Norwegen: Bettel- und Hilfsverbot abgeblasen
April 14th, 2015 | Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte
Härtekurs gegen ausländische Roma: Koalition findet keine Mehrheit für radikales Bettelverbot
Die norwegische Regierung, eine Koalition aus Konservativen (Høyre) und Rechtspopulisten (Fremskritspartiet), plädiert für einen radikalen Kurs der Härte gegen osteuropäische Bettler: Seit Juli 2014 können Kommunen in Norwegen ein örtliches Bettelverbot aussprechen. Nun sah eine Gesetzesvorlage vor, Betteln landesweit unter Strafe zu stellen. Für Aufsehen sorgte hierbei vor allem eine Ausweitung der Pläne, wonach nicht nur das Bitten um Almosen, sondern auch das Gewähren von Hilfe bestraft würden: „Bettlerfreunde sollten mit bis zu einem Jahr Gefängnis bestraft werden. Strafbar wäre laut dem Regierungsentwurf jede Art von Gabe gewesen, die Bettelei erleichtert, ob es sich nun um Geld oder Unterkunft handelt“, schreibt dazu die Wiener Zeitung.
Große Teile der Bevölkerung reagierten mit Empörung auf die geplante Verschärfung, viele riefen zum zivilem Ungehorsam auf. Die Zentrumspartei, die die Regierungsvorlage ursprünglich mittragen wollte, verweigerte daraufhin den Regierungsparteien überraschend die nötige Unterstützung. Die norwegische Regierung zog die Pläne für ein landesweites Bettelverbot schließlich Anfang Februar zurück.
(dROMa)