Archive for Februar, 2019

Fact & Figures (216)

Februar 27th, 2019  |  Published in Facts & Figures, Romani

Shelta (auch: Gammon, Cant) ist eine von Irish Tra­vel­lers ge­spro­che­ne Misch­spra­che irisch-gä­li­schen und eng­li­schen Ur­sprungs, die auch Ro­ma­ni-Ele­men­te auf­weist.

(Quelle)

„Betteln als Performance“ (2018)

Februar 26th, 2019  |  Published in Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Karl-Franzens-Universität GrazJohanna Raphaela Blamberger (2018): „Alle sitzen wie Pilze neben­einan­der und ma­chen: Bitte, Madame, bitte, Herr!“ – Betteln als Per­for­mance und Humor als Strategie: kultur­anthro­po­logi­sche RomNija-Be­geg­nungen auf den Straßen von Graz

Masterarbeit, Karl-Fran­zens-Uni­ver­sität Graz (Institut für Kultur­anthropo­logie und Euro­päi­sche Ethno­logie), 120 S.

→Download der UB Graz (pdf)

Abstract (Link):

Die Arbeit beschäftigt sich mit Begegnungen mit jenen RomNija, die als Bett­lerInnen oder Zeitungs­ver­käu­ferIn­nen auf den Stra­ßen von Graz an­zu­tref­fen sind. RomNija er­scheinen durch stereo­type Zu­schrei­bun­gen und Ver­urteilun­gen hin­sicht­lich ihrer Identität im Zu­sam­men­spiel mit Narra­tiven, die in Bezug auf BettlerIn­nen exis­tieren, als eine homo­gene Per­sonen­gruppe mit spe­zi­fischen Eigen­schaften wie Dis­ziplin­losigkeit oder Arbeits­scheue. Die kultur­anthropo­logi­sche Forschungs­arbeit will eben­dieses Bild auf­brechen: Eine dif­feren­zierte, kon­textua­li­sierte Betrach­tung von Rom­Nija als Indivi­duen mit spezi­fischen Lebens­geschichten, Inten­tionen und Ge­danken sowie von der Tätig­keit des Bettelns und die Rolle der Mehr­heits­gesell­schaft werden hier­bei thema­ti­siert. Den theore­tischen Hinter­grund bildet dabei das Kon­zept des Antiziganismus, wel­ches die Ent­stehung und Re­produk­tion rassisti­scher Struk­turen in unserer Gesell­schaft ana­ly­siert. Kultur­wissen­schaftlich wird die Ansicht ver­folgt, dass Kultur als Ord­nungs­prin­zip in unse­rer Gesell­schaft an hoher Be­deu­tung ge­wonnen hat und dabei soziale, öko­nomi­sche und politi­sche Aspek­te, die zur Er­klärung von Lebens­situa­tio­nen dienen, in den Hinter­grund ge­drängt oder aber als kulturell be­dingt dar­gestellt wer­den. Interviews und Be­geg­nun­gen mit RomNija, Reflexio­nen über Begeg­nun­gen, histori­sche Be­trachtun­gen sowie die Ein­beziehung von künst­leri­schen Aus­einander­set­zungen er­öffnen einen Raum für ein differen­ziertes Ver­ständ­nis: Read the rest of this entry »

Frauengeschichten aus der Nachkriegszeit

Februar 25th, 2019  |  Published in Frauenrechte, Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Fotoausstellung über Sintifamilien im Nachkriegsdeutschland: Hilda Johanna Eckstein (Foto: privat, via mittelhessen.de)„Wie aus der ,Zigeunerin‘ eine ‚Sintezza‘ wu­rde – Frauen­ge­schich­ten aus der Nach­kriegs­zeit“: Aus­stel­lungs­eröff­nung mit der Jazz-Mu­si­ke­rin Dotschy Reinhardt im Rat­haus in Gießen am am 25. Feb­ru­ar um 17 Uhr.

Für die Ausstellung „Wie aus der, Zigeunerin‘ eine ‚Sintez­za‘ wur­de – Frauen­geschich­ten aus der Nach­kriegs­zeit“ haben die in Gießen an­säs­sigen Sinti-Fa­mi­li­en Fischer und Eckstein ihre Foto­alben ge­öff­net. Dabei haben sie ein­drucks­volle Auf­nahmen aus dem Leben von Frauen ent­deckt, die vom 25. Februar bis 8. März von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr im Rat­haus am Berli­ner Platz prä­sen­tiert wer­den.

Die Verfolgung und der Porajmos – das Wort bedeutet „Ver­schlin­gen“ und steht für den Völker­mord an den Sinti und Roma – im Natio­nal­sozia­lis­mus mar­kieren eine schmerz­hafte Zäsur, wel­che die Zer­störung der Jahr­hun­derte alten Kultur zum Ziel hatte. Die Aus­stel­lung soll zei­gen, dass es für die Über­lebenden wei­ter­ging und dass dies zu einem gro­ßen Teil ein Ver­dienst der Frauen war.

Der Fokus der Ausstellung liegt – das verdeutlicht der Unter­titel – auf „Frauen­geschich­ten in der Nach­kriegs­zeit“. Er­gänzt wird die Schau durch Hinter­grund­infor­ma­tio­nen zur Geschichte und zum All­tag der Sinti.

Zur Eröffnung am Montag, 25. Februar, kommt die deutsche Jazz-Mu­sike­rin und Auto­rin Dotschy Rein­hardt nach Gießen. Ihre Musik unter­malt die Eröffnung. Read the rest of this entry »

Fact & Figures (215)

Februar 23rd, 2019  |  Published in Facts & Figures

Heute vor 10 Jahren wurden der Rom Ró­bert Csor­ba (27) und sein Sohn (5) in Ta­tár­szent­györ­gy von un­gar. Neo­na­zis er­­schos­sen, als sie vor den Flam­men ins Freie flüch­te­ten.

(Quelle)

Radio: „Möglichst freiwillig“

Februar 22nd, 2019  |  Published in Film & Theater, Interview, Politik, Radio & TV, Rassismus & Menschenrechte

Dreyeckland Radio Dreyeckland, 14.2.2019 (7:14 min)
→Anhören (mp3)

"Möglichst freiwillig" - Dokumentarfilm aus Deutschland (Filmplakat)Die Filmemacherin Allegra Schnei­der im Ge­spräch

Zijush war ein 13-jähriger Schüler in Bremerhaven, als seine Eltern sich ge­zwun­gen sahen, mit ihm und seiner Schwes­ter nach Maze­do­nien zu­rück­zu­gehen. Von Politik und Behör­den wird so etwas als „freiwillige Rückkehr“ beworben und als human be­zeich­net. Doch frei­willig war die Rück­kehr nicht, und für Zijush be­deu­tete sie unter ande­rem, dass er als Rom von einer Gruppe albani­scher Män­ner gewalt­sam an­gegrif­fen wurde. Seine Mutter hat seit­her täg­lich Angst, bis er heil aus der Schule zu­rück ist. Doch seine Bremer­have­ner Klasse will sich mit dem Ver­schwin­den ihres Freundes nicht ein­fach ab­finden. Zuerst lassen sie ihn per Smart­phone weiter am Unter­richt teil­haben, dann geben sie seiner Klassen­lehrerin eine Men­ge Fragen mit, die sie bei zwei Be­su­chen in Mazedonien zu be­ant­wor­ten ver­sucht. Beim zwei­ten Besuch ist auch Zijushs Schul­freund Rebal dabei …

Die Fotojournalistin Allegra Schneider und ihr Team waren mit dabei in Skopje und in der Bremer­have­ner Klasse. Ent­stan­den ist dabei ein Dokumentar­film, der keine Klischees zeigt, son­dern die Be­trof­fenen selbst aus­führ­lich zu Wort kom­men lässt und die Dis­kriminie­rung der Roma und Romnja in Mazedonien wie auch die Proble­ma­tik der „frei­wil­li­gen“ Ausreise viel­schich­tig be­leuch­tet. Read the rest of this entry »

HEUTE: „Romani Music made in Austria“

Februar 21st, 2019  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Rusza Nikolic-LakatosIm Wiener Porgy & Bess wird am 21. Febru­ar erst­mals der „Ruzsa Niko­lić-La­ka­tos-Preis“ ver­lie­hen – ein Abend mit einer ge­ball­ten La­dung „Ro­ma­ni Music made in Austria“

2011 wurden die Lieder der Lovara-Roma als im­mate­riel­les Kultur­gut der UNESCO national an­er­kannt. Die 1945 gebo­re­ne Ruzsa Nikolić-Lakatos zählt zu den welt­weit be­kann­tes­ten Sängerin­nen der Lovara-Musik. Ruzsa Ni­ko­lić-La­katos ist seit Jahren inter­natio­nal eine „Botschafterin“ der Roma-Musik. Sie steht für mehr als Musik – näm­lich für Vielfalt, To­le­ranz und Frauen­power.

Nun wird ihr für ihre Verdienste der „Rusza Niko­lić-La­ka­tos-Preis“ ge­wid­met und ver­liehen. Der Preis soll in der Zu­kunft regel­mäßig an Künst­lerin­nen und Künst­ler aus der Roma- und Sinti-Community ver­geben wer­den, die sich be­son­ders um den Erhalt der Sprache Romanes in ihrer Kunst be­mü­hen. Durch­ge­führt wird diese Ver­anstal­tung im Rah­men des „Ceija Stojka Art Project“, das an die­sem Abend seinen Be­ginn feiert. Das Projekt bevschäf­tigt sich ein Jahr lang mit dem Erhalt und der Ver­mitt­lung von Kunst, Literatur und his­tori­schen Doku­men­ten der Roma-Com­mu­nity – im Spe­ziel­len jenen der Künst­le­rin Ceija Stojka.

Die „Rusza Nikolić-Lakatos Band“ feat. Christian Hinterhauser lässt die tanz­bare Musik der Preis­trä­gerin hoch­leben. „Amenza Ketane“ unter­hält mit den ver­ton­ten Ge­dichten der Zeit­zeu­gin Ceija Stojka. Die Band „Kalo Nipo“ prä­sen­tiert mit Sänger Samuel Mago große Bal­laden und zeit­lo­sen Groove. Nancy Black prä­sen­tiert progres­siven Rap aus ihrem ge­rade er­schie­ne­nen Album „Love Revolution“, der zum mit­wippen und mit­denken an­regt.

Programm:

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„Was ist Rassismus gegen Sinti und Roma?“

Februar 19th, 2019  |  Published in Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

Deutschland: Flyer über Antiziganismus Neue Flyerserie zu grup­pen­­bezo­ge­­­ner Men­schen­feind­lich­keit: eine Bro­­schü­­re be­­han­­delt „Ras­­sis­­mus ge­­gen Sinti und Roma“

Die deutsche Amadeu-Antonio-Stiftung hat eine mehr­tei­lige Reihe von Flyern heraus­ge­geben, in denen sie unter­schied­liche Formen „grup­pen­bezo­ge­ner Men­schen­feind­lich­keit“ (also der Abwertung be­stimm­ter Gruppen in der Gesell­schaft) er­klärt. Die Themen­flyer be­han­deln bei­spiels­weise Anti­semitismus, Ras­sis­mus und Sexismus. Die un­ter­schied­li­chen Flyer er­klä­ren jugend­gerecht das jewei­lige Phäno­men, warum es uns alle be­trifft und was man da­gegen unter­nehmen kann. In der Broschüre „Die Theo­rie in der Praxis“ kön­nen die Ent­stehungs­geschichte und das den Flyern zu­grunde­liegende Konzept nach­gelesen wer­den (S. 28-33). Die Broschüre fin­den Sie hier.

Eine der Broschü­ren be­fasst sich mit Roma­feindlich­keit (Antiziganismus) und fragt: „Was ist Ras­sis­mus ge­gen Sinti und Roma?“, „Wie er­kennen wir das?“ und „Was kön­nen wir tun?“

→Den Flyer gibt es hier zum Down­load (pdf).

Die Flyer können auch gegen eine Versand­kosten­pauschale von fünf Euro bei der Ama­deu-An­tonio-Stif­tung (E-Mail) be­zo­gen wer­den.

(dROMa)

Protestvideo der Romaband Bengas

Februar 18th, 2019  |  Published in Musik, Rassismus & Menschenrechte

Die tschechische Romaband Bengas (hier die offen­sicht­lich nicht mehr ganz aktuelle Web­site) pro­tes­tiert in diesem neuen Musik­video gegen die jüngs­ten Pogrome und rassis­ti­schen An­griffe auf die Roma-Min­der­heiten in Europa. In einem be­­glei­­ten­­den Statement schrei­ben die Musiker der 2001 ge­grün­de­ten Band (die in Tschechien u.a. auch schon als Vor­gruppe der legen­dären „Gypsy Kings“ auf­getre­ten ist):

Wir appellieren an alle demokratischen Politi­ker in Europa, sich je­der Mani­fes­ta­tion von In­tole­ranz gegen­über den Roma deut­lich ent­gegen­zu­stellen und alles in ihrer Macht Ste­hende zu tun, die Politi­ker in den betref­fen­den Staaten dazu zu be­wegen, die Lage zu kor­ri­gie­ren. Wir rufen auch alle Roma dazu auf, sich am Aktivis­mus zu be­tei­li­gen: Roma masoven! Als Künst­ler müs­sen wir unsere Mei­nung über die ak­tuelle nega­tive Politik, die sich in man­chen Staaten Bahn bricht, gegen­über den Politi­kern laut und klar zum Aus­druck brin­gen. Aus die­sem Grund haben wir uns ent­schie­den, diesen Balkan­folk-Song aus unse­rem Reper­toire auf­zu­neh­men (…). Dieser Song ist auch eine Re­aktion auf die Tat­sache, dass eines unserer Band­mit­glie­der, Vladimír Demeter, die Tsche­chi­sche Republik ver­lassen hat. Eines seiner Haupt­motive dafür war, die Sicher­heit seiner Kinder zu garan­tieren und ihnen ein demo­kra­ti­sches Um­feld für ihre Er­ziehung zu er­mög­li­chen. (…)

(via Romea.cz)

Terne Rroma Südniedersachsen e.V.

Februar 16th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Interview, Jugend & Bildung, Radio & TV

Roma-Jugendinitiative in Deutschland: Gründung der "Roma-Jugend Initiative Northeim"Terne Rroma Südniedersachsen e.V. ist ein Jugend­verein im Land­kreis Nort­heim. Als Ro­ma-Selbst­or­ga­ni­sa­tion ver­netzt Terne Rroma jun­ge Roma und Nicht­roma. Em­power­ment, Anti­rassis­mus­arbeit und Bil­dungs­bera­tung ge­hören zu den Schwer­punkten – und nicht zu­letzt Rap-Work­shops, de­nen nun so­gar eine CD-Ver­öffent­li­chung fol­gen soll.

Seit 2016 gibt es „Terne Rroma Südnieder­sachsen e.V.“, einen Jugend­verein von Roma und Nicht­roma in Northeim. „Terne Rroma“ ver­steht sich als „Migrant*in­nen­selbst­jugend­organi­sa­tion“ und als „Platt­form für Migrant*in­nen, Ge­flüch­tete und Jugend­liche aller Art“. Zu den Schwer­punkten ge­hört Anti­rassismus­arbeit – das heißt vor allem auch, einen sicheren Raum für Jugend­liche zu schaf­fen, die von Rassismus be­troffen sind. Ein beson­deres Augen­merk liegt zu­dem auf dem Bereich Kreativität. So bie­tet „Terne Rroma“ Thea­ter- oder Rap-Se­minare an. Y.W.B. (Young World Breaker) nennt sich die Rap-Crew von „Terne Rroma“, deren „gesell­schafts­kriti­sche, eman­zi­pa­to­rische und politische Songs“ im Rah­men dieser Work­shops ent­stehen. Zu­letzt wurden Schreib- und Empower­ment-Work­shops or­gani­siert. Für das Jahr 2019 hat sich der Verein vor­genom­men, eine eige­ne „inter­kultu­relle, politi­sche CD heraus­zu­geben, mit selbst­produ­zier­ten Songs zu selbst­gewähl­ten Themen“. Ein Doku­mentar­film soll das Projekt be­gleiten.

Mit Projekten wie „Drei Bausteine“ (hier ein Inter­view im Stadt­radio Göttingen) för­dert „Terne Rroma“ Jugend­liche, indem Beratun­gen zum Thema Schule und Beruf an­ge­boten werden.

Zu „Terne Rroma“ gehört auch die bereits seit 2013 be­ste­hende „Roma-Jugend Initiative Northeim“, eine „inter­kultu­relle Jugend­initiative von jun­gen Rom*nja und deren Freund*in­nen, die haupt­säch­lich im Landkreis Northeim und in Göttingen ak­tiv ist“. Read the rest of this entry »

„Roma Civil Monitor“-Berichte online

Februar 14th, 2019  |  Published in Dokumente & Berichte, Internet & Blogothek, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Roma Civil MonitorDas Romano Centro in Wien macht auf die Ver­öf­fent­li­chung der Analy­sen der Zivil­gesell­schaft zu den Roma-Stra­tegien aus 27 EU-Län­dern auf der Web­site des CEU Center for Policy Studies auf­merk­sam. Die Berich­te wur­den seit 2017 im Rah­men des „Roma Civil Mo­ni­tor“-Pro­jek­tes er­stellt. Den Be­richt zu Österreich ha­ben die Kol­leginnen und Kol­le­gen von Ro­ma­no Centro ver­fasst. „Für alle, die sich mit Inklu­sions­politik und In­tegra­tion der Roma be­schäf­tigen, sind diese Berichte eine sehr wert­volle Infor­mations­quelle ab­seits offi­ziel­ler Regie­rungs­doku­mente“, so das Romano Centro.

Der Bericht zu Österreich:
Civil society monitoring report on implementation of the national Roma integration strategy in Austria. Focu­sing on struc­tural and hori­zon­tal pre­con­di­tions for success­ful im­ple­menta­tion of the stra­tegy (pre­pared by Roma­no Centro, Sep­tem­ber 2018) →PDF-Download

(dROMa)