Berlin bekommt Europäisches Roma-Institut

Juni 8th, 2017  |  Published in Einrichtungen, Kunst & Fotografie

Vor der Gründungsfeier des ERIAC in Berlin (Foto: Zentralrat Deutscher Sinti und Roma)Roma-Kultur bekommt Platz in der Mitte Europas: Gäste aus Kultur, Politik und Wirt­chaft feiern Gründung des Europäischen Roma-Insti­tuts für Kunst und Kultur (ERIAC) in Berlin

ERIAC, 8.6.2017 (OTS) – Von Berlin aus soll zukünftig der kulturelle Auf­tritt der über 12 Mil­lio­nen euro­päi­schen Roma ge­stal­tet wer­den. Das ist der Auf­trag des Europäischen Roma-Instituts für Kunst und Kultur, des­sen Gründung heu­te mit einem Festakt im Licht­hof des Aus­wärti­gen Amts in Berlin ge­feiert wur­de. Das Insti­tut gibt die Deutungs­ho­heit über die Roma-Kultur und -Identität in die Hän­de der Roma und soll so die, oft falsche, Dar­stel­lung durch Drit­te be­enden.

Das Europäische Roma-Institut für Kunst und Kultur ist das Resultat einer breit an­ge­leg­ten Initiative von Roma-Aktivisten, -Akademikern und -Künstlern, die sich als Allianz für das Europäische Roma-Institut als Erste für des­sen Ein­rich­tung stark ge­macht haben. Die Allianz wur­de zu der trei­ben­den Kraft hinter der Um­setzung der Idee. Nach und nach gewann sie die Unter­stützung des Europarats so­wie die der Open Society Foundations und ihres Grün­ders, dem Phil­anthro­pen George Soros, der sich schon lan­ge tat­kräf­tig für Roma-Be­lange einsetzt. (Anm. der dROMa-Red.: Der Plan zur Schaffung eines Euro­päi­schen Roma-Instituts durch Europa­rat und Soros’ OSF wur­de an­läss­lich des Ro­ma-Gipfels am 4. April 2014 von EU-Kom­mis­sions­chef Barroso öf­fent­lich be­kannt ge­ge­ben. Die Al­lianz für das Euro­päi­sche Roma-Institut wur­de als neuer, dritter Partner erst 2015 be­gründet.)

Timea Junghaus, Geschäftsführerin des Instituts: „Das Europäische Roma-Institut für Kunst und Kultur wird ein Zentrum der Roma-Selbst­ent­fal­tung werden und lang ge­hegte Vorurteile heraus­for­dern. Wenn man be­denkt, dass nur eines von 10.000 Roma-Werken als Teil einer staat­li­chen Sammlung dauer­haft aus­ge­stellt wird, er­kennt man, wie drin­gend sich etwas än­dern muss.“

An der Gründungsfeier nahmen neben George Soros und Thorbjørn Jagland, Ge­ne­ral­sekre­tär des Europarats auch Michael Roth, Staats­minister für Europa im Aus­wärti­gen Amt und Hartmut Koschyk, Be­auftrag­ter der Bundesregierung für Aus­sied­ler­fra­gen und na­tio­na­le Minderheiten teil. Roth und Ko­schyk vertreten die Bun­des­regie­rung im Kuratorium des Insti­tuts, dem außer Roma-Künstlern und .Akti­vis­ten auch Romani Rose, Vor­sitzen­der des Zentralrats Deut­scher Sinti und Roma, an­gehört.

Zur Einrichtung des Instituts sagte Soros: „Die Ent­wick­lung einer stolzen Roma-Identität ist von über­geord­ne­ter Wich­tig­keit, um tief ver­wurzelte Feind­lich­keit und Rassismus gegen Roma zu über­winden. Das Europäische Roma-Institut für Kunst und Kultur wird dabei hel­fen, die nega­tive Ein­stellung gegen­über Roma ab­zu­legen und es wird ein Ort für Roma sein, um ihre Kultur, Identität und Selbst­wahr­neh­mung zu er­hal­ten, auf­zu­bauen und weiter zu ent­wickeln.“

Der Generalsekretär des Europarats fügte hinzu: „Die Eröffnung des Insti­tuts liegt mir seit län­gerer Zeit sehr am Her­zen. Wir müs­sen weiter gegen die Dis­kri­mi­nie­rung von Roma kämpfen, und gleich­zeitig ihren Beitrag zur euro­päi­schen Kultur an­erken­nen und wür­digen – ein Bei­trag auf den sie stolz sein kön­nen. Das ist genau das Ziel des Euro­päi­schen Ro­ma-Insti­tuts für Kunst und Kultur.“

Das Institut wird das vielfältige kulturelle und künstle­ri­sche Erbe der Roma do­ku­men­tie­ren und für die zahl­rei­chen Roma-Or­ga­ni­sa­tio­nen und Kultur­aktivis­ten neue Ge­legen­heiten zum Aus­tausch schaffen.

Michael Roth, Staatsminister für Europa, ver­sprach, dass Deutschland dem Pro­jekt ein guter Gast­geber sein wer­de: „Das Europäische Roma-Institut hat die volle Unter­stützung der Bun­des­regie­rung – wir sind fest ent­schlos­sen, gegen die Vor­urteile zu kämpfen, mit denen Roma europa­weit noch immer kon­fron­tiert wer­den. Ich bin er­freut, dass das Institut seinen Haupt­sitz in Berlin haben wird – einer kul­tu­rell leben­di­gen Stadt im Herzen eines demo­kra­ti­schen und freien Europas. Die Kul­tur­pro­jekte des Instituts wer­den helfen, Stereo­typen zu über­winden, sie werden Men­schen zu­sam­men­bringen und Brücken zwi­schen den unter­schied­li­chen Ethnien und Kul­tu­ren bauen.“

Im Herbst wird das Europäische Roma-Institut für Kunst und Kultur sei­ne Arbeit im zentra­len Berlin auf­neh­men. An­schlie­ßend wird es einen europa­wei­ten Aufruf zur Mit­glied­schaft star­ten und in die Detail­pla­nung für die ers­ten Kunst- und Kultur­events gehen.

(Text: Europäisches Roma Institut für Kunst und Kultur, 8.6.2017)

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