Jahrestag des Roma-Attentats in Oberwart

Februar 4th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo Erba, Religion, Veranstaltungen & Ausstellungen

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Anlässlich des 24. Jahrestags des Rohr­bomben­atten­tats vom 4. Febru­ar 1995, bei dem vier Volks­grup­pen­ange­hö­rige der Roma er­mordet wur­den, lud die Roma-Pastoral am Sonn­tag, 3. Febru­ar 2019, um 14.30 Uhr in Ober­wart bei der Gedenk­stätte „Am Anger“ zum jähr­li­chen Geden­ken ein. Erst­mals nahm auch der Diö­ze­san­bischof von Szombathely teil.

Am 4. Februar 1995 wurde eines der schlimms­ten rassis­ti­schen Ver­bre­chen in der Zwei­ten Republik be­gangen: Vier An­ge­hö­ri­ge der Roma, Peter Sarközi, Josef Simon, Karl und Erwin Horvath, wur­den in Ober­wart durch eine Rohr­bombe ge­tötet. Auf der Bombe war ein Schild mit der Auf­schrift „Roma zurück nach Indien“ an­ge­bracht. Bei dem Ver­such, dieses Schild zu ent­fernen, explo­dierte die Spreng­falle, die Teil einer rassis­tisch und völkisch mo­ti­vier­ten Anschlag­serie des At­ten­täters Franz Fuchs war. János Székely, Diö­zesan­bischof der Diöze­se Szombathely und Roma-Pas­to­ral-Be­auf­trag­ter der Unga­rischen Bischofs­konferenz, hat die Gedenk­feier mit­zelebriert. Kinder und Jugend­liche aus der Volks­gruppe sowie die Musik­gruppe Romano Rath haben die Gedenk­feier mit­gestal­tet.

Die Anschlag­serie, die Franz Fuchs im Namen einer „Baju­wari­schen Be­frei­ungs­armee“ zwi­schen 1993 und 1997 ver­übte, for­der­te vier Todes­opfer und 15 zum Teil schwer Ver­letz­te. Nach einer Brief­bom­ben­serie im De­zem­ber 1993 (die schwer ver­letz­ten Opfer wa­ren Pfarrer August Janisch, Silvana Meixner von der ORF-Min­der­heiten­redak­tion und der damalige Wiener Bürger­meister Helmut Zilk), einer Rohr­bom­be in Klagenfurt im August 1994 und einer zwei­ten Brief­bomben­serie im Okto­ber des­sel­ben Jahres wur­de im Febru­ar 1995 der Vier­fach­mord in Ober­wart durch die Spreng­falle ver­übt.

(Text: Radio Erba)

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