Archive for Januar, 2019
Januar 31st, 2019 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte
Düsseldorf: Hakenkreuz-Schmiererei auf Sinti-und-Roma-Geschäftsstelle während Holocaust-Gedenkstunde
Während am Sonntagabend anlässlich des Holocaust-Gedenktags im Düsseldorfer Maxhaus der NS-Opfer gedacht wurde, beschmierten unbekannte Täter das Außenschild am Haus des Landesverbandes der Sinti und Roma Nordrhein-Westfalen in der Kölner Straße mit einem großen Hakenkreuz. Der 1982 gegründete Landesverband hat dort auch seine Beratungsstelle. Der Angriff ereignete sich während der Gedenkveranstaltung, an der auch der Landesverband Deutscher Sinti und Roma als Kooperationspartner beteiligt war und wo auch der Verbandsvorsitzende Roman Franz eine Gedenkrede hielt. Der Landesverband hat Strafanzeige erstattet. Der Verband sieht den Vorfall als „volksverhetzenden Angriff auf Sinti und Roma und eine bewusste Verhöhnung der Opfer des nationalsozialistischen Völkermordverbrechens“, heißt es in einer Mitteilung. Read the rest of this entry »
Januar 30th, 2019 |
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Allgemeines

Genau heute vor zehn Jahren, am 30. Jänner 2009, ging unser erster Blog-Beitrag online, 2.847 weitere sind seither gefolgt. Ein willkommener Anlass für ein herzliches Danke – an alle Leserinnen und Leser, an die Mitwirkenden sowie an alle, die uns immer wieder mit Gastbeiträgen, Hinweisen oder Verlinkungen unterstützen. Und nicht zuletzt an die Volksgruppenförderung des Bundeskanzleramts, ohne die weder unser Printmagazin dROMa noch dROMa-Blog möglich wären.
Die nächsten zehn Jahre können beginnen.
Januar 30th, 2019 |
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Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
Fortbildungsveranstaltung für Bildungsarbeit in Berlin: „Voices of the Victims“
1.2.2019, 10:00 – 15:00 Uhr
Landeszentrale für politische Bildung Berlin
Hardenbergstr. 22-24, 10623 Berlin
Unter dem Titel „Voices of the Victims“ hat die Historikerin Karola Fings mit einem Team internationaler Expert_innen Quellen zusammengetragen, die den NS-Völkermord an Sinti und Roma zum ersten Mal ausschließlich aus der Sicht der Verfolgten darstellen. Es handelt sich um frühe schriftliche Quellen von Verfolgten aus der NS-Zeit und den Jahren unmittelbar nach 1945 aus 20 verschiedenen Ländern. Im Rahmen des digitalen Archivs der Sinti und Roma, RomArchive, wurden diese Quellen Ende Januar online zulgänglich gelmacht. Im Rahmen unserer Fortbildung stellen wir diese Quellensammlung vor und wollen darüber ins Gespräch kommen, wie der Bestand in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit eingesetzt werden kann. Im Anschluss an die Fortbildung wird eine didaktische Handreichung zu den Materialien entstehen.
Die Fortbildung ist kostenfrei und richtet sich an Multiplikator_innen der Bildungsarbeit. In Kooperation mit dem RomArchive und der Berliner Landeszentrale für politische Bildung.
Anmeldung unter: www.berlin.de
(Text: Zentralrat)
Januar 29th, 2019 |
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Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Deutsche Bundesregierung beruft „Expertenkommission Antiziganismus“
Am 30. Januar 2019 beruft die Bundesregierung die Mitglieder der im Koalitionsvertrag vereinbarten unabhängigen „Expertenkommission Antiziganismus“. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma begrüßt die schnelle Berufung durch den Bundesminister des Innern, Horst Seehofer. Der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, erklärte dazu heute: „Antiziganismus ist tiefverwurzelt in der deutschen und der europäischen Gesellschaft. Die Ächtung des Antiziganismus durch die Bundesregierung und durch die Politik muss jetzt durch entsprechende Anstrengungen insbesondere in der politischen Bildung untermauert werden. Der Zentralrat erwartet daher auch, dass der Deutsche Bundestag sich ausführlich mit der Bekämpfung des Antiziganismus befasst.”
Romani Rose trifft deshalb am gleichen Tag zu einem Spitzengespräch mit dem Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion, Ralph Brinkhaus, zusammen. Der Zentralrat erwartet von der Kommission neben einem Bericht zum Ende der Legislaturperiode konkrete Empfehlungen an die Bundesregierung, um die historische Dimension ebenso aufzuarbeiten wie den gegenwärtigen Antiziganismus zu bekämpfen. Hierzu gehöre vorrangig die Dokumentation antiziganistisch motivierter Straftaten ebenso wie die Beobachtung von Antiziganismus in den Medien und den Auswirkungen bei den Einstellungen in der Bevölkerung.
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Januar 28th, 2019 |
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Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen
Verwobene Geschichten
Ausstellung: „Heterotopie X 3
Installationen der Erinnerung“
27.1.2019 bis 6.3.2019
Ort: DokuZ Sinti und Roma Berlin
Aufbau-Haus am Moritzplatz
Prinzenstr. 84.2, 10969 Berlin
Öffnungszeiten: Mo. & Mi., 9.30 bis 16 Uhr; nach Vereinbarung
Für die Olympischen Spiele 1936 sollte Berlin „zigeunerfrei“ gemacht werden. In ganz Berlin wurden Sinti und Roma aufgegriffen und in ein Internierungslager im Berliner Vorort Marzahn gebracht. Die schmerzhaften Erinnerungen an diese Zeit verstärken heute den Kampf der Sinti- und Roma-Selbstorganisationen um Gerechtigkeit und vermischen sich mit den gegenwärtigen Lebenserfahrungen der Roma aus Osteuropa. Die Ausstellung zeigt diese verwobenen Geschichten und Erinnerungen, die Berlin bewohnen und umkreisen.
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Januar 27th, 2019 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Interview, Jugend & Bildung, Wissenschaft
Für Bildung und Forschung: Interviewsammlung „weiter_erzählen“ ist online
„_erinnern.at_“ präsentiert zum Holocaust-Gedenktag am 27. Jänner eine neue Webplattform mit einer Oral-History-Sammlung zur NS-Verfolgung in Österreich. Die Video-Interviews mit Verfolgten finden Sie auf www.weitererzaehlen.at. 11 der derzeit 64 Videos befassen sich mit der Verfolgtengruppe der Roma und Sinti. Der Großteil dieser Interviews sind unseren Roma-Zeitzeugen-Editionen „Mri historija“ und „Amari historija“ entnommen.
74 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz stellt _erinnern.at_ zum Internationalen Holocaust-Gedenktag am 27. Jänner ein digitales Erinnerungsprojekt vor, das die auf Video aufgezeichneten Erinnerungen von im Nationalsozialismus verfolgten Menschen bewahrt und für Bildung sowie Forschung erschließt.
64 Video-Interviews
weiter_erzählen präsentiert auf einer Website sonst schwer zugängliche, nach kuratorischen Gesichtspunkten ausgewählte Video-Interviews mit Verfolgten des Nationalsozialismus, die einen Bezug zu Österreich haben. Die Interviews sind verschlagwortet und leicht durchsuchbar. Die Stimmen der ZeitzeugInnen wurden über Jahrzehnte zumeist in den Ländern des Exils in Videointerviews festgehalten und in verschiedenen Sammlungen aufbewahrt. weiter_erzählen würdigt die Verfolgten, die es auf sich nahmen, ihre Geschichten und die ihrer oft ermordeten Familien in Video-Interviews zu erzählen und die uns damit mit unserer historischen Verantwortung konfrontieren. weiter_erzählen stellt die Stimmen der Verfolgten, festgehalten in videographierten ZeitzeugInnengesprächen, in den Vordergrund; wurden diese Stimmen in Österreich doch allzu lange nicht gehört.
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Januar 26th, 2019 |
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Facts & Figures
Heute vor 25 Jahren, am 26.1.1994, steckten Unbekannte ein Roma-Flüchtlingsheim in Köln in Brand, das Mädchen Jasminka und ihre Großtante Raina starben.
(Quelle)
Januar 24th, 2019 |
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Einrichtungen, Interview, Veranstaltungen & Ausstellungen
„RomArchive“, das mit Spannung erwartete neue digitale Archiv der Roma-Kulturen, wird heute auf www.romarchive.eu erstmals online gehen (wir berichteten). Parallel dazu startet ein mehrtägiges Eröffnungsfestival („Performing RomArchive“, 24.–27. Jänner 2019). Ein vorab publiziertes Kurzvideo mit Statements der Initiatorinnen und von Kuratorinnen und Kuratoren nennt, leider zum Teil nur auf Englisch, einige Überlegungen zu dem in Berlin angesiedelten Großprojekt: „This is why we do it!“
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Januar 23rd, 2019 |
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Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Religion
Spendenprojekt 2019 für Roma in Griechenland
Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) führt jedes Jahr ein besonderes Spendenprojekt durch: 2019 will der ÖRKÖ Roma-Kinder und -Jugendliche in Griechenland unterstützen. Vor allem geht es darum, den Kindern und Jugendlichen einen Schulabschluss und damit bessere Berufs- und Lebenschancen zu ermöglichen.
In Griechenland leben derzeit ca. 50.000 Roma. Innerhalb einer Studie der European Union Agency for Fundamental Rights (2014) gaben ca. 50 Prozent der befragten Roma über 16 Jahren in Griechenland an, Analphabeten zu sein. Fast 43 Prozent der Kinder im Schulalter gehen nicht zur Schule, womit Griechenland europaweit einen der höchsten Werte erreicht. Grund dafür ist insbesondere das frühe Verlassen der Schule, um zum Familieneinkommen beizutragen. Auch andere Faktoren wie Umzüge, Wohnverhältnisse, Gesundheit und Diskriminierung erschweren die regelmäßige Teilnahme am Unterricht. Zwar steigt die Anzahl der Schulbesuche von Kindern in den letzten Jahren stetig an, dennoch ist die Teilnahme am Bildungssystem vielfach noch nicht ausreichend, um qualifizierte Jobs auf dem Arbeitsmarkt zu bekommen. Viele Haushalte hängen von den Einnahmen aus Saisonarbeit oder staatlichen Sozialleistungen ab, was für viele Familien ein Leben unterhalb der Armutsgrenze bedeutet. Vielfach führt dies zu einer Verschiebung auf den informellen Arbeitsmarkt ohne soziale Sicherung und finanzielle Stabilität.
„Demetrias“, ein Träger der griechisch-orthodoxen Kirche, bietet in Aliveri Nachhilfeunterricht für Roma an, damit die Kinder und Jugendlichen ihre verpassten Unterrichtsinhalte aufarbeiten können.
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Januar 19th, 2019 |
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Rassismus & Menschenrechte
Rassismus gegen Roma in Bulgarien und Protest in Brüssel
RAN, 16.1.2019: Am 9. Januar haben die Behörden den Abriss einer informellen Roma-Siedlung im südbulgarischen Dorf Wojwodinowo angeordnet. Der Abriss wurde nach einem Konflikt zwischen einem bulgarischen Soldaten und zwei Roma-Jungen des Dorfes drei Tage zuvor beschlossen. Der Soldat befand sich nicht im Dienst, als er durch Wojwodinowo fuhr. Die beiden Jungen befanden sich auf der Straße, woraufhin der Fahrer anhielt und es zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit den Jungen kam, bei der der Mann verletzt wurde. Nach dem Vorfall wurden die beiden Jungen verhaftet, und es wurden Proteste aus Solidarität mit dem Verletzten organisiert. Begleitet wurden diese von rassistischen Äußerungen des bulgarischen Verteidigungsministers Krasimir Karakatschanow (Vorsitzender der Partei IMRO – Bulgarische Nationale Bewegung). Der anschließende Abriss ist als Kollektivbestrafung der Roma-Community für die Straftat einzelner zu werten.
Gegen diese Reaktion organisierten Roma-Organisationen eine Kundgebung vor dem Regierungsgebäude am 14. Januar in Sofia und forderten den Rücktritt des Verteidigungsministers. Zudem starteten sie eine Petition mit der Forderung, die dem Premierminister übergeben werden soll. Die Menschen, deren Behausungen abgerissen wurden, sind nun, mitten im Winter, obdachlos, sofern sie nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen konnten.
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Januar 18th, 2019 |
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Einrichtungen, Internet & Blogothek, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen, dROMa (Magazin)
„Sinti taj Roma phenen, sar o khetan beschariptscha ar ditschon“
Akan i cajt adaj hi: Ando arto kurko i website le RomArchivistar, le digitali archivistar le Sintijendar taj Romendar, ando pradipe dschal. Vaschoda andi akademija la kustatar upro Pariser than ando foro Berlin o kulturakero festivalo „Performing RomArchive“ tel likerdo ol, savo ande artschijiptscha, koncertscha, podijumakere diskusiji taj geniptscha, o keriptscha taj i kultura le Sintijendar taj Romendar, angle terdscharel.
O ande Berlin kerdo RomArchive dschijakana o lek bareder internacijonali kulturakero projekto le Romendar hi. Ando maschkarutno jeneri o digitali archivo, savo bara vojaha uschardo ol, online dschal, jek festivalo („Performing RomArchive“, 24.–27. jeneri 2019) o pradipe vodinla. Koncipirim ojs virtujeli museum kamla RomArchive le kunstakere keraschenge taj la kulturake le Romendar, akan jek dikipe te del, savo lenge use terdschol. „Amen sajt but schelberscha adaj sam, amen mindig jek falato la kinstlerengera produkcijonatar samahi – ham ada na ulo esbe lim“, afka i Nicoleta Bitu, Romengeri-aktivistkija andar Bukarest taj anglebeschaschkija le bajrotistar.
Dugeder sajt trin berscha valami 150 aktertscha, kuratorkiji taj kuratortscha, kunstakere keraschtscha taj ekspertscha, Roma taj gadsche, sa barikane dschene, uso upre bauninipe le khetan kedipestar butschalinen. Ando RomArchiv kunst andar o cile falati te dikel dela, muschika, khelipe, teateri, literatura taj sikadi kunst, bulhardo historischi dokumentenca taj visenschoftlichi tekstenca. Read the rest of this entry »
Januar 17th, 2019 |
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Internet & Blogothek, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Roma-Organisation und GfbV begrüßen Verurteilung der Jungen SVP Bern wegen Rassismus
Am Montag hat das Regionalgericht Bern-Mittelland die beiden Co-Präsidenten der Jungen SVP des Kantons Bern, Nils Fiechter und Adrian Spahr, wegen einem Verstoß gegen die Rassismus-Strafnorm verurteilt. Das Urteil zeigt, dass solch gravierende Fälle von Rassismus gegen Roma im Kanton Bern nicht toleriert werden.
„Es ist beruhigend, dass im Kanton Bern eine Partei wie die Junge SVP nicht ungestraft Wahlkampf auf Kosten von Minderheiten wie der Roma betreiben darf“, sagt Stefan Heinichen vom Verband Sinti und Roma Schweiz (VSRS) zum heutigen Urteil der Gerichtspräsidentin Bettina Bochsler. Der VSRS hatte eine Strafanzeige wegen Verletzung der Rassismus-Strafnorm gegen die Junge SVP des Kantons Bern eingereicht (wir berichteten). Grund war ein Facebook-Post im Rahmen der JSVP-Wahlkampagne, der die Minderheiten der Sinti und Roma auf pauschalisierende Weise herabsetzte. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) unterstützte die Strafanzeige. Die Berner Staatsanwaltschaft teilte die Meinung des VSRS und der GfbV und verurteilte die beiden Co-Präsidenten mittels Strafbefehls wegen Rassendiskriminierung. Weil sie die Strafe nicht akzeptierten, erhoben sie Einsprache gegen den Strafbefehl. Ohne Erfolg: Die Strafe wurde durch das Regionalgericht Bern-Mittelland bestätigt. „Wir sind befriedigt, dass in diesem Fall die Rassismus-Strafnorm angewendet wird“, sagt Angela Mattli von der Gesellschaft für bedrohte Völker. „Das Urteil zeigt, dass die Berner Justiz Antiziganismus ernst nimmt und entsprechend sanktioniert.“
Zur Publikation
Die Junge SVP Kanton Bern veröffentlichte am 21. Februar 2018 auf ihrer Facebook-Seite im Rahmen ihrer Wahlkampagne für den Großrat einen Eintrag, der als rassistisch zu werten ist. Der Aufruf „JSVP-Kandidaten wählen – Transitplatz für Zigeuner verhindern!“ machte deutlich, dass ein Transitplatz für fahrende Sinti und Roma ihrer Meinung nach „schädlich“ sei. Gleichzeitig wurde mit einer Illustration suggeriert, dass „Zigeuner“ pauschal schmutzig sind, zu Kriminalität neigen, ihre Fäkalien überall hinterlassen und die öffentliche Ordnung nachhaltig stören.
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Januar 16th, 2019 |
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Rassismus & Menschenrechte
RAN, 15.1.2019: Wie das European Roma Rights Centre berichtet, goss ein bis dato unbekannter Mann am 2. Januar Benzin um zwei Wohnwagen und zündete es an. Anschließend schoss er mit einem Jagdgewehr auf einen 40-jährigen Sinto, als dieser aus den Flammen trat. Er wurde in die Schulter getroffen und liegt nun im Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Taten ereigneten sich in der Nähe der norditalienischen Stadt Brescia. Die Sinti-Familie siedelte seit etwa zwei Monaten dort. Anwohner/innen hatten sich über die Anwesenheit der Familie beschwert. Die Schwester des Verwundeten äußerte sich gegenüber der Roma-Aktivistin Graziella Vitali:
Es war spät nachts, als es passierte. Ich wachte als Erste auf, weil ich meinen Bruder schreien hörte. Ich bemerkte, dass es brannte. Ich konnte die Flammen löschen, die sich im Wagen ausbreiteten. Der Wagen wurde gerettet, er verbrannte nicht. Ich kam gerade noch rechtzeitig. Als nächste wachten meine Eltern auf, aber ihr Wagen wurde mit all unseren Sachen darin zerstört. Fast nichts von dem, was wir hatten, konnten wir retten. Wir haben so gut wie alles verloren. Das Wichtigste ist, dass niemand gestorben ist. Das ist das Wichtigste.
Es ist nicht der erste Fall in Norditalien. Bereits letzten Mai wurde ein Wohnwagen (Anm.: in Beinasco nahe Turin) angezündet. In dem Wagen schliefen drei Erwachsene und vier Kinder. Die Roma konnten fliehen, bevor der Wagen abbrannte.
(Text: ran.eu.com)
Anm. der dROMa-Red.:
Es handelt sich auch nicht um den ersten derartigen Vorfall in Brescia selbst: Schon am 12. Februar 2018 wurden nachts vier Autos im Roma-Camp in der via Orzinuovi in Brescia durch Brandstiftung zerstört (siehe: Italien: Schüsse und Feuer in Roma-Camp). Read the rest of this entry »
Januar 15th, 2019 |
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Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte
Artikel auf „zurzeit.eu“ diskriminiert Roma und Sinti
Allein in den letzten fünf Jahren erhielt „Zur Zeit“ ca. 225.000 Euro an öffentlichen Fördermitteln (Vertriebsförderung).
OTS/Presserat, 15.1.2919: Der Senat 1 des Presserats beschäftigte sich aufgrund einer Mitteilung eines Vertreters eines Roma-Vereins (Anm. der dROMa-Red.: Romano Centro hat auf unseren Hinweis hin den Presserat eingeschaltet) mit dem Artikel „Gruppenvergewaltigung von dreizehnjähriger Deutscher“, erschienen am 15.06.2018 auf „zurzeit.eu“. Nach Meinung des Senats verstößt dieser Artikel gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse. (Siehe auch: Presserat verurteilt „Zur Zeit“, 3.4.2014)
Im Artikel (Anm.: verfasst von Harald Winter) wird berichtet, dass in der Stadt Velbert in Deutschland ein dreizehnjähriges Mädchen von acht Jugendlichen brutal vergewaltigt worden sei. Die Täter sollen die Tat sogar mit dem Handy gefilmt haben. Erst durch das Einschreiten einer Passantin sollen die Jugendlichen von ihrem Opfer abgelassen haben. Den Hauptteil des Artikels bildet die folgende Passage:
Mittlerweile ist bekannt, dass es sich bei der Bande um 14- bis 16-jährige ‚Bulgaren‘ handeln soll. Wobei man deshalb nicht gleich unbedingt auch an ethnische Bulgaren denken muss. Immerhin sind laut Europarat rund zwölf Prozent der Bevölkerung Bulgariens den sogenannten Sinti und Roma zuzuordnen. Viele von ihnen sind arbeitslos, weil oft auch gar nicht arbeitswillig, und wurden von den Sozialleistungen Deutschlands angezogen. Es wäre also interessant, ob auch die Abstammung der Täter bekannt wird, oder ob man sich – wie so oft – auch bei uns hinter der Staatsbürgerschaft versteckt und aus Tschetschenen Russen oder aus Zigeunern Ungarn macht. Bei österreichischen oder deutschen Straftätern weist man ja auch sofort darauf hin, wenn sie das auch abstammungsmäßig sind.
Die Medieninhaberin hat von der Möglichkeit, am Verfahren eine schriftliche Stellungnahme abzugeben oder an der Verhandlung vor dem Senat teilzunehmen, keinen Gebrauch gemacht.
Der Senat hielt fest, dass sich aus der Formulierung „Es wäre also interessant, ob auch die Abstammung der Täter bekannt wird, […]“ klar ergibt, dass deren ethnische Abstammung dem Autor zum Zeitpunkt des Verfassens des Artikels nicht bekannt gewesen war. Im Artikel wurde somit die Volksgruppe der Roma und Sinti ohne konkrete Belege mit der Vergewaltigung einer dreizehnjährigen Deutschen in Verbindung gebracht. Read the rest of this entry »
Januar 15th, 2019 |
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Einrichtungen, Internet & Blogothek, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen, dROMa (Magazin)
„Sinti und Roma bestimmen die Inhalte“
Jetzt ist es soweit: In der nächsten Woche wird endlich die Website von RomArchive, dem Digitalen Archiv der Sinti und Roma, veröffentlicht. Aus diesem Anlass findet in der Akademie der Künste am Pariser Platz in Berlin das Kulturfestival „Performing RomArchive“ statt, das in Ausstellungen, Konzerten, Podiumsdiskussionen und Lesungen Künste und Kulturen der Sinti und Roma vorstellt.
Das in Berlin verankerte RomArchive ist das bislang größte internationale Kulturprojekt der Roma. Mitte Jänner geht das mit Spannung erwartete digitale Archiv jetzt online, ein Festival („Performing RomArchive“, 24.–27. Jänner 2019) wird die Eröffnung begleiten. Konzipiert als virtuelles Museum will RomArchive dem Kunstschaffen und der Kultur der Roma endlich die Sichtbarkeit geben, die sie verdienen. „Wir sind hier seit vielen Jahrhunderten, wir waren immer Teil der künstlerischen Produktion – aber das wurde nicht wahrgenommen“, so Nicoleta Bitu, Roma-Aktivistin aus Bukarest und Vorsitzende des Beirats.
Seit mehr als drei Jahren arbeiten rund 150 Akteure, Kuratorinnen und Kuratoren, Kunstschaffende und Experten, Roma wie Nicht-Roma und allesamt hochkarätig besetzt, am Aufbau der Sammlungen. Umfassen wird das RomArchive Kunst aller Gattungen, Musik, Tanz, Theater, Literatur und bildende Kunst, erweitert um historische Dokumente und wissenschaftliche Texte. Read the rest of this entry »
Januar 14th, 2019 |
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Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen
Fotografische Porträts von Sinti und Roma
„RomaRising“ im Forum für Kunst Heidelberg
22 ausgewählte Porträtfotografien von Sinti und Roma aus dem Archiv des US-amerikanischen Fotografen Chad Wyatt zeigt das Kulturamt der Stadt Heidelberg in Kooperation mit dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma vom 13. Januar bis 10. Februar 2019 in der Gastausstellung „RomaRising“ im Forum für Kunst, Heiliggeiststraße 21.
Chad Evans Wyatt ist kommerzieller Fotograf aus Washington DC. Für einen Fotoauftrag reiste er 2001 nach Tschechien und war schockiert über die Art und Weise, wie Roma dort in den Medien dargestellt werden. Wyatt, aufgewachsen in den USA zur Zeit der erstarkenden Bürgerrechtsbewegung als Sohn eines schwarzen Vaters, wollte diesen rassistischen, stereotypen Bildern etwas entgegenstellen und startete das Fotoprojekt „RomaRising“. Mit seinen Fotografien von über 400 Persönlichkeiten zeichnet er das Porträt einer neuen Schicht selbstbewusster Sinti und Roma, die sich allen negativen Lebensbedingungen zum Trotz in der Gesellschaft ihrer jeweiligen Heimatländer behaupten.
Die Ausstellung wurde am Samstag im Forum für Kunst eröffnet. Der Künstler Chad Wyatt war persönlich anwesend.
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Januar 12th, 2019 |
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Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
ARD – Echtes Leben: Jenny und die vergessenen Roma-Kinder
13.1.2019 | 17:30 Uhr | Das Erste
15.1.2019 | 21:32 Uhr | tagesschau24
19.1.2019 | 07:15 Uhr | tagesschau24
19.1.2019 | 11:00 Uhr | ARD-alpha
Film von Antje Schneider, 30 Min., D 2018
Jennys Geschichte beginnt mit einem Zufall. Im Winter 2007 entdeckt sie während einer Rumänienreise einen Slum in der Nähe von Sibiu / Hermannstadt. Die Kinder sind unterernährt. Viele Babys schweben in Lebensgefahr. Es gibt keinen Strom, kein Wasser, nur Hütten und Dreck. Jenny Rasche, damals 23 Jahre, ist erschüttert. „Diese Begegnung hat mich nicht mehr losgelassen. Mitten in Europa solch ein Elend. Ich habe die Bilder dieser verhungerten Kinder nicht mehr aus dem Kopf bekommen.“
Zurück in Deutschland gründet sie eine Hilfsorganisation und zieht kurz darauf mit ihrem Mann und ihren drei kleinen Kindern nach Rumänien. Jenny möchte vor Ort helfen. Sie beginnt mit dem Elementarsten und versorgt die Roma mit Essen und warmer Kleidung. Und sie übernimmt Verantwortung für die 40 Kinder im Slum. Mit Spendengeldern aus Deutschland und der Schweiz gründet sie ein Tageszentrum mit einer angegliederten Schule für Analphabeten.
Die ersten Jahre sind schwierig. Die Kinder, die bisher ein elendes Bettlerleben führten, sind traumatisiert. Und dennoch: Mit der Zeit fassen die Kinder Vertrauen zu Jenny. Mittlerweile besuchen viele der Kinder weiterführende Schulen oder erlernen einen Beruf. Read the rest of this entry »
Januar 11th, 2019 |
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Facts & Figures
U.a. in Korsika, der Bretagne, im Elsass und an der belgischen Grenze gibt es bis heute katalanischsprachige französische Roma-Communitys (gitanos catalans).
(Quelle)
Januar 9th, 2019 |
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Film & Theater, Frauenrechte, Sport
Float Like a Butterfly, IRL 2018
Ein Spielfilm von Carmel Winters
Der zweite Spielfilm der Regisseuerin Carmel Winters, gedreht in Cork, erzählt die Coming-of-age-Geschichte eines 15-jährigen Mädchens in den 70er-Jahren im ländlichen Irland. Frances (Hazel Doupe) verehrt das Boxidol Muhammed Ali, und sie will in den Boxring steigen und kämpfen, stößt dabei aber gegen fast unüberwindliche Widerstände. Ein Plot, der sich ein wenig so liest wie eine irische Variation des britischen Klassikers „Billy Eliott“, nur mit vertauschten Geschlechterrollen.
„Float Like a Butterfly“ spielt im Milieu der Minderheit der Irish Travellers, die als fahrende „Gypsies“ ähnliche Ausgrenzung und Anfeindungen erfahren wie die (ethnisch eigentlich gar nicht verwandten) Roma. “In Ireland, to have a young female Irish Traveller at the centre of a film, where she is a champion – not a victim – of her destiny, is unthinkable for most people”, erzählt die Filmemacherin Carmel Winters. Im Herbst wurde „Float Like a Butterfly“ in Toronto mit dem „FIPRESCI Prize for the Discovery Programme“ ausgezeichnet.
(dROMa)
Januar 8th, 2019 |
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Interview, Musik, Radio, Podcast & TV, Wissenschaft
Ursula Hemetek und die Ethnomusikologie von Minderheiten
Radio Stimme auf Orange 94.0
Sendung vom 1.1.2019 (CC BY-NC)
In dieser Sendung beschäftigt sich Radio Stimme mit der Ethnomusikologin Ursula Hemetek und ihren Forschungsthemen. Als langjährige Aktivistin für die Rechte von Minderheiten hat Ursula Hemetek nicht nur die Initiative Minderheiten mitbegründet, sondern auch die ethnomusikologische Erforschung der Musik von Minderheiten in Österreich. Im Interview gibt sie Auskunft über den Zugang von ethnomusikologischer Forschung als Applied Science und die unterschiedlichen Lebensrealitäten verschiedener minorisierter Gruppen, deren Musik sie im Laufe der Jahre erforschen durfte. Zu hören gibt es außerdem einige ganz besondere Musikstücke aus Ursula Hemeteks Feldforschungen – vor allem zur Musik von Roma/Romnija und Burgenlandkroat_innen.
(cba.fro.at)
Siehe auch:
Wittgenstein-Preis für Ursula Hemetek, 20.6.2018