Archive for Mai, 2017

Antiziganismus in Berlin: Jahresbericht 2016

Mai 30th, 2017  |  Published in Dokumente & Berichte, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

Amaro Foro DeutschlandBerlin, 30.5.2017 – Amaro Foro stellt neuen Antiziganismus-Bericht vor: „Aus­gren­zung und Dis­kri­mi­nie­rung von Roma neh­men zu“

Amaro Foto e.V. (Hg.): Dokumentation von antiziganistischen und dis­­kri­­mi­nie­ren­den Vor­fäl­len in Berlin 2016, Berlin, Mai 2017, 48 S.
>>Download (PDF)

Das Dokumentationsprojekt von Amaro Foro hat 2016 568 anti­ziganis­tische und dis­krimi­nie­rende Vorfälle in Berlin er­fasst. Darun­ter sind 146 ge­mel­dete Vorfälle und 63 dis­kri­mi­nie­rende Medien­berichte, 350 Äuße­run­gen in Kom­mentar­spalten und neun Social-Media-Bei­spiele. Bei den gemel­de­ten Vorfällen er­gibt sich im Vergleich zum Vorjahr (118) ein Anstieg von etwa 20 Pro­zent.

„Roma oder Menschen, die dafür gehalten werden, erleben in Berlin eine fast um­fas­sende und vor allem zu­nehmende Dis­kri­minie­rung. Dies betrifft be­son­ders den Kontakt zu Leistungs­behörden wie Jobcenter oder Familienkasse – in die­sem Be­reich haben wir strukturelle Dis­krimi­nie­rung ebenso wie indivi­duel­les Ver­halten von Behörden­ver­tre­ter*innen er­fasst“, erklärt Projekt­koor­di­na­torin Diana Botescu. „Außer­dem kommt es vor allem im Be­reich Alltag und öffent­licher Raum im­mer wieder zu Beleidigungen bis hin zu mas­si­ven Drohungen und Angriffen.“

Für 2016 wurden außerdem zum ersten Mal die Lebens­realitä­ten von Roma-Asyl­bewerber*innen ge­zielt er­fasst und aus­gewertet. „Die Asylrechts­verschär­fungen von 2014 und 2015 wir­ken sich auf die Situa­tion von Roma-Asylbewerber*innen aus den West­balkan­staaten ver­hee­rend aus. Ihre Asyl­anträge werden im Schnell­verfahren be­arbei­tet, immer häufi­ger werden sie in separa­ten Unter­künften unter­gebracht und die Abschiebe­praxis wird ver­schärft. Dies betrifft auch Men­schen, die seit über zehn Jahren hier sind oder hier geboren sind. Be­son­ders bei jungen Men­schen mit Duldungs­status wirkt sich diese Situa­tion außer­dem drama­tisch auf ihre weite­re Biografie und ihre Bildungs­chancen aus“, be­tont Mit­ar­bei­terin Violeta Balog.

Das Medienmonitoring wurde in diesem Jahr aus­ge­wei­tet; die Bericht­erstat­tung der Berliner Zeitungen wur­de nicht nur qualitativ, son­dern auch quantitativ er­fasst und aus­gewertet. Außer­dem wurde Antiziganismus im Internet do­ku­men­tiert. „Im Bereich der Krimi­na­li­täts­bericht­erstattung be­obachten wir, dass ein Roma-Hintergrund der Tat­verdächtigen in­zwi­schen offen­bar von allen Medien grund­sätzlich ge­nannt wird. Die inhalt­liche Rele­vanz wird dabei basie­rend auf Zu­schrei­bun­gen konstruiert.

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Walter Fink: Romane Thana in Vorarlberg

Mai 29th, 2017  |  Published in Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Romane ThanaSonderausstellung im Vorarlberg Museum:
Romane Thana. Orte der Roma und Sinti
Kornmarktplatz 1, Bregenz
25. Mai bis 8. Oktober 2017

VN: Betteln ist ein Menschenrecht – Kom­men­tar von Walter Fink


„Menschen dürfen betteln, es ist ein Menschenrecht.“ Das hat die Katholi­sche Kirche Bregenz vor eini­ger Zeit ge­sagt, als die Hetze regen die Roma und Sinti in Vor­arl­berg auf ihrem Höhe­punkt – den sie bis heute nicht ver­las­sen hat – an­ge­langt war. Und Hanno Loewy, Direk­tor des Jüdischen Museums, mein­te: „Wenn hun­dert bettelnde Men­schen eine Krise aus­lösen kön­nen, dann zeigt das, wie dünn das Eis des Wohl­stands ist, auf dem wir gehen.“ Die Roma und Sinti, die so vielen Vor­urteilen be­geg­nen, finden wir der­zeit nicht nur auf den Straßen, son­dern auch im „vorarlberg museum“, wo ihnen die Ausstellung „Romane Thana“ ge­wid­met ist.

Es war eine gute Idee des Museums, diese Ausstellung, die be­reits 2015 vom „Wien Museum“ ge­zeigt und von Andrea Härle vom Romano Centro zu­sam­men­gestellt wur­de, zu über­nehmen. Ers­tens weil wir bei uns seit Jahren mit einem ver­meint­li­chen Roma-Problem zu tun haben, zwei­tens weil die Aus­stel­lung ein hervor­ra­gen­des Bild dieser Volks­gruppe in Österreich zeich­net. Zwangs­läufig ist – auch im erst­klas­si­gen Katalog – viel von Ver­folgung die Rede, vom Kampf um An­erken­nung, von Rück­schlägen und Erfolgen der Volksgruppe der Roma und Sinti. Man muss nicht nur an die Zeit des Natio­nal­sozia­lis­mus denken, als die „Zigeuner“ glei­cher Verfolgung aus­gesetzt waren wie die Juden. Es gab nicht nur einen Antisemitismus, es gab auch einen Antiziganismus. Und es gibt bei­des bis heute. Auch bei uns. Mit Schrecken er­in­nern wir uns an den 4. Februar 1995, als in Oberwart Roma Opfer eines An­schlags wurden. Vier jun­ge Men­schen starben durch eine Bombe, die von grau­sa­men Rassis­ten ge­legt wurde. So weit geht es nicht immer – aber Ver­fol­gung und Denun­zie­rung ken­nen auch wir in Vorarlberg.

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Facts & Figures (164)

Mai 28th, 2017  |  Published in Facts & Figures

Die vermutl. erste schrift­liche Nen­nung der Ei­gen­be­zeich­nung „Ro­ma“* stammt vom ost­preu­ßi­schen Pfar­rer Jo­hann Erich Bies­ter aus dem Jahr 1793.

(Quelle)

*) „Roma oder Romma in der meh­re­ren Zahl, Rom in der ein­fa­chen.“

EU-Vorsitz 2018: Duzdar plant Roma-Konferenz

Mai 27th, 2017  |  Published in Politik

Staatssekretärin Duzdar bei einer Veranstaltung im April 2017 (Foto: BKA/Christopher Dunker)Mit 1. Juli 2018 wird Österreich den EU-Vorsitz – nach 1998 und 2006 bereits zum drit­ten Mal – über­nehmen. Kanzler­amts-Staats­sekre­tä­rin Muna Duzdar (SPÖ) hat an­ge­kün­digt, die EU-Präsident­schaft ins­beson­dere auch für die Volks­gruppe der Roma zu nutzen. Als EU-Vor­sitz­land kön­ne Österreich neue Ak­zente gegen die Aus­gren­zung und Dis­kri­mi­nie­rung der Roma setzen. Konkret nennt Duzdar die Ab­hal­tung einer gro­ßen Roma-Konferenz. Anlässlich eines Arbeitsbesuchs in Bratislava traf Staats­sekre­tä­rin Duzdar ges­tern unter anderem den Roma-Be­auf­trag­ten der slowakischen Re­gie­rung, Ábel Ravasz, um sich über das Thema aus­zu­tau­schen. Auch die Slowakei habe im Zuge ihrer EU-Präsidentschaft im zweiten Halbjahr 2016 starke Akzente für die Roma gesetzt, so Duzdar. Das Thema müsse gesamt­euro­päisch be­han­delt werden; des­halb sei es wicht­ig, dass auch Österreich sich als Vorsitz­land bemühe, einen Roma-Schwer­punkt zu setzen.

Erst vor wenigen Wochen hat Staatssekretärin Duzdar be­kannt ge­geben, dass die öster­rei­chi­sche Roma-Strategie 2020 um die Themen­­schwer­­­punk­te Frauen und Jugend er­­weitert wird.

(dROMa)

Polizisten prügeln sich durch Roma-Viertel

Mai 26th, 2017  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Das European Roma Rights Centre (ERRC) hat Videoaufnahmen von Polizei­über­griffen gegen Roma in Zborov in der nordöstlichen Slowakei ver­öffent­licht. Die Poli­zisten drangen am 16. Mai in das von Roma be­wohnte Viertel ein und be­gannen wahl- und grund­los auf die Ein­wohner ein­zu­prügeln, auf Kinder ebenso wie auf alte Per­sonen. Die Polizei war wegen einer voran­ge­gan­ge­nen Schlä­gerei ge­rufen worden. Drei Personen mussten aufgrund der Polizei­gewalt ärzt­lich ver­sorgt werden: ein 5-jäh­riger Bub, ein Mann mit Herz­problemen und eine be­hinderte ältere Dame. Die Polizei soll einen Rettungs­wagen vorüber­gehend an der Zu­fahrt ins Viertel gehindert ha­ben. Nach den Übergriffen sol­len Polizis­ten Augen­zeugen, die das Geschehen ge­filmt hatten, in deren Wohnung auf­gesucht und unter Druck ge­setzt haben, sämt­liche Aufnahmen vom Polizeieinsatz zu löschen. Ein Zeuge weigerte sich jedoch und über­gab das Beweis­material dem ERRC.

Mehr hier: ERRC, 24.5.2017

(dROMa)

Burgenland: Roma-Butschu am 17. Juni

Mai 25th, 2017  |  Published in Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Romano RathDer traditionelle Roma-Butschu in Bachselten findet am 17. Juni 2017 auf der Festwiese Schuh, Am Teichbach 3, statt. Beginn ist um 19:00 Uhr.

Musikalisch wird die Veranstaltung von der süd­burgen­län­di­schen Roma-Band Romano Rath be­glei­tet. Weitere High­lights dieser Kultur­ver­anstal­tung sind Darko & Danijel Piller (be­kannt als Trio Piller, Fina­list bei „Die große Chance“, 2. Platz) und die ungarische Volks­tanz­gruppe Siget. Diese Ver­anstal­tung bietet allen die Mög­lich­keit, einander zu tref­fen, sich aus­zu­tau­schen und die Kultur der bur­gen­län­di­schen Volks­grup­pen ken­nen zu lernen.

O tradicijoneli Roma Butschu ando 17. juni 2017 upri Festwiese Schuh, Am Teichbach 3, tel likerdo ol.

Kesdim ol 19:00 orenge. I muschika uso mulatintschago kerel i sud­burgen­lan­ditiki Romani banda Romano Rath. Baro high­lights hi o Darko & Danijel Piller (prin­dschar­do ojs Trio Piller fina­listo uso „Die gro­ße Chance“, 2. than taj i Flo­gos­keri khe­li­pes­keri ungriki grupn Siget. Ada mula­tin­tscha­go le cilen­ge o schaji­pe del, pumen te tala­linel, arte­parul taj i kultura le bur­gen­lan­di­tike flo­gos­kere grup­nen­dar te prin­dscha­rel te siklol.

Ö1 Hörbilder: Lunik IX, Roma in Europa

Mai 21st, 2017  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Lunik IX (Foto: Lester Kovac)Die Alltäglichkeit des Unsichtbaren:
Junge Roma in der Slowakei und in Europa

Radio-Feature von Elisabeth Putz
Koprod. DLR Kultur/RBB/ORF 2016

Ö1 Hörbilder, 20.5.2017: >> Anhören

Die Mehrheit der Slowaken bezeichnet Roma als integra­tions­unwillig. Die Mehr­heit der Roma ruft ins Mikro­fon, Slowa­ken seien Rassis­ten. Zwei Rand­posi­tio­nen einer komple­xen Materie. Die Mitte wird dabei oft ver­gessen. Und so kommen viele Jour­na­list/innen nach Lunik IX, einem der größ­ten Ghettos Europas, um eine „Safari“ zu ma­chen. Sie be­zah­len ein wenig Geld und Roma lie­fern Geschichten. Dieses Feature ist ein Versuch, hinter die Klischees zu blicken. „Ich habe über meh­rere Monate hin­weg die Slowakei bereist, vor­nehm­lich den Osten des Landes“, so Elisa­beth Putz. „Die Re­cher­che­dauer für dieses Feature war im­mens wich­tig, da es mir nur so mög­lich war, Zugang zu den Men­schen zu finden bzw. meine schon vor­han­de­nen Kontakte zu er­wei­tern und zu ver­tiefen. Nur so konnte und kann eine Nähe ent­stehen.“

(Text: Ö1)

Siehe auch:
„Millionaires of time“ – Ausstellung in Berlin, 1.6.2016
Apartheidsmauer in Košice, 12.7.2013
Slowakei: Stadt bietet Roma Geld für Ausreise, 16.9.2009
Slowakei: Polizei misshandelte Romakinder, 9.4.2009

Gedenkfeier im Baranka-Park in Wien

Mai 20th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Barankapark-Gedenkfeier 2017Samstag, 20. Mai 2017, 17-22 Uhr
Eintritt frei!

Die Baranka-Park-Gedenkfeier wird seit 2009 vom Verein Voice of Diversity jedes Jahr am 20. Mai auf der ehe­ma­li­gen Hellerwiese (heute Belgradplatz mit Baranka-Park) im 10. Wiener Ge­mein­de­bezirk or­ga­ni­siert mit dem Ziel, jener Roma und Sinti zu ge­denken, die einst auf der Wiese ihren Lager- und Rastplatz fan­den, bis sie 1941 Opfer des National­sozia­lis­mus wurden. Mit der Feier soll der Opfer gedacht wer­den und auch das Leben und die Kultur der Roma und Sinti sowie die jüdische und Wiener Kultur ge­feiert und ver­mittelt werden. Nam­hafte Künstler/in­nen wie Harri Stojka, Doron Rabinovici, Shlomit Butbul oder Martin Spengler prä­sen­tie­ren am 20. Mai 2017 ihre Kunst und Kultur und schaf­fen im Baranka-Park einen Ort der kultu­rel­len Be­geg­nung. Weiters werden zahl­rei­che Per­sön­lich­keiten des öffent­li­chen Lebens wie Erich Fenninger, Gilda Horvath und andere zu Wort kom­men und kurze State­ments geben, um ein Zei­chen gegen das Ver­ges­sen zu setzen und den Blick für die Gegen­wart und Zukunft zu öffnen.

Programm:

17 Uhr – Eröffnung
17.15 Uhr – Musikschule Favoriten
17.35 Uhr – Lesung „Papierene Kinder“: Doris Stojka
17.45 Uhr – Mosa Sisic & seine Schüler
18.15 Uhr – Lesung mit Musik „Herzl Reloaded“: Doron Rabinovici & Harri Stojka
19 Uhr – Martin Spengler & die foischn Wiener
20 Uhr – Shlomit & Band
21 Uhr – Harri Stojka & Band

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Facts & Figures (163)

Mai 17th, 2017  |  Published in Facts & Figures

Der/die erste dokumen­tier­te Ro­ma-An­ge­hö­ri­ge in Nord­ame­ri­ka ist Joan Scott, „an Egip­tian and noe Xtian (non-Chris­tian) wo­man“, die 1674 in Vir­gi­nia ein­traf.

(Quelle)

Roma-Seelsorger Werner Klawatsch verstorben

Mai 15th, 2017  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Religion

Werner Klawatsch

Österreichs erster Roma-Seelsorger Ehrenkons.Rat Mag. Werner Klawatsch ist am 10. Mai nach längerer Krank­heit in Wiesen verstorben.

Werner Klawatsch wurde am 14. April 1939 in Wiener Neustadt geboren und wuchs in seiner Heimtat­pfarre Wiesen auf. 1962 wurde er im Eisen­städter Dom zum Priester geweiht. Bis zu seinem Ruhe­stand im Jahr 2009 betreute Werner Klawatsch die drei Pfarr­gemeinden Neutal, Markt St. Martin, wo er auch seinen Wohn­sitz fand, und Landsee. Von 1998 bis 2008 leitete er als Dechand das Dekanat Ober­pullen­dorf, dazu kam seine Mitarbeit in ver­schie­denen wich­tigen diöze­sanen Gremien.

Einen großen Dienst erwies er der Diözese Eisenstadt und vor allem der Volks­gruppe der Roma durch die Wahr­nehmung der Leitung des Referates für die Pastoral an Ange­hö­rigen ethnischer Gruppen – und damit als erster Seel­sorger für die Ange­hö­rigen der Roma in der Diözese Eisenstadt – von 1995 bis 2002. Mit den Aufgaben des Seel­sorgers für die Roma und Sinti in Öster­reich betraute ihn während dieser Zeit auch die Öster­rei­chische Bischofs­konferenz. Er nahm auch diese seel­sor­ge­rische Aufgabe mit großem Einsatz und Einfühlungs­vermögen wahr.

Die Begräbnisfeier für den verstorbenen Priester beginnt am Dienstag, dem 16. Mai 2017, um 15 Uhr mit der hl. Messe in der Pfarr­kirche zum Heiligen Geist in Wiesen, anschlie­ßend erfolgt die Beisetzung im Priester­grab der Pfarre Wiesen.

Das Orchester der Frauen

Mai 14th, 2017  |  Published in Literatur & Bücher

Das Orchester der Frauen, die mich verlassen haben (erschienen bei Drava)Jovan Nikolić: Das Orchester der Frauen, die mich verlassen haben, Drava: Klagenfurt 2016, 144 S., 18,80 Euro

Humorvolle Erinnerungsarbeit
Heimat, Trauer und Witz: Jovan Nikolić blickt zurück.

Es ist der Galopp von Düften der Kindheit, der Geruch der Stadt und die Frage, wieso der Vater mit sei­nem Or­ches­ter über­all in Jugoslawien ge­spielt hat, nur nicht in Slo­wenien. Es sind die Gasthäuser und die Kell­ner, die (weißes Hemd, schwar­ze Hose) den Autor an je­man­den den­ken las­sen, der gleich­zei­tig heilt und be­erdigt: oben Arzt, unten Bestat­tung. „Das Wirtshaus als Tempel der euro­päi­schen Zi­vi­li­sa­tion“ avan­ciert zum Lieb­lings­text, wird vom nächs­ten über­trumpft und so weiter bis zum titel­ge­ben­den Kapitel „Das Or­ches­ter der Frauen, die mich ver­las­sen haben“. Das Buch ist in mehr­fa­cher Hin­sicht voll Musik, ernste Töne zum Geheim­dienst in­klu­sive. Jovan Nikolić, in Köln le­ben­der Roma-Schriftsteller aus Serbien, hat ge­sam­melt, was er sonst „bei spo­ra­di­schen Tref­fen am Kneipen­tisch spur­los ver­schwen­det“ hätte. Ge­fun­de­nes Fres­sen, wun­derbar!

(Text: U. Loigge/Kl. Zeitung, 15.4.2017)

Link: Drava Verlag

Siehe auch:
KulturTon: Jovan Nikolić im Gespräch, 22.6.2015
Radio Freirad über Jovan Nikolić, 20.4.2015
Jovan Nikolić in Innsbruck, 30.4.2015

ESC: 300 Roma vertrieben, einer singt

Mai 13th, 2017  |  Published in Musik, Rassismus & Menschenrechte

Beim großen Eurovision-Finale in Kiew steht heute Abend Joci Pápai mit „Origo“ (hier der Liedtext) als achter von 26 Teil­neh­mern auf der Bühne – eine Premiere, denn noch nie trat beim Euro­vision Song Contest ein An­ge­hö­ri­ger der Volks­gruppe der Roma für Ungarn an. Bei den Buch­machern liegt der 35-Jäh­rige aus der nord­unga­ri­schen Klein­­stadt Tata im Mittel­feld. Wir hal­ten ihm die Daumen. (Einen Ar­ti­kel über Roma beim ESC finden Sie übri­gens in der letz­ten Sommer­aus­gabe un­se­res Ma­ga­zins dROMa: mehr hier.)

Im Vorfeld der Großveranstaltung, die sich ansons­ten so gerne als Festival der Diversität in­sze­niert, ge­schah aller­dings auch Schreck­li­ches: Über 300 Roma der Stadt wurden gewalt­sam – und unter Dul­dung der Polizei – aus Kiew ver­trieben. Sie flüchteten, sechs Häuser von Roma-Familien wurden nieder­gebrannt. Das „Euro­pean Roma Rights Centre“ (ERRC) schreibt:

More than 300 people, over a 100 families, have been forced to leave their homes in Kiev after threats were made against their lives in the begin­ning of April. Only a day after the last fami­lies depar­ted, the threats were carried out and six houses burned to the ground, likely with Molotov cocktails. The police had full know­ledge of the seve­rity of the threats that were made, yet no pre­ven­ta­tive measures were taken. Read the rest of this entry »

Brandanschlag in Rom: Drei Schwestern tot

Mai 11th, 2017  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Drei Schwestern (vier, acht und 20 Jahre) verbrann­ten nachts im Camping­wagen ihrer Familie. Bilder der Überwachungskamera zeigen Täter mit Molotow­cocktail. Die Roma-Familie soll zu­vor be­droht wor­den sein.

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„Sen­si­bi­li­sie­rung gegen Vorurteile“

Mai 10th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Duzda Mri historijaVerwaltungsakademie zeigt Roma-Aus­stel­lung und ver­anstal­tet Antiziganismus-Work­shop

Wien (OTS) — „Roma stehen immer noch in vielen Ländern der Euro­päi­schen Union am Rande der Gesell­schaft. Immer noch ist der Antiziganismus weit ver­brei­tet“, sagte Staats­sekre­tärin Muna Duzdar beim Be­such des WorkshopsSen­si­bi­li­sie­rung gegen anti­ziganis­ti­sche Vorurteile“ der Ver­wal­tungs­aka­demie des Bundes im Schloss Laudon. „Immer noch gibt es vielfach Ausgrenzung, Ungleich­heit und Dis­kri­mi­nie­rung gegen die mit zwölf Mil­lionen Men­schen in Europa größte eth­ni­sche Minder­heit. In Zeiten, in denen die Kluft zwischen Arm und Reich immer weiter auf­geht, leiden vor allem die Ärmsten. Und das gilt nicht zuletzt auch für Österreich, wie es leider der Anti­ziga­nis­mus­bericht 2015 be­legt hat“, so Duzdar wei­ter. „Roma und Sinti sind über­durch­schnitt­lich von un­zu­rei­chen­der Schul­aus­bildung, Arbeits­losigkeit und Dis­kri­mi­nie­rungs­erfah­run­gen betrof­fen, so dass die Armuts­gefähr­dung be­son­ders stark aus­geprägt ist.“

In der Roma-Strategie 2020 wird nun der Sensibilisierung für Dis­kri­mi­nie­run­gen von Roma ein wichtiger Platz ein­ge­räumt. Die Ver­wal­tungs­akademie des Bun­des zeigt daher im Schloss Laudon neun Wochen lang die Ausstellung „Auf den Spuren der Ver­gan­gen­heit“, die In­for­ma­tio­nen über den Völker­mord an Roma und Sinti wäh­rend der Zeit des National­sozia­lis­mus bringt. (Anm. d. dROMa-Red.: Aus­stel­lung des Vereins Karika, zu sehen ist auch die Zeit­zeu­gen-Do­ku­men­ta­tion Mri Histo­rija von Roma-Service.) Zudem findet heute ein erster Sen­sibili­sie­rungs­work­shops statt, der of­fen für Bedienstete des öf­fent­li­chen Diens­tes, aber auch für Länder- und Ge­mein­de­bediens­tete und NGOs ist. Read the rest of this entry »

Nürnberg: „Rassendiagnose: Zigeuner“

Mai 9th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Nationalsozialistische Rassenforschung: Rassenbiologische Untersuchung einer Sinteza (Bestimmung der Augenfarbe). (Bildnachweis: Archiv Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma)Ausstellungseröffnung am 10. Mai 2017, 17:30 Uhr
Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände
Bayernstraße 110, Nürnberg

Einleitende Worte von Romani Rose, Vorsitzen­der des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma. Der Ein­tritt zur Austellung ist frei. Zu sehen bis 2. Juli 2017.

Ausgangs- und Schwerpunkt der Ausstellung ist der natio­nal­sozia­lis­ti­sche Völkermord an den Sinti und Roma: von der Aus­gren­zung und Ent­rech­tung der Minder­heit im Deutschen Reich bis zur sys­te­ma­ti­schen Vernichtung im be­setz­ten Europa. Den Täter­dokumenten wer­den histo­ri­sche Privat- und Familien­fotos der von Ver­folgung betrof­fe­nen Men­schen ent­gegen­gesetzt. Der zweite Teil be­han­delt die Geschichte der Über­leben­den im Nach­kriegs­deutschland, die erst spät als NS-Opfer anerkannt wurden. Er zeigt den maßgeblichen Anteil der Bürger­rechts­bewegung der deut­schen Sinti und Roma, die ideo­lo­gi­schen und per­so­nel­len Kon­ti­nui­tä­ten aus der Zeit des „Dritten Reiches“ zum Gegenstand einer gesellschaftlichen Debatte zu machen. Am Ende der Aus­stel­lung steht ein Aus­blick auf die Men­schen­rechts­situa­tion der Sinti- und Roma-Min­der­heiten in Europa nach 1989.

Eine Ausstellung des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma, ge­för­dert durch die Kultur­stif­tung des Bundes.

(Text: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma)

Rudi, die Rumänen und die Räumung

Mai 8th, 2017  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Abriss der Roma-Unterkünfte in Frankfurt am Main (Foto hr/Hessereporter)hr / Hessenreporter, 7.5.2017, 30 Min.
Frankfurt/M. – eine Reportage von Jochen Riegler
>>Zum Video

Jahrelang leben sie in selbst gezimmer­ten Hütten auf einer Industrie­brache im Schat­ten der Frank­fur­ter Skyline: rund vier­zig Men­schen aus Rumänien, die meis­ten Roma. Ohne Rudi von der Helm, einen Rent­ner aus Frankfurt, der sich um sie küm­mert, wäre es wahr­schein­lich gar nicht so lan­ge gut ge­gan­gen – bis dann, An­fang Februar, ein Feuer auf dem Platz aus­bricht. Die Feuer­wehr rückt an, und weni­ge Tage später ge­schieht, was alle schon lange be­fürch­te­ten: Bagger walzen die Buden nieder. End­lich gibt es einen Anlass für die Stadt, das um­strit­tene Bretter­buden­dorf zu räumen.

Doch damit ist das Problem nicht gelöst: Vorüberge­hend kom­men die Rumänen in einem Flücht­lings­heim unter (Anm. d. dROMa-Red.: das Vor­gehen der Stadt rief heftige Kritik hervor, mehr hier und hier), ein paar treten mit ein paar Euro aus­ge­stat­tet die Heim­reise per Bus an. Aber die meisten sehen in ihrer Hei­mat Rumänien noch we­ni­ger Lebens­perspek­ti­ven als im wohl­ha­ben­den Frankfurt, wo sie von Gelegen­heits­jobs und Flaschen­sammeln leben. Ein Dauer­bren­ner für die Banken­stadt: Wohin mit den Armuts­migranten aus Europa? „Hessenreporter“ Jochen Riegler begleitet die Rumänen und ihren Helfer Rudi bei der Suche nach einem Ort zum Le­ben und das Tak­tieren im Frank­fur­ter Rat­haus, den Römer.

(Text: hr/Hessenreporter)

Siehe auch:
Frankfurt: Förderverein wiederholt Vorwürfe, 5.3.2017
Kritik nach Räumung in Frankfurt a. M., 2.3.2017
Frankfurt: Brandanschlag auf Obdachlose, 8.12.2016

6. Mai: St. Georgsfest der Roma

Mai 6th, 2017  |  Published in Brauchtum & Tradition, Religion

Ikone des heiligen Georg, 1621 (Foto: Wikimedia)Das Georgsfest gehört zu den großen Feiertagen der Roma und wird nach dem julia­ni­schen Kalender be­rech­net. Es ist ein Frühlings­fest, das Glück und Wohl­stand brin­gen soll. Der heilige Georg wird als Schutz­heiliger ins­beson­dere der serbisch-orthodoxen Roma und als Be­schützer der Ost­kirche ver­ehrt. Im Vor­feld des Georgsfestes reini­gen die Roma ihre Häuser und schmücken sie mit Kerzen und Zweigen. Wasser be­stimm­ter Quellen dient zur rituel­len Reinigung und soll zu­gleich vor bösen Ein­flüs­sen schützen. Ins­gesamt feiern die Roma sieben Tage lang. Der Georgs­tag wird auch in den west­li­chen Kirchen be­gan­gen. Da diese dem gre­go­ria­ni­schen Kalen­der fol­gen, ist der Georgstag hier am 23. April.

(Text: mdr.de)

Anm. der dROMa-Red.:
Der Georgstag wird unter dem Namen Djurdjevdan oder Herdelezi (Erdelezi) ge­feiert. Er ist nicht nur ein Fest der christ­li­chen Roma, son­dern wird von moslemischen und christ­lich-ortho­do­xen Roma glei­cher­maßen be­gan­gen. So gilt Herde­lezi bei­spiels­weise in der Türkei als der wich­tigste Fest­tag der Roma. „Es dürfte bereits früh­zeitig zu einer Ver­mischung der jüdisch-christ­li­chen Ver­ehrung des alt­testamen­ta­ri­schen hl. Elias mit dem christ­lichen Georgskult und der mus­li­mi­schen Ver­ehrung von El Khadr ge­kom­men sein. Her­de­lezi und Djurdjev­dan sind somit Aus­druck der Volks­frömmig­keit, die – we­niger dog­ma­tisch als die Theo­logie – eine gegen­seitige Be­ein­flus­sung zu­ließ und die Feier­lich­keiten trotz unter­schied­licher religiöser Wur­zeln zu einem über­religiösen Frühlingsfest ver­schmel­zen ließ.“ (Mehr auf Rombase.)

Deutschland: Stand Mordserie an Roma bevor?

Mai 5th, 2017  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Rassistische Ermittlungen gegen Rassisten-Terror in Deutschland (Foto: quapan/flickr.com, CC 2.0 via MiGazin)Ende April wurden Abgeordnete des deutschen Bundes­tages in einer Geheim­sitzung über Er­mitt­lun­gen gegen eine mut­maß­liche Neonazi-Terrorzelle un­ter­rich­tet, über deren Existenz der Öffent­lich­keit bis­lang nichts be­kannt war. Diese Grup­pierung soll ge­plant haben, ge­zielt Anschläge gegen Roma zu be­gehen. „Neo­nazis ver­such­ten offen­bar 2012, eine euro­päische Gruppe nach dem Vor­bild des NSU zu bilden. Stand eine neue Mordserie bevor?“, schreibt „Der Spiegel“, der die Er­mitt­lungs­unter­lagen ein­sehen konnte, in seiner ak­tuel­len Ausgabe. Die neun Neonazis hätten sich syste­ma­tisch konspirativ ver­halten, auch von Schieß­übungen in Tschechien ist die Rede.

Die Zelle war jahrelang von Verfassungsschützern aus sechs deut­schen Ländern observiert wor­den, später auch vom Bundes­amt für Verfassungsschutz in Köln. Die ge­mein­sa­me Opera­tion na­mens „Mazoleti“ trug genug alarmie­ren­de Indizien zu­sammen, um den General­bundes­anwalt ein­zu­schal­ten. Von März 2013 an er­mit­telte dieser gegen neun Personen wegen des Ver­dachts der Mit­glied­schaft in einer terroris­ti­schen Ver­einigung. Sieben Ver­dächtige waren nament­lich bekannt, die Iden­tität von zwei weite­ren Männern konn­te nicht aus­ge­forscht werden (es dürfte sich um zwei Neonazis aus Tschechien handeln). Die Ermittler ver­such­ten u.a., über V-Männer zu Infor­ma­tio­nen aus dem inneren Kreis der Gruppe zu ge­lan­gen. „Mit­ten in den Ermittlungen ver­siegte diese Quelle jedoch”, berich­tet der „Spiegel“. An­fang 2016 musste das Verfahren dann ohne Anklage eingestellt werden, die Beweis­lage war zu dünn. „Man werde die Ver­däch­tigen und ihr Milieu weiter im Blick haben“, heißt es seitens des Ver­fas­sungs­schutzes.

In Anlehnung an den Rechtsterrorismus des sog. Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), der zwi­schen 1999 und 2007 zehn Morde und meh­rere Bomben­anschläge ver­übt hatte, soll sich die neue Grup­pierung „Zweiter Frühling“ ge­nannt haben – eine An­spielung auf das Video, in dem sich der NSU 2011 unter dem Titel „Frühling“ zu seiner ras­sis­ti­schen Mord­serie be­kannt hatte.

Laut Spiegel deutet all das darauf hin, dass sich schon ein Jahr nach der Selbst­ent­tarnung des NSU eine Nachfolge­organi­sa­tion zu for­mieren begann, die den rassis­tischen Terror des NSU fort­setzen wollte. Read the rest of this entry »

Gemeinsame Erklärung in Thüringen

Mai 4th, 2017  |  Published in Politik

Deutschland: Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung in Thüringen (Foto: Staatskanzlei Thüringen)Ministerpräsident Bodo Ramelow und Ro­ma­ni Rose unter­zeich­nen ge­mein­sa­me Er­klä­rung der Thü­rin­ger Lan­des­re­gie­rung mit dem Zentral­rat Deut­scher Sin­ti und Roma

Ministerpräsident Bodo Ramelow und der Vor­sitzen­de des Zentral­rats Deut­scher Sinti und Roma, Romani Rose, ha­ben am 2. Mai in der Thü­rin­ger Staats­kanzlei in Erfurt eine ge­mein­same Er­klä­rung über die Zu­sam­men­arbeit der Lan­des­regie­rung mit dem Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma un­ter­zeich­net. Gegen­stand der Erklärung sind der Erhalt und der Schutz der in Thürin­gen lie­gen­den Grabstätten von im Natio­nal­sozia­lis­mus ver­folg­ten Sinti und Roma als Familien­gedächt­nis­stätten und öffent­li­che Gedenkorte. Darüber hi­naus wird sich die Thü­rin­ger Landes­regierung ge­mein­sam mit dem Zentral­rat dafür ein­setzen, jeg­licher Dis­krimi­nie­rung und Aus­grenzung von An­ge­hö­ri­gen der Minder­heit ent­gegen­zu­wirken und den gesell­schaft­li­chen Antiziganismus zu ächten. Dazu soll es einen stän­digen Aus­tausch über alle Fragen geben, die die Minder­heit der schon seit Gene­ra­tio­nen in Thüringen leben­den deut­schen Sinti und Roma be­treffen.

Romani Rose wertete die Unterzeichnung als einen Akt von histori­scher Bedeu­tung. „Thüringen schreibt damit fest, dass Sinti und Roma ein Teil des Landes, seiner Geschichte und Kultur sind“, be­tonte Rose. Read the rest of this entry »

Kulturradio: Archiv für Roma-Kunst

Mai 3rd, 2017  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Interview, Kunst & Fotografie, Radio, Podcast & TV

RomArchive-Initiatorin Franziska Sauerbrey (Foto: Nihad Nino Pušija/RomArchive) Ein Gespräch mit Franziska Sauerbrey, Initiatorin und Projekt­leiterin von RomArchive

rbb/Kulturradio, Sendung vom 28.4.2017
>>Anhören / mp3 (6 Min., 3,5 MB)

Rund 12 Millionen Sinti und Roma gibt es in Europa. Ihre Jahr­hun­derte alte Kultur ist aber kaum sicht­bar. Das soll sich mit dem Auf­bau des RomArchive, eines digitalen Archivs für Kunst der Sinti und Roma, än­dern. Das Ar­chiv, das von der Kultur­stiftung des Bundes mit 3,75 Mil­lio­nen Euro ge­för­dert wird, soll ein in­ter­na­tio­nal zu­gäng­li­cher Ort wer­den, an dem Sinti und Roma ihre Kultur sicht­bar ma­chen und damit den bestän­di­gen Stereo­typen und Fremd­beschrei­bun­gen be­geg­nen.

Kulturradio spricht mit Franziska Sauerbrey vom RomArchive.

(Text: Kulturradio)

Link: blog.romarchive.eu

Siehe auch:
RomArchive: Ein Projekt sucht sein Logo, 28.1.2016
RomArchive: Startschuss für digitales Archiv, 2.7.2015