Amnesty: Lockdown trifft Minderheiten
Juni 25th, 2020 | Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte
Amnesty-Bericht: Hartes Vorgehen der Polizei gegen Minderheiten während der Lockdowns in Europa
Die Behörden müssen damit aufhören, diskriminierende Quarantänemaßnahmen für Roma sowie Geflüchtete und Migrant/innen zu verhängen und diese Menschen rechtswidrig aus Lagern und informellen Siedlungen zu vertreiben. Stattdessen müssen sie die Rechte auf Gesundheit und angemessenes Wohnen für alle sicherstellen.
Barbora Černušáková,
Expertin für Osteuropa bei Amnesty International
Amnesty International hat am gestrigen Mittwoch einen Report über Menschenrechtsverletzungen durch die Polizei bei der Durchsetzung von Lockdowns und ähnlichen Maßnahmen in 12 europäischen Ländern veröffentlicht. →Amnesty-Bericht Demnach waren ethnische Minderheiten und marginalisierte Gruppen überproportional von Personenkontrollen und Strafen sowie von Gewalt und erzwungener Quarantäne betroffen.
Zum Beispiel war in Seine-Saint-Denis die Zahl der Strafen wegen Lockdown-Verstößen dreimal höher als im französischen Durchschnitt. Seine-Saint-Denis ist das ärmste Gebiet Frankreichs, wenn man von den Überseegebieten absieht. Die Mehrheit der Bevölkerung ist schwarz oder nordafrikanischer Herkunft. Die lokalen Behörden wiesen den Vorwurf zurück, dass der Lockdown in Seine-Saint-Denis besonders häufig gebrochen wurde. In Nizza wurden in neun Nachbarschaftsbezirken, in denen hauptsächlich Arbeiter/innen und ethnische Minoritäten wohnen, längere nächtliche Ausgangssperren verhängt als im Rest der Stadt. In London stieg die Zahl der Polizeikontrollen bei Schwarzen überproportional. Read the rest of this entry »