Archive for Juni, 2020

Roma in Berlin und das Corona-Stigma

Juni 30th, 2020  |  Published in Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

rbb/Inforadio über Roma in DeutschlandSeit dem Ausbruch der Corona-Pandemie be­ob­ach­ten Roma-Or­gani­satio­nen eine wach­sende Zahl von Dis­kri­minie­run­gen gegen­über Sinti und Roma. Ein Bei­spiel ist der Um­gang mit In­fektio­nen in einem Wohn­block in Ber­lin-Neukölln.

Violeta Balog und Georgi Ivanov vom Verein Amaro Foro spre­chen über Kli­schees und wie Roma in Berlin le­ben.

→Anhören: www.inforadio.de

RomArchive gewinnt Grimme-Preis

Juni 29th, 2020  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Internet & Blogothek

Preisverleihung der Grimme Online Awards 2020 in Deutschland RomArchive, das digitale Archiv der Sinti und Roma, hat den re­nom­mier­ten „Grim­me On­line Award“ in der Ka­te­go­rie „Wis­sen und Bil­dung“ ge­won­nen. Die Preis­ver­lei­hung fand auf­grund der Co­ro­na-Pan­de­mie di­gi­tal statt …

Romani Rose, der Vorsitzende des Dokumentations- und Kultur­zentrums Deut­scher Sinti und Roma, dankt der Jury des „Grimme Online Award“ für die Ver­lei­hung dieses renom­mier­ten Prei­ses. „Der Preis trägt dazu bei, die über 600-jäh­rigen kultu­rellen und künst­le­rischen Leis­tungen der Sinti und Roma in den Be­reichen der bildenden und dar­stel­len­den Kunst, Musik sowie Literatur in ihren Heimat­ländern und ihren gro­ßen Ein­fluss auf die euro­päi­sche Kultur­geschichte sicht­bar zu ma­chen“, so Rose.

Mit dem „Grimme Online Award“ in der Kategorie „Wissen und Bildung“ wer­den Ver­mitt­lungs­an­ge­bote aus­ge­zeich­net, die für die All­gemein­heit rele­vante Inhalte zur Ver­fügung stellen und der gesell­schaft­li­chen Bildung, Beratung und Auf­klärung die­nen. Das RomAr­chive ist seit Januar 2019 online und steht seit einem Jahr unter der Träger­schaft des Do­ku­men­ta­tions- und Kul­tur­zentrums Deutscher Sinti und Roma. Mit dem Online­archiv wur­de eine im Internet welt­weit zu­gäng­liche, ver­lässliche Wissens­quelle ge­schaffen, die Stereo­typen und Vor­urteilen mit Fakten be­gegnet. Die auf stän­digen Zuwachs an­gelegte Samm­lung des Archivs spiegelt die enor­me Bandbreite und Diver­sität von kulturel­len Identitäten und na­tiona­len Er­rungen­schaften wider. Der Reichtum einer jahr­hun­derte­alten und bis in die Gegen­wart überaus leben­digen und viel­seitigen künst­leri­schen und kulturellen Pro­duktion wird hier erst­mals in diesem Um­fang öf­fent­lich sichtbar.

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„Unser Denkmal ist unantastbar!“

Juni 28th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken

Sinti-und-Roma-Denkmal in Berlin (Foto: Marko Priske)Pressemitteilung des Aktions­bünd­nis­ses „Unser Denk­mal ist un­an­tast­bar!“, 26. Juni 2020:

Unser Denkmal darf nicht angefasst werden. Es ist das ein­zige, was wir ha­ben. Wer das Denk­mal an­fasst, tötet un­sere Men­schen ein zwei­tes Mal. Das ist eine gro­ße Schan­de, dass die Deutsche Bahn ver­ges­sen hat, dass die Reichs­bahn un­se­re Men­schen in die Gas­kam­mern ge­fahren hat. Eine gro­ße Schande wäre das, wenn un­ser Denk­mal an­ge­fasst wird.

Zilli Schmidt, geb. 1924, Überlebende des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau

Mit Bestürzung und Entsetzen haben wir erfah­ren, dass das natio­nale Denkmal für die im Natio­nal­sozialis­mus er­mor­deten Sinti und Roma Europas in Berlin durch den ge­plan­ten Bau der S21 massiv be­ein­träch­tigt und be­schädigt wer­den könnte. Für uns als Nach­fahren der Opfer des deutschen Völker­mordes an den Ange­hö­rigen unserer Minder­heiten ist dieses Denkmal ein un­ersetz­li­cher Ort, um den wir lan­ge kämpfen mussten.

Das Denkmal nahe dem Reichstagsgebäude ist ein sehr spätes Be­kennt­nis der Bun­des­republik Deutschland zur Ver­ant­wor­tung für den Massen­mord an bis zu 500.000 Sinti und Roma in Europa, ein Aus­druck der An­erkennung des zu­gefüg­ten Unrechts. Für die deutschen und für die euro­päi­schen Sinti und Roma ist dieser Ort der Trauer und des Gedenkens un­antast­bar, umso mehr, als unsere wäh­rend des Zweiten Welt­krieges von Deutschen und ihren Helfern ermor­deten Men­schen kein Grab haben: Frauen, Männer und Kinder wur­den, weil sie Sinti oder Roma waren, in Gruben er­schossen und ver­scharrt oder in den Gas­kammern erstickt und an­schlie­ßend in Krematorien ver­brannt. Ihre Asche wurde in der Um­ge­bung verstreut. Für viele deut­sche Sinti ist das Denkmal ein symboli­sches Grabmal: mulno – ein un­ver­letz­licher Ort, der dem An­denken und der Ehre unserer Toten ge­widmet ist.

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Facts & Figures (294)

Juni 27th, 2020  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Am 1./2.10.1928 zog ein Lynch­mob zur Ro­­ma­­sied­­lung von Pobedim (Slo­wa­kei) und er­mor­de­te 6 Ro­ma. Kei­ner der Tä­ter muss­te mehr als 1,5 Jah­re Haft ab­sit­zen.

(Quelle)

Amnesty: Lockdown trifft Minderheiten

Juni 25th, 2020  |  Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte

Amnestybericht 2020Amnesty-Bericht: Hartes Vorgehen der Polizei ge­gen Min­der­hei­ten wäh­rend der Lock­downs in Europa

Die Behörden müssen damit auf­hören, dis­krimi­nie­rende Qua­ran­tä­ne­maß­nah­men für Roma sowie Ge­flüch­tete und Migrant/in­nen zu ver­hän­gen und diese Men­schen rechts­widrig aus Lagern und in­for­mellen Sied­lungen zu ver­treiben. Statt­dessen müs­sen sie die Rechte auf Gesund­heit und an­ge­mes­se­nes Wohnen für alle si­cher­stellen.

Barbora Černušáková,
Expertin für Osteuropa bei Amnesty In­ter­na­tio­nal

Amnesty International hat am gestrigen Mittwoch einen Report über Men­schen­rechts­ver­letzun­gen durch die Polizei bei der Durch­setzung von Lockdowns und ähn­lichen Maß­nahmen in 12 euro­päischen Ländern ver­öffent­licht. →Amnesty-Bericht Dem­nach waren ethni­sche Min­derheiten und mar­gi­nali­sier­te Gruppen über­proportio­nal von Personen­kontrollen und Strafen sowie von Gewalt und er­zwun­ge­ner Quarantäne be­troffen.

Zum Beispiel war in Seine-Saint-Denis die Zahl der Strafen we­gen Lock­down-Ver­stößen drei­mal höher als im franzö­si­schen Durch­schnitt. Seine-Saint-Denis ist das ärmste Gebiet Frankreichs, wenn man von den Übersee­gebieten ab­sieht. Die Mehr­heit der Bevöl­ke­rung ist schwarz oder nord­afri­ka­nischer Her­kunft. Die lokalen Behör­den wiesen den Vorwurf zurück, dass der Lock­down in Seine-Saint-Denis be­son­ders häufig ge­brochen wurde. In Nizza wurden in neun Nach­bar­schafts­bezirken, in denen haupt­sächlich Arbeiter/in­nen und eth­nische Mi­noritäten wohnen, län­gere nächt­liche Aus­gangs­sperren verhängt als im Rest der Stadt. In London stieg die Zahl der Polizei­kontrol­len bei Schwarzen über­propor­tio­nal. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (293)

Juni 21st, 2020  |  Published in Facts & Figures

2014–2016 entfielen über 70 % der Bericht­er­stat­tung über Roma und Tra­vel­lers in 12 bri­ti­schen Ta­ges­zei­tun­gen auf Bou­le­vard­me­dien.

(Quelle)

Romengero-aktivisto Ludwig Horvath mulo

Juni 19th, 2020  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Ludwig Horvath 2020

O prindschardo Romengero-aktivisto Ludwig „Burli“ Horvath mulo. Desch­ber­schen­gero ov pe le tscha­tschi­penge taj jeka feder cu­kunfta­ke la flo­gos­kera grupnake le Ro­mendar ande be­schartscha.

O Ludwig Horvath ando 23ti merc 1955 ojs jek le efta tscha­vendar le sohar­de dsche­nen­dar Horvath, Erbate upro them alo. Upre bar­tschinno ov andi afka akardi dujti Ro­men­geri-sidlung, savi ando kesdipe le 1970te ber­schendar, vasch o bauni­nipe la neva schpi­tatar, upro aguno than la nojos­kera de­ponijatar, kerdi uli.

1975 o Ludwig Horvath pra dschuvla te prindscharel siklino taj so duj ando Ungriko use lakeri fa­milija ci­dine. Ov afka uso jek le tschule austri­tike khero­da­schen­gere butscha­schen­dar ando komu­nis­tischi vilago ulo. Kekaj pharo sina, i nevi hajmat ojs bast le terne dsche­nenge pe si­katscha. O Ludwig Horvath i ungriki tschib sik­lino taj jek arsik­lipe ojs forstis­kero butscha­schi, kise­tintscha. Ando kesdipe le 80te berschendar o Ludwig Horvath pra famili­jaha papal andi Austrija pal alo taj buti upro poschti­tos­kero bau­ni­nipe aun lija taj mindig, afka sar but avre bur­gen­landi­tike murscha, Betschiste ladlahi. Andi pensi­jona, o Ludwig Horvath, min­dig le tscha­tschi­penge taj jeka feder cu­kunftake la flogos­kera grupnake le Romendar, ando min­den­felitike Ro­men­ge­re-or­gani­saci­ji, butscha­lin­lahi.

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Roma-Aktivist Ludwig Horvath verstorben

Juni 18th, 2020  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Ludwig Horvath 2020

Der bekannte Roma-Aktivist Ludwig „Burli“ Horvath ist ver­stor­ben.
Jahr­zehn­te­lang setz­te er sich für die Rechte und für eine bes­se­re Zu­kunft der Volks­grup­pe der Roma ein.

Wir haben einen lieben Freund und wichtigen Mitstrei­ter ver­loren!

Ludwig Horvath wurde am 23. März 1955 als eines von sieben Kindern des Ehe­paars Horvath in Oberwart ge­boren. Auf­ge­wach­sen ist er in der so genannten zweiten Oberwarter Roma-Siedlung, die An­fang der 1970er-Jahre dann dem Schwer­punkt­kran­ken­haus wei­chen musste und auf dem Areal der ehe­ma­ligen Müll­deponie neu er­rich­tet wurde.

1975 lernte Ludwig Horvath seine spätere Frau kennen und beide be­schlos­sen, nach Ungarn zur Fa­milie seiner Frau zu ziehen. Er wurde so zu einem der we­nigen öster­rei­chi­schen Gast­arbeiter im kom­munis­ti­schen Ostblock. Trotz ver­meint­licher Schwie­rig­keiten stellte sich die neue Heimat als Glücks­griff für das junge Paar heraus. Ludwig Horvath er­lernte die Sprache und schloss eine Berufs­aus­bil­dung als Forstarbeiter ab. An­fang der 80er-Jahre kehr­te Ludwig Horvath mit seiner Fa­milie wieder nach Österreich zu­rück und nahm eine Tätig­keit im Straßen­bau auf und pen­delte fortan, so wie viele an­dere Burgen­länder, nach Wien. Nach seiner Pen­sio­nie­rung war Ludwig Horvath stets für die Rechte und für eine bes­se­re Zukunft der Volksgruppe der Roma in den ver­schie­de­nen Roma-Or­gani­satio­nen tätig.

Die Sprache der Roma, das Burgenland-Romani, war für ihn ein zentraler Bau­stein der ethni­schen Iden­tität. Sein sehn­lichs­ter Wunsch für die Zu­kunft war, dass Roma und Nicht-Roma „fried­lich zusammen­leben“.

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Facts & Figures (292)

Juni 18th, 2020  |  Published in Facts & Figures

Neue Gen­stu­dien über Gi­ta­nos (span. Ro­ma) wi­der­spre­chen der Hypo­the­se, die Ro­ma könn­ten auch über Nord­afrika nach Spa­ni­en ge­langt sein.

(Quelle)

Die Legende von den „Großfamilien“

Juni 17th, 2020  |  Published in Medien & Presse, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Iduna-Zentrum in Göttingen (Foto: CC0 1.0, F. Welter-Schultes, Wikimedia)Deutschland: Die Legende von den Roma-„Groß­fa­mi­lien“ am Co­ro­na-Hot­spot

Stefan Lauer/Belltower.News: Göttingen kämpft seit Tagen mit einem Corona-Aus­bruch. Zu­nächst heißt es, 170 Be­woh­ner/in­nen eines Hochhauses seien be­troffen und hät­ten sich wä­hrend des is­lami­schen Zuckerfestes an­gesteckt. „Groß­familien“ hät­ten zusam­men gefeiert und sich unter ande­rem beim Moschee­besuch und in einer Shisha-Bar an­ge­steckt. Medien und Behör­den machen vor allem muslimi­sche Roma-Fa­milien ver­ant­wort­lich. Eine Ge­schichte, die bei nähe­rer Betrach­tung aus­einan­der­fällt.

In Göttingen dreht sich zur Zeit alles um das „Iduna“-Zentrum. Ein Hoch­haus­komplex mit 700 Bewoh­ner/in­nen, der als „sozia­ler Brennpunkt“ gilt. Er­baut wurde das Zentrum in den 70er Jah­ren und galt zu­nächst als Modell­projekt, mit Wohn­raum für Studie­rende und Fami­lien. Doch die Ver­ant­wort­li­chen ver­loren recht schnell das Interesse an dem Gebäude, das Um­feld fing an zu ver­fallen. In den 1990er Jah­ren wurden hier Bürger­kriegs­flüchtlinge aus Jugoslawien untergebracht. Mittlerweile leben im Komplex viele migrantische Bewoh­ner/in­nen, Geflüchtete und ande­re Men­schen mit wenig Ein­kommen. Diese Wohnungen wer­den beson­ders gern an Empfän­ger/in­nen von Transfer­leis­tungen vermietet. So be­kommen die Besitzer/in­nen auch für kleine und herunter­gekom­mene Woh­nungen gutes Geld von den Be­hörden, ohne sich um Ver­besse­run­gen küm­mern zu müssen.

Vor wenigen Tagen wurde nun bekannt, dass im „Iduna“-Zentrum ein Corona-Hotspot ent­stan­den sei. Der Krisen­stab der Stadt Göttingen, ge­leitet von Petra Broistedt, spricht von 170 Infizier­ten aus meh­re­ren „Großfamilien“, die sich angesteckt hät­ten, weil sie unter Miss­achtung der Vor­schriften ge­meinsam das Ende des islamischen Fasten­monats Ramadan, das Zuckerfest, ge­feiert hätten. Auch in einer Moschee sol­len die ominö­sen „Großfamilien“ ge­wesen sein.

Die Medien reisen an. In der Stadt werden Bewohner/innen befragt, in prak­tisch jedem Fernseh­beitrag wer­den aus­schließlich weiße Men­schen inter­viewt, die ihrer Empö­rung wegen der Ver­antwor­tungs­losig­keit der Hoch­haus­be­wohner/in­nen, Luft machen. Rück­sichtlosig­keit wird den Men­schen vor­geworfen. In Boulevard­medien sind „arabische Clans schuld an Göttinger Mas­sen­ausbruch“. Jetzt stellt sich heraus: Al­les ist ganz anders. Read the rest of this entry »

dROMa 58: 25 Jahre Roma-Pastoral

Juni 16th, 2020  |  Published in Religion, dROMa (Magazin)

dROMa 58 1/2020: 25 Jahre Roma-Pastoral im Burgenland (Coverporträt: Matthias Platzer, Foto: Josef Schmidt) Frühling | Terno linaj 2020
25 Jahre Roma-Pastoral | 25 berscha Ro­men­ge­ri-pas­to­ral

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Seit 25 Jahren steht die Roma-Pastoral wie ein Leucht­turm in der bun­ten Land­schaft der Ein­richtungen und Or­gani­satio­nen, die sich im Burgenland für die An­liegen der Roma ein­setzen. 1995/96 wurde mit dem „Referat für eth­ni­sche Grup­pen“ in der Diözese Eisenstadt erst­mals eine eige­ne Roma-Seel­sorge instal­liert – ein Jubiläum, das wir mit einem aus­führ­lichen Schwer­punkt wür­di­gen möch­ten. Wir haben daher die lang­jähri­ge Re­feren­tin Monika Scheweck ein­ge­laden, die Anfangs­jahre der Ro­ma-Seelsorge Re­vue pas­sie­ren zu las­sen. Die Oberwarter Romni Manuela Horvath, die der Roma-Pas­to­ral seit 2016 vor­steht, schil­dert Auf­gaben­berei­che und Per­spek­tiven ihrer Arbeit. Und wir haben uns mit dem Roma-Seel­sorger Matthias Platzer über seine Zu­sammen­arbeit mit der Volks­gruppe unter­halten. Der Aus­nahme­zustand der letz­ten Monate hat dabei auch dieser Aus­gabe seinen Stempel auf­ge­drückt: Das Interview muss­ten wir wegen der Coronakrise wohl oder übel übers Inter­net führen; und wir haben uns kurz­fristig ent­schlossen, den außer­ge­wöhn­li­chen Zeiten Rech­nung zu tragen, in­dem wir der Frage nach­gehen, was die Pan­demie für Euro­pas Roma be­deutet.

Sajt 25 berscha i Romengeri-pastoral sar jek udu­dis­kero turm ando fesch­timo than le birov­tscha­gendar taj or­gani­sacijen­dar, save pumen ando Burgenland le aun­pasch­loji­penge le Romen­dar ande bescha­ren, terdschol. 1995/96 le „refera­tiha le etnischi grupnen­ge“ andi diöcesa Tikni Martona ersch­tivar jek aj­geni Romen­gero-sel­so­rgeri kerdo ulo – jek jubi­lejum, savo amen jeke bari­kane phari­pes­kere gen­doha te pati­jarel ka­maha. Amen va­schoda la duge ber­schen­gera re­ferent­ki­jatar Monika Scheweck mang­lam, hot o kes­dipes­kere berscha la Romen­gera-sel­sor­ge­jatar papal te dschan­garel. Read the rest of this entry »

Denkmal: Zentralrat widerspricht Bahn

Juni 15th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken

Die Glasplatten des Roma-Holocaust-Denkmals in Berlin (Foto: Wikimedia)Zentralrat widerspricht der Deutschen Bahn: Ge­den­ken und Denk­mal für die er­mor­de­ten Sinti und Roma Euro­pas mas­siv be­ein­träch­tigt

„Das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermorde­ten Sinti und Roma Euro­pas wird durch den ge­plan­ten Bau der S21 massiv be­ein­trächtigt. Das Denk­mal be­steht nicht nur aus dem schwar­zen Becken, son­dern umfasst selbst­ver­ständ­lich das ge­sam­te von Dani Karavan gestal­tete Ensemble, die Glaswände mit der Chro­no­logie und dem Zitat von Bun­des­prä­si­dent Roman Herzog und Bun­des­kanz­ler Helmut Schmidt eben­so wie die in den Boden ein­ge­las­se­nen Stein­platten, die die Namen der Kon­zentra­tions- und Ver­nich­tungs­lager tra­gen. Die geplan­te Baustelle wird weit über die Hälfte des Ge­län­des um­fas­sen. Eine sol­che um­fas­sen­de Be­ein­trächti­gung des Ge­denkens ist für die Über­lebenden und ihre Familien, war und ist für den Zentral­rat un­vor­stell­bar“, so der Vor­sit­zende des Zentral­rates Deut­scher Sinti und Roma, Romani Rose. Rose wider­spricht damit deut­lich der Ein­schät­zung der Bahn, dass das Denkmal nicht an­getastet werde, wie der Be­voll­mäch­tigte der Bahn, Alexander Kaczmarek, er­klärte.

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Kundgebung: Schützt das Denkmal

Juni 13th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Sinti-und-Roma-Denkmal in Berlin (Foto: Marko Priske)Schützt das Denkmal für die er­mor­de­ten Sinti und Roma

Treffpunkt: Sa., den 13. Juni 2020 um 15 Uhr, Scheide­mann­straße vor dem Reichs­tags­ge­bäude
Schlusskundgebung
: Deutsche Bahn AG Konzern­zentra­le, Pots­da­mer Platz
Live-Stream zur Veranstaltung

Unser zentraler Gedenkort, Grabmal der Un­be­gra­be­nen – das Mahn­mal/Denk­mal für die ermor­deten Sinti und Sinteze und Roma und Romnja Europas im Zentrum Berlins ist be­droht. Bedroht aus­gerech­net von jenen, die beson­ders in Ver­ant­wor­tung für die jetzi­ge Gesell­schaft und zukünf­tige Genera­tio­nen handeln müss­ten: dem Deutschen Bundestag und der Deutschen Bahn! Nach de­ren ge­mein­sa­men Plänen soll unser Mahnmal für ein Bau­vorhaben – für eine S-Bahn – tem­po­rär ent­fernt oder teil­weise ge­sperrt werden. Die Deut­sche Bahn nennt die­ses Bauvorhaben „eines der wich­tigs­ten Zukunfts­pro­jekte“ für Berlin.[1]

Nach fast drei Dekaden Kampf der Bürger/innen­rechts­bewegung von Sinti und Sin­teze und Roma und Romnja und ihrer Ver­bünde­ten und nach mehr als zwei Jahr­zehn­ten Planung und Bau wurde 2012 das vom jüdi­schen Künstler Dani Karavan ent­worfe­ne Mahn­mal/Denk­mal der Sinti und Sinteze und Roma und Romnja in Berlin-Tiergarten ge­gen­über des Reichstags­ge­bäu­des ein­geweiht. Erst seit 2012 haben wir Sinti und Sinteze und Roma und Romnja einen Ort des Ge­denkens und der Erin­ne­rung an all jene, die nicht zurück­ge­kom­men sind, die den deut­schen Faschisten und ihren Ver­bündeten zum Opfer ge­fallen sind. Erst seit acht Jahren gibt es mit dem Mahn­mal/Denk­mal ein sicht­bares Ein­ge­ständ­nis von Schuld, Ver­antwor­tung und der Mahnung.

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Facts & Figures (291)

Juni 11th, 2020  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Ab Febr. 1938 ver­brach­te das fa­schis­ti­sche Re­gi­me Ita­li­ens na­he­zu al­le Ro­ma aus Istrien in die Ver­ban­nung nach Sar­di­ni­en.

(Quelle)

Ein „Wald“ für die Gedenkstätte Lety

Juni 10th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken

Schweinefarm auf dem KZ-Gelände von Lety (Foto: Romea.cz)Tschechien: Symbolischer Wald siegt im Wett­be­werb für Roma-Ge­denk­stätte in Lety

Der architektonische Wettbewerb für die Ge­denk­stätte an Stelle des ehe­ma­li­gen Roma-Kon­zentra­tions­lagers im süd­böhm­ischen Lety kennt sei­nen Sieger. Von 41 Entwürfen aus 12 Län­dern hat die Jury das ge­mein­same Kon­zept des Ateliers Terra Florida und des Ateliers Světlík aus­ge­wählt. Die Gedenkstätte soll nach ihrer Vor­stel­lung die Form eines sym­boli­schen Waldes tra­gen. Ver­tre­ter des Museums für Roma-Kultur ha­ben das Projekt am Diens­tag in Prag vor­gestellt. Die ge­plante Anlage soll 2023 er­öffnet wer­den.

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Facts & Figures (290)

Juni 7th, 2020  |  Published in Facts & Figures

In Tschechien rauchen Roma-Frauen drei­mal so häufig wie an­de­re Frauen (59 bzw. 19%), in Spa­ni­en hin­ge­gen so­gar et­was sel­te­ner.

(Quelle)

RAN: Hetze nach Coronafällen in Göttingen

Juni 6th, 2020  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Iduna-Zentrum in Göttingen (Foto: CC0 1.0 , Foto F. Welter-Schultes, Wikimedia)Deutschland: Hetze wegen Corona-Ansteckun­gen in Göt­tin­gen brei­tet sich aus

Seit Tagen verfolgen wir mit zunehmender Besorgnis die Bericht­erstattung über Göt­tinger Coro­na-In­fektionen. Per­manent wer­den stig­ma­ti­sie­ren­de Begriffe ver­wendet und die betrof­fene Personen als leicht­sinnige und ver­antwor­tungs­lose Men­schen dar­gestellt. Ort des Ge­schehens ist ein Hochhaus mit 700 Be­woh­ner/innen, das in Göttingen als „sozialer Brennpunkt“ gilt. Dort leben viel­fältige Men­schen: Migrant/in­nen, Ge­flüchtete, aber auch Deutsche. Den meis­ten gemein ist ihre soziale De­klassierung.

Ein Bewohner des Hauses, der nicht zu den in den Medien be­schuldig­ten „Großfamilien“ ge­hörte, hatte sich mit Corona infiziert und be­fand sich unter Quarantäne. Gegen diese ver­stieß er meh­rere Male. Ande­re Bewoh­ner/innen des Hauses, unter ande­rem aus den Familien, die jetzt kri­mina­lisiert werden, wiesen die Be­hörden mehr­fach darauf hin, dass sich der Mann nicht an die Quaran­täne hielt. Die Behörden re­agier­ten nicht.

Ein älterer Mann erkrankte schwer, und seine Familie brachte ihn am 25. Mai ins Krankenhaus. Dort wurde er positiv auf Corona ge­testet. Seine Familie machte sich natür­lich auch Sorgen um ihre weite­ren An­gehörigen und wollte sich eben­falls testen lassen. Da keine/r Symptome hatte, wei­ger­te sich das Klinikum, sie zu testen, bzw. sie hät­ten finanziell selbst für die Tests auf­kommen müs­sen. In der Presse war da­gegen viel­fach davon die Rede, dass die Be­wohner/innen der Auf­forderung, sich testen zu las­sen, nicht nach­ge­kom­men seien.

In der Presse wird behauptet, die Infektionen hätten pri­mär bei Familien­feiern an­läss­lich des Zuckerfestes am 24. Mai statt­gefunden, also bevor der Mann die Corona-Di­agnose hatte. Die Fami­lien hatten eine Ge­nehmi­gung des Ordnungs­amtes für die Zu­sammen­kunft in der Moschee. Nur dort hat eine Zusammen­kunft meh­rerer Per­so­nen unter Ein­haltung der Abstands- und Hygiene­regeln statt­ge­funden. Weitere Feier­lich­keiten gab es nicht.

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ZARA-Rassismus-Report 2019 liegt vor

Juni 5th, 2020  |  Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte

Deckblatt Rassismus-Report 2019Verein ZARA – Zivilcourage & Anti-Rassismus-Arbeit (Hg.): Rassismus Report 2019. Analyse zu rassisti­schen Über­griffen & Struk­turen in Österreich. 20 Jah­re Anti-Ras­sis­mus-Ar­beit, Wien, März 2020, 100 S.

→Zum Download: www.zara.or.at

ZARA berichtet alljährlich im Rassismus-Report über rassis­ti­sche Über­griffe und Vor­komm­nisse in Österreich. Er ist eine wich­tige Infor­ma­tions­quelle für natio­nale und inter­natio­nale Or­gani­satio­nen und noch im­mer die einzige qualitative Datenquelle in Öster­reich. (Anm.: Das Romano Centro do­ku­men­tiert roma­feind­liche Vor­fälle in Österreich, der letzte „Anti­zi­ga­nis­mus-Be­richt“ er­schien im De­zem­ber 2017). Die aus­gewählten, detail­liert dar­gestell­ten und ano­ny­misier­ten Einzel­berichte re­prä­sen­tieren die Qua­lität und Strukturen des ras­sisti­schen öster­reichi­schen Alltags.

Im Jahr 2019 gingen in der ZARA-Beratungsstelle für Betroffene und Zeug/innen von Rassismus 1.950 Mel­dungen von rassistischer Dis­kriminie­rung ein – sicht­bar wird damit aller­dings nur die Spitze des Eisbergs. Be­son­ders viele Meldungen be­treffen das Internet – das hat sich umso mehr in Zeiten der Aus­gangs­be­schrän­kungen auf­grund des Corona­virus ge­zeigt.

Auch eine Reihe romafeindlicher Vorfälle fand Eingang in den Bericht. Die publi­zierte Fall­dokumen­tation um­fasst u.a. unter Punkt 7 eine „anti­ziganis­tische Beschmierung“ in Wien; unter Punkt 14 einen „anti­ziganis­tischen sowie sozial­darwinistischen ,Dokumentar­film‘“ einer deutschen TV-Pro­duktions­firma (wir be­rich­te­ten hier, hier und hier); sowie unter Punkt 29 „Anti­ziganis­mus am Arbeitsplatz“. Im ver­gan­ge­nen Jahr 2019 dokumen­tierte ZARA ins­gesamt 54 anti­ziganistische Vor­fälle, 2020 bis­lang elf (Stand Anf. April 2020). [ZARA-News­letter, Nr. 5/2020]

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Facts & Figures (289)

Juni 4th, 2020  |  Published in Facts & Figures

71% der Roma in Ungarn hal­ten eth­nisch ge­misch­te Ehen für „völ­lig ak­zep­ta­bel“. Nur 44% der Nicht-Ro­ma se­hen das eben­so. (2011)

(Quelle/Excel)

„Ada baro dipe hi, so tumen hi“

Juni 2nd, 2020  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Religion

Papst Franziskus bei seiner Ansprache im Roma-Viertel von Blaj am 2. Juni 2019 (Screenshot aus der Übertragung von Vatican News)„Es ist ein großes Geschenk, das Ihr besitzt“


Heute vor einem Jahr, am 2. Juni 2019 be­suchte Papst Franziskus, am letz­ten Tag seiner Rumänien­reise, die Roma des Städt­chens Blaj (deutsch: Bla­sen­dorf) in Sieben­bür­gen. In sei­ner his­tori­schen Rede, die wir für dROMa über­setzt ha­ben, bit­tet er die Roma um Ver­zei­hung für das Unrecht, das ihnen im Lauf der Ge­schichte auch von Christen – und auch von der katho­li­schen Kirche – zu­ge­fügt wur­de. Im Fol­genden ge­ben wir die Rede in eini­gen Aus­zügen auf Deutsch so­wie auf Romani wieder:

Ich trage im Herzen eine Last. Es ist die Last der vielen Erfahrun­gen von Dis­krimi­nierung, Aus­grenzung und Miss­handlung, die Eure Ge­mein­schaf­ten erlitten haben. Die Geschichte zeigt uns, dass auch Christen, Katholiken solch Böses nicht fremd ist. Dafür möchte ich Euch um Ver­gebung bitten. Ich bitte um Vergebung im Namen der Kirche und des Herrn, und ich er­bitte Ver­gebung von Euch. Für all jene Zeiten in der Geschichte, in denen wir Euch be­nach­tei­ligt, miss­handelt oder schief an­gesehen haben, mit dem Blick Kains und nicht Abels, und in denen wir un­fähig waren, Euch an­zu­erkennen, zu schätzen und in Eurer Einzig­artig­keit zu ver­teidigen.

Wie oft urteilen wir vorschnell, mit verletzenden Worten, mit Hal­tun­gen, die Hass und Spaltung säen! Wann immer jemand zurück­ge­lassen wird, kann die Familie der Mensch­heit nicht vorwärts­kom­men. Tief im In­neren sind wir keine Christen, ja nicht ein­mal gute Menschen, wenn wir nicht fähig sind, die Person vor ihren Taten, vor un­se­ren eige­nen Urteilen und Vor­urteilen zu sehen.

Liebe Brüder und Schwestern, Ihr als Volk habt eine große Rolle aus­zu­füllen. Scheut Euch nicht, die beson­deren Gaben, die Ihr besitzt und die Eure Geschichte ge­prägt haben, zu teilen und an­zu­bieten. Wir brau­chen diese Gaben: Read the rest of this entry »