Film & Theater

Reportage: Junge Roma in Berlin

September 28th, 2026  |  Published in Film & Theater, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV

Junge Roma in Berlin – zwischen Herkunft und Zukunft
rbb Doku/Echtes Leben, Reportage von Nadja Tenge, Deutschand 2026
Erstsendung: 5.8.2026 (Das Erste), Bild: rbb

Wer sind die Sinti und Roma in unserer Gesellschaft, denen tief ver­wur­zelte Vor­urteile und Antiziganismus ent­gegen­schlagen? Wir be­gleiten junge Roma, die mit Stereo­typen auf­räumen und für Selbst­ermäch­ti­gung ein­stehen; oft im Spagat zwischen Erbe, Identität und den Heraus­forde­run­gen als Minder­heit. Ihr Lernen, Arbeiten und Handeln sind an­getrie­ben vom Ziel gelebter Vielfalt und echter Zu­ge­hörigkeit.

(Video und Text: rbb Doku)

Tony Gatlif (1948–2026)

September 22nd, 2026  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Film & Theater

Kino-Visionär der Roma: Regisseur Tony Gatlif mit 77 Jah­ren ge­stor­ben

Arles/Frankreich: Der französische Filmregisseur, Drehbuch­autor und Kom­ponist Tony Gatlif ist am 2. Septem­ber 2026 im Alter von 77 Jahren in seiner Heimat­stadt Arles in Süd­frankreich ver­stor­ben. Er erlag den Folgen „eines gesund­heit­li­chen Problems“, wäh­rend er an einem histo­rischen Film­projekt arbeitete. Dies gab seine Familie der Agentur AFP bekannt. Mit seinem Tod verliert die euro­päische Filmkunst die kraft­volle und poetische Stimme der Roma im Kino. „Die Schön­heit seiner Filme, seine Groß­zügig­keit, seine Lebens­freude, seine Poesie und seine Liebe zur Musik werden für immer in unserem Herzen bleiben“, betont seine Familie in ihrer Erklä­rung und wünscht ihm „latcho drom“ – „gute Reise“ auf Romanes und Titel eines seiner be­kann­tes­ten Filme.

Vom Straßenkind zum Cannes-Gewinner

Geboren wurde Gatlif am 10. September 1948 als Michel Dahmani im damals fran­zösi­schen Algier als Sohn eines Kabylen und einer Romni. Diese Herkunft prägte sein ganzes spä­teres Schaffen. Read the rest of this entry »

Preis für Alina Șerbans „I Matter“ in Venedig

September 19th, 2026  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Film & Theater, Frauenrechte, Rassismus & Menschenrechte

Festivalerfolg für die rumä­ni­sche Roma-Filme­ma­che­rin Alina Șerban bei den Inter­na­tio­na­len Film­fest­spie­len in Venedig: Ihr Lang­film­debüt „I Matter“ (Originaltitel: Eu contez) er­hielt den Pub­li­kums­preis der Sek­tion Venice Spotlight.

2021 machte die rumänische Autorin und Schau­spie­lerin Alina Șerban mit ihrem Kurz­film „I Mat­ter“ auch als Regis­seurin auf sich auf­merk­sam; sie selbst spielte die Haupt­rolle. Nun prä­sen­tierte Șerban ihr gleich­namiges, aus dem Kurz­format weiter­ent­wickeltes Langfilm­debüt, für das sie sich nun gänz­lich hinter die Kamera zurück­zog. Am 8. Septem­ber feierte der Spielfilm seine Welt­premiere bei den 83. Inter­natio­nalen Film­fest­spielen in Venedig. Damit ist Alina Șerban, nach dem fran­zösi­schen Cannes-Preis­träger Tony Gatlif (1948–2026), die erste Roma-Regis­seurin, deren Film in die offi­zielle Auswahl eines der welt­weit be­deu­tends­ten A-Film­festivals auf­ge­nommen wurde – und sie wurde prompt mit dem wich­tigs­ten Publikums­preis des Festivals aus­ge­zeichnet.

Bei der Abschlussgala mi Palazzo del Cinema am Lido nahmen Șerban und Produ­zentin Ada Solomon ver­gan­genen Sams­tag den von Armani Beauty ge­stif­teten Audience Award ent­gegen, der in der Sektion Venice Spotlight ver­geben wird.

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Was ist das eigentlich – Antiziganismus?

September 2nd, 2026  |  Published in Film & Theater, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

Science Slam in Marburg: Antiziganismus – Anna-Sophie Schönfelder

Was ist das eigentlich – Antiziganismus? Was hat das mit uns zu tun? Und was mit unse­rer Geschichte? Um das an­schau­lich zu machen, holt sich die Politik­wissen­schaft­lerin Anna-Sophie Schön­felder (Website) Unter­stützung von zwei­deuti­gen Brillen, aus­ge­schnit­tenen Denk­blasen und Fantasie­wesen im Ein­weck­glas.

Den Science-Slam-Beitrag über ihre Forschung im Sonder­for­schungs­bereich „Dynami­ken der Sicherheit“ hat sie am 5. Juli 2025 im Herder-Ins­titut in Marburg ge­halten. Jetzt gibt es ihn auch als Film. Der Sonder­for­schungs­bereich „Dyna­miken der Sicher­heit“ ist ein trans­regio­nales Ko­opera­tions­projekt der Philipps-Uni­versi­tät Marburg, des Herder-Insti­tuts für histo­rische Ost­mittel­europa­for­schung Marburg und der Justus-Liebig-Uni­ver­sität Gießen: www.uni-marburg.de/de/sfb138

Infos zum Thema Antiziganismus und Film gibt es beim Critical Film & Image Hub an der For­schungs­stelle Anti­ziganis­mus in Heidel­berg.

Über die Autorin:
Anna-Sophie Schönfelder ist politische Theoretikerin und promo­viert an der Justus-Liebig-Uni­versität Gießen zum Zusammen­hang zwi­schen deutschem Arbeits­ethos und Anti­ziganismus. Read the rest of this entry »

33 krokov (33 Steps)

August 7th, 2026  |  Published in Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte

Filmplakat zur tschechisch-slowakischen Koproduktion "33 krokov"Spielfilm von Šimon und Anna Domček
„33 kroků“, SK/CZ 2026, 71 min

Das Spielfilmdebüt der slowakischen Re­gis­seure wurde im Juli beim Film­festival in Karlovy Vary ur­auf­geführt. Den Trailer (ohne Unter­titel) fin­den Sie hier.

Der Film basiert auf der wahren Geschichte des Protago­nisten. Er handelt vom Rom Milan Daniel, der als 18-Jähriger in der Slowakei von Neonazis brutal an­ge­griffen wurde [und der sich im Film selbst spielt]. Milan fällt ins Koma und erlebt den klini­schen Tod. Wäh­rend­dessen hat er Visionen, in denen der Teufel ihn in Ver­suchung führt und Jesus ihm rät, sich nie­mals zu rächen. Heute lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in der­selben Stadt. Er arbeitet als Wachmann. Als er erfährt, dass sein ehe­mali­ger Angreifer Erik aus dem Ge­fängnis zurück­:kehrt, kommt Milans Trauma wieder zum Vor­schein.

(Text: Slowakisches Filminstitut)

Prameň (Only Beautiful Things to Look At)

Juli 20th, 2026  |  Published in Film & Theater, Frauenrechte, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

Spielfilm von Ivan Ostrochovský (SK / CZ / HU 2026)
Buch: Marek Leščak, Ivan Ostrochovský, 88 Min.

Der Film feierte seine Weltpremiere am 5. Juli beim Karlovy Vary International Film Festival und wurde mit dem FIPRESCI-Preis für den bes­ten Film im Haupt­wett­bewerb aus­ge­zeichnet.

Der Film spielt Mitte der 1980er Jahre, als der Staat mithilfe seiner Gesetze konti­nuier­lich Einfluss auf die intims­ten Bereiche des Lebens seiner Bürger nahm. Ingrid (Aňa Geislerová) ist eine ehr­geizige Ärztin, deren Aufgabe es ist, Kinder zur Welt zu bringen, un­gewollte Schwan­ger­schaften ab­zu­brechen und an der Sterili­sation von Roma-Frauen mit­zu­wirken. Die melan­choli­sche Frau hat grö­ßere Be­denken hin­sichtlich ihrer privaten Situation als hin­sichtlich ihres Berufs­lebens – zumin­dest bis sie von einer neuen Freund­schaft mit einer charis­mati­schen Roma-Pflege­hel­ferin „über­rascht“ wird. Die spon­tane Agáta (Simona Boledovičová) zeigt Ingrid die mensch­lichen Züge einer ethni­schen Minder­heit, die von den Kommunis­ten auf ein demo­grafi­sches Problem re­duziert wurde. Ivan Ostro­chovskýs fesselndes Drama greift ein bis heute un­auf­ge­arbei­te­tes Thema der tschecho­slo­waki­schen Geschichte auf, als der der Staat über die Mög­lich­keit, Kinder zu be­kommen, be­stimmte.  (Karel Och / KVIFF 2026)

Aus dem Statement der Jury:  Read the rest of this entry »

Filmpremiere in Oslip: „ROMA“

Mai 5th, 2026  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 4.5.2026 | 8:32 min

Dokumentarfilm über die Volksgruppe der Roma von Holly­wood-Re­gis­seur Robert Dornhelm

Dokumentakero film pedar i flogoskeri grun le Romen­dar – Andi poscha­keri hev ande Oslip filma­keri his­torija pisim ulo: Jek kheli­pes­kero film-doku­menta­cija pe donde bescha­rel le dschi­vipeha le Romen­dar ando Burgenland – andar o bersch deschu­enja taj tranda dschi andi i adi­vesa­keri cajt. Telal i reschi le austri­tike filmis­kere kera­schistar Norbert Blecha taj le inter­nacijo­nali prin­dscharde reschis­jeriha Robert Dorn­heim jek min­den­felitiko kipo kerdo ulo, jeka flogos­kera grup­natar, sava­keri kultura taj histo­rija dugi cajt tschulo dikipe usch­tidija. Barikano vert upri auten­ticiteta be­schardo ulo: But Roma andar o Burgen­land ojs schta­tistscha use sina, muschika ker­nahi, dschi­lavnahi taj sako divesen­gere iscen­tscha andar i palutni cajt palal terdschar­nahi. Te o burgen­landi­tiko muschi­kaschi Tony Wegas pre per­sen­lichi terdschi­viptscha ande te fojnel mukla. Cil le filmistar hi, jek falato la bojd naschadi Romen­gera kul­turatar te dikel te kerel taj jek cajchn gejng i dis­krimina­cija te bescharel, phenel o angle­beschto le Romen­gere flogos­kere grup­nengere bajro­tistar Emme­rich Gärtner-Hor­vath. I doku­men­tacija „ROMA“ te ande ORF III sikado te ol.

In der Sandgrube von Oslip wurde Filmgeschichte geschrie­ben: Eine Spiel­film-Doku­menta­tion widmet sich dem Leben der Burgen­land-Roma – von den 1930er-Jahren bis heute. Unter der Regie des inter­national renom­mierten Regis­seurs Robert Dornhelm und des öster­reichi­schen Filme­machers Norbert Blecha (Pro­duk­tion) ent­stand ein viel­schich­tiges Porträt einer Volks­gruppe, deren Kultur und Ge­schichte lange Zeit wenig Be­ach­tung fand. Be­son­derer Wert wird auf Authen­tizität gelegt: Zahl­reiche Roma aus dem Burgenland wirk­ten als Sta­tisten mit, musi­zieren, singen und stellen Alltags­szenen ver­gange­ner Jahr­zehnte nach. Auch der burgen­ländi­sche Musiker Tony Wegas hat seine per­sön­lichen Erfah­rungen ein­ge­bracht. Ziel des Films sei es, einen Teil der fast ver­schwun­denen Roma-Kultur sichtbar zu machen und ein Zeichen gegen Dis­kri­minie­rung zu setzen, betont der Vor­sitzende des Roma-Beirats, Emmerich Gärtner-Horvath. Die Doku­ment­ation „ROMA – Erst wenn ihr ge­worden seid, wie wir sind, dürft ihr sein, wie ihr seid“ soll auf ORF III aus­ge­strahlt werden.

(Beitrag: TV Erba)

Trailer „Brazilok“ (2017)

April 7th, 2026  |  Published in Film & Theater, Sport

Spielfilm, 92 Min., Ungarn 2017
Regie: Csaba M. Kiss, Gábor Rohonyi

„Brazilok“ ist eine ungarische Komödie, die die Geschichte einer kleinen Dorf-Fußball­mann­schaft erzählt, die aus Roma-Spielern besteht und un­erwar­tet zur Teil­nahme an einem inter­natio­nalen Turnier in Brasilien ein­geladen wird. Mit Humor und einer Reihe unterhaltsamer Missverständnisse beleuchtet der Film Themen wie Identität, Würde, Gemeinschaft und Hoffnungen. Die Geschichte entfaltet sich zwar als unbeschwerte Komödie mit satirischen Elementen, ist aber zugleich zutiefst herzerwärmend und vermittelt letztlich eine positive Botschaft über Inklusion, Solidarität und die Kraft der Gemeinschaft.

(Text: Opre Roma Month)

Facts & Figures (575)

Januar 31st, 2026  |  Published in Facts & Figures, Film & Theater

Die Figur des Roma-Hof­nar­ren, darge­stellt von ver­sklav­ten Ro­ma, ist ein prä­gen­des Ele­ment des frü­hen ru­mä­ni­schen The­a­ters.

(Quelle)

Sleepless City (Ciudad sin sueño)

Dezember 1st, 2025  |  Published in Film & Theater, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

Regie: Guillermo Galoe, ES/FR 2025, 97 min, OmeU

Eröffnungsfilm des Wiener Festivals „This Human World“ (27.11. bis 6.12.2025)
Nächste Vorführung: 4.12.2025, 21:00 Uhr, Schikaneder Kino

Aus dem Festivalprogramm:

Der Film von Guillermo Galoe begleitet den fünf­zehn­jähri­gen Toni, der mit seiner Familie im größten illegalen Sied­lungs­gebiet Europas, am Rande Madrids, lebt. Fest ver­wurzelt in der Gemein­schaft der Schrott­händler, folgt er seinem Groß­vater auf Schritt und Tritt. Doch als die drohen­den Abriss­bagger immer näher rücken, steht Toni vor einer Ent­scheidung zwi­schen Loyalität, Verlust und der Hoffnung auf ein anderes Leben. Es ist nicht nur ein Film über familiäre Bin­dungen und Identität sondern auch über Freund­schaft und Liebe, erzählt aus der Per­spek­tive des Jungen Toni, der voller Tatendrang, aber zerrissen zwischen zwei Welten ist. Mit einer expres­siven Bildsprache und be­merkens­werter Sensibilität beleuchtet Sleepless City soziale Ungleich­heiten und den Kampf um Würde in einer Welt, die am Rand der Auf­merksam­keit existiert.

„Obeť“ / „Opfer“ (2022) jetzt auf ARTE

November 7th, 2025  |  Published in Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte

Spielfilm von Michal Blaško (99 Min., D/SK/CZ 2022)
Buch: Jakub Medvecký. Mit Igor Chmela, Gleb Kuchuk, Vita Smachelyuk

→Online auf ARTE.tv bis 1. April 2026

Der Sohn einer Ukrainerin in einer tschechischen Kleinstadt wird zu­sammen­geschla­gen, der Verdacht fällt auf drei Roma-Jungen. Wäh­rend die Polizei er­mittelt, erfährt die Mutter, dass ihr Sohn ge­logen hat. Um ihre Ein­bürge­rung nicht zu ge­fährden, ver­heimlicht sie die Wahrheit. Bald dient der Fall als Vorwand für eine politi­sche Kam­pagne.

(Text: Programminfo ARTE.tv)

Lala (Trailer)

September 9th, 2025  |  Published in Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte

Ein Film von Ludovica Fales, Italien 2023, 83 min (Website)

Die jungen Romnja Lala, Samanta und Zaga kämpfen in Italien um An­er­ken­nung — ein Land, das sie trotz ihrer Geburt dort nicht als Staats­bür­gerin­nen an­erkennt. Lala, junge Mutter und Teenagerin, navigiert zwischen familiären Traditionen und der urbanen Realität. Im Film ver­schmilzt diese Figur mit Samanta, der Laien­dar­stellerin, die sie spielt, und mit Zaga, der realen Inspi­rations­quelle der Geschichte. In einem Wechsel­spiel von Realität und Fiktion entsteht ein Manifest, das die Stimmen vieler vereint und die Kämpfe und Hoffnun­gen einer Generation mit ver­weigerten Rechten wider­spiegelt.

(Text: Festival This Human World, Wien 2024)

„Liuben“ (Trailer)

August 26th, 2025  |  Published in Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte

Liuben, Spielfilm von Venci Kostov, 109 min, BG/ESP 2023
Drehbuch und Regie: Venci Kostov. Mit Bojidar Iankov Asenov und Dimitar Nikolov; Kamera: Fran García Vera; Schnitt: Marta Velasco; Musik: Sergio de la Puente; Pro­du­zen­ten: Antonio Hens; Miguel Torrente

In einem konservativen bulgarischen Bergdorf, in dem viele Vor­urteile herr­schen, ent­steht eine inten­sive Sommer­romanze zwi­schen zwei jungen Männern aus ganz unter­schied­lichen Welten. Victor lebt eigent­lich ein glück­liches Leben in Madrid mit seinem Partner José. Zur Beerdi­gung seines Groß­vaters kehrt er aller­dings in sein bulga­risches Heima­tdorf zurück und be­schließt, den Sommer dort zu ver­bringen. Während er sich mit seinem Vater und der dörflichen Lebens­weise seiner Heimat nach und nach wieder an­freundet, findet er plötz­lich eine un­erwar­tete Liebe in Liuben, einem 18-jährigen Roma-Jungen. Trotz ihrer Unter­schiede und den vielen Kon­flikten um sie herum finden Victor und Liuben Zuflucht und Geborgen­heit mit­einan­der. Doch hat diese Liebe eine Zukunft? LIUBEN ist der erste offi­zielle LGBTQ+-Film aus Bulgarien.

(PR-Text: Pro-Fun Media)

Filmarchiv: „Zigeuner in Österreich“ (1954)

August 24th, 2025  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken

Screenshot, Zwischentitel im Film, 1954 (Filmarchiv Austria)→zum Streaming (Filmarchiv Austria) 19:50 min

Diese 1954 von der Staatlichen Filmstelle produzierte Doku­men­tation mit wissen­schaft­lichem Anspruch zeigt das Leben der Roma und Sinti im Burgenland. Auch nach dem Krieg zählen sie zu den mar­gina­lisier­ten Volks­grup­pen. Por­trätiert wird eine Roma-Siedlung in Mörbisch sowie die fah­renden Sinti, die damals teilweise noch mit Pferde-Fuhr­werken von Ort zu Ort unter­wegs sind. Dass die beiden Volks­grup­pen von den Nazis verfolgt wurden, mit dem Ziel diese aus­zu­löschen, bleibt im Film un­erwähnt.

Aus der Sammlung „Historische Filmdokumente“ des Filmarchiv Austria: Jede Woche werden neu restau­rierte histo­rische Film­doku­mente aus über 120 Jahren Kultur- und Zeit­geschichte aus der Samm­lung des Filmarchiv Austria prä­sentiert.

Originaltitel: Zigeuner in Österreich (Österreich 1954)

Kamera: Dr. Walter Dostal, Ton­auf­nah­men: Herbert Melichar, Pro­duk­tions­firma: S.H.B.-Film (Bundes­staat­liche Haupt­stelle für Lichtbild und Bildungs­film, Wien), Quelle: 16-mm-Po­si­tiv, Samm­lung Film­archiv Austria, restau­rierte Fassung, © Film­archiv Austria, 2025

(Filmarchiv Austria)

Anmerkung der dROMa-Redaktion:

Joschi, der Bub im Film, verstarb Anfang Juni in Wien. Wir spre­chen seiner Fa­milie unser herz­li­ches Beileid aus!

Frischno dschumintschago: Tatort taj Talkshows

August 12th, 2025  |  Published in Film & Theater, Literatur & Bücher, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft, dROMa (Magazin)

Roma ando dikipe – Katharina Peters: Das deutsche Fernsehen und der Fall ,Rassismus‘. Mediale Inszenierungen von Sinti und Roma im Tatort und in politischen Talkshows (= Edition DISS, 46), falog Unrast: Münster 2021, 164 riktscha.Aktujeli kenvi pedar Romengere-kipi ando mediji


So o avre dschene patschan, pedar o Roma te dscha­­nel, tschak tschu­lo upre aj­ge­ni kon­tak­tos­ke­re ter­dschi­jip­tscha pal dschal, hatek tschak fa­mit­lim hi – ha­misch­no dscha­nipe andar o me­diji, pherde ne­ga­tivi kipen­ca, save ojs tscha­tschip­tscha ar dim on. O ande tele­visa taj ande komik­tscha use ledschi­me Romen­ge­re-si­kajip­tscha akan duj kenvi andar i Ger­­mani­ja aun pu­men­ge dikle.

Falato 1: Tatort taj Talkshows

Katharina Peters: Das deutsche Fernsehen und der Fall ,Rassismus‘. Mediale In­­sze­­nie­­run­­gen von Sinti und Roma im Tatort und in poli­ti­­schen Talk­­shows (= Edi­tion DISS, Bd. 46), falog Unrast: Münster 2021, 164 rik­tscha.

Sar adala medijali sikajiptscha le Romendar ande prin­dscharde for­matscha la nimtsch­ka televisatar naschen, jek sani kenva la „edicijo­natar DISS“ aun peske dikel. I Katharina Peters, adaj minden­feli­tike Polit-Talk­showen­ca taj ofto „Tatort“-se­rijen­ca donde pe bescharel: usar „Armer Nanosh“ (1989) taj „Kleine Diebe“ (2000) pedar o Betschi-krimi „Die schlafende Schöne“ (2005), „Brandmal“ (2008) „Mein Revier“ (2012) taj „Angezählt“ (2013) dschi otscha use „Mia san jetz da, woʼs weh tut“ (2016) taj „Klinge­lingeling“ (2016).

Taj oj mindig uso glajchi koja perel: O butvar sterejoti­pischi sikajipe rasis­tischi aun fitime kipi anel, save jek kon­trasto le „ajgeni kojastar“ taj le „durutne kojastar“ soral­jaren. Adaj te o tschule latsche proba­lin­tschage, ando krimis­kero phukajipe te rasismus te tema­tisirinel, hatek nischta naschtig keren. Read the rest of this entry »

Druckfrisch (1): Tatort und Talkshows

August 11th, 2025  |  Published in Film & Theater, Literatur & Bücher, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft, dROMa (Magazin)

Roma im Visier - Buchcover von: Katharina Peters: Das deutsche Fernsehen und der Fall ,Rassismus‘. Mediale Inszenierungen von Sinti und Roma im Tatort und in politischen Talkshows (= Edition DISS, Band 46), Unrast Verlag: Münster 2021, 164 Seiten.Aktuelle Bücher über Roma-Bilder in den Medien


Was die Mehrheitsgesellschaft über Roma zu wissen glaubt, basiert nur selten auf eigenen Kontakt­er­fah­run­gen, son­dern ist in der Regel ver­mit­telt – ver­meint­li­ches Wissen aus den Medien, voller ne­ga­ti­ver Bilder, die als Wahr­heiten aus­ge­ge­ben wer­den. Die in TV und Comics kol­por­tier­ten Roma-Dar­stel­lun­gen be­han­deln nun zwei Pub­li­ka­tio­nen aus Deut­schland.

Teil 1: Tatort und Talkshows

Katharina Peters: Das deutsche Fernsehen und der Fall ,Rassismus‘. Mediale In­sze­nie­run­gen von Sinti und Roma im Tatort und in poli­ti­schen Talk­shows (= Edi­tion DISS, Bd. 46), Unrast Verlag: Münster 2021, 164 Seiten.

Wie diese medialen Inszenierungen von Roma in populären Formaten des deut­schen Fern­sehens funktio­nieren, unter­sucht ein schmaler Band der „Edition DISS“. Katharina Peters knüpft sich darin diverse Polit-Talk­shows und acht „Tatort“-Fol­gen vor: von „Armer Nanosh“ (1989) und „Kleine Diebe“ (2000) über den Wien-Krimi „Die schlafende Schöne“ (2005), „Brandmal“ (2008) „Mein Revier“ (2012) und „Angezählt“ (2013) bis zu „Mia san jetz da, woʼs weh tut“ (2016) und „Klinge­linge­ling“ (2016).

Und sie gelangt zum immer gleichen Fazit: Die vorwiegend stereotype Inszenie­rung trans­portiert rassistisch auf­gela­dene Bilder, die einen Gegen­satz von „Eigenem“ und „Frem­dem“ etablie­ren. Dagegen bleiben auch die wenigen vor­sichtigen Versuche, in­ner­halb der Krimi­erzählung auch Rassismus zu thema­ti­sieren, letzten Endes machtlos.

Fiktionale und nicht-fiktionale Formate, „Tatort“ und Talkshows, spielen einander wechsel­seitig in die Hände, um ihre Roma-Bilder zu konstru­ieren. „Die fiktional pro­duzier­ten Ressen­timents [werden] im realen politischen Diskurs auf­ge­griffen und vice versa.“ (S. 12) Mit Bezug auf reale Ereig­nisse und tages­politische Debatten skiz­ziert Peters, wie sich so auch der Fokus der Roma-Dar­stellun­gen verschiebt: Read the rest of this entry »

„Die Retter“: Uraufführung in Oberwart

März 3rd, 2025  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken

Rohonczy (BIld: Programminfo OHO)Rohonczy, Kautz, Niczky – drei Menschen aus dem Mittel­burgen­land

Theaterstück von Katharina Tiwald und Peter Wagner: Urauf­füh­rung im Offe­nen Haus Oberwart am 13. März 2025

Das Magazin Profil beschrieb 1995 den in Mitterpullendorf/ Kö­zép­pulya an­sässigen Baron György Gedeon Rohonczy als den „burgen­ländi­schen Oskar Schindler“. Er soll 121 Roma aus dem sog. „Zigeu­ner-An­halte­lager Lackenbach“, von dem Roma in Kon­zentra­tions­lager, andere Sammel­lager oder Ver­nich­tungs­lager deportiert wurden, da­durch ge­rettet haben, dass er sie als Ernte­arbeiter auf seinem Guts­hof anstellte, und zwar nicht nur Männer, sondern ganze Familien, also auch Frauen und Kinder. Teil­weise er­mög­lichte er ihnen die Flucht nach Ungarn. Seinem Beispiel folgten der Guts­pächter Ernst Kautz aus Unterpullendorf/ Dolnja Pulja und Graf Ladislaus Niczky aus Nebersdorf/ Šuševo, die beide mit Rohonczy befreun­det waren. Roma, die auf diese Weise über­lebten, be­zeugten nach dem Krieg die lebens­rettende Tätig­keit der drei Männer. Einer von ihnen, Ernst Kautz, wurde selbst von betrof­fenen Roma gerettet, als die russischen Besatzer ihn exe­kutieren wollten.

Das Stück:

„DIE RETTER – Rohonczy, Kautz, Nitzky – Drei Menschen aus dem Mittelburgenland“ dis­kutiert im Stile eines Doku-Dramas die Frage, inwie­weit diese drei Personen tat­sächlich als Lebensretter, wenn nicht gar Helden im Sinne eines passiven Widerstandes gegen ein mör­deri­sches Regime zu bewerten sind. Dabei treten durch Interviews, die mit Men­schen unter­schied­lichs­ter beruflicher und geistiger Orien­tie­rung vor Kamera geführt wurden, differen­zierende Ein­schätzun­gen und Be­wertun­gen zutage, die auch unsere heute Be­zie­hung zu zivilem Un­gehorsam sowie identitäts­politische Fragen the­ma­tisieren.

Parallel dazu entspinnt sich der von Katharina Tiwald verfasste fiktive Dialog zwischen einem Ehepaar, das zur Ge­burtstags­feier des 90-jährigen Anton (Toni), eines Lackenbach- und KZ-Über­lebenden aus der Volks­gruppe der Roma, ein­ge­laden ist. Read the rest of this entry »

Hanau – Eine Nacht und ihre Folgen

Februar 22nd, 2025  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Vor fünf Jahren, am 19. Februar 2020, er­mordete ein At­ten­tä­ter in Hanau in Deutschland neun Men­schen aus rassis­ti­schem Hass. Drei der Opfer, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov und Vili-Viorel Păun, waren Roma.

Der Mörder kam aus der Nachbarschaft: Er erschoss neun junge Men­schen aus rassis­ti­schen Motiven. Über­leben­de und An­ge­hörige be­rich­ten, wie sie die Tat­nacht und die Monate da­nach erlebt haben und wie sie sich gegen die Logik des Täters wehren, der sie zu Fremden in ihrer eige­nen Heimat machen wollte. Seit jener Februar­nacht kämpfen sie um das An­denken der Opfer und um die Auf­klärung des Ge­sche­he­nen. Und sie stellen viele drän­gende Fragen zur Tatnacht und zum Täter, die ihnen bis­lang nie­mand be­ant­worten wollte.

(Film und Text: HR/ARD Mediathek)

„Carmen“ im Berliner Gorki-Theater

Februar 1st, 2025  |  Published in Film & Theater, Musik

Carmen (© Ute Langkafel MAIFOTO)Gorki Theater in Berlin | Nach Georges Bizet und Henri Meilhac, Ludovic Halévy | Regie: Christian Weise | Musikalische Leitung und Arrangements: Jens Dohle | Mit Texten von Riah Knight, Lindy Larsson

Die britische Sängerin, Songwriterin und Schau­spiele­rin Riah Knight, die das Gorki-Pub­li­kum seit ihrem Auftritt 2017 in Roma Armee immer wieder be­geistert, schreibt über Carmen: „Die Roma-Gemeinschaft hat eine toxische Beziehung zu Carmen: Als eine unse­rer wenigen Ikonen, die die Jahr­hun­derte über­dauert haben, erfüllt sie jedes Stereo­typ, das jemals über uns Roma kur­sierte. Sie ist gewalt­tätig, rüpelhaft, un­gezähmt, heiß­blütig, leiden­schaftlich, diebisch, tanzt und singt sich als schwarz­haarige Femme fatale bar jeder Moral in die Betten der Männer. Und doch wird sie geliebt. Sie ist eine Wider­stands­figur, ein Symbol der Freiheit gegen die Kon­formi­tät, eine Ver­weige­rung der Opfer­rolle. Und letz­tlich das Porträt einer Frau, die ihrer Zeit voraus war.“

Am Gorki wird nun eine neue »Carmen« in einer einzi­garti­gen Dar­bietung von Lindy Larsson zu sehen sein. Larsson be­geisterte genau wie Knight bereits in Roma Armee. In der In­szenie­rung von Christian Weise wird Carmen zu einem queer-in­ter­sektio­na­len und burles­ken Stück Musik­theater. Ein neues musikali­sches Arrange­ment von Jens Dohle mit dem bedeu­ten­den Akkor­deonis­ten Dejan Jovanović re-appro­pri­iert die durch Bizet an­nek­tierten Elemente der Roma-Kultur und führt diese auf ihre Ent­stehungs­kon­texte zurück.

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Koportos – ein schäbiges Begräbnis (1979)

Dezember 10th, 2024  |  Published in Film & Theater

FIlstill aus "Koportos"Spielfilm von Livia Gyarmathy
79 min. (H/BRD, 1979)

→Streaming (nur ungarisch)

Ein Rom will seiner verstorbenen Frau ein stan­des­ge­mäßes Be­gräb­nis aus­rich­ten, schei­tert je­doch an der Igno­ranz und Geld­gier der Leute im Dorf.

Der Rom Mihály Balog schuftet in Budapest bei einer Straßen­bau­bri­gande, als ihn aus seiner Heimat­siedlung die Kunde ereilt, dass seine Frau ge­stor­ben ist. Sein Wunsch, ihr ein wür­diges Begräbnis aus­zu­richten, scheitert an der Igno­ranz und Geldgier der Leute im Ort. Aus dem wür­digen wird ein schä­biges Begräbnis, von dem nie­mand Notiz nehmen will. Nur die ehe­mali­gen Lieb­haber der Ver­stor­benen be­ob­ach­ten die Be­erdi­gung aus siche­rere Distanz. Mihály kehrt der Siedlung den Rücken …

Der Film bietet überaus realistische Einblicke in das All­tags­leben der ungarischen Roma in den sieb­ziger Jahren.

Regie: Livia Gyarmathy | Drehbuch: József Balázs, Livia Gyarmathy | Ka­me­ra: Ferenc Pap | Schau­spieler: Ferenc Bencze, Ferenc Bogdán, János Bán, Jirí Menzel, Mihály Rostás

(Text: Filmarchiv Austria)