ÖRKÖ hilft Schulprojekt in Griechenland

Januar 23rd, 2019  |  Published in Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Religion

Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich will 2019 gemeinsam orthodoxer Hilfsorganisation Roma-Kindern in Griechenland einen Schulabschluss ermöglichen (Foto: ÖRKÖ) Spendenprojekt 2019 für Roma in Grie­chen­land

Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) führt jedes Jahr ein be­son­de­res Spenden­pro­jekt durch: 2019 will der ÖRKÖ Roma-Kin­der und -Ju­gend­liche in Grie­­­chen­­land un­ter­stüt­zen. Vor al­lem geht es darum, den Kindern und Ju­gend­li­chen einen Schul­ab­schluss und damit bes­sere Berufs- und Lebens­chancen zu er­mög­li­chen.

In Griechenland leben derzeit ca. 50.000 Roma. Inner­halb einer Studie der European Union Agency for Fun­da­men­tal Rights (2014) gaben ca. 50 Pro­zent der be­frag­ten Roma über 16 Jah­ren in Grie­chen­land an, Analphabeten zu sein. Fast 43 Pro­zent der Kinder im Schul­alter gehen nicht zur Schule, wo­mit Grie­chen­land euro­pa­weit einen der höchs­ten Werte er­reicht. Grund da­für ist ins­be­son­dere das frühe Ver­lassen der Schule, um zum Fa­mi­lien­ein­kom­men bei­zu­tra­gen. Auch an­de­re Fak­toren wie Um­züge, Wohn­ver­hält­nis­se, Gesund­heit und Dis­krimi­nie­rung er­schwe­ren die regel­mäßi­ge Teil­nah­me am Unterricht. Zwar steigt die An­zahl der Schul­besu­che von Kindern in den letz­ten Jah­ren ste­tig an, den­noch ist die Teil­nahme am Bildungs­system viel­fach noch nicht aus­rei­chend, um qua­lif­i­zier­te Jobs auf dem Arbeits­markt zu be­kom­men. Viele Haus­halte hängen von den Ein­nah­men aus Saison­arbeit oder staat­li­chen Sozial­leistungen ab, was für viele Fa­mi­lien ein Leben unter­halb der Armuts­grenze be­deutet. Viel­fach führt dies zu einer Ver­schie­bung auf den infor­mel­len Arbeitsmarkt ohne sozia­le Sicherung und fi­nan­ziel­le Sta­bi­lität.

„Demetrias“, ein Träger der griechisch-orthodoxen Kirche, bie­tet in Aliveri Nach­hilfe­unterricht für Roma an, damit die Kinder und Jugend­lichen ihre ver­pass­ten Unter­richts­inhalte auf­ar­bei­ten können.

Ein zweiter Schwerpunkt ist die Ermöglichung des Besuchs einer Schule des 2. Bildungswegs. Durch das sehr junge Heiratsalter unter Roma werden Ju­gend­­li­che früh Eltern und ver­lassen die Schule in der Regel ohne Abschluss mit den ent­spre­chen­den sozialen Fol­gen. Beratungs­angebote sol­len zu einem Wieder­besuch der Schule moti­vieren und dazu ver­helfen, die all­täg­li­chen Dinge wie Behörden­gänge und Ab­wick­lung der per­sön­li­chen Bürokratie (Bank, Schule, Polizei, lokale Ver­wal­tung) in Eigen­ver­ant­wor­tung zu be­wäl­tigen. Es ist ge­plant, die be­ste­hen­den An­gebote wei­ter aus­­zu­bauen und ver­stärkt die Eltern in die Akti­vi­tä­ten mit­ein­zu­bezie­hen, da ein kon­tinuier­li­cher Schulbesuch und eine er­folg­reiche Teilnahme nicht ohne deren Zu­stim­mung und Unter­stützung er­reicht wer­den kann.

Weitere Informationen bei khk@brot-fuer-die-welt.de.

Spendenkonten: Bitten geben Sie das Stich­wort „Gebets­woche“ an. Vie­len Dank!
Ökumenischer Rat der Kirchen in Österreich, Konto Nr. 7479157 bei der RLB NÖ/Wien, BLZ 32000, IBAN: AT873200000007479157, BIC: RLNWATWW

(Text: Ökumenischer Rat der Kirchen in Österreich)

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