Walter Fink: Romane Thana in Vorarlberg
Mai 29th, 2017 | Published in Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Sonderausstellung im Vorarlberg Museum:
Romane Thana. Orte der Roma und Sinti
Kornmarktplatz 1, Bregenz
25. Mai bis 8. Oktober 2017
VN: Betteln ist ein Menschenrecht – Kommentar von Walter Fink
„Menschen dürfen betteln, es ist ein Menschenrecht.“ Das hat die Katholische Kirche Bregenz vor einiger Zeit gesagt, als die Hetze regen die Roma und Sinti in Vorarlberg auf ihrem Höhepunkt – den sie bis heute nicht verlassen hat – angelangt war. Und Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museums, meinte: „Wenn hundert bettelnde Menschen eine Krise auslösen können, dann zeigt das, wie dünn das Eis des Wohlstands ist, auf dem wir gehen.“ Die Roma und Sinti, die so vielen Vorurteilen begegnen, finden wir derzeit nicht nur auf den Straßen, sondern auch im „vorarlberg museum“, wo ihnen die Ausstellung „Romane Thana“ gewidmet ist.
Es war eine gute Idee des Museums, diese Ausstellung, die bereits 2015 vom „Wien Museum“ gezeigt und von Andrea Härle vom Romano Centro zusammengestellt wurde, zu übernehmen. Erstens weil wir bei uns seit Jahren mit einem vermeintlichen Roma-Problem zu tun haben, zweitens weil die Ausstellung ein hervorragendes Bild dieser Volksgruppe in Österreich zeichnet. Zwangsläufig ist – auch im erstklassigen Katalog – viel von Verfolgung die Rede, vom Kampf um Anerkennung, von Rückschlägen und Erfolgen der Volksgruppe der Roma und Sinti. Man muss nicht nur an die Zeit des Nationalsozialismus denken, als die „Zigeuner“ gleicher Verfolgung ausgesetzt waren wie die Juden. Es gab nicht nur einen Antisemitismus, es gab auch einen Antiziganismus. Und es gibt beides bis heute. Auch bei uns. Mit Schrecken erinnern wir uns an den 4. Februar 1995, als in Oberwart Roma Opfer eines Anschlags wurden. Vier junge Menschen starben durch eine Bombe, die von grausamen Rassisten gelegt wurde. So weit geht es nicht immer – aber Verfolgung und Denunzierung kennen auch wir in Vorarlberg.