Archive for Januar 15th, 2019

Presserat verurteilt „zurzeit.eu“

Januar 15th, 2019  |  Published in Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

Artikel auf „zurzeit.eu“ diskriminiert Roma und SintiPresserat

Allein in den letzten fünf Jahren er­hielt „Zur Zeit“ ca. 225.000 Euro an öffent­li­chen Förder­mit­teln (Ver­triebs­för­de­rung).

OTS/Presserat, 15.1.2919: Der Senat 1 des Presserats be­schäf­tig­te sich auf­grund einer Mit­­tei­­lung eines Ver­­tre­­ters eines Roma-Vereins (Anm. der dROMa-Red.: Romano Centro hat auf un­se­ren Hin­weis hin den Presse­rat ein­ge­schal­tet) mit dem Ar­ti­kel „Grup­pen­ver­ge­wal­ti­gung von drei­zehn­jähri­ger Deutscher“, er­schie­nen am 15.06.2018 auf „zurzeit.eu“. Nach Mei­nung des Senats ver­stößt dieser Artikel ge­gen den Ehren­kodex für die öster­rei­chi­sche Presse. (Siehe auch: Presserat verurteilt „Zur Zeit“, 3.4.2014)

Im Artikel (Anm.: verfasst von Harald Winter) wird berichtet, dass in der Stadt Velbert in Deutschland ein drei­zehn­jähri­ges Mädchen von acht Jugend­li­chen brutal ver­gewal­tigt wor­den sei. Die Täter sollen die Tat sogar mit dem Handy ge­filmt haben. Erst durch das Ein­schre­iten einer Pas­santin sollen die Jugend­lichen von ihrem Opfer ab­gelas­sen haben. Den Haupt­teil des Artikels bil­det die fol­gen­de Passage:

Mittlerweile ist bekannt, dass es sich bei der Bande um 14- bis 16-jäh­ri­ge ‚Bulgaren‘ han­deln soll. Wobei man des­halb nicht gleich un­bedingt auch an ethni­sche Bul­garen den­ken muss. Immer­hin sind laut Europarat rund zwölf Pro­zent der Be­völke­rung Bulgariens den so­genann­ten Sinti und Roma zu­zu­ord­nen. Viele von ihnen sind arbeits­los, weil oft auch gar nicht arbeits­willig, und wurden von den Sozial­leis­tun­gen Deutschlands an­ge­zogen. Es wäre also in­teres­sant, ob auch die Ab­stam­mung der Täter be­kannt wird, oder ob man sich – wie so oft – auch bei uns hin­ter der Staats­bürger­schaft ver­steckt und aus Tsche­tsche­nen Russen oder aus Zigeunern Un­garn macht. Bei öster­rei­chi­schen oder deutschen Straf­tätern weist man ja auch so­fort darauf hin, wenn sie das auch ab­stam­mungs­mäßig sind.

Die Medieninhaberin hat von der Möglichkeit, am Ver­fahren eine schrift­li­che Stellung­nahme ab­zugeben oder an der Ver­handlung vor dem Senat teil­zu­nehmen, kei­nen Ge­brauch ge­macht.

Der Senat hielt fest, dass sich aus der Formulierung „Es wäre also interes­sant, ob auch die Ab­stam­mung der Täter be­kannt wird, […]“ klar er­gibt, dass deren ethnische Ab­stammung dem Autor zum Zeit­punkt des Ver­fassens des Artikels nicht be­kannt ge­we­sen war. Im Artikel wurde somit die Volks­gruppe der Roma und Sinti ohne konkrete Be­lege mit der Ver­gewal­ti­gung einer drei­zehn­jähri­gen Deutschen in Ver­bin­dung ge­bracht. Read the rest of this entry »

RomArchive: Startschuss in Berlin

Januar 15th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen, dROMa (Magazin)

RomArchive„Sinti und Roma bestimmen die Inhalte“

Jetzt ist es soweit: In der nächs­ten Woche wird end­lich die Web­site von RomAr­chive, dem Digita­len Archiv der Sinti und Roma, ver­öf­fent­licht. Aus diesem An­lass fin­det in der Akade­mie der Künste am Pari­ser Platz in Berlin das Kul­tur­fes­tival „Per­for­ming RomAr­chive“ statt, das in Aus­stel­lun­gen, Kon­zerten, Po­diums­diskus­sio­nen und Lesun­gen Künste und Kul­tu­ren der Sinti und Roma vor­stellt.

Das in Berlin verankerte RomArchive ist das bis­lang größ­te inter­natio­nale Kultur­pro­jekt der Roma. Mitte Jän­ner geht das mit Span­nung er­war­te­te digitale Archiv jetzt online, ein Festival („Perfor­ming RomAr­chive“, 24.–27. Jänner 2019) wird die Er­öff­nung be­glei­ten. Kon­zi­piert als vir­tuel­les Museum will RomAr­chive dem Kunst­schaf­fen und der Kultur der Roma end­lich die Sicht­bar­keit geben, die sie ver­die­nen. „Wir sind hier seit vie­len Jahr­hun­der­ten, wir waren im­mer Teil der künst­le­ri­schen Pro­duk­tion – aber das wurde nicht wahr­ge­nom­men“, so Nicoleta Bitu, Roma-Ak­tivis­tin aus Bukarest und Vor­sit­zen­de des Beirats.

Seit mehr als drei Jahren arbeiten rund 150 Akteure, Ku­ra­torin­nen und Ku­rato­ren, Kunst­schaf­fende und Ex­per­ten, Roma wie Nicht-Ro­ma und alle­samt hoch­karä­tig be­setzt, am Aufbau der Samm­lun­gen. Um­fas­sen wird das RomArchive Kunst aller Gat­tun­gen, Musik, Tanz, Theater, Lite­ratur und bil­den­de Kunst, er­wei­tert um histo­rische Doku­mente und wis­sen­schaft­li­che Texte. Read the rest of this entry »