Archive for Januar, 2019

Sinti-Büro mit Hakenkreuz beschmiert

Januar 31st, 2019  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

Hakenkreuz während Gedenkstunde - Ermittlungen laufen (Foto: CC-BY-2.0, Wikipedia/Dirk Vorderstraße)Düsseldorf: Hakenkreuz-Schmie­re­rei auf Sinti-und-Ro­ma-Ge­schäfts­stelle wäh­rend Holocaust-Ge­denk­stunde

Während am Sonntagabend anläss­lich des Holocaust-Ge­denk­tags im Düsseldorfer Max­haus der NS-Opfer ge­dacht wur­de, be­schmier­ten un­be­kannte Täter das Außen­schild am Haus des Landes­ver­ban­des der Sinti und Roma Nord­rhein-West­falen in der Kölner Stra­ße mit einem großen Haken­kreuz. Der 1982 ge­grün­dete Landes­verband hat dort auch seine Bera­tungs­stelle. Der Angriff er­eignete sich wäh­rend der Gedenk­ver­anstal­tung, an der auch der Lan­des­ver­band Deutscher Sinti und Roma als Ko­opera­tions­partner betei­ligt war und wo auch der Ver­bands­vor­sitzende Roman Franz eine Gedenk­rede hielt. Der Landes­verband hat Straf­anzeige er­stattet. Der Ver­band sieht den Vorfall als „volks­verhetzen­den Angriff auf Sinti und Roma und eine be­wusste Ver­höhnung der Opfer des natio­nal­sozia­lis­ti­schen Völker­mord­ver­bre­chens“, heißt es in einer Mit­tei­lung. Read the rest of this entry »

10 Jahre dROMa-Blog

Januar 30th, 2019  |  Published in Allgemeines

Zehn Jahre Blog

Genau heute vor zehn Jahren, am 30. Jänner 2009, ging unser erster Blog-Bei­trag online, 2.847 weite­re sind seit­her ge­folgt. Ein will­kom­me­ner Anlass für ein herz­liches Danke – an alle Le­serin­nen und Leser, an die Mit­wirken­den sowie an alle, die uns im­mer wieder mit Gast­bei­trä­gen, Hin­wei­sen oder Ver­linkun­gen unter­stützen. Und nicht zu­letzt an die Volks­grup­pen­förde­rung des Bundes­kanzler­amts, ohne die weder unser Print­magazin dROMa noch dROMa-Blog mög­lich wären.

Die nächs­ten zehn Jahre können be­ginnen.

Fortbildung „Voices of the Victims“

Januar 30th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Historikerin Karola Fings (Foto: RomArchive)Fortbildungsveranstaltung für Bildungs­arbeit in Berlin: „Voices of the Victims“

1.2.2019, 10:00 – 15:00 Uhr
Landeszentrale für politische Bildung Berlin
Hardenbergstr. 22-24, 10623 Berlin

Unter dem Titel „Voices of the Victims“ hat die Histori­ke­rin Karola Fings mit einem Team inter­natio­na­ler Ex­pert_innen Quellen zu­sam­men­ge­tragen, die den NS-Völ­kermord an Sinti und Roma zum ersten Mal aus­schließ­lich aus der Sicht der Ver­folgten dar­stellen. Es handelt sich um frühe schrift­liche Quellen von Ver­folgten aus der NS-Zeit und den Jah­ren un­mittel­bar nach 1945 aus 20 ver­schie­de­nen Ländern. Im Rah­men des digitalen Archivs der Sinti und Roma, RomArchive, wur­den diese Quellen Ende Ja­nuar online zu­lgäng­lich ge­lmacht. Im Rahmen unse­rer Fort­bildung stel­len wir diese Quellen­samm­lung vor und wol­len darüber ins Gespräch kom­men, wie der Bestand in der schuli­schen und außer­schuli­schen Bildungs­arbeit ein­ge­setzt wer­den kann. Im An­schluss an die Fort­bildung wird eine didakti­sche Hand­reichung zu den Materia­lien ent­stehen.

Die Fortbildung ist kostenfrei und richtet sich an Multipli­ka­tor_innen der Bil­dungs­arbeit. In Ko­opera­tion mit dem RomAr­chive und der Berliner Lan­des­zentrale für poli­tische Bildung.

Anmeldung unter: www.berlin.de

(Text: Zentralrat)


„Expertenkommission Antiziganismus“

Januar 29th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Eine neue Expertenkommission in Deutschland soll helfen, Romafeindlichkeit zu dokumentieren und zu bekämpfen. Hier: Romani Rose, Pressekonferenz des Zentralrats zum "Fall Maria", 2014 (Foto: Zentralrat)Deutsche Bundesregierung beruft „Ex­per­ten­kom­mis­sion Anti­ziga­nis­mus“

Am 30. Januar 2019 beruft die Bundesregierung die Mitglieder der im Koali­tions­ver­trag ver­ein­bar­ten un­ab­hän­gi­gen „Ex­per­ten­kom­mis­sion Anti­zi­ga­nis­mus“. Der Zentral­rat Deutscher Sinti und Roma be­grüßt die schnelle Beru­fung durch den Bun­des­minis­ter des In­nern, Horst Seehofer. Der Vor­sitzen­de des Zentral­rates Deut­scher Sinti und Roma, Romani Rose, er­klärte dazu heute: „Anti­ziga­nis­mus ist tief­ver­wurzelt in der deutschen und der euro­päi­schen Ge­sell­schaft. Die Ächtung des Anti­zi­ga­nis­mus durch die Bundes­regierung und durch die Politik muss jetzt durch ent­spre­chende An­stren­gun­gen ins­beson­dere in der politi­schen Bildung unter­mauert wer­den. Der Zentralrat er­war­tet daher auch, dass der Deutsche Bundestag sich aus­führ­lich mit der Be­kämp­fung des Anti­ziganis­mus be­fasst.”

Romani Rose trifft deshalb am gleichen Tag zu einem Spitzen­gespräch mit dem Vor­sitzen­den der CDU/CSU-Frak­tion, Ralph Brinkhaus, zu­sam­men. Der Zentral­rat erwartet von der Kom­mission neben einem Bericht zum Ende der Le­gis­la­tur­pe­rio­de konkrete Empfeh­lun­gen an die Bundes­regie­rung, um die histo­ri­sche Dimen­sion eben­so auf­zu­arbeiten wie den gegen­wär­tigen Anti­ziganismus zu be­kämpfen. Hier­zu gehöre vor­rangig die Doku­men­ta­tion anti­ziganis­tisch moti­vier­ter Straf­taten eben­so wie die Be­obach­tung von Anti­ziganis­mus in den Medien und den Aus­wirkun­gen bei den Ein­stel­lun­gen in der Be­völ­ke­rung.

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Heterotopie X 3 in Berlin

Januar 28th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Deutschland: Ausstellung Heterotopie X 3 in BerlinVerwobene Geschichten

Ausstellung: „Heterotopie X 3
Installationen der Erinnerung“

27.1.2019 bis 6.3.2019
Ort: DokuZ Sinti und Roma Berlin
Aufbau-Haus am Moritzplatz

Prinzenstr. 84.2, 10969 Berlin
Öffnungszeiten: Mo. & Mi., 9.30 bis 16 Uhr; nach Vereinbarung

Für die Olympischen Spiele 1936 soll­te Ber­lin „zigeunerfrei“ ge­macht wer­den. In ganz Berlin wur­den Sinti und Roma auf­­ge­­grif­­fen und in ein Inter­nie­rungs­­lager im Berliner Vorort Marzahn ge­bracht. Die schmerz­haften Erin­nerun­gen an diese Zeit ver­stärken heute den Kampf der Sinti- und Roma-Selbst­orga­ni­sa­tio­nen um Gerech­tig­keit und ver­mischen sich mit den gegen­wärtigen Lebens­erfah­run­gen der Roma aus Osteuropa. Die Aus­stellung zeigt diese ver­wobe­nen Geschichten und Erin­ne­rungen, die Berlin be­wohnen und um­kreisen.

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Die Stimmen der Verfolgten

Januar 27th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Interview, Jugend & Bildung, Wissenschaft

Kernbestandteil der neuen Zeitzeugensammlung: Roma-Interviews aus Mri Historija und Amari Historija (hier: Peter Horvath, 2010) (Bild: Roma-Service)Für Bildung und Forschung: Interviewsammlung „weiter_erzählen“ ist online

„_erinnern.at_“ präsentiert zum Holo­caust-Ge­denk­tag am 27. Jän­ner eine neue Web­platt­form mit einer Oral-His­to­ry-Samm­lung zur NS-Ver­fol­gung in Österreich. Die Video-In­ter­views mit Ver­folg­ten fin­den Sie auf www.wei­terer­zaeh­len.at. 11 der derzeit 64 Videos be­fas­sen sich mit der Ver­folg­ten­gruppe der Roma und Sinti. Der Groß­teil dieser Inter­views sind unseren Roma-Zeit­zeu­gen-Edi­tio­nen „Mri historija“ und „Amari historija“ ent­nom­men. 

74 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz stellt _erinnern.at_ zum Inter­na­tio­na­len Holo­caust-Ge­denk­tag am 27. Jän­ner ein digita­les Erin­ne­rungs­pro­jekt vor, das die auf Video auf­ge­zeich­ne­ten Erin­nerun­gen von im National­sozialis­mus ver­folg­ten Men­schen be­wahrt und für Bil­dung sowie For­schung er­schließt.

64 Video-Interviews

weiter_erzählen präsentiert auf einer Website sonst schwer zu­gäng­li­che, nach kura­to­ri­schen Ge­sichts­punkten aus­ge­wählte Video-In­terviews mit Ver­folg­ten des National­sozialis­mus, die einen Be­zug zu Österreich ha­ben. Die Interviews sind ver­schlag­wor­tet und leicht durch­such­bar. Die Stim­men der Zeit­zeugIn­nen wur­den über Jahr­zehnte zu­meist in den Län­dern des Exils in Video­inter­views fest­ge­hal­ten und in ver­schie­de­nen Sammlungen auf­be­wahrt. weiter_erzählen würdigt die Verfolgten, die es auf sich nah­men, ihre Geschich­ten und die ihrer oft ermor­de­ten Familien in Video-In­ter­views zu er­zählen und die uns damit mit unse­rer histori­schen Ver­ant­wor­tung kon­fron­tie­ren. wei­ter_er­zählen stellt die Stim­men der Ver­folgten, fest­gehalten in video­graphier­ten Zeit­zeugIn­nen­gesprä­chen, in den Vorder­grund; wur­den diese Stim­men in Österreich doch all­zu lan­ge nicht gehört.

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Facts & Figures (212)

Januar 26th, 2019  |  Published in Facts & Figures

Heute vor 25 Jahren, am 26.1.1994, steck­ten Un­be­kannte ein Ro­ma-Flücht­lings­­heim in Köln in Brand, das Mäd­chen Jas­min­ka und ih­re Groß­tan­te Rai­na star­ben.

(Quelle)

RomArchive: „This is why we do it!“

Januar 24th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Interview, Veranstaltungen & Ausstellungen

RomArchive“, das mit Spannung erwartete neue digitale Archiv der Roma-Kul­turen, wird heute auf www.romarchive.eu erst­mals online gehen (wir be­rich­te­ten). Pa­ral­lel dazu star­tet ein mehr­tägi­ges Eröff­nungs­festival („Perfor­ming RomAr­chive“, 24.–27. Jänner 2019). Ein vorab publi­ziertes Kurz­video mit State­ments der Initia­to­rin­nen und von Kura­torin­nen und Kura­to­ren nennt, leider zum Teil nur auf Englisch, eini­ge Über­le­gungen zu dem in Berlin an­ge­sie­del­ten Groß­pro­jekt: „This is why we do it!“

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ÖRKÖ hilft Schulprojekt in Griechenland

Januar 23rd, 2019  |  Published in Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Religion

Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich will 2019 gemeinsam orthodoxer Hilfsorganisation Roma-Kindern in Griechenland einen Schulabschluss ermöglichen (Foto: ÖRKÖ) Spendenprojekt 2019 für Roma in Grie­chen­land

Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) führt jedes Jahr ein be­son­de­res Spenden­pro­jekt durch: 2019 will der ÖRKÖ Roma-Kin­der und -Ju­gend­liche in Grie­­­chen­­land un­ter­stüt­zen. Vor al­lem geht es darum, den Kindern und Ju­gend­li­chen einen Schul­ab­schluss und damit bes­sere Berufs- und Lebens­chancen zu er­mög­li­chen.

In Griechenland leben derzeit ca. 50.000 Roma. Inner­halb einer Studie der European Union Agency for Fun­da­men­tal Rights (2014) gaben ca. 50 Pro­zent der be­frag­ten Roma über 16 Jah­ren in Grie­chen­land an, Analphabeten zu sein. Fast 43 Pro­zent der Kinder im Schul­alter gehen nicht zur Schule, wo­mit Grie­chen­land euro­pa­weit einen der höchs­ten Werte er­reicht. Grund da­für ist ins­be­son­dere das frühe Ver­lassen der Schule, um zum Fa­mi­lien­ein­kom­men bei­zu­tra­gen. Auch an­de­re Fak­toren wie Um­züge, Wohn­ver­hält­nis­se, Gesund­heit und Dis­krimi­nie­rung er­schwe­ren die regel­mäßi­ge Teil­nah­me am Unterricht. Zwar steigt die An­zahl der Schul­besu­che von Kindern in den letz­ten Jah­ren ste­tig an, den­noch ist die Teil­nahme am Bildungs­system viel­fach noch nicht aus­rei­chend, um qua­lif­i­zier­te Jobs auf dem Arbeits­markt zu be­kom­men. Viele Haus­halte hängen von den Ein­nah­men aus Saison­arbeit oder staat­li­chen Sozial­leistungen ab, was für viele Fa­mi­lien ein Leben unter­halb der Armuts­grenze be­deutet. Viel­fach führt dies zu einer Ver­schie­bung auf den infor­mel­len Arbeitsmarkt ohne sozia­le Sicherung und fi­nan­ziel­le Sta­bi­lität.

„Demetrias“, ein Träger der griechisch-orthodoxen Kirche, bie­tet in Aliveri Nach­hilfe­unterricht für Roma an, damit die Kinder und Jugend­lichen ihre ver­pass­ten Unter­richts­inhalte auf­ar­bei­ten können.

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Siedlungsabriss: Protest bulgarischer Roma

Januar 19th, 2019  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Romaprotest in Bulgarien (Foto: RAN)Rassismus gegen Roma in Bulgarien und Protest in Brüssel

RAN, 16.1.2019: Am 9. Januar haben die Behörden den Abriss einer in­for­mel­len Roma-Sied­lung im süd­bul­ga­ri­schen Dorf Woj­wodi­nowo an­ge­ord­net. Der Abriss wurde nach einem Kon­flikt zwi­schen einem bul­gari­schen Sol­daten und zwei Roma-Jungen  des Dorfes drei Tage zuvor be­schlos­sen. Der Soldat be­fand sich nicht im Dienst, als er durch Wojwodinowo fuhr. Die bei­den Jun­gen be­fan­den sich auf der Straße, worauf­hin der Fahrer an­hielt und es zu einer kör­per­li­chen Aus­einan­der­set­zung mit den Jungen kam, bei der der Mann ver­letzt wurde. Nach dem Vor­fall wur­den die bei­den Jungen ver­haf­tet, und es wur­den Proteste aus Soli­da­ri­tät mit dem Ver­letz­ten orga­ni­siert. Be­glei­tet wur­den diese von rassis­ti­schen Äußerun­gen des bulga­ri­schen Ver­teidi­gungs­minis­ters Krasimir Karakatschanow (Vor­sit­zen­der der Partei IMRO – Bul­gari­sche Natio­nale Bewe­gung). Der an­schlie­ßende Abriss ist als Kol­lek­tiv­bestra­fung der Roma-Com­mu­nity für die Straftat ein­zel­ner zu wer­ten.

Gegen diese Reaktion organisierten Roma-Organisa­tio­nen eine Kund­ge­bung vor dem Regie­rungs­ge­bäude am 14. Januar in Sofia und for­der­ten den Rück­tritt des Ver­teidi­gungs­minis­ters. Zudem star­teten sie eine Petition mit der For­de­rung, die dem Premier­mi­nis­ter über­geben wer­den soll. Die Men­schen, deren Be­hau­sun­gen ab­geris­sen wurden, sind nun, mitten im Winter, ob­dach­los, sofern sie nicht bei Freun­den oder Ver­wandten unter­kom­men konnten.

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