Denkmal: Zentralrat widerspricht Bahn
Juni 15th, 2020 | Published in Geschichte & Gedenken
Zentralrat widerspricht der Deutschen Bahn: Gedenken und Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma Europas massiv beeinträchtigt
„Das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas wird durch den geplanten Bau der S21 massiv beeinträchtigt. Das Denkmal besteht nicht nur aus dem schwarzen Becken, sondern umfasst selbstverständlich das gesamte von Dani Karavan gestaltete Ensemble, die Glaswände mit der Chronologie und dem Zitat von Bundespräsident Roman Herzog und Bundeskanzler Helmut Schmidt ebenso wie die in den Boden eingelassenen Steinplatten, die die Namen der Konzentrations- und Vernichtungslager tragen. Die geplante Baustelle wird weit über die Hälfte des Geländes umfassen. Eine solche umfassende Beeinträchtigung des Gedenkens ist für die Überlebenden und ihre Familien, war und ist für den Zentralrat unvorstellbar“, so der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose. Rose widerspricht damit deutlich der Einschätzung der Bahn, dass das Denkmal nicht angetastet werde, wie der Bevollmächtigte der Bahn, Alexander Kaczmarek, erklärte.
Am 3. Juni 2020 kam der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma auf Einladung von Berlins Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, erstmals mit allen beteiligten Institutionen zu einem Gespräch zusammen.
(Text: Zentralrat/Herbert Heuß, Wissenschaftlicher Leiter)
Siehe auch:
Kundgebung: Schützt das Denkmal, 13.6.2020
Neuerlicher Angriff auf Berliner Mahnmal, 15.7.2019
Fünf Jahre Denkmal in Berlin, 28.8.2017
Räumung des besetzten Holocaust-Denkmals, 24.5.2016
Berlin: Roma besetzten Holocaust-Mahnmal, 24.5.2016
Arte: Das zerrissene Herz, 10.9.2011
Zur Zukunft des Mahnmals in Berlin, 23.8.2011
Neue Querelen um Gedenkstätte in Berlin, 21.7.2011
Romatag in Berlin: Gedenken am Bauzaun, 12.4.2011
Verzögerung bei Mahnmal für Sinti & Roma, 4.6.2010