RomArchive: Startschuss in Berlin

Januar 15th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen, dROMa (Magazin)  |  2 Comments

RomArchive„Sinti und Roma bestimmen die Inhalte“

Jetzt ist es soweit: In der nächs­ten Woche wird end­lich die Web­site von RomAr­chive, dem Digita­len Archiv der Sinti und Roma, ver­öf­fent­licht. Aus diesem An­lass fin­det in der Akade­mie der Künste am Pari­ser Platz in Berlin das Kul­tur­fes­tival „Per­for­ming RomAr­chive“ statt, das in Aus­stel­lun­gen, Kon­zerten, Po­diums­diskus­sio­nen und Lesun­gen Künste und Kul­tu­ren der Sinti und Roma vor­stellt.

Das in Berlin verankerte RomArchive ist das bis­lang größ­te inter­natio­nale Kultur­pro­jekt der Roma. Mitte Jän­ner geht das mit Span­nung er­war­te­te digitale Archiv jetzt online, ein Festival („Perfor­ming RomAr­chive“, 24.–27. Jänner 2019) wird die Er­öff­nung be­glei­ten. Kon­zi­piert als vir­tuel­les Museum will RomAr­chive dem Kunst­schaf­fen und der Kultur der Roma end­lich die Sicht­bar­keit geben, die sie ver­die­nen. „Wir sind hier seit vie­len Jahr­hun­der­ten, wir waren im­mer Teil der künst­le­ri­schen Pro­duk­tion – aber das wurde nicht wahr­ge­nom­men“, so Nicoleta Bitu, Roma-Ak­tivis­tin aus Bukarest und Vor­sit­zen­de des Beirats.

Seit mehr als drei Jahren arbeiten rund 150 Akteure, Ku­ra­torin­nen und Ku­rato­ren, Kunst­schaf­fende und Ex­per­ten, Roma wie Nicht-Ro­ma und alle­samt hoch­karä­tig be­setzt, am Aufbau der Samm­lun­gen. Um­fas­sen wird das RomArchive Kunst aller Gat­tun­gen, Musik, Tanz, Theater, Lite­ratur und bil­den­de Kunst, er­wei­tert um histo­rische Doku­mente und wis­sen­schaft­li­che Texte. „Der Reich­tum einer bis in die Gegen­wart über­aus leben­digen wie viel­sei­tigen kultu­rel­len Pro­duk­tion, die eng mit der euro­päi­schen ver­woben ist, wird öf­fent­lich sicht­bar“, heißt es im Pro­jekt­dossier. Durch selbst er­zählte Gegen­geschich­ten ent­stehe so eine für alle zu­gäng­liche, ver­läss­liche Wissens­quelle über Roma, die zur welt­weiten Referenz wer­den soll. RomAr­chive ver­steht sich als pro­fes­sio­nell auf­berei­tete Platt­form der Selbst­reprä­sen­ta­tion. Die Er­war­tun­gen an das Archiv, das so viel mehr sein will als eine bloße Kultur­daten­bank, sind je­den­falls hoch.

2020 endet die mit 3,75 Millionen Euro dotierte Förde­rung durch die Kultur­stif­tung des Bundes – und auch die orga­ni­sa­to­ri­sche Arbeit der bei­den Initia­torin­nen Franziska Sauerbrey und Isabel Raabe. Dann über­nimmt das Euro­päi­sche Ro­ma-Insti­tut für Kunst und Kultur (European Roma Institute for Arts and Culture/ERIAC) mit Sitz in Berlin die Träger­schaft. „Es war von Anfang an klar, dass wir nur den Rahmen bil­den“, er­klärt Raabe. „Sinti und Roma be­stim­men die In­hal­te.“

Das vollständige Festivalprogramm finden sie hier (pdf).

blog.romarchive.eu

(R.U./dROMa)

dROMa54: "Nachbarn" aus: dROMa 54 (2018): „Nachbarn“

Responses

  1. dROMa-Blog | Weblog zu Roma-Themen | RomArchive: „This is why we do it!“ says:

    Januar 24th, 2019 at 11:47 (#)

    [...] neue digitale Archiv der Roma-Kul­turen, wird heute auf http://www.romarchive.eu erst­mals online gehen (wir be­rich­te­ten). Pa­ral­lel dazu star­tet ein mehr­tägi­ges Eröff­nungs­festival („Perfor­ming [...]

  2. dROMa-Blog | Weblog zu Roma-Themen | Amare kulture, amare identitetora says:

    Februar 6th, 2019 at 12:40 (#)

    [...] auch: RomArchive: „This is why we do it!“, 24.1.2019 RomArchive: Kesdipe ando Berlin, 18.1.2019 RomArchive: Startschuss in Berlin, [...]