„Gewalt gegen Minderheiten“
Februar 7th, 2019 | Published in Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Neues Buch des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft beleuchtet Hasskriminalität aus unterschiedlichen Perspektiven
Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) – Thüringer Dokumentations- und Forschungsstelle gegen Menschenfeindlichkeit (Hrsg): Wissen schafft Demokratie. Gewalt gegen Minderheiten (=Schriftenreihe des Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft, Bd. 4), Amadeu Antonio Stiftung: Berlin 2018
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Wie kann vorurteilsgeleitete Gewalt erkannt und verhindert werden? Was berichten Betroffene? Welche internationalen Befunde zu Hasskriminalität gibt es? Wie können gesellschaftlich stigmatisierte und dadurch besonders gefährdete Gruppen gestärkt werden? Diskutiert wurden diese und weitere Fragen im September 2018 in Jena im Rahmen der Fachkonferenz „Gewalt gegen Minderheiten: Internationale Perspektiven und Strategien zum Umgang mit Hasskriminalität“. Um die Inhalte einem breiteren Publikum zur Verfügung zu stellen, sind im vorliegenden Konferenzband die Vorträge und Diskussionen dokumentiert und um weiterführende Informationen ergänzt.
„Gewalt gegen Minderheiten“ ist der Schwerpunkt dieses neuen Buches, welches das Jenaer Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) im Januar veröffentlicht hat. Der Band versammelt 13 Artikel von deutschen, britischen und kanadischen Autorinnen und Autoren. Neben wissenschaftlichen Studienergebnissen werden auch der polizeiliche und zivilgesellschaftliche Umgang mit rechter Gewalt und Hasskriminalität diskutiert.
Unter anderem zeigt die Auswertung einer umfassenden Befragung von Kriminalitätsopfern durch die Kriminolog_innen Eva Gross, Arne Dreissigacker und Lars Riesner, dass Opfer von Vorurteilskriminalität ein deutlich minderes Sicherheitsgefühl, höhere Kriminalitätsfurcht und geringeres Vertrauen in die Polizei aufweisen als Personen, die ebenfalls zum Opfer von Kriminalität wurden, bei denen allerdings Vorurteile keine Rolle spielten.
Der Soziologe und Leiter des IDZ, Dr. Matthias Quent, sagte dazu: „Der rassistisch motivierte Autoanschlag in Bottrop in der Silvesternacht und die kontroverse Debatte über dessen Einordnung zeigt, dass Vorurteilskriminalität ein drängendes öffentliches Problem ist. Vorurteile bis zur Gewalt sind ein Hindernis für alle Integrationsbemühungen. Das neue Buch liefert einen praxisorientierten Einstieg in den Debatten- und Forschungsstand sowie neue Befunde über die Folgen von Gewalt gegen Minderheiten.“
Das Buch bildet den vierten Band der Schriftenreihe „Wissen schafft Demokratie“. Erhältlich ist die Publikation kostenfrei im Internet unter www.idz-jena.de (pdf) sowie auf Bestellung per E-Mail an bestellung@idz-jena.de.
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(Text: IDZ Jena)