Archive for Februar, 2019

Fact & Figures (216)

Februar 27th, 2019  |  Published in Facts & Figures, Romani

Shelta (auch: Gammon, Cant) ist eine von Irish Tra­vel­lers ge­spro­che­ne Misch­spra­che irisch-gä­li­schen und eng­li­schen Ur­sprungs, die auch Ro­ma­ni-Ele­men­te auf­weist.

(Quelle)

„Betteln als Performance“ (2018)

Februar 26th, 2019  |  Published in Hochschulschriften, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Karl-Franzens-Universität GrazJohanna Raphaela Blamberger (2018): „Alle sitzen wie Pilze neben­einan­der und ma­chen: Bitte, Madame, bitte, Herr!“ – Betteln als Per­for­mance und Humor als Strategie: kultur­anthro­po­logi­sche RomNija-Be­geg­nungen auf den Straßen von Graz

Masterarbeit, Karl-Fran­zens-Uni­ver­sität Graz (Institut für Kultur­anthropo­logie und Euro­päi­sche Ethno­logie), 120 S.

→Download der UB Graz (pdf)

Abstract (Link):

Die Arbeit beschäftigt sich mit Begegnungen mit jenen RomNija, die als Bett­lerInnen oder Zeitungs­ver­käu­ferIn­nen auf den Stra­ßen von Graz an­zu­tref­fen sind. RomNija er­scheinen durch stereo­type Zu­schrei­bun­gen und Ver­urteilun­gen hin­sicht­lich ihrer Identität im Zu­sam­men­spiel mit Narra­tiven, die in Bezug auf BettlerIn­nen exis­tieren, als eine homo­gene Per­sonen­gruppe mit spe­zi­fischen Eigen­schaften wie Dis­ziplin­losigkeit oder Arbeits­scheue. Die kultur­anthropo­logi­sche Forschungs­arbeit will eben­dieses Bild auf­brechen: Eine dif­feren­zierte, kon­textua­li­sierte Betrach­tung von Rom­Nija als Indivi­duen mit spezi­fischen Lebens­geschichten, Inten­tionen und Ge­danken sowie von der Tätig­keit des Bettelns und die Rolle der Mehr­heits­gesell­schaft werden hier­bei thema­ti­siert. Den theore­tischen Hinter­grund bildet dabei das Kon­zept des Antiziganismus, wel­ches die Ent­stehung und Re­produk­tion rassisti­scher Struk­turen in unserer Gesell­schaft ana­ly­siert. Kultur­wissen­schaftlich wird die Ansicht ver­folgt, dass Kultur als Ord­nungs­prin­zip in unse­rer Gesell­schaft an hoher Be­deu­tung ge­wonnen hat und dabei soziale, öko­nomi­sche und politi­sche Aspek­te, die zur Er­klärung von Lebens­situa­tio­nen dienen, in den Hinter­grund ge­drängt oder aber als kulturell be­dingt dar­gestellt wer­den. Interviews und Be­geg­nun­gen mit RomNija, Reflexio­nen über Begeg­nun­gen, histori­sche Be­trachtun­gen sowie die Ein­beziehung von künst­leri­schen Aus­einander­set­zungen er­öffnen einen Raum für ein differen­ziertes Ver­ständ­nis: Read the rest of this entry »

Frauengeschichten aus der Nachkriegszeit

Februar 25th, 2019  |  Published in Frauenrechte, Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Fotoausstellung über Sintifamilien im Nachkriegsdeutschland: Hilda Johanna Eckstein (Foto: privat, via mittelhessen.de)„Wie aus der ,Zigeunerin‘ eine ‚Sintezza‘ wu­rde – Frauen­ge­schich­ten aus der Nach­kriegs­zeit“: Aus­stel­lungs­eröff­nung mit der Jazz-Mu­si­ke­rin Dotschy Reinhardt im Rat­haus in Gießen am am 25. Feb­ru­ar um 17 Uhr.

Für die Ausstellung „Wie aus der, Zigeunerin‘ eine ‚Sintez­za‘ wur­de – Frauen­geschich­ten aus der Nach­kriegs­zeit“ haben die in Gießen an­säs­sigen Sinti-Fa­mi­li­en Fischer und Eckstein ihre Foto­alben ge­öff­net. Dabei haben sie ein­drucks­volle Auf­nahmen aus dem Leben von Frauen ent­deckt, die vom 25. Februar bis 8. März von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr im Rat­haus am Berli­ner Platz prä­sen­tiert wer­den.

Die Verfolgung und der Porajmos – das Wort bedeutet „Ver­schlin­gen“ und steht für den Völker­mord an den Sinti und Roma – im Natio­nal­sozia­lis­mus mar­kieren eine schmerz­hafte Zäsur, wel­che die Zer­störung der Jahr­hun­derte alten Kultur zum Ziel hatte. Die Aus­stel­lung soll zei­gen, dass es für die Über­lebenden wei­ter­ging und dass dies zu einem gro­ßen Teil ein Ver­dienst der Frauen war.

Der Fokus der Ausstellung liegt – das verdeutlicht der Unter­titel – auf „Frauen­geschich­ten in der Nach­kriegs­zeit“. Er­gänzt wird die Schau durch Hinter­grund­infor­ma­tio­nen zur Geschichte und zum All­tag der Sinti.

Zur Eröffnung am Montag, 25. Februar, kommt die deutsche Jazz-Mu­sike­rin und Auto­rin Dotschy Rein­hardt nach Gießen. Ihre Musik unter­malt die Eröffnung. Read the rest of this entry »

Fact & Figures (215)

Februar 23rd, 2019  |  Published in Facts & Figures

Heute vor 10 Jahren wurden der Rom Ró­bert Csor­ba (27) und sein Sohn (5) in Ta­tár­szent­györ­gy von un­gar. Neo­na­zis er­­schos­sen, als sie vor den Flam­men ins Freie flüch­te­ten.

(Quelle)

Radio: „Möglichst freiwillig“

Februar 22nd, 2019  |  Published in Film & Theater, Interview, Politik, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Dreyeckland Radio Dreyeckland, 14.2.2019 (7:14 min)
→Anhören (mp3)

"Möglichst freiwillig" - Dokumentarfilm aus Deutschland (Filmplakat)Die Filmemacherin Allegra Schnei­der im Ge­spräch

Zijush war ein 13-jähriger Schüler in Bremerhaven, als seine Eltern sich ge­zwun­gen sahen, mit ihm und seiner Schwes­ter nach Maze­do­nien zu­rück­zu­gehen. Von Politik und Behör­den wird so etwas als „freiwillige Rückkehr“ beworben und als human be­zeich­net. Doch frei­willig war die Rück­kehr nicht, und für Zijush be­deu­tete sie unter ande­rem, dass er als Rom von einer Gruppe albani­scher Män­ner gewalt­sam an­gegrif­fen wurde. Seine Mutter hat seit­her täg­lich Angst, bis er heil aus der Schule zu­rück ist. Doch seine Bremer­have­ner Klasse will sich mit dem Ver­schwin­den ihres Freundes nicht ein­fach ab­finden. Zuerst lassen sie ihn per Smart­phone weiter am Unter­richt teil­haben, dann geben sie seiner Klassen­lehrerin eine Men­ge Fragen mit, die sie bei zwei Be­su­chen in Mazedonien zu be­ant­wor­ten ver­sucht. Beim zwei­ten Besuch ist auch Zijushs Schul­freund Rebal dabei …

Die Fotojournalistin Allegra Schneider und ihr Team waren mit dabei in Skopje und in der Bremer­have­ner Klasse. Ent­stan­den ist dabei ein Dokumentar­film, der keine Klischees zeigt, son­dern die Be­trof­fenen selbst aus­führ­lich zu Wort kom­men lässt und die Dis­kriminie­rung der Roma und Romnja in Mazedonien wie auch die Proble­ma­tik der „frei­wil­li­gen“ Ausreise viel­schich­tig be­leuch­tet. Read the rest of this entry »

HEUTE: „Romani Music made in Austria“

Februar 21st, 2019  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Rusza Nikolic-LakatosIm Wiener Porgy & Bess wird am 21. Febru­ar erst­mals der „Ruzsa Niko­lić-La­ka­tos-Preis“ ver­lie­hen – ein Abend mit einer ge­ball­ten La­dung „Ro­ma­ni Music made in Austria“

2011 wurden die Lieder der Lovara-Roma als im­mate­riel­les Kultur­gut der UNESCO national an­er­kannt. Die 1945 gebo­re­ne Ruzsa Nikolić-Lakatos zählt zu den welt­weit be­kann­tes­ten Sängerin­nen der Lovara-Musik. Ruzsa Ni­ko­lić-La­katos ist seit Jahren inter­natio­nal eine „Botschafterin“ der Roma-Musik. Sie steht für mehr als Musik – näm­lich für Vielfalt, To­le­ranz und Frauen­power.

Nun wird ihr für ihre Verdienste der „Rusza Niko­lić-La­ka­tos-Preis“ ge­wid­met und ver­liehen. Der Preis soll in der Zu­kunft regel­mäßig an Künst­lerin­nen und Künst­ler aus der Roma- und Sinti-Community ver­geben wer­den, die sich be­son­ders um den Erhalt der Sprache Romanes in ihrer Kunst be­mü­hen. Durch­ge­führt wird diese Ver­anstal­tung im Rah­men des „Ceija Stojka Art Project“, das an die­sem Abend seinen Be­ginn feiert. Das Projekt bevschäf­tigt sich ein Jahr lang mit dem Erhalt und der Ver­mitt­lung von Kunst, Literatur und his­tori­schen Doku­men­ten der Roma-Com­mu­nity – im Spe­ziel­len jenen der Künst­le­rin Ceija Stojka.

Die „Rusza Nikolić-Lakatos Band“ feat. Christian Hinterhauser lässt die tanz­bare Musik der Preis­trä­gerin hoch­leben. „Amenza Ketane“ unter­hält mit den ver­ton­ten Ge­dichten der Zeit­zeu­gin Ceija Stojka. Die Band „Kalo Nipo“ prä­sen­tiert mit Sänger Samuel Mago große Bal­laden und zeit­lo­sen Groove. Nancy Black prä­sen­tiert progres­siven Rap aus ihrem ge­rade er­schie­ne­nen Album „Love Revolution“, der zum mit­wippen und mit­denken an­regt.

Programm:

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„Was ist Rassismus gegen Sinti und Roma?“

Februar 19th, 2019  |  Published in Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

Deutschland: Flyer über Antiziganismus Neue Flyerserie zu grup­pen­­bezo­ge­­­ner Men­schen­feind­lich­keit: eine Bro­­schü­­re be­­han­­delt „Ras­­sis­­mus ge­­gen Sinti und Roma“

Die deutsche Amadeu-Antonio-Stiftung hat eine mehr­tei­lige Reihe von Flyern heraus­ge­geben, in denen sie unter­schied­liche Formen „grup­pen­bezo­ge­ner Men­schen­feind­lich­keit“ (also der Abwertung be­stimm­ter Gruppen in der Gesell­schaft) er­klärt. Die Themen­flyer be­han­deln bei­spiels­weise Anti­semitismus, Ras­sis­mus und Sexismus. Die un­ter­schied­li­chen Flyer er­klä­ren jugend­gerecht das jewei­lige Phäno­men, warum es uns alle be­trifft und was man da­gegen unter­nehmen kann. In der Broschüre „Die Theo­rie in der Praxis“ kön­nen die Ent­stehungs­geschichte und das den Flyern zu­grunde­liegende Konzept nach­gelesen wer­den (S. 28-33). Die Broschüre fin­den Sie hier.

Eine der Broschü­ren be­fasst sich mit Roma­feindlich­keit (Antiziganismus) und fragt: „Was ist Ras­sis­mus ge­gen Sinti und Roma?“, „Wie er­kennen wir das?“ und „Was kön­nen wir tun?“

→Den Flyer gibt es hier zum Down­load (pdf).

Die Flyer können auch gegen eine Versand­kosten­pauschale von fünf Euro bei der Ama­deu-An­tonio-Stif­tung (E-Mail) be­zo­gen wer­den.

(dROMa)

Protestvideo der Romaband Bengas

Februar 18th, 2019  |  Published in Musik, Rassismus & Menschenrechte

Die tschechische Romaband Bengas (hier die offen­sicht­lich nicht mehr ganz aktuelle Web­site) pro­tes­tiert in diesem neuen Musik­video gegen die jüngs­ten Pogrome und rassis­ti­schen An­griffe auf die Roma-Min­der­heiten in Europa. In einem be­­glei­­ten­­den Statement schrei­ben die Musiker der 2001 ge­grün­de­ten Band (die in Tschechien u.a. auch schon als Vor­gruppe der legen­dären „Gypsy Kings“ auf­getre­ten ist):

Wir appellieren an alle demokratischen Politi­ker in Europa, sich je­der Mani­fes­ta­tion von In­tole­ranz gegen­über den Roma deut­lich ent­gegen­zu­stellen und alles in ihrer Macht Ste­hende zu tun, die Politi­ker in den betref­fen­den Staaten dazu zu be­wegen, die Lage zu kor­ri­gie­ren. Wir rufen auch alle Roma dazu auf, sich am Aktivis­mus zu be­tei­li­gen: Roma masoven! Als Künst­ler müs­sen wir unsere Mei­nung über die ak­tuelle nega­tive Politik, die sich in man­chen Staaten Bahn bricht, gegen­über den Politi­kern laut und klar zum Aus­druck brin­gen. Aus die­sem Grund haben wir uns ent­schie­den, diesen Balkan­folk-Song aus unse­rem Reper­toire auf­zu­neh­men (…). Dieser Song ist auch eine Re­aktion auf die Tat­sache, dass eines unserer Band­mit­glie­der, Vladimír Demeter, die Tsche­chi­sche Republik ver­lassen hat. Eines seiner Haupt­motive dafür war, die Sicher­heit seiner Kinder zu garan­tieren und ihnen ein demo­kra­ti­sches Um­feld für ihre Er­ziehung zu er­mög­li­chen. (…)

(via Romea.cz)

Terne Rroma Südniedersachsen e.V.

Februar 16th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV

Roma-Jugendinitiative in Deutschland: Gründung der "Roma-Jugend Initiative Northeim"Terne Rroma Südniedersachsen e.V. ist ein Jugend­verein im Land­kreis Nort­heim. Als Ro­ma-Selbst­or­ga­ni­sa­tion ver­netzt Terne Rroma jun­ge Roma und Nicht­roma. Em­power­ment, Anti­rassis­mus­arbeit und Bil­dungs­bera­tung ge­hören zu den Schwer­punkten – und nicht zu­letzt Rap-Work­shops, de­nen nun so­gar eine CD-Ver­öffent­li­chung fol­gen soll.

Seit 2016 gibt es „Terne Rroma Südnieder­sachsen e.V.“, einen Jugend­verein von Roma und Nicht­roma in Northeim. „Terne Rroma“ ver­steht sich als „Migrant*in­nen­selbst­jugend­organi­sa­tion“ und als „Platt­form für Migrant*in­nen, Ge­flüch­tete und Jugend­liche aller Art“. Zu den Schwer­punkten ge­hört Anti­rassismus­arbeit – das heißt vor allem auch, einen sicheren Raum für Jugend­liche zu schaf­fen, die von Rassismus be­troffen sind. Ein beson­deres Augen­merk liegt zu­dem auf dem Bereich Kreativität. So bie­tet „Terne Rroma“ Thea­ter- oder Rap-Se­minare an. Y.W.B. (Young World Breaker) nennt sich die Rap-Crew von „Terne Rroma“, deren „gesell­schafts­kriti­sche, eman­zi­pa­to­rische und politische Songs“ im Rah­men dieser Work­shops ent­stehen. Zu­letzt wurden Schreib- und Empower­ment-Work­shops or­gani­siert. Für das Jahr 2019 hat sich der Verein vor­genom­men, eine eige­ne „inter­kultu­relle, politi­sche CD heraus­zu­geben, mit selbst­produ­zier­ten Songs zu selbst­gewähl­ten Themen“. Ein Doku­mentar­film soll das Projekt be­gleiten.

Mit Projekten wie „Drei Bausteine“ (hier ein Inter­view im Stadt­radio Göttingen) för­dert „Terne Rroma“ Jugend­liche, indem Beratun­gen zum Thema Schule und Beruf an­ge­boten werden.

Zu „Terne Rroma“ gehört auch die bereits seit 2013 be­ste­hende „Roma-Jugend Initiative Northeim“, eine „inter­kultu­relle Jugend­initiative von jun­gen Rom*nja und deren Freund*in­nen, die haupt­säch­lich im Landkreis Northeim und in Göttingen ak­tiv ist“. Read the rest of this entry »

„Roma Civil Monitor“-Berichte online

Februar 14th, 2019  |  Published in Dokumente & Berichte, Internet & Blogothek, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Roma Civil MonitorDas Romano Centro in Wien macht auf die Ver­öf­fent­li­chung der Analy­sen der Zivil­gesell­schaft zu den Roma-Stra­tegien aus 27 EU-Län­dern auf der Web­site des CEU Center for Policy Studies auf­merk­sam. Die Berich­te wur­den seit 2017 im Rah­men des „Roma Civil Mo­ni­tor“-Pro­jek­tes er­stellt. Den Be­richt zu Österreich ha­ben die Kol­leginnen und Kol­le­gen von Ro­ma­no Centro ver­fasst. „Für alle, die sich mit Inklu­sions­politik und In­tegra­tion der Roma be­schäf­tigen, sind diese Berichte eine sehr wert­volle Infor­mations­quelle ab­seits offi­ziel­ler Regie­rungs­doku­mente“, so das Romano Centro.

Der Bericht zu Österreich:
Civil society monitoring report on implementation of the national Roma integration strategy in Austria. Focu­sing on struc­tural and hori­zon­tal pre­con­di­tions for success­ful im­ple­menta­tion of the stra­tegy (pre­pared by Roma­no Centro, Sep­tem­ber 2018) →PDF-Download

(dROMa)

Fact & Figures (214)

Februar 13th, 2019  |  Published in Facts & Figures, Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte

12,2 % der euro­pä­i­schen Hass­pos­tings in So­zia­len Me­di­en rich­ten sich ge­gen Ro­ma (Mig­ran­ten: 17,0 %, Ho­mo­se­xu­el­le: 15,6 %, Mus­li­me: 13,0 %, Ju­den: 10,1%).

(Quelle/pdf)

Kemeten erinnert – aber gedenkt nicht

Februar 11th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Politik

"Geschichtsskulptur" statt Gedenkenort in Kemeten (Foto: Horst Horvath, RomaCajtung) RomaCajtung 1/2019: Vorgeschichte: seit vielen Jahren ver­sucht die Roma-Com­mu­nity die Gemein­de Kemeten (Süd­burgenland) dazu zu be­we­gen, sich ihrer histo­ri­schen Ver­ant­wor­tung gegen­über 200 Ver­trie­benen und zum Groß­teil ermor­deten frü­he­ren Ge­mein­de­be­woh­nerIn­nen be­wusst zu wer­den und eine beschei­dene Gedenk­stätte zu er­rich­ten. Über meh­rere Jahre wurden die Roma-Ver­treter mit der Aus­sage hin­gehalten und ver­tröstet, dass auf einer zu errich­ten­den Ge­schichts­skulptur ein ent­spre­chen­des Ele­ment an­gebracht ist.

Der so genannte „Geschichtskreis“ wur­de nun­mehr auf­ge­stellt.

Allerdings: Niemand von den Roma-Ver­tre­terIn­nen wurde zur Eröff­nung ein­geladen und außer einem sehr neutra­len Hinweis auf die ge­schicht­li­chen Fakten ist nichts zu fin­den, was ein Be­dauern oder ein Erin­nern oder ein Gedenken aus­löst.

Natürlich begrüßen die Roma-Vertre­terIn­nen es, wenn öffent­lich auf die Ver­bre­chen der NS-Diktatur hin­gewie­sen wird., Aber eine Gedenkstätte – oder ein Gedenkort – ist diese „Skulp­tur“ ein­deu­tig nicht. Wir hoffen sehr – und appel­lie­ren an die Ge­meinde­ver­tretung – einen be­schei­denen Gedenk­ort an­gesichts der enorm hohen Opfer­zahl (immer­hin wur­den mehr als 10 Pro­zent der dama­ligen Kemet­nerInnen ermordet) zu er­richten.

Andreas Lehner
Vorsitzender der Roma-Volkshochschule Burgenland

Aus: RomaCajtung, 1/2019, S. 5

Siehe auch:
Virtujeli gondolipeskero than Kemetate
, 21.9.2016
Virtueller Gedenkort für Kemeten, 11.9.2016
Kein Ort für Blumen und für Kerzen, 5.9.2011
Kemeten: „Eine Beleidigung für die Toten“, 29.11.2010
Kemeten: „Na anglo völinipe“, 1.4.2010
Die Schande von Kemeten, 31.3.2010


Romaball in Innsbruck

Februar 9th, 2019  |  Published in Veranstaltungen & Ausstellungen

RomaballUnter dem Motto „Benefiz für das Waldhüttl – eine Her­berge für Men­schen in Not“ fin­det am 2. März 2019 im Inns­brucker Kol­ping­haus wie­der der Roma­ball statt.

Das Projekt „Waldhüttl“ des Stifts Wilten und der Tiroler Vin­zenz­ge­mein­schaf­ten, ein re­vitali­sier­ter alter Bauern­hof mit Gemein­schafts­garten, bietet ob­dach­lo­sen Roma in Innsbruck eine Unter­kunft. Er­öffnet wurde das „Wald­hüttl“ am Mentlberg als Wohn­projekt für „Men­schen ohne Hei­mat“ schon im No­vem­ber 2012 – die Be­woh­ner sind vor al­lem not­rei­sende Roma aus der Ost­slowakei, viele von ihnen Ver­käufer der Inns­brucker Stra­ßen­zei­tung „20er“.

2.3.2019, Kolpinghaus Innsbruck
Viktor-Franz-Hess-Straße 7
Beginn 20:00 Uhr, Einlass ab 19:30 Uhr

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Hoffnung für bleivergiftete Kosovo-Roma

Februar 8th, 2019  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Jahrelang sahen die UN tatenlos zu: schwere Erkrankungen infolge der Bleiverseuchung der UN-Flüchtlingscamps in Mitrovica (Foto: GfbV)55 Europa-Abgeordnete fordern von UN Wieder­gut­ma­chung für er­krank­te Roma, Aschkali und Balkan-Ägypter

In einem Schreiben an UN-Generalsekretär António Guterres haben 55 Euro­pa-Ab­ge­ord­ne­te Ent­schädi­gung für Roma, Asch­ka­li und Bal­kan-Ägyp­ter ge­for­dert, die nach dem Kosovo-Krieg 1999 von den Ver­ein­ten Nationen in blei­ver­seuch­ten Flücht­lings­lagern unter­gebracht wor­den waren und des­halb ernst­haft er­krankt sind. „Das Engage­ment der Par­lamen­tarier gibt den Opfern des un­ver­ant­wort­li­chen Um­gangs der UN mit diesen Flüchtlingen Hoff­nung auf Gerech­tig­keit und end­lich an­gemes­se­ne medizini­sche Hilfe“, sagte die Süd­ost­europa-Ex­pertin der Gesell­schaft für be­drohte Völker (GfbV), Jasna Causevic, in Göttingen.

Die Menschenrechtsorganisation setzt sich seit vielen Jahren für die Roma, Asch­kali und Bal­kan-Ägyp­ter ein. Schon früh hat die GfbV den Ver­dacht, dass die fünf Camps in Nord-Mitro­vi­cë/Mitrovica ganz in der Nähe einer Blei­schmelz­anlage extrem ver­seucht waren, öffent­lich ge­macht und eine Evakuie­rung der Lager ge­for­dert. Doch erst als ein Umwelt­medizi­ner im Auf­trag der GfbV Ende Okto­ber 2005 Vergiftungs­erschei­nun­gen bei den Flücht­lingen doku­men­tierte, lösten die UN die Camps all­mählich auf. Das letz­te Lager wurde erst 2013 ge­räumt. In einem 2018 ver­öffent­lich­ten Bericht hat die GfbV die de­primie­rende Lage der Erkrank­ten er­neut de­tail­liert doku­men­tiert. Stell­ver­tretend für die ins­gesamt rund 600 ehe­ma­li­gen Lager­insassen be­mühen sich 192 Roma, Aschkali und Bal­kan-Ägyp­ter auch mit Hilfe der US-amerika­ni­schen Anwältin Dianne Post seit 2008 um Wieder­gut­machung.

„Wir, Mitglieder des Europäischen Parlaments, appel­lieren drin­gend an Sie, die längst über­fälligen Schritte zu unter­nehmen, um zu gewähr­leisten, dass die Opfer der Blei­ver­giftung aus den ver­seuchten UN-Flüchtlings­lagern im Kosovo eine indi­vi­duelle Ent­schädi­gung, ent­spre­chende medi­zinische Ver­sorgung und Unter­stützung in der Bildung er­halten“, heißt es in dem Schreiben der EU-Ab­geord­neten, das die sozial­demokra­ti­schen EU-Ab­geordne­ten Kati Piri (Niederlande) und Soraya Post (Feminis­ti­sche Initia­ti­ve, Schweden) ini­ti­iert haben. Unter­zeich­net haben es auch die deut­schen EU-Ab­ge­ord­ne­ten Michael Detjen (SPD), Cornelia Ernst (Grü­ne), Rebecca Harms (Grü­ne), Knut Fleckenstein (SPD), Romeo Franz (Grü­ne), Barbara Lochbihler (Grü­ne), Norbert Neuser (SPD). [Anm. der dROMa-Red.: von den ös­ter­rei­chi­schen EU-Par­la­men­ta­ri­ern ha­ben fol­gen­de Ab­ge­ord­nete den Auf­ruf un­ter­zeich­net: Eugen Freund (SPÖ), Karoline Graswander-Hainz (SPÖ), Michel Reimon (Grüne), Monika Vana (Grüne), Thomas Waitz (Grü­ne) und Josef Weidenholzer (SPÖ).]

Bisher wollen die UN keine Wiedergutmachung zah­len, obwohl der Men­schen­rechts­ausschuss der UN-Mis­sion im Kosovo „Human Rights Ad­vi­sory Panel“ (HRAP) dies empfoh­len hatte. Die Flücht­linge führen auch eine Reihe von Todes­fällen auf Blei­ver­gif­tung zurück.

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„Gewalt gegen Minderheiten“

Februar 7th, 2019  |  Published in Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Wissen schafft DemokratieNeues Buch des Instituts für Demokratie und Zivil­ge­sell­schaft be­leuch­tet Hass­kri­mi­na­li­tät aus unter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven

Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) – Thürin­ger Doku­men­ta­tions- und Forschungs­stelle gegen Men­schen­feind­lich­keit (Hrsg): Wissen schafft De­mokratie. Gewalt gegen Min­der­heiten (=Schrif­ten­reihe des Insti­tut für Demokratie und Zivil­gesell­schaft, Bd. 4), Amadeu Antonio Stif­tung: Berlin 2018

→Download (pdf) | →zum Inhaltsverzeichnis

Wie kann vorurteilsgeleitete Gewalt erkannt und ver­hindert wer­den? Was berich­ten Betrof­fene? Welche inter­natio­nalen Befunde zu Hass­kriminalität gibt es? Wie können gesell­schaft­lich stig­mati­sierte und dadurch beson­ders gefähr­dete Grup­pen ge­stärkt werden? Dis­kutiert wur­den diese und weite­re Fragen im Sep­tem­ber 2018 in Jena im Rahmen der Fach­kon­ferenz „Gewalt gegen Minder­heiten: Inter­natio­nale Per­spektiven und Strate­gien zum Um­gang mit Hass­krimina­lität“. Um die Inhalte einem brei­teren Pub­likum zur Ver­fügung zu stel­len, sind im vor­liegenden Konferenz­band die Vor­träge und Dis­kussio­nen doku­men­tiert und um weiter­führende Infor­ma­tio­nen er­gänzt.

„Gewalt gegen Minderheiten“ ist der Schwerpunkt dieses neuen Buches, wel­ches das Jenaer Insti­tut für Demo­kratie und Zivil­gesell­schaft (IDZ) im Januar ver­öffent­licht hat. Der Band ver­sam­melt 13 Artikel von deutschen, bri­tischen und kana­di­schen Autorin­nen und Autoren. Ne­ben wis­sen­schaft­li­chen Studien­ergeb­nissen wer­den auch der polizei­liche und zivil­gesell­schaft­liche Umgang mit rechter Gewalt und Hass­krimi­na­lität dis­kutiert.

Unter anderem zeigt die Auswertung einer um­fas­sen­den Befra­gung von Kriminali­täts­opfern durch die Krimi­no­log_in­nen Eva Gross, Arne Dreissigacker und Lars Riesner, dass Opfer von Vorurteils­krimina­li­tät ein deut­lich min­deres Sicherheits­gefühl, höhere Krimi­nalitäts­furcht und gerin­ge­res Vertrauen in die Polizei auf­weisen als Per­so­nen, die eben­falls zum Opfer von Krimina­lität wurden, bei denen aller­dings Vor­urteile keine Rolle spiel­ten.

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Amare kulture, amare identitetora

Februar 6th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek

Video-Präsentation des vor einigen Tagen online ge­gan­ge­nen RomArchive auf Ro­m­ani, un­ter­titelt auf Deutsch und Eng­lisch.

Our cultures, our identities
Unsere Kulturen, unsere Identitäten
Amare kulture, amare identitetora

Siehe auch:
RomArchive: „This is why we do it!“, 24.1.2019
RomArchive: Kesdipe ando Berlin, 18.1.2019
RomArchive: Startschuss in Berlin, 11.1.2019

Facts & Figures (213)

Februar 5th, 2019  |  Published in Facts & Figures

Schon in der Weimarer Re­pu­b­lik, im April 1928, wurde „Zi­geu­nern“ der Waf­fen­be­­sitz ge­setz­lich ver­bo­ten.

(Quelle/pdf)

Jahrestag des Roma-Attentats in Oberwart

Februar 4th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Religion, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika

Anlässlich des 24. Jahrestags des Rohr­bomben­atten­tats vom 4. Febru­ar 1995, bei dem vier Volks­grup­pen­ange­hö­rige der Roma er­mordet wur­den, lud die Roma-Pastoral am Sonn­tag, 3. Febru­ar 2019, um 14.30 Uhr in Ober­wart bei der Gedenk­stätte „Am Anger“ zum jähr­li­chen Geden­ken ein. Erst­mals nahm auch der Diö­ze­san­bischof von Szombathely teil.

Am 4. Februar 1995 wurde eines der schlimms­ten rassis­ti­schen Ver­bre­chen in der Zwei­ten Republik be­gangen: Vier An­ge­hö­ri­ge der Roma, Peter Sarközi, Josef Simon, Karl und Erwin Horvath, wur­den in Ober­wart durch eine Rohr­bombe ge­tötet. Auf der Bombe war ein Schild mit der Auf­schrift „Roma zurück nach Indien“ an­ge­bracht. Bei dem Ver­such, dieses Schild zu ent­fernen, explo­dierte die Spreng­falle, die Teil einer rassis­tisch und völkisch mo­ti­vier­ten Anschlag­serie des At­ten­täters Franz Fuchs war. János Székely, Diö­zesan­bischof der Diöze­se Szombathely und Roma-Pas­to­ral-Be­auf­trag­ter der Unga­rischen Bischofs­konferenz, hat die Gedenk­feier mit­zelebriert. Kinder und Jugend­liche aus der Volks­gruppe sowie die Musik­gruppe Romano Rath haben die Gedenk­feier mit­gestal­tet.

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Bulgarien: Aufruf gegen Roma-Vertreibung

Februar 4th, 2019  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Kinderwagen inmitten der Abrisstrümmer (Foto: BHC, 10.1.2019)Bulgarisches Helsinki-Komitee bittet um Unterstützung im Kampf gegen Vertreibung von Roma-Famlien

Das Bulgarische Helsinki-Komitee (BHC) bittet um Unter­stüt­zung für 17 Roma-Fa­mi­lien aus dem Dorf Voy­vo­di­novo (Woj­wodi­nowo), die von Zwangs­ver­treibung be­droht sind und deren Häuser zer­stört werden sollen. Nach einer gewalt­sa­men Ausei­nan­der­setzung am 6. Ja­nuar 2019 zwi­schen zwei Roma und meh­reren ande­ren Bulgaren (…), kam es zu natio­nalis­ti­schen Protes­ten in dem Dorf Voy­vodi­novo, an denen neben den Dorf­bewoh­nern vor allem natio­nalis­tische Gruppen und Sol­daten der bulga­rischen Armee teil­nah­men. In der Nachbar­schaft gab es massive Drohun­gen gegen die Roma.

Aufgrund dieser Proteste zerstörte die Gemeinde Maritza drei der von Roma be­wohn­ten Häuser, und zwar ohne Vor­ankün­di­gung oder Ein­haltung der gesetz­lichen Ver­fahren (wir be­rich­te­ten: Siedlungs­abriss: Pro­test bulga­rischer Roma). Den Be­wohnern wurde nicht einmal die Mög­lich­keit ge­geben, ihre am drin­gends­ten be­nötig­ten Sachen aus den Häusern zu ret­ten. Ver­treter des Bulgari­schen Helsinki-Ko­mi­tees fan­den meh­re­re Kinder­wagen und Haus­halts­gegen­stände, die aus den ab­geris­se­nen Gebäuden zu­sam­men­getra­gen wur­den, wäh­rend die Kameras der bul­gari­schen Medien zeig­ten, wie die Bagger die Häuser der Familien nieder­ris­sen. An den Türen und Fens­tern der ver­bleiben­den Häuser wurden Be­schlüs­se der Ge­meinde an­ge­bracht, die die Zer­stö­rung der weite­ren Gebäude an­kündi­gen. Inner­halb einer Frist von sieben Tagen (..), kann da­gegen Berufung ein­gelegt wer­den. Das BHC unter­stützt die betrof­fenen Familien dabei, Wider­sprüche ein­zu­legen.

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„Geschwister“ (2016)

Februar 1st, 2019  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Fernsehfilm von Markus Mörth, D/A 2016, 105 Min.
ZDF/Das kleine Fernsehspiel, ARTE, ORF

Der künstlerisch hochbegabte 16-jährige Mikhail (Abdulkadir Tuncer) und sei­ne zwei Jah­re älte­re Schwes­ter Bebe (Ada Condeescu) le­ben in einem Waisen­haus auf dem Land in Moldawien. Die bei­den haben eine sehr enge Be­zie­hung. Sie hel­fen und schützen sich gegen­seitig, doch als Roma sind sie in ihrer Heimat auf Dauer nicht sicher. Auf ihrer gefähr­li­chen und illega­len Flucht über Rumänien und Serbien wer­den die beiden zu Ge­jagten, sie ge­ra­ten in die Hände mafiö­ser Schlepper­banden, Men­schen­händler und Bordell­betrei­ber. Die Sicher­heit, die ih­nen Deutschland als Ziel­land ihrer Flucht an­fangs zu bieten scheint, wird schnell brü­chig – zu viel ist auf der Reise pas­siert, zu lang ist der Arm derer, denen sie ent­kommen sind und die sich nun an den Flücht­lin­gen rächen wol­len. Neben dem Versuch, Arbeit zu finden, neue Be­ziehun­gen zu knüpfen, die Sprache und mehr über die Kultur zu ler­nen, kämpfen die beiden mit trauma­ti­schen Er­fah­run­gen, krimi­nel­len Ver­strickun­gen und der Schwierig­keit, Ver­trauen in die Chance auf eine bes­sere Zu­kunft zu fassen.

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