Saving the authentic “gypsy” (2018)

August 12th, 2023  |  Published in Geschichte & Gedenken, Hochschulschriften, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Universität WienSandra Antonia Klos (2018): Saving the authentic “gypsy”. Paul Bataillard and the begin­nings of French Gypsyology

Masterarbeit, Universität Wien (Historisch-Kultur­wis­sen­schaft­li­che Fakul­tät), 103 S.

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Abstract: Paul Bataillard (1816–1894) war ein Pariser Journa­list, Redak­teur, Republi­kaner, Historiker, Anthro­pologe und Archivar. Seine zahl­reichen Ver­öffent­lichun­gen zur Ethnographie, Geschichte und Herkunft der­jenigen Per­sonen, die er als Bohémiens oder Tsiganes de­fi­nierte, bildeten das Fun­dament fran­zösi­scher Tsiganologie, der wissen­schaft­li­chen Ent­deckung und Be­schreibung der Zigeuner-Identität. Als Beitrag zu einer kriti­schen Prosopo­graphie der Forschung im neun­zehnten Jahr­hundert rund um die vor­ge­stellte ‚Rasse‘ der Zigeuner, unter­sucht diese Studie den wissen­schaft­lichen Blick, seine Kon­texte, Wahrheits­ansprüche, Wissen­schaft­lich­keits­stan­dards, Wirkung sowie Macht­ver­hält­nisse. Der erste Teil analy­siert die sozialen, insti­tu­tio­nellen und bio­graphischen Kontexte von Batail­lards For­schung. Der zweite Teil fokus­siert auf den Inhalt seiner Theorien und analysiert im­plizite Kon­zep­tionen von ‚Rasse‘ und Geschlecht, seinen Um­gang mit po­pulären Zigeuner-Dar­stellungen und seine eigene Hypo­these zur Her­kunft der Zigeuner. Der letzte Teil unter­sucht Bataillards wissen­schaftli­che Standards und wie exakt er sie selbst befolgte. Außer­dem werden seine Ab­sichten und Hinter­gründe, sich der Tsiga­nologie dauer­haft zu widmen, inter­pretiert. Schließ­lich gilt das letzte Kapitel dem Einfluss, den Bataillard auf die fran­zösische und euro­päische Forschung hatte. Indem der Wissen­schaftler selbst ins Zentrum der histo­ri­schen Analyse gerückt wird, kehrt sich der wissen­schaft­liche Blick auf Zigeuner um und die Ver­ankerung des tsigano­lo­gischen Wissens in sozialen Kon­texten wird auf­gedeckt.

Abstract: Paul Bataillard (1816–1894) was a Parisian journalist, editor, republi­can, historian, anthro­po­logist and archivist. His numerous publi­cations on the ethno­graphy, history, and origins of people defined as Bohémiens or Tsiganes lay the foundation of French Gypsyology, the scien­tific dis­covery and descrip­tion of the gypsy identity. Contri­buting to a critical prosopo­graphy of nine­teenth century research on the imagined race of gypsies, this micro-his­torical study exa­mines the scien­tific gaze, its contexts, claims to truth, standards of scien­tificity, impact, and power structures. The first part ana­lyses the social, institu­tional, ideolo­gical, and bio­gra­phical contexts of Bataillard’s research. The second part focuses on the content of his theories, dis­secting implicit con­ceptions of race and gender, his exposure and reaction to popular re­presen­tations of gypsies, and his hypo­thesis on their origin. The final part draws con­clusions firstly about his scientific standards and how con­sistently he adhered to them, secondly about his moti­­vations and how his research interests were sustained, and lastly about the impact he had on French and Euro­pean Gypsyo­logy. Placing the re­searcher at the center of this historical study, reverses the scientific gaze on gypsies and reveals the situated­ness of know­ledge pro­duced by Gypsyology.

Schlagwörter: Tsiganologie / Frankreich / Neunzehntes Jahrhundert / Wissenschaftsgeschichte / Rassismus / Geschlecht
Hochschulschrift (Masterarbeit); Betreuerin: Kerstin Susanne Jobst

u:theses ist das Hochschulschriften-Repositorium der Universität Wien.

UB Wien: utheses.univie.ac.at/detail/48315


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