Radio: „Möglichst freiwillig“
Februar 22nd, 2019 | Published in Film & Theater, Interview, Politik, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Radio Dreyeckland, 14.2.2019 (7:14 min)
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Die Filmemacherin Allegra Schneider im Gespräch
Zijush war ein 13-jähriger Schüler in Bremerhaven, als seine Eltern sich gezwungen sahen, mit ihm und seiner Schwester nach Mazedonien zurückzugehen. Von Politik und Behörden wird so etwas als „freiwillige Rückkehr“ beworben und als human bezeichnet. Doch freiwillig war die Rückkehr nicht, und für Zijush bedeutete sie unter anderem, dass er als Rom von einer Gruppe albanischer Männer gewaltsam angegriffen wurde. Seine Mutter hat seither täglich Angst, bis er heil aus der Schule zurück ist. Doch seine Bremerhavener Klasse will sich mit dem Verschwinden ihres Freundes nicht einfach abfinden. Zuerst lassen sie ihn per Smartphone weiter am Unterricht teilhaben, dann geben sie seiner Klassenlehrerin eine Menge Fragen mit, die sie bei zwei Besuchen in Mazedonien zu beantworten versucht. Beim zweiten Besuch ist auch Zijushs Schulfreund Rebal dabei …
Die Fotojournalistin Allegra Schneider und ihr Team waren mit dabei in Skopje und in der Bremerhavener Klasse. Entstanden ist dabei ein Dokumentarfilm, der keine Klischees zeigt, sondern die Betroffenen selbst ausführlich zu Wort kommen lässt und die Diskriminierung der Roma und Romnja in Mazedonien wie auch die Problematik der „freiwilligen“ Ausreise vielschichtig beleuchtet. Die Freundschaft und Solidarität der Mitschüler/innen und der engagierten Lehrerin fügen dem einen hoffnungsvollen Aspekt hinzu. Radio Dreyeckland hat mit Filmemacherin Allegra Schneider gesprochen.
Allegra Schneider ist derzeit mit dem Film „Möglichst freiwillig“ auf Tour in Südwestdeutschland.
(Text: freie-radios.net)
Siehe auch:
„Möglichst freiwillig“ (Trailer), 20.12.2018