RomArchive: Startschuss für digitales Archiv

Juli 4th, 2015  |  Published in Einrichtungen, Film & Theater, Kunst & Fotografie, Musik

Gründungsversammlung von RomAchive am 26. Juni 2015 in Berlin (Foto: RomArchive)Digitales Archiv der Sinti und Roma startet

„Wir haben die Besten ver­sam­melt!“ | „Ame an­dam e maj lašen kethane!“

Pressemitteilung, 2.7.2015:
Ziel des Projekts: Das erste umfassende digitale Archiv für Kunst der Sinti und Roma in Europa zu etablie­ren, um den integra­len Anteil dieser Minder­heit an der euro­päi­schen Kultur sicht­bar zu machen.

Wie: Hochkarätige ExpertInnen aus der Roma-Community wählen die Inhalte für ver­schie­dene Bereiche wie z.B. Musik, Theater, Film aus. Diese wer­den in eini­gen Jahren in digitaler Form ver­füg­bar gemacht.

Wann: Die Aufbauphase des Projektes hat bereits begon­nen. Das Projekt hat sich mit seiner ers­ten Sitzung am 26. Juni 2015 in Berlin konsti­tu­iert. Das Pro­jekt läuft ins­ge­samt 5 Jahre lang.

Prozess des Projekts: Zu diesem Zweck soll eine Sammlung internatio­na­ler Kunst aller Gat­tungen ent­stehen, erwei­tert um zeit­geschicht­liche Dokumente und wissen­schaft­liche Posi­tio­nen. Kon­zeptio­nell und inhalt­lich wird jeder Archiv­bereich von einem eigenen Kura­torInnen­team ver­ant­wortet. Nach der Projekt­lauf­zeit von 5 Jahren wollen die Initia­tiorin­nen Isabel Raabe und Franziska Sauerbrey das Archiv an eine euro­päische Roma-Or­ga­ni­sa­tion und damit komplett in die Hände der Com­munity über­geben. 

Der Aufbau des Pro­jekts und die Arbeit der Kura­­torIn­nen las­sen sich un­ter facebook.com/romanoarchive und bald auch auf Twitter so­wie auf Youtube mit­er­leben.

Zitate:
„Wir sind stolz, einige der besten Künstlerinnen und Künstler der Roma-Community als KuratorInnen für RomArchive versammelt zu haben“, sagt Nicoleta Bitu – Vorsitzende des Beirats von „RomArchive“.

„Der Beirat begrüßt, dass die Kulturstiftung des Bundes als Förderin von RomArchive die Rahmenbedingungen dafür geschaffen hat, dass alle inhaltlichen Entscheidungen von ExpertInnen aus der Minderheit getroffen werden“, Merfin Demir – stv. Vorsitzender Advisory Group RomArchive.

„Ich bin sehr froh, dass uns RomArchive ermöglicht, die kulturellen Beiträge unserer Minderheit in ihren Heimatländern bewusst zu machen“, erläutert Romani Rose, Mitglied des Beirates von RomArchive, Vorsitzender des Zentralrats und des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma.

„Wir hoffen, dass wir mit RomArchive Stereotypen und Vorurteilen wirksam begegnen können, indem wir einer breiten Öffentlichkeit Wissen digital verfügbar machen“, Hortensia Völckers, Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes.

„RomArchive ist ein Projekt von historischer Dimension“ – Nicoleta Bitu – Vorsitzende Advisory Group RomArchive

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Was ist der Beirat?
Der Beirat besteht aus KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen und AktivistInnen sowie aus RepräsentantInnen internationaler Sinti- und Roma-Organisationen aus den Gebieten Kunst, Kultur und Wissenschaft:

Personen des Beirates:
Nicoleta Bitu, Romano ButiQ, Rumänien (Vorsitzende); 

Merfin Demir, Amaro Drom – Interkulturelle Jugendselbstorganisation von Roma und Nicht-Roma, Deutschland (Stellvertretender Vorsitzender);

 Klaus-Michael Bogdal, Literaturwissenschaftler, Deutschland (Stellvertretender Vorsitzender); 

Romani Rose, Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Deutschland;

 Gerhard Baumgartner, Historiker, Österreich; 

Ethel Brooks, Soziologin, USA; 

Pedro Aguilera Cortés, Politikwissenschaftler, Spanien; 

Ágnes Daróczi, Aktivistin, Ungarn; 

Jana Horváthová, Museum für Roma-Kultur, Tschechische Republik; 

Zeljko Jovanovic, Roma Initiatives Office, Ungarn; 

Moritz Pankok, Galerie Kai Dikhas, Deutschland; 

Riccardo M Sahiti, Dirigent, Serbien / Deutschland; 

Anna Szász, European Roma Cultural Foundation, Ungarn; 

Zoni Weisz, Aktivist und Holocaust-Überlebender, Niederlande.

KuratorInnen:
Unter den KuratorInnen des Projekts sind Größen wie Katalin Bársony, die mit dem HBO Adria Award ausgezeichnet wurde und als Filmemacherin und Direktorin der ungarischen Roma-NGO Romedia Foundation agiert. 

Für den Bereich Bildende Kunst ist Tímea Junghaus verantwortlich, die Kunsthistorikerin war auch Kuratorin des internationalen Roma-Pavillons Paradise Lost auf der 52. Biennale di Venezia. 

Für den Bereich die Fotografie kuratiert André Raatzsch, der mit dem Barcsay Preis geehrte Fotograf und Bildhauer. 
Die Darstellenden Künste teilen sich Rodrigó Balogh, der mit dem UNHCR Refugee Prize for Theater ausgezeichnete ungarische Regisseur, Schauspieler und Leiter des Independent Theater Hungary, und Nedjo Osman, der mit dem Yul Brynner Preis geehrte Schauspieler und Leiter des Theaters TKO in Köln. 

Auch die Bereiche Musik und Literatur sollen durch eigene KuratorInnen vertreten sein.

Beratende Partnerorganisationen:
European Roma Cultural Foundation, 
Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma. 
Die Kulturstiftung des Bundes stellt die finanziellen Rahmenbedingungen für das Projekt RomArchive zur Verfügung. 
Auch das Goethe-Institut und die Bundeszentrale für politische Bildung beteiligen sich an der Förderung des Projekts.

Technische Umsetzung:
Die Stiftung Deutsche Kinemathek ist als Kooperationspartner mit der technischen Umsetzung beauftragt.

Pressekontakt Online: horvath@sauerbrey-raabe.de | Pressekontakt Print: ulm@sauerbrey-raabe.de

(Text: Pressemitteilung, 2.7.2015)

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