September 30th, 2026 |
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Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Jan Ort: The Roma as Agents of the “G*psy Question”. Belonging, Mobility and the Resettlement Policy in Socialist Czechoslovakia, Karolinum Press: Prague 2024.
Open Access: →zum Download [CC-BY-4.0]
Das Buch untersucht die Assimilationspolitik des kommunistischen Regimes in der Tschechoslowakei der 1960er-Jahre, die durch die Zwangsumsiedlung tausender Roma-Familien deren Lebensweise zerstören sollte. Statt nur die staatliche Perspektive einzunehmen, beleuchtet der Autor die konkrete Umsetzung vor Ort und stellt die Erfahrungen sowie die Handlungsfähigkeit der Roma selbst in den Mittelpunkt, die die staatlichen Maßnahmen oft auch für ihre eigenen Lebensstrategien nutzten.
Verlagsbeschreibung (Karolina Press):
The story of Romani people in communist Czechoslovakia has long been framed by a discriminatory policy of assimilation, and thus by fatal interventions into Romani family ties and their broader socio-cultural systems. Paradoxically, such a narrative failed to satisfactorily integrate the perspective of the Roma themselves, who often associated the same period with an unprecedented experience of social inclusion and material security. In his book, Jan Ort examines the state policy that in the mid-1960s aimed at the definitive elimination of “G*psy backwardness” through the placement of thousands of Roma families in non-Roma society, thus becoming a symbol of the social engineering interventions of the communist regime in the lives of Czechoslovak Roma. In contrast to the predominant focus on the perspective of state authorities, the author seeks to map the practice of this policy in specific places, with an emphasis on the experiences and agency of the Roma themselves, especially those who had their homes in eastern Slovakia. Read the rest of this entry »
September 29th, 2026 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 23.9.2026 (Radio MORA)
In dieser „Romani Ora“ hören Sie einen Beitrag über den dritten Schmankerltag, der im Oberwarter Stadtgarten abgehalten wurde. Außerdem hören Sie auch die zweisprachigen Volksgruppennachrichten. Durch die Sendung begleitet Sie Susanne Horvath.
Anhören: →Sendung vom 24.9.2026 (Radio MORA)
Die „Romani Ora“ live aus dem Volksgruppenhaus in Oberwart, moderiert von Tina Nardai. Im Interview hören Sie Eva Breineder aus Oberwart. Sie ist auf Perücken und Zweithaarersatz vor allen nach medizinischen und gesundheitlichen Vorfällen spezialisiert.
Anhören: →Sendung vom 25.9.2026 (Radio MORA)
Die Grüne Akademie Steiermark lud zu einer Exkursion nach Oberwart und Rechnitz ein. Im Mittelpunkt standen das Schicksal der Roma und Sinti sowie die Erinnerung an die historischen Ereignisse, die sich während der NS-Zeit in der Region zugetragen haben. Am Mikrofon begrüßt Sie Susanne Horvath.
Anhören: →Sendung vom 28.9.2026 (Radio MORA)
Im „Romani Ora“-Musikmontag bekommen Sie die vielfältigsten Roma-Songs im Mix mit den zweisprachigen Volksgruppennachrichten (Deutsch/Burgenland-Romani). Die Sendung wird Ihnen von Tina Nardai aus dem Haus der Volksgruppen in Oberwart präsentiert.
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September 28th, 2026 |
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Einrichtungen, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Tschibtscha | 28.9.2026 | 8:50 min
Neues Kultur- und Begegnungszentrum in Oberwart eröffnet
Le pradipeha le kherestar le flogoskere grupnendar Burgenland uschtidel o Burgenland jek barikano than le arparujipestar taj le kutureli khetanipeske. O aguno internat Erbate umbaunim ulo taj akan jek baro kher, seminarakere khera, jek biblijoteka, biros, kherodaschengere khera, jek bistro sar bisch atschipeskere khera, kerde ule. Telel jek hibo butschalinen akan o burgenlanditiko ungriko kulturakero farajn, o horvacko kulturakero farajn, Roma-Service, i flogoskeri utschi ischkola le Romendar, i flogoskeri utschi ischkola le ungrikendar, sar Radijo MORA. O khetano kher buteder te ol sar jek beschipe le folgoskere grupnengere organisacijendar. O kher le flogoskere grupnendar Burgenland pe ojs tschivdo than te hajol, kaj manuscha khetan te peren, kultura tertedschin taj khetan o mindenfelitiko le Burgenlandistar te sikan.
Mit der Eröffnung des „Hauses der Volksgruppen Burgenland“ erhält das Burgenland einen einzigartigen Ort des Austauschs und des kulturellen Miteinanders. Das ehemalige Internat in Oberwart wurde umfassend umgebaut und beherbergt nun einen Veranstaltungssaal, Seminarräume, eine Bibliothek, Büros, Gästezimmer, ein Bistro sowie 20 Wohnungen. Unter einem Dach arbeiten künftig der Burgenländisch-Ungarische Kulturverein, der Kroatische Kulturverein im Burgenland, Roma-Service, die Volkshochschule der Roma, die Volkshochschule der Ungarn sowie Radio MORA zusammen. Das gemeinsame Haus soll dabei weit mehr sein als ein Sitz für Volksgruppenorganisationen. Das Haus der Volksgruppen Burgenland soll sich als lebendigen Ort verstehen, an dem Menschen einander begegnen, Kultur erleben und gemeinsam die Vielfalt des Burgenlandes gestalten können. Read the rest of this entry »
September 28th, 2026 |
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Film & Theater, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV
Junge Roma in Berlin – zwischen Herkunft und Zukunft
rbb Doku/Echtes Leben, Reportage von Nadja Tenge, Deutschand 2026
Erstsendung: 5.8.2026 (Das Erste), Bild: rbb
Wer sind die Sinti und Roma in unserer Gesellschaft, denen tief verwurzelte Vorurteile und Antiziganismus entgegenschlagen? Wir begleiten junge Roma, die mit Stereotypen aufräumen und für Selbstermächtigung einstehen; oft im Spagat zwischen Erbe, Identität und den Herausforderungen als Minderheit. Ihr Lernen, Arbeiten und Handeln sind angetrieben vom Ziel gelebter Vielfalt und echter Zugehörigkeit.
(Video und Text: rbb Doku)
September 26th, 2026 |
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Veranstaltungen & Ausstellungen
Vergangenen Samstag fand in der Innsbrucker „Kulturbackstube – die Bäckerei“ der 10. Jenische Kulturtag statt. Im Mittelpunkt des Programms stand der 2006 verstorbene Tiroler jenische Aktivist und Autor Romed Mungenast.
Der zehnte Jenische Kulturtag fiel mit gleich mehreren Jahrestagen zusammen. Zum zehnten Mal traten die Jenischen Kulturtage gegen das Vergessen an und machen jenische Gegenwart und Vergangenheit sichtbar. Vor zwanzig Jahren starb Romed Mungenast, der erste Jenische in Österreich, der sich öffentlich zu seiner Herkunft bekannte — sein Wirken prägt die Beschäftigung mit jenischer Geschichte in Tirol bis heute. Vor fünfundzwanzig Jahren erschienen die von ihm herausgegebenen „Jenischen Reminiszenzen“, in denen jenische Stimmen erstmals selbst zu Wort kamen. Und vor fünfunddreißig Jahren wurde die Initiative Minderheiten gegründet, aus deren Arbeit auch das Jenische Archiv und die Kulturtage hervorgingen. Vier Jubiläen, ein gemeinsamer Faden: das Eintreten für Sichtbarkeit, Anerkennung und Selbstbestimmung.
Präsentation Buch „Jenische Reminiszenzen“
Als 2001 die „Jenischen Reminiszenzen“ erschienen, kamen darin erstmals jenische Stimmen in gebündelter, gedruckter Form zu Wort — gesammelt und herausgegeben von Romed Mungenast. Fünfundzwanzig Jahre später erscheint das Buch neu. Die Herausgeber*innen Heidi Schleich und Michael Haupt stellten die Ausgabe vor und sprachen über das, was sie damals wie heute leistet: jenische Erfahrung nicht über die Betroffenen, sondern von ihnen selbst erzählen zu lassen. Die Autorin Simone Schönett last aus ihren Beiträgen „Auf den Spuren jenischer Frauen“ und „Nachruf auf Romed Mungenast“. Read the rest of this entry »
September 24th, 2026 |
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Facts & Figures, Wissenschaft
Anders als die sonstige spanische Bevölkerung (11 %) stammen die iberischen Roma genetisch nur zu 2–3 % von nordafrikanischen Vorfahren ab.
(Quelle)
September 22nd, 2026 |
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Ehrungen & Nachrufe, Film & Theater
Kino-Visionär der Roma: Regisseur Tony Gatlif mit 77 Jahren gestorben
Arles/Frankreich: Der französische Filmregisseur, Drehbuchautor und Komponist Tony Gatlif ist am 2. September 2026 im Alter von 77 Jahren in seiner Heimatstadt Arles in Südfrankreich verstorben. Er erlag den Folgen „eines gesundheitlichen Problems“, während er an einem historischen Filmprojekt arbeitete. Dies gab seine Familie der Agentur AFP bekannt. Mit seinem Tod verliert die europäische Filmkunst die kraftvolle und poetische Stimme der Roma im Kino. „Die Schönheit seiner Filme, seine Großzügigkeit, seine Lebensfreude, seine Poesie und seine Liebe zur Musik werden für immer in unserem Herzen bleiben“, betont seine Familie in ihrer Erklärung und wünscht ihm „latcho drom“ – „gute Reise“ auf Romanes und Titel eines seiner bekanntesten Filme.
Vom Straßenkind zum Cannes-Gewinner
Geboren wurde Gatlif am 10. September 1948 als Michel Dahmani im damals französischen Algier als Sohn eines Kabylen und einer Romni. Diese Herkunft prägte sein ganzes späteres Schaffen. Read the rest of this entry »
September 22nd, 2026 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 18.9.2026 (mp3)
Lesen und Schreiben sind für die meisten von uns selbstverständlich. Doch für viele Menschen sind sie im Alltag eine große Herausforderung. Rund um den Weltalphabetisierungstag machen die Burgenländischen Volkshochschulen auf dieses wichtige Thema aufmerksam. Am Mikrophon Susanne Horvath.
Anhören: →Sendung vom 21.9.2026 (mp3)
Im „Romani Ora“-Musikmontag hören Sie neben der vielfältigsten Roma-Musik wie gewohnt auch die zweisprachigen Volksgruppennachrichten auf Deutsch und Burgenland-Romani.
Anhören: →Sendung vom 22.9.2026 (Sendungsübersicht Radio MORA)
In dieser Ausgabe der „Romani Ora“ berichten wir über den bekannten Kinderliedermacher Bernhard Fibich (Website). Er war im EO-Einkaufszentrum in Oberwart und hat das Publikum gerockt. Susanne Horvath hat den quirligen Musiker zum Interview getroffen. Durch die Sendung führt Tina Nardai.
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September 21st, 2026 |
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Facts & Figures
Im 16. Jh. wurde bei Enns eine Gruppe fahrender Roma hingerichtet, weil man glaubte, sie hätten ein verschwundenes Kind entführt und in einen Bären verwandelt.
(Quelle)
September 19th, 2026 |
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Ehrungen & Nachrufe, Film & Theater, Frauenrechte, Rassismus & Menschenrechte
Festivalerfolg für die rumänische Roma-Filmemacherin Alina Șerban bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig: Ihr Langfilmdebüt „I Matter“ (Originaltitel: Eu contez) erhielt den Publikumspreis der Sektion Venice Spotlight.
2021 machte die rumänische Autorin und Schauspielerin Alina Șerban mit ihrem Kurzfilm „I Matter“ auch als Regisseurin auf sich aufmerksam; sie selbst spielte die Hauptrolle. Nun präsentierte Șerban ihr gleichnamiges, aus dem Kurzformat weiterentwickeltes Langfilmdebüt, für das sie sich nun gänzlich hinter die Kamera zurückzog. Am 8. September feierte der Spielfilm seine Weltpremiere bei den 83. Internationalen Filmfestspielen in Venedig. Damit ist Alina Șerban, nach dem französischen Cannes-Preisträger Tony Gatlif (1948–2026), die erste Roma-Regisseurin, deren Film in die offizielle Auswahl eines der weltweit bedeutendsten A-Filmfestivals aufgenommen wurde – und sie wurde prompt mit dem wichtigsten Publikumspreis des Festivals ausgezeichnet.
Bei der Abschlussgala mi Palazzo del Cinema am Lido nahmen Șerban und Produzentin Ada Solomon vergangenen Samstag den von Armani Beauty gestifteten Audience Award entgegen, der in der Sektion Venice Spotlight vergeben wird.
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September 18th, 2026 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 14.9.2026 (mp3)
Hören Sie nun eine Stunde lang die schönsten Roma-Lieder und lassen Sie sich von den besonderen Klängen und Melodien verzaubern. Durch den Musikmontag der „Romani Ora“ begleitet Sie Susanne Horvath.
Anhören: →Sendung vom 15.9.2026 (mp3)
Die Dienstagsausgabe der „Romani Ora“ wird Ihnen präsentiert von Tina Nardai aus dem Volksgruppenhaus in Oberwart. Im Tagesthema erwartet Sie ein Interview mit den „Notfall Ninjas Großpetersdorf“, eine Jugendgruppe des Roten Kreuzes Burgenland.
Anhören: →Sendung vom 16.9.2026 (mp3)
In unserem neuen Tagesbeitrag richten wir den Blick auf ein zentrales Thema unserer Gesellschaft: die gesellschaftliche Anerkennung der Roma in Österreich. Dazu haben wir uns einen profunden Kenner der Materie ins Gespräch geholt – den Historiker und ehemaligen Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes, Dr. Gerhard Baumgartner. Durch die Sendung führt Tina Nardai.
Anhören: →Sendung vom 17.9.2026 (mp3)
Im Tagesbeitrag dieser Sendung geht es um Literatur, Begegnung und ein bisschen Zeit zum Zuhören – genau darum geht’s nämlich bei den Literaturtagen in Kohfidisch. Wenn Bücher lebendig werden, Autorinnen und Autoren ihre Geschichten mitbringen und aus Worten plötzlich Bilder im Kopf entstehen, dann ist wieder Literaturzeit in Kohfidisch. Am Mikrophon Susanne Horvath.
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September 15th, 2026 |
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Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte
In Italien leben 11.100 Sinti/Roma (Stand: April 2025) in ethnisch abgetrennten Siedlungen und Camps. 2016 waren es noch mehr als doppelt so viele.
(Quelle)
September 12th, 2026 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 8.9.2026 (mp3)
Die 55. Inform in Oberwart (Website) ist erfolgreich über die Bühne gegangen. Zum Jubiläum präsentierten zahlreiche regionale Aussteller, aber auch Unternehmen über die Grenzen des Burgenlands hinaus, ihre Produkte und Leistungen. Ein vielfältiges Angebot und großes Publikumsinteresse machten die Jubiläumsausgabe zu einem gelungenen Event. Am Mikrophon Susanne Horvath.
Anhören: →Sendung vom 9.9.2026 (mp3)
Seit 2021 gibt es im Burgenland die Initiative „Erinnerungszeichen“ – eine Zusammenarbeit der Israelitischen Kultusgemeinde, des Landes Burgenland und des Vereins RE.F.U.G.I.U.S. Ziel ist es, jüdische Friedhöfe zu erhalten und damit ein wichtiges Stück jüdischer Geschichte und Kultur im Burgenland zu bewahren. Durch die Sendung führt Susanne Horvath.
Anhören: →Sendung vom 10.9.2026 (mp3)
Der 20-jährige Maximilian Fassl betreibt in Oberwart und Neckenmarkt einen Metall- und Schrotthandel. Vom Schrott zum Wertstoff; der „Schrottmaxl“ im Gespräch mit Radio MORA in der neuen „Romani Ora“. Dazu präsentiert Ihnen Tina Nardai die abwechslungsreichste Roma-Musik.
Anhören: →Sendung vom 11.9.2026 (mp3)
In der Freitagsausgabe der „Romani Ora“ berichten wir über das neue Herbst- und Winterprogramm der Burgenländischen Volkshochschulen. Dazu erhalten Sie einen vielseitigen Veranstaltungskalender und die ausgewählte Roma-Musik. Die Sendung wird moderiert von Tina Nardai.
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September 10th, 2026 |
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Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Alarmierendes, aber medial und politisch kaum thematisiertes Detail aus der neuen Umfrage des Österreichischen Integrationsfonds: Etwas mehr als die Hälfte der Menschen in Österreich gibt an, es würde sie „stören“, wenn sie Roma oder Sinti als Nachbarn hätten. Damit sind Roma und Sinti – nach Asylwerbern – die in Österreich am stärksten abgelehnte Gruppe.
Am Dienstag präsentierte Integrationsministerin Claudia Bauer gemeinsam mit dem Sozialwissenschaftler Rudolf Bretschneider die Ergebnisse der neue Integrationsumfrage des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF), die nun unter dem Titel „Was denkt Österreich?“ als Bericht vorliegen. Die österreichweite Meinungsumfrage wurde bereits zum vierten Mal unter der inhaltlichen Leitung Rudolf Bretschneiders durchgeführt. Umgesetzt wurde die aktuelle Befragung vom Meinungsforscher Peter Hajek. Die Erhebung analysiert die Einstellungen der österreichischen Wohnbevölkerung zu den Themen gesellschaftlicher Zusammenhalt, Migration und Integration.
Wenn Sie folgende Nachbar/innen hätten …
Die Frage zu Abb. 20 im Bericht (siehe unten) lautete im genauen Wortlaut: „Wenn Sie folgende Nachbar/innen hätten [Anm. der dROMa-Red.: Asylwerber, Roma, Muslime, Langzeitsarbeitslose etc.] – würde Sie das sehr, eher schon, eher nicht oder gar nicht stören?“
![Roma und Sinti gehören zu den am stärksten abgelehnten Gruppen. Kritik erregten die suggestiv vorgegebenen Antwortoptionen. [Abb. 20 aus: Österreichischer Integrationsfonds (Hg.): ÖIF-Integrationsbefragung 2026. Was denkt Österreich? Einstellungen zu den Themen Integration, Zusammenhalt und Zugehörigkeit mit einem Kommentar von Prof. Dr. Rudolf Bretschneider, Wien 2026] ÖIF 2026, Abb. 20](http://www.roma-service.at/dromablog/wp-content/uploads/2026/09/OeIF-2026-Abb-20.png)
Die Akzeptanz gegenüber Nachbarinnen und Nachbarn variiert in der Bevölkerung stark je nach der jeweiligen Gruppe. Besonders Roma und Sinti stoßen dabei auf massive Vorbehalte: Mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) würde sich durch sie in der Nachbarschaft „gestört“ fühlen (21 Prozent „sehr störend“ und 32 Prozent „eher störend“; 3,1 Prozent Schwankungsbreite). Damit gehört diese Gruppe zu den am stärksten abgelehnten Gruppen. Read the rest of this entry »
September 9th, 2026 |
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Geschichte & Gedenken, Hochschulschriften
Lukas Sperlich (2020): Die Bedeutung des öffentlichen Gedenkens an den Porajmos für RomNija in Österreich
Masterarbeit, Karl-Franzens-Universität Graz, Geisteswissenschaftliche Fakultät, Institut für Geschichte, 114 S.
→Download der UB Graz (pdf)
Abstract (Link):
Roma sind seit den 1990er-Jahren eine von sechs in Österreich offiziell anerkannten Volksgruppen. In den Jahren des Nationalsozialismus wurden sie schrittweise ausgegrenzt und verfolgt, um sie anschließend zu ermorden. Nur ein kleiner Teil überlebte diese Zeit und kehrte zurück. Zuerst jahrzehntelang von der österreichischen Öffentlichkeit geleugnet, wird heute an die Verbrechen erinnert und der Opfer würdevoll gedacht. Welche Rolle ein solches Gedenken für RomNija in Österreich spielt, ist die ausgehende Frage der vorliegenden Arbeit. Diese gliedert sich in zwei Teile: Ein erster Teil versucht, die Gruppe an sich zu dekonstruieren, und hinterfragt ein prinzipielles Zusammengehörigkeitsgefühl von RomNija. Trotz vieler Gemeinsamkeiten kann nicht von Roma im Sinne einer vorgestellten Gemeinschaft gesprochen werden, deren Mitglieder sich miteinander solidarisieren. Vielmehr ist es seit der Bürgerrechtsbewegung der 1980er- und 90er-Jahre eines der Hauptanliegen einer intellektuellen Elite, eine solche Identität zu fördern, um in weiterer Folge die gesellschaftliche und wirtschaftliche Situation von RomNija zu verbessern. In diesem Zusammenhang stehen zumindest teilweise die Bemühungen von österreichischen Vereinen, sich in die europäische Erinnerungslandschaft des Holocausts einzuschreiben. In einem zweiten Teil zeigt die Analyse der zwei Vereinszeitschriften Romano Centro und Romano Kipo unterschiedliche Zugänge zum Gedenken. Beide Vereine lehnen sich einerseits an Narrative der Shoah an, um Teil einer bereits etablierten Erinnerungskultur zu werden, und stellen andererseits ein Bild einer Kontinuität von Diskriminierung her, um mit der Erinnerung an die Gräuel des NS auf die heutige Schlechterstellung aufmerksam zu machen und so Druck auf Mehrheitsbevölkerung und Politik auszuüben, selbige zu verbessern.
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September 8th, 2026 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 2.9.2026 (mp3)
Zu einem Austausch über die Anliegen und aktuellen Herausforderungen der Volksgruppen waren Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner, Grünen-Landtagsklubobfrau Margit Paul-Kientzl und Landtagsabgeordneter Philip Juranich im Haus der Volksgruppen in Oberwart zu Gast. Am Mikrophon begrüßt Sie Susanne Horvath.
Anhören: →Sendung vom 3.9.2026 (mp3)
Der Stadtgarten Oberwart hat sich am vergangenen Mittwochabend in eine stimmungsvolle Freiluft-Bibliothek verwandelt. Bei den „BookTalks“ der AK-Bücherei Oberwart las die oberösterreichische Autorin Lisa-Viktoria Niederberger (Website) unter freiem Himmel aus ihrem Debütroman „Lahea“. Durch die Sendung führt Susanne Horvath.
Anhören: →Sendung vom 4.9.2026 (mp3)
In der Freitagsausgabe der „Romani Ora“ erwarten Sie wie gewohnt der Veranstaltungskalender für die Region Oberwart und die beste Roma-Musik. Außerdem zieht der Oberwarter Fotograf Marvin Auerbäck Resümee über das einjähriges Bestehen seines Fotostudios in der Innenstadt.
Anhören: →Sendung vom 7.9.2026 (mp3)
Im „Romani Ora“-Musikmontag bekommen Sie die vielfältigsten Roma-Songs im Mix mit den zweisprachigen Volksgruppennachrichten auf Deutsch und Burgenland-Romani. Die Sendung wird Ihnen von Tina Nardai aus dem Haus der Volksgruppen in Oberwart präsentiert.
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September 7th, 2026 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Deutschland: Zentralrat Deutscher Sinti und Roma erstattet Strafanzeige gegen AfD-Bundesvorsitzenden Tino Chrupalla
[Foto: Olaf Kosinsky/Wikimedia/CC BY-SA 3.0 DE]
Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma stellt bei der Staatsanwaltschaft Heidelberg Strafanzeige und Strafantrag gegen den AfD-Bundesvorsitzenden Tino Chrupalla wegen Volksverhetzung (§ 130 StGB) und Beleidigung (§ 185 StGB). Anlass ist der Auftritt Chrupallas bei einer AfD-Wahlkampfveranstaltung am 29. August 2026 im Kulturhaus Grimmen (Mecklenburg-Vorpommern). Vor rund 400 Anwesenden nahm er dort Bezug auf den zuvor bekannt gewordenen Fund von Waffen und Munition in einem Wald bei Berlin und erklärte, die Waffen hätten „wahrscheinlich irgendwelche Zigeuner dort verloren, beim Pilzesuchen“. Die Zuhörer im Saal reagierten mit Gelächter und Beifall.
Der Zentralrat ist fassungslos darüber, dass 81 Jahre nach Auschwitz eine gesichert rechtsextreme Partei im Wahlkampf auf zynische Art wieder gegen Sinti und Roma hetzt. Der Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag, Chrupalla, bestätigt einmal mehr das Weltbild seiner Partei, die mit dem Schüren von Angst und dem Verbreiten von Hass gegen Minderheiten, Menschen ausgrenzt und stigmatisiert. In ihrer Ideologie verharmlosen sie die NS-Verbrechen als „Fliegenschiss“ der deutschen Geschichte. Read the rest of this entry »
September 5th, 2026 |
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Facts & Figures, Wissenschaft
Die iberischen Roma (in Spanien bzw. Portugal) weisen eine über zehnmal größere genetische Vielfalt auf als die sonstige Bevölkerung.
(Quelle)
September 4th, 2026 |
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Radijo Romani Ora
Anhören: →Sendung vom 26.8.2026 (mp3)
Das Herbstprogramm der Roma-Volkshochschule in Oberwart (Website) bietet auch dieses Semester abwechslungsreiche und informative Highlights. Von Sprachkursen über Lesungen bis hin zu Gesprächsabenden haben Interessierte die Möglichkeit, die Sprache und Kultur der Roma zu erleben. Ausführlicher berichtet darüber Horst Horvath in der „Romani Ora“ .
Anhören: →Sendung vom 27.8.2026 (mp3)
Das traditionelle Sommerlager der römisch-katholischen Pfarre Unterwart bot auch heuer wieder ein unterhaltsames Ferienprogramm für Kinder und Jugendliche. Neben Spiel, Spaß und gemeinsamen Aktivitäten stand dieses Mal insbesondere die Welt der Medien im Mittelpunkt. Die Jugendlichen waren auch zu Besuch bei uns im Radio-MORA-Studio. Die Nachwuchsreporterinnen und -reporter durften echte Radioluft schnuppern. Am Mikrophon: Susanne Horvath.
Anhören: →Sendung vom 28.8.2026 (mp3)
Ende Juli brachte die Offene Jugendarbeit einen coolen Surf-Simulator ins Freibad Oberwart. Kinder und Jugendliche haben sich aufs Brett gewagt und ausprobiert, wie lange sie die Balance halten können. Tina Nardai war vor Ort und berichtet. Durch die Sendung führt Susanne Horvath.
Anhören: →Sendung vom 31.8.2026 (mp3)
Direkt aus unserem Radio-MORA-Studio im Volksgruppenhaus in Oberwart entführt Sie Tina Nardai wieder in die faszinierende Klangwelt der Roma-Musik. Ob traditionelle Klänge aus dem Burgenland, mitreißende Rhythmen unserer Nachbarländer oder temperamentvolle Einflüsse aus Spanien – es erwartet Sie eine musikalische Reise voller Vielfalt, Leidenschaft und Emotionen.
Anhören: →Sendung vom 1.9.2026 (mp3)
In dieser Ausgabe der „Romani Ora“ mit Tina Nardai hören Sie ein Interview mit Martin Horvath. Er ist Mitglied des Volksgruppenbeirates der Roma und berichtet über die Fertigstellung eines Leitfadens für Gemeinden im Umgang mit durchreisenden Gruppen (mehr hier).
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September 2nd, 2026 |
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Film & Theater, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
Science Slam in Marburg: Antiziganismus – Anna-Sophie Schönfelder
Was ist das eigentlich – Antiziganismus? Was hat das mit uns zu tun? Und was mit unserer Geschichte? Um das anschaulich zu machen, holt sich die Politikwissenschaftlerin Anna-Sophie Schönfelder (Website) Unterstützung von zweideutigen Brillen, ausgeschnittenen Denkblasen und Fantasiewesen im Einweckglas.
Den Science-Slam-Beitrag über ihre Forschung im Sonderforschungsbereich „Dynamiken der Sicherheit“ hat sie am 5. Juli 2025 im Herder-Institut in Marburg gehalten. Jetzt gibt es ihn auch als Film. Der Sonderforschungsbereich „Dynamiken der Sicherheit“ ist ein transregionales Kooperationsprojekt der Philipps-Universität Marburg, des Herder-Instituts für historische Ostmitteleuropaforschung Marburg und der Justus-Liebig-Universität Gießen: www.uni-marburg.de/de/sfb138
Infos zum Thema Antiziganismus und Film gibt es beim Critical Film & Image Hub an der Forschungsstelle Antiziganismus in Heidelberg.
Über die Autorin:
Anna-Sophie Schönfelder ist politische Theoretikerin und promoviert an der Justus-Liebig-Universität Gießen zum Zusammenhang zwischen deutschem Arbeitsethos und Antiziganismus. Read the rest of this entry »