Artikel auf dROMa-Blog!

September 10th, 2015  |  Published in Allgemeines

2000 Artikel

… and still counting.

Roma andar Prag dschan

Mai 27th, 2015  |  Published in Allgemeines

Roma verlassen Prag (Foto: Petritap/Wikimedia) Ando lejcti desch berscha 50 procentscha le Romendar andar Prag te gejanahi. Pal jek phukajipe la divesakera cajtungatar „Mladá fronta Dnes“ (MfD) o gendo le Romendar andar Prag ando lejcti berscha igen sorale pal gelo. Akan valami 15.000 Roma ando baro foro dschin. 2006 dujvar atschi Roma odoj atschnahi. Phendo ol, hot on vascho utsche mitscha taj kaj tschuli buti hi odotar bejg gele, ham te vascho „butschalinipe le tschoripeha“. Igen sorale ada te dikel hi ande Žižkov, Libeň vaj Vršovice. I diveskeri cajtung „MfD“ phenel, hot ande Prag igen tschuli buti del taj te i industrijeli produktcija ando foro pal gelo. I buti upri bauninipeskeri koja le ukrajinerendar kerdo ol. But Romengere familiji ham te upre khereskere schpekulacijontscha ande pele, savo lenge tschule lojenca lengero „dekret“ le foroskere kherenge tel kindo ulo taj le familjige lasne khera avrutnon Pragistar aun bitim ulo.

(volksgruppen.orf.at)

Datscha, fakti, gende: Bosnija

Januar 4th, 2015  |  Published in Allgemeines, dROMa (Magazin)

Bosnien-Herzegowina (Foto: Tagesschau.de)Roma andi Bosnija-Hercegovina

2,2 milijoni manuscha maschkar 1992 taj 1995 ando ha­buri andi Bosnija tradim ule vaj naschi gele, but lendar andi Austrija (90.000) vaj andi Ger­ma­nija (320.000) ale. But desche­seri Roma sina, kor­kore ando foro Berlin 5.000 le 40.000 dschi 80.000 bosni­tike Romen­dar ale, save masch­kar o etni­schi frontscha pele. Barikan ando ser­bitiko thanes­kero falato but Roma, save ojs mus­lim­tscha dujvar le bibas­tale tradi­peske ar bescharde sina, murda­ri­pes­kere taj tra­di­pes­kere opfer­tscha ule. Va­schoda butvar cile gaves­kere khe­ta­niptscha naschi dscha­nahi. O pal­ge­jipe adale naschi­geja­schen­dar dschi adi meg igen pharo hi. Sar palo genocid masch­kar o dujto the­mes­kero haburi, ande savo 90.000 jugosla­vi­schi Roma mur­dar­de ule, but len­dar pumare pujste khera lakle vaj ande len­gere khera vala­ko avro akan dschil. Butvar o doku­men­tscha fali­nahi, kaj len­gero koja pal te usch­ti­den vaj vasch loj le papal upre bauni­ni­peske schaj aun roden. But gemajndi le dsche­nen, save pal ale, na kam­nahi te registri­ri­nel. But lendar papal le naschi­geji­peske mujsim ule vaj ande jek le 36 ilegali sid­lungen­dar dschin. I UNDP loke phenel, hot andi Bos­nija valami 40.000 dschi 50.000 Roma del; avre sche­ci­niptscha ham utsche­der pasch­lon. Tschak 4 % le bare Romen­dar buti hi; 70 % nan nisaj use­gejipe uso sas­ti­pes­kero pomo­schago taj valami 80 % le bos­ni­tike Romen­dar nan nisaj isch­ko­la­kero kise­ti­nipe. (RU)

(andar: dROMa 33, 1/2012)

Daten, Fakten, Zahlen: Bosnien

Januar 3rd, 2015  |  Published in Allgemeines, dROMa (Magazin)

Bosnien-Herzegowina (Foto: Tagesschau.de)Roma in Bosnien-Herzegowina

2,2 Millionen Menschen wurden während des Bosnienkrieges 1992 bis 1995 vertrieben oder flohen – viele von ihnen nach Österreich (90.000) oder Deutsch­land (320.000). Zehn­tau­sende wa­ren Roma, allein nach Berlin kamen 5.000 der 40.000 bis 80.000 bos­ni­schen Roma, die zwischen die ethni­schen Fronten geraten waren. Beson­ders im ser­bi­schen Landes­teil wurden viele Roma, die als Muslime doppelt gefähr­det waren, Opfer von Massenmord und Vertreibungen. Oft bega­ben sich daher ganze Dorf­gemein­schaf­ten gemein­sam auf die Flucht. Die Rückkehr dieser Flücht­linge ist bis heute äußerst schwie­rig. Wie nach dem Genozid wäh­rend des Zweiten Weltkriegs, in dem 90.000 jugosla­wische Roma ums Leben kamen, fanden viele ihre Häuser zer­stört oder besetzt vor. Oft­mals fehlten die Doku­mente, um ihr Eigentum zurück­zu­erhal­ten oder Wieder­auf­bau­hilfe zu be­antra­gen. Manche Heimat­gemein­den weiger­ten sich, die Rückkehrer zu registrie­ren. Viele sahen sich daher zur neuerlichen Flucht gezwun­gen oder leben in einer der 36 (Stand 2012) illegal errich­te­ten Sied­lungen. Die Zahl der Roma in Bosnien beziffert die UNDP heute vor­sichtig mit 40.000 bis 50.000; andere Schätzun­gen lie­gen höher. Nur 4 % der Erwach­senen stehen in einem Arbeits­ver­hält­nis; 70 % haben keinen Zugang zur Gesund­heits­ver­sor­gung; und rund 80 % der bos­ni­schen Roma sind ohne Grund­schul­ab­schluss. (RU)

(aus: dROMa 33, 1/2012)