Juni 30th, 2020 |
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Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie beobachten Roma-Organisationen eine wachsende Zahl von Diskriminierungen gegenüber Sinti und Roma. Ein Beispiel ist der Umgang mit Infektionen in einem Wohnblock in Berlin-Neukölln.
Violeta Balog und Georgi Ivanov vom Verein Amaro Foro sprechen über Klischees und wie Roma in Berlin leben.
→Anhören: www.inforadio.de
Juni 29th, 2020 |
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Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Internet & Blogothek
RomArchive, das digitale Archiv der Sinti und Roma, hat den renommierten „Grimme Online Award“ in der Kategorie „Wissen und Bildung“ gewonnen. Die Preisverleihung fand aufgrund der Corona-Pandemie digital statt …
Romani Rose, der Vorsitzende des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma, dankt der Jury des „Grimme Online Award“ für die Verleihung dieses renommierten Preises. „Der Preis trägt dazu bei, die über 600-jährigen kulturellen und künstlerischen Leistungen der Sinti und Roma in den Bereichen der bildenden und darstellenden Kunst, Musik sowie Literatur in ihren Heimatländern und ihren großen Einfluss auf die europäische Kulturgeschichte sichtbar zu machen“, so Rose.
Mit dem „Grimme Online Award“ in der Kategorie „Wissen und Bildung“ werden Vermittlungsangebote ausgezeichnet, die für die Allgemeinheit relevante Inhalte zur Verfügung stellen und der gesellschaftlichen Bildung, Beratung und Aufklärung dienen. Das RomArchive ist seit Januar 2019 online und steht seit einem Jahr unter der Trägerschaft des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma. Mit dem Onlinearchiv wurde eine im Internet weltweit zugängliche, verlässliche Wissensquelle geschaffen, die Stereotypen und Vorurteilen mit Fakten begegnet. Die auf ständigen Zuwachs angelegte Sammlung des Archivs spiegelt die enorme Bandbreite und Diversität von kulturellen Identitäten und nationalen Errungenschaften wider. Der Reichtum einer jahrhundertealten und bis in die Gegenwart überaus lebendigen und vielseitigen künstlerischen und kulturellen Produktion wird hier erstmals in diesem Umfang öffentlich sichtbar.
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Juni 28th, 2020 |
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Geschichte & Gedenken
Pressemitteilung des Aktionsbündnisses „Unser Denkmal ist unantastbar!“, 26. Juni 2020:
Unser Denkmal darf nicht angefasst werden. Es ist das einzige, was wir haben. Wer das Denkmal anfasst, tötet unsere Menschen ein zweites Mal. Das ist eine große Schande, dass die Deutsche Bahn vergessen hat, dass die Reichsbahn unsere Menschen in die Gaskammern gefahren hat. Eine große Schande wäre das, wenn unser Denkmal angefasst wird.
Zilli Schmidt, geb. 1924, Überlebende des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau
Mit Bestürzung und Entsetzen haben wir erfahren, dass das nationale Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas in Berlin durch den geplanten Bau der S21 massiv beeinträchtigt und beschädigt werden könnte. Für uns als Nachfahren der Opfer des deutschen Völkermordes an den Angehörigen unserer Minderheiten ist dieses Denkmal ein unersetzlicher Ort, um den wir lange kämpfen mussten.
Das Denkmal nahe dem Reichstagsgebäude ist ein sehr spätes Bekenntnis der Bundesrepublik Deutschland zur Verantwortung für den Massenmord an bis zu 500.000 Sinti und Roma in Europa, ein Ausdruck der Anerkennung des zugefügten Unrechts. Für die deutschen und für die europäischen Sinti und Roma ist dieser Ort der Trauer und des Gedenkens unantastbar, umso mehr, als unsere während des Zweiten Weltkrieges von Deutschen und ihren Helfern ermordeten Menschen kein Grab haben: Frauen, Männer und Kinder wurden, weil sie Sinti oder Roma waren, in Gruben erschossen und verscharrt oder in den Gaskammern erstickt und anschließend in Krematorien verbrannt. Ihre Asche wurde in der Umgebung verstreut. Für viele deutsche Sinti ist das Denkmal ein symbolisches Grabmal: mulno – ein unverletzlicher Ort, der dem Andenken und der Ehre unserer Toten gewidmet ist.
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Juni 27th, 2020 |
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Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
Am 1./2.10.1928 zog ein Lynchmob zur Romasiedlung von Pobedim (Slowakei) und ermordete 6 Roma. Keiner der Täter musste mehr als 1,5 Jahre Haft absitzen.
(Quelle)
Juni 25th, 2020 |
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Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte
Amnesty-Bericht: Hartes Vorgehen der Polizei gegen Minderheiten während der Lockdowns in Europa
Die Behörden müssen damit aufhören, diskriminierende Quarantänemaßnahmen für Roma sowie Geflüchtete und Migrant/innen zu verhängen und diese Menschen rechtswidrig aus Lagern und informellen Siedlungen zu vertreiben. Stattdessen müssen sie die Rechte auf Gesundheit und angemessenes Wohnen für alle sicherstellen.
Barbora Černušáková,
Expertin für Osteuropa bei Amnesty International
Amnesty International hat am gestrigen Mittwoch einen Report über Menschenrechtsverletzungen durch die Polizei bei der Durchsetzung von Lockdowns und ähnlichen Maßnahmen in 12 europäischen Ländern veröffentlicht. →Amnesty-Bericht Demnach waren ethnische Minderheiten und marginalisierte Gruppen überproportional von Personenkontrollen und Strafen sowie von Gewalt und erzwungener Quarantäne betroffen.
Zum Beispiel war in Seine-Saint-Denis die Zahl der Strafen wegen Lockdown-Verstößen dreimal höher als im französischen Durchschnitt. Seine-Saint-Denis ist das ärmste Gebiet Frankreichs, wenn man von den Überseegebieten absieht. Die Mehrheit der Bevölkerung ist schwarz oder nordafrikanischer Herkunft. Die lokalen Behörden wiesen den Vorwurf zurück, dass der Lockdown in Seine-Saint-Denis besonders häufig gebrochen wurde. In Nizza wurden in neun Nachbarschaftsbezirken, in denen hauptsächlich Arbeiter/innen und ethnische Minoritäten wohnen, längere nächtliche Ausgangssperren verhängt als im Rest der Stadt. In London stieg die Zahl der Polizeikontrollen bei Schwarzen überproportional. Read the rest of this entry »
Juni 21st, 2020 |
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Facts & Figures
2014–2016 entfielen über 70 % der Berichterstattung über Roma und Travellers in 12 britischen Tageszeitungen auf Boulevardmedien.
(Quelle)
Juni 19th, 2020 |
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Ehrungen & Nachrufe

O prindschardo Romengero-aktivisto Ludwig „Burli“ Horvath mulo. Deschberschengero ov pe le tschatschipenge taj jeka feder cukunftake la flogoskera grupnake le Romendar ande beschartscha.
O Ludwig Horvath ando 23ti merc 1955 ojs jek le efta tschavendar le soharde dschenendar Horvath, Erbate upro them alo. Upre bartschinno ov andi afka akardi dujti Romengeri-sidlung, savi ando kesdipe le 1970te berschendar, vasch o bauninipe la neva schpitatar, upro aguno than la nojoskera deponijatar, kerdi uli.
1975 o Ludwig Horvath pra dschuvla te prindscharel siklino taj so duj ando Ungriko use lakeri familija cidine. Ov afka uso jek le tschule austritike kherodaschengere butschaschendar ando komunistischi vilago ulo. Kekaj pharo sina, i nevi hajmat ojs bast le terne dschenenge pe sikatscha. O Ludwig Horvath i ungriki tschib siklino taj jek arsiklipe ojs forstiskero butschaschi, kisetintscha. Ando kesdipe le 80te berschendar o Ludwig Horvath pra familijaha papal andi Austrija pal alo taj buti upro poschtitoskero bauninipe aun lija taj mindig, afka sar but avre burgenlanditike murscha, Betschiste ladlahi. Andi pensijona, o Ludwig Horvath, mindig le tschatschipenge taj jeka feder cukunftake la flogoskera grupnake le Romendar, ando mindenfelitike Romengere-organisaciji, butschalinlahi.
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Juni 18th, 2020 |
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Ehrungen & Nachrufe

Der bekannte Roma-Aktivist Ludwig „Burli“ Horvath ist verstorben.
Jahrzehntelang setzte er sich für die Rechte und für eine bessere Zukunft der Volksgruppe der Roma ein.
Wir haben einen lieben Freund und wichtigen Mitstreiter verloren!
Ludwig Horvath wurde am 23. März 1955 als eines von sieben Kindern des Ehepaars Horvath in Oberwart geboren. Aufgewachsen ist er in der so genannten zweiten Oberwarter Roma-Siedlung, die Anfang der 1970er-Jahre dann dem Schwerpunktkrankenhaus weichen musste und auf dem Areal der ehemaligen Mülldeponie neu errichtet wurde.
1975 lernte Ludwig Horvath seine spätere Frau kennen und beide beschlossen, nach Ungarn zur Familie seiner Frau zu ziehen. Er wurde so zu einem der wenigen österreichischen Gastarbeiter im kommunistischen Ostblock. Trotz vermeintlicher Schwierigkeiten stellte sich die neue Heimat als Glücksgriff für das junge Paar heraus. Ludwig Horvath erlernte die Sprache und schloss eine Berufsausbildung als Forstarbeiter ab. Anfang der 80er-Jahre kehrte Ludwig Horvath mit seiner Familie wieder nach Österreich zurück und nahm eine Tätigkeit im Straßenbau auf und pendelte fortan, so wie viele andere Burgenländer, nach Wien. Nach seiner Pensionierung war Ludwig Horvath stets für die Rechte und für eine bessere Zukunft der Volksgruppe der Roma in den verschiedenen Roma-Organisationen tätig.
Die Sprache der Roma, das Burgenland-Romani, war für ihn ein zentraler Baustein der ethnischen Identität. Sein sehnlichster Wunsch für die Zukunft war, dass Roma und Nicht-Roma „friedlich zusammenleben“.
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Juni 18th, 2020 |
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Facts & Figures
Neue Genstudien über Gitanos (span. Roma) widersprechen der Hypothese, die Roma könnten auch über Nordafrika nach Spanien gelangt sein.
(Quelle)
Juni 17th, 2020 |
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Medien & Presse, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Deutschland: Die Legende von den Roma-„Großfamilien“ am Corona-Hotspot
Stefan Lauer/Belltower.News: Göttingen kämpft seit Tagen mit einem Corona-Ausbruch. Zunächst heißt es, 170 Bewohner/innen eines Hochhauses seien betroffen und hätten sich während des islamischen Zuckerfestes angesteckt. „Großfamilien“ hätten zusammen gefeiert und sich unter anderem beim Moscheebesuch und in einer Shisha-Bar angesteckt. Medien und Behörden machen vor allem muslimische Roma-Familien verantwortlich. Eine Geschichte, die bei näherer Betrachtung auseinanderfällt.
In Göttingen dreht sich zur Zeit alles um das „Iduna“-Zentrum. Ein Hochhauskomplex mit 700 Bewohner/innen, der als „sozialer Brennpunkt“ gilt. Erbaut wurde das Zentrum in den 70er Jahren und galt zunächst als Modellprojekt, mit Wohnraum für Studierende und Familien. Doch die Verantwortlichen verloren recht schnell das Interesse an dem Gebäude, das Umfeld fing an zu verfallen. In den 1990er Jahren wurden hier Bürgerkriegsflüchtlinge aus Jugoslawien untergebracht. Mittlerweile leben im Komplex viele migrantische Bewohner/innen, Geflüchtete und andere Menschen mit wenig Einkommen. Diese Wohnungen werden besonders gern an Empfänger/innen von Transferleistungen vermietet. So bekommen die Besitzer/innen auch für kleine und heruntergekommene Wohnungen gutes Geld von den Behörden, ohne sich um Verbesserungen kümmern zu müssen.
Vor wenigen Tagen wurde nun bekannt, dass im „Iduna“-Zentrum ein Corona-Hotspot entstanden sei. Der Krisenstab der Stadt Göttingen, geleitet von Petra Broistedt, spricht von 170 Infizierten aus mehreren „Großfamilien“, die sich angesteckt hätten, weil sie unter Missachtung der Vorschriften gemeinsam das Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan, das Zuckerfest, gefeiert hätten. Auch in einer Moschee sollen die ominösen „Großfamilien“ gewesen sein.
Die Medien reisen an. In der Stadt werden Bewohner/innen befragt, in praktisch jedem Fernsehbeitrag werden ausschließlich weiße Menschen interviewt, die ihrer Empörung wegen der Verantwortungslosigkeit der Hochhausbewohner/innen, Luft machen. Rücksichtlosigkeit wird den Menschen vorgeworfen. In Boulevardmedien sind „arabische Clans schuld an Göttinger Massenausbruch“. Jetzt stellt sich heraus: Alles ist ganz anders. Read the rest of this entry »
Juni 16th, 2020 |
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Religion, dROMa (Magazin)
Frühling | Terno linaj 2020
25 Jahre Roma-Pastoral | 25 berscha Romengeri-pastoral
→Download (PDF) | Inhalt
Seit 25 Jahren steht die Roma-Pastoral wie ein Leuchtturm in der bunten Landschaft der Einrichtungen und Organisationen, die sich im Burgenland für die Anliegen der Roma einsetzen. 1995/96 wurde mit dem „Referat für ethnische Gruppen“ in der Diözese Eisenstadt erstmals eine eigene Roma-Seelsorge installiert – ein Jubiläum, das wir mit einem ausführlichen Schwerpunkt würdigen möchten. Wir haben daher die langjährige Referentin Monika Scheweck eingeladen, die Anfangsjahre der Roma-Seelsorge Revue passieren zu lassen. Die Oberwarter Romni Manuela Horvath, die der Roma-Pastoral seit 2016 vorsteht, schildert Aufgabenbereiche und Perspektiven ihrer Arbeit. Und wir haben uns mit dem Roma-Seelsorger Matthias Platzer über seine Zusammenarbeit mit der Volksgruppe unterhalten. Der Ausnahmezustand der letzten Monate hat dabei auch dieser Ausgabe seinen Stempel aufgedrückt: Das Interview mussten wir wegen der Coronakrise wohl oder übel übers Internet führen; und wir haben uns kurzfristig entschlossen, den außergewöhnlichen Zeiten Rechnung zu tragen, indem wir der Frage nachgehen, was die Pandemie für Europas Roma bedeutet.
Sajt 25 berscha i Romengeri-pastoral sar jek ududiskero turm ando feschtimo than le birovtschagendar taj organisacijendar, save pumen ando Burgenland le aunpaschlojipenge le Romendar ande bescharen, terdschol. 1995/96 le „referatiha le etnischi grupnenge“ andi diöcesa Tikni Martona erschtivar jek ajgeni Romengero-selsorgeri kerdo ulo – jek jubilejum, savo amen jeke barikane pharipeskere gendoha te patijarel kamaha. Amen vaschoda la duge berschengera referentkijatar Monika Scheweck manglam, hot o kesdipeskere berscha la Romengera-selsorgejatar papal te dschangarel. Read the rest of this entry »
Juni 15th, 2020 |
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Geschichte & Gedenken
Zentralrat widerspricht der Deutschen Bahn: Gedenken und Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma Europas massiv beeinträchtigt
„Das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas wird durch den geplanten Bau der S21 massiv beeinträchtigt. Das Denkmal besteht nicht nur aus dem schwarzen Becken, sondern umfasst selbstverständlich das gesamte von Dani Karavan gestaltete Ensemble, die Glaswände mit der Chronologie und dem Zitat von Bundespräsident Roman Herzog und Bundeskanzler Helmut Schmidt ebenso wie die in den Boden eingelassenen Steinplatten, die die Namen der Konzentrations- und Vernichtungslager tragen. Die geplante Baustelle wird weit über die Hälfte des Geländes umfassen. Eine solche umfassende Beeinträchtigung des Gedenkens ist für die Überlebenden und ihre Familien, war und ist für den Zentralrat unvorstellbar“, so der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose. Rose widerspricht damit deutlich der Einschätzung der Bahn, dass das Denkmal nicht angetastet werde, wie der Bevollmächtigte der Bahn, Alexander Kaczmarek, erklärte.
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Juni 13th, 2020 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Schützt das Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma
Treffpunkt: Sa., den 13. Juni 2020 um 15 Uhr, Scheidemannstraße vor dem Reichstagsgebäude
Schlusskundgebung: Deutsche Bahn AG Konzernzentrale, Potsdamer Platz
→Live-Stream zur Veranstaltung
Unser zentraler Gedenkort, Grabmal der Unbegrabenen – das Mahnmal/Denkmal für die ermordeten Sinti und Sinteze und Roma und Romnja Europas im Zentrum Berlins ist bedroht. Bedroht ausgerechnet von jenen, die besonders in Verantwortung für die jetzige Gesellschaft und zukünftige Generationen handeln müssten: dem Deutschen Bundestag und der Deutschen Bahn! Nach deren gemeinsamen Plänen soll unser Mahnmal für ein Bauvorhaben – für eine S-Bahn – temporär entfernt oder teilweise gesperrt werden. Die Deutsche Bahn nennt dieses Bauvorhaben „eines der wichtigsten Zukunftsprojekte“ für Berlin.[1]
Nach fast drei Dekaden Kampf der Bürger/innenrechtsbewegung von Sinti und Sinteze und Roma und Romnja und ihrer Verbündeten und nach mehr als zwei Jahrzehnten Planung und Bau wurde 2012 das vom jüdischen Künstler Dani Karavan entworfene Mahnmal/Denkmal der Sinti und Sinteze und Roma und Romnja in Berlin-Tiergarten gegenüber des Reichstagsgebäudes eingeweiht. Erst seit 2012 haben wir Sinti und Sinteze und Roma und Romnja einen Ort des Gedenkens und der Erinnerung an all jene, die nicht zurückgekommen sind, die den deutschen Faschisten und ihren Verbündeten zum Opfer gefallen sind. Erst seit acht Jahren gibt es mit dem Mahnmal/Denkmal ein sichtbares Eingeständnis von Schuld, Verantwortung und der Mahnung.
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Juni 11th, 2020 |
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Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
Ab Febr. 1938 verbrachte das faschistische Regime Italiens nahezu alle Roma aus Istrien in die Verbannung nach Sardinien.
(Quelle)
Juni 10th, 2020 |
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Geschichte & Gedenken
Tschechien: Symbolischer Wald siegt im Wettbewerb für Roma-Gedenkstätte in Lety
Der architektonische Wettbewerb für die Gedenkstätte an Stelle des ehemaligen Roma-Konzentrationslagers im südböhmischen Lety kennt seinen Sieger. Von 41 Entwürfen aus 12 Ländern hat die Jury das gemeinsame Konzept des Ateliers Terra Florida und des Ateliers Světlík ausgewählt. Die Gedenkstätte soll nach ihrer Vorstellung die Form eines symbolischen Waldes tragen. Vertreter des Museums für Roma-Kultur haben das Projekt am Dienstag in Prag vorgestellt. Die geplante Anlage soll 2023 eröffnet werden.
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Juni 7th, 2020 |
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Facts & Figures
In Tschechien rauchen Roma-Frauen dreimal so häufig wie andere Frauen (59 bzw. 19%), in Spanien hingegen sogar etwas seltener.
(Quelle)
Juni 6th, 2020 |
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Rassismus & Menschenrechte
Deutschland: Hetze wegen Corona-Ansteckungen in Göttingen breitet sich aus
Seit Tagen verfolgen wir mit zunehmender Besorgnis die Berichterstattung über Göttinger Corona-Infektionen. Permanent werden stigmatisierende Begriffe verwendet und die betroffene Personen als leichtsinnige und verantwortungslose Menschen dargestellt. Ort des Geschehens ist ein Hochhaus mit 700 Bewohner/innen, das in Göttingen als „sozialer Brennpunkt“ gilt. Dort leben vielfältige Menschen: Migrant/innen, Geflüchtete, aber auch Deutsche. Den meisten gemein ist ihre soziale Deklassierung.
Ein Bewohner des Hauses, der nicht zu den in den Medien beschuldigten „Großfamilien“ gehörte, hatte sich mit Corona infiziert und befand sich unter Quarantäne. Gegen diese verstieß er mehrere Male. Andere Bewohner/innen des Hauses, unter anderem aus den Familien, die jetzt kriminalisiert werden, wiesen die Behörden mehrfach darauf hin, dass sich der Mann nicht an die Quarantäne hielt. Die Behörden reagierten nicht.
Ein älterer Mann erkrankte schwer, und seine Familie brachte ihn am 25. Mai ins Krankenhaus. Dort wurde er positiv auf Corona getestet. Seine Familie machte sich natürlich auch Sorgen um ihre weiteren Angehörigen und wollte sich ebenfalls testen lassen. Da keine/r Symptome hatte, weigerte sich das Klinikum, sie zu testen, bzw. sie hätten finanziell selbst für die Tests aufkommen müssen. In der Presse war dagegen vielfach davon die Rede, dass die Bewohner/innen der Aufforderung, sich testen zu lassen, nicht nachgekommen seien.
In der Presse wird behauptet, die Infektionen hätten primär bei Familienfeiern anlässlich des Zuckerfestes am 24. Mai stattgefunden, also bevor der Mann die Corona-Diagnose hatte. Die Familien hatten eine Genehmigung des Ordnungsamtes für die Zusammenkunft in der Moschee. Nur dort hat eine Zusammenkunft mehrerer Personen unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln stattgefunden. Weitere Feierlichkeiten gab es nicht.
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Juni 5th, 2020 |
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Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte
Verein ZARA – Zivilcourage & Anti-Rassismus-Arbeit (Hg.): Rassismus Report 2019. Analyse zu rassistischen Übergriffen & Strukturen in Österreich. 20 Jahre Anti-Rassismus-Arbeit, Wien, März 2020, 100 S.
→Zum Download: www.zara.or.at
ZARA berichtet alljährlich im Rassismus-Report über rassistische Übergriffe und Vorkommnisse in Österreich. Er ist eine wichtige Informationsquelle für nationale und internationale Organisationen und noch immer die einzige qualitative Datenquelle in Österreich. (Anm.: Das Romano Centro dokumentiert romafeindliche Vorfälle in Österreich, der letzte „Antiziganismus-Bericht“ erschien im Dezember 2017). Die ausgewählten, detailliert dargestellten und anonymisierten Einzelberichte repräsentieren die Qualität und Strukturen des rassistischen österreichischen Alltags.
Im Jahr 2019 gingen in der ZARA-Beratungsstelle für Betroffene und Zeug/innen von Rassismus 1.950 Meldungen von rassistischer Diskriminierung ein – sichtbar wird damit allerdings nur die Spitze des Eisbergs. Besonders viele Meldungen betreffen das Internet – das hat sich umso mehr in Zeiten der Ausgangsbeschränkungen aufgrund des Coronavirus gezeigt.
Auch eine Reihe romafeindlicher Vorfälle fand Eingang in den Bericht. Die publizierte Falldokumentation umfasst u.a. unter Punkt 7 eine „antiziganistische Beschmierung“ in Wien; unter Punkt 14 einen „antiziganistischen sowie sozialdarwinistischen ,Dokumentarfilm‘“ einer deutschen TV-Produktionsfirma (wir berichteten hier, hier und hier); sowie unter Punkt 29 „Antiziganismus am Arbeitsplatz“. Im vergangenen Jahr 2019 dokumentierte ZARA insgesamt 54 antiziganistische Vorfälle, 2020 bislang elf (Stand Anf. April 2020). [ZARA-Newsletter, Nr. 5/2020]
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Juni 4th, 2020 |
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Facts & Figures
71% der Roma in Ungarn halten ethnisch gemischte Ehen für „völlig akzeptabel“. Nur 44% der Nicht-Roma sehen das ebenso. (2011)
(Quelle/Excel)
Juni 2nd, 2020 |
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Rassismus & Menschenrechte, Religion
„Es ist ein großes Geschenk, das Ihr besitzt“
Heute vor einem Jahr, am 2. Juni 2019 besuchte Papst Franziskus, am letzten Tag seiner Rumänienreise, die Roma des Städtchens Blaj (deutsch: Blasendorf) in Siebenbürgen. In seiner historischen Rede, die wir für dROMa übersetzt haben, bittet er die Roma um Verzeihung für das Unrecht, das ihnen im Lauf der Geschichte auch von Christen – und auch von der katholischen Kirche – zugefügt wurde. Im Folgenden geben wir die Rede in einigen Auszügen auf Deutsch sowie auf Romani wieder:
Ich trage im Herzen eine Last. Es ist die Last der vielen Erfahrungen von Diskriminierung, Ausgrenzung und Misshandlung, die Eure Gemeinschaften erlitten haben. Die Geschichte zeigt uns, dass auch Christen, Katholiken solch Böses nicht fremd ist. Dafür möchte ich Euch um Vergebung bitten. Ich bitte um Vergebung im Namen der Kirche und des Herrn, und ich erbitte Vergebung von Euch. Für all jene Zeiten in der Geschichte, in denen wir Euch benachteiligt, misshandelt oder schief angesehen haben, mit dem Blick Kains und nicht Abels, und in denen wir unfähig waren, Euch anzuerkennen, zu schätzen und in Eurer Einzigartigkeit zu verteidigen.
Wie oft urteilen wir vorschnell, mit verletzenden Worten, mit Haltungen, die Hass und Spaltung säen! Wann immer jemand zurückgelassen wird, kann die Familie der Menschheit nicht vorwärtskommen. Tief im Inneren sind wir keine Christen, ja nicht einmal gute Menschen, wenn wir nicht fähig sind, die Person vor ihren Taten, vor unseren eigenen Urteilen und Vorurteilen zu sehen.
Liebe Brüder und Schwestern, Ihr als Volk habt eine große Rolle auszufüllen. Scheut Euch nicht, die besonderen Gaben, die Ihr besitzt und die Eure Geschichte geprägt haben, zu teilen und anzubieten. Wir brauchen diese Gaben: Read the rest of this entry »