Thü­ringen: Anti­ziga­nis­mus-Be­auf­trag­ter gefordert

August 8th, 2026  |  Published in Einrichtungen, Politik

Thüringen (Bild: Wikipedia/TUBS)Zentralrat fordert Wieder­ein­set­zung ei­nes Anti­ziga­nis­mus-Be­auf­trag­ten in Thü­ringen

Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, und die Thüringer Finanz­minis­terin und stell­ver­tre­tende Minister­prä­siden­tin Katja Wolf (BSW) sind in Heidelberg zu einem Gespräch über die Wieder­ein­setzung eines eigen­stän­digen Anti­zi­ga­nis­mus­beauf­trag­ten des Landes Thüringen zu­sammen­ge­kommen. Die zuvor beste­hende Funktion war ab­ge­schafft und mit anderen Zu­ständig­keiten – unter ande­rem im Bereich Mig­ration – zu­sammen­gelegt wor­den. Romani Rose setzt sich angesichts des zunehmen­den Anti­ziganis­mus und des Aufstiegs rechts­extremer Parteien nach­drücklich dafür ein, diese Funktion wieder eigen­ständig ein­zu­richten. Die Zu­ordnung der deutschen Sinti und Roma zu Zu­wande­rungs­gruppen und Migranten trägt gerade in einer Zeit, in der demo­kratie­feind­liche Par­teien erstarken, zu ihrer Stigma­tisie­rung bei: „Als nationale Minder­heit leben Sinti und Roma seit Jahr­hunder­ten in Deutschland. Sie mit Zuwan­derungs- und Mig­rations­fragen zu ver­mengen, verkennt ihre Geschichte und befördert ihre Stig­mati­sierung. Gerade in einer Zeit, in der der Anti­ziganismus offen zu­nimmt und demo­kratie­feindliche Kräfte er­starken, brauchen wir eine klare und sichtbare Ver­antwor­tung des Landes.“

Beide Seiten bewerteten das Treffen als konstruktiv. Ministerin Wolf zeigte sich über­zeugt, dass gemein­sam eine trag­fähige Lösung gefunden werden könne, und be­kräftigte ihr Interesse, mit dem Zentralrat weiter­hin im engen Austausch zu bleiben. Be­ein­druckt zeigte sie sich zudem von der auf 700 Quadrat­metern angelegten Dauer­aus­stellung über den Holocaust an Sinti und Roma im Doku­menta­tions- und Kultur­zentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg.

(Text: Zentralrat, 6.8.2026)

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