Prameň (Only Beautiful Things to Look At)

Juli 20th, 2026  |  Published in Film & Theater, Frauenrechte, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

Spielfilm von Ivan Ostrochovský (SK / CZ / HU 2026)
Buch: Marek Leščak, Ivan Ostrochovský, 88 Min.

Der Film feierte seine Weltpremiere am 5. Juli beim Karlovy Vary International Film Festival und wurde mit dem FIPRESCI-Preis für den bes­ten Film im Haupt­wett­bewerb aus­ge­zeichnet.

Der Film spielt Mitte der 1980er Jahre, als der Staat mithilfe seiner Gesetze konti­nuier­lich Einfluss auf die intims­ten Bereiche des Lebens seiner Bürger nahm. Ingrid (Aňa Geislerová) ist eine ehr­geizige Ärztin, deren Aufgabe es ist, Kinder zur Welt zu bringen, un­gewollte Schwan­ger­schaften ab­zu­brechen und an der Sterili­sation von Roma-Frauen mit­zu­wirken. Die melan­choli­sche Frau hat grö­ßere Be­denken hin­sichtlich ihrer privaten Situation als hin­sichtlich ihres Berufs­lebens – zumin­dest bis sie von einer neuen Freund­schaft mit einer charis­mati­schen Roma-Pflege­hel­ferin „über­rascht“ wird. Die spon­tane Agáta (Simona Boledovičová) zeigt Ingrid die mensch­lichen Züge einer ethni­schen Minder­heit, die von den Kommunis­ten auf ein demo­grafi­sches Problem re­duziert wurde. Ivan Ostro­chovskýs fesselndes Drama greift ein bis heute un­auf­ge­arbei­te­tes Thema der tschecho­slo­waki­schen Geschichte auf, als der der Staat über die Mög­lich­keit, Kinder zu be­kommen, be­stimmte.  (Karel Och / KVIFF 2026)

Aus dem Statement der Jury

Ivan Ostrochovský beleuchtet ein sehr heikles Kapitel der tschecho­slowaki­schen Geschichte: die morali­schen Folgen der staatlich ge­förder­ten Sterilisationen von Roma-Frauen. Der Film „Pramen“, der sowohl kom­promiss­losen Realismus als auch folkloris­tische Elemente vermeidet, ist eine visuell fesselnde, nostal­gische Reise in die 1980er Jahre und vor allem eine Geschichte über Freund­schaft und Solidarität zwi­schen zwei starken Heldin­nen, die aus zwei völlig unter­schied­lichen Welten stammen.

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Siehe auch:
Romea.cz: “Good intentions” or “pure evil”? Feature film about forced sterilizations of Romani women in Czechoslovakia raises important subject while avoiding its gravity

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